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Ein Mufic-Siebenber. mit heſonderm Vortheil durch
die Principia der Compofition, nicht allein den General-Baf;
im Kirchen⸗ Cammer- und Theatralifhen Stylö volfommen, & in altiori
| ‚Gradu erlernen; fondern auch zu gleicher Zeit inder Compofition fl wichtige
Erokfectus machen koͤnne.
Nibſt einer Einleitung —
Mufialien Raifonnement
von der Mufic überhaupt, und vielen befondern
Materien der heutigen Praxeos. |
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Johann David Heinichen, =
Koͤnigl. Pohln. und Ehurfl- Saͤchſ. Eapeltmeifter.
In Dreßden bey dem Autore zu finden, 1728.
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Snhalt:
Erſte Abtheilung
von
Denen Princi is des General⸗
228 J Intervallen, ‚und deren ung, BIS.
Das Ih Capitel |
- Don den ——— Accorden, und wie —— ai Inei-
pienten nutzbahr beyzubringen. 2 9: rt | i
Das UL Capitel
von den Signaturen des General- Bafles, und wie felbige or⸗
risit dentlich und gruͤndlich zu tractiren. P . 138.
Das IV. Capitel
Don gefhwinden Noten, und mancherley Tacten. p.257..
—J— Das V. Capitel
Von Application der Accorde, Signaturen und geſchwinden
Noten in allen uͤbrigen Tonen. P- 379. |
J Das VI. Capitel
Dom Manierlichen General-Bafs, und fernern Exercitio eines
Incipienten. p. 521.
Kan, nd
BcCaco
Andere Abtheilung
Der vollkommenen Wiſſenſchafft des er Baſſes.
Das 1. Capitel
OonT heatralifeben Refolutionibus der — p. 5 85.
Das I, Capitel
Von dem General-Bafs ohne Signaturen, und wie dieſe i im Cam
mer s und Theatralifchen Sachen zu; ‚erfinden, Pe 725, |
2 Das IH Sapitel
Dom Accompagnement des Recitatives infonderheit..769
Das IV. Sapitel
Don der Application der egebenen Regeln, w welche nebft eini:
- gen Oblervationibus pradlicis, in einer ganzen Cantata deutlich und. nun,
bahr gezeiget wird, p. 797°
Das v. Capitel
Von einem Muficalifehen Circul aus welchem man die natuͤr⸗
liche Ordnung, Verwandſchafft, und Ausſchweiffung aller Modorum Mu-
ficorum gruͤndlich erkennen, und ſich deſſen ſowohl im Clavier, als i in. der
Compohtion mit trefflichem Nutzen bedienen Tan. p. — Zu
Das VI Kapitel -
Don einem nütlichen Exercitio pra&ico, und einigen Confiliis,
wie man fich felbft weiter helffen, und die Perfection im General -Balle
* muͤſſe. p. 917. |
—— Vor⸗
RT
BEBERBLOBBEEREGHEHEOR
Geneigter Left!
Ann mein vor nunmehro 17. Jahren im Druck
a) berausgegebener Muficalifche Tractat vom General-
M Bafs, bey Mufic-Licbenden eine gütige Aufnahme
wer) gefunden; fo hoffe, es fol gegenwärtiges Werd
— Sdoergleichen Gewogenheit mirweit beſſerm Recht vers
dienen. Denn nachdem ich mich bereden laſſen, an dergleichen Materie
noch einmahl die Feder zu ſetzen, ſo habe lieber zwey Waͤnde mit einer
Farbe anſtreichen, und dieſes, von dem alten Tractat gantz unter⸗
ſchiedene, und bald 4. mahl fo ſtarcke Werd dergeſtalt einrichten
wollen, damit ſowohl Geubte als Ungeuͤbte, Gelehrte und Ungelehr⸗
te, ſowohl Accompagniften als Componiſten mit beſonderm Nu⸗
gen davon profitiren koͤnnen. Dahero ich durch das gantze Bud)
nicht allein die noͤthigen Fundamenta Compoſitionis, ſondern
auch ſolche wichtige, und zum Theil noch unbefannte Materie
beyhergetübret, wovon ung zur Zeit weder alte noch neue , weder
Deutſche, Italiaͤniſche, noch Srangsifche Autores etwas zu lefen ger
geben haben. Nechſt diefem habe die merdwürdige Borrede des
alten Tra&tates mit Fleiß, in Form einer Einleitung, anhero wieder
hohlen, und felbige mit fo vielen nüglichen Anmerkungen, und
wohlgegründeten Sentimens von der Mufic, dergeftalt erläutern
wollen, daß aud) curiöfe Liebhaber, welche eigentlich von der Mufic
feine Profeffion madjen, daraus viel gefunde Gedanden von dem
wahren Weſen und Endzwed der Mufic werden ſchoͤpffen koͤnnen.
Gleichwie nun das gange Werd durchgehende für diejenigen Ac-
compagniften Yon ——— iſt, welche im res
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Bafle was vollkommnes præſtiren, und zugleidh Wichtige Profectus
in der Compofition madyen wollen 5 alfo dienen hingegen denen-
jenigen nur einige Capitel nebſt der Einleitung zu ihrem Vorhaben,
welche nicht im General-Bafle, fondern in der Compofition alleine,
von diefen Werde profiiren wollen. Dieſe nun der Mühe zu
überheben, das gange Bud) durchzufuchen, fo will man ihnen bier:
= — Anleitung geben, was ſie ſich zu ihrem Nutzen heraus⸗
eſen koͤnnen. CN
Die Erfte Abtheilung des Werckes betreffend , fo wird, nad) der
Einleitung im erften Eapitel, die einem anfangenden Componiften
unumgaͤnglich⸗ noͤthige Wiſſenſchafft der Muſicaliſchen Intervallen,
nebſi der Lehre von Con- und Diffonantien, gruͤndlich beſchrieben.
Aus dem andern Capitel hat ein Componiſt weiter nichts zu hoh⸗
fen, als das wenige, was p.120, Von der Triade Harmonicä, und
p. 126, vom Motu recto & contrario gefüget wird. Hingegen ift
das dritte Capitel eines der wichtigften für ihn. Denn er findet
alda nicht allein die Erflährung der fchönften, und. mit ſonderbah⸗
rem Fleiß zuſamme gelefenen Harmonifdhen Saͤtze der. heutigen
Praxeos, welche in feinem Compofition-Budhe alfo beyfamme anzu:
treffen; ſondern auch die gründlich ausgeführte Lehre von den Antici-
ationibus Refolutionum Diflonantiarum, die. man bey allen Auto-
ribus vergebens ſuchet. Aus dem vierten Capitel dienet unfern
Componiften weiter nichts, ald was p.259. vom Tranfitu regulari
& irregulari, und p. 333. ſeqq von der wichtigen Materie des Alla
breve, und Alla femibreve gejaget wird, weldyeg vor allen Dingen
mitzunehmen. Von hier aber wendet man fi, mit iberfpringung
der. zwey folgenden Gapitel, fo gleid) zur Andern Abtheilung diefes
Werkes, allwo das gange weitläufftige erfte Sapitel,infonderbeit für
einen Theatralifhen Componiften etwas aufferordentliches ift. Denn
eg werden darinnen fat durd) und durch lauter folche Principia & Fun-
damenta Styli Theatralis gezeiget,die Denen meiften annod) unbefant,
davon infeinem Autore etwas zu finden,und gleichwohl einem heuti-
gen Componiften gang unentbehrlidhe Dinge feynd. Die nechſtfol⸗
genden 3. Eapitel kan nun ein Componift gar wohl ee |
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fern er nidenöthig hat, aus dem andern Eapitel die Lehre von dem
Ambitu allee Modorum mitzunehmen. Hingegen ift wiederum
das fünffte Capitel von fonderbahrem Nutzen, fowohl für geübte,als
ungeuͤbte Componiften,weil fie daraus nicht allein Die Connexion und
Circulation Allee Modorum Muficorum gründlich) erlernen, fondern
fi) auch des Muficalifchen Circuls in allen ihren Compofitionibus
ſicher und mit groſſem Vortheil bedienen Fönnen. Vom $.23. Die
ſes Eapitels an, fan nun ein Componift, nebft Uberfpringung auch
Des folgenden Gapitels,wiederummit beſſerm Nußen ruͤckwerts zum
Anfange des Buches, nehmlich zur Einleitung, kehren, allıwo ex Die
Menge abgehandelte Materien findet, welche ihm in Praxi Muficä
vieles Licht geben, und von vielen verderblichen Prajudiciis abfühe
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,. Nun gehören zwar die bißher überfprungene Capitel und SS.
eigentlich vor den General-Bafhiften alleine; Jedoch wird ein Com-
ponift aud) hier und dar etwas nügliches zu feinem Propos finden,
wenn er ſich die Mühe geben will, das gange Bud) durdyzublättern.
Senden aber, dein Accompagniften und Componiften, fan das anger
haͤngte Negifter gute Dienfte thun, alwo man ohne Mühe die in
Dem gangen Werde enthaltene Materien befonders erfeben und nach⸗
ſchlagen fan. Nur muß man fidy nicht verdriefien laſſen, vorhero
und che man ein Capitel durchliefet, Die vielen eingeſchlichenen, und
zu Ende des Buches vor dem Regifter fpecificirten Drud Fehler zu
corrigiren; auch gehörigen Orts die hinten nad) dem legten Capitel
angehängten Supplementa mit zu Rathe zu ziehen, damit man über-
al des Autoris Meynung vollkommen erreihe, Denn weil dieſes
Werck, wegen vieler dazwiſchen vworgefallenen verdrießliden Fatali-
taͤten mit dem erſten Buchdrucker, muͤhſamer Anſchaffung beſonde⸗
ver Noten, unordentlichen erſten Verlag, sc. nicht und ferie , ſondern
fepius interrupto tempore & cogirationibus, und zwar faft durchge⸗
hends, (wie man mir bier und in Sreuberg bezeugen Fan) auf die
letzte Stunde ausgearbeitet worden, wenn etliche Bogen zum Drude
noͤthig geweſen; ſo hat es nicht anders ſeyn koͤnnen, als daß an
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bier und dar einige Dinge nachhohlen, und verbeſſern müfjen, die
man lieber in anderer Ordnung gewünfchet hätte, welches der ge:
neigte Lefer gütigft entfehuldigen wird, | | 3 a0
Letzlich anlangend die vielfach) übereinander gefeßten Noten dieſes Merckes, fü
iſt es zwar, fo viel mir wiffend, eine Invention eines Schrifft⸗Gieſſers zu Nuͤrnberg,
woher man fie hat verfchreiben muͤſſen; Es hat aber der beruhmte Mathematicus
und Organift zu Freyberg, Tit. Herr Elias Lindner, dieſe Noten um ein vieles ver⸗
beſſern laſſen, ſo weit es bey ietziger Gelegenheit moͤglich geweſen. Und ob zwar
noch einige Unvollkommenheiten Daran zu finden, z. E. da zwey neben einander auf
einer Linie und Spatio fiehende Noten etwas obfeur ausfallen, 2c. ſo iſt es Dach überz,
haupt mit diefen Jo hauffig übereinander ftehenden Noten ein Werck, dergleichen man,
im Druck noch nicht gefehen, und alfo ein Liebhaber für das erſtemahl damit. zufries
den feyn Fan. Es verfichert aber wohl⸗gedachter Here Lindner, daß wofern ev mie
dergleichen Noten-Druck noch) einmahl folte zu thun haben, er verfchiedene neue In-
ventiones darinnen wurde anzugeben wiffen, wodurch Die.ubereinander ſtehende No-
ren bon allen Sorten, ſo ſchoͤn und reinlich herauskommen mußten, als man fie im⸗
mer fehreiben Fan. Übrigens muß ich diefen habilen Virtuofen hiermit oͤffentlichen
Dank abftatten für dieuberhauffte und langwierige Bemuͤhungen, die er fich bey
diefem Wercke (fo viel es ihm wegen feiner übrigen Gefchaffte nur moͤglich geweſen)
gegeben hat. Er iſt ein Mann von fonderbahrer Redlichkeit, welcher fich ſowohl in:
der Mufic, als in der Architettur und Matheli. überhaupt, noch taglicy legitimuret,
und.bereits viele, mit Ruhm in öffentlichen Ehren-Aemtern figende Subjecta gezogen
bat, fo, daß ihm billig ein befferes Gluͤck anzuwuͤnſchen ware, welches er gar. wohl
meritiret. —— re *
Zum Beſchluß dieſer Vorrede will man endlich der hoch⸗weiſen Tadler⸗Zunfft,
nach den Gradibus ihrer Capacitaͤt, annoch folgendes dreyfache Woͤrtgen ins Ohr
ſagen, nehmlich: Denen gelehrten Tadlern primi Ordinis biethet man benoͤthigten
Falls die Spitze. Denen halb⸗ohnmaͤchtigen Tadlern,(die ſich insgemein durch Tas
deln nur ein, Anſehen machen wollen, da Doch wenig dahinter iſt) recommendiret
man gar Erafftig das Bekannte: Facilius eſt reprehendere , quam imitari, Und
Die dritte Claſſe der ungelehrten, Tadler verlachet man, ohne einsige ‘Begierde: jur
Revenge, Womit ſich dem gutigen Lefer zu gengigtem Andencken empfelen will
Drefden, den 8. Septembris,
1728.
Der AUTOR,
Sin meiting
iD: .
Muficalifihes Raifonnement
vom General- -Bals
| und
ber Mufie üderhaupf.
N) 48 der Baflus Continuus, oder fo genannte Gene-
Tr \ ral-Bafsenchf derCom Ban eine der wichtigſten und
fundamentraleftenMuficalifden Wißenſchafften ſey / deßen
———— A wird fein Mufic- Berftändiger in Abrede fen. Denn
ZI AR woher entfpringet derfeibe anders / als aus der Compofi-
£ re tion ſelbſt? und was beißetendlih General -Bafs fpieien
anders) * zu der eintzigen vorgelegten BaſsStimme die übrigen Stimmen
einer völligen Harmonie ex tempore erdendfen / oder darzu compeniren?
So edel aber als der Urſprung des General-Bafles if / fo groß it quch der
Nutz und Vortheil / welcher ollen Mu&cis aus deßen Frfäntnig zuwaͤchſet.
Will man ſich nicht auf die Erfahrung beruffen / daß mancher Vocaliſte nach
Erlernung deſſelben / nunmehro ſecürer in feinen Sachen / welcher vorhero bey
einem ſchweren Intervallo oder ausweichenden Tone lange genug tappen
muſte / ehe er den recht ſchuldigen Ton bey dem Kanthacken erwiſchte: ſo darff
man nur uͤberhaupt erwegen / daß ung der General-Bafs eben wie die Com-
pofition ſelbſt / zu völliger Unterſuchung ——— Mufiealifen Gebäudes
Ale
| 886 Kor
anführe Dan lernet hierinnen die derMufic gewöhnlichenCon.undDiffonans
tien / der ſelben Natur und Unterſcheid / die hierzu gehörige Harmonie und Ver⸗
änderung genau erkennen / man erforſchet aler Tone und Modorum Eigen.
ſchafft / Awechſelung und Ausſchweiffung / dergeſtalt / daß man ſich endlich ca-
pabel befindet / aus eignen Kraͤfften in allen übrigen Speciebus der Vocal-und
Inftrumental Mufic weiter zu gehen / und ſich taͤglich mehr zu perfeltioniren.
Ja wenn auch endlich ein habiler GeneralBasfiffe der Compofition fo nahe
tritt/daßer ſich getrauet den vorgelegtenBafs ohne darüber gezeichnete Nume-
ros zu tractiren / und folgbar degComponiften Meinung gleibfam vorber zu
ſehen und zu errathen: fo wird man mir gar leicht einräumen / daß die folide
Wiſſenſchafft desGenerai-Bafsts allenund jeden Muficis eine wahre Dolls
kommenheit / und vielfältige Vortheile inder Muſic beylege / fe mögen gleich
vom Clavier oder General-Bals Profesfion madenoder nidt. Zwar Diefes
glaubet endlich nochwohl ein Mufic - Riebender; Allein die eingebildere Schwür
tigfeit des General-Bafseg ſchrecket manchen von Eriernung deßelben ab. Es
iſtwahr / die Muficalifge Bißenfsaftiß überhaupt ein Werck / welches man
nicht ſo gleich mit truckenen Fuße / fo gu reden / uͤherſpringen kan: Es giebt in
feibiger viel weit laͤufftige / ich möchte auch ſagen viel conkuſe Dinge. Man darff
nicht eet an Muſicam Didacticam, Poeticam, Modulatoriam und andere
der Mufic gewöhnliche Capita fuprema & ſubalterna gedencken / ſondern nur
Iberhaupt erwegen / DaB Die Muſic an ſich ſelbſt eben ſo welte Grängen habe /
als alle andere Bißenſchafften / Kuͤnſte und höhere Facultæten. Die Muficifi
eben ſo wohl theoretica & practica, als die Theologie und Juris prudenz;
die Muſica iſt ſo wohl chetica & polemica gleich gedachten hoͤhern Difeipli-
nen / und aͤußert ſich dieſt letztere ſonderlich im heutigen Seculo, (4) da man ſo
| wohl /
(4) Esfey mir erlauber , incidenter allhier eine Frage einzuwerffen; nemlich, woher
es komme, daß es bey unſern Zeiten in der Muſicaliſchen Republic fo viel uͤberhaͤuffte
controverfien, fo viel contradicireng, und fonderlich fo viel difputireng zwiſchen denen
‚alten und neuen Compofitoribus gebe ? Antwort die meifte (Ich wolte eben nicht ſa⸗
gen ‚die einsige ) Urfacheift, daß jich beyde Theile um das primum principium ,
worauf alles in dee Muſic ankoͤmt, nicht vertragen Eünnen, ob nemlich die Mufic
und ihre Regeln nach, dem Behöre ‚oder nad) der fogenannten Vernunfft ſollen ein⸗
gerichtet ſeyn? Die Alten halten es mehr mie der Vernunfft, Die neuen aber mit Er
e3
—— 863) ——
twohlin Theoria als Praxi Muſices ſich von vielen gehabten principiis & pre-
conceptis opinionibus der Alten gewaltig zu trennen ſuchet. Kurg ; man
kan von der Mufic ſo viel Capita, und folgbahr fo viel Folianten und Syſtema-
ta,( gleich wieaud eines theils geſchehen /) fhrelben / ale wie in Thheologis
eis, Juridicis, Medicis und — Tage lleget. So weltlaͤufftig
aber
Salt
Gehöre ; und weil alfo beyde Partheyen in primis fundamentis nieht einig , ſo kan
es nicht fehlen, es muͤſſen Die aus zwey contrairen Haupt prineipiis gemachten Cons
clufiones und conlequentien, wiederum fo d’el fubalterae controverhien , undtaufend
ir o diametro entgegen ſtehende hypatheles gebähren. Bekandt iſt daß fich die Alten zwey
Richter in der Mufie ertvehlet : Rationem & auditum, Die Wahl wäre richtig ,
weil fie beyde in der Mufic unentbehrlid) : allein wegen Des Tra&amenteg dieſer
beyden Commendanten wollen fich Die heutigen Seiten nicht mit Den vorigen ac»
.
cordiren, und wird das Alterthum hierinnen zweyer Fehler beſchuldiget. Denn erſt⸗
lich rangirten fie ihre zwey Richter übel,uud feßten Das in derMufic fonvraine Gehör ent⸗
weder gar der ſo genannten Dernunfft unten an , oder ſie wolten doch dieſer gleiche
Autoritatem Consmendatoriam mit jenem ertheilen, worüber das unfchuldige Hehoͤr
gleich anfangs die Heiffte feiner Monarchifihen Herrſchafft cediren muſte. Dierzu
Fam das andere Ungluͤck, daß die Alten das Wort: Ratio, übelerfläßreten , und mei⸗
neten bey Damahls fimpien Zeiten, (da man von heutigen gout und britlant dee Mufic
garnichts wuſte, und ihnen jedwede fehlechte Harmonie ſchoͤne vorkame, ) es Fönte Die
Vernunffe in der Mufic zu nichts geſchickters ernployret werden, als zu vermeints
lid) gelehrten, und’ fpeculativifchen Noten » KRünffeleyen : Dahero fingen fie gleichſam
ex otioan, die unfehuldigen Noten bald theoretice nach dein Mathematifchen Maße
ſtabe, und der proportions- Elle auszumeffen,bald pradiice auf denen Lineen (gleid)
als auf der Folterbanck) fo lange zudehnen, zu ziehen, ( ich wolte contrapundiftifch
ſagen: zu augmentigen ) gu verkeßren ‚zu wiederhohlen / und zu verwechfelen,
biß endlich aus Diefen eine praxis von unzehligen überflüfligen Geſichts⸗contra⸗ pune
. &en, aus jenen. aber eine Theorie bon überhäufften Metaphyfifchen Gemüths; oder
Vernunffts⸗ Contemplationen entflunde, fo, Daß man in Praxi nicht mehr zu fragen
Urfache hatte , ob die componirte Mufie wohl kliuge, und ihren Zuhörern gefale,
ſondern obfie 1. v. gut auf dem Pappiere ausfebe. Solchergeftalt befam nun das
Geſichte unvermerckter Weiſe bey ber Mufic das meifte zu fprechen, und brauchte die
. Autorität der unvorfichtigen Dernunffe nurzum Deckmantel feiner eigenen Herrſch⸗
fucht , woruͤber das verdrungene Gehoͤre folange tyrannifiget wurde, biß es end»
lich gar hinter Tifch und Baͤncke tretten, und nur von ferne exwarten muſte, ob ihm
ſeine
—— 64) 8
aber / als die Muſicaliſche Wißenſchafft iber haupt / und folabahr in ſelbiger
auch der General-Bafs ſcheinet / ſo ſeynd doch alle die Schwuͤhrigkeiten Feine
Pyrenæiſchen Gebürge / und ſo gar groß nicht / als insge mein von Unverffaͤn⸗
digen oder Pasſionirten horgegeben wird / wenn man nur bey der Informas
tion alles unnöthige Zeug weglaͤſſet und mit Bindanfegung aller anti-
‘ | aven
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ſeine uſurpatores regni (ratio & viſus) zuweilen einen gnaͤdigen Blick ſchencken wolten.
Dieſes dem Muficalifchen Souvrainen Geboͤre fo hoch angethane Unrecht aber, ahnden
Die heutigen Pra&ici mehr als Die Alten; fie fangen an, vielen abfurditäten und vers
kehrten principiis Des Alterthums mächtig einzufehen, und formiren ſich gang ande
re ideen don der edlen Mufic , als gelehrte Igneranten zu thım pflegen, Vor allen
Dingen räumen fie dem unterdrueften Muficalifcehen ®eböre die Oberherrfchafft feines
Reichs völlig wieder einzdieVernunffe aber entfegen fie ihres richterlichen Amtes,
und geben fie dem Gehoͤre nicht ale Dominam, oder gleiche Mitherrfcherin , fondern
als eine kluge Miniftram & confi!iaridm zu, mit dem abfoluten Befehle, daß fie zwar |
ihre Herrſchafft, (das zuweilen betrügliche Gehoͤre, wofern es anders betrüglich mag
genennet werden,) ver allen Fehltritten warnen , übrigens aber, und wo felbiges wieder⸗
ſpricht, abfoluren Gehorſam leiften , und alle ihre Künfte dahin anwenden folle,nicht
das Befichre auf dem Pappiere, fondern Das Gehöre, als die ablolute Herrſcherin
Der Mufic zu contentiren, Denn dieſes heiffet eigentlich Die rechte Dernunffe, und
Die aröfte Kunft in der Mufic. Mein ! was hat wohl das Gefichte bey Der Mufic
zu thun ? Ean auch etwas abfurdereg ftatuiret werden? die Mahlerey ift vor dag
Geſichte / die Mufic aber vor das Beböre / gleichwie das Effen vor den Geſchmack /
und die Blume vorden Geruch. Wuͤrde es nun nicht albern lauten , wenn man fas
gen mwolte: Diefes effen fen vortrefflic gut, weil es gut rieche / da es doch dem Ge
ſchmack und Magen zumieder waͤre? eben fo abturd lautet es, wenn man mit denen
- Pedanten fagen wolte: dieſes fey eine vortreffliche Mufie, weil fie aufdem JPappiere
fchöne ( ic) meine pedantifch ) ausfieher, da fie gleichwol dem Ohre nicht gefället , vor
welches Doch Die Mufic alleine gemacht iſt. Nun heift es ja in allen Künften und
Wiſſenſchafften, ja in allen unfern Thun und Vornehmen: qui vult finem , vult
etiam media ad finem ducentia, Da mwirnun einhellig geftehen müffen, daß unfer
Finis Mufices fey , Die Affe&ten zu bewegen , und das Gehoͤre, als Das wahre Obje⸗
&um Mufices zu vergnuͤgen; fo folget ja nothwendig daraus , daß mir alle unfere Mus
Sicai'fche Regeln nach dem Weböre einrichten follen, und da findet gleichwoldie Frau
Dernunffe ? (Diefuper Eluge ratio ) alle Hände voll zu thun, jamehr, als wir nech bey
anfern Zeiteneinfehen können, Auf ſolche Arth aber bekoͤmmet dns —— Br
aude
| 060)
qven Methoden / einen fürgern Weg ſuchet. Man erwege nur / was bey uns
‚fern Zeiten in denen Studiis vor allerhand artige und kurtzgefaſte Vortheile
hervor geſuchet werden / um die ſtudirende Jugend dem Parnaſſo etliche Mei⸗
len naͤher zuzuführen, Wolte mancher die von dem gelehrten Scherzer,
Mohrhoff und andern beruͤhmten Autoribus angegebene Methoden / wie
ein Knabe in Studiis durch gute Anführung es allen andern zuvor thun /
und den hoͤchſten Bipffel der Erudition glücklich erfieigen koͤnne / aus Eigenſinn
bey nahe verwerſſen: ſo erwege man nur uͤber haupt Diefe ewige Wahrheilt / daß
dasjenige capable Subjectum, welches ordentlich / grundlich und methodice
inqyacunqve ſcientia inſtruiret wird / es demjenigen allezelt umb etliche Fahr
zuvor thun muͤße / welcher ibm zwar an Jahren und Verſtande gleich / dabey
aber confuſe, und von keinem guten Maitre angeführet worden. Und mich
duͤncket immer / es habe mitdenen Methoden eben die Bewandniß / und ben
Unterſcheid / alswen ein Rechenmeiſter in folvirung eines ſehr fhwebren pro«
blematis, nad der gemeinen Reben-Runft mit Verluſt der Zeit einen halben
Bogen / und mehr Pappier / verſchmiehret / da bingegen ein gewiegter Alge-
hraiſte eben dieſes / und noch ein mehrers gleidfam in einem Augenbli pres.
ſtiren fan. Beyde bringen es endlich zu wege / allein mit ſehr ungleichen Dora
theil / Verluſt der Zeit und Muͤhe. Laßen ſich nun dieſe und dergleichen Vor-
theile in denen Studiis und andern Kuͤnſten practiciren / warum nicht auch
in der Muſic? und weswegen ſolte denn dieſe allein nicht koͤnnen vortheilhaff⸗
tiger geſaßet / und ihren Liebhabern bey — Muſic⸗ liebender Welt / kur⸗
| | 3 — tzer
baͤude ein gantz anderes Anſehen, und man kan aus obigen peftulatis mathematicè
demonſtrative ſo viel infallible veritates deduciren, welche die meiſten Principia der
Alten theils in andere Form gieſſen, theils gantz und gar übern Hauffen werffen. Der
Anfang ift bey unferen Zeiten allbereit gemacht ; ich zweiffele auch nicht, daß unfer
Seculum in fülchen vermeinten paradoxen Hypothefibus täglxh Schritt vor Schritt
weiter gehen, und endlich alle noch uͤbrige ſchwache, und zum theil ſchon muͤrbe ge⸗
machte Pfeiler Des Muſicaliſchen Alterthums vollends zerbrechen werde. Dem Herrn
Eapelimeifter Matthefon ift wegen muͤhſamer, und gelehrter Ausarbeitung dergleichen
Muficaifcyen Materien fein gebührendes Lob nicht zunehmen ; und meritiret fonders
lich deſſen dritte Eröffnung der Orcheftre , oder der beſchirmte Sinnen »Rang,
daß man das Buch allen Mufica'ifchen Obhrenfeinden und. Pedanten , gleich mie des
nen Schulen Den Donat, auf den Tifch nagekk,
Serum: ——— —
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ger und naͤher beygebracht werden / als etwan von Alters her geſchehen? Es gebt
freylich an, wenn wir nur den wahren Finem Muſices bedencken / und vor als
fen dingen die in ſelbiger vielfältig eingeſtreneten Grillen / wo vielmahls de las
na caprina (5) diſputiret wird / gar von uns / und faum zu ſolchen immora⸗
ten Voͤlckern verbanneten / weile erſtlich verſuchen muͤſten was unſern heu⸗
tigen Componiffen nicht mehr tauget; denn dieſe Leute moͤchten ſich mit ſol⸗
chen Muſicaliſchen Alfanzerehen ſo lange herum ſchlagen / biß ſie gleich ung /
masbeßersbefämen. Man ſithet offt mit Verwunderung / was in manchen
Muſicaliſchen Qyartanten ( berantiqven Folianten nit zu gedencken) vor
abfurde Beitläufftigkeiten / und vermeinte Accurateflender Compofition
borgetragen werden, welche to wenig Grund haben / als bald fie ihren Meitter
verrathen/ baßer aus der Zahl derjenigen Muficorum ſey / welche auf dem
Pappiere viel ausgebruͤhete Briden zeigen, Dem Gehoͤre aber mit ihrer Mufic
weniger Satista&tion geben koͤnnen / ale ein Muficalifher Leyermatz. Die
alten Modi Mufici, (e) die pielerisy Contrapuncte, (4) das Monochors
dum
(6) Diejenigen Muficalifche Controverhen gehören meines Erachtens auch unter diefe
Rubric, daman über das bloffe Woͤrtgen: Nennen / ob das Ding precile Hanf
nicht Toffel, Cathringen und nicht Sybillgen zu nennenſey) allzuviel Zeit und Dape
pier verderbet, ob man ſchon de (ubltantia,natura, & proprietate rei durchgehendg
einigift, und die Sachen en maitre zu tractiren weiß, Wenigſtens folten wir dergleis
chen unfruchtbahre Controverfien in der Mufic nicht zu überhäuffen , fondern unfere
Zeit und Talent zu was beſſers anzumenden fuchen. Denn eg bleibet einmaldaben:
in verbis färhus faciles;modo &c, Was gehen uns die Schalen an, wenn wir uns um den
Kern verglichen. Wenn jemand mit mic um die bloſſe Benennung einer Sache dilputi
sen wolte, ſo wuͤrde ich ihm zu voraus recht geben , ehe er noch feine quafi s rationes
vorbraͤchte: und was wolte er mehr, wenn er das Ding nach eigenen gefallen tauffen
koͤnte?
(:) Diefen haben wir die erſte Erfindung eines Muſicaliſchen ambitus, oder regulir⸗
ten Ausmweichung der Tone zu dancken; weiter dienen fie ung ben heutiger Praxi al
lerdings wenig oder garnichts, wie unten an verſchiedenen Orthen foll gedacht
(4) Es dienet einmahl vor allemahl zur Nachricht, daß fo offt in diefem Tra&at der Con»
trapunde gedacht wird, man diefes Wort nicht in fenfu lato , pro compofitione in
genere nimmet, quali punctum contra punctum oder Notacentra Notam; fondern
jederzeit
*
- dum,die vielerley Temperaturen/ nebſt andern dergleihen MuficalifenMaw
terien / feynd zwar zum thril an ſich ſelbſt ſo gar abfolute nicht zu verwerfs
fen / und gelten zum theil / ich ſage noch einmahl zum theil eben das / was die *
Beh | caıes
* x s 8* > * — a a 0 x en —
ederzeit Aridte, vor diejenige Compofition , da man reale Themata nach der Kunſt tra-
airerz dahero man auch Durch Die Nahmen der Contrapunctiſten und Arci-contra⸗
punctiſten nur Die jenigen will verſtanden haben, welche ihre Summum bonum, oder Die
gantze Muficalifche Kunſt eingig und allein indem Studio der Contrapundte ſuchen.
Contrapun&e fan ich gar wohl leiden, undbin inmeiner Jugend nur ein allzueiftiger
Sedtator derfelben gemefen; ich twerde auch, wie ehemahls, alſo ins kuͤnfftige beftändig er⸗
weiſen, daß ich im devoren Kirchen⸗tylo gern mit Fugen, Doppel: Fugen,und aller:
band auf dem Pappiere ausgefünftelten Thematibus merchandire. Wein ich fan
nicht laͤugnen, Daß ich nach einer vieljährigen Erfahrung den ehemahligen Contras
pun&s „Eifer ziemlich verlohren, und kan fonderlich unſern excofliven Mißbrauch ers
wungener Contrapunde, ba bey Denen meiften ( Ich fage nicht, bey allen) nichts gilt,
Was nicht ein pedantifther Contrapund& iſt, und da en general die Pappierne Noten»
Künfteley vor das alleredelffe und kuͤnſt lichſte der Muſic ausgegeben wird, abſo⸗
Aue miche leiden, Esift aud) dergleichen Borgeben ben allen vernünfftigen Pradicis
mas abturdeg ‚68 mögendie Contrapundg» Potentarenhierbon ſchwatzen, was ſie wol⸗
len, fofan man ihre ſchwachen Argumenta fattfam wiederlegen. Die Contras
punẽte, wofern felbige vorhero von allen unnuͤhen Sintheilungen ‚von truckenen Er⸗
findungen , und erjwungenen Pedanterien gefäubert , und allein die resien Invenıa
(meldje das Gehör am tmenigften tyrannifiten J aum Gebrauch ermehler werden,
Tönnen in Der Mußic zweyeriey gute Dienfle thun.Erftlich dienen fiedenen Scholaren
und Anfängern der Compofition, Denn diefe lernen durch die Conwapundie gleich⸗
fam Eletteen, oder buchftabieren , und müfjen Durch obligate , eingeſchrenckte Thes
mara und arbeitſame Sachen eben auf ſolche Art die geſchickten progrefliones oder
“paflus Compofitionis erzwingen lernen, wie z. e. ein Sans -oder Fechtmeifter feine
Scholaren vorhero zu mohlsformirten Schritten in Tantzen, und zu guter Leibes⸗
pofitur im echten forciret, ehe er ihnen die rechten Künfte zeiget. Zu dergleichen Prxs
.' ceptoratur aber feynd die Arci» contrapundtiften am allergeſchickteſten; nur muß man
die Untergebenen nicht allzulange in ihrer Schule laffen , font werden fie eben foldhe
Pedanten, wie ihre Maitres.pro fecundo dienen Die Contrapun&e (menn fie zumahl
nach Art braver Kirchen-Compofitorum, mit Sachen von Gout vermiſchet werden)
zur Kischen-Viufie. Hier haben fieeigentlich ihren Sitz, und hier Fan ein Contrapun-
Kfte fein erlerntes Schul⸗Necht am beſten an den Mann bringen, Denn weil 9
| | unfe
BE (3) 3* | |
cales denen 24. Buchſtaben gelten:(⸗) allein man mifdyet Daneben fo wiel verge⸗
bene Grillificationes mit ein/ welche meiſt auff ein Ensrationabilibus cujus-
cungve binauslauffen/ undin Ber Muſie eben fo viel Mugen (haffenyals die
eta-
nme — — —
unſere (in Teutſchand mehr, als in andern andern) gewöhnliche devore Kirchen⸗
Mufic weder allzuviel Feuer, genie, noch muntere Inventiones leidet; fo fan allhier, auch
zumeilen ein Contrapundtifte von wenigen Gout und Invention , am allererften mit
durchſchleichen. Denn hater einmahlein Stud von einem Themare „oder einbißgen
Invention in duodez erwifchet, fo peitfchet er ſolches nach allen gewöhnlichen Transe
pofitionibus und alltäglichen Verkehrungen durch ; Das heißer alsdenn gelehrt,und der
Mann hat Hercules-Thaten gethan. Was ſoll ich abervonder überbaufften Mens
ge erswungener Gontrapundte fagen ? Ich will Immer meine 7, Glaubens Articul
auspacken, jedoch przvia proteftatione lolenni . daß ich nicht von Verwerffung aller
Contrapunde , fondern nur de nimio abufu Derfelben will geredet haben. Ich ſtatui⸗
re demnach mit allen erfahrenen bracticis, welche den wahren finem Mufices gegen die
effentielle Natur der eingefchrensftenContrapunde halten, daß 1.) die meiften inven⸗
ta Derfelben ( etliche wenige ausgenommen ) allein auff das geſichte, und aufftodte
Noten-Rünfteley ‚nicht aber auff Das Beböre gegründet ſeyn. (2.) Daß, je mehr man
ſich in dem Exceflu folder erzwungenen Künfte vertieffet, je mehr muß man neceflas
rio von dem Gehoͤre, und dem wahren fine Mufices abgehen, (3. Daß dahero Ddieienigen
Zeilen einer Compofition , ( nicht das gange Stück ‚denn da fan man abwechſein)
inter cafus raros & accidentales, oder vor feltene Meifterftücke zu rechnen , toorinnen
vielpappierne Küufte, undeben ſo viel Sout in gleich boben Gradu beyfammen
anzutreffen. (4.) Daß der nimius abufus überhäuffter Contrapunde der nechfte Weg
zuder Muficalifchen Pedanterie fey , wodurch manch gutes Talent verderbet wird ,
aus welchen font noch etwas recht ſchaffenes werden Bunte, (5.) Daß der meiſte Theil
der Contrapundte an fich felbft zwar arbeit fam ‚(wie die -Bauren, wenn fie Miftauff
den Karn laden) aber nicht kuͤnſt lich fen, wer die tägliche Leyer einmahl gelernet. (6.)
daß man aus jedweden tummen ungen par force einen ungefalgenen Contrapundi-
ften , nichtaber einen Componiften von Gout machen Pan. (7.) Und letztens, daß es in
der Mufic viel fchönere und weit kuͤnſtlichere Sachen gebe, finemMulices zu beföre
dern als alle erzwungene Contrapunäs-Regeln. Ja, fagen hier die erbitterten Cons
trapundiften : man Fan wohl Kunſt, Cpappierne Kunft) und out zu gleich vereinigen ?
Antwort: die Herren halten aber niemahls ihreParole ? Denn wenn man ihre allerbeften
Sachen anhöret, fo klingen fie eben,als wenn man einen alten Weiber⸗Peltz ausklopffs
ge oder (wie es andere gebenJals wenn ein a. bec Schüge was herhuchſtabirte, da er
| | woh
ee. — (9) | N
Metaphyfifde Hæcceitas imftudiren. Und ſolche Muficalifde Ariftotelici
meinen doch wunder / was fie mit ſolchen Brillen vor Heiligthuͤmer erworben,
Sie fehlen die unfhuldige Compofition gang vor einander Thier an / als fie
iſt / und wennein Componiffe/ welcher etwann mehr auf Tendrefle ‚gout
und brillant der Mufic , als auf Pappierne Brillen regardiret / nur ein
Puͤnctgen mit Raifon feget/ weldyes etwan wieder Ihre ubralten platoni-
ſchen Regeln zu laufen fheinet/fo wolten fie lieber Die Inqvifition wieder ihn
ergehen laſſen / ober auch unter die Zahl der Componitten zu rechnen ſey / oder
nichtenur das eintzige iſt noch zu Se ka ſolche Muſicaliſche Pedanten/
un⸗
wohl die Spiben und Woͤrter, ‚aber keinen volllommenen Verſtand noch Connexion
vernehmen kan. Kuͤrtzer zu reden; wenn die Muſic aus iſt, ſo weiß man nicht, was
der Kerl damit hat haben wollen. Wahriſt es, es weiſen dann und wann gute Pra-
ctici, daß es moͤglich ſey, die Contrapund&e mit dem Gout zu vereinigen; fed non
Omnes capiunt hoc verbum, und wenn wir A potiori argumentiren, was von Natur
am meiſten geſchehen kan / oder zu geſchehen pfleget / ſo bleibet es die ewige Wahr⸗
heit, daß der excesfde Cultus der Contrapuncte ein Verderb guter Muſic, und ein Kuin
manches zur Muſic gebohrnen guten Ingenii ſey. So viel por dieſes mahl de abuſu
contrapunctorum. Das uͤbrige wird zu feiner Zeit folgen, —
(e)i.e. Wer gar nichts wuͤſte von allen dieſen Materien , der würde weder in Theoria
nochin Praxijemahle vor einen Meifter pafiiren Eönnen : hingegen pfleget freplich
der gewöhnliche abufus die Sachen viel gehäßiger zu machen ; und fo gehet es auch ınie
dem Monochordo, Diefer !pecularivifcheKaften ifteinem Theoretico unentbehrlich; ja
ichmolte faſt ſagen, daß auch ein Pra&icus ohne E chande, in dieſer Wiffenfchaffe
fein Lgnorante ſeyn koͤnne, wofern er in feiner Kunſt will geſetzet ſeyn und ihm die Anti-
quarii u.ſuper⸗Klugen Theoretici nicht oöffters in praxi ein X, vor ein U, hinmahlen ſol⸗
‚len: allein der unleidliche abufus ftecfet darinnen, daß man alberner Weiſe Die pra-
: xinMuficam felbft,aus.diefer Theoretifchen Machine her hohlen will, da doch die edle Mu-
ſic an und vor ſich felbft von allen , pur Theoretifchen (peculationibus weitentfernet,ja
allenfalß gar ohne felbige beftehen Fan.- Denn tver hat wohl iemahls geläugnet und
wer fiehet und hoͤret nichttäglich mit Augen und Ohren, wie vielvortreffliche Mufiquen
von denen berühmteften Practicis unferer Zeiten auffgeführet werden, Dabey gewiß das
Monochordum nicht zu rathe gezogen worden. Zugefchtweigen , daß vielen ,
ſonſt guten Pradicis faum der Nahmeund die Geftalt, viel wenigerdas Weſen diefeg
‚ Mathematifchen Probier⸗Steins befand it, Man dikinguipf alſo inter Theoriam
& praxin , inter uſum & abuſum, fo iftder Streit gehoben.
>
(10) 3 |
ungeachtet fie ſich ſonſt fo gernin dem ſchaͤdlichen præjudico autoritatis bet⸗
wickeln / dennoch nicht remargqviren/ dag ſchon bey unfern Zeiten nicht allen
einheimiſche / fondernaud die beruͤhmteſten auslaͤndiſchen (/) Componiften
allbereit angefangen’ die unnötbigen Com pofition - Brillen zu negligiren /
und mit raffinirung vieler anrigven Regeln ein freyeres Weſen inder Mufic
zu ſuchen. Der Sachen nurelinige Illuftration zu geben / fo will ih unter
n 1800
= N ERBETEN ER BEE E F — ae *
C/) Die Erfahrung lehret, daß die Marchandife Pappierne Kuͤnſte nachdem Unter⸗
ſchiede der Nationen , ineinem Lande mehr Credit findet,alsindemandern. Manche
Nationift gern arbeitfam in allen ihren Sachen; eine andere Nation aber lachet über
alle unnüge Schul⸗Arbeit, und pfleget wohl gar fcoptifcher Weiſe zu glauben, daß
Die Tramontani ( nach ihrer Arth zu reden ) wie ein Zug Kaft-Dferde arbeiten,
Manche Nation hältvoreine Kunft, nur prav ſchwer zu componiren ; die andere bins
gegen befleißiget fich eines leichte und fermensS yli,und ſtatuirt mit recht; daß es ſchwer
ſeye, leichte zucomponiren , vdereinen leichten Stylum zu befigen. ( Vor diefen Fon«
geich es auch nicht glauben.) Manche Nation ſuchet ihre gröfte Kunft in lauter intri«
canten Muficalifchen tif, taff, und gedrechfelten Noten-Künfteleyen. Die andere hinges
gen appliciret ſich mehrauff den Gout, und nimet jenen Dadurch den Univertat Apptaue
fum hinweg, die Pappierene Künftler hingegen bleiben mit allen ihren Hexereyen in obs
fcuro,u, werden noch wohl dazu vor Barbari auggefchrien,da fie es Doch andern Nationen
blindlings nachthun Fünten , mofernfiefich , gleich jenen mehr auff den Gout und dag
"Brillant der Mufic, als auff unfruchtbahre Künfteapplieiren wolten. Ein vornehmen
ausländifcher Componiſt gab einsmahls wieder die Gewohnheit feines Landes dieſes
offenhertzige Raifonnement von dern Unterfchiede der Mufie ziweyer Nationen. Unfere
Nationſagete er: (damit ich feine eigene Worte in unfere Sprache vertife)inclinigt von
Natur mehr jur Dolcezza(Anmuth,tendrefle Jder Mufic fo gar , daß fie ſich offt hüten
muß, nicht dadurch In eine Schlaͤffrigkeit zu verfallen, Die meiften Tramontani hingegen _
incliniren von Natur faft allzuviel zur Vivacice der Mufic , wodurch fiegarleicht in Baro
barilmum verfallen: wenn aber felbige fich Die Muͤhe geben wolten ung unfere Texidrefle
Der Mufic zurauben, und mit ihrer gewoͤhnlichen Vivacıte, zu vermifchen, fo wirdeein
Tertium heraus formen , welches nichr anders als aller Welt gefallen Fönte ꝛc. ch will
meine damahls hierüber gemachte Gioffen verſchweigen, und nur Diefeg geftehen, daß
mich diefer Dilsurs_ zum erſtenmahl auff Die Gedancken gebracht, Daß eine BR
Meiau«
| 611) |
1000. Exempeln berühmter Autorum , nur einige wenige. bier aus einem
famofin/ und fonft fundamentalen Autore anziehen / dehen Originalia mag,
allen fall produeiren fünte, Man betracte in foigenden Real Partien
die mit £ über einander margvirtten irregulairen Süße; | |
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pian piano.
giate -fa
—— ———————
Melange vom Italieniſchen und Fran zoͤſiſchen cout das Ohr am meiſten frappiren,und
es uber allen andern befondern Gout ber Welt gewinnen müffe. Ich ftele mir hierin,
nen nicht nur natürliche Raifons , fondernauch lebendige, (wiewohl ſehr wenige ) ur
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einpel zweyer Nationen vor. Indeß haben die Deutſchen auch auswaͤrtig den Ruhm,
daß, wenn fie ſich auff etwas mit Fleiß appliciren wollen, ſie es gemeiniglich andern Na⸗
tionen zuvorthun lernen: aus dieſen Principio will ich hoffen, es werden es einsmahls
unfere Compatrioten uͤber haubt / (Denn an SpecialsExempeln mangelf eg nicht ) Alte
dern Nationen eben fo wohl in Muhcalifchen Gout abzugewinnen fuchen gleichwie fie
ihnen in kuͤnſtlichen contrapunden und Theoretiſchen Accurarefien ſchon vorlaͤngſt pals
man præripiret. Noch eins: Ich wurde einmahl gefraget , auff was Art man von
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he ch on eine Reine Probe an anftellen Pönne, ob Helen tögite obaileM Mufic von guten Gufo fep, wofern man
der Phifavtics und frembden Schmeichelen nicht trauen wolle? Antroort;menndeine,
Durch viele Erfahrung reguiirte Moſic meiftentyeild, und ai? Ordinaire (1) fo wohl ges
lehrten als ungelehrten (2) Leuthen von gang unterfchledenen Temperamenten und
a Humeurs, (3) an verfchiedenen Orthender Welt, wo Doch der Cout gang different
iſt, dennoch gefället, und pubiique Approbation hat ‚fo Fanftu glauben , daß du uff
dem rechten Wege biſt; fahre fort, und dencke der en meiter nach.
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Nicht * / ER Pedante mödte über dergleihen Proceduren
dag Eicber defommen ? Aber man wird doch diefen renomirten Manne fo viel
zutrauen / daß er die prima Rudimenra Mufices verſtanden / und gewuſt /
was we und refolutiones diffonantiar um vor Dinge ſeynd; (g) wie es
denn
TE EEE SEE SWS: en a ni ic
RE RE TE Ed
( 2) Aus dreyerley Urfachen pfleget man wieder eine recipirte Fundamental - Regul zu hans
dein, nehmlich. (1.) Zus verfehen. (2. ) Aus Unmiffenheit. (3) Yus Raifon , wenn
man mit Sleiß davon abgehet: Zur dritten Clafle gehören obige, Deg Autoris —
Zur erſten claſſ zehlet man die ohne Raifon geſetzten ztewund gven.Sehler ; und da
wolte ich denjenigen berühmten Componiften wohl vor ein Miraculum Mundi Be
affen,
#
5 ( 16.) 3 |
denn Inder That etwas ſchlechtes iſt / exercirte Meifter in ſolchen puerilibus
zu attaquiren. Indeß ſeyndalle obige Cafus, zumahlin diefen Stylo nicht 0b:
neguteRaifons geſetzet / welſche man hier wohl manchen Unerfahrnen will ra⸗
then laſſen; beſonders wenn ihm (die legten Exempel betreffend) die Sing»
Arth mancher Nationen nicht bekandt iſt. Sollen wir aber die Urſachen ges
nauer unterſuchen / warum beruͤhmte Practicinicht ſelten von denen pap⸗
piernen Accurateſſen der puren Theoreticorum abgehen / ſo moͤchten es mei⸗
nes Erachtens folgende ſeyn: Erſtlich (damen fie ſich uberhaupt aller Pedan⸗
terien und erzwungenen Schul⸗Accurateſſen / und ſuchen ihre Arcana Mus
ſica in viel wichtigern Dingen/ als in leichter und offt indifferenter Knaben⸗
Theorie. Profecundo haben fie ein gut Judicium practicum, und wiſſen /
wenn und wo man mit guter Raiſon von dergleichen Theoretiſchen Regeln
abgeben fan. Drittens wollen fie feine Sclaven von vielen übelgegründeten
Regeln der Alten ſeyn / fondern fie halten es überhaupt mit der / in der Ber
nunfft ſelbſt gegründeten’ / ob wohl ſonſt Juriftifhen Regel :Ceflante ratione
prohibitionis, ceflatipfa prohibitio: ſo offt die Ut ſache des Verbothes / wa⸗
rumdie Regel gegeben worden / wegfaͤllet / ſoofft gilt das Berboth / oder die
| | gege⸗
laſſen, welcher ſein Lebtage keinen ſo natürlichen Fehler begangen hätte. ( Wenn es
nur nicht allzuhäuffig, und nod) dazu ineinem Tempo gefhiehet , fonft pr=fupponiret
es einen fehr unachtfamen , oder unexercirten Meifter). Zur andern Clafe aber gehoͤ⸗
rendiejenigen veritablen Fehler , welche man von Natur wedgrein Verſehen nen,
nen , noch per Rationes falviren fan , und diefe feynd imp@rdonabel, ze. Wer
würde eg wohleinem Derfeben zufchreiben, wenn man in allen feinen Sachen öffters
ex gva delcendendo in Nonam gehen, ex staimperfedain Perfectam fleigen, motu te-
&o gan ungewöhnliche Sprünge in confonantias perfectas machen / 3. 4. fache rela-
tiones non Harmonicas intolerabiles fegen, und fonft hundert wieder die Regeln und
den Gout lauffende Dinge begehen wolte , die einen gefeßten Componiften gleich bey
der erften Anficht cboquiren? Meines Orths noüfte ich dergleichen Fehler nicht anders
zuentfchuldigen, als mit der Jugend des Componiften , oder in gewiſſen Fällen mit
der Unachtfamkeit desC opiften:edoch ift niemanden eine beffere Meinung benommen,
ich laſſe mir esgefallen ; denn irven iſt Menfchlich,
\
Blı7) 8
gegebene Regel ſelbf nichtämehr. Und dieſe judicieuf Praxisift zehenmahl
ſchwerer / als die offters vorgeſchriebene truckene Theorie; Ja chen deswe⸗
gen bleiben ungewiegte Theoretici ſo gern bey denen platt medergeſchriebenen
antiqven Regeln / weil ihr Judicium nicht fo weit langet / mit Raiſon davon
abzusehen. Ich Fan es nicht laffen / nacfeigendes Exempelauseiner Cantata
a voce fola,einee berühmten — —— Autoris mit anzuruce *
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Verſchledener Urſachen halber moͤchteich hier das Trinck⸗Geld nicht mit dies
ſem Mann tbeilen/ wofern mancher Theoreticus fein Præceptor waͤre / un⸗
geachtet ich dieſe Saͤtze vor Die ſhoͤnſte Expreflion der Worte halte; wobey
noch zur Nachricht dienet / daß der Baß bey Anfang der Aria fein erwehltes
Thema zum Grunde führe / fordern die beſtaͤndige Variation des eingigen
Bafs-CQlavis F. albier gleich ſam aus dem Stegereiffe ergriffen worden : derglei
den luſum Harmonie beruhmte Autores fonderlid in Rarıfen Theatralis
ſchen Sachen in Bebraud) haben / und darinnen glücklich reuſſiren. Allein
ale vergleichen außer dem gemeinen Circul lanffende Dinge / aebören nur vor
gewiegte/ und judicieufePradticos,snidf aber vor Theoretiſche Antiquarios,
viel weniger vor Anfänger / ale welchen e8 Die Pracdtici weder rathen / noch
felbit ein Handwerck daraus maden / foofft fie nicht tüchtiae Raifons dazu
finden, Wer alſo nichts anders / ale ſolche vermeinte Freyheiten zu critiſi⸗
ren weiß / dertbut der edlen Compoſition allerdings Gewalt an / und giebet
deutlich zu verlehen / daß er entweder Me Muſicaliſchen Kinderſchuhe noch
nicht ausgezogen / eder mit allen Rest unter die muficalifche Pedanten:Zunfft
‚(ee meritirenungradum Baccalaurei, Magiſtri oder Doctoris) zu zehlen
ſey / welche den Unterſchied nicht wiſſen / noch verſtehen / was da heiße / vor
Die Augen oder vor die Ohren componiren / ungeachtet ſie in der Melt täglis
die Exempla Contradidtoria vor fi ſehen / Die fie mit allen ihren Kraͤfften
nicht zu imitiren vermögen, Woahrifies/ Regeln (/) muß man wiffen/man
lerne
— —
(n) Alle Kuͤnſte und Wiſſenſchafften haben ihre Regeln, und muͤſſen durch Regeln erlernet
werden, wofern wir nicht pure Naturaliſten, das iſt, halbe Ignoranten bleiben wollen.
Allein wir muͤſſen nur nicht in exceſſu unnuͤtzer Regeln pecciren; viel weniger muͤſſen wir
das æquivoque Wort; Regeln ſo barbard gnnehmen, als wollen wir in
jege
\ | I (19) 38
lerne ſie glei aus der Erfahrung / oder aus frembder Vorſchrifft; außer
Bein wird freplid ein Componiſt manche muſicaliſche Thorheit begehen / wel
ches nicht ſelten geſchiehet bey denenjenigen / ſo in dem einen extremo verſiren /
ich meine deren gantze Muſicaliſche Wiſſenſchafft und Fundament bloß in ein
Oz | | bißgen
Regel⸗Schmiede abgeben, und der Natur ſelbſt Geſaͤtze vorſchreiben, nach welcher ſie
ſich authoritate noſtra muͤſte einſchrencken laſſen. Nein! alle unſere nutzbahre Regeln
muͤſſen vorhero aus der Natur ſelbſt genommen, und dieſer Herrſcherin ihr Wille, Nei⸗
gung, und Eigenſchafft nach allen Gradibus erforſchet, und ihr gleichſam cum ſubmis⸗
fHone abgemercket werden: aus dieſen Obfervationibus aber nehmen wir erſt unfere Re⸗
geln, welche als denn nach der unterſchiedenen Eigenſchafft der Kunſt, auch unterſchie⸗
dene Gradus erhalten, und (ſtrictè zu reden) bald Regeln ka] EEoxyn, / die wenig oder
gar Beine Exceptiones leiden, bald propria tertii, qua-timodi, cafus ut plurimum, Ca
{us utrarö, obfervationes , adminicula, und fo fort, zunennen wären; weilaber doch
alle dieſe obfervationes naturz & artis auff einerley Zweck gielen,nehmlich denen Lernende
in jedweder Kunft effentiam , qualitstem, & accidentia rei behzubringen, fo werden fie
alleüberhaupt ‚( umb die terminestechnicos nicht fruchtlofer Weiſe zu multipliciren )
mit dem Worte ; Regeln getauffet , ohne einsigen Megard auff die Metaphyfifche
Contemplationdes buchftäblihen Regel-Nabmens Dergleichen Negeln diverle
fpeciei , & diverfigradus findet man inallen Künften, Wiſſenſchafften und höhern Fa-
cultæten; (man fehe ſich nur ein bißgen umb) Dergleichen Regein hat unfere Mufie felbft
in allen generibus & Ipeciebus von untenan, biß oben hinaus. Don dergleichen Arth
Regeln fennd alle 1000. Compofition- Regeln, die jemahlsin der Welt gegeben wors
den. Won dergleichen Arth⸗Regeln ſeynd alfo auch ( umb hier A propos Davon zu rer
den) Diejenigen Regeln, welche deutſche, franzöfifche und Iealiznifche Autores, wie
sole unten angeben werden , vom General-Bals ohne Signaturen theils von langer Zeit
her zu geben angefangen theils letztere zeithero zur Wollkommenheit gebracht haben.
Denn weil alle dieſe Autores wohl uͤberleget, Daß ung in praxi täglich viel Sachen in⸗
ſonderheit in ſtylo Theatrali viel partituren, ( Wo man doch nicht primo intuitu die Signas
turen aus allen Stimmen heraus klauben fan) in ſtylo Cameraliaberpiel 1000, Con-
taten und inſtrumental⸗GSachen mit einer eintzigen daruͤber geſchriebenen Stimme, obs
ne Signaturen vorgelegt werden; gleichwohl aber nicht alle Accompagniſten zugleich ex-
ercirte Componiften ſeyn, und Die Signaturen per artem compofitoriam judiciren koͤn-
nen: Als haben alle diefe Autores von denen gebräuchlichen paflibus compofitionis ger
wiſſe Excerpta , Oblervationes , Negeln , oder adminicula gemachet , wodurch ein Aca
compagnitt die Natur, und Abwechfelung der Harmonie erfennen, und die Bienen
| — es
—— — — — — — — ne — —.
=
3 (20) 3% i
bißgen Naturell nd Inventionbeftehet / Cd info weit nehmlich diefe andern
Autoribus nidt perfas & nefas abgeborget worden. Allein man muß auch
nicht auff das andere Extremum folder unnügen und offt Übel gegrundeten
Compolition-Regeln verfallen / wo durch die edle Mufic gleichſam In Ketten
| " geles
—— — — — — ——
des Componiſten gleichſam vorher ſehen moͤge. So lange wir nun nicht ein Generals
Mandat Durch alle Rande ausgehen laßen, dergleichen unbezifferte Baͤhe nicht mehr, we⸗
Der privatim noch public zu produciren; fo lange Fönnen wir auch das nugbahre un:
terfangen aller diefer Autorum nichttadeln , welche dergleichen Megeln vom Generals
Bals ohne Species zu geben fich unterftanden. Denn ein £ehrbegieriger will endlich ale
leg accompagniren lernen; gute Maitresaber hat er nicht allezeit, ja wenn er fie aud)
| hätte, fo Eönnen fie mit ihm tiber dieſe Materie nicht anders raifoniren, alsin diefen
Tracdtat feet, 2. durchgehende, und fonderlic) cap. 4. in zweren Dasesaren gejeiget wor⸗
4 ala den. Es gehe nur iemand mit feinen Scholaren auffdiefes Wer ein tutzend, ja nur ein
halb tutzend Cantarendurch, fo wirderfehen, wie vielſie in Furker Zeit werden profis
tiret haben. Allein bier möchte man fagen : die Regeln, fo nan von General-Bafs ohne
ſpaecies geben Fan, feynd allzu veränderlich, und muß man Öffters die Wörtergen:
natürlich / gemeiniglich / meiſtent heils oder felten dabey fehreiben ? Antwort ;
gar recht. Denn meilaucdhhierder Brunnen , woraus man Diefe GeneralsBafs Re⸗
geln fhöpffen müffen , nehmlich die Compofittion felbft von eben folcher veränderlichen
Natur ift; fo Binnen nothwendig auch Die hieraus genommenen Regeln und Obſerva-
tiones nicht ausder Arthfchlagen , fie müffen gleich jenen veränderlich feyn. Allein
masmilldasfagen? Man gehe doch alle in o&tav ‚qvart und Folio edirten Volumina fo
vieler 1000. CompofitioneKegelndurch, und fehe , ob nicht Die wenigften derfelben
das Woͤrtgen: allezeit ‚die meiften aber die IBörtergen: gemeiniglich, narürlich /
meiffens oder felten zur Benfchrifft Haben muͤſſen? Sollen wir aber deshalber die
Compofition felbft wegen ihrer veränderlichen Regeln verwerffen ? Beyderley Kegeln
müffen zugleish ſtehen, oder zugleich fallen ; tertium non datur , oder ich möchte das
Wunderthier fehen. Außer diefen wolte ich auch nicht allemahlrathen , auff eine Vers
werffung aller veränderlichen Regeln zu dencken, fonftmöchten wir ung felbft in vielen
anderen paibus hujus generis micht geringen Schaden thun , wenn der Proceß zum
Gegenbeweiß geriethe, | vr J
(i) LE, Die nicht alle, einem Compoſitori zukommende requifita eſſentialia beſitzen.
Es gehoͤren zwar mancherley requiſita zu der Vollkommenheit eines Compoſitoris,
welche man theoreticẽ, pra&ice, ja auch politice in groͤſſern numer o fpecificiren koͤnte,
als etwan von andern Autoribus geſchehen: Allein wir wollen alhier nur 3. eflential-
requiſita
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2 (21) 3
geleqet / und der wahre Entzwedk derfelben geraden Weges verhindert wird. |
Denndie Seele und Tendrefle der Compoßtion beſtehet wahrhafftig nicht
imn ein paar hundertverfhimmelten/ DReranlaen Regeln / welche zur en.
| 3 au
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requiſita compoſitoris moderni betrachten, nach welchen man fo wohl ſich ſelbſt, als
andere auff die Wagſchale legen, und die principal defectus eines Componiſten gar
leicht entdecken kan. Ich ſage demnach daß 3. haupt requiſita einen guten Componi⸗
ſten alla moderna machen (1.) Talent, (2,) Wiſſenſchafft. (3.) Erfahrung. Und
dieſe 3. requifita , ( Deren hier folgende Erklaͤrung etwas anders, als nach Dem gemeinen
Wort verftandelautendürffte) müffen einander mutue beftändig fecundigen, wofern
nicht fo gleich eines Derfelben Mangelteiden ‚und fich hindurch ein Haupt⸗Delect bey dem
_ Compofitore erreigen foll. (1:) Dasmuficalifche Talent oder Nacurei! anlangend, fo
beftehet folches in einer natürlichen guten Difpofition, Genie , und Ge chick lichkeit zur
Muſic uͤberhaupt, und in lpecie zur Compoſition. Es hilfft feinen B Die Muſicce.
lĩſchen Gebuͤrge nicht allein mit leichten Fuß uͤberſteigen, ſondern es gieber ihnen auch
natürliche gute Einfälle zur arte Compofitoria , und daneben geſchickte Sentimenssden
“finem Mulices auff alle mögliche Arth zu befoͤdern; Mit einem Worte es kacilitiret alle
ubrigen Requiſita, die zur Vollkommenheit eines Compoſitoris contribuiren Mögen,
Den Unterſcheid der Muficalifchen Talente kan man ſo wenig, als den Unterſcheid aller
Ingeniorum befchreiben. Uberhaupt aber Fan man ſagen, daß die guten Talenta-
aller Compofitorum nur gradibus differiren, Denn dem einen giebt die Natur zur
. Compefition einen auffgetwecften ‚muntern , und feurigen Geiſt; einen andern aber ein
temperirtes, modefieg, oder gar pathetiſches Weſen. Diefe fchicken fich beffer zum
devoten Kirchen - Stylo , jene aber mehr zum Theatralifchen , wofern fie ihr natürlich
Feuer nicht zu moderiren wiffen, ( welches doch an fich felbft gar wohl möglich I.) Wem
gbher die Natur ſelbſt ein Mußicalifches Talent verfaget ‚der laffe die Gompofition ja mit
feieden; denn er wird ein dunckles Licht unter dein Scheffel verbleiben, und wenn er
auch alle Regeln, undalle Autores von Jubals Zeiten an durch itudirte, und reifere dar
. bey gang Deutſchland, Italien, Franckreich und Spanien durch, fo wird doch zuletzt
ein Flick⸗Werck daraus, oder (wofern er ſich ja martern, und andere Virtuolen par
force imitiren wolte Jein Bettlers Mantelmit Sammet⸗Flecken befeget. (2.) Die
Wiſenſchafft war das andererequifitumeflentiale. Ein Compofitor muß nothtvens
dig Mufic ım theoreticam & practicam, in ſpecie Muficam pocticam Wohlinnen haben ;
das iſt: ermuß alle zur Mufic und Compofition gehörigen principia ; fundamenta und
noͤthigen Regeln nicht allein wohl zerſtehen, fondern auch felbige geſchickt zu pradtici-
ren, und ein muſicaliſch Stück wohl zufammen zu feßen wiſſen; wobeh die viel ged
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auch wohl ein bierecfigter Baure-Zung: faffen / und obferviren fernen fan;
Man finder ſchon andere beſſere und kuͤnſtlihere / aud; nörhigere Dinge / ba
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ten Contrapuncte nicht ausgeſchloſſen bleiben, wofern man nur den nimium abutum
und Die Pedanterie Derjelben vermeidet. Dennein hema geſchickt zu tractiren, iftal-
lerdingg einen gutencompoftori unentbehrlich. Will man aber in Theoria weiter
gehen, und die zur Mufic applicabien principia Phyfica x Mathematica mit nehmen, fo
Fan zwar folches nicht ſchaden; allein es gehoͤret uͤberhaupt zu Umbfchiffung diefes Mufi-
caliſchen Welt-Meeres Stück und guter Wind in die Seegel, (das heißer: eg gehoͤret
ein guter Lehrmeiſter, und bey Dem Lernenden ein gutes Talent und Judicium dazu )
Scyllam und Charibdim ; ic) meine Die 2, extrema Theoriz zu vermeiden, Damit wir
. weder durch überflüßige Örillen inder vor das Ohr gemachten Mufie zu pedanten, ( vor
Deren Mufic jederman fliehet ) noch Durch alzu ſeichte Gelehrſamkeit zu puren Naturasften
erden, welche von ihren Sachen keine Railons zu geben wiffen. Denn diefe gehören
halb ehrlicher Weiſe unter die Ignoranten, Das 3te und allermichtigs
fie requifitum Compofitorismoderni war die Erfahrung. Wir reden nehmlich al»
hier von derjenigen Erfahrung „ welche fich ein Compeftor nach albereit abfolvirter
Theo:ia& praxicommuniregularum artis, zu Wege bringen muß. Denn wenn ein
Kuͤnſtler feinen Schotaren aus der Lehre ſchicket, ſo heißet es, ee muß nunmehro in Die
Welt gehen, und ſich umbſehen, was andere feiner Profeflion machen, das heißet: er
muß ſich Erfahrung ſchafſen, und feine theoreticè & practicè erlernten Kuͤnſte wohl zu ey⸗
coliten ſuchen. Iſt die Erfahrung in einer Kunſt u. Wiſſenſchafft noͤthig, fo iſt ſie cs ge
wiß in der Muſic. Wlr muͤſſen uns in dieſer Scientia bractuca (welche von Natur, alle auff
pure Speculation gegründete ſuperfluitates ıheoreticas abhorriret vor allen Dingen Erz
- fahrung fchaffen , es gefchehenun zu Hauße, wo anders genugfame Gelegenheit vor-
14 s
UHTs
X,
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Banden, oder durch reifen. Was meinet man aber ‚daß manin der Erfahrung fuchen
müße? Sch mwillein eingiges Woͤrtgen nennen worinnen fich unfere 3. haupt requifita
compofitoris, nehmlich Talent, Wiſſenſchafft und Erfahrung, ja ſelbſt Der wahre fs
nis Mufices , gleichſam alsin Centro terminiteny und dieſes heißer mit a. Buchftaben:
Der Gour. Ein Componiftmuß ſich nehmlich Durch feinen Fleiß, Durch fein Talent und
ducchdie Erfahrung vor allen Dingen einen auserlefenen Mufcalifihen Gent zu wege
bringen; Dahero gefället mir Hauptfächlich von gemwiffen auswärtigen Natioren, daß
ihre erfte Frage oder Railonnement Über eine producirte Mufic gemeiniglich dahin aus
lauffet: ob Die Muſic von Gout, oder di bon gufto geweſen fey? Was Gougin der Mu⸗
fic heiße, brauchet wohl bey Mufic-verftändigen Feiner Erklaͤhrung, und laͤßet ſich eſſen⸗
eialiter eben fo wenig befchreiben, als das eigentliche Wefendsr Seelen ; man Be
denn
| 3)
man mit Mugen feinen Fleiß anwenden mag /wofern wir nur hrav ſtudiren /
und denen Arcanis Muficistäglid weiter nachdentcken wolen. Was haben
| Re. * — wir
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—00——
denn ſagen, daß der Gout ſelbſt die Seele der Mufic ſey, welcher fie gleichſam doppelt
belebet, und Denen Sinnen angenehm machet. Das proprium 4ti modi aber eines
Componiften von Gout beſtehet eintzig und allein in der Kunſt, feine Mufic der verſtaͤn⸗
digen Welt allꝰ ordinaire beliebt und gefällig zu machen, oder welches einerley: das Ge⸗
höre durch erfahrne Kunſtgriffe zu vergnügen, und die Senfus zu movisen.( Die Senfus
internos;, nicht dag Geſichte / als welches hier nichts zutun hat.) Solches aber Fan
gefchehen erftlich generaliter : durch gute und wohl cultiv irte natürliche Invention , oder
durch ſchoͤne Expreffion der Worte: fpecialiter : durch ein überall dominirendes Ct.
tabile ‚Durch vortheilhafftige und touchante Accompaenemens, Durch) eine Denen Oh⸗
ven fo fehr recommendab!e Abwechſelung der Harmonie, und durch andere ,. auffdem
Pappiere offt ſchlecht ausfehende Mortheile, welche uns die Erfahrung andie Hand
giebet, uud die wir zu unferer Zeit nur noch mit dem obfcuren Nahmen der Erfahrungs»
Regeln tauffen. In fumma alles heiffet Gout, oder alles leitet fich vom Gout ber,
was zur wuͤrcklichen Befüderung deswahren Finis Mufices contribuiret, Ein ausers
leſener Gout ift gleichfam Der Muficalifche lapis Philofophorum , und hauptfchlüßel mu⸗
ſicaliſcher Geheimniße, durch welche man die Menſchlichen Semüther aufffchlieffen ,
bewegen, und die Sinnen geroinnen kan:ja wenn iemand fich jemahls Durch Mufic in
der Welt entrant gemachet, und emergiret, ſo iſt es gewiß durch) Mufic von Gout ( nie
mahls aber durch Augen: Mufic ) gefchehen. Der Gout ift nicht allein Das aller nutz⸗
boahreſte, fondern auch das allerrarefte Kleinod, welches man mit defto gröffern Fleiß
fuchen muß, jeweniger man es einem geben fan , Der es nicht von fichfelbft durch eigene
Erfahrung findet. Hier fälle mirein ‚maß etliche Autores ftatuigen,, daß wir nehm⸗
lich in gewiſſen Stuͤcken noͤthig hätten, vonandern Nationibus zu proftt'ren ; mas fol»
len wir aber eigentlich profittiren ? oder deutlicher zu reden , warumb reifen wir
ſelbſt mit Mühe, Gefahr und Unköften in andere Länder, mo die Mußc mehr Cultores
F zugleich auch mehr Liebhaber und Kenner derfeiben ) findet, alsbey ung? vielleicht die
Mauñcaliſche Wiſſenſchafft / alda zubohlen? Ach nein, dieſe haben wir fo gut, und
befier als fie und wer nichts zu ihnen bringer, der bringet auch gewiß nichts mit hinweg.
Vielleicht reifen wir alfo , ein Muficalifehes Talenr alda zu erfifchen ? Diefeswäre an
fich ſelbſt unmöglich ‚wofern esunferer Nationnicht fo wohl als ihnen angebohren waͤ⸗
re. Was mangelt ung denn vor ein requifiium compofitoris , oder miteinem Worte:
marum reifen wir? Antwort: eintzig und allein’ umb unfern out zu reguliren. Wir
geftehen hierdurch tacite, das uns am Gout der Mufic am meiften gelegen. Denn au) _
dag aller Invention reichſte Naturell oder Talent » gleicher an fich ſelbſt nur einer —
rohen
BE (24) 8
wir nicht vor ein nach zur Zeit unergründlidsee Meer vor ung Yan der eingigen
Expreflion der Worte *Hund Affecten in der Muſic; Und owie ſchoͤn ver⸗
gnuͤget es die Ohren / wenn wir in einer delicaten Kirchen⸗(4) oder andern
Muſic wahrnehmen / wie ſich ein verfländiger Virtuofe hier undda bemuͤhet
Gr hat /
rohen Gold und Silber⸗reichen Schlacken, ‚welche erſtlich durch das Feuer der Erfah⸗
rung, wohl muß gereiniget werden, ehe fie zu einer foliden Maſſa, ich meine zu einem
mwohlcultivirten, und befländigen Gout gedeyen fan, Woraus zugleich wieder die
Meinung mancher Halberfahrnen erbellet + Daß invention und Gout ( per confequeng
auch Naturell oder Talent und Gout, in der Mufic 2, gang dıferenrg Dinge feynd Denn
Die Invention iſt ung angebohren / und Fan bisweilen gut , bißiweilen ſchlimm feyn:
der Gout aber muß fiereguliren, unddiefen müffen wir uns erſt durch Sleiß und Er«
fabrung, ach ja durch gar viel, und offt ſchwehre Erfahrungs⸗Regeln zu wege bringen.
Hierinnen können uns manche fonft gute Subjedta zum Exempel Dienen, denen es an
zweyen requifitiscompoßtoris nehmlich an Wiſſen ſchafft und Nararellnich mangelt;
weil ihnen aber das Gluͤck dag zte eientialsrequifiium berſaget, nehmlich Die Gelegen-
heit beftändig was gutes zu hören , und ſich gnugſame Erfahrung zu ſchaffen, (von
pedantifchen Ignoranten will ich hier nihtreden, welche aus alzu groffer Frefumption
von fich felbft, nichts mehr lernen wollen) fo bleiben fie mit allen ihren invention-reichen
Sachen, Componiftenshne Gout , Daß heißet : fiecomponiren jederzeit mehr. böfes,als
gutes , fie haben Feinen fermen fiylum, und miffen felbfinicht, was fie arbeiten, twofern
fie nicht dann und wann Ihr angebohrnes gutes Talent gleich als blinde auffgute Spuhr
leitet. Daher Eeinesponunfern 3. Daupt-regeihtis einen rechtſchaffenen Compoßi;
tori entbehrlich ift; ermuß Talent, ABiffenfhafft und Erfahrung in altiori gradu bey⸗
ſammen haben, fonft wird feine praxis Mufica jederzeit auff ſchwachen Fuͤſſen beftehen.
(**) Esifteine fehöne, aber auch ſchwehre Kunft, die Worte an folchen Orthen, wo es
ä preposfället ‚natirlidh ‚ungezoungen, und mit einem Gout ju exprimiren, fonfl
koͤmbt es afeätitt, und Fan man fich ‚gar leicht mit Dergleichen Exprellionibus rdichl
machen. Wie man denn wohlche von groffen p’ztendirten Practicis ( Ich wolte ſie lie⸗
ber unter die Theoreticos zehlen ] Sachen in Druck finder, Damit man ohne Zwang
eine gange&ompagnie guter Freunde luftig machen koͤnte. Nur wundert einem, wie
folche Dinge ohne Bewegung des Hertzens Fönnen recitiet werden ? Man muß nicht
allein gute principia pradtica wiffen / fondern auch felbige executiren fünnen. Zwi⸗
fchenwiffen ‚undtönnen aber, ift eine mächtige Klufft befeftiget. Ay
(3) Wirredea hier von denjenigen braven Kirchen Compofitoribus , Die noch etwas meh»
rers als Contrapundte geleiner haben, und denen es zugleich weder an Gout, noch In-
vention fehlet. Denn weil wir im Kirchen Stylo Doch weder in Dem einen, noch nn
| andern
3 | BEE Ss |
bat; durch feine Galanten und em Text ähnlichenexpreffionesdie Benüchet
der Zuhörer zu bewegen / und hierdurd den wahren Entzweck der mufic
gluͤcklich zu inden: Gleichwohl will niemandin Diefer ſhoͤnen muficalifhen
Rhetorica weiter nachdencken und gute Regeln erfinden, Was lieſe ſich nicht
practicè von Muſicaliſchen Gout / Invention, Accompagnement ‚deren
Natur / Unterſcheid und Wuͤrckung ſchreiben; Allein niemand will dergleis
chen ad Praxin ſublimiorem abziehlende Materien unterſuchen / oder die ge⸗
ringſte Anleitung hierzu gehen; Da hingegen von anderen offt Pedantiſchen
Materien gantze Fuder unnüger Regeln erdacht worden. Ja eben deswe.
gen / weil wir bey unſern Zeiten noch nicht einmahl glauben wollen / daß
man in dergleichen uns noch frembden Materien / N oder Regeln gta
ben fönne 5 So richten wir blindlings unfere meiſten Studia auff pure Au⸗
gen⸗Muſic, und halten nur die jenigen Compofitiones , wopappierne Rünffe
das Seepter führen / vor die Schönflen ; Diejenigen aber verachten wir ver⸗
fchrter Weile / wo Gout / Brillant, und die Menge ſchwehrer Frfabrungs
Regeln ihre Kuͤnſte erweifen müffen. Zuderlegtien Claſſe gehöre hauptſaͤch⸗
lich der Stylus Theatralis, und wird mir erlaubet ſeyn / alhier zu feiner Des
tenfion etwas beyzutragen. | | — |
| | | $
andern extremo verfiren wollen, oder beſſer zu ſagen, weil wir in dieſen devoten Stylo
doch mit Thematibus und Contrapundten zu. thun haben müffen ; gleichwohl aber auch
das Gehoͤre dabey feine Satisfationg verlanget (welche zwar nicht in Iuftigen Pins
„sen beftehen muß )i: fo bleibet es dabey, man muß die an fich felbft Hölgernen Contra-
puncte zu temperiren / und mit Sachen von Gontabzumechfeln fuchen ; Dahero die
heutigenPradici mit recht von dem ungefalgenen Weſen eines alzu antiqven RirchensSty=
Hi , abzugeben pflegen. „Diejenigen Conrrapunäiften aber, welche gar von feinem
Gout ſeynd, ‚und ſich mit nichts,als lauter abgecirkelten Noten zu behelffen wiſſen, denen
folget ohne Dis die natürliche Straffe, gleich der Erb-Günde , auff dem Fuſſe nach,
nehmlich daß ihre Mufic Feiner lebendigen Seele gefället, Daher ıhäte man beffer, man
verbrennete nurgleid) ihre allerfünftlichften Compofitiones , weil fie noch warm feynd,
und flreuete ihnen die Afche davon in die Augen, fo befäme Doch noch ein Senfus etwas
davon, da fonft auffer diefen weder das Sefichte noch das Gehöre von. der pappiernen
SKunftproftiren. Noch eins: ich habe ausmärtig verſchiedene notable Exempel ob-
ferviret Daß wenn aeheniich, ehemahls renomurt geivefene Theatralifche Componiften
* | in
| | SE (26) iS Ä
Es wird nehmlich diefer unſchuldige Stylus ‚von welchen dag Altertum
gar nichts wufte, zuweilen vor ſehr leiht und gleihfam geringe ausgegeben /
weil man nad) der Meynung Linerfahrnerin felbigen vielfreyer geben/unddie
Compofition-Regeln /( ſcil. manche / nicht fo genau obferviren dürfe / ale
erwan in einer Kirchen/ oder fonft pathetiſchen mufic. . Allein durch derglei⸗
chen Raifonnemens verrathen ſolche Leute eines theilg ihre Ignoranz , und
wiffennicht / daß dieſer Seylusinvielen Stuͤcken weit mehr / und ſchwerere
Regeln babe / alsandere Seyli: (2) Andern Theils geben fie dadurd Elahr an
Tag / daßfie muficivon wenigen Gout ſeynd / und halten einfältiger Weiſe
nur die pappierene Moten vor das fünflihhe der mufic, Man muß wahr.
hafftig nicht meynen / daß der Theatraliſche Seylusdeswegenfo leichte und ob»
ne Kunſt ſey / weil etwan hier und da freye Gedancken / und ungezwungene
Ideen mit unter zu lauffen pflegen: denn zu geſchweigen / daß dergleichen will⸗
eküuͤhrliche Dinge nicht ſelten das beſte Gewuͤrtze geben / und offt ?. mahl ſchwe⸗
rer zu erfinden ſeynd / als eine Alletags Harmonie, oder ein Doppel,Contra-
pun&: ſo darff man nur genau erwegen / wo alle nur geruͤhmte ſchwere / und
zur Zeit meiſt noch unexcolirte muficalif&e Künfte haͤuffiger von noͤthen
ſeynd / als eben im Theatraliſchen Stylo, oder in einer Opera ? auff wie viel
font ungewoͤhnliche Vortheile pfleget man nicht hler zu dencken / umb in weit⸗
laͤufftigen Theatraliſchen Werden ſletig das Ohr zu amuſiren / und den
| Der
me — — — —
— —
in ihren Alter alles Feuer, und Invention verlohren hatten, fo fingen fie als denn erſt an
gute Rirchen-Compofitcres zu werden ‚und wieder ihre ehemahlige Gewohnheit brav in
Contrapun&enzwarbeiten. E3 läßet fi hieraus verfchiedenes argumentiren.
(1) Solches wird aus folgender Beantwortung 3. gewoͤhnlicher objectionum, welche
unmiffende wieder Diefen Styium zumachen pflegen , gar Deutlich erhellen. Ihr erftes
Argument ift diefeg :esobfervire der fy:us Thearralis Feine !igaturas & refolutiones dif-
fonantiarum , welches doch dag fchönfte, und legaleſte in der Mufic fey. Antwort: fi
tacuiffes poẽta manfiffee. Es wird unten c 1,1. 2. weitläufftigertwiefen werden ‚daß
Diefer unſchuldige Stylus hierinnen weit mehrere, ſchoͤnere und Fünftlichere modos tra-
ctandi & reſolvendi diſſonantias habe, als andere Styli. ado fagen fie: Es obfervire
der Theatraliſche Stylus auch keinen von denen Alten gar bedaͤchtlich vorgeſchriebenen
ambitum modi , fondern man verfahre mit Ausweichung der Tone nach eigenen Ge;
fallen. Antwort: plus artis, minus fimplicitatis, Es iſt heut zu Tage fo gar bey de⸗
\ nen
fi = > = ; < — > um — * nt *
= \
Ba (7) 8 — |
der Ent zweck der Muſic, ich meine die Vergnuͤgung der Obren glücklich zu
erlangen? Was ſuchet nicht ein geuͤhter Componiſt im Changement der
vielerſey Tone, der Inſtrumente, der Menſur, der unterfäledenen Gat⸗
tungen von Invention, (wenn die Arien nicht meiſt Brüder und Sowe⸗
ſtern ſeyn ſollen) zumahl in einer Opera einerley Affect nach Gelegenheit
wohl 10. und mehr mahl vorfombt/ und demnach auff unterſchiedene Arch
will exprimiret ſeyn. Was hat man nicht zu ſuchen in dem Changement
Des offt in der Poëſie einerley vorfallenden Metri, oder Arthen der Verfe,
und andern judicieufen Vortheilen mehr? Ja es giebet bey dem Theatrali-
ſchen Stylo noch mehr zu bedencken: Denn es iſt nicht einmahl genug / daß
ein Componiſt sine ihm natuͤrlich einfallende gute Invention hinſchreibe /
welche ſo wohl der Expreflion der Worte / als dem Gout verſtaͤndiger Zu⸗
hoͤrer eine Genüge leiſte / ſondern es gehoͤret auch Kunſt dazu / ſelbige bey
Gelegenheit Regelmäßig aus zufuͤhren / und zu weiſen / daß manWiſſenſchafft /
und Sout beyſammen habe. Wollen wir ferner an den Recitativ Stylum
gedencken / ſo erfodert auch Derfelbe pielmehr praxin,als unerfahrne glauben;
Und ob ich wohl ehemahls felb der Meynung gemefen / man fünne in die⸗
fen Scylo Feine Regeln oder Anleitung geben; fo bat mich dod die genaue Lin»
terſuchung hlerinnen auff andere Gedancken gebracht / und bin verſichert 7
dag man die allerfhönften Regeln Danger geben koͤnne / Infonderheit ve die
Dr jehlinge
— 7 — — * ————— * — —
nen beruͤhmteſten und fundamentaleſten Kiechen-Corspofitoribus nichts neues mehr,
daß fie bey Gelegenheit und mit Raifon in Die allerentlegenften Tone ab , und von dar
ohne Verletzung des Gehoͤrs wieder zurücke gehen, welche Kunſt nicht jediveden ſchlim⸗
men lwitateur gerathen will: hingegen faͤllet keinen mittelmaͤßigen Scholaren ſchwehr,
‚feine Compoftion indem gemeinen ambitu modorum (welcher c. 2. 5.2, 8 fatfanı
befcheieben testen ] cireulinen zu laffen; welches unter beyden ift aber fchierer? Die
Allten nenneten ſchon Diejenigen Caden&en peregrinas , oder gang frembde Cadentzen,
welche außer der Triadeharmonica des FundamentalClavisnur einen Schritt weite
giengen: heut zu Tage Tombt e8 einen fundamentalen Componiften nicht nmabl
frembode vor, alleinder Natur befindliche Tone oder Modos auff einmahl zu circuli-
ren; welches iſt nun Rünftlicher das alte oderdasneue? Drittens und letztens ſagen die
Opponenten mit befonderer Gravität : der Theatralifche Stylus habe feine Contrapunde?
Antwort ein treffliches Unglück wäre es; aber es heißer auch bier; mentiris Cain. Denn
| | En | — zu
SELE) ER. |
jehlinge Verwerffung weit entfernter Tone, und Fünftliche Anbringung
frembder Conzund diffonantien anlanget, (Ich geſtehe / daß ich Luft babe
hierinnen weiter zu ſpeculiren / und vielleicht koͤmbt noch einmahl eine ande
re Arth von einen Muſicaliſchen Circul, als hinten c. 5. ſect. 2. angegeben
worden / oder wenigſtens ein neuer Methodus ſelbigen zu; rra&iren/ / zZum
Vorſchein.) In ſumma, wer alles oben reifflicher erweget / der wird ſich
überzeuget befinden / daß der an ſich ſelbſt galante und raffinirte Stylus
Theatralis vieleigene Kuͤnſte befige / womit er alle andere Stylosvollfammen
balanciret/ Id mag nicht fagen/ in gewiſſen ſtuͤcken übertrifft; und geböret
. gewiß mehr Erfahrung / als man ſich einbildet / ja ein befonderg Talent dazu /
dich vor andern darinnen zu diftinguiren,. Man verſuche es nur ) und laſſe
denjenigen was Thheatralifdyes fegen/ / welcher ſonſt die ſchoͤnſten und nad
allen zehentaufend Contrapundten ausgefünflelten Kirchen⸗Sachen ſetzet /
fo wird man feben/ worern er anders (ih nit a part aub im Theatralis
ſchen Stylo geuͤbet / (welches wohl. feyn fan / ob ſchon dergleichen Leuthe nicht
In der Menge zu finden) wieviel abgeſchmackt Zeug mic unterlaufen wirds.
wie mid) denn wohl ehe einer der allerkuͤnſtlichſten /und renomirteſten Con⸗
trapunctiſten unferer Zeiten / mit feinem mir einemable gezeigten J heatralis
fchen Einfalle / oder Contrapun&to Florido, (wie er ihn nennete) recht non
Dergen zum Rachen gebracht, Solid ader ben ſtylo Theatrali vor allen
| | andern
* — —
zu geſchweigen, daß ein guter Theatraliſte ſchon vorhero feine Contrapuncte verſtehen
muß, wofern ee in dieſen Sıyio nicht hin und wieder feine ſchwaͤche verrathen will; fo
fage mir doch jemand, washat das vornehme Wort: Contrapundi vor befondere Kraft
in ſich, oder was heißen eigentlich Contrapundte ? Nichts als eine oͤfftere, und auff
mancherley Arth angewendete repetitio thematum, Was heißen Themata ? Eine
Benbehaltung gewiſſer und nad) der Ordnung erwehlter Intervallen, oder eine zur
Continuationermehlte Clauful, Exercirtman aber dergleichen Künfte nicht auch im
Theatralifchen Stylo und iſt egdenn genug, daß man nur immerein Thema , eine Imis
zation ‚ eine Clauful, oder eine Invention anfänget , ohne felbige legaliter auszuführen ?
Mich duͤncket, das heißen nach demrechten Wort ⸗verſtande lauter Contrapunge ;Und
wem iſt endlich verwehret, daß er auch in einer Theatraliſchen Aria, Duett, Trio &c
Themata und Contrathemata anzubringen ſuchet, wofern ihm jadie Menge der Con-
trapuncte den Leib zerreiſſen wolse ? Nichte Fan alfo dem ftylo Thearrali zum ——
om,
N, Es Bla) a
andern Stylis ein un diſputirliches Wort voraus ſprechen / fo will Ih ſagen
daß er in der Invention ungleich mehr zu thun findet / als alle Arthen der
Conpofition, Dan fan iain dem legaleſten Stylo Eccleſiaſtico ſelbſt / mit
einen einzigen paffablen Themate von wenlg Tacten / 2.3. und mehr Bor
gen anfuͤlen wer einmahl die gewoͤhnlichen Schul-Ledtiiones exfundas
mento gelernet ; allein im Theatralifchen Stylomuß man ſich diefes wohl.
vergehen laſſen; es will überall Invention , Gout und brillant voran fiehen.
Sa man bat ſich noch heut zu Tage vor dem Unglück zu hüten / dag man
in fo viel und groffen Theatraliſchen Wercken nicht eine einzige Aria, oder
nur eine Glaufulvon wenig Notennod einmahl vorbringe / welche etwan einer
ehe mahligen Invention auch nur in den geringſten pünctgen ähnlich ſcheinet.
Dann wann ſolches gleich nur ohngefehr und wieder die Intention des Com»
poniſten alſo gerathen / oder die Inventiones faum in tertio, qvarto, Wit
alle Weibsbilder einander in fexu feeminino gleichen: ſo wollen doch unver⸗
ſtandige / und paſſionirte gleich daher Gelegenheit nehmen / den Componi⸗
ſten vor einen plagiarium zu ſchelten (da es doch ein ſchlechter Componiſte
ſeyn muͤſte / welcher ſtatt eines ſolchen formulgen nicht ex tempore 20, an⸗
dere hinzuſchreiben wüſte.) Und eben darum kaͤme heut zu Tage ein Com.
poniſte nicht einmahl fort / wenn er ſeine Inventiones in der ſonſt ſehr
nüglihen arte Combinatoria auff gemeine-Arth fuden undgedenden wol⸗
te / weil man vermittelt Diefer Kunſt Noten 24. mahl / 5. Noten 120.
| | 3 | un
— En 3 r
—
dienen, als daß er nicht Gelegenheit habe, lauter arbeitſame Tutti, vollſtimmige Fugen
und contra Fugen, Allabreve und dergleiche devote Sachen hören zu laſſen; allein was
ſchlieſſet dieſes wieder den galanten Theatralifchen Stylum ? iſt nicht jederzeit felbft der
beften antiqven Contrapuniften Meynung dahin gangen, daß man einen regulirten
componiften viel eher Aus 2> 3- aflimmigerCompofition,, als überhäufften Real-par- .
sien, erkennen müße, wo von Natur unmöglich ift, Die gesineken Compofition Regeln a"
gu obferviren ? warum foll alfo das Fort der edlen Mufic eingig und allein in arbeitfamen
Schulkuͤnſten beſtehen? Will man jaarbeiten und immer Arbeiten, fo kan es auff aller»
band Arth in Theatralifchen Stylo eben fo wohl, als in den legaleften RirchensStylo felbft
geſchehen, und ic) beſinne mic), in meinen ehmahligen LeipzigerOpern fehr viel laborieus
ſeAtien mit 6.7. biß 8 Real.partien gefeget zu haben;allein anigo wuͤrde ich überdre meie
ſten Derfelben fehreiben ; ſed cui bono, Dierechren Kunfte ſtecken anders wo , Wr
u J auff
TEN E30) 38 | —
imd ſo fort nach der gewoͤhnlichen Progreſſion veraͤndern Fönte/ fo koͤnte er
auch von 5. Noten 120. oder nur 10, tuͤchtige und einander ungleiche Iavens.
tiones nehmen, Gluͤcket es auff ſolche Arch ja einmahl / ſo geſchiehet es ge⸗
wiß nicht offt er mag auch die Ovantirätder Noten changiren / wie er will.
Welil nun ſolchergeſtalt die Tendrefle oder Seele der Muſie unmoͤglich bey
der bloffen Verweckſelung toder xoten zu finden IR / gleich wohl aber in Gewiſſen
Faͤllen eine Auffmunterung unſeres Geiſtes von noͤthen ſeyn will / fo muß
man lieber auff ſolche modos inveniendi bedacht ſeyn / da zugleich nie lebende
Fantaſie eines Componiſten mit angeſpannet wird, Gewiß iſt / daß es hal⸗
be Muͤh fen /Invention zu finden / wenn fi der Componiſt eine guteldee
von den ihm vorgelegten ( gumellen gang unfrudtbahren) Texte maden
£an. Linfere Gedancken aber.auff gute Ideen zu Ieiten / und die natürliche
Fantafie auffgumuntern / ſolches kan meines erachtens nichtbeffer geſchehen /
als durch Die Oratorifhen Locos Topicos, Man mag aud beydenen
aller unfruchtbahreſten Materien nur 3. fontes principales, nehmlich An.
tecedentia ‚ Concomitantia, & Confegvenria T extus nad denen Locis
Topicis examiniren/ und occafione ver Worte / die Baden concurriren⸗
den Umflände der Perſon / Der Sache / des Weſens / des Uhrſorungs / der
Arch und Weiſe / des Entzweckes / der Zeit / des Ortes 1x. wohl erwegen /
fo wird es der angebohrnen guten natürliden Fantafıe ( von ingeniis ftupis
dis reden wir nit) niemahls an Expreſſion beliebter Ideen ‚ oder deutlicher
zu reden : an geſchickten Inventionibus fehlen. (m) Es vexlohnet fid
nod wohl der Mühe / dleſe — er (morinnen «8 ſonderlich
' denen
auffdem Pappiere. Wer nun alle Prerogativen ‚.welcheunfer Goutsund Invention-
reiche , Brillante Theatralifche Stylus vor allen andern befiget ‚gegen obige objedtiones
- halten will; der mache das Facit nad) feiner Vernunfft, und löfe mir dabey Die Frage
auff, woher egeigentlich komme, daß es hin und wieder, hierund in andern Rändern,
fo viele he compofitores, hingegen. überall weniggute rheatra iſche Compo-
niften gebe ? | i
(>88 ſeynd nun viele Jahre, daß ihOccafione gemiffer truckenen exte auff dieſe Gedan⸗
cken gerathen, ungeachtet ich ſonſt vielleicht derglelchen Huͤlffs⸗Mittel nicht von noͤthen
habe geſtalt ich mich auch ordentlicher weiſe der Locor. Top, nicht zu bedienen pflege.
Sch Tan aber. nicht längnen ‚Daß ich zuweilen bey einen vor ich unfruchtbahren Tex-
Nr te,
—
Ve
| | | 8631) E
denen unglücklich gebohrnen Componiften amı meißen zu fehlen pfleget mit
“ weitläußtigen Exempelnzit iliuftriren / weswegen wir etlige feihte Texte
bor uns nehmen/ und felbige nach angeregten fontibus betrachten wollen,
— — 3. e. Metilde in einer Opera auff / und hat nad) vorgehenden-Reci-
atio folgende Aria Zu recitiren nn. — assenn ;
Ä to | Non & fola Traniera
la cauſa, chevera;
non dubito no,
ſedoprire ia Enge
A _ fpeflo meglioda fe la verit. D.C,
Mas fol aber ein Componifte hieraus machen / und wo fol er die Inven-
tion hernehmen / weil nicht einmahl in der gangen Aria zu geſchweigen In den
Da Capo oder erſten Theil derſelben / (wo doch jederzeit Die Force der Poëſie
ſo wohl / als der Compoſtion ſtecken ſoll) Fein einziges Wort vorhanden /
welches zu exprimirung einiges Affectes Die geringſte Sucgenhet gede.
XAMI-
— —— ee nn ne ee
a SER N
— — —— — — — ——
te oder auch wohl bey nicht allzeit auffgeraͤumter Diſpoſition des Gemuͤthes, (welches
allen Gompofitoribus gemein ift) Diefelbe Stunde Feine Notre hätte zu fehreiben ges
wuſt, wofern ich mich nicht diefer Kunftgriffe bedienet hätte. Man leiftet meines ers
achtensmit felbigen der natürlichen Fanrafie eben ſolche Hülffe, als wie dem Gedaͤcht⸗
niß, mit der befandten Arte Mnemonica , oder Gedaͤchtniß-⸗Kunſt. Wir wiſſen
nehmlich, daß es Feuthe gieber, welche Durch gewiffe Kunſtgriffe 30. 40. ja 100. und
mehr Nahmen, ‚Ziffern, und andere Dinge eben in der accuraten Ordnung vor⸗ruͤck⸗
werts, oder verfest wieder herfagen koͤnnen, wie fieihnen, etwas Iangfam vorgefaget
worden. Ach habe feibft einmahl einem guten Freund, welcher fid) die gantze Biebel
durch dergleichen Kunſt in das Gedaͤchtniß geſchrieben, probiret, und ihm mit weg⸗
gewendeten Geſichte durch alle Libros ohne Drönung ‚hier und da getoiffe Verficul, Oder
auch wohl nur einselne Worte genennet, fo gleich hat er das Buch, das Capitel, den
Vers, und vielmahls gar die Gegend des Blattes richtig anzugeben gewuſt, ungeachtet
er fonft in andern ſtuͤcken von ſchlechter Memotie war, Solche dinge koͤnte das na⸗
türliche Gedaͤchtniß nicht praſtiren, wofern es nicht von vortheilhafftigen adminiculis
. Tecundiret würde; und eben in d’efen Berftande wollen wir, daß die natürliche gute
. Fantafie eines Compon fien von denen 1. T. als vortrefflichen adminiculis fecundis
ret und auffgemuntert werde, Ich weiß zwar , daß man ſich auch anderer Mittel
zu bedienen pfleget ,Invention zu Eriegen ; und da heiſſet es denn: chacun & ſon Gout,
ß
| | (32) |
Examinirtt man aber die Antecedentia Textus , (damit wir unfere 3. Fon⸗
tes principalesnad der Ordnung durchgehen) fo entdecket die Metilde ihre
Affecten vollkommen in gedachten vorhergehenden Recitativ , wenn ſie dem
x Adolpho auff die Frage; che machini,che penfi? alfo antwortet: alti dif-
mmin/ jegni, eprecipizii msi + accufare, gridare,chieder raggione &c.e
con novo d’amor fatto animololiberare il mio fpofo, &c, Munmehro erſt
weiß der Componift ex fine &intentione der Metilde, daß diefe an ſich
felbft truckene Aria mit dem aller furienfefen Affect fan vorgefieller werden -
weiches manden Invention reichen Componiſten f&on Feuer gerug geben
wuͤrde / feine zuosr fufpendirten Ideen In fhöne Inventiones zu verwan⸗
dein. Solte aber die natürliche Fanrafie nah mehr Huͤlffe verlangen / fo
gehe man auff Special-Exprefliones, und ſtelle 3.0. in der Aria die im Re.
citativ befindlichen : alti diſſegni, e precipizii inmenfi vor / und da moͤchte
ſich ohngefehr Folgende Expreflion (oder 10, andere Inventiones vondiefer
Arch) angeben: i |
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Allein bey etlichen Orthen derfelben muß man nur zufehen, daß die Mittel nicht allzu⸗
natürlid), und daraus ein wahrhafftiges plagium enftehe; gleichmwie bey gewiſſen Na-
4 tionibus anche Muficalifje Srifchlinge zu fagen pflegen: bi fogna feefi Idea, damit
2 lauffen ſie in andere Mufigven , und fehreiben hernach den Kern Der beften Pan iten
OWN . anderer
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anderer CompoRtnum mit einer Eaum etwas veränderten Brühe, wieder: in ihre
Arbeit hinein, Ordentlicher weife aber vermeyden behutſame Compoſitores die Ge⸗
legenheit, kurtz vorhero geofje Mufiqven zu hören, wenn fie ſelbſt dergleichen zu ſetzen im
Wercke begriffen find, aus Furcht, daß nicht, wie zu gefchehen pfleget , wieder unfern
Willen etwashangen bleibe welches den —— du Innocente a
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bung ſeiner vermehnten eigenen Gedancken bey unverſtaͤndigen Cenſotibus in Verdacht
bringen koͤnne. Ich ſuche in dergleichen Dubiis etwas in der Arte Combinatoria. Daß
aber dieſe Kunſt jemanden reelle Gelehrſamkeit geben koͤnne, (wer ſie nicht nach Anlei⸗
tung einiger Autorum In gelehrten Wiſſenſchafften, als ein Adminiculum annehmen
wil) das muß man ſich eben fo wenig einfallen Iaffen, als daß die Loci Topici —
wuͤrck⸗
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wuͤrckliche nenne ing Maul ſchmieren ſolten, wer von Natur Fein Tal zur Mufic
bat. Ubrigens machet meines Srachteng das befandte Schul-V ersgen;gqvissqvid,ubi &c,
bon denen Oratorifchen LocisTop. eben fo viel aus, als der Schwantz vom gangen Hun⸗
de, Wer aber von dieſen 1. T. gar nichts weiß, dem kandis Versgen (weiles ſelbſt aus
denen L. T. genommen ift ) einige unvollfommene Huͤlffe leiften; man fehe nur Daneben
obige Exempel fleißig an, ſo wird ſich der Verſtand der Sache finden.
(35) 38
Stehet ung dieſe Arth Ab nicht an / fo gehe man weiter und
bet rachte die Worte: accufare, gridare ,chieder raggione, Hier bekoͤmmt
die Fantafie die ſchoͤnſte Gelegenheit auffgleichfam zanckende / oder in vielen
Stimmen concertirendelnventiones su gerathen. Es ſoll ung hier der Ki ige
halber folgende gnug ſeyn.
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Vivace.
— — ur —— — —— ——— —
— — —
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Pe = > 2
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— — — — — — — — —
— —
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— — — ————— — «
Cr) Um den Platz zu > hat man in dieſen und allen folgenden Exempeln nicht
allein das iccompagnement ſo viel moͤglich eingezogen, ſondern auch Die Vocal-Stim«
meohne Weitlaͤufftigkeit zurerften Cadenz gefuͤhret. Sonſt verftcherfih , wie guf
Griegiſch, daß man alles weitläufftiger , und vollfommener anfangen , und ausführen
+
SE (37)
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(e) (0) Wir pflegen die pflegen die Bals-Thematat mehr; ju excoliren, oliren als gewi gewiffe an andere Nationes und ich
erinnere mich nicht In Zeit von 7. biß 8. Jahren ben ihnen nür ein tußend formale und
ob ligate Bafs-T hemata , unter der Menge fo vieler Sachen gehört zu haben ; das uͤbrige
beſtehet ben felbigen auffs höchfte in badinanten oder fonft kurtz gefaſten Elaͤufelgen
welche fie denn gemeiniglich mit allen Violinen und Violetten all? Ottava mit ſpielen laſ⸗
fen ‚tweilfie glauben , Diefegrelevire , und contradiftinguire zu gleich die an fich felbft we⸗
niger Penetranfen tieffen Tone, ui u weil fie AR EN von Gantabile feyn or
3 en,
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len, fo glaubenfie ‚Daß je meh: man die dominirende Vocal-oder Inftrumental Stim—
meinein obligareg Bals-Themaeinzufchrencfen fuche , je mehr müffe man neceflarid
von dem natürlichen Cantabile abgehen , wofern esnicht a cafu gerathe, oder durch vieie
Arbeitder Gout erzwungen werde. Da fie ſich nun auff den calum eventualem nicht
verlaffen ‚ fonft aber nach ihrer Gewohnheit nicht gerne Pferde Arbeit verrichten rollen;
fo bleiben bey ihnen dergleichen arbeitfame Künfte immer eher nach , als bey uns. Eben
aus dergleichen Raifons halten ſie bey einzelen Vocal- Sachen nicht alzu viel auff das
vielfältige laboriren der Inftrumente, mitdem Vorgeben, daß esdem Sänger nur hin⸗
derlich falle, welches bey guten und refoluen Stimmen einige Entfehuldigung leidet ;
fonft aber pafliret das Arbeiten der Inftrumente bey andern Nationibus allerdings vor
kuͤnſtlich, wofern man nur nicht Darinnen excediret, und die Sachen 2 propos anbrin»
get. Jedoch Ean ein geſcheueter Compofitor auch wohl mit Fleiß ſolche Arien fegen,
welche gar nicht laboriös auff Dem Pappiere ausfehen, und Doc) in publico allen ge
wünfchten Effe& thun müflen, und wenn fie auch der gröfte Sänger mit Fleiß lahm,
oder der geringfte derſelben noch fo ſchlimm executigen folte. Denn was die Ohren frap-
piret ‚das kan man auch bey mittelmäßiger Execution nicht wohl verbergen, und daß
Dhr diftinguiret doch jederzeit den ABerth der Eompofition , ohnedaßder Componift
nöthighabe, allesvondem Sänger allein zu erbetteln. Denn die Tour der Melodie
oder das Cantabile ,foder Sänger zu machen pfleget, Fan der Componift wohl mithin
feßen ; auff das übrige verbraͤhmte, koͤmbt es alleine nicht an, und habeich einen ſchlech⸗
ten Concept von denjenigen Componiften , deren Sachen nicht eher briſliren, als
menn fie von denen excellenreften&ängern mit befondererMühe ausgedrechfelt werden.
Dahero pflegen gute Sänger auch felbft von guter Compofition zufagen ; Canta da fe
ſteſſo: esfinget von fich felbft, man Fandanicht viel hinein machen, RL.
SE (39) 8
Waͤren wir auch hiermit nicht zu frieden / ſo koͤnte man occaſione Dr —
letzten Worte: connovo d’amor fatto animofo liberare il mio ſpoſo: die
heroiſche Entſchließung der Metilde auff allerhand pompöfe Arth vorzus
fielen ſuchen / 3%
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Dieſes waͤren alfo exantecedentibusder allerunfrunstbahrefien Aria, /-
zley Arthen / Invention, welche doch alle mit dein Texte gargenau quadir« quæ—⸗
rn. Wir gehen weiter / und ſuchen Die Inventiones in Concomitantibus,
ich melnedenen unterſchiedenen Worten des Da Capo, oder erſten Theils der
Aria floh 3. € es moͤchte ſich dieſelbige alſo anfangen:
chi hà nemica la fortuna
fi vedrä fempre penar,
Dieſer moralifirende Text iſt nad Arth der meiſten moralifirenden Arien
dem Componiſten nicht fonderiih willkommen, Betrachtet man aber Die
qvalitates fortunæ, fo fünte man bald das ung fies verfolgende / bald dag
wan delbahre / und unbeſtaͤndige / das rafende /dae flüßtige : das opiniatre
und contraire ‚ja endlich dag Leid bringende Gluͤck auf unterfhiedene Arth
vorſtellig machen / es geſchehe nun durch Farcke cofcertirende. Harmonie
durch Violin und Bafl- Themara}'oder dureh äpropos erwehlte einzelne Ins
ftrumenta. Wir mollen wiederumb nur 3. Arthen derfeiben betrachten /
und erfllih das ung fiets verfolgende Gluͤck etwan In folgenden Ball
Themate zuexprimirenfugen: “ | Dis |
3 (42)
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— teten nee TEE en D men en en I men ee 1 TER
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nar,. H’vedralem. 2. —
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Nota. Das zu dieſer Arie — Addie itamentum vide, pagina 37 (ub litera, (0) u
Das flüchtige oder raſende Sluͤck konte durch verſchiedene ſtarcke
concertirende Harmonigt£ vorgeſtellet werden. Es mag hier folgende a
vention genug ion:
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nn En a un ums u sa
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Fl, = ah — be a eu ===
fem pre,penar,
— BEE as
= AIC en ———
n- 2 me San Fame — — — J— en mn en
Den Efe& dis Wandelbahren Gluͤckes / oder das Leid⸗bringende Gluͤck /
koͤnte man occafione des im Da Capo befindlichen Wortes: penare, auff un⸗
terſchledene / und bon vorigen gang entfernete Arthen vorſtellen. 3 6.
ee a u a re
— — — — —— ———— — =>: — — —— m. =
ar nee u STREET? - Paare u
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Tea: nu zur nm mt — — — a m zman Pe
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p) Ich wolte zwar niemanden rathen den Stylum Thestralem alzu viel mit-dergleichen Seo
rieufen Inventionibusanzufüllen- Denn bathetiſche, Melaneholifcheund Phlegmatis
ſche Mufie „ (wofern fie Tendrefle und Gout zum Grunde hat) faͤllet zwar in Kirchen
und Cammer-Stylo allezeit wohlaus allein in Thearraiifchen Stylo will es nicht. fo ans
gehen, und brauchet man ſerieule Sachen bloß zu vernünftiger Hdwechfelung;und
wenn ung jadie Deren Poäten mit pathetifchen undtriften Arien überhäuffet , fo fuchet
man ſelbige entweder durch gemifihfeinventiones und vortheilhafftigeAccompagnemens
zu addouciren, oder man tourniret in denen fenigen Arien ‚too ein doppelter Affeüt her-
por leuchtet, Die Invention gemeiniglicy auff den mehr viven; als lerieufen Affect. Alfo
wird man vog. bey einer verliebten Melancholie , eherdig angen 2 alsdie
le Sn ſchwartze
Ze 4) |
Wir gehen zum zten fonte, und fragen’ wo ein Compofitor zu fole
genden Da Capo det Aria; (welche ſo gleich beym Auftritt der Perſon / ohne
einig vorhergehendes Recitativ den Anfang machet) Die Invention berush;
men wolte? | ' |
| Non lo diro col labro,
che tanto ardir non hä, |
Hier weiß man nicht / ob der Affect traurig / oder luſtig / verliebt oder
ſeriös ſoll exprimiret werden / es iſt auch in dieſen 2. Zeilen Fein einzig Wort
zu finden / welches zu einiger Invention Gelegenheit geben könte. Allein weil
wir ung ſolcher gefkalt weder andenenantecedentibus,nod an denen conco-
. mitantibus oder Da Capo ſelbſt erhohlen koͤnnen; fo wollen wir ſehen / wag
die Confeqventia nehmiich der andere Theilder Aria,(inandern cafibusfäns
te es auch auffdas nad) der Aria folgende Recitativ ankommen / wofern bey⸗
de Theile der Aria ſelbſt unfruchtbahr wären) dazu ſaget / und da läffet fi
die recitirende Perſon alfe heraus: |
forfe con le faville
dell’ avide pupille | per
— —— — — - — —————
ſchwartze Melancholie zu exprimiren trachten. Bey Erſuchung eines Amantens um:
Gegenliebe, wird man eher auff die Tendreſſe feines Affedes, als auff ein Serieufes Bits
ten oder trauriges Seufftzen regardiren. Bey toͤdtlicher Verzweiffelung wird
man mehr auff furieuſe, oder wenigſtens vermiſchte Gedancken, als allein auff einen
erſterbenden Affect ſehen, und ſo fort. In ſumma der Stylus Theatralis Will meiſt et
was gehendes / und addroittes, ih mag nicht eben platterdings ſagen, etwas luſti⸗
ges haben. Denn luſtige Mufic an ſich ſelbſt, fan allerdings leicht in barbariſmum
degeneriren, und iſt delica'en Ohren zu wieder: wird aber eine noble vivacitè derſel⸗
ben mit Gout, Tendrefle und einen touchanten oder brillanten Weſen vermiſchet; ſo faͤl⸗
let fie dem Gehoͤre allezeit angenehm, und wenn auch die gantze Welt wieder den Ge:
brauch der Natur feibft,, mit lauter phegmatifehen, melancholifehen und fauertöpffifchen
Humeurs befeget wäre. Contrariacontrariismedicantunr Ich habe hiervon an fol-
chen Mufic berühmten Orthen, wo fonftder ferieufe Gout dominiret ‚die allermerck⸗
miürdigften , und beftändigften Exempel berühmter Compoſiteurs gefehen. Ubrigeng
gehöret es freplich unter die requifita politica boni Compofitoris ‚fid) in allen nad) denen
Umbftänden der Zeit , des Drthes und Der Zuhörer zu accammodiren , welches zwar
Feine fihlechte Runftift, und pr=(upponiret wenigſtens viel Erfahrung , wofern fich ja
jedwedes gute Talent darein finden will, |
(IR
per dirche gia tutt’ ardo,
lo fqvardo
parlera,
Hier weiſet ſich erſt / aß das Da Capoeine amoureuſe Invention haben
will und alſo fönte man erſtlich überhaupt auff allet hand aimable Melodien
fallen / wovon dieſes ein Exempel waͤre.
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Wolte man auff Special Expreff ones — /ſo eb Die Wörter fa-
ville,pu pille," ardore, lo iqvardo,unferer Fantafie allerhand Gelegenheit zus
angenehmen und gleichſam fpielenden Inventionibus, Man fünte 3.0.d98
brennende Liebes⸗Feuer In folgender Invention zum Grunde fegen.
88052)
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Flauti uniscon u Violini ſempre piano,
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om sa GE rn wur. E rn nn u
EEE ug Er m =— En Fine EEE, armessanen — öæ
(54)
Auff bie uͤbrigen Ideen verlichter Blicke / brennender Augen / c Wäre
es leicht allerhand tändeinde Sachen zu finden. Folgendes Da Ca P mag all⸗
„ier das gewoͤhniiche zte Exempel abgeben:
"Un ra —
ee == Are 2a =
er — Er —
—
Seeger == F =
SB 5 ——
he
an
—— — —
—— —
Sa:
N —
—
— — ae
pian.
met en, = Dee aan. ô ö
— ge FE
arme ae A en
— mr Einen — > OBER ö— —
| Ri
=): ne ee En u 2 - u en Di An Veen (as -
Non la. a ro col-
—— — RL
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en RERRE Sunaer n GEZEBETERE vr VERRSSEUE —nnnı TREEFOEN RETTET
— ers =5
Er Fu >
— — — ——
— lo nn col- 7
—
— 75 REN. nn
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—— — — ——— = a 1
—
——— ——
bro, che tan = DAardir, | - tan “
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fort,
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—— — —
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A
Ay —
— ss :
toar - = non ha,
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——— 10 ar. dir non hä,
EEE Binnen en en, BEE
— —
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[es eg Een rn nn EEE.
er
—— — — re ne Tan
— = z ==
— —
Hr
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— un Gans ad man urn
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Ich meine / es fen nunmehro fatfam dargethan / wie man bey unfrucht⸗
bahr ſcheinenden Texten unterſchiedene Arthen Inventiones durch Hülffe det
LocorumTopicorum exantecedentibus,concomitantibus & conſeqven⸗
tibus Textus nebmenfönne. Nun iſt leicht die Rechnung zu machen wie
viel mehr Veränderungen ung dieſe kontes bey an ſich ſelbſt ſhon fruchtbah⸗
ren Texten da eine reihe Pœſie unfere Fantaſie ſchon naturlicher Weiſe auff
gute Ideen zu leiten pfleget / an die Hand geben muͤſſe. Solches brauchte nun
keines fernern Beweiſes jedoch wollen wir die Sache voͤllig zu illuſtriren / weni⸗
ge Blätter nicht ſpahren und nehmen alſo folgende zur Muſic wohlgeſetzte
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— — — — — — — —— — — — —
(g) Hier moͤchte es Gelegenheit geben, etwas vorm uni ſono zu ſchwatzen, weswegen ich
mit Fleiß die gantze erſte helffte der ari herſetzen wollen, umb zugleich ein geringes Ex-
empei,(sondemman ſich weiter Feine Muͤhe gegeben) anzufuͤhren, auff was Arth
ohngefehr die heutigen Pradtici den Uniſonum in gewiſſen Fällen zu tractiren pflegen.
Sie laßen nehmlich die Saiten⸗Inſtrumenta (ſehr ſelten die blafenden ) mit der Voca!-
Stimme ein ſauberes piano in uniſono, oder auch wohl alt Ortava mit ſpielen welches
denn die domini ende, auff (pirituelle Arth geſetzte Vocal Stimme beſonders relev rer,
(zumahl wenn ſtatt der Verhinderung ſtarcker Bäfe ein douces Baſſet gebrauchet wird)
ihr gleichſam einen Zuſatz giebet, und das Weſen derfelben , phyfice zu reden, Derges
ftalt durch die umbliegende Lufft verftreuet, daßdie Stimme dem Gehöre nach gleich—
fan weiter <xtendiret wird, und nicht mehr fcheinet , als wenn die Saitensinftrumens
ta mit fpieleten , fondern als wenn alledurch Den General -tnifonum entftehende Harmos
nie wenn man alfo vom Unifono reden darff ) vonder Vocal-Stimme alleine herkaͤme.
Wer ausder Erfahrung nichkobferviret hat, daß dergleichen von berühmten racticis
gefegte Arien in pub ice fehr offt den gröften EF-Athun, ja berühmte Sänger bey dieſer
freyen und ungehinderten Arth gern ihre gröfte Kunft und Brillant heroorfuchen ; der
Fan fich hier von, folgende 2 Proben inachen. Erſtlich nehme er von einer ſolchen, in
publicofchon univerlalirer applaudirten Aria Den Unilonum der Inftrumente Weg,
fege frattdesdoucen Baſſettes denbölligaccompagnirten Baflums Zontinuum durch die
ganße Arie, und producire ſie in folder Form noch einmahl in publico mit eben dem gu⸗
ten oder ſchlimmen ubjecto des Saͤngers und allen übrigen Umbſtaͤnden, fo wird er un
gezweiffelt finden, Daß die Arie nicht mehr den vorigen Elfect thut, und an publigver
Approbat on 60. pro Cent wird verlohren haben; warumb? die dominirende oder ſin⸗
gende Melodie wird nicht mehr durch vorige Acconpagnemens releviret, das. Gehoͤre
bekoͤmmet durch die andringenden bæſſe mehr zu thun, und endlich faͤllet die vormahls
acci·
| | 2 (61) | |
Aria vor ung) da Aminta fiingg Schaͤfferin mit dieſen Worten unter denen
Schatten der Baͤume Feiger: 2 2 | | |
| Vo cercando ilveroNume,
che fofpira la mia f£.
val farfaletta intorno al lume
| a fra qveiombre aggiro il pie. DC.
Dieeſe an ſich ſelbſt fhöne Aria alebet unferer Fantafie ſo gleih primo
intuitu zu 6.8, und mehr gang differenten Invenrionibus Anlaß, mofern
— man
— —
— —
— — — — — —
accidentaliter eingefallene, dem Gehoͤre aber jederzeit angenehme Abwech ſelung hin⸗
weg, welche zwiſchen dem forte des Rittornello, und prane der in unilono accompa⸗
gnirten Stimme, zwiſchen dem tutti des Erſtern, und zwiſchen dem wiederhohlten ſolo
duetto , oder trio, Degandern, dem Ohre jederzeit was neues zuthun gab. infumma;
Die gantze Aria iſt Metamorphofiret , und muß nothwendig ihren vorigen Etfect verlichs
ren. Will manchen dieſe Probe ſchwehr und ungelegen fallen ; fü probire er es auff
folgende leichtere Arth: Erlaffe nehmlich eine piece , ein Rittornello, eine Arie &c. mit.
einer oder 2. Flutesdouces, inunifono oder ä2, fielen, ( man mag dabey die uͤbrigen
Stimmen nad) Proportion accompagniren): ſo wird’ er gleich) bemercfen , wie wenig
. Efe&diefe unvolllommene Harmonie in pleno auditorio machet: Er laße hernach eben
diefe Piece mit einen faubern piano vieler GSeiten-Infirumente inunifono accompagi:is
ren, fo wird ſolches die vorige geringe Flöten Harmonie augenblicklich dergeftalt retevie
ren , daß es nicht mehr Violinen, fondernein ganser Chor Fiören ſcheinen, undeinen
sans andern Effeäihervorbringen wird. Man koͤnte hier weitläufftige Exempel geben,
Cinfonderheit auch mas den unifonum bielerverwechfelten Inftrumente betrifft ): allein
es flreffet fehon aus obigen, daß überhaupt der Unifonus, wenn er debito modo & loco
recht gebzauchet wird, etwas ſchoͤnes und effektives in fich habe , wofern man nur feis
nen abulum daraus machen, und die aange MuGe in umſono pradu renwil. Ich ge
ſtehe, Da ich Öffters meine fpecutationes phyficas überdiefe, und viele andere dergleis
chen fehlecht ausfehende Ex; erimenta Pracuca gehabt » welche fich endlich noch hin und
wieder deduciren liefen , wofern esbujustocirwäre, Dergleihen Dingea ber kommen
* Denen puris putis Theoreticis eben fo frembde por, alsdenen thüringifchen Bauren die
ChinehfheSprahe Denn fie fennd meiſtentheils(nicht alle) fein Mafliv fabrieizet,
daß, was ſie nicht auff dem Pappiere mit 5, Sinaern betaften und beareiffen koͤnnen, das
erreichen ſie auch nicht mit ihren Verſtande. Bißweilen wollen ſie dergleichen vermein⸗
te Bagatelien imitiren; aber wenn es zur Production Fombt-,. fowillesnicht Eiingen,
undman weiß nicht, wo.es ihm fißet. Das heiſt denn nach dein befandten axiomate‘ ; duo
cum faciuntidem, noneltidem, Ä |
2 (2) 8 |
man fie nur ein wenlg nach ihren Worten und Umfänden / oder ſage ich nach
denen Locis Topicis betraqhten will Uber haupt koͤnte man erſtlich auff die
Tencreſſe des Affectes fallen, und da mochle ſich unter andern in einer Si-
ciliana , (welche Arth der Compofition gern etwas Jangviflanuig bey ſich
Be folgende Invention Age |
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— wir zu ee seh färdten/f fönten wir vor
allen betrachten: Die ſeufftzende Liebe; und hierauff moͤchte folgende In-
vention alludiren:
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Drittens eönte man Occafione des Textes,den feine Geliebte aͤngſtlich
füchenden Aminta, in einenbizarren / mit (yncopationibus und femitos -
niis angefülleten Themate vorzufteflen fi& bemühen. Hier würde ſich
| Belegenheit zur expreſſion zeigen/ und möchte folgendes zum E-
xempel dienen:
(67) 38
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mm , > mann — — — m um REGEN ET ——
EI RER V rn eg 1 en a Du I Ag EEE BETTEN Erz !!
EN
urn TERZERN rege ——
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DVurdtens ER — ung den Effectum oder das Confegvens des St
ens vorſtellen / und glauben /daß Aminta nunmebro feine Bellebre gefuns
den babe/da dern die Fantafie Gelegenheit nimmerfpielende —
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—
Endt ch erſol get der andere effectus, nehmlich die Gegen⸗ orrefpondenz
feiner Geliebten / und alſo fönte man 2.2. in einem duert zweyer wohlchoi-
firten / Infrumente durch Rete Abwechſelung angenehmer Con⸗und Diflo»
nanien / vorzuſtellen fuchen: Die in Gegentiebe gleihfam fFreitende jedoch
ſich jederzeit wieder vereinigende Gemuͤther zweyer ——— Hier
mag es ſolgendes — ehn.
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2,Flutes Traterlen
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Be f£ che fo - fpira lamiak.
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Diefes wären nun Inventiones genug vor das Da Capo diefer Aria,
und alfo Fönte man denandern Theil derſelben / occalione der folgenden ſcho⸗
nen Worte gar wohl / wie oͤffters gebräuchlich / mit einer gang neuen Inven-
tion anfangen. Allein gefegt / «8 hätten ung obige Inventiones bey dem Da
Capo nicht fo gleich zuflichfen wollen; oder es fände unfere Fantafie im andern
Theile der Aria mehr expreflive, und ung anftändigere Ideen; fofan man.
bier auf gleiche Art/wie oben gezeiget / die lnvention der gangen Aria gar wohl
aus dem andern Theile derſelben nehmen; und da möchte ung fonderlich Die
Farfalecta zu alerhand badinanten Ideen Gelegenheit geben, 3.6.
Flauti unis,
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Violini fempre piano,
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Cembalo col Violoncello.
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In dieſer Aria gibt es nichts gekuͤnſteltes von Noten, ſie kan aber vielleicht bey voͤlliger
Hlaboration, an Gout, Brillant und Accompagnement fo ausgefünftelt werden, daß
fie in publico nothwendig vollfommenen Efe& thun muß. Üübrigens gehet fie zwar
ausdem Dis, die Invention aber muß deswegen nichts pathetifches , ernſthafftes oder
klagendes in ficy haben, und werden fo wohl Brillante Concerte, alg in gewiſſen Fällen
die allermunterften Arien mit dem gröften Effect, in Diefen ſchoͤnen Tone gefeset. Indeß
erheilet aus allen bißherigen , occafıone der Loc. Top. gegebenen Exempelubdeutlid), Daß
man einerley Worte und Afca in unterfchiedenen ‚und nach der alten Lehre einander
gang contrairen ronen gar wohl exprim ren fan: dahero lauter Tand iſt, was von denen
alten de By modorum gefehrieben Sg nachgefchrieben worden, als ob ar
Modus
8084)
Endlich koͤnten wir od rationeloci & temporis ; den Im Schatten
herum irrenden Aminta betrachten. Die Expreſſiou der dunckeln Schat⸗
ten kan unſerer Fantaſie zu mancherley Einfaͤllen Gelegenheit geben. Hier
mag es folgende ſeyn.
—
Violini e Violette unis, BR Sordini.
[4
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Modusluftig, der. andere traurig, der zte devot, hersifih, Friegerifch 2c. ſeyn ſolle. Ja,
wenn auch dieſe proprietates Imaginari= an ſich ſelbſt ihre Richtigkeit haͤtten, ſo wuͤr⸗
den doch ſelbige bey dem geringſten Unterſcheid Der gebräuchlidjen Temperaturen ‚( (wo⸗
rinnen die Lnttrument- Stimmer niemahls accurat eintreffen.) noch mehr aber bey Ders
Anderung des: Chor⸗Cammer⸗und Franzoͤſiſchen, item des extravaganten Venetiani-
hen ronsalle Augenblick Schiffbrud) leiden, Meines Erachtens habendie alten in
Erforſchung der Eigenſchafften ihrer Modorum eben die Fehler begangen / die wir noch
heute zu Tage nicht ſelten in Tudicirung einer Muſicaliſchen Piece begehen, Denn
wenn wir z. e aus dieſen oder An rone ( wozu etwan ein guter ange am ya
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7 Den : > a me Sin — — nn —— —— ——
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ſten zu incliniren pfleget) eine oder mehr ſchoͤne tendre, plaintive oder ernſthaffte Arten
finden , fo Ichreiben wir den guten Effe&t der Aria, lieber dem Tone felbft ‚nichtaber dem
guten FinfalledesComponiften zur, und machen fo gleich eine proprietatem modi ars
aus ‚als folten in dieſen Tone nicht twohl contraire Worte und Affeden koͤnnen
exprimiret werden; welches aber ärger, als falſch iſt, und mit 1000. fehönen Exemplis
in contrarium, faneriviefen werden. - Denn en genera! mag man wohl fagen, daß ein
Ton zu Exprimirungder Affe&ten gefchicfter ſey, als der andere ; wie uns denn bey heutis
-gen guten remperaturen,(vonalten Orgel-Wercken reden wirnicht) Die mie X undb.
. Doppelt und 3fach bezeichneten Tone ‚ vornehmlich im Theatralifchen Stylo alsdie ſchoͤn⸗
ſten, und exprefliveften vorfommen , dahero ich zu Erfindung eines ungeſchmackten
pur⸗diatoniſchen Clavieres nicht einmahl rathen wolte wenn es auch Pracucabel wäre:
allein Daß man ſpecialiter dieſem oder jenem rone den Affe der Liebe, der Traurigkeit,
der Freude 2c.zu eignen will, das gehet nicht gut; Wolte man hier einwenden, es wären
janatürlicher ABeife die Tone dX a X , bdur, zu furieufen Sachen viel gefchickter ‚als
etwan das zur Öelaffenheitinclinirende a moll, e moll, und dergleichen: jo erweiſet Doc)
dieſes, menn es gleichan dein wäre , noch lange nicht die proprietates Modorum, und
kommet hierinnen ebenfals auffdie Inelination des Coroponiſten an, weil wir bon be⸗
rühmten Pra&tieis auch in dX ,» aX »b dur &c, Die allertraurigften und tendreften 5 in -
A moll,emoll,c moll , und dergleichen Tonen aber, Die aller ſtaͤrckſten, und briliante-
ſten Sachen hoͤren. Es bleibet alfo dabey, daß alle und jede Tone oder Modi Mufici ohne
Diftin&ion; zu Exprimirung allerhand ein ander entgegen gefeßten Artedten geſchickt
feynd; die@rweblungderfelbe aber,dependirer hauptfächlich von aleplirfachen:Cı)mwie
oben gedacht, vonder puren Inclination , oder phyfice zu reden , von Dem Temperae
ment des Componiften, da der eine entweder uͤberhaupt, oder nurbep Expreffion eines
und des andern Affedies mehr zu dieſem, Der andere mehr zu jenem Modo Beliebung traͤ⸗
i get,
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get, und gleichſam gewiſſe Favorisen-Tone hat. (2.) Von dem unvermeidlichen Chan-
gement degjenigen Modi, worinnen maneben Diefen Albect der Freude ‚der Traurigs
keit ze. ſchon Öfftergexprimirer hat. Denn die Veränderung iftüberall Die Seele der Mu-
fic , und wer würde wohl abfurder Weiſe Katuisen, daß man z. e. in einer weitläufftigen
Theatralifchen oder andern Mufic einerley Affec allegeit in ipſisſimo Tono & Modo auffs
führen müffe, warumb ? weil ihm Die lieben Alten diefe Proprietzt zugefchrieben. (3.) Et
neceflarid ‚ von der Öelegenheit etlichen Inftrumente,, denen zu Gefallen man nicht felten
einen Ton gleichfam wieder Willen ergreiffen, und doch darinnen allerhand sontraire
Affecten exprimiren muß. (4.) und letztens dependiret aud) die Ertwehlung der Aodo-
rum nicht felten vondem Ambitu der Stimme eines Sängers, ober nehmlich viel oder
wenig Tone im Halſe habe, ob diefelben durchgehends æqual, oder wie viel man von
der höhe und tieffe feinee Stimmemenagirenmuß,. Die Pradicı finden hier garöffs
tere Cafus , da fie unmöglich alle Modos Muficos ohne gezwungene Künfteley anbringen
Fönnen ( welches gar leicht aus der Inzqualicät einee gemiffen Anzahl Tone mancher
Sänger zu erweifen wäre) fondern öffters mehr auffden Sänger, alsauffdie proprie-
tates Modorum denken müffen ; zumahlin folchen Ländern, too ſich alles auff das fin»
genappliciret, und manche übel pradeftinirte Creatupen Faum 3. 0der 4. gute Tone im
Halſe haben, nach welchen der Componifi feine Compofition martyrifiven muß , 0»
fern er dem Monfieur, oder Der Madame nicht incommod fallen will. Zwar pflegen
dergleichen particuliere Falle der Mufic keine Fundamental-Gefäge vorzu fehreiben: es
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erweiſen aber angefuͤhrte 4. Urſachen ſatſam, daß die Erwehlnng der Modorum Mu-
Gcorum theils von unfern freyen Willen und Neigung ‚ theils von erzwungenen Noth⸗
wendigkeiten dependiret; dahero und Die antique und ſich ſelbſt unzehlich mahl con-
trailic:pende Lehre: de proprieratibus Modorum Muficorum eo ſo wenig Nutzen
ſchaffet, als ungegruͤndet, und falſch ſie an ſich 9 if,
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Es ſolte hier leicht fallen / aus dem letzten Theil der Aria noch verſchiede⸗
ne gantz differente Arten von Invention zu ziehen; Allein es mag vor dis-
mahl genug ſeyn; wer alle bißherige Kxempla nicht obenhin anfiehet/der
wird mir gar leicht zugeſtehen / daß auff dieſe Arth ein exercirter Meiſter ſich
gar wohl obligiren koͤnte / eine jedwede Aria, und ſolghahr eine gantze Opera,
wenn eg eine Wette gelten fol /s/ 6/ und mehr mahl nad Gelegenheit des
Textes anders zu componiren/ ohne daB eine eingige Aria der vorigen
Compofition ingeringften ähnlich ſey: welches ein mehr ale zu ſtarcker Be⸗
weißtz iſt daB ung die Loci Topiei Die fhönfte Belegenbeit zur Invention ges
ben/und eben das inder Mufic nugen/ was fie in der Oratorie thun; es ift
auch par ratio da / man mag e8 uͤberlegen / wie man will. Denn mit eben
der Raifon, als man glauber/ übereine philofophifche oder oratoriſche the.
fin allein derMatur möglihe Argumenta indenen L, T. zu finden/miteben
der Raifon fan man auch allda Über einen vorgelegten Text oder Muficali-
ſche theſin ale inderMatur mögliche Gezers Inventionum & expreflionum
finden/und bin ich der gewiſſen Meinung/ daß oo. Compofiteurs über einer
ier Worte feine eingige Invention erdencken mögen/ deren Natur / Arch und
Weſen / (nicht die Inventionfelbft individualiter) man nicht in dieſen A
Dus
| ; - (HH) | |
“ bus gleichfam verbero finden koͤnne / wer fi die Muͤhe geben wolte/dergleihen
Texte nach allen LT. fundamental auszuarbeiten. Es lieſſe ſich in dieſer
willkuͤhrlichen Materie weiter argumentiren / wofern wir uns nicht allberelt
von unfern Haupt · propos zu weit entfernet ſahen. Genug aber / daß durch
bißherige nutzbahre Digresfiones gleichſam per inſtantiam erwieſen worden /
wie vielegute / und ſchoͤne Materien man in der Mufic annoch aus zuſtudiren
habe / und wie hohe Urſache man alſo finde/ die Zelt nicht mit unnützen pe-
dantiſchen Brillen zu verſchwenden / ſondern denen Liebhabern einen naͤhern
Weg zur Muſicaliſchen Wiſſenſchafft zu bahnen’ als ordinair geſchicht.
Ich beſinne mich / daß mehrmahlen gelehrte Virtuoſen mit mir einerley Mei⸗
nung geweſen / (wiewohl es auch die Critici ſelbſt nicht aͤugnen /) eg fen aller⸗
dings ein Muſicaliſches Reformations-Werckin der Compoſition und Mus
ſic u ber haupt fo nöthig / als nüglib. Und mich duͤncket / dieſe importante,
an ſich ſelbſt aber noch wohl uͤberwindliche / und vortreffliche nugsbahnre Mit
he wäre nicht ungeräumt / wenn ein geſchickter / und unpaſſionirter Com-
ponift fid über Die Compofition machte / die Spreu von dem Strobtrenne
te/ und mit Ausmuſterung aller Muficalifen Quackſalberey / Metaphyfi-
ſchen contemplationen/barbarifhenBenennungen/läderliden Fintbeiltunge
antiqven abgeihafften Regeln/und dergleihen unfrudtbahren Zeuge mehr /
Die nuͤtzbahren und ad veram praxin abgichlende Regeln allein erwehlete / fel«
bige in richtige undaccurate Ordnung brädte/und endlich dag yernduero ‚ich
meine eine wohlgegruͤndete / ordentliche und nutzbahre Methode erwehlete /
wie undauff was Arth bergleichen aueerlefene principia einem zur Mufic
naturaliſirten Subjecto leichte bey⸗ und ad praxin zu bringen wären, Auff
Diefe Arth würde die unſchuldige Compofition von aller Muſicaliſchen So-
phiſterey / prejudiciis, und ſonderlich von allem Koͤhler⸗Glauben gereiniget/
da man bi dato viele Regeln nur deswegen vor wahr und aur hätt/ weil fie
die alte Muficalifhe Chriſtliche Kirche vor wahr gehalten bat. Ja folchen falß
würdees manchem guten Ingenio fehr leicht fallen / entweder Die Mufic mit
denen ſtudiis gluͤcklich zu combiniren/ oder in jener deſto herrlichere profe&tus .
zu machen / zum täglichen Wachsthum der Muſie. Wir haben ober aefagt/
dasß vor allen Dingen eine richtige Methode beyher gefuͤhret werden muͤſſe /
ſonſt hat es wahrhafftig eben die eg als wenn ein Zimmerman
feinem
5 ( 90) 8 |
feinem Lehrling ale Stuͤcken / Breter / Balcken und was zu Derfertigung
eines Haußes gebörst / vorleget /und felbige verfertigenlernet / er zeiget ihm
aber nicht, wie er nun die Stuͤcke und das Daug zuſammen fegen / und wohl
ineinander ſchlieſſen folk; nicht wahr / daß Beſte mangelt dem Purſchen noch?
Ein unpaſſionirter Componiſt dencke nur ein wenig nach / ob nicht viele 100.
Compofitions Regeln gleichſam in folle und hochrohe / wie vor Zeiten die Le⸗
gesinCorpore Juris, da liegen/ welche meift unft uchtbahr gelsfen oder era
klaͤhret werden / und dahero ihnen nichts / oder fage ih / Das Beſte mangelt /
als dag fie gleich denen: vonantiqven Weſen (s) heut zu Tage aefäuberten-
przceptis der höbern Facultzten/ inrichtige Ordnung und Methoden derges
ſtalt gebracht werden / damit man in Erlernung oder Docirung der Compo-
ſition furg / nüslid) und Merhodice (oder qvod idem or dentlich) verfahe
ren fönne Was nun in der Compofition und Mufic überhaupt zu erman⸗
geln fcheinet / ſolches hat man Durch diefen Tractat wenigficns inder fonötbig
und nuͤtzlichen Wiſſenſchafft tegGeneral-Bafles zu fuppliren gefuht. Denn
weil man vornumehro vielen Jahren bey Damabliger Belegenbeit deutlich
erfenner/daß der meiſte Auffenthalt eines Lehrbegierigen in diefer Wiſſen⸗
ſchafft / nirgends anders wo/ alsinder confufen Anführung eines Maitre ſte⸗
fe: fo brachte man damahls zur UÜberlegung / ob es nicht möslich ſeb / einen
nähern Weg zur Erlangung der Soliden Wiſſenſchafft des General-Baſſes
zu finden: und endlich ſchiene mir der in dieſen Blaͤttern / ſonderlich in der er⸗
ſten Abtheilung dieſes Buches vor Incipienten geſchriebene Methodus u
; — nicht
(s) Bor Zeiten wurden die Leute baͤrthig, ehe fie nad) Schmidii Crammatica die Helffte
der Lateinifcehen Sprache erlernten: anißo findet man Knaben von 14. ı5. Fahren ,
welche ſie vollkommen reden. Vor dieſen brachte man biß in das 24te, 25te Kahrbloß
mit der Philofophie zu, ehe man zu hoͤhern Faculrzten ſchritte: heut zu Tage ziehen fie
inaoten Jahre gelehrter vonder Univerfität. Vor dieſen Raruirte man das Quingven-
nium zu Abfolvirung des Curfus Juridici , und am Ende deffelben wuſte man doch in
praxi noch feinem Bauer ein geftohlen Ey wieder abzu dıfputiren : heut zu Tage ift Das
Triennium zu Abfolvirung deg gantzen Curſus Philofophici& Juridici genug. „Woher
kommet diefegroffe Veränderung der Zeiten ? Antwort : von der Veränderung
der alten pedantifchen Methoden, da man heut zu Tage alle Sachen compendieufer,
kurtzer, und nervöfer zu cradtiven pfleget, worzu nothwendig eine gute Ordnung, oder ein
guter Methodus tratandi gehöret, Ot do docet omnia &c.
in 38(1) a |
nit undienlich. Man muß ſich alle gewoͤhnliche Schwuͤhrigkelten des Ge-
neral· Baſſes nicht abſchrecken lahen / ſondern nur glauben / daß gute Anflih⸗
rung undDrdnung zum wenigſten zwey Theile der ſauren Mühe aus machen.
Dahero bat manin diefen / vor itzo vermehrten Wercke diejenigen Regeln /
welche wenig Nutzẽ geben und zur Haupt⸗Sache nicht gehoͤren / mit Fleitz weg⸗
gelaſſen / die nugbahren Regeln allein auserleſen / und alles an gehörigen
Orthe ſo gleich ad praxin gebracht Das gantze Werd lehrer nad feinen 2. Ab⸗
tbeilungenden Baflum Continuum, fo wehlin Rirchen- als Theatraliſchen
Sachen. Andererfien Abtheilung hat man nad vorbergebender nüglichen
Theorie der MuficalifdenIntervallen/ aleimGeneral-Baffvorfommende
Säge und ſignaturen /nebftihren Beränderungen nusbahr zufammen ges
ſucht / ſolche in furge und deutliche Exempelbradt /und dabey gewieſen / wie
fie vermittelſt der gewönliden 3 Haupt-Accorde wohl in das Exercitium zu
bringen. Mach dleſen werden ale eingeln erlernte principia in ein General,
Exempel zufammen gefaffet / und durd alle gebräuchliche Tone durchgefuͤh⸗
ret /umbdenenScholaren zu zeigen / Daß ie wenig gegebenen Principia uͤber⸗
all unveränderlich bleiben / und man binführo weiter nichts neues / als die bey
jeden Tone vorgezelchneten X undb, zu gewohnen habe. Letzlich werden in ei⸗
nena parten Capite weitere Confilia gegeben / wie man ſich oder feine Scholas
ren taͤglich mehr perfe&tioniren möge. Der andere Theil tractiret den Ge-
neral-Baflohne Species, (z) wobey man /nad) der Naturdiefer Materie, ges
N | M2 wiſſ
() Als ich nunmehr vor 10. biß ı2. Jahren dieſen Tractat zum erſtenmahl dem Druck Ike
bergab , glaubte ich nicht ‚Daß von einem eingigen Autore etwas mweitläufftiges von dies
fer Materie an das Licht gegeben worden, und alſo wagete ich es deſto eher , weil ich jes
Derzeit mehrein Freund von eigener Bemuͤhung, alsabgeborgten Sachen anderer Aus
corum geweſen. Jedoch weil es in dieſer neu-fiheinender Materie Dinge giebet, wels
chen man eher, als dem revelato verbo divinocontradicigenfan : fo geftehe , dag mir
nah gemeiner Arthzureden, eineheimliche Freude indie Achfelgefahren , ale mir die
legten Fahre in Stalien von ohngefehrein TraQätgen von dem braven,und dafelbft
durchgehendsrenomirten Gafpariniin die Hände gerathen, worinnen fihdiefer Man
gleichfalß unterftanden, vom GeneralsBals ohne Speeiesneue, und weitläufftige Regeln
zu geben. Der Tractat iſt in 410, ohngefehr 15. Bogen ſtarck und fuͤhret den Titul :
Armonico prattico alcembalo, Di Franceſco Gaſparini Lucchefe, In Venetia
| MD,
(92) |
wiſſe und furge principiaeruirgt/ felbige mit vlelen Exempeln erläutert/und
endlich einem Lehrbeglerigen ein unddie andere Kunfigriffe zu fernern Mag⸗
dencken andie Hand gegeben / welchts alles bey durchleſung der Blätter Deuts
licher erhellen wird. Genug daß nichts ohne Grund und Erfahrung geſchrie⸗
ben / und auffallen Blättern dieſes Buches alle moͤgliche Ordnung und Vor⸗
theile geſuchet worden, Fu uͤbrigen kan dis Wercktheils denenjenigen dienen /
welche andere nad ſolcher Methode zu inſtruiren gedencken: theils aber / und
am meiſten iſt es vor die Incipienten ſelbſt nutzbahr geſchrieben. Denn die⸗
fe koͤnnen / wofern ſie nur etwas weniges in der Kunft profitiret / ſich ſelbſt in
denen vorgeſchrlebenem Exempeln exerciren / und umſehen / wie weit fie
von Ihrem Maitreangeführet worden. Sie koͤnnen Die vorgeſchriebenen Res
geln anmercken / und ſich nad und nach indenen Fundamentis ſelbſt nachhelf⸗
fen / biß fie endlich capabel werden / die andere Abtheilung dieſes Werckes
mit Nutzen weiter zu leſen. Gleich wie nun der erſte Theil nur vor Anfänger /
der andere hingegen vor erwachſene / und allbereit geübte geſchrieben worden:
alſo bat man In dieſen letztern die Methode und Schreibarth gaͤntzlich Andern/
und bloß arbitrar & discurfivegehen wollen / welches fo wohl die Materie, als
der Entzweck nicht anders leiden moͤgen und wird ein Verſtaͤndiger hiervon
allenthalben die Raifon zu finden wiſſen. |
Zulegt
M.DCC, VI, appreſſo Antonio Bortoli. Der Autor gehet fundamental , und
giebet viel Regeln , welche mehr einen foliden Componiften, als General- Bafliften,
(der den ſchon componirten General-Bafs nur executiren foll ) zu wiſſen noͤthig find.
Jedoch es find gewöhnliche principia Compofitionis ; und heißst alfo hier: Superflua
non nocent. Außer diefen hat Der Autor etliche gute Sachen ‚deren ich unten zu ſei⸗
nem Ruhm (oecia ůcer gedencken werde. Und ob wir gleich beyde einerley Entzweck ges
fuͤhret, ſo treffen wir Doch in keinem eintzigen Stuͤcke, weder quoad principia, noch qvo-
ad Meihodum zuſammen, außer in 2. gar natürlichen General-Inventis , welche mich,
(wie ich unten angeben werde )bey erſter Anſicht meiner vermeinten eigenen Gedancken
bald ontus gernachet hätten, biß ich endlich au hierinnen einen mercklichen Unterſchied
gefpühret. Wer beyde Tradtate überhaupt gegen ein ander halten will, der thut mir
einen Gefallen. Indes hat auch diefer Autor alle vondem General-Bafs ohne fpecies
egebene precepta bald regulas » oder Kegole, bald oflervarioni , bald avertimenti ,
9 N er
und dergleichen getauffet, welches. meine von der unterfhiedenen Naturder Mat,
oben
‘ Be. — EEE DE —
| (3) |
Zuletzt aber muß ih mir bey dem geneigten Leſer noch dieſes aushitten /
daß er mein obiges von der Mufic überhaupt gefaͤlletes Raiſonnement nicht
wieder meine Intention auslegen wolle. Ein jedweder wird wiſſen / was er
vor tüchtige Raifons hat /diefes oder etwas anders zu glauben, Solte er aber
ja in einigen Bücfen anderer Meynung ſeyn / fo ſtehet hm freu /ober will feine
Gelehrſamkeit vorſich alleine Bebalten/undandere gar unangetaftetlaffenzeder.
ob er feine Rationesnad Arthvernüfftiger difputatorum modefte & debis
to modo zu marckte bringen will/ auff welden fall man ibm auf aleiche
Arthantworten wird. Buffer diefen würdees einem dichonetre Welt gar
wohl ver zeihen wenn man gezwungen / das par parireterre zu exerciren/
und feine Contra Ledtionesgleihfalf an den Diana zu bringen fuchte. Es läfe
ſet ſich altes in der Welt ditputiren / wenn man der Sache ein Pfoͤckgen am
dreben will / undid balte dieſes fo gar vor Feine Kunſt sor Leuthe / die in ihrer
Profefliongefegt/ und dabey Talent zu ſchreiben haben ; wie wohl dergleichen
Dingenur Unwiſſenden und Holbgelebrten in die Augen leuchten Berſſaͤn⸗
dige aber wiffendennod die Wahrbelt mitten durch den Flohr der Verduncke⸗
lung zuerfennen. Indeß bin ich gemiß ben der heutigen Muficalif&en Welt
nicht der eintzige / welcher dergleichen Gedancken von der Muficheget: Findet
alſo jemand in dieſen Blaͤttern etwas nad ſeinen guſto, ſo iſt es mir lieb wo
nicht; ſo mache er ih ſelbſi etwas beſſers. gehen *
se ne er
obenangeführte Meinung befräfftiget ; Und was waͤre endlich daran gelegen gewefen,
wenn erfie auch nach denen Gradibus ihres Merthes, bald calus ut plurimum , bald ca-
tus utrarö &c. (wie fieesinder That feund ) geranffer hätte, die Sache würde deshal⸗
ben anihren Gewichte überhaupt nichts gewonnen ‚und nichts verlohren haben. Außer
Diefen noch lebenden berühmten Autore giebet esunterfchiedene deutfche und franzöfifche
Autores , welche vorlaͤngſt die prima rudimentahujusartis zulegen geſuchet. St, Lam-
berts Tractat trifft in etlichen befondern Regeln und ExempeInrichtig mit dem Gafparini
‚ein. Vor allen aber follein Franzoß Mr. Boivin etwas tweitläufftigesvondiefer Materie
gefehrieben haben, wovon mir zwar nichts zu Sefichte kommen: indeßgefälltmir, daß
es nunmehro unter zen Nationen Autores giebet, welche von dDiefer Materie etwas weit⸗
läufftiges zu fchreiben , und Regeln vom Generai-Bats ohne fpecies zugeben, unenimi-
ter vor guf, fundamental ‚ und nutzbahr gehalten , ungeachtet fie zweiffels ohne, alle
obie&tiones, die man wieder dieſe Materie machen Fönte, vorhergeſehen. Das uͤbri⸗
ge will man vor dismahl mit Fleiß uͤbergehen. |
or 8 ( 94) 8 |
ben bey ihren erſten Wachsthum /zu allen Reiten / undin allen Wiſſenſchaff⸗
ten gewaltige contragietiones gefunden / biß endlich die Zeit ſelbſt alle obftas
cula, ich meyne den Neid / die Ambition, dielgnoranz, unddie veralteten pr:
judicia Autoriratis übern Hauffen geworffen. So iſt es in vorigen feculis
ergangen / ſo wird es auch in Fünfftigenergeben. Was uns in unſern ſeculo
noch paradox vorkoͤmmet / das wird vielleicht in Fünfftigen Zeiten als eine un⸗
veraͤnderliche Wahrheit verehret werden. Und mit was vor Grunde wolte
man mir endlich wlederſprechen / wenn ich glaubte / es koͤnte noch wohl in Mu⸗
ſicis eben ſo ein Unterſcheid der Zeit vorfallen / gleichwie man in denen ſtudiis
erlebet denn vor dieſen thate man diejenigen heilig in Bann / welche glaubten /
daß es Antipodes gebe / und daß die Welt rund ſey: heut zu Tage glau⸗
bet es faſt jedweder Bauer. Cum Deo & Die von ein und
— den andern Materien ein mehrers.
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denen Principiis des General-Bafles.
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vo Muficalifchen Intervallen
und |
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deren Eintheilungen.
ET Dr allen Dingen fraget ſichs allhier / wer und wenn
NN. \; ji N s
FSU AL manden General-Bafs anzufangen undzu externen tuͤch⸗
VIE) tigen? Antwort: Wernurden General-Bals, nicht aber
—— > b zugleich die Galanterie auffdem Claviere erlernen will / der
ucB v2 S bat niot noͤthi⸗ ſich nad öffterer Gewohnheit ein oder mehr
Jahre mit Erlernung vieler Sviten und Præludien auffhal⸗
ten zu laſſen; Denn dieſe fan er allenfalß min beßern Nutz nachhohlen / oder
© u | auch
| DE (U) Be
auch beyherfühhren. Die zum General-Bafsnöthige Application der Finger
ober / iſt keine Fntfhuldigung eineslangen Aufenthaltes / undgicher ſich bey
Tradtirungdes General-Bafltsvon ſich ſelbſt; Zumabl man heut zu Tage /
mie auff allen Inſtrumenten / alſo auch auffdem Claviere mehr auffdie des
qvemlichkeit und Difpofition der Hände / (welche doch bey allen nicht gleich iſt /)
als etwan auff ein paar gewöhnliche alt⸗fraͤnckiſche Regeln fiehet. (4)
.2. Es kan alſo derjenige bey guter Anfuͤhrung ſchon mit Mutz den Ge-
neral-Bafs zu erſernen anfangen / welcher außer der noͤthigen Erfäntniß der
Noten / auff ſeinem Clavier die 7. Muſicaliſche Claves / und 5. Semitonia,
die gewoͤhnlichen viere / theils geſtrichene theils ungeſtrichene odtaven / und
hiernechſt die in denen Muſcaliſchen Stimmen vorkommende Claves ſigna⸗
tas, oder Muſicaliſche Schluſſel wohl zu unter ſcheiden weiß. Ohne uns nun
mit dergleichen primis rudimentis auffzubalten / welche entweder denen In-
cipienren fhon bekañt / oder doch überall fönnen auffgelefen werden / fo ſchrei⸗
ten wir viel lieber zur Sache ſelbſt. | n |
9. 3. Der General Bafsiffeine ausder Compofition entlehnte Wiſſen⸗
fhafft / vermittelt welcher man nad gewiſſen Regeln zu der einzigen vorge-
legten Bals-Stimme eine völlige Harmonie dergeitalt erfiudet / daß fie mit
der dazu gefegten Vocal-und Inftrumental-Mufic genau uͤbereinſtimmet.
. 4. Zu Erfindung dieſer Harmonie geböret vor allen Dingen eine ges
naue Erfentnißder Muſicaliſchen Intervallen / welde beißen: Secunda,Ter-
tia, Qvarta,Qvinta,Sexta, Septima, Octava und Nona. (2)
nn — — ⸗ ——— —— —
(a) Die beſte General-Regel fo man hierinnen geben möchte, waͤre wohl dieſe, daß man
Die untergebenen lieber gleich Anfangs zur Application aller 5. Finger derrechten Hand,
“als nad) der. alten Arthmit 4 Fingern zu fpielen „gerwöhne. Denn die volle Appiica-
tion præpariret nichtallein die Hände bey Zeiten zu einem 6.bi5 8. ſtimmigen Accom-
pagnement des General- Baſſes; Sondern esift auch natuͤrlicher Weiſe die Etens
dües,( Ausfpannung) aller s. Finger zu Tractirung ſchwehrer Hand - Sachen viel ge
fehicfter, Und hierinnen diftinpuiren fih die Deutſchen vielmahls von gemiffenandern
Nationen; Wovon man befondere Remargqven angeben Bönte |
() Die Nona iſt zwar, erafse zu reden ‚nichtsandersalseine erhoͤhete, oder in die Oaa-
vam trausponiffe 2da, teil fie aber ſo wohl ihrer Relolution in Confonantiam , ale
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da. za. ara. 5. ta, 7ma 8vVa. '9na,
9.5. Diefe intervalla nach der Ordnung und nach ihren verſchiedenen
Speciebus zu betrachten / folftdie2dadreyerley: Major. minor, und Super-
flua. 2da minor beftchet aus einem balben Toone von unterfiedenen Gra-
du(oda nehmlich die legterenore zugleid ihren natürlihenSig derLinee,oder
des Spatii verändert; Und folder geſtalt wird fie Semitonium Majus gerene
net / zum Unterſcheide des Semitonii Minoris , welches von den Unifono
nur durch X.b. und. unterfdieden wird. 3.0. =
trat en oo
Een — — — eier
mungen — — we un —
—
Unifon, Semitonia minora,
Sa — ln —
— — El. 7 2 RD9- — a ORG.
. Femme engno- Dr m a >
—— nn
Semitoniamajora, (d) oder Secund=minores.
— ꝰ — — —— — — — ng en
ibren Accompagnement nach, (wie unten c. 3. hujusfed, erhellen wird ) gans und gar
von der 2da unterfchieden ift ; fo wird fie billig in praxi vor ein befonderes intervallum ges
rechnet, und jedwedes non Diefen beyden Intervallisim General-Bals nach feiner Natur
bezeichnet, nehmlidy die fecunda mit 2. Die Nona mit 9. Hingegen hat man die Ber
zeichnungen größerer Intervalien mit denen Numeris 10, 11. 12. &c, nicht nöthig. Denn
die Decima iſt nichts anders, als eine ‚indenen höhern Sven wiederhohlte 32 Die Unde-
cima eine wiederhohlte oder erhöhete ata, Die. duodecima eine erhöhete sta ‚ und fo fort.
(«) Ein Gradus wird eigentlich ein anfchlagender Tongenennet, welcher przcisc in dag
nechſtgelegene Intervallum der Linee oder deg Spatüi fortfchreitet , es gefihehe nun umb
einen halben oder gantzen Ton, oderauffshöchfte umb eine dam ſuperfſuam: Diefes
ſeynd die 3. fpecies Gradus ‚ weiter kan ſich derſelbe nicht erſtrecken. Dan zehlet aber
die Gradus ab ‚nachder Anzahl der fortfchreitenden Tone ‚ den anfangenden mitgezchs
let. Folgbar hateine 2da zwey Gradus, eine Tertia drey, eine sta fünff Gradus ; und
ſo weiter. ee | Cd) Die
| SE (98) 38 | 5
9.6, Die 2da Major beſtehet aus einem gangen Tone , well fie den
nechſtgelegenen Chromatifden Clavem oder halben Ton Ce) jederzeit übers
fpringer / weswegen fie auch ka] s2oxy. tin Ton genennet wird. | |
Br DOT ee 1 Sal
— Ip hate an Em a
Toni ‚oder Secundæ najores.
9. 7. Die ꝛda Superflua hat einen halben Ton mehr / algeine vollkom⸗
mene 2da natuͤrlich haben ſoll. Denn weil ſte in einem einzigen Gradu zwey
Chromatiſche Claves auff einmahl uͤberſpringet, ſo entßehet dahero ein unge
ſchickter Gang / welcher in einer einzeln Stimme nicht fo offt / oder —
3 (4 hi
ES ———— — — —
— — — — — — — — — N m m — — — — —
erweist
Kun on o
(d) Die Solmilation ſtatuiret nurein einziges ‘emitonium Majus in der gangen Mufic »
welches das berühmte Mi Fa ift. Weil ſich aber Diefes Mi Fa in jedweder Odtava zwey⸗
; mahlbefindet , fohaben andere Autores Dahero Gelegenheit genommen, zwey Semi-
74 tonia Majorainder Mufic zu ftatuiren. Transponitet man aber Diefagufisciibehee Mi
xFa durch alle pecies ORavarum oderdurd) ale Modos MußGicos , fp kommen endlich eis
ne menge Semitonia Majora heraus, Die doch alle weſentlich voneinander unterſchie⸗
denfeynd. Man difpurire alfo fü lange man will uͤber die Quæſtion: tie viel Semito-
nia majorainder Mufic befindlih ? So darff man nur die Sache nach ihren unterfihies
denen Wort- Derftande betrachten, wofern jediwede Partie ihre Meinung falviren till,
obvedafß man nöthighabe , weder den Zarlinum noch andere Autores hierüber zum
Richter zu beftellen, Denn ein Autor redet von denn 6. Sylbichten, oderins. Tonen
beftehenden Ut re mi fa fol ia, marinnen dag Mi ta nur einmahl befindlich: Der andere
zedet vonder volllommenen ,odering. Ionen beftehenden Odtava , worinnen Das Mi
fa zweymahl befindlich: Derdritte redet von allen transponirten Speciebus Odtavas
rum , oder von denen Modis Muficis worinnen dag Mi fa vielfältigmabpl zu finden ;
Haben mir aber nicht alle Dreye recht, wenn wir die Sache beym Kichtebefehen 7 Dder
wollen wir etwan auch hier auff einen leeren Wortſtreit des Woͤrtgens: nennen / ver⸗
fallen, ob nehmlich die crans ponitten Mı Fa, auch ehrliche Semitonia Majora zu nennen
feynd ? Ludimus in verbis,
(e) Unfere gantze heutige Mufic beftehet in 12. Chromatifchen Clavibus , oder in ı2. *
ben
RE Tin sen gm — — —
I nn an
‚#
DE(H) 8 |
* gebrauchet / in zwey und mehr Stimmen aberöffters zuſammen ange⸗
ſchlagen wird. Von deren Natur und Weſen unten ein mehrers.
| Eu
er Ipkotamol IT yG bor——
E82 — — — F — Daran
— — — — — — — —
reed — — ———U——
2dæ. Superfluæ.
6.8. Die Tertia iſt zweherleh / Major und Minor, Dieſe aus
einem — und einen halben Tone’ f)| ſene aber auge. gantzen Tonen:
— Ele
Tertiz mineres, _Tertiz majores. |
6.9. Die 4ta iſt Dreyerley / —— oder Imperfecta, Perfecta und Ma-
jor oder Superflua, 4ta impertecta wird in wenigen Cafıbus zur Bafı der
—— angeſchlagen. Sie beſtehet aber in 2. halhen / und einem gantzen
one.e.g.
TE re — — a nd ray = atmen um a — ⸗ 59- — — —— En, EEE FREE Don EEE
—— —— — — men — ns — — re: !Cf- Denen —
— EB EN —— == == — ae a !
—— un &- —— =
—— KO — — — — — ren —E ea: Time
N: 9.10, Die
— a a a
me _ Oele Bm
en
ben Tonen, nehmlich: C. cis d.dis.c.Fıfis.g.gis,a.b,h, —— dieſe ein An⸗
faͤnger in ihrer Ordnung, ſo kan er den Unterſcheid und die Diſtanz aller gantzen und hal⸗
ben Tone gar leicht erkennen.
(f) Es giebet zwar noch eine Art einer, aus 2.halben Tonen beſtehenden — mino®
ris imperfedz ; Sie wird aber! niemahls in Ber, 5.
Harmonie zufammen angefchlagen , fondern nur — Ihe —
als ein Bang einer einzelen Stimme BEN
er €, 5 A a a — —
2 ( 100) 8
$.10. Die ata perfelta beiichet: aus 2. —— /und ug halben Tone,
ara cn aber aus 3. gantzen Tonen.
e-Ix9—I- — —— —
reelle ee — e
Qyvartz perfectæ. Qvartæ majores,
§u. Die gleichfalß dreyerley / Minor ar impertedta , Perfecta
und Superflua. staminor beſtehet in2.gangen und 2, halben Tonen, sta
pertedta aber in 3. gantzen / und genen halben Tone.
Deere —
® — — — — — — — re — ——
— — —— bo RO —f
eu 3 u an fee I rn De nn ———
SR m nen un ug nn
Qintæ winores. Qvintz perfect.
$. 12 sta Superflua wird felten / — nur zu en Expreffi ionibus
—— fir beſtehet aber aus 4. gantzen Tonen.
RT — — — _ N — — an — BED. ER Ah mn
ö— — — en ts — ee —— ——
O--— — XI nu mn tn a en (sm Grm A nn
—— ER en ..— — a ng — MER mn nn a gan uber —
2
— — — — m
$.13. Die Sta iſt wiederumb dreyerley: Minor, Major, und —————
6taminor beſtehet aus 3. gantzen / und 2. in Tonen ; Die Major aber aus
4. gangen und einen halben Tone, |
Am
ment — — ee Bei un — — un en —— mm — Fon — * ©-
rent — — RSHERN uEll — —— |
man 7 — ⸗— ——— — han men Te mamma Et tn — —
ER minores. | Sextz majores.
.14 Ya kommt felten vor/ fie beſtehetaber aus 5. gangen
Toben,e.0. 0,
%0- F *0.
— — tn —
— Tut — — — — — — *
TR — — nn te Sn mu nr ul m nn warm nur
— — — — — *
BE (10) 9
g 15 Die 7waiſt gleichfalß dreneriey: Minor, Major, und Minor defi-
ciens. Die erſtere beſtehet In a. gantzen / und 2. halben Fonen;Majorabtt i
5.gangen j undeinen halben Tone, #"
— — — minores,
$.16, ee minor deficiens beſtehet augz. sangen undz. halben
Tonen, |
b
— — — Tor An
.17. Di zvaiſt nichts / als ein transponitter Unifonus, und blelbet
allezen unveraͤnderlich Denn die gvadeficiens und ſuperflua, welche man
etwan auff das Pappier binmablen Fan / ſeynd pure Non.Entia ‚die fich we⸗
der in faltu einer einzeln Stimme/rod in Concentu einer völligen Harmonie
Ä — laſſen; und wenn die Alten ſonſt zu ſagen ————
Mi contra fa, “
— Eft DiabolusinMufica,
ſo koͤnte man mit Rechte ſagen:
Oda va deficiens & ſuperflua,
Sunt duo Diaboli in Muſica.
| Wer hlervon eine Probe nehmen wii / der erwehle fi, ſemitonia minora,
3. C. mitfeinerdabengeiegten Diæſi cis, ſchlage einen von Diefen beyden Cla-
vibus im Bafle ‚den andern im Soprano( & vice verfa ) an/ undgebe nad
Gefallen entweder dem c. oder cis. feinenotürlide Mitte-Stimmen der ze,
ste,ste,&c, So wird er bey Anſchlagung der völligen Accorde die Jöbliche
octavam dehcientem & ſuperfluam ba zur hören kriegen.
— 18. Die ——— nur ei Minor und Major, (g) Nona mi-
nor
a ( 102 ) 8% |
nor ſtehet nur ein Semitonium majus oder einen halben Ton über der octava
Nona major aber einengangen Ton. e.g. |
er bo 60 AEG, rn — ——— xD
SE ——- IT TE BT
— — m — — — — u m mn "SE Zr * — ——
Gau A : m Ga — ER — = zu ce
Nonz minores, Nonz=majores,
$.19, Allebefchriebene Intervalla fan man nadhibren Gradibus, und
der eigentlichen Zufammenfeung ihrer halben und gangen Tone aug
folgenden Schemate , alwo der einzige Clavis C, durchgehends zum Grunde
lisget / gar genauvoneinander unter ſcheiden:
Schemalntervallorum,
— —— — oo —
ö—— — — — ren nm m m un um ET — —
pe ——
Unifon, femit.min, femit.maj, Tonus.
—— — —⸗ — ———⸗) — — m nd en _ ten em,
— ee —
—— — ö— — — —— — men — — — m — — — —ñ— man — — —
—— Ia imperlect. ata perfed. 4tafuperfl. staimperfeft,
re Fe ee em
— — — —
— EEE 2. 2 N ET I 0 —⸗
— — — —— un - u “= — — — — —
Em mn — —— — — — — —— — — — nn —— — — — ⸗ — — — — un
sta perfelt. Sta fuperfi. 6tamin, 6tamaj,
(z) Nonam fuperfluam hat man nicht, weil fie natürlicher Weiſe nicht Fan in confonan-
tiam refolviret werden, Wohl aber hat man zdam fuperfluam , wie wir oben gefehen:
Welches wiederumb einen notablen Unterfcheid Diefer zwey Intervallen , nehmlich
der zde und Inz aus machet. | |
(10) 35
uhr 4 iii er 1m ment Bere
Ber 2 ERBE >: ee new SE
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öStafuperl, 7mamin.deficiens, 7mamin. |
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rm en mE en nu | —
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un md nn ed kam! az a se Dias A Dun, msn Be mens a na es u man an zn
zmamal BVas 3° QNanimor, 9na major.
$. 20. Zu mercken iſt / daß der mit ſchwartzen Noten bezeichnete ambitus
oder durchgang der Intervallen, zwar nach Gelegenheit der Modorum Muſi-
corum veraͤnderlich: es beſtehet aber dieſe Veraͤnderung nur in bloßer Ver⸗
wechſelung der zu iedweden intervallo gehörigen halben und gantzen Tone:
- Ein eingig Exempel machet die Sache klahr. Man fehe indemSchemate
den ambitum der 7mæ min, an/ (damit wir ein groffes Intervallum zum
Exempelfegen/) felbiger an zwar zufälliger Weife auff folgende und nod
mehrere Arthen veraͤndert und perfeget werden: Ä u
” bp b | b —
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Eee ae — ae — — —
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Allein alle dieſe Deranderungen des ambitus beflehen In nicht mehr und nicht
weniger / alsin 4. gansen und 2. halben Tonen, ie oben von der7ma min,
erfordert worden; alfomagmandie Ordnung derfelben verfegen / wie man
will / fobleiber das oben $,15.angeaebene Kennzeichen einer zmz& min, richtig.
Und ſo gehet es mit allen übrigen Intervallen, |
$. 21. Wir wollen aber bier gleifam in Parenthefi ein Haupt-Dubiun
moviren/ wildes von denen Anfängern biß nach Durchle ſung der folgenden
Capitel mag übergangen werden. Nehmlich wenn wir obiges Schema nad)
unſernia Chromatifiken Clavibusexaminiren / ſo finden ſich gewiffe Inter-
valla von gisichen Liekmenund-Di4me , welche doch oben vor gang von
| Caritus — ein
Bu _
ein ander unterfchiedene Intervalla angegeben und beſchrieben worden. E
kommen Darinnen 6. coniiderable Cafusvor. Denn
1. Machen in befagtenSchemate Bit 2. Chromatiſche Claves c- dis,
fo wohldie2.dam fuperfuam, als die Tertiam minsrem aus,
2, Beben allda c--e, fo wohl die Tertiam minorem, als die 4tam
imperfedtaman. |
3. Daben die gta Superflua, und sta imperfecta wiederumb die 2.
chromatifden Claves c--fis, zuibhtenäuferßen Tonen.
4 Heißen diesta Superflua, undsra.min, beydec-gis,
5, Die 6ta maj. und7min, deficiens nennen fich beyde c-a.und
6. Die Sta maj. ſuperflua und 7ma min, beiffen c-as Dizfis, und
c-b. welches in der That wiederumbeinerien Claves ſeynd.
Itzo fraget ſich worinnen denn alle diefe ingleicher diſtanz liegenden Inter«
valla ihrer Natur und Wefen nad) von einander unterfdieden feynd ?
9. 22. Uberhaupt koͤmmet freplich die Sache auff die Devanderung der
Modorum Muficoruman; den Special-Unterf&heid aber / bifagter gleich⸗
Be Intervallen zubemerden / fo beßcher felbiger vornehmlich in 3.
uͤcken:
(1) Ratione cauſæ efficientis, in der ungleichen Juſammenſetzung /
oder Ordnung der halben, und gangen Tone. Dennwir haben oben ges
böret/ daß (den erften Caſum anlangend ) die2da Superflua aus einen ein zi⸗
gen überflüßigen Tone von eingingradu, die za mim, aber aus einen gangen
und einem halben Tone beſtunde. Im andern Caſu beſtunde die za maj.in
2.gangen/ die gta Superflua aber in einen gantzen / und 2. halben Tonen,
Man ſchlage oben die. hbrigen 4. Calus nach / fo wird ſich eben dergleichen Uns
terſcheid finden, |
(2) Ratione formæ externæ & accidentalis, in der ungleichen An
zahl der Graduum. Dennin obigen Schemate zehlet man im erſten Catu,
bey der. ꝛda Superflua nur 2.gradus; beyder za min. aber deey. Im ans
dern Cafu findet man bey der 3a maj. 3, gradus, bey der 4ta imperf, viere»
Undfomirdenenübrigen.
(3.) Ratione
F |
Me — —
) Ratione form eflentialis, inder unferichiebenen Natur und
Tractament der Harmonie. Denn anlangend den erſten Caſum fo be;
häft die ada Superfl. die Narur der diflonirenden2de vonder fieden Na⸗
men fuͤhret, und hatnatürlich Die dtam ma). iumd Gram zum Accompagne-
ment: die zamin. hingegen bleiber bey ihren gewoͤhnlichen Tradtament eis
ner confonirenden (5) Lertie, und hat natürlich Die zte oder 6te zum Ac-
compagnement, Im andern Caſu behaͤlt Die 3a mar. wiederumihre confo-
nirende Natur , und gewöhnliches Accompagnement ;die 4tsimperfedta
aber, wird gemeiniglich vonder diffonirenden adaminore begleitet. Jın
dritten Cafu feynd zwar 4ta füpertl, und. zta min, beyde Diflonantien, und
— einander deſto mehr verwand zu ſeyn, weil Die 4ta lupertl. bey
erfehrungder Stimmen eine zta min. und Diefe bingegenauffebenfolche
Arth eine ra fuperfl. wird: nichts deſto weniger feynd fie von gantz unter⸗
fchtedener Natur, und Accompagnement; denn die feharff diffonirende
zta füpertl, fyncopiret im Fundamental-Clave, und führet nattırlich die
gleichfals diſſonirende 2de imAccompagnement; die stamin. hingenen
fyncopiretindenen Ober⸗Stim̃en und fuͤhret ſtatt der ade die confoniren:
de ze ben fich. Im aAten Caſu feynd Diestafuperfl, und ötamin. wiederum
von gantz unterfchiedenen Temperament. Denn die letztere behaͤlt die Natur
und dag gewöhnliche Accompagnement einer conſonirenden 6tæ, Die sta
fupertl. hingegen führer fich als eine feharffe Diflonang auff, und hatnicht
felten die me; zuweilen auchdie fyncopirendezdeben fih, Im 5. Cafıı
behalt die 6ta maj. wiederum die Natur einer confonirenden 6te, mit
ihren gewöhnlichen Accompagnement der ze. Die 7ma min, defic,
aber nimmt die vollige Natur der diflonirenden 7me an, und wird natuͤrl.
mit 3atı.5tamin.accompagniret, Im letzten Caſu wird die 6ta ſupertl. uns
geachtet ihrer Haͤrtigkeit, gleichfals als eine conſonirende 6te von der fie
den Namen führet,rradtiret. Die diflonirende 7ma maj. hingegen bleiberbey
| | pe | 9 Er ihrer
(h) Won Confonantien und Diflonantien befiche nechftfolgenden S 23. feqv. Vom Tra-
ctament und vollſtimmigen Accompagnement aber der Con-und Difionantien wird
in nechfifolgenden zwey Capiteln weitlaufftig gehandelt werden,
(i) We
8 105) Be |
ey fy en Natur und gewöhnlichen Accompagnement der 3e
A Ber... |
6. 23 Wir ſchließen unfere Parenthefin, und betrachten nunmehro
die Eintheilungen der Muficalifihen Intervallen, Sie werdenaber über:
haupt inconſonantien/ oder Wohlklingende, und Diffonantienoder Ubel⸗
klingende, abgetheilet. Die Confonantien ſeynd die z4574 622 und ga zu
welcher legten ſich auch der Vniſonus zehlet. Siewerden Wohlklingend,
genennet, weil fie bey Zuſammen⸗Anſchlagung beyder Tone des In-
tervalli dem Ohre nicht verdrießlich, fondern vielmehr angenehm fallen.
Die Diſſonantien ſeynd Die 2da 484 54 min, (k) 584 Superfl. ma und ona. Un⸗-
geachtet nun bey heutiger Muficdie Diffonantiendag Allerfchönfte ausınas
chen, ſo hat man fie dach Übelllingend getauffet ‚weit fie bey dem erſten
Anſchlage Das Ohr zubeleidigen ſcheinen, und dahero erfi durch gewiffe
Kunſt⸗Griffe zum Wohk-Klangemüfiengebracht,undre/o/viret werden.
Ä | | $. 24 Dies
Ci) Wer alles bißherige wohlinne hat, der Fan gar wohl die Natur, den Unterfcheid und
Das Accompagnement aller in der gansen Mufic vorfommenden Con-und Diflonantien
gründlich erkennen und practiciren lernen, ohne weder Die Solmifation ‚noch die alten 3.
Genera Mufices, ( von welchen unten ein mehres,) hierinnen zu Hülffe zu nehmen.
Wenn die Herrn Solmifatores unfer ehrlicheg a. b. c. fo wohl als wir zu pradieiren
wuͤſten, fo würden fiedavon eine guͤtigere Meinung faſſen. Kurs zu fagen: es heißer
in diefer Controvers, Confvetudo altera Natura; Wer fid) einmahlvon Jugend auf,an
Das ut, re,mi, fa, gewoͤhnet, der meiner, es ſtecke nothwendig das ganse Heil der Mufic
Darinnen. Indeß fehen roir heut zu Tage viel brave Virtuofen in Lebens⸗groͤſſe vor uns,
welche die Solmifation in geringften nicht verftehen, und uns gleichwohl die allerſchoͤn⸗
ſten Sachen vorfingen, vorfpielen, Vorcomponiren, und die regulirteften und ſchwehr⸗
ſten ThemataFünftliche Fugen, und Doppel Fugen, nach allen Regeln wohl ausführen:
wie wollen wir denn gleich wohl fü halßſtarrig feyn, und fagen, man koͤnne ohne die Sol-
mifation Fein vollfommener Maficus feyn? Und wenn mandenn gange Stunden mit
Denen .allereifrigiten Solmifatoribus pro umd contra difputiret, und alle vorgelegte Solmi-
ſations Problemata nad) dem Hochdeutfhen A. B. C. richtig folviret, fo laufft esdoch
wohl zulestauff den appendicem proprix Confeflionishinaus; quotdin verbis, fimus
taciles, modo &c.
ck) Wir zehlen hier die sta min. gleichfals unfer die Diffonantien, weil fie iederzeit
Ba. BE
tal-Clave in der andern, zten, ee Octave des Claviers anfchlas
a | 3.2. a Mn
Fe
C 107 )
Conſonantiæ. ie |
Paırer —— Rot re
KOe Ro een = |
ta,5ta min,sta fupfl, Ta.gN: ;
$. 24. Diefe Con. {md Diflonantien mag man nun zu dem Fundamen-
gen
neceſſario reſolviren, i. e. einen halben oder gantzen Ton unter ſich gehen muß, ( welches
wohl von niemanden Fan geläugnes werden, man müffe denn in gewiſſen Fällen die
refolutiones Thestrales, nicht kennen.) Dieſe refolutio indifpenkzbilis aber iſt wohl
Bas allerficherfte Kennzeichen einer wahren Dillonanz:: Dahero der gemeine Einwurff,
welchenman fonft auch der unfchuldigen 4te zu machen pfleget: Daß nemlich die sta
perfecta beyder ste fich gleichfals alseine Diflonanz auffuͤhre, und doch eine Confonanz
ſey; gar nichts darwider beweiſet. Denn mer zwinget doch die st. perfedt dazu, wenn
fie fich freywillig in die Sclaverey neben der Ste begiebet? fiekan ja vor fich alleine gez
gen den Bafl-Clavem. iederzeit ohne Feſſel, als eine Confonanz erfcheinen, und brauchet
fodenn Feiner refolution: Die gta min. hingegen darff fich fo wenig ohne darauf fol⸗
gende refolution gebrauchen laffen,als andere unftreitige Diflonantien der 2de, me,gne
&c. Wahriftes, daß fie nicht jederzeit muß prapariret werden, oder vorhero liegen;
allein das machet fie zu Feiner Confonanz, meil ſolches auch Der 4te und zme gemein iſt,
welche wie dech vor unftreitige Diffonantien halten. Ziehen wir ferner das Gehoͤre
dabey zu rathe, ſo wolteich es demjenigen eher verzeihen,toelcher bey Segeneinanderhals
tung und bedachtlicher Anhörung der 4tæ perfect. und stz. min, die erſtere vor eine Con-
fonanz, undim Gegentheil Die legtere vor eine Diffonanz hielte, als welcher umgekehrt
Die 4te vor eine Diflonanz fihelten, und die st?’ min. darneben zur Confonanz erheben
wolte: in meinen Ohren diflonirt die letztere allzeit mehr als die erftere. - Daß aber
Die sta min. in der Mufic auf angenehme Art Fan gebrauchet werden, folches wieders
fahret auch allen übrigen Diflonantien, und sben in dieſem Verftande pflegen wir zu
fagen, Daß die, Denen Alten fo hart vorgefommene Diflonantien bey unferer heutigen
Auſic, das fehönfteausmachen. Indeß iftnichtzu läugnen daß wir in praxi gleichwohl
ale auf einerley Art mit DemIntervallo der umgehen; dahero verliehret die edie
ee) i | AR Muſic
Cr)
ger, foyerändern fie (außerdem Unifono, welcher in die O&tave verändert
wird.) Ihre Nahmen nicht. Folgbahr Händen fleeiner svehöheraffo: (Z)
EAN — nm fi — «0 — — — — un — sam — —— ——— nt — 9 — —
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3a. Sta, 6ta. $va. 2da. 4ta. 5ta min. Sta fuperfl.7ma. gna.
a er u — lb oe Sf mag ——— zen ra BE nu un
d 2 — — — — —— — — — — — — — —
— — — — u —— — — —— ars i = le an Penn —
Cu u ne I- — = wat a" mn
$. 25. Die Conſonantien werden wiederum eingetheilet in Confonan-
tias perfectas oder Vollkommene, und imperfedtas oder Linvollfommene
Confonantien. - Die Perfect ſeynd die zte und gve welche man aus
zweyerley Urſachen Bolfommen nennen mag : Erfitich, weil Bu Der
| ei⸗
ee NE DELL. 00 2...2 an ner uam
Mauße weiter nichts dabey, man mag die unſchuldige s5 den bloſſen Nahmen nach,
(wenn man fiefonft en Maitre gu tradtiren weiß,) gleid} vor eine Confonanz, Diflonanz,
oder gar vor einen Hermaphroditen tauffen,mwofern diefer muthwillige Streit aufandere
rt nicht zu vergleichen ware. DeQuarta perfecta idem fit Judicium.
() Diejenigen, welche die Künfte gern mit vielen Terminis technicis uberhäuffen pfle⸗
gen die Con- u. diſſonantien einzutheilen ia funplicescompofitas, bis-compofitas,ter-com-
pofitas, quater-compofitas&c, Simplices nennen fie, wenn die Intervalla nicht eine Octa-
“ veüberfteigen; Compofitas, wenn fie nicht zwey Octaven uberfteigen; bis-compofitas,
wenn fienicht drey Odtaven überfteigen uf. f. Dergleihen Terminos technicos in Bis
ern hiftorice durchzuleſen, wenn man albereit in der Kunft gefest ift, und fich den
Kopff nicht mehr Damit verwirren darff, iſt endlich einen noch zu verzeihen, (wiewohl
dergleichen überflüßige Kunſt⸗Woͤrter noch ale Tage Schockweiſe Fünten erdacht
werden, wofern etwas daran gelegen ware: ) Wer aber bey Unverftändigen mit ſol⸗
cher vermennten Öelehrfamfeiten prablen, und nur damit fein fremde reden will, da
doch fonft nichts hinter ihm ift, (wie diejenigen thun, welche bey Leibe niemahls auf Latei⸗
niſch fagen: Tertiaminor, Major, Quarta, Quinta, Sexta &c. fondern fein At⸗Griechiſch:
Semi-Ditonus, Ditonus, Diatefleron, Diapente, Hexachordum &e.) Die machen es nas
turlich,wie Die Charlatans quf denen Jahrmaͤrckten, welche denen Bauren die vortreff⸗
liche Wurtzel Radix, ſo auf dem guldenen Berge Mons waͤchſet, vor eine uͤberirrdiſche
Raritaͤt verkaufen, EUUE RE OR
| EC 109)
Meinung der Alten die Anſchlagung einer einigen zte und gve das Ohr
auffeinmahlfo vergnuͤget, daß es niemahls zwey gven und zwey sten ejJus-
dem fpeciei nach einander zu hören verlange. (m) Zum andern weil dieſe
benden Confonantiz, (als Conſonantiæ) feiner Deränderung unterworſ⸗
fen; denn ſo bald man fiein Majores,oder Minores verändert, fo werden fie
Diffonanti, —
26. Die Conſonantiæ imperfectæ ſeynd die ze und 6te. Man kan
ſie ex oppoſito der vollklommenen conſonantien aus zweyerley Urſachen
unvollkommen nennen , erſtlich weil ſie das Ohr nicht auff einmahl fo ver⸗
gnuͤgen mögen, daß es deren nicht viele nach einander anhoͤren konnte; zum
andern, weil fie dee Veränderung unterworffen, und bald als Majores,
Minores und Supertluæ ihre Dienſte erweifen muͤſſen, ohne die Natur ei⸗
ner Conſonantz ige | /
$. 27. Alle Con- und Diffonantien werden wiederum eingefheifet in
Naturales,umdaccidentales. Naturales heiffen fie, wenn fich ihre Inter-
valla ſchon in dem natürlichen Ambitu deg vorgezeichneten Syftematis
befinden, fie mögen nun an ſich ſelbſt majores, minores, oder Super-
tluz ſeyn. eg. I 3 $.38,
(in) Dieß Raifon ift zwar bey dem sten Verboth hinlaͤnglich; Die Odtaven aber Fan
das Gehoͤre in gewiſſen Fallen gar wohl vertragen, wenn manfürit Damit umzugehen
weiß, und feinen abulum daraus machet. Atfothun fie, .. E. guten Effed, wenn die Sai⸗
ten-Infirumenta ein twohl-inventirfeg Bafl-Thema alPOttava mitfpielen, oder wenn in
. Stylo Theatralieine eintzelne Vocal-&Stimme, mit einem faubern Piano der Inftrumense,
all’Ottava alta begleitet wird, und was dergleichen Fälle mehr fennd, da dieſe gven, gleich)
dem befannten 8.und 4, Fuß auf der Orgel, als Uniloni, und nicht mehr, als Octaven
betrachtet werden, | | en
Ata ſuperfl. Sta perf. St
6.28. Accidentales heifjen fie,werm ihre Intervalla zufaͤlliger Weile
wieder Dem natürlichen Ambitum des vorgezeichneten Syftematis
Durch einX.b. oder kinCon-&Diflonantiasmajores.minores & Supertlu=
as verändert werden. Wir wollen hier Der Deutlichkeit halber dag vorige
Syftema modi behalten? ik
———
en — —— — 4— ⸗ «
E11)
ge See
en u nn nn S = or
gen nn U Vz u Br Sn are: ÜIRRTRRETE ne fe ne
3a min. Ata perfedt, gta fü perfl, sta perfect. ztamin, j zta ſupertl.
aa, Miet RE X Fe ae Hr et Fr innen,
ENT — 0720002
“ a N ee
— EEE mann FETen
$.29. Itzo fraget ſich endlich, auff was Arth man alle bißherige Inter-
valla, oder Eon-& Diffonantias naturales & accidentales indem init Zif
fern bezeichneten General-Bafle anzudeuten pflege? Antwort: Die Naru-
rales werden tiber denen Noten mit ſchlechten Ziffern angedeutet, als 2.3.45: -
6.7.8.9. uͤbrigens iſt nichts Daran gelegen, ob fie wege des vorgezeichneten
Syftematis modi, majores, minores oder Superflue werden. Folgbar
wuͤrden die in $.27.angegebene Con-& Diflonantix waturales alſo bezeich⸗
net ſtehen: $. 30.
—— —E 3
—— BEE
a rue u — =
— ae — — —
Se ef pe
"dan maj. "2damin. za maj. Zamin. Baia
C. dis. sc; dis,
te
———— —22—20——
— — — — —— — ET S
4tamaj. Sta = Pe min. en: Stan min, zmamaj,
a. is, u +D, 7m
—— —— nn
=
En a 773 ade a u ee
mn Ju un, FR
un u —
7 = min. 9na ma]. gmamin. min.
b. de b. =
6,3 0, Die Con- & Diffonantiz accidentales aber muͤſſen wegen Ders
— des Modi, ihre Ziffern auf beſondere Arth von denen Naturalibus
unterſcheiden. Und zwar wann ſie wieder das vorgezeichnete Syſtema
modi, majores oder dupertluæ ſeyn follen, fo wird Denen Ziffern orde atli⸗
cher Weife ein, (denClavem iederzeit umb einen halben Tonferhöhen:
des X entweder vor⸗oder nach gefenet,oder fiewerden auch mehrer Deut
ligkeit halber flatt dieſes dabey ſtehenden xg mit einen Strich durchſtrichen.
Alſo ſeynd folgende drey Arrhender Bezeichnung, von einerley Geltung:
X X Ka Wi Ks X X yolr, Semidonim mına$
2X 3K RK SH CK TR 9X
IRHksEand
$.31.Sol:
1
—
— cl)
6.31. Sollen aber die Accidentales wieder das vorgezeichnete
Syſtema modi, minores oder Deficientes werden, fü wird Denen Zifrern
ein, den clavem iederzeit um einSemitonium minus) erniedrigendes
b,moll,entweder vor⸗oder nach geſetzet; oder ſie werden aleichfald mehrer
Deutligkeit halber, mit diefanb moll durchzogen. Alſo ſeynd folgende
drey Artender Bezeichnung!, wiederum voneiner ley Oeltungk :
eh Be u
bb 5b Ss 6b 6 bb
BASS ir W
4.32. Das 3 wird denenBiffern gleichfalls bald ſtatt des erhoͤhen⸗
den X bald ſtatt des erniedrigenden b. mollis vor⸗ oder nach geſetzet,
oder es werden auch wiederum Die Ziffern mit eben Diefem 5 durchzogen.
Solgbar feynddie folgenden Bezeichnungen wieder voneinerley Geltung:
het be bs Ba hr Be.
ne,
4 Bau Hd ap
633, Den Unterſcheid aber genan zu bemercken wenn diefeg, pur
Diatonifche 3 den Clavem flatt des x erhöher, ‚oder ſtatt des b. mollis
erniedriget; fo ſtelle man ſich nur die 7. Diatoniſchen Claves vor, wie
ſolche auf denen Lineen natuͤrlich und ohne Bezeichnung eines x oder
b, mollis folgen: e.g. | —— |
(1) Insgemein werden Die 3amaj. und min, auch nur mit.einem eingeln X. h. und b
uber Der Note angedeutet... Sonſt aber muß man fich in Bezeichnung Der Zife
fern des General-Bafles, nad) Der Landes» Art richten; in welcher Abficht auch
in obigen 88. die ſowohl bey ung, als bey andern Nationen gebrauchliche Arten
P So
Bun)
So offt nun einer vom di fen; Clavibus durch ein, vorder Note eder vor
dem Syftemate modi, gezeichnete x erhoͤhet werden, fo erniedriget
ihn das Darauf folgende 5 wieder, und ſetzet ihn in feinen Diatonifigen
Clavemm wieder herunter. So offt ie einer von gedachten 7. Clavibus
durch ein,vor der Note, oder vor dem Syſtemate modi, gezeichnetes b.moll
erniedriget worden, fo erhoͤhet ihn das darauf folgende 4 wieder, und
fetzet ihn in feinen: Diatonifchen Clavem wieder hinauf. Man fan aus
folgenden Ereimpelden Unterfcheid der Erhöhung, und Erniedrigung:
— hſow Zu in a Ober⸗Stimme/ als denen daruͤber geſetzten Signa-
* — > ee
erniedr. | „= Dr Se
en 2 2
Es —
— — ——
—
erniedr. erhoͤhet. erniedr.
- * — Er
— — F un at, "u ‚zuge “fe Bine Ham vermag Tr nF Dun Bm mn nn BE mm een
— — 2 TI == — — —⸗ ⸗ —⸗t⸗i ge — — —
un u —— — PER nn mn m ie mn — are En — — — ——————— —
5 — — RE
$.34. Nun iſt wieder nichts daran BER alle bihherige, —
dasxb db. angegebene Con- & Diffonantiz Accidentales, von ohnge⸗
fehr Majores, Minores, Supertluæ oder Deficientes werden; weil es hier
wieder um von dem vorgezeichneten Syltemate modı dependiret. Folg⸗
bar wuͤrden Die in vorhergehenden $. 28. geſetzten Con «& Diſſonantiæ |
Accidentales i im ver m alfo en ſtehen: |
u — nen, Fin — zum ER — — — ——
2 Pr nn ur me — a un nn ne = tn —— mg mm Tr un ni en a £
— mm ——— ————————— — )w⸗)’—e— vn Dina — Io (mE 12 Gesmmng Dmm
— ER ä 1 an Des alle ED m mn an —— —— — — ——
— — — — Te ZT ——— mn made Ad
2damaj.2da min. 2da fuperfl. 3amaj. zamin.
HUB, ass 6 cis.
Er;
U Lt 12 Sau Oz Aral —
— b u 2 = =h —— —— —
ee m Br a en an an ee 9 fee nn DE ern m mm pen
———— — — — — ů— 9 m rn
ze perfect. 4tafupfl. sta perf. sta min. sta füpfl. 6ta maj.
as RE a ER er A
—— Ice um a la ne
"FR Le ee Pe u TE LEN EI SE
—— BERN RR a | re ng (ge fer
u ee are ae Ua Pe mean ——— ——— . — — Ne
6ta min. 6tafuperfl.zmamaj. ma min.7 ma min.defic.
as. cis. h, as. fis.
D 2 In
BC) 38
u er BE TIER rn. ara
m — — — — u Den > u
ae are =D
Snamaj. 9na min.
h. eis,
In diefen Erempeln fehen wir, daß die uber der erſten und zten Note
bier gleichguͤltige, oder beyde erhoͤhende Signaruren & und 4 zweyer⸗
ey Dinge angebeir, nemlich Die erſte deutet adam maj. an, die andere
aber 2dam Supertluam, warum ? ‘Die erſte Note (nemlichd) harte im
vorgezeichneten Syſte mate modi nur 2dam minor ; Dis, alſo kunte, die %
den clavem nicht mehr als um einen halben Ton erhohen, waraus 2da
maj.e.entffunde: hingegen hat die zte Note 4. die nstürlicheadam maj. c.
ſchon in ihrem vorgezeichneten Syſtewate modi, alſo muſte nothwendig
die erhoͤhende * noch um einen halben ee feßen woraug
2da Supertlua Cis, entſtunde. Man halte auf gleiche Art die SteNote
gegen die rote, und die ute gegen die 13te, ſo wird fich eben diefe raifon fin⸗
den. Das b.mollanlangend, ſo ſehen wirdie sste und 10te Note, beyde
mit der br bezeichnet, da fie doch tiber Der erffeen 772472 min, Über der ans
dern aber 7mam min. defc. angiebet, warum ? Die erfiere Note2, hatte
im vorgezeichneten Syftemate modi, ſchon natuͤrlich die 7mam min. a. alſo
kunte die ſelbige nicht mehr als um einen halben Ton, nemlich in mars
min, as erniedrigen; hingegen hatte Die letztere Note A. ſchon Die ymam
»in, g.in ihren vorgezeichneten Syſtemate modi, alſo muſte nothwendig
die allzeit erniedrigende br felbige noch einen halben Ton tieffer in 7-F4m
min, defie. verſetzen. Lind fo in denen ubrigen Gafibus. '
6.35. Biß hieher möchte man zu einert eorftichen Erkaͤntniß aller
Eianaturen des General Bafles gelanget ſeyn in. wie aber ein Anfänger
eben dieſe Signaturen practice, mit leichter Minute über denen Noten,
vder auf feinem Claviere finden folle, (zumahl mo das Syftema modi,
mit x x und bb wohl verbraͤhmet iſt, dieſes duͤrffte noch bey manchen
| einige
| 2 de 55 0: : Ze R |
einige Schwitrigfeit verurſachen. Es iftaber anfich ſelbſt die leichteſte
Sache vonder Welt, woſern man nur (1) Das vorgezeichnete Syftema,
oder die mit X und bb bemerckten Claves wohl in Augenfchein nim⸗
. met. (2) Die gradus-der Intervallorum nach denen Lineen vichtig
abzehlet, wie oben gelehrer worden. Wir wollen zudem Ende in fol
genden 2. Modis wenige Exempel geben, wornach man in allen übrigen,
leichten und fchwehren, ia in den allerſchwehrſten Modis Mufieis, ohne
Muͤhe verfahren kan:
"Pam. m Kuba. ——
| — —— RO en
——— r holle: — — Ku ie — sont
i m 6 a, j »
oo. Fisdun
4.36. Exfilich nehmen wir den Modum B. moll, und bildet ſich
‚bier ein Anfänger vor allen Dingen die gyam ſeines vorgezeigneten Sy⸗
— wohl ein, welches denen Lineen nach, und auff dem Claviere
alſo lautet: | \ | |
heat HB
nn nn Da ah — Br ee in Da ee Ki er Ft ta
jBleJesjds | Ef I fs |gis] b |
|ade| 3e | ate| Stel 6tejzmei| sve|
—
Geſqſetzt num, es ſtuͤnde uͤber der Note B bie Ziffer 6. fo zehlet man von
dem B. an, 6. Na auffwertg,da findet fich im Gten gradu dag fis,
Wire aber die Ziffer alfo Fezeichnets 6& fo weiß man ſchon aus ob gen,
daß hier dash. den in Syftemate modi befindlichen Clavem um einen
halben Ton erhöhet, alfo wäre ſolchenſals Das g. (als der User fich nechſt⸗
gelegene, Chromatifche Clavis) Die verlangteeh. Gefest wiederum, ed
ſtuͤnde uber der Note; cis, bie Ziffer ie man von Diefen Cis
| | | , — aͤn,
BB Ci) el
an, 9. gradus aufwerts, dafinder ſich Imgtengradus Dis. Waͤre aber
die Ziffer alſo bezeichnet: 59, fo weiß man wiederum aus obigen, daß das
b den in Syſtemate modi defindl. Clavem um einen halben Ton ernie⸗
driget, und alſo waͤre ſolchemfals das D, (als der unter ſich nechſtgele⸗
ne chromatiſche Clav⸗s) die verlangte ky. Und fo gehet es mit allen uͤ⸗
brigen Signaturendieler Arth. | |
$. 37. Bey dem Modo Fisdur bildet man fich wiederum die gvam
Syftematis , nach denen Lineen und dem Claviere. wohl ein:
ee
Sr En IE DE eg
fis[Gs | BIH Js [ds | Eis
a 4te | ste | 6te |zme| gve |
Geſetzt nun, es waͤre Aber der Note B. die Ziffer 4. befindlich, fo zehlet
man von Diefen B. 4, gradus anffwarts, da findet ſich: dis, zur Ate,
are aber die Ziffer allo gezeichnet: +, fo weiß man aug obigen fehon,
daß das x den in Syftemate modi befindl. Clavem um einen halben
Ton erhohet, alfo ware hier dag e, (ald der uber fich nechflgelegene
Chromatifihe Clavis) die verlangte#. Geſetzt wiederum, egfhunde uber
der Note Fis,die Ziffer 7. fo zehlet nıan von dem Fis an, 7. gradus
auffwarts, da findet ich das F, zur zme., Ware aber die Ziffer alfo
bezeichnet: Er. ſo weiß man wiederum aus obigen, Daß hier dasy den
in Syftemare modi befindl. Clavem um eines halben Ton erniedriger,
folabar ware hier gleichfald dag e, (als der unter fich nechfigelegene
Chromatifiye Clavis) dieverlangte E17. Und fo gehet es mit aleu uͤbri⸗
gen Signaturen Diefer Arth; wobey nochmahlszuerinnerin, daßeinvor
der Bals-Note ſelbſtſtehendes X. k. oder b. niemahls eine Veränderung
in Abzehlung der Graduum verurſachet, ſondern man ſaͤhet vor wie
nach, von der Linee oder von dem Spatio, worauff die Note ſtehet, auff
warts an zuzehlen, biß man die verlangte Signatur entdecket. Das
Da
an u ¶V Oö
‚|2de |. 3e
ee.
er Das II. Eapitel
we OO N
denen ordentlichen Accorden,
wie felbige denen Incipienten nußbahr bey:
"8 zubringen. |
DW PIEsero Hasen wir von dem Lintheilungen de
— B —
J delt; hinfuͤhro werden wir von deroſelben Gebrauch und
SID) mwirdlichen Zufanmmenfegung einer völligen Harmonie zu
+
... _reden haben. :
82. Die erſte und vornehmſte Zufammenfegung vieler Confonan-
tien,ıworaus eine Muficalifche Harmonie entfprünget,ifdie,allenMuticiscA
Triasharmonica, oder eine ans drey Stimmen zufammen gefente har⸗
monie. welche beftehet in der. Bafı, (deinfundamental-clave) Tertiaund
Zuinta,,e.g, |
ann ie ren du;
'* Triades harmonice.
3. Von diefer Triade harmonica, pfleget man mit Recht zu ſa⸗
‚gen, fie feye dergeftalt volllemmen, daß wenn man auch hundert und
mehr Stimmen dazu componiren wolte, ſo konnen fie alle —“ |
| | | | 3, A
Be (120) | |
als eine in hoͤhern odertieffern O&tavengefchehene Wiederholung eben
Diefer Triadis ſeyn; dahero wer die gte Stimme zur Triade harmonica
erfinden will, der fanget von der Vermehrung der bafeos en,die man
nemlich in der Octava wiederhohlet, und alsdenn wird fie getauffer:
Trias harmonica aucta, die vermehrte Trias harmonica; welche man
fonft auch mit einem Worte zu nennen pfleget z einen ACCORD, oder
ordinairen (a) Sas und Griff, zum Eyempel, die Accorde zu denen 7.
Clavibus der Mufic ſeynd folgendes |
— ——— —— — Lama mn o-
SS-EEEEef
Rz —— ar 1. De
— en Di ae, GRALE) mamma
Ar nn do HENKE: (are = mn ann ee 3
zes; nn ur un a: Den us
e G. | Q — B.
Naar me Va nn zum A
Ne . E.
6.4. Diefeordinairen Accorde feynd die erſten Exercitia practica
vor einen Tncipienten,welcher aufdern Elavier garfeine,oder fehr wenige
-Principia hat. Man laͤſſet ihn derowegen felbige zu iedweden von Diefen
7. clavibus, bald in der Ordnung, bald ohne Ordnung fo lange fuchen,
amd wiederhohlen, biß er fie insgeſamt inder Fauſt bat, umd ohne Anſtoß
weiß, was zu iedem clave Die 3a staund Octava ſey: alsdenn ift eg Zeit
weiter zu geben. * ni
8.5. Weil nun bey iedweden von diefen Accorden3. Haupt⸗Stim⸗
men uͤber dem Bafl- Cave fich befinden, nemlich die gva oder vermehrte
Bafıs, die za und 54, ſo iſt auch natürlich, daß Diefe 3. Stimmen in der -
Ordnung 3 mahl konnen verwechſelt werden, nemlich, einmahl — zte
oben,
(a) Zum Unterſcheide der Extraordinairen Accorde, wovon ‚das folgende Capitel
handelt, | | |
Eu. Cr) -
das andere mahldiegue, das drittemahl die ze oben. Zum Exem⸗
oben, Das |
pel, die Accorde zu A, undc.
sta,
8gva.
Ki * u = - - - 5 — _ 3 u — = Bun | a ’ ——n = 1
66. Diefe dreyfache Verwechfelung der oberſten Stimmen eines
Accordes, nennet man ſonſt: Die drey Haupt⸗ Accorde. Auf dieſen
iel im General-Bafle, und koͤnnen fie bey erimangelnder gu⸗
wung, eben fo viel Schwuͤrigkeiten verurfachen, als fie hingegen
eichter machen, wofern manfelbigerecht gruͤndlich tractiret.
7. mußiclifche Claves, dag man fie durch alle Octa yen des Cla⸗
viers, bald inder Höhe, bald inder Tiefe, bald ordentlich, bald ohne Ord⸗
nung heraus ſuchen laſſet. Zum Erempel, man will den Accord zu 6,
wohl exerciren, ſo ſaget man dem Scholaren, Daß fich felbiger vielfältig
in denen vier geſtrichenen Octaven befinde 5; und alſo geher ınan alle
‚Accorde zu gedachte m Clave 0. durch das gantze Flavier ruͤck⸗ und vors
warts folgender maffen durch, ohne felbige auf das Pappier zu ſchreiben:
ni ee | AL |
or
exerciret alſo gemeldte drey Haupt⸗Accorde dergeſtalt
2E (122) 8 &
m — — t— — — — — — — — Erz, nn mern —
mm (ten Pr Fromme Shen ———— 1 ERBE —— ——— —
Amine anna ni — 4 — —— —
rag VER
==
$.3. Hat man dieſes in der Ordnung mwohlexercivet, fofrager man
einen incipienten nunmehr auch ohne Ordnung: Zum Exempel er folle
Den Accord zu 6. anſchlagen, da Diesza oben, und zwar in Der zwey geſtri⸗
chenen Octave des Elaviered: Ferner in Der eingeflrichenen Octaye des
Elavieres, da die zve oben: in der zweygeſtrichenen Octave da die Tertie
oben: in der eingeſtrichenen Octave, da die Tertieodenx. Mar wechſele
fo offt mit dieſem Accord, biß man ſiehet, Daß er ſich durch alle OCtaven
des Clavieres fertig in der Fauſt befinder. — ———
9. Wie man nun mit dieſem Clave 6 verfahren, eben ſo verfaͤhret
man mit denen uͤbrigen 6. Clavibus der Mufic» (4) welches Exercitium,
ob es gleich anfänglich etwas muͤhſam ſcheinet, fo giebt es doch Denen lnei ·
pienten anf dreyfache Art einen ungemeinen Vorſprung. Dennerſtlich
bekommen ſie hierdurch einige ldeam von den Clavier und General-Baf
im Kopff, ehe ſie einmahl dieſen anfangen: Hiernechſt wiſſen ſie bey dem
wuͤrcklichen Anfange deſſelben, Die zur iedem Clave gehoͤrigen zen, sten,
sven ıc. albereit auswendig, und konnen alſo vollkommene Attention
auf die nothwendigen Regeln haben. Drittens iſt es ihnen beyfernern
Progreffen einerleh, ob fie Die harmonie in der Hohe oder in der Tiefe
fuchen ſollen, und gehet ihnen nicht, wie manchen ungkidlichen Schola-
een, welche endlich von ihrem Maitre eine Zeile General-Bafl mit A
5 —8 er
(2) Wer einen tuͤchtigen Scholaven hat, Fan dergleichen Exercitium durch alle
3Wwoͤlff Chromatifche Claves oder. halbe "Tone, mit ihm anftellen. Will man
nuntiber iediveden Clave zugleich die Atbwechfelung der Darüber ftehenden ze
major. und minor.mitnehmen, fo gehet man ſolcher geftalt ale 24. Triades har-
mopicas, und folgbar glle in der Natur befindliche ordinaire Accorde durd),
E° mie) ———
Muͤhe und ohne Judicio erieruet, fo baſd aber, als ihnen iu eben dem
Exempel
rem el, Die Hand etwas tieffer oder böber geſeget wird, fo ſeynd die.
ſchon erlernten Noreniiederum lauter Spaniſche Dorffer, und diees zu
ihren groͤſten Schaden und Aufenthalt. Weiln alfa in dergleichen Me-
thode und Exercitio ein vielfacher Mus verborgen; als merden wir
durch den gantzen erſten Theil dieſes Tractates daley verbieiben.
6.10. Biß hieher baten wir bey eingelnen accorden mehr das Cla⸗
vier, als den General-Bafl ſelbſt axerciret; nunmehro erſt faͤnget man
an, dem Incipienten gantze Zeilen von unterſchiedenen auf einander fol⸗
geden accorden vorzuſchreiben, wozu folgendes Exempel dienen Fan:
— — er —— —
— IE 97 —A
2 a * — —* au) —
ug ne = — m ei —
2
—_@
$.ı1. Ben Anfang dickes Exercitii nimm man hauptſaͤchlich zwey
Regeln in acht. Die erſte Regel iſt: Daß in der Mufic erh niez
mahls zwey Stimmen miteinander in Octaven oder zten fortgehen dürfe
fen. Als wuͤrde das nur gegebene Cxem bel folgender maffengang vitios
Zeſpielet, weil die Ober- Stimme dag einemahl mit dem Zafle in lauter
Ddase, das andere mahlin lauter sten einhergehet, welches fonderlich in
denen Aufferfien Stimmen zu vermeiden: |
u
| | Den 2-2 —*
—
we Rs — je |
Per
—— ne u: u
12. Diefe und andere ungefchickte Gänge im General-Bafle deſto
tsichter zu vermeiden, fo mercket man ich auch Me andere Regel: N.
r | 2 m...
a
| wei) be er
daß man niemahls mit denen Haͤnden unnothige Spruͤnge machn
dernfi fo viel möglich mit fanffter Bewegung iederzeit Den a Senen
Aecord ſuchen ſolle. Alſo wäre folgend Arth ee N
und ungeraumt;:
4 —
———— — — —
EZ — Er
Sch — — = ee 2
7 © — Pr —— —
413. Hingegen wird dieſes Exempel auf alle folgende Arthen wohl⸗
geſpielet und zwar, weil wir dag Exercitium durch die dien Haupt⸗
Accorde anſtellen wollen v ai wir von er Accorde an,da die Otave
inder Ober⸗Stimme lieget / da denn die Conhexion aller ——
fehr alſo —— ae ae :
—
* mern a ei ce — u Fan
* — Br
—2 — ER
6.14. Ein Anfaͤnger muß eben dieſem Haupt⸗Accord i in der Tieffe
des Elavieres verſuchen; wobey einmahl vor, allemahl zur Nachricht
dienet daß nichts daran gelegen ob man die Bafl- Noten, (fonderlich wann
Die Sande einander im ZBege fe fe ynd,) eine Odtavetieffer oder hoher will
nel Kitten, als fieftehen, oder ob man fie auch in wuͤrcklichen Octaven u
einher⸗
Ä OR la) 8
— laſſe. Wir werden von allen Exempel anfuͤhren, voritzo
es folgendes: (b) —
3 53 BE 1 Eee
Er, =: #: —
Bet
ie iss; er
a
Run —— andern Haupt ⸗A Aa, Da die ze oben;
w liegt, und fönte Das —— obngefebt alfo gerathen:
| — 6. 188 Will man eben dieſen — in der ai Odtaye
vera, fo möchte es — auf Bir Art ausfallen:
©) Ts M bey Eingang des eriten Capitels er Sr orden, daß ein — des
3 Ä
Genes
(m) a
a47. Nunmehro verfuchermanden dritten Haupt⸗eeord, dadie
zte in der ebern — — und A erſtlich in der en 133
4 * ——— 4
—— — IE
Se FRRFFFRIE
$.18. In der tieffen * es alſo folgen:
Fe — =: En — rn Be ana
en = == ar =5 4: se = E
era Ai Fe
SE SH at en
$.19. Nunmehr i es Zeit, noch eine, bey dem Exercitio der ordi-
nair Accordefehr nöthige Negel mit zunehmen, und zufoͤrderſt zu fras
gen, was in der Mufie, oder auf dem Clavier Motus rectus und motus
contrarius ſey?
$,20. Motus rectus, oder Die gleiche Bewegung iſt, wenn beyde
ande auf dem Clavier fich Zagleich m aufwerts, oder zugleich nieder⸗
werte bewegen, zum Exempel:
“omg
$.21.Motug |
General-Bafles, alle in demfelbigen vorfommende Claves fignatas, oder vorgezeich⸗
nete Schlüffel verftehen ſolle: alfo werden in dieſen und folgenden Eapiteln die
Alt-und Tenor-Zeichen nicht incomumod fallen,
: r —— — — —
* —
* 0 \
——— — ne Ge an en ums u nn a mn en — — u
— — — * nm — — a an
a u nn an : ·— 4—⸗ ar
—
— 2
— un Ds:
* -& ẽ
— Hr h . * % „ RE
pr nn vr en - f — :—-- --4-- h — *
7 E a — — wu a REIN —— — in A —
ur . — — m | a— mio ur une — m; —⏑—
= ———— * um 4 ee rg > — ee SWEET :
I DR, a - J J
ı m 5 y
\ r
‚a1. Motus contrarius, der die Gegenbeiwegung if, wenn beyde
Haͤnde inder Bewegung entweder zuſammen /oder voneinander lauffen,
zum Exeinpel: | |
632 Wann nun zwey ZaflsNoten per gradum ſteigen oder fallen, -
fo muß man BEER den Motum eonfrarium gebrauchen, wofern bey
- „dergleichen Accorden nicht ungeſchickte Gange entſtehen ſollen, E
4
-
8.23. Uber⸗
$.23. Uberhaupt iſt der motus contrarius im General Bafle einer
der groͤſten Vortheile wodurch man alle verdächtige Progreflus mit dem
Baffe gantz ficher vermeiden fan, Und weil alfo nicht wenig an diefer
Lehre gelegen, fo iſt nicht undienlich, daß man mit dieſem Motu ein a par-
tes Exercitium durchdie drey Daupt-Accorde anffellet, und denenInci»
pienten hierzu eineigen Erempel vorſchreibet, worinnen er auf alle Noten
gar genau Achtung zugeben genotbiget wird, wofern nicht wider die Re⸗
gel pecciret werden fol. Das Exempel konte auf folgende Art einger
— werden, und zwar aus dem erſten Haupt⸗Accord, da Die Octava
oben: | — en Bes
| e DE: 3
u — Wer dieſes in hoͤhern oder tieffern Octaven verſtichen will,
kan es thun; wir erſpahren hier den Platz, und geben gleich zum andern
— da die ze * ehe ohngefehr alſo gerathenmochte:
— — — = 5
=
2 — 25. Dies Fan manwieder in der tiefpenO&ave exerciren:
aber geben alpier zum dritten Saupt-Accord , da die ste in —
Stimme * ef:
| Ä- —* 24 — ni & =
BIST TE FI
= — — = — =.
R | (266
- Bas n EEE GEL tan aaa), FÜBEEELE ENTER Ipuranmgen METE rc EEE ασ. Mes mas sau RE met nun pamn na ac)
$.26, E5 kan auch dieſes gar leicht in der tieffen Odtave probiret
werden. Seynd num alsdenn alle in dieſem Capitel vorgeſchriebene
Exempel, durch Die drey Haupt⸗Accorde dergeſtalt exerciret worden,
daß man fie fertig in Die Fauſt gebracht, und nicht etwan auswendig geler⸗
net, wie der Papagey ſein Liedgen; ſo iſt der erſte Grundſtein zum cene⸗ —
ral Baſſe gelegtee. IR N a...
$.27.. Nur dieſes iſt hier noch zn erinneen, daß wenn in denen bißhe⸗
rigen Exempeln die Accorde der rechten Hand, durch und durch uͤber den
General Zaff gefeget worden, es nicht — habe, einen Incipien⸗
ten dahin anzuhalten dag er accurat dieſe Accorde Durch Das gantze Exem⸗
pel in eben der vorgeſchriebenen Ordnung behalten ſolle und muͤſſe: ſon⸗
dern es iſt genug, Daß ein Maitre ſeinen Scholareit nur die rechte Hand
in denjenigen Accord feet, welchen ex tieff oder hoch anfangen foll, als;
denn laͤſſet er ihn ſelbſt weiter ſuchen, wie die harmonie auf einander fol⸗
gen will. EinLicbhaber aber ſtellet ſich obige Exeinpel zum Modelle vor,
und informiret ſich ſelbſt daraus, wie alle ordinaire Accorde nach denen
RMegeln geſchigt zutrackiren ſeoend.
28. Bey Ende dieſer Lehre faͤllet noch eine wichtige Frage vor,
nemlich: Ob alle oben gegebene Exempel nicht koͤnten vollſtimmiger
eracttret werden, oder: Ob der General-Bafl überall bey dergleichen vier
ſtimmigen Accompagnement nothwendig verbleiben mufle?
6.29. Hierauf gruͤndlich zu antworten, fo ift bekannt, Daß Die alte -
Welt den general Ball’ nach der erfien Erfindung defielben fehr —**
N ; immig
| R) BC) 9*
ſtimmig tractirete, und war noch indenen legten Jahren des verwichenen
Seculi ein drey ſtimmiges acompagnement/(da bald die rechte, hald die
lincke Hand eine Stimme allein, die andere Hand aber die zwey uͤbrigen
Stimmgen fuͤhrte,) nicht eben gar zu rar, weil die Alten ſich hey dem
Accompagnement vollſtimmiger Inſtrumente mit der Triade harmo-
nica ſimplici, und denen nothigſten Eſſential Stimmen iedwedes mufi-
caliſchen Satzes begnuͤgten. In folgenden Zeiten aber dachte man mehr
auf Triadem harmonicam auctam und Verdoppelung mehrer Ellen-
tial- Stimmen der muficalifihen Sage, dahero wurde dag 4. ſtimmige
Accompagnement mehr mode, welches man zwar anfanglich vor beyde
Haͤnde gleich theilte nemlich zwey Stimmen in der rechten, und zwey
Stimmeninder linden Hand un hierdurch Die Kuͤnſte eines wohl-regu-
lirten Zuatro zu zeigen, (gleichwie noch heut zu Tage in gewiſſen Fallen
und fonderlich aufOrgeln bey ſchwacher Mufic, von beruͤhmten Meiftern
pradieiret wird.) Weil aber Diefe Art niche Überall, und ſonderlich
bey nachgehends, (wider Die Lehre der Alten) eingeführten Gebrauch
fehr geſchwinder Bafe, nicht applicabel war: als wurde dieſes 4 ſtimmi⸗
ge Accompagnement vor die Haͤnde ungleicheingerheilet, nemlich drey
Stimmen vor die rechte Hand, und Die eintzige Zafl- Stimme vor Die
lincke Hand, welche iedarh (wie oben gemeldet,) den 2a an ſolchen Orten
in lauter Octaven fortzufuͤhren, die Freyheit bekam, wo ſie nicht von der
Geſchwindigkeit der Noten und der Menſur, verhindert wird.
.30. Dieſes letztere nun iſt heutiges Tages das gebraͤuchlichſte und
| fundamentaleite ( ce) accompagnement, welches man allen Anfängern
zu lehren pfleget, und welches wir in der erſten Section Diefes Buches
durchgehends ausführen werden. ——— aber, welche Pe
(Od Weil in felbigen denen Incipienten die Efential-Stimmen aller hacmonifehen
Gase, dieunentbehrlichen Refolutiones aller Diffonantien, und Die Negul-mäßi-
gen Progreflionesiperfchiedener Stimmen zugleich, nothwendig gelehret werden
müffen; Dergleichen Künfte fonft bey einem alzuvollſtimmigen Accompagne-
ment, (wovon wir gleich itzo handeln werdea,) eines Theils inapplicabel, andern
ee nicht anders als ohne Drdnung, und unvollkommen tradiret wers
DEN konnen. i | | |
| BB (12) @® —
der Kunſt geuͤbet, ſuchen gemeiniglich, (ſonderlich auf denen Clavecins)
die harmonie nach mehr zu verſtaͤrcken, und mit der lincken Hand eben fo
vollſtimmig, ald mit der rechten zu accompagniren, (d) woraus denn
nach Gelegenheit der Application beyder Hande ein 6.7.6188. ſtimmmiges
Accompagnemententitehet. Don diefen iſt bier Die Rede, und fraget
ſich alfo, worinnen die Kuͤnſte befſehen
.31. So ſchwer, als dergleichen vielſtimmiges Accompagnement
unexercirten zu ſcheinen pfleget,fo leichte muß es hingegen denenjenigen
fallen, welche den General! Baſſ auf oben angefangene Art wohl accom-
pagniren lernen, wofern fie. nur einen eintzigen Vortheil hierbey in acht
nehmen, welchen wir hiermit deutlich erflähren wollen. — — _
9.32. Man bemuͤhe ſich nernlich nur die aͤuſſerſte Stimme der rech⸗
ten Hand fo geſchickt zu erfinden, daß fie mit dem Baſſe ohne sten, sven,
Ce) oder fonft virisfe Progreſſen einhergehe, (wie oben gelebret Bine»
| | die
— — —— — — — — — ————— — —
CH Ze vollſtimmiger man. auf denen Clavecins mit beyden Händen acco mpagniret,
ie harmonidfer fället es aus. Hingegen darff man fich freylich auf Orgeln,
Cfonderlich bey ſchwacher Mufic und auffer dem Tutti,) nicht zufehr indas alluz
vollftiimmige Accompagasment der lincken Hand verlieben, weil das beftändige
Gemurre ſo vielertieffen Tone dem Ohre unangenehm, und dem coneertirenden
Sänger oder Inftrumentiften, nicht felten beſchwerlich fallet- Das Judieium
muß hierbey das beftetbun.. n. —— —
(e) Es fraget ſich: Ob man in Clavier-und andern Sachen vollſtimmiger Inftru-
mente, dergleichen vitioͤſe Progreſſen in Denen partibus extremis, nicht durch die im
der Compofition bekannte Derwechfelung der Stimmen, entfchuldigen fünne?
Ich fage nein dazu, weil dergleichen gten und gvennicht allein indie Augen, ſon⸗
dern auch gar deutlich in Die Ohren fallen, fo fange fie nenslich auf dem Inftru-
mentefelbft, ſowohl als in dergleichen partitur, einmahl vor allemahldie Auffers
ſten Stimmen verbleiben, folgbar man fich hier Die prxtendirre Bermechfelung
der Obernemit der nechften Mittel Stimme, nur in Gedancken einbilden muß.
Hingegen hat es mit einer realen Verwechſelung fepgrirter Vocal-und Inftru-
mental-Stimmen ganß eine andere Befchaffenheit,weil das Gehoͤre dergleichen
Betrug propter differentiam voeum & Inftrumentorum, diflantiam loci, perfo-
narum &c, gar leicht pafhıren laͤſſet. Ich rede hier mit verſtaͤndigen Müficis,
und alfo brauchet es Feiner weitlaͤufftigen Erklaͤhrung, fonft koͤnte man ein gantzes
Eapitel von diefer Materie fchreiben-
— Ela) 8 urn:
die weite Diftanz aber, oder den leeren Raum zwifchenderoberften Stine
meund den baſſe, ſuche man mit beyden Danden dergeftalt auszufuͤllen,
daß die rechte Hand alle im accord unter fichnechfigelegene, dielinde
Hand aber alle im Aecord uͤber ſich nechſtgelegene zwey biß drey
Mittel⸗Stimmen ergreiffe, ohne fich in geringſten an bie, in gedachten.
Rittel⸗Stimmen ohnge ehr vorfallenden sten umd Sven zufehren, (FI
fo wird dag Accompagnement beyder Haͤnde, ohne weitere Kuͤnſte ieder⸗
zeit 6.7. biß 8, ſtimmig ausfallen. Die Exempel machen die Sacheflar.
$.33. Gefegt,wir haͤtten folgende 4. Baſſ. Noten vor und: 4. 4. 8.%
Hier zu ſolten die 4. Noten: ef dc. zurOber-Stimme der rechten
Hand dienen. Nun finden wir zwiſchen dem leeren Raume (vacuo) die⸗
fer zwey aͤuſſerſten Stimmen, von der Höhe des Loprani an, biß zu der
Zu des Baſſes folgende mit ſchwartzen Noten bezeichnete Mittels
mn: er re | 11 A in |
Ä — — — — — n men rn nme sun EEE.
ER AR nun ! (ungen nme a St En TER,
et en er A
— pt
Sp — —
u — — — —
— — —— — an, EEE 4
3 FE ———
(E) Weit fie vondenen äufferiten Stimmen verdecket, und alfemitraifon,durch die
gemwoͤhnliche Verwechſelung der Stimmen, enifehuldiget werden; wie esdenn
0 bier nach Lamberts Ausfpruch, in oben gedachten feinem Tradtat vom General--
> Baff heiffet : Comme la Mufigue n'eſt faite que pour l’oreille, une faute, qui
ne l’offenfe pas,n’eft pas une faute: DieMufieift allein vor Die Ohren gemacht,
alſs ift derjenige Fehler vor Feinen Fehler zu rechnen, welcher Die Ohren nicht
beleidiget. Man muß aber auch acht haben, daß dergleichen Fehler die Ohren
in der Thatnicht beleidigen, i.e. Daß fie von ihren nechften Stimmen fb umgeben,
vder Hon der Menge der Mittel -Stimmen fü uͤberſchuͤttet werden, Daß fie das
Gehoͤre ſchwerlich oder gar nicht unterfcheiden möge; fünft feynd fie allerdings,
Se (134) *
Dieſe Mittel⸗ Stim men giebet man theils der rechten Hand, theils der
linden Hand zu; iedwede greiffet zu ihren nechfigelegenen Stimmen,
bald mehr Bald weniger, nachdem die Application der Haͤnde, oder die
Commodifät deg Accompagnitten es fetden will. Folglich wide Hier
das vollſtimmige Accompagnement van Noten BDNBERDE alſo vor
beyde Haͤnde getheilet werden:
A -d- ge — —
Rechte er — — — an —
vubſe — Er => rs
Sn:
; I —ü — — —
Einde)- Zi — ne — — =
nn en ee IE;
u WITT —— «u fi m anne — — —— — ——— —— we un Bm
$ 34. Will mandie hohen BaT- Noten in. der Tieffe nehmen, fo | |
bekommen beyde Hande mehr Platz, und das Accompagnement kan hier
und dar en ausfallen, zum ——
n — —* SEIT u Fremen mn un mare
— == —— — ne — — -2 — — Fa an
— — — — — in
— — en > —— Be DE
m en ut)
a
Oder
— —— gps Aa run, AL Hpiir=
FT ST Dee | Del
gene un —e. I m. — I —
35. Hier⸗
(ich meyne, wenn ſie fein treuhertzig in der Menge begangen werden,) unter eben
Diejenigen Grammaticaliſchen Fehler zu rechnen, welche nicht einmahl die Ent-
ſchuldigung eines; errarehumanum, oder menſchlichen Derfebens feiden.
cl 1357) 8
$.35. Hieraus iſt leicht zu erſehen, daß die aröften Kuͤnſte eines ſehr
— 958 Accompagnementes bloß auf der Obſervation der bey⸗
denaufferfien Stimmen, undalfo auf denen Fundamentis eines regulir⸗
Pe vier fiimmigen Accompagnementcs beruhen, Bir wollen zu def
fen völliger Eriauterung aus obigen, in dieſem Capitel gegebenen vier
ſtimmigen Exempeln etliche heraus nehmen, und mit Beybehaltung der
Ober⸗Stimme zum baſſe, ein vollſtimm ges Accompagnement daraus
tormiren: iedoch ſey ung erlgubet/ Die alda in atel Noten beſtehende bey⸗
den aͤuſſerſten Stimmen, albier in lauter gantze Tadte zu verwandeln,
Damit ſich das mittlere vollſtimmige Accom pagnement von befagten
aͤuſſerſten Stimmen deſto eher unterfheiden möge.
6.360. Dieſem nach wuͤrde dag oben S, 23, befindliche Erempel voll
| ai ohugefehr.alfe lauten: :
= EHE Er
sr SR —— |
—— er
N 37. Sexzet man die rechte Ha nd höher, um einen volſtimmigen
Accompagnem ent mehr Platz zu geben, oder die Ball-Noren der Pohe
unverändert AulEN; ſo mörbte 68). 15. oben befindliche Eyeinmel alſo
KENNE. Dr | | $.38.Eben
& (136) 9%
0.5 —— —
sr
nA ee A
$ EEE —
s-1-°
un.
—O-
= ed nen ef -
— * — San jun :
el za
=; 5
— —
— 4 ——
— —
Ela > ar ——
* a et
— Bere
= zes F
5 =4Z ——
=
—
—
— N—
— —⸗
ru ı Rus —— er I ¶ de en ne BEE 0 ET nn mes ;
9.38. Eben ſo kan man es mit allen uͤbrigen, oben befindlichen Exem⸗
peln probiren, wobey noch dieſe Regel mitzunehmen: Daß ie naͤher die
Haͤnde zuſammen gehalten werden/ (damit zwiſchen denen Mittel⸗Stim⸗
men der rechten und lincken Hand, kein alzugroſſer Raum, oder vacuum
etſtehe,) ie harmonioſer faͤllet das Accompagnement aus. Dahero,
wenn bey der Mufic albereit die Baͤſſe mir Inſtrumenten fo beſetzet feynd,
daß man nicht nothig Hat Den ceneral Baſſ mit einhergehenden Octaven
der lincken Hand zu verſtaͤrcken, ſo nimmet man lieber die tieffen Zaft-
Noten deſto vollſtimmiger in der Höhe, damit beyde Haͤnde genauer an
einander ſchlieſſen, und zugleich die harmonie mehr in Denen Acutis (ho⸗
hen Tonen) extendiret werde. Das oben h.25. befindliche Exempel mag
uns hier zur Erlaͤuterung dienen:
§. 39. Wie
BB C17)
639. Wie es nun im vollſtimmigen Accompagnement mit denen
ordinairen Accorden ergehet, fo ergehet es auf gleiche Art mit allen
nbrigen muficalifihen Sagen, wovon wir in kuͤnfftigen Capiteln iedes⸗
mahl vollſtimmige Exempel beyfügen werden... Voritzo kehren
wir wiederum zu unſern vier ſtimmigen Accom-
ie pagnement. |
ee.
0)
Das IT, Kapitel,
| Don Er |
denen Signaturen des General-Bafies,
= |
wie jelbige ordentlich und gruͤndlich zu tractiren.
| Ge | |
65 8\ Leichwie die bißhero abgehandelten ordinairen Accorde, die
4 eingigenmuficalifhen Säse feynd, welche bey einem beziffers
>13 ten General. Bafle ordentlicher Weiſe (a) nicht bezeichnet
ZIP werden: Alſo muͤſſen hingegen alle uͤbrige muſicaliſche Saͤtze
oder extraordinair Accorde, fie moͤgen von Conſonantien
vder Diſſonantien zuſammen geſetzet ſeyn, iederzeit durch eigene Ziffern
uͤber denen Noten angedeutet werden. | * |
$.2. Die Harmonie einer vollſtimmigen öte iſt, nechſt gedachten
ordiuairen Accorden, isch die eintzige mogliche Zuſammenſetzung vieler
frey und ungebundenen (b) conſonantien. Alle übrige Species
Hermoniæ
<a) So lange ihnen nemlich über eben der Note Feine Extraordinair-Accorde an die
Seite geſetzet werden, zum Exempeh⸗
N
_8% #48
Re x: X ver
u) RETTET EEE RETTET
bee. RATTE EEE TER —
— rn —
— —
Cb) Ungebundene Confonantien heiffen die ze, Ste, Gte und gve, ſo lange fie ihrer
“ Natur gemaß, weder yncopiret, noch zelolviret werden. Gebundene Confo-
|
|
)
|
|
|
|
vs (139) |
Harmoniz werden tederzeit gegen den Fundamental-Clavena entweder
eine wuͤrckliche Diffonanz, (zum Exempel, die 2. 4. 7. ꝛc.) oder wenigfteng
eine gebundene Confenanz, welche gleich einer Diffonanz tractiret
wird, aufzuweiſen baben. | Sn,
$.3. Die uͤber der Notebezeichnete 6te hat ordentlich die ze und gve
an ihrerharmonie. Man kan aber dieſe ſonft beruͤchtigte Sue auf aller⸗
band Art motu recto& contrario brauchen, fo lange feine ungeſchickte
Progreffen daraus erfolgen, wie aus folgenden Exempeln zu erfehen.
Des Motus contrarii aber bedienet man fich alsdenn am geſchickteſten,
wenn die oten per gradus auf⸗ und abfleigen, wie das letzte Erempel aus⸗
weiſet: |
2 444 14 17 ! —
nanfien aber werden die erſten drey alsdenn genennet, wenn fie fi freywillig
‚binden, zugleich von andern Stimmen ſyneopiren, und nachgehends unter ſich
rgfolvirendaffen, wie wir unten Exempla finden werden, |
R(6140) 8
4. 4. So bald aber beſagte Sue bey der Ste viridfe und ungeſchickte
Gänge verurſachet, ſo laͤſſet man fie entweder gar weg: Zum Cxempel,
bey auf⸗ und ——— öten, oder wo es ſonft Die Bequemlichkeit dev
Sand, die Modulation der Stimme, Die — Manier, und
ann erfodert {
-J-4-4 =, |
— —— ® Fe —
———— Je
et = —
—
* mn Dann ei | — —
Oder man verdoppelt ſtatt feliger viel natuͤrlicher (c) Die ze und 6fe,
(Eine unter beyden.) Damitman aber deutlich begreiffe, wie und bey
welcher Gelegenheit dieſe Dermehrung oder Derdoppelung Der ze und
ote anzuſtellen, fo ſehe man Pe 3. Exempel verdäghriger und vitioſer
iR TO-
(c) Daß bey dem StensAccord die Vermehrung der ze und 6te viel nat uͤrlicher fen,
als die Vermehrung der Bafeos, fülches Fan man aus ihrem Urſprunge, nemlid)
ausder Verkehrung des ordinairen Accordes, (welcher bald zam Majorem,bald
Minorem bey fich hat,) gar leicht beweifen. Denn wenn man, zum Exempel,
er
BC)
Progrefkt an, und ſuche eben diefe Bafl-Notenwieder,imdenen Exempeln
des folgenden‘. ſo wird man die durch Die Berdoppelung der ze und Oft,
| gelbebene Corredtion der übel ns; ige finden:
— ———
ug en
= = ah eh
m
Ei EEE
———— PRREEREREEE)
— — ——— mn — — ———
— ao
I nn m
a S 3_ |
Be N) [ a
indenen beyden Ascorden \ u N und 4 at das fis und £ mit dem Bafl-
we Een
(DJ ID)
Clave verwechfelt, ſo koͤmmet beydes mahleine verdoppelt Ste heraus, nemlich
1 a (a) |
; At und ' ai Gleichwie nun regulariter, und nad) aller Componifteni
Be em) ä |
| IE (12) 35 3
| $. 5. In denen erſten beyden Erempeln diefer verdaͤchtigen und
übeln Progreflen, gehet oben Die mittlere Stimme der rechten Hand iin
dem
Meynung, die gve und ste imordinairen Accorde allzeit eher Fonnen vermehret
werden, als die 3e, alfo werden auch bey Berkehrung folcher Stimmen natuͤrli⸗
cher Weiſe die Ste und Ze cher vermehret, als die gve, welche nur eine ſuperſtruir⸗
te zeift, und thut die gefihehene Verkehrung gar nichts zur Sache. Hier mochte
man aber fragen: Ob denn die 3aMaj. bey Det Ste mit gutem Gewiſſen Eönne
vermehret werden, da die zamaj. von denen Alten einer Hartigkeit beſchuldiget,
und folgbar deren Verdoppelung in wenig Stimmen verbothen worden ?
Hierauf iſt mit Unterſcheid zu antworten. Erſtlich, den Accord der Ste betref—
fend, fo Fan deffen 3amaj. (naturalis und aceidentalis,) fo lange fie die 6tam maj. in
Geſellſchafft bat, nur deswegen mit guten Gewiſſen verdeppelt werden, weil fie
in dieſem Falle nicht einmahl (als eine 3a maaj. ſondern als eine ſuperſtruirte ste
N a
anzufehenift. Zum Exempel: Die 3a maj, nataralis des aen aceoriev J
c
[ji } | . e
iſt nichts anders, als die veritable $te des ordinairen Accordes, } c L und die
A)
i
3. maj. Accidental. des 6fens Accordes : == —| iſt nieder nichts
x EHE .
a
anders, als die veritab!e $te des ordinairen Accordes: } d | Gleichwie nun
H
dieſe beyden sten, (dieſes e. undfis) eben ſowohl, als die andern beyden Stimmen
ihreg ordinairen Accordes, nad) Gefallen mögen verdoppelt werden, ohne daß
hieraus eine Hartigkeit entftehe: Alſo koͤnnen ja fülche Verdoppelungen nicht
alsdenn erft harte ausfallen, wenn manindem einem Accorde, bloß den Funda-
mental-Clavem A, und in dem andern Den Fundamental-Clavem H. tiber die ans
4 h |
dern beyden Stimmen hinauffeget: 3 e L } } | Denn tie kan die
C
ſchlechte Verkehrung dieſer drey unſchuldigen Stimmen eine Haͤrtlgkeit gebaͤh⸗
yon.die zuvor gar nicht da geweſen? Die Vermehrung aber der übrigen Textiar.
Be MR (13) xä
dem Bafleinfonft verbothenen gvenfort. Dieſem nun kan man durch die
Vermehrung der ze oder 6te gar leichte abhelffen, wie unten zu ſehen:
iedoch werden dieſe eintzige Arth dven noch deswegen offters
* | | | | ie
Major. betreffend auffer dem 6ten-Accord, fo ift freylich ein wichtiger Unterſcheid
zu machen, wenn fie naturales oder accidentales feynd ? Die ze maj: naturales
Tonnen ohne Bedencken, (und aller Einbildung ungeachtet, die man fich insge⸗
mein davon machet,) nicht allein in einem Quatro, fondern atich in einem Trio
verdoppelt werden, wenn e8 bequeme Gelegenheit mit fich bringet, weil das
Ohr albereit durch ordentliche Anfchlagung dieſer zum Modo gehörigen Ellen»
tialen Tone dazu prepariret worden, gleichtwie es Dietägliche praxis der beruͤhm⸗
teften Autorum beftätiget, und Feines ferneen Beweiſes brauchen Hingegen
fallen wohl allerdings die 3e ma). aceidental. (da ein fremdes, aufler dem richtig
bezeichneten modo X. oder erhoͤhendes 9. eingeführet, und noch dazu verdoppelt
wird,) dem Gehoͤre vielharteraus. Die Probe dieſes Unterſcheides iftleicht
zu machen. Dan verdoppele, zum Erempel,im Modo D. dur die 3. maj. natural.
zu folgenden beyden Accorden, wie man will; abet dr =H
es wird fich ein unpaflionirtes Gehoͤre auch in wenig Stimmen aus diefer Der?
doppelungnichtsmachen. Man verdoppele hingegen auf folche Art im Modo
D. moll die 3Zam maj. accidental: zu eben diefen Aeccorden; wenn das Ohr fehon
Bon dem Ambitu des D. moll przoceupiret worden: FI T- 5
fo wird man ſchon fein Leiden dabey empfinden, und zwar ie ſtaͤrcker, ie laͤnger ſich
eine dergleichen verdoppelte Note aufiuhalten pfleget. Ja, ie weiter und unver⸗
hoffter ſich überhaupt eine 3a maj. accident. von denen ordentlichen Graͤntzen
ihres angefangenen Modi, (er ſey dur oder moll) entfernet, ie intolerabler wird
ihre Verdoppelung in wenig Stimmen dem Gehöre ausfallen, welches mit
meitfäufftigen Exe mpeln durch alle Modos Mulicos koͤnte bewieſen werden, wo⸗
fern ein Mufic-Rerftandiger hieran zweifeln wolte. Es ſeynd aber dieſe Anno-
tationes von Verdoppelung der za maj. wohl zu mercken, weilfie ung gleich itzo zu
mehrern Denen werden. |
Bl) ie
fie durch vie allernechfi daran gelegenen Stimmen, dan Gehöre mehe
verſtecket, und alſo deſto eher mit der befannten Berwechfelung der Stim⸗
men entſchuldiget werden. Hingegen machet das zte Exempel in denen
aͤuſſerſten Stimmen offenbare sven, welche, (wie oben gedacht,) in Cla⸗
vier⸗Sachen mit keiner Derwechfelung dee Stimmen entſchuldiget wer⸗
den mogen. Im aten und zten Exempel ſeynd die zwiſchen dem Balbumd
der unterſten Stimme der rechten Hand vorfallende Sven, einem guten
Gehöre gleichfalg zu penetrabel , wegen der gantz leeren und groſſen
Diftanz beyder Stimmen. Im Sten Eremmel, harte es mit denen, zwi⸗
ſchen dem zaſſe und der mittlern Stimme der rechten Hand vorfallenden
Sven nichts zu bedeuten, allein die zten, zwiſchen der aͤuſſerſten und unter⸗
ſten Stimmen der rechten Hand, liegen wiederum alzuoffenbar und
unbedecket, wegen der groſſen Diſtanz des Aaſſes, dahero ein gutes Gehoͤre
hier ebenfals die Entſchuldiguug der verwechſelten Stimmen, gantz un⸗
gern annimmet. Die zwey letztern Erempel machen per motum con-
trarium, ungeſchickte Gaͤnge in der aͤuſſerſten Stimme, welche doch
iederzeit, ſo viel möglich, geſchickt einher treten ſoll. Auf folgende Arth
aber werden alle dieſe ungeſchickten Gange gar leicht corrigiret: |
ze er
; | 2:8 — ] x E48 ai | ’ — Be
— ware 28 FE + — Au BE
=. 210 Sg © jauaT 9 Ta LBTEL am —
Pre ee
I L
Verdoppelung der 6:e.
a DR . 6 Br 6 i
Here
. 6. Huͤten
BC)
— —⸗—— — um
6. Huͤten muß man ſich, daß men in dreyerley Fällen nicht leicht
Eein fremdes, (auſſer dem richtig vorgezeichneten dyſtemate modi vor⸗
kommendes) X. und erhöhendesr.verdoppele, nemlich: |
y Wenn es in der 3. maj. accidentali ſtecket, (13.53.) und dieſe niche
die 6tam maj. in Geſellſchafft hat. Cd) Dahero wären die folgenden 6.
erſten Exempel falſch, in denen uͤbrigen Exeinpeln aber werden ſolche Feh⸗
fer corrigiret; En | |
erſten
c() ine. Sehr ſelten oder lieber gar nicht, weil man es nicht noͤthig hat, und doch ein
Anfaͤnger gar leicht darinne verftoffen Fan |
CU) Demmwenndiegamaj. accid. Dis 6ram maj. in Geſellſchafft bat, ſo iſt fie nur cine
en SE yhle- 08 may“
2): Wenn es in der Stamej. RR, —* (6f. ) — 9—
waͤren die folgenden zwey erſten FE falſch, in denen uͤbrigen aber
werden ſie corrigiret: | |
3) Wenn
fuperftruirfe ste,und Fan daher gar wohl verdoppelt werden, tie in borherges
hender Remarque, (c) der Unterſcheid weitläufftig gezeiget worden.
Ce) Weildiefe Ste ihrem Urſprunge nach, nichts anders als eine fuperftruirte harte
3; maj. —— — Denn wenn man, zum Exempel, in folgenden Accorden:
== Dr
| ERS — Die see mit dem Bafl-Clave
— die fremde 3. maj. an j.an ihrem Dre: |
6147) 38
— 3) Wenn es ſich beym Accordderöte vor dem Ball Clave ſelbſt pr»
ſentiret, und dieſer Feine 67. 6b. maj accidentalem uͤber ſich fuͤhret. (f)
are SR | 2, Dahero
| ſo entſpringet dar⸗
aus eine 6ta maj. accidental. die durch Verkehrung der Stimmen an voriger
Härte gar nichts verlohren hat. Be |
(f) Wenneinfolcher, mit X. oder E. beſetzter Bafl- Clavis, zugleich Die 7.6h.maj.
. aceidental. tiber fich führer, fo ift er nichts anders, als eine fuperftruirte ste, und
Fan dahero nad) der Natur aller (perfedten) sten jederzeit ohne Bedencken ver⸗
mehret werden. Probetur : Man nehme in denen zwey Accorden:
| El)
Dahero wären die folgenden zwey erfien Ereinpel gut, und die nechſten
falſch, welche aber in denen letztern vier ELempeln corrigiret wer⸗
en: | —— | —
er 4
Tasse die gte jur Bali an, und laſſe Die andern
beyden Stimmen an ihrem tt, fo bekommet man dergleichen mit X. und 4,
beſetzte Bafl-Claves, mit daruͤber ſtehender 6ta maj.accidentali: Y
En 6
| > st
r hat aber ein ſolchet Baf-Clavis me
eine, (ordentlicher Weiſe mitder za min. verfnupffte) Stam min. naturalem über
ſich, p Fan er des wegen nicht wohl verdoppelt werden, weil er feinem Urfprunge
nach, wiederum eine fuperfiruirte Famaj. accid. iſt, welche durch die Verkehrung
der Stimmen nichtsan ihrer gewoͤhnlichen Härtigkeit verlohren Bat, Denn
wenn man, zum Exempel, in denen Accorden;
ZH Die fremde 3amaj. jur Bafı annimmt,
BC) * |
eorrigirct
— — — Er —
- nn — ————— — —
re — ———— —
BE ERETEE. TE EN
nn er un — un Den
© Bey
undlafte dir andernbepden — — n beföniknet man einen
mis 2 X, oder , es a bit einer Dariıber ſtehenden Sta min. na⸗
E — te —
Daß aber in wenig Sum⸗
Zur
BE 4
7
— *
men die na Diefes Bafl-Clavis ſowohl, als die Verdob belung der, in
nechſt⸗vorhergehender Remarque gedachten otæ maj. accidental.gleiche Haͤrtigkeit
bey fich fuhren, als wie ihr Fundament; die Ja maj. aceid. ſelbſt: Hiervon Fan man
eben Die Probe machen, wie oben mit gedachter ze geſchehen Man verdoppeig,
zum Exempel, im ModoD. dur die (mit der 3. min: vi vEnupffte,) 6tam naturaleın
..& Item, man verdoppele den Bafl-Clavem des natürlich vorgezeichneten Cis und
Ass wenn eg dig Signatur der 6te uber ſich hat, fo wird das Gehoͤre bey allen diefen
Verdoppelungen nichts zu leiden haben, meil es Durch Die ordentliche Anſchla⸗
gung dieſer zum Modo gehürigen Eifentialen Tone albereit Dazu præpariret wor⸗
den. Man verdoppele hingegen auf eben diefe Art im Modo D. moll die voriger
Claves individualiter, nemlich Die Stamı maj. accid. zu e;und die mit Der Ste bezeich⸗
neten accidentalen Bafl-Claves; Cis und Fis, wenn Das Ohr ſchon von dem Ambitu
des D.moll eingenommen worden: fo wird man ſchon fein Leiden dabey empfins
ben, und zwar ie ſtaͤrcker, ie laͤnger ſich dergleichen verdoppelte Noten aufhalten,
Ja, was oben vonder ʒa maj. accid. geſaget worden, das gilt aus gleicher Raiſon
auch hier, nemlich, ie weiter und unverhoffter ſich Die sta maj. accid. und derglei⸗
chen mit X. und erhoͤhenden h. beſetzte Bafes, (fo mie fie beſchrieben worden,) von
denen ordentlichen Graͤntzen ihres — — Modi entfernen, i ig unleidlicher
2
I,
EN Ze (6(150) 8
.7. Bey der mit der 3a min. verknuͤpfften 6ta may. iſt noch ans
zumercken, daß man ſtatt Der Octave die vorhergelegene 4tam —
| . ka
muß dero Verdoppelung einem guten Gchöre fallen. Allein möchte man hier
fagen: Man findet gleichwohl in 3.und 4. ſtimmigen Partituren der Compof-
torum ‚hin und wieder dergleichen Verdoppelung eines fremden X. und +. in
allen 3. Fällen, wie fie oben S. 6. angegeben worden? Antwort: Das Syftema
modi ift bey folcher Compofition entweder richtig bezeichnet oder nicht. Iſt es
richtig bezeichnet, (nad) Dem Fundament tie wir gleich itzo angeben wollen,) ſo
wirdein vorfichtiger Componitt dergleichenX. und 5. enttveder gar niemahle,
oder doch mit ſolcher Behutfamkeit verdoppeln, daß ihre natürliche Haͤrtigkeit
fchwerlich in das Ohr dringen, und felbigen Verdruß erwecken koͤnne. Zum
Exempel: Wenn ı) folches bey etwas geſchwinden Noten in Tranfıtu beyder
Stimmen gefihiehet. 2) Wenn dergleichen Fursdaurende Verdoppelung noch
wohlunter denen Mittel. Stimmen nad) Möglichkeit, verftecket wird, 3) Wenn
die eine Stimme aufden fremden X. oder h. beftandig halt, die andere Stimme
aber mit einer Eursdaurenden Note dahin, und von dar wieder zurück fpringet,
oder fonft weiter gehet,und roag dergleichen Cafus mehr Eönnen erdacht werden,
da es nach dem Grunde aller Regeln heiſſet: Ceflante ratione prohibitionis &c.
Dergleichen judicieufe Verdoppelungen, aber gehoͤren mehr vor die Compofi-
tion, und ſeynd bey m A\ccompagnemnent des Gener al-Bafles entweder inapplicabel,
oder wenigftens uberflußig und zu nichts nuge. Wenn aber das ſyſtema modi
nicht richtig bezeichnet, und diejenigen XX. bb. oder 33. vor Die Noten geſetzet
worden, die doch eflentialiter in das Syftema gehören, und vorgezeichnet feyn ſol⸗
ten, fo muß man dergleichen EX. underhöhende 44 allerdings dornatural pafli-
ven laffen, und fich vor ıhrer Verdoppelung nicht feheuen. Zum Erempel, daß
dem Modo edur, die 7ma maj. diseben fo natural und eflential ſey, als Dem Modo
C. dur das h, folches wird wohl niemand in Abrede feyn. Gleichwohl wird dies
fes disin praxifelten dor das ſyſtema modi, am meiften aber vor die Noten felbft
gezeichnet, da es denn ſcheinet Accidental zu ſeyn, ob es gleich an ſich Jelbſt —
iſt, und ohne Bedencken vermehret werden kan, (wofern ſonſt eine ſchlimme
Temperatur dem Gehoͤre dergleichen Chromatiſche Claves nicht einfach, zuge⸗
ſchweigen in ihrer Verdoppelung zuwider machet, welcher Caſus denn hieher
nicht gehoͤret) Dergleichen unrichtige Bezeichnungen der Modorum, da bald
Die eflentiale 7ma waj. bald Die ellentiale 6ta minor; bald andere Dem Modo eigene
u BB Ci) 8 ne
&tam (g) behaftet mag, wofern ſie in folgender Note gleichfals fait unbe⸗
weglich liegen bleiben, wie aus denen folgenden vier erſten Erempeln zu
erſehen. Eben dieſes gehet in einigen Faͤllen mit der gtaluperäuaan,die
aber ſolchenfals die za may. in Geſellſchafft bat, wie Die drey letzten Exem⸗
pel ausweiſen. Es wird aber bey ſolchen Sten dieſe irregulaire 4. oder
4 nicht iederzeit uͤber denen Noten ausdruͤcklich angedeutet, ſondern es
ſtehet bey dem accompagniſten, oder ſie ſelbſt finden, und gehörig brau⸗
chen kan. Wenn ſie aber ausdruͤcklich über Der Note bezeichnet wird, ſo
iſt eines oder S genug, den gantzen Accord anzudeuten, da denn die
6ra maj. natufalis darunter verſtanden wird:
Xh. und b. nihtbegeichnet werden, haben wir noch unterfchiedene in heutigee
Praxi, und eben in diefev Betrachtung iſt oben gefaget worden, Daß man derglei—
chen Verdoppelung eines fremden X; und erhöhenden h. ſehr felten oder lieber
garnicht gebrauchen fölle, weilmanes ohne diß nicht nöthig habe und doch
ein Anfaͤnger gar leicht darinnen veiftoffen Fonne; Von derien auslandiz
ſchen Reliquien der Alten Modorum Müficorum, wollen wir bier nicht veden, da
man zum Exempel, den Modum g; dut ohne dag fis; den imodum F, dur ohne dag
bden modum B. dur ohne die eflentiale 4te dis &c; bezeichnet, und doch wohl alla
woderna drauf loß arbeitet: Dergleichen uble Bezeichnungen der Modorumi
- werden bey uns wohl felten mehr gefunden. Fraget man aber, wie denn alle
Modi MufieiModernirichtig bejeichnet,umd folgbar auch einem Anfänger von dee
Verdoppelung eines fremden X. nd erhößenden 5; fichere Negeln gegebeis
werden Eünten? Antwort: Wenn alle Modi dur richtige Transpohtiones des
ModiC. dür; und alle modi moll richtige Transpofitiones deg Modi A: moll wären;
Diefebeyden feynd die 2. Haupt-Modi unferer heutigen Praxeos, nach deren In»
tervallis fich die Bezeichnung aller übrigen Modorum richten fülte, Sed ufui
- ..eedendium aliquid. |
kg) Es wird dieſe 4te ſonſt 4ta irregularis oder la Quarta irregolare genennet, Weil fie
ohne Refolution bleibet. Und bedienet fie ſich hier eben der Frehheit, wie etwan
die liegenbleibende 7ma in tranfitu des baſſes thut, ungeachtet beyde, ſowohl die
ze Bi IE an und vor fich ſelbſt xefolvirende Diffonantien feynd, wir wis unten
en werden. |
8.8. Wir wollenalle bißherige Regeln der 6te in folgendes General-
Exewpel einſchlieſſen, und nach dernatürlichen Berwechfelung Der drey
oberſten Stimmen, (3e, 6te, gve,) durch Die gewoͤhnlichen drey Haupt⸗
Accorde exereiren. Kind zwar erfilich mit der ste in der aͤuſſerſten
Stimme möchte ed ohngefehe alfo gerathen: (*) Be
| — | 99.2187
Cr BeH der legten Bafl-Note dig ten Tadtes ift in obigen Exempel einmal vor allemal an⸗
zumercken, daß ein vor Der baſi ſtehendes K. oder erhoͤhendes h. iederzeit ſtatt der im
Syflemate modi beflndlichen ungeſchickten 3a min.deficientis,die richtige (2 Chro-
matifche Clavestiberfpringende) 3am min. tiber fich erfudere, ohne Daß fie aus⸗
druͤcklich durch einige Signatur angedeutet merden muͤſſe. Tolgbar wird zu
befagter Note nicht das im Syflemate modibefindtigck. ſondern Bis. als Die rich⸗
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gen, mie dag daruͤder ſtehende Aecompagnement aus⸗
tige za min. angeſchla
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BB (154)
Handenhierunddar wegender Enge des Mittel - Raums verhinderlich
fallen ;_ wir exerciren alfo den andern Haupt⸗ Accord, und Ian de Die
Ober⸗ ‚Stimme inder 3e anfangen;
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10. Eben
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| BB (ui) w
610. Eben dieſes Exempel kan man dem Scholaren eine zve sie er
verſuchen laſſen, (es verſtehet ſich, den Ball gleichfals eine gue tieffer ii
nemmen, woder Platz zu enge wir d. ) Biraber geben zum zten Daun
‚Accord, umd fangen in der mE Stimme mit der 6te an:
EHRE BE
4
3
— —
— — — et —
Ber 7* ß — *
F WER
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— — — Do
Pirer 4
SER er
— —— —
* je F- * — 9— =
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ne ⏑ —— — — 1— — —— am — — —
§. 11. Hier
Y ET) — |
6. 11. Hier iſt die Frage: Obfichnicht die bißherigen Exempel, (bey
ſolchen Gelegenheiten, wo ein ſehr vollſtimmiges Accempagnement %
propos fället,) mit leichter Muͤhe auch vollſtimmig tractiren laſſen? Ant⸗
wort: es brauchet vielweniger Kuͤnſte, ald bey dent bißher exercirten 4.
ſtimmigen Accompagnement, Denn in diefen haben wir unterſchiede⸗
ne Accurateilen, ſowohl wegen nothiger Beferung und Bermehrung der
zum 6ten⸗accord gehörigen Eflentialen Stimmen, alöauch wegen Ders
meidung verdächtiger Progreflen Derfelben, obferviren muͤſſen: Bey
einem fehr vollſtimmigen Accompagnement aber feyndalle Diele Regeln
von Natur fo unmöglich, als unnoͤthig zu obferviren, weil Die Menge der
Stimmen alle dergleichen Fehler denen Ohren verſtecket. Dabero man
hier nicht allein mit denen Mittel⸗Stimmen, (wie im vorhergehenden
Capitel mit denen ordinairen Accorden geſchehen,) frey verfähret, ſon⸗
dern auch das oben $.6. angefuͤhrte fremde R. und erhoͤhende 3. in allen
daſelbſt bemerckten Faͤllen viel eher verdoppelt werden Fan, weil deſſelben
gewöhnliche Haͤrtigkeit durch Die gleichfals verdoppelten Neben⸗Stim⸗
men Der ze, Ste, 8ve ꝛc. dergeſtalt wieder gedaͤmpffet, oder in gleicher
Waage er halten wird, daß es dem Ohre weiter Feine Hervorragende Haͤr⸗
tigkeit verurſachen kan. Wiewohl ein geſcheuter Accompagnift auch
hierinnen einen Unterſcheid machet, ob er mir nachklingenden Pfeiff⸗
werck, oder mit dem bald verſchwindenden Clav-Cimbal- Tone zu thun
hat. Auf dem erſtern faͤllet ein ſolches verdoppeltes x. und erhohendes
(zumahl bey ſchwacher Mufic,) delicaten Ohren viel härter aus, als auf
dem letztern. Weil wir alſo hier Feine gerneflene Exempla geben fünmen,
ſondern ein vieles dem Judicio, und Diferetion des Accompagnitten art:
heim gefteller bleiber, als wollen wir ung Tieber in kuͤnfftigen vollfiimmi;
- gen Exempeln, vor ber Verdoppelung Diefeg fremden x. und 3. fo viel
möglich hüten, zumahl e8 ohne diß unter vollen Griffen beyder Hande,
von einen Anfanger leichter kan dazu gegriffen, als bedaͤchtlich hinwegge⸗
laſſen werden. | | N
$.12. Appliciren wir nun alhier den 232 feq. des vorhergehenden
e
Sapitels, fo beſtehet das vacuum, oder der re Raum zwiſchen *
| | auſſer⸗
| er Cı7)
äufferften Stimmen einer öte,in ber Dur alle gven des Einvih wie⸗
derhohlten ze, ote und ve
E 4 b2
= — zu er Enz
an fi, mann = ran ] —— _ EN many == z
R r —— — — —— — — —
— 1 Sammer = Bee — J— ame D BERNER ee TREE
‚Sri ezmin. n SEE nd —— rasen Sg REN nen — ae rennen I) mm Are ann, EEE) ERTEILT Ph armen ERREEE] urn IEBZIITTZ
FREE re oo u En EEE nd a na erg TERTEI X ı mE > I RERRREH Sms URN)
Run darff man nur bey dergleichen Eten, eben wie — — denen ordi-
nairen Accordengefchehen, die 2. dufferfien Stimmen. anſchlagen, und
von denen nechſtgelegenen Mittel-Stimmen foviel ergreiffen,alsiediwede
. Hand faffeir fan, fohat das vollſtimmige Accompagnement feine Rich»
keit. Wirwollendas im vorhergehenden ‘.g. befindliche Exempel alhier
zur Probe ſetzen, und davon mit tGleiß die beyden aͤuſſerſten ———
EA (h)
| — = 2 — En N vi |
I 95 53583 4547, IE De ER Ai ie Wen
L-Ff- = -R ;E * nz = P- ze > f
2
| So &n dem dem sin Tai des oben folgenden Eyempel finden ſich i in — Site
DE (15) 21%
nn sun — —
Fa En me ET En a za nn EEE
a
} &
93. Wir kommen nunmehro zudenen — ieder⸗
zeit bey voller Harmonie mit einigen Conſonantien vermiſchet wer Ahre
| Ihre
tel-Stimmen der per gradus fallenden 6ten, auffer dener Sven, folgende nach
einander fortgehende Quinten: } Bei: “ h Weil ſie aber ſowohl drunter
d
geucha
N —E a =
Ihre — oder verſchiedene Zuſammenſetzung ad ee |
flungen, ſeynd, fo zu reden, unzehlig, und Fonnen von guten Pradtieis
noch täglich variret und rafliniret werden. Wir wollen aber alhier Die
in Der Com I und folgbar auch im General Bafle en
Saͤtze
als ne mit andern Stimmen fi veichlich be — daß zwiſchen der
“ Diftanz beyder aͤuſſerſten Stimmen kein leerer Raum des Accordes erſcheinet,
Ci. e. keine Stimme mehr Platz hat,) ſo ſeynd fie genugſam bedecket, und koͤnnen
dem Ohre eben ſo wenig — erwecken, als wenn man folgende drey eintzel⸗
ee er
nie Stimmen: — EEFEH auf der Drgel in zwey
ww;
Regiſtern von gleicher Stärke hören lieffe, deren das eine acht füfig‘ und dag
andere füßig wäre. Hingegen möchten mir folgende 2 Arthen des Accom-
pagnamentes vieler Sr einander — sten nicht allerdings anſtaͤn⸗
dig u ;
|
Fr 45 > An 5 fi Er —
6 = — * F — —
| Senn erftlich kommen i in benden Exempeln die ſtets —
Griffe der rechten Hand, ſchon verdächtig und eckelhafft heraus, wozu die, der
eh ften Stimme nechftangelegene und gleichfals beftändig continuirende gven
das Ihrige beytragen. Im andern Exempel aber bleibet anch die unlerſi Stim⸗
4
— AGD nn
Saͤtze nach der Ordnung durchgehen, und deren ſchwach⸗ und vollſtimmi⸗
ges Accoinpagnement gebuͤhrend beſchreiben. Vorhero aber mercket
ſich ein Anfänger noch dieſe Regel: Daß alle Signaturen oder Ziffern des
General-Baffes, welche ingerader Linie uͤber einander flehen, zum Erem;
pel: | ” | x | . jederzeit zugleich angefchlagen werden; dieje⸗
nigen aber, ſo neben oder nach einander ſtehen, z. E. | 710 c.
die werden auch nach einander angeſchlagen, wie fie in der Ordnung fol
gen, welches Feiner Erläuterung brauchet, fondeen aus allen folgenden
Exempeln dieſes Capitels erfehen verden
[4
6.14. Die 2de war oben Cap. I. die erfie Diffonanz. Sie wird
auf zweyerley Arch gebrauchet, ) perSyncopationem,dadie Baſis ſchon
vorhero gelegen, nachmahls vonder 2de ſyncopiret / und endlich in folgens
der Note einen halben oder ganzen Ton unter ſich reſolyiret wird. 2) per
Tranfitum, dadie Bafisgradatim drey Gradus unter fich gehet, bey der
w
Bann. — ⸗
mittlern Note aber die zde gleichſam von ohngefehr einfaͤllet:
b 6 Ä
mt Pose rot TeT ir
= = ro: Frrzelsift
* per Syncopationem. | per Tranfitum,
je -ieieH
An a ee
Sepp? Sept)
——
*
uf
26
—
in ee —
meder rechten Hand, welchedie sten machen hilfft, gantz unverdecft, wegen der
Entfernung, Des Baſſes, wodurch denn dieſe lang anhaltende gten⸗Griffe einem
guten Gehore viel penetrabler fallen. Es iſt aber dieſes eine Anmerckung,
e f
welche eben nicht dor maflıve Muficos gehoͤret.
Bl)
= WS: Die ſyncopirende zde führet zArten Mufigalifiher Säge zum
Grunde ihr es vier ſtimmigen Accompagnementes, als: F 0
Die darauf folgende oder refolvirende Bals-Note aber bat reguraliter
Die 6, fl oder. | uͤber ih. 9 Nachdem Satze |& a | oder
% | pfleget auch der ordinairo Accord, und zwar gern mit der za maj.
zu erfolgen, wenn Der Bafl nur einen halben Ton faͤllet; wie alle Cafus
gu Pag Exemyeln zu erſehen ſeynd:
Be
Refoluion der — 2de in den — der 6te,
En
76.4 Der
nl DR
6) D —* leere Satz 13] ſuchet ſeine ate Stimme in der Verdoppelung der
zte und ale, wie obige Eremnbel ausweiſen. Ubrigens verſtehet ſichs von ſelbſt,
daß die 2 4 und 6. bey angemersiten 3 Gasen, baldinajores, bald minores, natu-
zales und aceidentales ſeyn konnen. Bon dem Satze iſt zu gedencken, daß
er feine eigene Abbrevistur im Schreiben habe, und Durch eine bloſſe 2. oder
13 * | angedeutet werden koͤnne. Hat er aber die 4tam maj. bey ſi 9 ſo iſt die
| eig! ge 4 genug? den gantzen Accord | * anzudeuten.
Debaden Sik: 4 | werden unten $, 33 fg ausgefüh Az
a (162) 8
Far — | |
— == = — —
— — — = et — — —— —— — — —
— a Omen ao or I 8-——H Suse kuss, (im Mugmene Naru-en:
6
= SH 3 Hefe — —— — ——
A— *
old: 8 — — ee
— 2 — —* —
— 2
relolution der ofen 2dei in den Accord x („,) und G
JE = —
ei
a ae a
ET mon
se
J u — u BEE ER IENDERN 3 EETIEREN BR > eg m rn ET
1 Det EEE) Da en nn En m
hin — velänigen 2dein den Accordder (%&)
rn wa „= Tann VEERREEE Jenna, —— ——
— * —— — — —— — — —
F ü ————— —— —— —
er —————— ar a bass nn Na DE
815, De
| 6163) 8
6.16. Der 2dæ ſyncopotæ iſt anverwandt die za ſyncopata, welche
> mit der baſi zugleich binder,daben aber ſich von der 4ta (maj. oder min.)
Hyncopiren lafer, und nachgehends einen halben oder gansen Ton unter
fihrefolviret. (k) Die zugleich refolvirende bafıs aber Fan Bier eben:
fals, wie bey der ada fyneopata, Die Accorde: ° | |] 5 I über fich
leiden, wie ausfolgenden Exempeln erhellet: X
m ne mn am 1x = .
— eg 9: — $ So
Ber e rt
IE & K ie 3
ET er ERHITZT ii
7. Die >daintranfitu hat den einzigen Sat J + Lau Grunde
ihres vier ſtimmigen Accompagnementes. Die refolution aber der⸗
ſelben, oder die darauf folgende Bafl-Note fan ſowohl die 6. und | 5 |-
als den ordinairen Accord uber ſich leiden, zum Exempel:
x 2 1,
(k) i.e.fielaffet fich gleich einer Pifonanz tradtiren, und begiebet fi ier fre willi
in eben die Sclaverey, wie ſonſt die sta — bey der 6te thut. ale).
(*x) Diefer Satz der — — hat mit dem oben 8. 7, angeführten Satze weiter nichts
| gemein, als die aufferliche Bezeichnung der Ziffern, indem man beyde Saͤtze mit
—44 andeuten Ean, ne
%
8 (ı4) 2% |
| BB LEN ARM | 2 oe
Fee Bu Re AU EIEIN RR Ban
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= r —— -F- u EEE — — aaa
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4 4 &
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u 2 xXH#6 2 4 6
= eh, — — — Gi un — EEE en ER 5 — ——
EFF EFF E >
Eu ar m Ur mr DE rn un pe SEI vr ER FED 2
6.18, Es Anden ſich nach dem Linterfcheide des Sryli, noch etliche
irregulaire, wiewohl felten vorkommende Sagediefer Arth, welcheaber
wegen ermangelnder refolution nicht anders als Anticipationes des dar⸗
auf, im Bafle per Tertiam fallenden Satzes betrachtef werden. Denn
in allen folgenden Exempeln wird der ganze Accord zur lesten Notefchon
in der vorhergehenden Note antieipiret , und Fan dahero nach dem
Sprumge der ze unveraͤnderlich liegen bleiben, zumahl wenn man einige
Saͤtze aleich vollſtimmig ergreiffen will, wie das zte und ste Exempel
ausweiſen: (1) NT
u 66 |
— 34 4 SH 4
3m 3 3 2 3
— — En fd er re.) —— == ee ne le
u — ke} — u nn cn A —
2 en — —ů—— a
u uam &- we — Ian — Ir
nenn — u — ame © mmahee
Le a rt a
Cl) Die Erfindung diefer Saͤtze beſtehet in dem allzulangen Auffenthalt Der Bafl-
Note, welche fig) vorhero binden hajjet, ſtatt daß fie zu gleicher Zeit mit der rechten
BB (ı) WB
— 3 42: - *3 vo 4 —
Teer =
et Hu: 2 Se EEE
zer —— ee a —0
$ı 19. Das gewohnliche General. Exempel — denen drey Haupt⸗
Accorden mag ſolgendes ſeyn, und zwar erſtlich die ze in der Ober⸗
er “
— N x 3 u 9.20, Will
Hand /in * folgenden Accord falten —* Ich halte eben nicht viel von denen
erſten vier Saͤtzen, ich habe fie aber mit beyfuͤgen wollen, Damit einem anfangen⸗
Den General-Bafliften dergleichen aufftoffende raritäten nicht unbekannt bleiben.
In dem andern X Theile Diefes Tradtates werden wir beym Theatralifchen Stylo
nachfolgende Arth einer, nach der Bindung per zam fallenden ade —
— ſinden, Bd ein gr u: Se that⸗ Be
B lım) 8
. 20. Will man dieſes Erempel eine gut tieffer probiren, und um
bir rechten Hand Platz zugeben, Die 3aſſ. Noten in der Tieffe nehmen, fo
kan man es thun. Wir aber gehen zum andern Haupt⸗ A da die ”
in de r Aufferfen van AR ur
PL: -&- — ⸗ Gere ER Bremen
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— F 444 5
— HR i£ Fr ? —
—— mn I TE EEE A ren EEE
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3 = >> u
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—— —
S21. Die
SE (168) a6
$.21. Diefes Ereinpel kan eine gve tieffer probiret werden. Nach
dieſen gehet man zum dritten Haupt⸗ Accord, m Die gve a
Nr 8. — —“
— ⸗
a u 0 nn WED 5 he >
—
ee
— —— 3
Sa u rer —
2:
2 — — — tr 244 ie I
ERXFE- ————
——
je ©} —
σ
er — * 822. Wol⸗
622. Wollenwir bisherige Exempel vollſtimmig accompagniteit,
fo beſtehet das Vacuum oder der leere Kaum zwiſchen beyden auſſerſten
Stimmen folcher Säge in eben Dielen, durch ale gven des Clavieres wie⸗
derhohlten Signaruren, zum Exenizels
Be re ee -
b
| 4 a
ee $- ee en ge
——— — |
* —— ei
6b
——
K.24. Weil aber in Denen erſten 3. vollſtimmigen Sägen die Ver⸗
. mehrungder.Bafeos oder Bafl-Note auſſen gelaffen worden, fo frager ſichs
vorhero/ Ob manuichtauchdiefebafın ber) einer fyncopivrenden,oder in
tranfitu pasfirenden 2de in beyden Danden vermehren fonne? Antwort:
Nothig iſt es nicht, weilman genug mit Ausfüllung der dreyfachenſigna⸗
turen 17 zuthunfindet. LeidetesaberdieCommodititder Sand,
dieſe zve, (zum Erempel, bey Dem leeren Sage der ] 5 ) in denen Mit-
tel⸗Stimmen zuvermehren, oder 2. neben einander liegende Claves mit
. einem Singer zu faſſen ſo iſt es eben fo wenig verwebret, ald wenn der Ba
an fichfelbikin lauter gven einhergienge: Nur muß man beſagte gve nicht
leicht inder aͤuſſerſten Stimme anfchlagen, Cinfonderheit beyder gebun⸗
de ien und legaliterrefolvirenden ade) weil fie ſonſt obligiret ware, anch
mit dem Bafle zugleich in fortgehenden gven zu reſolviren oder ſonſt unge⸗
ſchickte Gaͤnge zu machen/ dergleichen man in denen aͤuſſerſten Stimmen
äg vermeiden hat,
J J 9.25, Wol⸗
la
MM
BB Cm) De
obigen vollſtim igen Sägen ſo viel
25. Wolfenwir nun nun aus
‚fo duͤrffte das oben. 19.
g der Aufierfien Stimmen, ohnge⸗
faſſen kan
llen:
n , was iede Hand am nechſten
nöliche Exempel mit Beybehaltun
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d
—RE m
TTT pin
626. Die ate war oben Cap. 1, in der Ordnung die andere Diffo-
nanz. Bißhero haben wir fie bey der de, als eine Hofe Huͤlffs Stimme
(ancillam 2d&) angeſehen: nunmehro führen wir fie als eine Daupt-Dif-
fonanzauf, (als atam dominantem, (m) da denn die Regel zu mercken,
daß ſie regulariter in eben der Ober-Mittelsoder Unter⸗Stimme, wo fie
in vorhergehender Note gelegen, muͤſſe unverruͤckt liegen bleiben, und
nachgehends ohne Verwechſelung der Stimmen, in die dabey ſte⸗
hende ze. (43) unter ſich reſolviren. Zu ihren Neben⸗Stimmen hat ſie
Irdentiicher Weiſe Die ste und gve. Man ſehe folgende gute und böfe
Exempel an; | be Ah Br
M
$.27. en
FM) Sie wird ſonſt Ia gta fopra Syncopata genennet; da hingegen Die Huͤffs⸗ ñ
beyh der ade, la 4ta fotto ſyncopata, heiſſet. —
a (12) 8
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* I. * — Pam u — — 2 DE eng Ay 2
EYE 5 TER — ai
Vs Berwerhfetung der Stimmen.
43 4x |
— — Am — — zn
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men — — an tum Sr ba ld an Ihe on, ! Br !!.—ασ σt!!!I RE ur Lo m a a
Winnie mn: aa yon de een at mr nn — — m Tem ] V > ro Mag 1 u
$.27. Wenn die 4. alleine tiber der. Note ſtehet, fo wird fi e bey Ein⸗
tretung der folgenden Note gebuͤhrend und ohne F—— der
Stim a |. zum —
— EHE 2 ER se
Fr nee ee
FE
in mm
u
ne —
—
6.28. Die
B (13) 88
| $ 28. Die ate bat ſtatt der ste auch die te zu ihrer eben Stimme,
und ſolchenfalls pfleget ſie nicht allezeit vorhero zu liegen, wohl aber refol«
viret ſie gewoͤhnlich. Auſſer dieſen aber Fan fie auch aſcendendo als ein
hloſſer Tranſitus gebrauchet werden, da ſie denn feiner refolution vonnoͤ⸗
er Br unter folgenden die beyden festern Exempel answeifen:
— ee
— u m
Be
— of
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ae, 0
an —
mn rn a ee
— * 3 — — 7 —
tun Mb — — En.
— Re vn —& Le
— — — 550 dh. GER —— —
ni au Ey — ——
— m — 3 a
x
Pe
En Ä
er ——“ N Tann anne ra um au — ü Stine en
re mn urn TE
u ao Die quarta major führet fich zumeilen auch aleich der, mit
der öte vereinigten 4tæ perlectæ auf; fiewird aber als ein bloffer Au R
h Bun der darauf ſolgenden ze ne
EINBERER — — — — = Fa an ı- u — —2
— ————— - ee u 1. een
5 — ann ru u En
——— u Fk — ôò me
==: — = —
6.30. Wir wollen die bißherigen aten⸗Satze wiederum i in ein Gene-
ral Exempel bringen, und ſelbiges gewohnlich durch die3. Haupt⸗ Accor.
de — Als erftlich, die 3e in der aͤuſſerſten Stimme: m)
— == : ee 722 —
| —— 6 6
43. Bra 43
BR
Fe mr no rn m un, om | -9 — mug um umn Se - .— :
.%K- p . > — —— ⏑ — — — © —
® m ann a a N Kae und. —— Der rn
uno nu =
(na) Ben der zten Bafl-Note des 7ten Tactes in oben folgenden Erempel it —
vor allemahl zu mercken, daß eine uͤber der Baf bezeichnete 3a maj. iederzeit die
gtam perfedtam, ftatt dee im Syflemate modi befindlichen stx imperfedtz, bey
ſich führe,ob fie gleich nicht ausdruͤcklich über der Note beg:ichnet worden, weil
fonft zwiſchen Der za maj. und sta imperfecta eine ungeſchickte 3a min. deficiens
entftunde, Folgbar wird zu gedachter 3a maj. as, Die vollkommene Fte cis, und
nicht das imSyltemaate modi befindliche c. angeſchlagen.
44 ko * ——
PEIREEIHEREEE
——
— 6 x “ H 34
IE- Ba 6 TE Xp.1-P----—-
— ==; after
id 3 us m
Enns re En F
. 3 4 #13;
FR J 1F e Fe z H
‚ss os 3 Be Er: |
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at — * 3. Der andere Haupt⸗ Accord da die zoeoben, möchte alſo ge⸗
a ne sd
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| =: =: — er : A Bus —
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— — —— —— —
— BE ran — —— — —
6.32. af kan diefeg Exenipet eine ve tieffer probien. Wir
aber geben zum zten Haupt⸗ Accord, da die zte oben: |
⸗ 4 Pr be
Be
ar = — — F
me Den — —
en |
—
I == |
9.33. Wir
8
3 6
—
vi (17) L;
Alan Ei
— Me >
— 32, Wir verſparen dns vollſtimmige — 4te
" sie anfeinen Ort, und gehen vor iso zur dritten Dillonanz, nemlich zur
staminore, Dieſe lieget zumeilenvorhero, zuweilen auch nicht, ſie muß
aber in der folgenden Note, (im eben Der Ober⸗Mittel⸗ oder Unterſten
Stimme, wie bey der ate gefchehen,) unter ſich refolviren, webey der
Baſſ regulariter einen halben oder gangen Ton fleiget, ſo daß fie beyde in
der ze zuſammen kommen. Ihre — — ea Stimmen ir
die ote und — 2m a Er
— =
= u Tamm E Q En er a = —
*
eos oder — 2 stumm. |
5.33. Nach
— — —
= —— Ba
6.33. Kar dem Linterfcheidedes Styli, ſalet der baſſ auch nach der
st,min, per zam, ingleichen per Semitonium ie da denn letztern Fal⸗
les die refolution der 5t, — — der 4 (0) verurſachet, zum
Exempel:
m u hal Ep U Du u HEIL BEE
ge) Bondieferrefolution der gt.min. 7 ehe Cap. 1 Sect. 2. de — ——
en BR (19) 8
6,34. Diesta perfetawird öffters als eine Diffonanz und ʒta fyn-
copara gebrauchet, wenn ſie nemlich vonder ötefyncopiret, und in uͤbri⸗
genderste min. in allen gleich tractixet wird. Nur Diefeshatfievoraug,
daß ſie gern vorhero legaliter bindet. (p) Ubrigens reſolviret fie gleich
jener, entweder mit einem gradatim ſteigenden, oder per Tertiam fallen⸗
den, oder mit der 13 bindenden Zalle, wie beygefuͤgte Exempel alle 3.
Caſus erlaͤutern:
A
372...
Cp) Folgendes Eyempel bey einer Cadenz, möchte noch zu entfchuldigen feyn, Meir
nes Orts aber wolte ich lieber. die stam min. aufdiefe Arth brauchen:
80180) 88
. 35. Bey einem vorher⸗ und nach⸗beſtaͤndig⸗ liegenden Zafle pfle⸗
get die zta ſyncopata in die ate zu reſolviren, und hat viel natuͤrlicher die
Sue, als ze zur aten Stimme bey ſich. Diezeaber iſt alsdenn erſt unent⸗
behrlich, wenn der Zafl zugleich mit der relolution der ste fortgehet, wie
unter folgenden die drey letzten eg ausweiſ
j : # ‚
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—— —
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—— 7 D.- , SELL Fre III Bam Var) yernmeonn EBENE nenn. Er ne
ne N) Bons Selm. Ste m in Fern — —
St =: _ Allan, ur laha a a i c α
m -_———— u Son an Om ade Sn rn ng DC m a any mm
Ba tt 0 — — m Ei mbar in — — — Man an an am man . a Fa nn
— ⸗ an in F&p dan mem (HER a Fa an A erstma
— num Un DR res u a nr ma
| | 2; c — 38
$.36. Wir wollen die,von * *— pertecta und imperfedta gegebe⸗
nen Regeln in ehr gewoͤhnliches general Erempel, (in welchem zugleich
einige oben zur uͤck gebliebene Saͤtze ausgefuͤhret werden) zufammen zie-
ben, und ſelbiges Durch Die drey Haupt Accorde gewöhnlich exerciren.
Und zwarer ſtlich die sve.inder aͤuſſerſten Stimme:
8 2 4
ma FE — * fr
er —
ar acht u
Sa
— —— — — — =] 3
et u ic
4,
5 s N As
x 3.
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— — —
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S 37. ‚Der
Re (182 ) ie |
$.37. Dev andere 9dnupt- Accord mirderste inder aͤuſſerſten Stim⸗
me koͤnte ohngefehr alſo ausfallen: |
| 1 el
3: SEE
— Pre — —
ee
Bir
DE (183) 38
| g 38. Man Fan diefeg Erem
ffer probiren.
Sye oben:
pel eine Soe tie
Accord; du die
aber gehen zum dritten Haupt⸗
$ 39. Wir
06184) 8
. 39. Wir kommen zur Diſſonanz derzme, Diefe lieget gleich⸗
fals zuweilen vorhero, zuweilen auch nicht. Wir betrachten hier erſtlich
Die vorher liegende zme, Dieſe nun hat offters ihre reſolution gleich nes
ben ſich (76) und brauchet ordentlich Die ze und Sue zu ihren Reben⸗Stim⸗
men, wie unter folgenden Exempeln, die erſten drey angeben. Beſagte
zve aber iftdaben nicht unumganglich nothig, ſondern man kan ſtatt der⸗
ſelben entweder die ze verdoppeln, (wofern man mit einem drey ſtimmi⸗
gen Accompagnement nicht will zufrieden ſeyn,) wie das ate und zte
Erempel ausweiſet: Oder, man kan auch biß zu Eintritt der öte, die ztam
perfectam 9 anſchlagen, wenn es nemlich die Modulation und der
Ambitusmodi leidet, wie aus dem legten Exempel zu erſehen
ee re den.
Eee
* 43: R Be a
* J 2 ——
— — u
SreEr ee
Een
FE E H %
760
di
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tn
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IE = ea
4 Suse zu Gang au Paten Ga rn ame
9. 40. Wenn
D Daß es aber einen Anfänger nicht rathſam, ſich viel mit der ste bey der 76. eins
zulaſſen, ſolches erweiſen eben Die obigen Erempel. Denn im erſten Exempel
lejdet die 76. Die rec. nicht, weil die sr Des vorhergehenden Satzes das cis ange⸗
BE (185 ) u
uch Wenn die 7. alleine ohne die 6. uͤber der Note Rekeks refolvi.
vet ſie erft innachfe'gender Note einen halben oder gantzen Ton unter ich,
und hat zu ihren Neven-Stimmen ordentlich die ze und zte, wie unter fol⸗
genden, die erſten drey Exempel ausweiſen. Es koͤnnen ſich aber Calus
ereignen da die zte nicht wohl ohne vitioſe Progreflen, oder ungeſchickte
Verwechſelung der Stimmen Fan angebracht werden, dahero nn ſol⸗
chenfalg ſtatt ſelbiger Die gve anfchläaer. Man balre dag Ate und ste
Exempel gegen das ote, und Sr zen das Bert $ | |
=
er 9; - He
EIERN —*
E == re
= = T 4 4 # # = —
| gut. nicht zut
| 5. Run
— Im andern Srempil — wiederum die ste g- nicht gelitfen, weil die
44 des vorhergeb: nden Satzes das gis angegeben. Im dritten Exempel leidet
der ambitus modi keine ste uͤber dem e, welches insgemein der Khwerte Cafus vor
Anfangsr ift. SDR tu modi cap. 2. Sedt.2.) Im 4ten und sten
DB (1)
Al. Nun finden fich in denen General-Baflen ofters eingelne zmen
uber folchen Noten, weiche natuͤrlich Feine ztam perlectam, fondern ztam
minor, in fyftemate & ambiru modi fuͤhren, alſo fraget ſichs, ob dieſe zta
min, iederzeit ſtatt der pertectæ fan angeſchlagen werden? Antwort:
Wenn die sta min. 1) mitder 7. zugleich vorhero gelegen, und hernach 2)
mitder per gradum ffeigenden Bafl- Siore zuſammen in Die ze reſolviret,
fo kan fie auffer allen Streit flatt der perlectæ angefihlagen werden, wie
Die erſten zunter denen nechſtfolgenden Exempeln auswerfen: Danger
aber beyde gedachte regvifica, oder wenigſtens eines derfelben, wie aus der
nen nachſolgenden z.Exempein zu erſehen, fo wollen zwar einige, (worun⸗
ter auch unſer Gafparini p.63.fegv.}diestam im pertectam vor unzugelaſ⸗
ſen, und folgends keſagte Kkkempel vor falſch erklaͤhren: ich ſehe aber Fer
ne gnugſame raiſon und halte ſie (zumahl in vollſtimmigen Accompag-
nement und compoſition) vor untadelhafft. (r) Wer aber in ein enges
Gewiſſen bat, der Fan. bey der 7. Die sta min, in ſolchen Saken vermeiden, -
109 fie gantz und gar nicht per gradum unter ſich reſolviren kan, wie dag
leste Exempel ausweiſet: (8) | — | 6.42,
Exempel ift gar Feine gta perfedtz im Syftemate modi vorhanden, weswegen
ach die Sta imperfecta gern weggelaſſen wird, weil fie zu Feiner relolution
gelangen Fan. | el —F
co) Weil 1) von der stamin. nicht erſodert wird, daß fie nothwendig vorhero liegen
muͤſſe, wie Gafparinip: sg. ſelbſt lehret. 2) Reſolviret fie ia in folgender Note,
gleich) andern Diffonantien, einen Grad unter ich, und muß eben ſolche refolution
nicht iederzeit mit Dem Bafle in Die ze zuſammen lauffen, (wie wir oben von dieſer
$; Exempla in contrarium gefehen,) zumal fie afbier nicht als Diffonantia do-
minans, (Die herrfihende Diffonans, ) ſondern als eine bloffe Huͤlffs⸗Stimme der
ne, (diflonantia coneomitans Kancilla 7mz,) betrachtet wird. |
(s) Ber aber auch in dieſen letzten Exempel die gt.min.als eine bloffe Huͤlffs⸗Stim⸗
me der zme dazugreiffen will, der kan zu feiner Defenfion Die Inftanz von der 4te
geben welche an ſich ſelbſt zwar auch eine ordentlidy refolvirende Diflonanz ift, fü
| 615 —J—
bald, fie aber bey der ſyncopirenden 2de, | 4 | $ | als eine Hulfls-Stimme
gebrauchet wird, ſo bleibet ſie ohne refolution, und pfleget bald aſcendendo per
gradum, bald afeendendo& deſcendendo per faltum zugehen. In ſolchen Din⸗
gen ſeynd rationes pro und eontra zu finden, Dahero wer dieſe gt. min. ausdruͤck⸗
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| beften, er zeichnet fie zugleich tiber Die Note I sh | damit weiß man feine Mey⸗
nung. Ich halte es indeß feinen Accompagnitien vor uͤbel, wenn er fie uͤberall
bey der me dazugreiffet, fie mag ausdrücklich bezeichnet feyn, eder >
rg Diefe an hat ihren Urfprung ausder Berfehrung der refolvirenden 9ne. Der
‚Ss Fan als —— des darauf erfolgenden ordinairen Accordes,
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6. 42. Wenndie7me nicht vorhero lieget, fo wirdfie auf unterfchie
dene Arthengebrauchet, ald ! Er Rn
1) Auffebendie Arch, wiedie vorherliegende 7me, da fie nehmlich
die Neben-Stimmen der zeundstebehalt, und meiſt in folgender Note,
zuweilen auch in die gleich Daneben ſtehende 6te refolvirer, wie beyderley
Cafusiausfolgenden Exempeln erbellen:. —— ee
2) Bey einem fyncopirenden Bafle, da die: 7me wieder die vor⸗
hergelegene Bafl-Note anſchlaͤget, und nachgehends —————————
| | ———
und die | | Als Anticipatio des darauf folgenden:sten- Accordes angefehen:
erden. Iedoch weiſet das obige andere Erempel aus, daß auch nad) der | | :
die Ste erfolgen Fonne, RR, u |
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halben oder ganzen Ton unter fich reſolviret. *) Ihre Neben⸗Stim⸗
men ſeynd die ate und 2de 4 oder die ʒte und ꝛde 0.7
3 Bey einem beſtandig liegenden Bafe, da die vor hero confoniren-
den Stimmen in den diſſsnirenden Satz der. 7mæ maj, 2de und 4te (t)-
7 % e a i Y — a A Se * 9“ gr. e- *
%: $ oder) $ ausweichen und vondar wieder in die vorigenConfonan-
tien zuruck treten: u
() Diegte wird hier wieder, nur als eine Huͤlffs⸗ Stimme derdominirenden 7me
angefehen,und muß fich ſchicken, ohne refolution'unter-und über ſich zu gehen,
wie manfiebrauchen will.
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4) Wenn fiedie 6te Iyncopiret. (u) Es wird aber ſo dann die ste
weggelaſſen, Die ze hingegen bleibet vor wie nach:
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5) Endlich iſt der leichte —— die gve per tranſitum in
‚die zme gehet: — 3 welches keiner fernern Erlaͤuterung brauchet.
$. 43. Dag gewöhnfiche General · Exempel der bißherigen Saͤtze
möchte ohngefehr alfo lauten. Und zwar erſtlich der Haupt: Accord,
da die zte m der euſerſten Stimme: — 8
44. Der
1 nennt
(u) Dieſe Sta Iyncopata begiebet fid) hier auf gleiche Arth in die Selaverey einer
Diffonanz, wie oben die za und sta [yncopata, gethan haben. Nichts deſtowe—
ger bieiben Diefe drey Intervalla vor wie nad), Confonantien, weil fie ſich freywil⸗
lig binden, ns), undrelolvisen laſſen, Da ſie ss fonft nicht noͤthig haben,
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45. Esfan NieRhGrchpelenanat tieffer verſuchet werden. Bir
aehen zum zten Qaupfs Accord, da die ze in der euſerſten Stimme an⸗
faͤnget:
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46. Wir kommen letzlich zur Diffonanz der 9. diefe lieget all’ or»
dinair vorbero, undrefolviret entweder indie gleich Daneben ſtehende 8ve
oder wo dieſe nicht dabey befindlich fo refolvivet fie in folgender. Note
einen grad unter ſich. Ihre —— Neben⸗Stimmen ſeynd die ze
md Br 9. 47: Die
— — — 4.
| $ 47 Die Nona minor herr 1 (nach dem Linterfcheide des
ambitus mödi) bie zam maj gern nit ber ea WV) und die zam min,
mit der 6te: Er
— AR, Die Nona überhaupt, wird öffterg bald mit de ate,bald
anitder 7me; bald mit benden zugleich verfnüpffet, da denn jediwede von
dieſen Neben-Diffonantien ihr gewöhnlich Tradtament vor wie nach bez
hält, wie aus fülgenden General-Erempel erheller, welches wir gewoͤhn⸗
Tich Durch Die drey Haupt⸗accorde exerciren wollen, und zwar erſtlich
| Die 8ve oben: |
B 2 9.49. Der
60) Galparini will p. 67. feq. die gteniemahle bey der 9. min. leiden, weil fie mit ſel⸗ |
beg eine Falfam, (i.e. Stan minor. Bey ‚Qu, qualis, quang: ie fe
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$.49. Des andere Haupt » Accord, da Die ze oben, möchte alfo -
gerathen:
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$, 50. Der dritte Haupt ; Accord da die ste oben, mag folgender
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$. 51. Dies
651. Dieſes Exempel mag eine sve tieffer exerciret werden. Weil
‚aber beydergleichen hauffig unter fich gehenden refolutionibus Diflonan-
. siarum die rechte Dand offters fo tieff himmter kommet, Daß fte nicht
mehr Platz hat zu refolviven, noch die lincke Hand (wenn fie auch denn Ball
- Indertietengveniminer) frey agiven Fat, fo darff fich ein Anfänger bey
feinem Exerckio Der 3. Haupt⸗ Accorde nur an folgende 2. Vortheile
hatten ® womit er die rechte Hand iederzeit wieder in d.e Hohe Bringen
y Suchet er nad) geſchehener refolution der Diffonantien , oder
auch bey folchen Noten, die feine Diffonantien uber fich fuhren, (infonders
heit bey langen Noten) Die-Accordedergeffalt zu halbiren und zu brechen,
daß die rechte Hand nach und nach wieder in die Höhe gerathe, und hier⸗
durch neuen Platz gewinne, Diefolgenden relolutiones gleichfalß zur
Execution zu bringen, ıoie aus dem gen Tat des vorhergehenden, Ins
ri aber und mit mehrern aus nechſt unten folgenden Exempel zu
erſehen. a
2) Kart er dann und want einen vollffirmmigen Griff indie Höhe
thun, undin folgender Note die unterfien Stimmen wieder fahren laſſen.
Das andere atel im sten Tacte des $.49-- befindlichen Eremmelg, inglei⸗
chen das vierdte atel im oten Tacte des $.50.befindlichen Exempels erlaͤu⸗
tern die Sache. Hierbey ſehe man den erſten und zten Tact des folgen⸗
den Exempels an:
6,52, Vor
DB (200)
$.52. Von denen bißhero tractirten Diffonantienfeynd nachfolgen⸗
de leichte Anmerckungen mit zunehmen, welche feines beſondern Exer-
citii beduͤrffen. Nemlich
2) Daß beſagte Diffonantien nicht allzeit in nechfifolgender Note
refolviren, fondernihrerefolution über etliche Noten auffbalten, biß end»
he Die legte Note vor. alle die — reſolviret. z. E.
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2) —— die Diſſonantien ofters — in Diſſonantien zu refolvi-
ren pflegen. Hiervon haben wir oben ſchon 2.Cafus geſehen, da die 4 und
sh beyde in ate mal, reſolviret. Es mögen aber folgende Ereimpel a
Sache mehr erlaͤutern;
3) Daß
Beine
e) — nu Be und vorher gelegene Diffo-
nantien nicht allezeitwahrhaffte Syncopationesfennd, welche einer refo-
lution beduͤrffen / fondern fie entfichen offters aus dem bloffen Tranfitu
des Bafles, und haben weiter nichts hinter ſich, als daß bey dergleichen
7men, und onen@umahlin langfamen Noten) diezegern mit fortgehet;
wo nicht dag Gegentheil ausdrücklich daruͤber bezeichnet iſt, wie unfer
folgenden diebendenlekten Erempel ausweiſen, welche Arthen des Tran-
fitus be in Pen Bafl-Noten nicht — zu approbiren;
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.53. Biß
"(202 )
8.53. Biß hieher haben wir dag vollſtimmige Accompagnement
mit Fleiß zuruͤck gelaſſen. Nunmehro fraget ſichs, wie alle bithero in
denen Stimmen der rechten Hand ſyncopirte und reſolvirte Diflonan-
tien vollſtimmig zu tractiren, ob man nehmlich ſelbige verdoppeln,
und in fortgehenden Sven zugleich mitrefolviren konne oder nicht? Aut?
wort: Man kan ſie in einem vollſtimmigen Accompagnement, (wo Die
vielen verdoppelten Diſſonantien bey ſchwacher Mufic, oder ſonſt nicht
mala propos fallen) allerdings verdoppeln. Mit ihrer refolution aber
iſt ein Linterfcheid zu machen M zwifchen Denen euferfien zund Mittels
Stimmen, 2) zwifchen der rechten und ind Dand vr
6. 54. Mle in der rechten Hand, und ſonderlich in der euſerſten
Stimme der rechten Hand vorkommende Diffonantien, muͤſſen jes
derzeit legaliter tractiret werden, das heiffet, ſie muͤſſen binden und refol-
viren, wie es die Regeln erfordern, weil hier dag Ohr gar leicht die Feb»
fer entdecket. Hingegen ſeynd die verdoppelnde Mittel - Stimmen der
lincken Hand an diefe Sefegenicht gebunden, fondern fie konnen willkuͤhr⸗
lich auff dreyerley Arth verfahren, als; u RR
1) Kan die lincke Hand alle in der vechten Hand befindliche Con-
und Diffonantien zugleich erareiften, mit ihnen vorhero liegen und bin⸗
den, auch nachachends in fortgehenden gben mit ihnen reſolxiren (x): nur
muß dabey (wie oben uͤberhaußt recommendirerworden) ein allzugroſſes
vacuum, oder Diltanz zwiſchen beyden Haͤnden vermieden werden, Dis
init Die unbedeckten Sven einen guten Gehöre nicht penetrabel fallen.
Diefem nach waͤren in folgenden erfien 8. Exempeln die gven aller refolviz
renden Con und Diſſonantien gnug ſam bedecket: in allen ͤbrigen Crem⸗
peln liegen fie allzuoffenbahr, und ſeynd (eines mehr als Das andere) ei⸗
nem guten Gehoͤre verdaͤchtig.
2) Kan
x) Weil hier die gven gleich dem offtgedachten 8. und 4. Fuß auf der Drgef,
Ban denen, in gven fortgehenden Stimmen ſtarcker Choͤre betrachtet
werden. ’ |
a 023) 8
| 2)Kan
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— — ——
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| | | BE M
2) Kandielinde Hand ihre von der rechten Hand entlehnte Diffo-
nantien auch per gradum über fich refolviven, oder per faltum abbre⸗
hen (y), woesdie Commodirgt der Hand erjodert. Genug wenn Die
rechte Dand (alliwodie Toniacutimehr Durchfihlagen) Negelmaßig ver:
führer. Damit aber dergleihen Freyheiten nicht alzuplump ausfallen
moͤgen, ſo ſuchet man hier wiederum das offt gedachte vacuum zwiſchen
beyden Danden, ſo viel moͤglich, zu vermeiden. Manfebefolgende Exem⸗
pel an, welche in einem vollſtimmigen Accompagnement ohne Tadel
ſeynd. Und zwar reſolviren in denen erſten 4. Exempeln die Diſſonan⸗
tiendeg Baſſes per gradum fiber ſich. In denen 3. folgenden Exempeln
brechen ſie per ſaltum ab. In Dessen 3. letzten Exempeln aber refolviren
fie zwar richtig mit der Ober-Stimme unter ſich, allein fie haben nicht
mir Diefer vorbero gelegen, fondern ſeynd per faltum in Die Diflonanz
gefallen 5 de he. | |
Kan
(5) Dieſe lestere Libertaͤt ſcheinet allein ein proprium volffimmiger Inſtrumente zu
fenn, in denen paräturen fepacirter Stimmen aber follman ſich mit dergleichen
Dingen nicht gern blicken aſſen. Wohl aber haben dieſes Die Ausfander
in Gebrauch, daß fie ben Ausarbeitung vieler real- Stimmen z. €. eine ate,
ne &c. vocaliter gebührend unter fich, inftrumentaliter aber per gradum uber
fick refolviren. Mur malte ich dergleichen refolntiones nicht offt in der euferften
Stimme hören, und halte überhaupt ınehr davon, wenige real-Stimmen folide
auszuarbeiten, als allzu viele real-Stimmen mit ergmungenen und irregulairen
Gängen anzuhäuffen, unter dem Deckmantel, daß es Die Natur nicht anders
zulafle, Hæc obiter. |
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| DB (206)
3) Kan die linde Hand in einigen Cahbus die refolutiones der in
der rechten Hand befindlichen Diffonantien auf aleiche Arth anticipiren,
wie etwan berühmte Componilten in voilfiimmiger Compofition ver;
fahren. Die Sache brauchet einer weitlaͤufftigen Erfläbrung, und mag
von Aniängern garwohlübergangenwerden. Denen Geuͤbten aber zu
Gefallen wollen wir fre alihier aus dem Grunde beſchreiben.
$.55. Es iſt bekandt, dag man zu der vollffimmigen 9. unter andern
Mittel⸗Stimmen auch Die sve anſchlagen Pau, ehe noch beſagte 9. ſelbſt
in die daneben ſtehende Sue reſolviret (98) welches in der That nichts
anders iſt und heiſſen mag, ald eine Anticipatio refohıtionis Nonz, der
Fr a g desjenigen Clavis, worein die 9. erfirefolviren
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6.56. Kan nun das Gehöredie Anticipationem refolutionisNonz
vertragen, ſo kan es auch nothwendig alle andere Anticipationes refolu-
tionum vertragen, welche ausder bloffen Verkehrung Diefer vollſtimmi⸗
gen 98. herkommen, (z) wofern man ſie nur Regel⸗ maͤßig zutractiren
und zu præpariren weiß. Wollen wir nm zur erſten Probe die Br
| gehen⸗
(2) Denn weil dieſer Satz von lauter ſolchen Con-und Diſſonantien zuſammen ge⸗
ſetzet iſt, welche ſich nach denen Grund-⸗Regeln des bekandten Contrapunto
all’ Ottava, insgeſamt eintzeln verkehren, und dergeſtalt tractiren laſſen, daß fie
fo wohl dem Ohre als der Kunſt datisfaction geben: aus was vor Grunde wolte
SB ( 207 ) 3%
gehenden3. Exempel dergeſtalt verke been, daß bie 38 in kedweden Accor-
de ſtatt des baſſ.clavis herunter, und dieſer! hinauff geſetzet werde, ſo be⸗
kommen wir eine Anticipationem refolutionis 7m&, oder eine Vorher⸗
| Anſchlagung desjenigen clavis worein die 7me — relolviren ſoll: (a)
u — Bu
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u nn ac un nn
U Em RT en in et zu se RE Br. er e--- a
WER rem vum I ma ©<, — VE m te — — — | en Fee ER un EEG wm an = Dbcmagr sun Anne,
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ae ur um —— Fe — Ans mn BEE “mg mm TEE Ta ů—ů REED mug
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| — denn die Verkehrung des gantzen Accordcs dem Gehoͤre eine neue, und
zuvor nicht da gewefene Vordrießlichkeit ee Fonnen, wenn fie fon
Regel⸗maͤßig tradiret wird?
In diefen Exempeln machet die oben liegende 7me gegen die unten anticipirte 6te
die vorige 9. aus; folgbar muͤſſen zwiſchen dieſen beyden Stimmen aucy alle
Regeln obfervivet werden; welche fonft bey der 9. zu obferviren ſeynd. z. E. Die
gve tum Bafl-Clave gehet nicmahfs defeendendo in Nonam ; alfo a auch Die
gve su diefer Mittel. Stimmeniemahle defcendendo en Folgbar müs
ve das hier felgende erfte Exempel falfch, Das andere aber gut. Und Diefe Ans
mercfung iſt bey en kuͤnfftigen Be refolutionum | m a zu neh»
men.
N
Nr
| a — = ==
Gem — ya mens an su een nu — — — rm meer ze u)
——— Birne — — u (Ban nn an —rD0s
— 3 — — Ir u
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Ge ag ru a man
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NB. Es iſt aber leicht zu ermeſſen, dag dieſe Anticipatio refolutionis
7mz nur bey derjenigen 76. muß gebrauchet werden, welche natuͤr⸗
lich Feine ste im Accord leidet, wie oben $. 39. verſchiedene ſolche
Exempel gegeben, und inder beygefuͤgten remargve (q) die Erlaͤu⸗
terung daruͤber gemacht worden: ſonſt würden Die ste, Die anticie
pirte Gte, und die 7me in einem Accorde alle 3. verbochener Weife
zuſammen Fommen.
| 987
$.57. Verkehren wir unfern Accord der N 5 |dergefat, daß die ste
3
ftatt des Fundamental-Clavis herunter, unddiefer hinauff geſetzet werde,
fo haben wir eine 4nticipationem refclutionis 5tæ [yncopatz, oder eine
Borher-Anfchlagung desjenigen Clavis, woreindie sta ſyncopata erſt res
folviren foll, wie folgende Erempel.ausweifen. (b)
he —
ee
erraten
mau EEE 0 Diese 2: |
— —
— — RR — —— — — — —
9
= —) — m RER. — — — nn Tr —
me m un an un en | oo en m En nn u [nn a re mn nm re m 9 — —
ů— — Tees fe EEE, mn EEE oo Er on BT] m m uf a m TR wm. wu
N 4X ; 6
sb
un Da de a —
—
6 6
A ba N
$. 58 Bey
(6) In dieſen Exempeln machet die oben liegende ste gegen Die unten anticipirte
ate die vorige 9. aus, und ſeynd alſo zwiſchen dieſen beyden Stimmen abermahl
die gewoͤhnlichen Regeln der 9. zu obſerviren, wie in vorhergehender remar-
que (a) gedacht worden. Lbrigens koͤnte man den Accord vr gan)
‚ 3
ZE (29) WE
9.58. Bey der vollſtimmigen 9, wird oͤffters ſtatt der ste Die öte
98
aebrauchet.) 8 \ ertehren wir nun dieſen Accord dergeſtalt, daß die
6te ſtatt des Baff Clavis herunter, unddiefer hinauff gefeget werde, fü bez
fommen wir eine Anticipationem Atæ [yncopatz, oder eine Vorher⸗
Anſchlagung detſenigen c en worein bie - 4ta Fagopats erſt zu refolvi-
ven an: 2 | |
= 2
= . — — — — — —— —ů ——
X ·— — un TEE — — En nn mn nu ET en un),
EN ER ni zu een — rn J Aa be use]
| 98 77 — 43
: |
Er 59. Die 9, hat zunveifen nebſt der za min. und 6ta maj. auch die |
®
Rn 7, h. c, beſchriebene 4tam irregularem bey ſi 74 verwechſeln
wir mn dieſe ate mit dem Bafl-Clave, 8 befemmen wir eine Antieipatio-
nem
| Dergeftalt verkehren, for die < 9 felbft mit dem Bafl-Clave verwechſelt wuͤrde
weil aber hieraus Feine Anticipatio reſolutionis, ſondern der oben 8. 42. No: 2,
angefuͤhrte Satz —94 9 entſtehet, ſo dienet es hier nicht zu unſern propos.
(*) In dieſen Caſu ‚machetdie oben liegende ate gegen Die unten anticipirte ze die vo⸗
rige 9. aus. |
BB (20) |
nemrefolutionis 6tæ fyncopatz, oder eine Vorher⸗Anſchlagung desje⸗
nigen Clavis, worein die von der 7me Iyncopirfe öte erfi refolviren fol,
wie unter folgenden, die erſten Erempel ausweiſen. Es Ean aber auch
die refolution einer blog vorberliegenden oder gebundenen Steantkcipi-
vet werden, obgleich Die 6te ſelbſt, nicht von der me — worden,
wie aus denen z. legten ae erhellet: CM.
BETEN
L. BR
om 2 > 17 ea as a ar . nene
mie — — — — —
—E — 5 — — — — — — JJ — Mae — —— Vasen BERUHT
Accord. 7° —
RX Bi mn men era —— a ze mn za)
—* — ar mn an 2 πα — π op Lt
”
3
"3 — — — — ra ng WE ZRIEgn nam (nme —
REBEL, Dei a nn = m nn m yon ran VREEEEE PR AIEEE Ton DT m ame ÜREEETD TEE
— —— un Fan nn EUER vurnrasereuns , αν run GERA eisen METTEREn. ME ten
a m EEE. — — — VEGE —
ee, — == ! gen FREE Ten LTE Tran —
ua — -—-—( Irene. RESET vu
—— Be. nn — BERERER FREIEN Prrem—n] Tageren DET ETUR) Dee me !( Tray
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a.
$. 60, Die
CH) An allen diefen Erempeln machet die oben liegende Efe gegen die unten antici-
pirte ste. dig vorige 9, aus.
—— 211) —
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3
nun dieſe zme mit dem Ball Clave, fo bekommen wir eine Anticipatio-
nem 3se ſyncopatæ, welche zwar in vollſtimmiger Compofition mehr.
Dienſte thun Fan, als im Accompagnement; wir wollen fie aber doch
in weil wir einmahl in ——— — Materie —
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Accord. Verkehrung.
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(&) Bey diefer Verkehrung machet die oben vorher liegende ze gegen die unten eing
tretende ade die * 9. aus. |
BE (C2aı)
9.61. Bey doppelt vorher liegenden Ton -und Diflonantien fan
man auch doppelte Anticipationesrelolutionum anbringen welches.aber
felten, und mit einem Judicio geſchehen muß, damit die Bun
Diflonantiendem Gehöre nicht unertraͤglich a mögen
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43
(NB, — dem erſten Exempel der doppelt anticipirten reſolution
2 iſt das im vorhergehenden 6. 56. angehengte Nota Bene an⸗
beto zu wiederhohlen)
$.62. Bey alten bißherigen und fünfftigen Exempeln dm: antici-
pirtenrefolutionum i iſt hey dem Accompagnement eines vollſtimmigen
Inſtrumentes hauptſaͤchlich zweyerley in acht zu nehmen:
ı) Daß der locus reſolutionis oder derjenige Clavis individualiter,
worein die in der rechten Hand vorher gelegene Con und Diſſonan re-
ſolviren fol, — leer nd unbeſetzet bleiben muß, damit das Gehore
Die kuͤnfftige reſolution wohl unterſcheiden, und der Anſchlag vieler neben
einander liegenden Clavium denen Ohren nicht einen Greuel verurſachen
moͤge. (4) In dieſer Abſicht behaͤlt die rechte Hand lieber das Amt, dir
Com
— —— ra
— — — — — ——
(d) 3.€.indenen 3. Exempeln des vorher gehenden S. 61. ſchlagen jederzeit y. nes
* einander liegende Claves zugleich an, nehmlich in denen erſten be ydenn
2.h.e.d,e. und in dem andern Tacte des Iten EIN, g.ab.e.d. Wären
8 (23)8
Con und Dillonantien legalicer anzufchlagen und zu refolviren, die lin»
cke Handaber begnuͤget fich, Dierelolurionesder rechten Hand zu anticipi⸗
rxen. Dahero waͤren alle anhero wiederhohlte Erempel, auff folgende
Arth gantßz und gar unleidlich: ed)
a ee DO
nun DiefeClaves nicht in die hohen und tieffen Lven vertheiler, und bey jedweder
. Diffonanz der locus refolutionis frey geblieben, ſo wuͤrde manſwas ſchoͤnes zu hoͤ⸗
ven befommen. Hingegen wird fich das Ohr bey einem NB. vollftimmigen
‚Accompagnement und Compokktion tiber gedachte Exempel, fo wie fie anges
bracht worden, nicht zu beſchweren haben, ob fiegleich priino inmitn Jenen Au⸗
gen noch fo paradox fiheinen moͤchten. |
xe) In ſeparixten Vocal-und Inftrumental-Stimmen Iäffet fid) der Calus nod) eini⸗
ger maſſen entfehuldigen, wenn die 9. neben Der anticipirten gve als eine 2.de er⸗
ſcheinet, und doch als gnatractiret wird, En |
7
weil hier das Gehoͤre wegen der Diverſnaͤt der Stimmendie relolution noch uns
terſcheiden Tan: allein auff vollſtimmigen Inſſtrumenten faͤllet dieſe raiſon weg,
nnd Fan dit reſolutio anticipata neben Dem Clave der reſolvrenden Ciimme, nie
mahls ſtatt haben. | | |
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2) Daß
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2) Daß —— refolutionum die be:
ſten ſeynd, da die refolvirende Stimme einen gangen Ton unter _
ſich gehet. Refolviret ſie hingegen nur einen halben Ton, und zwar per
Semitonium naturale, ſo faͤllet Die A nticipatio refolutionis ſchon harter
aus, weildieliegende Diffonanz mit der anticipirten refolution Nonam
minorem ausmachet, welche von Natur mehr difToniref, als Nona ma-
jor. Faͤllet aber die refolution gar per Semitonium accidentale auf
ein fremdes, (auffer dem richtig bezeichneten Syftemate modi befindli⸗
che8,) x. und erhohendes h. ſo iſt die Anticipatio refolutionis wegen ihrer
ſonderbahren Haͤrtigkeit gantz und gar verbothen, ratio: Das Ohr
leidet doppelt als ) Durch die 9nam minor, accidentalem, welche noch
viel härter ausfäller, als die an ftch ſelbſt ſchon Harte gna minor naturalis.
2) Durch Die darauff erfolgende harte Vermehrung eines frembden X
oder erhöhenden 3 welche wie oben gedacht, fehr behutfam zu vermeiden if:
Aus diefen Hefachen nun ſeynd alle, oben vondenen anticipirren reſolu⸗
tionibus $,55.biß $. 60. inclufive, gegebene Exempel vollfommen auf:
Die hier folgenden 5. erften aber feynd paffabel , und Fünnen bey guter
Gelegenheit cum Judicio gebrauchet werden + Die 4. letztern hingegen
ſeynd umleidlich und ganslich verbothen: —
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$. ea Diefes wire ed, was man — Wiſſens von denenienigen
Anticipationibus refolurionum fagen Ean,welche ihren Urſrung aus der
Verkehrung einer vollſtimmigen 98, berführen. - Man fan zwar mit
Berkehrung der eintzeln flehenden 9. (welche erſt uͤber der folgenten 3afl-
Note refolviret,) ebenalfo verfahren: weil aber Diefe Berfehrung mehr
obftacula und obſeuritaͤten finder, fo laſſen wir e8 bey dem Bißberigen
bewenden. Wer fihdie Mühe geben will, von ſelbſi ein mehrers nachzu⸗
ſuchen, der kan es thun. Meines Erachtens aber bleibet die refolutia
gnx anticipata wohl dag einzige Fundament aller BANIGIPIEEN refolu«
tionum Con & Diffonantiarum,
$.64, Nunmehrokonnen wir die oben 54. angegebene, und bißher
abgehandelte dreyfache Arth eines vollſtimmigen Accompagnementes
ad Praxin bringen. Und zwar wuͤrde erſtlich die ate oben $.26 leqv. mit
ihrer veranderlichen Harmonie befchrieben. Das vacuum nun, oder
der leere Raum zwiſchen beyden aͤuſſerſten Stimmen Diefer ate beſtehet
gewöhnlicher maſſen in der, durch alle guen wiederhohlten Harmonie
des angegebenen Satzes, zum Exrempel;
Ergreiffet
'£ Fu 8 &
Ergreiffer man nun aus dergleichen vollſtimmigen Saͤtzan, fo viel ied⸗
ve Hand am nechften faſſen kan, ſo Te das oben $.' 29. gegeben
. ; € ; €
Erempel, (von welchen wir gewöhnlich die 2. aufferfien Stimmen behal⸗
ten,) vollſtimmig alfo ausfallen: er |
en eh
—
—*
—
rer
N | —
(NB. In dieſen Exempel verfaͤhret die lincke Hand mit der vollſtimmi⸗
gen ate auff folgende Arth. Liber der andern Bafl'Note des erſten
Tactes wird beſagte ate mit der Ober⸗Stimme in fortgehenden
Sven reſolviret. Liber der erſten Zafl-Note des zten Tactes wird
reſolutio 4tæ anticipiret, (und zwar reſolutio atæ ſuperfluæ. Ui
ten werden wir von der anticipirten refolution der At perfectæ
gleichfalg mehr Erempelfinden.) Uber der legten Noteeben dieſes
3ten Tactes relolviret die vorhergelegene te per gradum uͤber ſich;
welches auch bey der festen Note des iten Tactes geſchiehet. Inder
festen Note des ofen Tadteg refolviret.die in der rechten Dand un⸗
ten gelegene gtewiederum über fich, und in der zten Note des joten
Is es die reſolution in fortgehenden sven mit der Ober⸗
Stimme. I —— war.
6. 65. Das Vacuum zwiſchen beyden euſerſten Stimmen der, oben
6.32.1eg. beſchriebenen ste min. und ste pertectæ ſyncopatæ beſtehet in
der, durch alle zoen des Clavieres wiederhohltenze, ste, 6re and gver
. | ——
Ver aͤhret man nun mit dergleichen vollſtimmigen Sägen gewoͤhn⸗
licher maßen, fo konte das oben $. 36. befindliche Exempel mit Beybehal⸗⸗
tung der 2. euſerſten Stimmen, vollſtimmig alſo lauten:
\
EIEUIEESHETEN!
PL ITER
bei |
j | wi l
(NB. Die
BE (220) 2
(NB. Die lincke Hand verfähret indiefen Erempet mit dem vollſtim⸗
migen Accompagnement der ste min.umd zte perfectæ ſyncopa⸗
tz auff folgende Arch? Die uͤber der aten Ball Note des andern
Tactes befindliche sta min. brichtinfolgender Note ſtatt der ſchul⸗
digen refolution, per faltum ab, Die uͤber der andern Zafl-No-
te des zten Tadtes liegende sta min. aber reſolviret in folgender No-
9. 40.
Clavieres wiederhohlten Stimmen. z. E.
te per gradum uͤber ſich. Die uͤber der erſten Note des sten Tactes
liegende sta ſyncopata reſolviret nachgehends gleichfals per gra⸗
dum tiber ſich. Die uͤber der ten BaT-Note des ten Tactes lie⸗
gende Sta min. refolviret mit der Ober-Stimme in fortgehenden
sven, desgleichen auch die nechffolgendesta min. thut. Die über
der aten Note des oten Tactes liegende sta ſyncopata bricht in fol⸗
gender Note perfaltum ab; und letzlich wird in Der andern Ball-
Notedegioten Tactes dierefolutioste ſyncopatæ antieipiret.) -
6.66. Das Vacuum zwiſchen beyden euſerſten Stimmender oben
ſeq. tractirten 7me beſte het wiederum indenen, durch alle zven des
Alſo
Alſo möchte ach denen biß herigen prineipüis, das oben $. 43. Der
| finbtihe Eremet —— — —— BEIDEN:
je-h
Sp * ir IHRER:
| — —— —
I | (NB, Die
( NB. Dielinde Hand verfähret in diefen Exempel mit der vollſtim⸗
migen me alſo: Überderandernzafl-Noredeg erfien Tactes wird
die reſolution der 7me anticipiret. Die uͤber der andern 2afl No-
te des andern Tactes befindliche 7merefolviret mit der Ober-Stim:
me in forrgehenden Sven. Liber der zten Nore des dritten Tactes
bricht die 7me fiatt der refolution per faltum ab. Die Über der
zten Note des aten Tactes liegende me refolviret wieder mit der
Dber-Stimmeinfortgebendengven. Liber der erften Note an
' a e
| x 223) Pr
Tactes wird reſolutio 6tæ ſyncopatæ anticipiret. Uber der ev:
fen Note des oten Tactes bricht die 7me wiederum per faltum ab,
und uͤber der andern lote des ofen Tactes wird refolutio staeiyn-
ccopatæ anticipirel.)
867. Das Vacuum wiſchen denen euſerſten Stimmen der oben $.
46.fegqv. tractirten 9 beſtehet gleichfalls inder, durch alle gven des Cla⸗
ver gehghenen Wiederhohlung ihrer Stimmen. 3 Er
—
RE N —
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rn BE nn En Er
wo | Nele
&
»
| -@eäifffen ren 1 beyde Sande a aus ihn A Saͤten,
was fie am nechſten faffen fonnen, fo möchte das oben $. 49. angegebene
one vollſtimmig aufffolgende Arthausfallen:
Bere 4442
er = SEHE * Fer
} 5 4
54 J a — 4 —
=> B: it =
| FEB —
7. 50) 072
CNB, |
(NB Sa diefen Exempel verfähretdie lincke Hand mit dem volftims
migen Accompagnementaufffolgende Arth: Liber der erſten Zafl-
Note des andern Tactes wird die 7me mit der Ober-Stimme in
fortgehenden svenrefolviret. Liber der erfien Bafl-Note des zten
Tactes wird bekandter maffenrefolutiognz durch die anfchfagende
zve anticipivef. Liber der erſten Note des aten Tactes finden fich
| Anti-
| Be)
.. Anticipatio refolutionis 7mæ & on zugleich, und zwar die erſte
mit recht, weil dieſe Bafl-Note natürlich Feine ste uͤber fich leidet.
Liber der erſten Note des sten Tactes wird reſolutio atæ anticipirer.
Die uͤber der letzten Note des 7ten Tactes befindliche sta min. re-
tolviret mit der Ober⸗Stimme in fortgehenden gven. Uberder er⸗
ſten Notedesoten Tactes leidet der Ambitusmodieinesfe, alſo koͤn⸗
te hier Feine Anticipatio reſolutionis 7m ſtatt haben, welche ſich
hingegen bey der folgenden Note mit Rechte finder. Liber der Testen
Note des ioten Tactes wird Die, per Semitonium naturale vorges
hende refolutio atæ antieipiret, und uber der nechſtfolgenden Note
findet fich wiederum eine Anticipatio relolutionis 4tæ) |
$.63. Wir haben noch eine Abhandlung vor und: De Falfis, welches
eine der fihönften Muficalifihen Materien iſt, und wohl verdiener, dog
man ſie befonders betrachte. |
9.69, Falfz heiſſen eigentlich Diejenigen Intervalla, welche in ihren
gehörigen Gradibus (F) entweder J Semitonium minus zu viel
oder
(H 3.€. Eine &tamaj. hat in ihren gehoͤrigen 6. gradibus (nad) der oben Cap.I.S.13.
gefehehenen *Befehreibung) nicht mehr als 3. gantze und 2. halbe Tone. Co
baldman num über diefe gezehlten Tone fehreitet, (welches nad) Gelegenheit deg
Be Hinzuthuung eines X. h. oder b. dor der einen Note efchehen fan)
| Hbaldbefommt hier das Intervallum der Ste ein Semitonium ı zu viel, i.e,
R nınaf
88 wird eine Falfa, weil es zwar die 6. gradus, nicht aber das Haupt-Regvifitum
einer Ste maj, behält, welche 3. ganse, und 2, halbe Tone nicht uͤberſteigen
> pl:
De een Seen mm 20
| — — Foo eite | sa
6tamaj. Falfa. 6tamaj. Falfa. 6ta maj. Falfa.
Eben auff ſolche Arth entſtehen die uͤbrigen Falſæ oder Superflue & Deficientes,
davon man nad) dem Unterfiheide jedwedes Intervalli die Probe leicht machen
Tan, zumahl bey der gta und sta perfeeta, welche doppelte Fallas auffzuweiſen ha⸗
eu Ze
sder zu wenig haben, und deswegen dem Ohr (zumahl ohne Mediation
anderer Stimmen) eineaufferordentliche Hartigkeit verurfachen. Dies
ſes feynd num mit einem Worte alle, oben Cap. 1. angegebene Superflux
und Deficientes, Die erſtern waren, die 2dafupertlua, die ata maj. Die
sta fupertlua und 6tg fuperflua (g) Die legtern aber waren, die 3a min.
deficiens, die Afaimpertedta, die sta min, und 7ma min. deficiens.
ben, indem fie in ihren gehörigen gradibusdurch Himufegung eines R. 3. oder b.
bald ein Semitonium minus zu viel, bald zu wenig bekommen koͤnnen, wie In ge⸗
dachten obigen Cap. I. erhellet.
() Nonam fuperfluam haben wir oben nicht fatniret, weil fie nicht Fan natürlich,
in Confonantiam refolviret werden. Unnatuͤrliche, und gezwungene refolu-
. tiones aber Fan man endlich nach wohl ben denen Haaren dazu ziehen, und wenn
alfo eine gna füperflua ſolte und müfte erfunden werden, ſo möchten noch wohl
die unten folgende zwey 9nz fuperflux zum Exempel dienen, (wiewohl.id) fie lies
ber wolte in Figurder 2dæ fuperfinz faffen auftreten, und ihrer ratur gemäß
tradtiren, wenn es nicht, tie gedacht, folteund muͤſte eine refolvirende 9na füper-
flua ſeyn und beiffen.) Wenn aber dergleichen nichtige Erfindung den Anto-
rem und die Mufic heben Eünten, fo getrauete ich mir nad) viel fonft unnatuͤrliche
verbothene, abfurd- fcheinende, ja gar vor unmöglich gehaltene cafus & paffüs
compofitionis dergeftalt auszukuͤnſteln, daß fie fich in einigen erzwungenen Exem⸗
peln, als moͤglich prfentiren fülten. 3. €, Es folte eben nicht viel Mühe ko—
ften, eine, nicht nur in falm einer eingigen Stimme beftehende, fondern zum
‚Fundainental-Clave anfthlagende Odtavam deficientem, item eine gleichfalls zum
B:fle anfchlagende zam min. defic. eine nad) allen Negeln fyncopirende, oder
ordentlich vorherliegende, und nachgehende unter fich refolvirende $tam fuper-
fluam, 6tam fuperfluam, und hundert erzwungene fihöne Sachen zu erfinden,
die manendlich alle zuſamm in einen Raritäts-Kaften ftecken, und denen Leu⸗
then, wie jener fein Murmelthier, vor Geld jeigen koͤnte. Allein mein Rath
iſt, man Jaffe folche unnatürliche Dinge bleiben, und wende die Zeit zu was
beffers an, Die Mufic will nichts gezwungenes haben, und unfete Nation
incliniref gleichwohl vor-andern Nationen zudem Fehler, daß fie in der edlen
Mufic offt allzuviel Eunfteln, und hier und dar von dem Wege der Natur abs
weichen will, zum groſſen Schaden und Auffentbalt Derfelben. Ein anders Ift
—
Pr (a7)
66 70. Die aAta maj. sta min. und 7ma min. defic, ſeynd bißhero
ſchon zum öfftern vorfommen, weil fie als ſehr gebräuchliche Intervalla
bey obigen Saͤtzen nicht kunten uͤbergangen werden. Die übrigen fuper-
Nus und Deficientesaber kommen in praxi ſeltener vor, und wollen wir
allhier ipve Harmonie befihreiben, M
71. Es ſeynd uͤberhaupt die Fallzin2. Fallen merckwuͤrdig/ und
veruefahen! in beyden Fällen harte Sasse, nehnlich: 1) Wenn fie gegen
| den Ballgder F — BER gr: Faliæ erſcheinen. 2) Wenn ſich
| 5T 2 zwi⸗
es, etwas — * geſchicktes zum ordentlichen Gebrauch erfinden, ein anders,
etywas zur bloſſen Ourioßtaͤt ausgrilliſi iren, welches weiter nichts hinter ſich hat,
als ai ir 7— über deſſen nichtige Erfindung er,
Bee)
= Are — =;
g N 4
re
— —
— — —
— — —⏑ —
—
BE (022)
zwifchen denen Ober⸗ und Mittel Stimmen gleichſam von ohngefehr
eine Falfa ereignet, ob gleich beyde Stimmen ſich gegen den Ballfelbft,
als ſchlechte Diſſonantien, oder wohl gar als Confonantien verhalten.
3.€. Diezamaj, und Sta min. ſeynd beyde Confonantien gegenden Bafl,
Er ſich —* aber machen fie eine harte Falfam aus, nehmlich gtamim-
pertectam, oder umgekehrt, Diestam Iuperfluam.
$. 72. Dam! t wir nun die notabelſten Saͤtze der Fallarum in bey⸗
derley zällen beruͤhren mögen, fo wollenwir zu unfern Nus allhier die
J in 4. Claſſen eintheilen; und betrachten, wie fie fich zu ereignen
P
1) Bey dem Accord der 6tz,min. maj. und fuperfl,
2.) Beydem Accordder de umd 4te ($) min, maj. und De
3.). Bey) dern Accord der ztæ füperfl. und
4.) Bey dem Accord der 7m& maj.
6.73. Das leichteſte gehet voran, und finden wir bey der erſten
Claſſe er lich Die 6tam füperfluam, welchean ſich ſelbſt eine harte Falſam
gegen den baſſ ausmachet. Sie hat ordentlich die ze zu ihrer Neben⸗
Stimme. Neſhſt dieſer Fan aber auch Die sta fyncopata. ingleichen die
40 maj, (wenn dieſe vor und nach unbeweglich liegen bleibet) ſtatt —*
wie alle Caſus aus folgenden Exempeln in - |
— — — see A
el
6.74. Wenn
TEE
674. Wenn ſich die zta min, zur 6ta maj. gefelfet, ſo machen ſie un⸗
ter fich felbft in denen Obersund Mittel» Stimmin eine Falam aus,
nehmlich die 2dam ſuperfl. oder umgekehrt die 7mam min. defic. die
übrigen Neben-Stimmen bteiben die zennd sve, wie ſonſt dem Ac-
Echt
cord der (7) ———
ee
— 22 Zi
| — — =
— * — ei
b
© 75. Wenn ſi ch die 3a maj. zur din min, geſelet, ſo machen ſie un⸗
ter fh jelbftin Denen Ober⸗ oder Mittel-Stimmen wiederum cine Fal-
ſam aus nehmlich die gtam imperfetam, oder verfehrt, die stam fu pertl.
die zie Stimme bleibet die Sue, wie ſonſt bey der ote gewoͤhnlich:
Ff3 | 9.76. Wir
BE (2390) |
>.
Ze: ee. — Ei
—
— — —
„>
*
— 6:
— —
— — — rare und une will ehem .
$. 76. Wir weine — Saͤtze in ein bewehuliches Gene-
ral Erempel dringen, und felbigesdurch die 3. Daupf-Accorde (h) fol-
gender Geſtalt exerciren. Als erſtlich die ze in der euſerſten Stimme:
* 2 m
—
ee
ed
BE * we Fade
en FE
— hd x — 3:
—— dee F — % =
SE 77: Der
(h) Hatman jemahls noͤthig, einige Signaturen des General-Badles durch Die drey
“ — HM Der e andere Haupt» Accord mit der gve in der euſerſten
geek — alſo lauten: 9—
—
— — PR —
— ——
— — Fr
6 Sn
x sv
rer — ——
EEE * —
— I
‘. 78. Man
Kalipe: ——— zu exerciren, ſo ſeynd es — die Falfz. Denn die Verwechſe⸗
Jungder Oberzund Mittel: Stimmen! ſolcher extravaganten Accorde verurfachen
einem Anfaͤnger jederzeit neue er würigfeit
——
Bern
Ä eig Ber ebenen en
—* * A- SEE 2-15 Si ===
878. Mankan dieſes Exempel eine gve tieffer exerciren, (es ver⸗
ſtehet ſich da man den Ball zugleich, an benöthigten Orthen eine gve
tieffer nehme. )_ Wir aber geben zum sten DEREN: da die zte in
der euſerſten Stimme anfaͤnget:
— I UFER ne - 4 ;
= j — £ — zu: Bes — —
ER da ——
1
> J ——
— —
— 7343
— GET u
= s et — in
ne
5 9 5 9 8
—— ==
$.79. Wir
— —— —— ——
6.79. Wil man das vontimmige Pia. ea auch hier
verfuchen. % beſtehet das Vacuum der bißherigen Sage, gewöhnlich in
der durch alle zven des Clavieres — Harmonie. 2: E. |
| b-Q. — —
Er on —Xb — = = ;= =
| — ——
—
— — Sm. EEE r a ran m
ihnen EEE nen, IS nn
— ——
| Ergreiffet man aus dergleichen vollſtimmigen Saͤtzen fo viel, als
jedwede Hand am nechftenfaften Fan, fo möchte das nechſt bhergehende
Ereimpel, vollſtimmig —— alfo — 0)
a (NE, Die
(Gi) Oben iſt gedacht öarden. daß beym soßffimmigen — die Ver⸗
doppelung eines frembden X und erhöhenden 3 (in denen gleichfals oben 8.6,
angegebenen 3. Fallen) zwar jugelaffen, iedoch dabeh nach Gelegenheit der Um⸗
ſtaͤnde einige Diſeretion zu gebrauchen ſey ꝛc. Dieſes nun iſt noch mehr im voll⸗
I (234)
By dä 4-0 ER. BEER x a
— — 1-8- d 2x 333 |
er e- — fen! iu
KSPRENe = —
ö
EEE u > — |
— Pi: — =, > SE
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—
$- —
—F l
NER!
es
— —
——
See i in |
= Ads —
= Bi —— — De me: ml |
pet — —
— 5 Abe
(NB, Die
ftimmigen Accompagnement der Falfarım zu obierviren. Denn die meifte
Verdoppelung derfelben führer auch eine doppelte Härtigkeit bey ſich; Die
eine, wegen der natürlichen Härtigkeit des Intervalli felbft, Die andere, wegen
der dazukommenden harten Verdoppelung des frembden x und 3 Alfo wuͤr⸗
de z. E. im modo amoll die verdoppelte Sta fuperfl. zu c. noch einmahl fo harte
— als die verdoppelte zamaj, accid. zu e, ob gleich in beyden Intervallis eben
daſſelbe X individualiter vermehret wird, ratio: Bey dem e. lautet nur allein
die Verdoppelung des X harte, bey dem.c. aber fället nicht nur die Verdops
pelung des x fondern auch die Falfa der stx fuperfl. felbft harte aus. In fols
cher Betrachtung ſoll man mit der Verdoppelung PER x und
le)
— — a ae — — —— — —
*7 — 335 —— — —
— xc— ur F en Vz EEE REITEN —
—— ——
En mn
BR Ve . 5 j
ET ey { e D
x
j
—
(NB. Die lincke Hand verfaͤhret in dieſen Exempel mit denen voll-
flimmigen refolutionibus der Diflonantien alſo: Liber der aten
‚Ball-Note des erſten Tactes bricht Die vorhergelegene ate per fal-
tumab. Die ber der erfien 3Baſſ Note des 6ten Tacteg befindli⸗
chestaınin ſpringet dem eufferlichen Scheine nach bey der andern
Bafl- Note überfich, man wolte denn die richtige rerolution in Ver⸗
wechfelungder Stimmen fuchen. Liber der erſten Zafl-Nore des
ten Tactes wird refolutio 7ma anticipiret, und über der erften
Note des gten Tactes gefchiehet wiederum Anticipatio refolutio-
nis4tz &onzzugleih.)
6.80 Wir fommen zur andern Clafle unferer Falfarum, und finden
hier erſtlich dDieadam fupertl, algeine hart alfam gegen den Baſſ. Jhre
Neben⸗Stimmen ſeynd srdentlich die ata maj.tind 6re | # Statt, der
6te kan auch die 7me liegen,che fiein die 6te refolviret, wie unten einige
Exempel answeiſen werden. Uberhaupt aber iffdiefe 2da fupertl. ihrer
Natur nach, mehr veraͤnderlich, als einige andere Falla, und laͤſſet ſich
nach dem Unterſcheide des 8tyli. auff mancherley Arth gebrauchen, wo⸗
von wir folgende Arthen fpecificiren wollen, als: | —
> 2 me
den hwelche zugleich eine Falfam hakffen ausmachen, befenders behutfam um-
gehen; auffer dem vollftimmigen Aceompagnement aber gedachte Verdoppes
Jung niemahls gebrauchen. —
DL 236.)
ı. Wenn der af worhero lieget, und nachgehends gebuͤhrend unter
fich refolviret, wie unten die 2. erſten Exeinpel ausiveifen.. |
2, Wenn der Zafl' per tranfitum gehet, welchenfalß man dieſe 4 als
eine Anticipation der za maj. des darauff folgenden Sag aunim⸗
met, wie das zte und Ale Exempel ausweiſet. |
3. Wenn fie der gt irregulari Geſellſchafft leiſtet, und — dieſer
| — liegen bleiben fan, wie aus dem am und Oten Exem⸗
pel erheller.
4. Wenn ſie vorher Tieget, nr einen Grad über ſich re-
oollviret, da fie als cm. Aufenthalt d er ze maj, vorigen Satzes bes
trachtet wird, wie aus dem zen und. sten Erempel zu erfehen.
ER Wenn der Baflper Tertiam min, auffwärte fpringet, und hernach
gebuͤhrend unter ſich relolviret, welchenfals die ſpringende Zaff-
Note als die vorhergelegene za min. des vorigen Accordes betrach⸗ |
ter wird, wie die 2. — Exempel ausweiſen:
ER — Br
E== px — u Ei = ik Ei en =}
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$. 81. Wenn
mm zu | — [7 m d — wen. *
Same:
zei Br Joh. — — —
Rn Sr = en E= = HEHE
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| = — ze
BurTas mn van
4
ee: — —
en 3 en * Die 3a ma]. au sah min, — ſo entſtehet zw⸗
ſchen beyden eine Falfa in Denen obern Stimmen, nehmlich 2da ſupertl.
oder verfehrt, zma min. defie. die ste gieberdie zte Stimine ab, und Ber
Ball yncopiret nach nn en Arth dieſer ade: ei
| — era; s 5 A
24, —
F —— ie PrE
N, — erg J Me.
Bm + mE. aus: ma Ganz, un, „Jen "Rn — Narseeung LTE En nme)
= SEE — —
Bes ze zz nn mn ———— an - Pe- ir — nz aa REED
ne BERGE Van mn ar nn un m wei E ——
| nz —
— 3 5.82. Wenn
I (233) - |
6.32. Wenn fich die zamin. bey der gta maj. findet, fo machen fie
indenobern Stimmen wiederum die Faifam einer 2dz fuperfl.oder um?
gefehrt, einer zme min.defic. aus. Die 6re giebet die zte Stimme ab, und
der Bafl laͤſſet ſich mit feiner za min. entweder von der Ata mai, vorhero
fyncopiren, eheer refolviret, oder er gebet bey dem eintretenden Accord
4 ſchlechterdings per tranſitum, wie der Unterſcheid aus denen
folgenden 4. erſten Exempeln erhellet. Das ste Exempel aber beſtehet
in einer per gradum ausweichenden, und von dar im vorigen Ton zu⸗
rucktretenden geſchickten Bewegung aller Stimmen zugleich:
SEHE
— m
6 ig
4
Seen
Zar
Bu —
6
4 ie
— 6 a |
— — — —— — —— EEE — —
õIC — — nn] —
urn — ns BE me Ten . . x —————
I! m ort zus au Lu nn I de te nen — 2 DER
6.83. Einige, ſonſt gelehrre und vornehme Com —— e ir
bey harten Expresfionibus, der 4tæ maj. auch Diesram min. zur en
Stim⸗
- ‚Stimme zu geben | f - Wird nundiefe sb oben, und die # drunter
angeſchlagen, fo entſtehet zwifchen beyden Stimmen eine unleidliche
Falla, nemlich die za min, deficiens, welche zwar damit will entſchuldiget
werden, daß fie nur gegen eine Mitte- Stimme anfchlage, nicht aber ger
gen den Bafl ode Fundamental- Clavem (denn dieſes letztern hat ſich /
wohl noch £ein"Autor unterſtanden:) Allein eg ift eine fehlechte Ent: a
Bbufbigung, denn wiedie 3.min. defic, gegen dei Bafl-Clavem unleidlich ⸗
und impradticabel ift, fo iftfie es auch gegen alle die übrigen Stimmen.
Hingegen wolte ich diefen Harten Sag der var noch eher billigen,
wenn man in der Compofition die # oben, und die sbunter felbiger an⸗
ſchlagen laͤſſet, weil folchergeftalt zwifihen beyden Stimmen eine 6ta
maj. fuperflua ſtatt voriger unleidlichen ze entffehet, und durch Die groſ⸗
fere Diftanz die vorige Haͤrtigkeit einiger maffen zuevanefeiren feheiner.
Ehen dis iſt die Urfache, warum wir Diefen Sag hier anführen, und den
Accompagniſten erinnern daß ex gleichfalls befler thue, wenn er in dies
fen, Cafu die 4+ oben und die 6. min. drunter anzufchlagen fuchet, wofern
er eine abfeheulicheHHarmonke, (zumahl auf nachklingenden ‚Pieiffwer,)
vermeiden will. Die 3te Neben⸗Stimme aber zu diefer Br iſt ent:
weder die 2de, oder dieza min, wieder Linterfcheid aus folgenden Exem⸗
peln erheilet: |
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) EN
3 ‘ H . 4
——
—
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Da: Hu : nenn un —— = *
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hie. 666
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6 6b
4 3
2 84 End⸗
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$. 84. Endlich iſt hier die ata imperfedta mitzunehmen, welche
gegenden Ball-Clavem eine Fallam ausmachet. Sie Eau alg eine bloffe
Auffenthaltung der Darauf folgenden ze angefehen werden, und hat die
Ste zuihrer Nebe- Stimme. Mehrere Ceremonien, und ausgefüm
ſtelte Saͤtze brauchet Diefes Intervallum nit: . .
——
— RZ =
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43 / 6:4. 3: 3
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— — — — m rn en A no > as ERS ARE Omen BEE ng pm ne (ABEND a mu
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5.85. Wir ſchreiten zu unſerm gewoͤhnlichen General- Erempel,
und exerciren Die bißherigen Saͤtze Durch Die 3. Haupt⸗Accorde folgen⸗
dermaſſen, und zwar erſtlich da die zte in der aͤuſſerſten Stimme an⸗
faͤnget:
FF- en? en: Hr = def
— — —
| — — «di 158 5, 2.
—— ——
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6.36. Der
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Der andere Haupt / accord mit der Sve in der euferflen
| | Stimme möchte folgender feyn:
-
nn mn nn Be ee en ——
uf
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ne: Kai
En EEE en
6.86,
= 28 2»
—
— eh ge = ai Kiss}
6
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= — ze HH
Verse — m zug EEE m > Ban
| —
| PRESS = w
—
Zu 4* x —
ee jez E = =
$. 87. Dieſes Exempel laͤſſet fi ch eine gve tieffer exerciren. Mir
gehen indeß zum zten Haupt⸗Accord da die ze oben anfaͤnget: —
En
— =
8 Fr
4.88.Ein
Hh 2
DE (24) MB
$. 88. Ein vollſtimmiges Exempel hier beyzufuͤgen fo beftehet dag
Vacuum zwiſchen denen beyden euferiten Stimmen der bißherigen Saͤ⸗
2 ei indenen Dur alle gven des Clavieres 20 ra
immen. z3. k. |
= 9- —
—
— — — —*
— — (ERS ann
Be eg be
= — ee Be: F
7 ag — — —
— — Hand aus dergleichen vollſtimmigen Saͤten,
mag ihr am nechſten lieget, fo möchte das in vorhergehenden $. 85. befind⸗
liche Exempel, mit Beybehaltung der euſerſten Stimmen —
ohngefehr u —
und, Fa
2
D.
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4: Mn * —
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os, Die finde Sand verfaͤhret in deſen Ereiniel mit denen *
ſtimmigen reſolutionihus der Diſſonantien alſo: Die uͤber der ans
dern Baſſ Note des erſten Tactes ſich befindende 3a fyncopata re-
Solvirernachgehends in a gven mit der Ober⸗Stimme
rechter Hand, welches aleichfalg die tiber der legten Bafl-Note des
andern Takes befindliche me thut. Die uͤber der letzten Nore des
Sten Tactes liegen de sta min. reſolviret gleichſals mit der Ober⸗
* © a der erſten Notedes ——
* 3 aber,
Cu)
aber, wird refolutio 7m anticipiref. "Die ber der nechſtfolgen⸗
den Note befindliche 7me bricht per ſaltum ab, und die uͤber der letz⸗
ten Note des ıoten Tactes befindliche 7me refolvivet wiederum in
fortgehenden sven mit der Ober⸗Stimme.)
$.89. Wir kommen zum ten Clafle unferer Falfarum, allwo die |
fuperfl. das Dominium führer, und gegen der Fundamental-Clavem
eine harte Falfam ausmarhet. Sie wird insgemein ne] Arth
gebrauchet, als:
1) Wenn der paſſ vorher lieget, und nachgehends gehuhrend refolvi- _
ref. Ihre Neben-Stimmeiftentweder. Die 2de allein, oder befler
die2de und me zugleich, da fie letztern Falles als eine bloſſe Anti.
cipation des darauffolgenden 6ten Accordes ———— wird, wie
die 2. hei — —
ade
— — = 35 X —
—
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ur er TE EEE
2.) Wenn fie ſelbſt vorher lieget, und RE die öfe
ehet. Weswegen ſie ſolchenfals als eine bloſſe Auffhaltung die-
— folgenden Ste angeſehen wird. Ihre Neben⸗Stimmen
ſeynd ordentlich Die ze und gve, es werden aber öfters Die Ate, 7me
wen gnedabey angebracht, wir folgende Erempel alle Calus Bee
ern;
| 6.00. Bey
x vr ———l2__-
* Ga) =
* Bi: |
= bi sd: 0. Der
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mean ur mu Sur eg) In I rer Dr
| -$r90. Bey der ten claſſe unſerer Falfarum wollen'wir 2. Cafus
er —
1.) Wenn die 7ma waj. mit der 3a min. verEiniigffet iſt, ſo entſtehet
zwiſchen beyden eine Falfa, nebentich Die sta frperfl, cder verfehrf
Die gtaimperfedta. Es pfleget dieſe zme vorhero zu liegen, und
nachgehends iiber fich in Die gve zu gehen, (k) weswegen fie als
eine bloſſe Auffhaltung diefer deautffolgenden gve — wird.
Ihre zte — a ERDEHEORN er Die. zer : —E
2 en
25 Ce hm ‚net fih Die yima maj. hier eben der Freyheit, wie in vorhergehenden
S. 89,No, 2. die en gethan. en extravagante Saͤtze aber,
pr m =
FreS Sep —— —
⸗ x.
77
5
ei
———. - rw —— re \ — f ——
2 I Wenn die a min, m zu — 7ma ma]. —— ſo — zwi⸗
ſchen beyden wiederum eine Falſa, nehmlich die 2da ſuperfl. oder
verfehredie7.min.defic. Es pfleger beydiefen Sage der Bafl’vor
und nach beſtaͤndig zuliegen, nach der Natur und dem Traftament
der oben $. 42.No 2. angegebenen 7.maj. Die zte Stimme aber
kan hier fo wohl die ze, als ate feyn. Bey der ate Fan auch die 2de
ſtehen, wie der Unterſcheid aus folgenden 4. eriten Exempeln er-
helle. Das letzte Erempelaber zeiget, daß man dergleichen Sase
auch bey einem fortgehenden Zalle brauchen Fan, wenn man vor⸗
ſichtig damit umgehet; |
et hnhingt etz 2
en TR ef a. Ama» ——
M,
9.9. Wir.
follman inder Compofition felten, oder nur nur ben Ausdruͤckung harter Worte
gebrauchen, damit eine gute Muſic nicht mit —— —— über,
haͤuffet werde,
% 4 91. Wir wollen die — She d der zten ER 4ten Clafle n
‚ein General Erempel zufammen fallen, und feldigcd Durch die gewoͤhn⸗
lichen 3. Haupt-accorde exerciren, Und ad erſtlich da die ze in der
— Stimme ge en
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HR: are: —*
— ur zen gi | 92, Der
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$, 92, Der
$.93. 2 Erempel exercire maneine 3ve tiefer, afsdenn er
man zum dritten Bew: + Accord, da die * in der key: Stimme
anfaͤnget;
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—
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4
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Bi —— — — 7
6.94, Ein
94. Ein — Accompagnement diefer Exempel bey⸗
RER, — beſtehet das Vacuum zwiſchen denen euſerſten Stimmen der
bißherigen Saͤtze, gewöhnlicher maſſen in der durch Sr gven des Cla⸗
—
vieres wiederhehlten Harmonie. z.E.
7 —— ——
— — ee
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Man —— aus dergleichen voii Säsen, fo viel icdirede «
Hand am nechften faffen Fan, fü wird Das im vorher Beben gl, her
| — — engeishe alſo ausfallen; ; =
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u 1), B8 Tee — in
BC 21) 8 |
(N2. Die lincke Hand verfähret in diefen Exempel mit denen voll
9)
I:
flimmigenrefolutionibus der.Diffonantienalfo; Die tiber der an⸗
dern Bafl-Note des aten Tadteg liegende zta min. bricht in folgen:
der Note flatt der refolution per faltum ab. Die tiber der lessten
‚Bafl-Note des sten Tactes befindliche zme refolviret per gradum
überfih. Die uͤber der erfien Zafl-Note des uten Tactes vorher:
gelegene gta und 6ta fyncopata werden mitdenen Ober- Stimmen
in fortgehenden gven refolviret. Liber der nechikfolgenden Zafl-
° Note eben dieſes Tactes wird refolutio 7m anticipiret, und. Die
darauff folgende sta min. deg ı2ten Tactes refolviret wiederum
mit denen Ober - Stimmen infortgehenden sven.)
$. 95. Dieſes wären die gebräuchlichften Signaturen des General-
Bafleö, welche man alldier abzuhandeln vor nöthigerachtet. Es ſeynd
hierbey die fehönften und fundamentaleſten Sasse der heutigen Praxeos
Compofitoriz nich: vergeflen worden, folgbar Fan diefed Capitel auch
denenjenigen dienen, welche etwas mehr (1) als das Accompagnement
des Clavieres zum Entzweck haben. Denen Anfaͤngern aber zu Gefal⸗
fen, wollen wir allhier eine Tabelle beyfiigen, woraus fie alle bißher tra-
&tivte Signaruren nebſt ihren dazu gehörigen Stimmen ohne Mühe er⸗
fehen, und isch folchergeftaltdas vorhabende Exercirium eineg bezifferten
General· Baſſes defto letchter machen koͤnnen. Es hat diefe Tabelle, wie
fichet, verfhiedene Abtheilungen, deven jedwede diejenige Haupt?
„g man | |
m Ziffer vor fich fuͤhret, unter welcher man Die verlangten Signaturen mit
un
M
ihren Reben⸗Stimmen zu ſuchen hat. In der erſten Reihe der Abthei⸗
lung ſelbſt prefentiren ſich die gebraͤuchlichſten Arthen Der dignaturen,
wie
Mer aus Curiofität alle Saͤtze dieſes Capitels dergeſtalt verkehren will, Daß
jedwede Ober⸗ und Mittel Stimme mit dem Bafl-@lave verwechſelt werde, der
Fan vielleicht noch manchen frembden Sas finden, weicher fich brauchen laffer,
wofern man damit umgufpringen weiß. Und ilt es wohl ficher, daR die nota-
belften Saße unferer heutigen Praxeos ausgeben folher Verkehrung der, in vor
rigen Zeiten fehon laͤngſt bekandt geweſen n Säße, ihren erften Urfprung ge⸗
nommen, wie folches zu erweiſen, wenig Kuͤnſte brauchen wuͤrde.
BI) |
« siemanfewenig oderviel, über. denen General-Bzflen be zeichnet finder:
in denen Darunter ftehenden. Bee aber werden Die * gehoͤrigen
Stimmen angegeben.
896. Verlanget man num beym Exercitio eines vor ſich haben⸗
den 6eneral Bafleg zuwiſſen, was dieſe oder jene Signatur vor eine Har-
monie oder Neben» Stimmen habe, fo fuchet man
1) Belagte. Signaturen ſelbſt in der Tabelle unter der Abften Zahl
ihhrer uͤber einander ſtehenden Ziffern. z.E. Den Satz M ſuchet
Un er der Abrheilung der 9. und nicht en ber Abtheilung
er arte &c.
2) Die accidentaliter mit X3ımd b. — oder durchſtrichene
Signaturen (3. E. c 4 57) welche in dieſer Tabelle nicht ausdruͤck⸗
lich befindfich, haben eben die Neben-Stimmen, welche ihre natuͤr⸗
lich gefchriebene Ziffern haben. Dahero wenn man z. E zudem
Satze (F)die Neben-Stimmen wiſſen will, fo ſuchet man nur den
Satz ($) und zwar unter der Abtheilung der ate, als der groͤſten
Zahldiefes Saͤtzes. Will man die en, zu folgen:
den Sägen wiflen :
Ra Sr.
fo ſuchet man fi ewieder unter denen natuͤrlich geſchriebenen Ziffern
15 [215 | &«.
3. Und letzteus bedeutet das in der Tabelle bey einigen Ziffern befind⸗
liche *, daß ſelbige Stimmen bey einem aftanmigen Accom- ·
pagnement wicht. ablolut nöthig, fendern weggelaſſen werden kon⸗
nen, wofern fie nicht beqvehm und gleichlam von fich ſelbſt
in die Hande. fallen.
Das
ad pag-2.56'
— — — — BUBEN BER
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59 — BR:
7 717 AN
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Das IV. Kapitel,
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— geſchwinden Noten,
mancherley Tacten.
VL
UF EHer haben wir zu jedweder Note einen eigenen Accord ange
Va Iihlagen: nunmehro kommen wir zufolchen Noten, welche nach
NR Denen principiisderCompofition nicht alleihre eigene Zarmo-
=? nie haben, ſondern wegen ihrer Geſchwindigkeit bald in falcu,
bald in tranfitu frey durch pasfiren, als waͤren fie gar nicht da gemefam.
Und diefe Freyheit haben nicht nur Diejenigen Noten, welche von Natu
geſchwinde ſeynd, 3. E. Die 16rheil, ıc. fondern auch diejenigen, welche
entweder Durch Den vorgezeichneten Tact, oder auch durch bloffe dabey
geſetzte Worte gleichſam par force zu gefehwinden Noten gemachet
werden, z. E. Die atel im: Tadte, im Allabreve, im ordinairen mit
‚gezeichneten Tacte, wo ein Prefto vorhanden, 2c.
52. Weil nun die Arch und Weiſe, geſchwinde Noten zu accom-
pagniren, eingig und allein vorm Linterfcheide des vorgezeichneten Ta-
eg, und der dabey gebrauchten Menfur dependiref, fo muffen wir nach
der Ordnung Durchgeben, was vor geſchwinde Noten bey jediveder Arch
des Tactes vorzukommen pflegen. Vorhero aber wollen wirdie Lehre
vom Tranfitu etwas genauer berrachten, weil er von Natur feinen Sie
bey denen geſchwinden Notenhat. : en —
4. 3. rranfitus heiſſet in ſenſu proprio oder in feinen eigentlichen
Verſtande, ein freyer Durchgang —— ze auff oder niederwerts, da
um —— ne,
MB (28) 8
nehmlich die mittlere Note Feine eigene Harmonie hat, fondern frey
durch pasßret. Wobey anzumercken, daß gleichwie hekaͤndter maſſen,
bey len Notenvongleicher Geltung die erſte, zte, Ste ꝛe. note virtuali.
ter long, oder die (ihren innerlichen Werthe nach) langen Noten ge,
nennet werden, da hingegen Die 2dre, ate,6fe,ıc. Not virtualiter bre.
ves, oder die ihren innerlichen Werthe nach) Furgen Noten heiſſen: alſo
geſchiehet eben dieſes bey dem Tranſitu, und iſt die erſte und zte Note von
gleicher Geltung jederzeit virtualiter lang, die mittlere aber virtualiter
kurtz. In folgenden Exempeln ſeynd die langen Noten, von welchen
jedesmahl der Tranficus in Die Ze feinen Anfang nimmer, mit Strich:
lein bezeichnet
— 4 e2- HH
ung —
Sr Se —
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— Krater ent
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E a alla) EEE). —
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— PER nn —— nme Tui mann nen -
ö — — [0 En "7 er: „L
| t | |
4 Es iſt aber der Tranftiis 1 gwererfep: : regularis undi irregu⸗
laris. Dir Trantitus regularis {ff}, wenn die virtualiter fange Note zum
Accorde richtig anfchläget oder confoniret, die nechfifolgende vircuali-
terfurge Noteaber im durch pasfiren diffoniret, wie das nechſt vorher;
gehende Erempel durchgehends ausweiſet. Tranfitus irregularisiff,
- wenn die virtualiter lange Note zum Accorde falfch anfchläget, oder
diffoniret, die darauff folgende vircualiter Furge Note aber erſt confo-
niret, oder mit dem vorgefchlagenen Accorde — wie aus folgen⸗
den Exempeln erhellet: |
J
—
Eee
aut m— -
rege
| Rk2 $.5, In
& (260) ES
ns Bi: u: Se —
— FH — —
Bes. A EZ ———
$, 5. In ſenſu lato & improprio, oder in weitlaͤufftigen Verſtande
heiſſet Tranfirus auch ein freyer Durchgang in die ate und ste. Ja
man Fonden Tranfitum endlich bißin Die 6te, 7me und Sve extendiren,
wenn alte dazwiſchen, gerade auffreder unterwerts gehende Noten, keine
eigene Harmonie haben, fondern frey durch pasfiren, wie es die Inven-
tion des Componiſten offt mit fich bringet, und folgende Erempel alfe
Cafus erläutern;
—
m EIER 07 — 5: —— —
— =: — —
Se
— — — —— —— —— —— — — —
7 Om MP Om — — — UT aan. EB
Tranfıtusin 4tam, in tam. | in san
Ser
9. 6. Mich
——
—
* (261 ) m
Sur
|
E _ — — —— — ze
z >
= — ek aan
Enge — 4
in 7mam.
F |
— — —
+
F —
ur 3
— m u Trans Du Er ——— ur»
in er a
‘% 6. rasen Bereflähen —— Noten pfleget der
Tranfitus irregularis offters angebracht zu werden, da denn uͤber der
| — vireualiter langen Note (weſches die penultima if) der Accord der
drauff folgenden kurtzen Voreanticipivet wird, wie aus folgenden Exem⸗
peln zur erſehen. Am beiten erkennet man diefen Tranfitum, wenn Die
> feste Furge Note mir einer Ziffer BER! ,‚ der. nach Beriihen ein
Sprung erfelget. * E.
IB (20)
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— ——
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$. 7. Die
SE ( 263) 38
$. 7. Die gefchwinden Noten aller gebräuchlichen Tacte nun zu
unterfuchen, fo fangen wie von dem ordinaigen egalen oder mit G
bezeichneten Tadean, welcher ung in allen übrigen Muſicaliſchen Tacten
zum Modell dieneniwird. Es pasfiren aber beh befagten egalen Tadte
insgemein die Stel. umd 16 Cheil vor geſchwinde Noten.
88. Die gtelgehenentweder per gradus, (durch auff⸗ und nieder;
freigende halbe imd gantze Tone) oder per faltus, : (durch Sprünge.)
Wenn ſie per gradus gehen, fo wird nach der befandten Regel ordentli⸗
cher Weife zu denen virtualiter langen Noten, (nehmlich zur erſten und
zten) der gehörige Accord angeſchlagen, die virtualiter furgen Noten
aber, (nehmlich die zdere und Ate) pasfiren frey durch: fie muͤſten denn
ihre eigene Ziffern über fich haben, (a) wie in folgenden Erempel die
| letzte Note des zten Tactes, und Die ate Note des zten Tacted ausweiſen:
Bettkfightie
— SEE er — —
9.9. Uber⸗
— —
—
ET CR ED mu [REN m: (‘—
(a) € Bbemeye fid) von nſich ſelbſt, daß der Componift überall vun denen ordentlis
chen Regeln abgehen, und fülches durch eigene Ziffern andeuten Fan, So lan⸗
ge aber folches nicht gefchicht, fo muß der Accompagnift wiffen, wie er ordentlich)
mit denen geſchwinden Noten umfpringen fol, undeben hiervon, ift Die Diede, in
Diefen Capitel. |
88 ut.
4 ee —— m — —— — —
— as
4 482
— — — — — — — ——
m
——— a ur rn En, — —
9. Uberhaupt iſt zu mercken, daß bey dem Accompagnement
— 4 winden Noten ein groſſer Unterfcheid zumachen iſt, wenn man
auff Pfeiffwerck, oder Saitenwerck accompagniver. Auff jenen mag
man die rechte Hand fo lange liegen laffen, biß die durchgehenden Noten
| —— ‚ (b) folgbar wäre dag vorhergehende Erempel auff der Orgel
nicht uͤbel accompagniret, auff Dem Clavecin aber wirde es (zumahl
ber langſamer Menfur) viel zu leer ausfallen, weswegen man auff derz
te Inftrumenten die Harmonie gern zu verdoppeln, 1, e, bey der.
ne Norte den vorhergehenden Acco rd zu wiederhohlen pfle⸗
7 z. E
-9-3-8
98-8
ze a F
Lar ghetto.
een! erpeiteee
(b) Weil das nachklingende Pfeiffwerck die einmahl angefihlagenen Tone beſtaͤn⸗
dig hören laͤſſet, und alſo keiner allzuöfftern Anfchlagung von noͤthen hat,
a — — — un — — — Re
doppeltes Accompagnement aus, wenn Die rechte Hand bei) aller Ger
Iegenheit, mit denen per gradus gehenden stein in zen ſuchet fortzuge⸗
hem ciedoch nebſt Beybehalt der übrigen Stimmen, welche bey der vir-
tualiter fangen Note fchon einmahl angeschlagen worden:) auff welche
Arth uͤber denen Virtualiter Eurgen Noten gleichfam von ohngefehr bald
die 7ına in tranfitu, bald die 6te, Bald der. ordinaire Accord entfichet,
das folgende Erempeldiener zur Erläuterung, und zwar entſtehet in ſel⸗
bigen bey fortgehenden zen.
1) Die 7ma in tranſitu, über der andern Note des erſten Tactes, uͤber
der aten und oten Note des aten 7actes, uͤber der andern und 6ten
Note des sten Tadteg, tiber der 6ten Note des 6ten Tactes, und uͤber
der-öten Note des gten Tactes. — —
2.) Die 6te entſtehet bey fortgehenden zen, über der 4ten Note des
... 2dermZadtes, über der andern Note des aten Tadteg, uber der aten
und gten Note des sten 7actes, und über der aten Note des 7ten
3.) Der ordinaire Accord entftehet bey fortgehenden zen, uͤber der
aten Note des erſten Tactes, uber dergten Note des adern Tactes,
uͤber der 6ten Note des zten Tactes, und uͤber der zten Note des
en Tactes: — | —
| 21 q. i. Wenn
— — — — Demenz tag armen an FR Se
ae
$, in Wenn nur 2. oder 4. gtheile per gradus gehen, — *
ein war erfolget, ſe haben die virtualiter kurtzen Noten ihren eigenen
Accord. z. E.
6.12, Ehen
Ze:
B (297) 8
en RR
! RR 2 3
an UBER a u ER en an We en — —⸗— —
u 2. Ehen dergleichen Traftament haben die virtual iter Furgen
* bey einer moderaten Menlur, wenn ſie in lauter Spruͤngen ſtehen,
—
ER (268 ww | !
93. Wenn aber die Menftr dieſes ordinairen langſamen Tactes
ſehr geſchwind gehet/ 3 E. im Semi- allabrı ve; im R————— oder
wo nebſt dem vorgegeichnsten & { 3
oder prefto vorhanden,xc. ſo —— die Eule wegen .. Gefhwindier
keit nicht mehr als Stel, fondern als 16theil angefehen, und tractiret.
Weil nun in Diefen Salle die erſtern von denen letztern ihr Traftament
erborgen; fo wollen wir diefe, nehmlich die 16theil zum Grur de fegen,
und zu Erfpahrung doppelter Wiederhohlungen einem Anfaͤnger ſo viel
voraus ſagen, daß er alle folgende, $. 14. biß $. 21. von denen 16rheilen ger
gebene Kegeln auch von denen geichwinden Stein verfieben, und in allen
beygefugten Exempeln zur Noch die 16£heil in stheile von ſelbſt verwan⸗
dein konne, wofern er überflüßige Exempel zu haben verlange
$. 14. Die 16theile gehen gleich denen bißherigen Stein entweder
Br BrAhuh oder per faltus, wobey wir überhaupt 5. Cafüis zu betrachten
a en 4 a 8:
1.) Wenn4. zuſammen gezogene 1ötheile ſaͤmtlich per gradusgebert. n
2.) Wenn zwifihen 4. zufammen gezogenen 166heilen ein eintziger
Sprung vorhanden.
Er Fe —— zuſammen gezogenen ı6theilen 2. biß Sprüns
ge vorhanden.
4) Wenn 4. — gegogenerötpeil ein Arpeggio eines einsigen
Accordes darlegen. : B
5) Wenn bey 4. 8. und mehr auff einander folgenden set theilen die
virtualiter langen Noten beſtaͤndig ps — J
6.15, Den erfien Caſum anfangend, wenn = er gezogene =
sötheil gerade auff oder abſteigen, und folget kein Sprung bernach,, fo
| haben fi alle 4. Nur einen Accord O8 gem be nieht gerade auff ober
€ Einfah oder PER org na dem 77 ee — Es De g
“ a dr Saiten Werefes, 2) 5
BE ( 29.) 8
abmerts, fondern die ate Norefehläget wieder zuruͤck, To haben nur 2. und
2. einen Accord. (d) Gehen aber 4. 16theil gevade auff- oder abwerts,
und folget ein Sprung bernach, oder es ſtehet iiber Der legten virtualiter
Euren Note eine Ziffer, ſo iſt es in beyden Fallen ein Zeichen des Tran-
fitus irregularis, und wird bey dem zten 1ötheile der zum aten 1öfheile
gehörige Accord anticipando angefchlagen, wie alle Cafusaus folgenden
.. Bembeibellm: Oman 0 en a
ja. ee Eau.
(d) Uber der zıten Note deg zten Tackes erfcheinet eine 6, weil fie aber in praxi
nicht allzeit in dieſen Caſu Darüber gezeichnet wird, wie es wohl fokte feyn: fü
Fan ſich ein Anfänger dieſe Exception wieder obige Regel mercken, Daß fo ofit
bey befagter Clauful das erſte 16 theil den ordinairen Accord uber ſich hat, ſo
- - offt pasfiren die ͤ igen 16theile frey Durch, weilfie als eine bloſſe variation eines
Bau AT UT RE
CH) m Semi-allabreve oder fonft geſchwinder Menfur der Stel wuͤrde diefes Exem⸗
pel alſo erſcheinen wie ſolget. LndaufffolheArth Ean ſich ein Anfaͤnger bey
.. Allen Fünfftigen Exempeln Die Noten verdoppeln: |
—
AR x ya —
—
—— roh N
——
N
e 7 7 7
WER” ? — J
nn un > © — — —
——— — — —
⸗* 76 |
— 3— —“ a 2
41H - > tr ’ wi = rn ng en
—*
$.16, Den andern Calum betreffend, wenn zwiſchen 4 zuſammen
gezogenen ꝛötheilen ein eintziger Sprung vorhanden, fo koinmet es
darauff
B Con).
— an, ob die fundamental.Note, woraus dieſe 16theile entſprun⸗
gen, Ce) ein eintziges Itel oder 2. fortgehende Stel geweſen. Letztern
Salleshaben die 4. 1ötheile 2. befondere Accorde, erfiern Falles aber nur -
einen accord, Weil aberein Anfänger diefen Linterfcheid nicht zu ju-
diciren vermag, ald wollen wir Die gewoͤhnlichſten (F) Claufuln varirs
ter atel und Stel vondiefer Arth, danehinlich zwifchen 4. zuſammen ge
ogenen 168heilen ein einsiger Sprung vorhanden) hier beyſugen, und
dasgeborige Accompegnement Dagıber angeben:
Gewoͤhnliche Variationes der tel,mit einem eintigen
| „ Accorde zu 4: rag nf |
Bi! Pe een /
man Sen Y
men h =
Er ann Das bey na fen ;
46--- are een nn nn
| Gewohn⸗ |
(e) Denn alle geſchwinde Noteh feynd. nichts andere, als variationes * Zerbre⸗
chungen ſolcher langſamen Noten, welche an jener ihrer Stelle ſtehen kunten.
3) Denn ale in der Natur mögliche Yariaiähizit folcheratelund gtel koͤnnen deſto
weniger ſpeeiliciret werden, je mehr ein. Componift die Freyheit behaͤlt, taͤglich
neue zu erdencken, welche jedoch insgeſammt entweder mit eigenen Ziffern vers
fehen, oder fo befehaffen feyn müffen, daß man ihr Tradtament nach denen ge⸗
wöoͤhnlichen Regeln und Exempeln gar Teich beustheifen Fan.
”
BB C2n) Be
en en en, on
3 —
Gewoͤhn⸗
= Bu =
En - 5 — am — — e ⸗e e ⸗⸗
——s —û—— ——
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— — ———— RES ETTERE,
ED nn RT em mn un Tun ne [= gen
Gewoöhrlthe ———— der mit spe Accorden
| au — —
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f Sram:
> 3 a EB
| Mm $.17.Dden
c*) Uber — Variationes wollen wir — — machen. Bey
dem erſten und andern Exempel ſtecken die fundamental-Noten zjederzeit in dem
erſten und zten 10theil. Bey dem dritten Exempel aber bleiben das erſte und
ste ı6theil iederzeit Die fundamental-Noten, e8 mag ein Sprung hernach ers
folgen oder nicht. Denndas andere r6theil wird bey Diefer Variation als eine
Antieipation des nachfolgenden Gases, und das zte ıstheil als ein Tranfitus
irregularis angenommen. Das 4te Srempel jeiget, daß auch iezuweilen in
einem bezifferten General-Bafle einerley Claufuln von gang unterfchiedenen Ac-
| compagaement vorkommen koͤnnen. Denn oben funden wir eben diefe Clau-
fulmiteinem einsigen Accorde unter denen varirten 4teln, bier aber jeigen Die
. harüber fiehenden fignaturen, vos fie tollen ſchon bey dem ten z6theil vefol-
BR 127)
ee 42 -$= a md
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—— Be — —— un nen Me Me nn
— tn Henn nn Bun — 40 on en ff er en —
— — Zi u lmeemum 4—-
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viret werden, und daß folgbar.2. Stel allhier die fundamental-Noten feynd. Bey
dem sten Exempel pasfiret dag andere.rötheil nieder vor eine Anticipation des
nachfolgenden Satzes, und geben das erfte und letzte ıötheil iederzeit die 2. fun-
damental-Noten ab, e8 mag ein Sprung hernad) folgen, oder nicht : ausge⸗
nommen in dem eingigen Cafu werden fie als eine Variation eines eingigen atels
angefehen, wenn das erfte 16theilden ordinairen Accord uber fich hat, und das
andere ıötheil nur eine 3e über fich fpringet, wie die erfte Helffte des andern
Tactes, unddir 4. Testen ıstheildes Erempels ausweifen, Bey dem 6ten und
letzten Exempel ſtecken die 2. fundamental-Noten im erften und ten zötheil. Es
entſcheidet aber hier der darauff folgende Sprung die Cache, weil mir eben
Diefe Clauful oben unter denen varirten 4teln mit nur. einem Accorde gefehen.
Dahero Fan man ſtatt vieler Erempel, Die man etwan bon varirten gteln dieſer
um® __
BIEHEREItE
| 4-8
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— m WE En — urn WERD 5 ana WERD mat BER r- ame u
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6.17. Dendriften Cafum anlangend, wenn ziwifchen 4. zufammen
gezogenen ıötheilen 2. bin 3. Sprünge vorhanden, und dag dritte und
gte16theitfchicken ſich nicht beyde zugleich) (g) in den Accord deg er:
ften 16theiles, ſo wird zu dem zten 16Theil ein neuer Accord angefchla:
gen. Folgendes Exempel zeiget viererley Arthen folder fpringenden
ı6theile, welche indgefamt einerley Traltament haben. Nehmlich im
erſten Ta&e befinden fich iedesmahl 2. Sprünge zwifchen denen erſten
3. ötheilen, imandern Tacte aber zwifchen denen erften benden und letz⸗
‚ten beyden 16theilen. Im sten Tadte ſeynd zwiſchen 4. zuſammen ge:
zogenen ıötheileniedegmahlz. Sprünge vorhanden. i.e. ſie ſtehen in lau⸗
ter Spruͤngen, iedoch dergeſtalt, daß ebenfalß wie bey denen vorherge⸗
henden Arthen, weder das zte noch ate iotheil in dem Accord des erſten
begriffen, da hingegen im sten Ta&te bey eben fo viel Spruͤngen das zte
s6theil zwar in dem Accorde des erſten i6otheils begriffen, dag ate aber
ſich niemahls dazu raͤumet, undfolgbar auch hier nur 2. 16theile auff ei:
nen Accord gehen: Be RN. |
a | Me 613.Den
Arch noch beyfügen koͤnte, fich diefe Regel überhaupt mercken: Daß, ſo offt
nach folkhen 4- 16theilen, zwifchen welchen eirreingiger Sprung vorbans
den, wiederum ein Sprung erfolger, fo offt hat das 4te ı6theil, als eine
fundamental-Note, feinen eigenen Accord, Ä
(g) Denn es gefchiehet offt, Daß Das. zte A6theil ſich zum Accord des erften ı6theiles
ſchicket, wie in obigen Erempel der 4te Tact ausweiſet: allein fü offt das 4te
16theilnicht auch zugleich mit in Diefen Accord begriffen, fo ift es ein Zeichen, daß
- Diefundamental-Noten 2, gtelfeynd, und folgbar dergleichen 4, ı6iheile 2, be⸗
fündere Accordg haben muͤſſen. Rum
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| 618. Den
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18. Den aten Caſum hingegen anlangend, wenn alle 4. zuſam⸗
men gezogene ıötheife fich zum Accorde des erſten ſchicken, und gleiche
famein Arpeggiodeffelben darlegen, fo haben ſie nur einen accord ( h)
(einfach oder doppelt nach dem Linterfcheide des Inftrumenteg,) wie
folgendes Exempel — in dieſen Cal gewöhnliche Variationes
— |
| Fr Mm e. a Oen
=) Weil fo dann ühre a Note ein einbiges atel iſt. Übrigens Fan ein
Anfanger den Unterfcheid des Accompagnementes, wenn nur. Die erften 3,
16theife, und wenn hingegen alle4. 10theile in dem Accorde des erſten begriffen,
aus folgenden Sägen gar genau bemercken, da Die erften 3 fpringende 16theile
ſub No r. jederzeit: gleiche Claves gegen No, 2. auffweifen, und Doc) wegen Dep
| an. a Fi ein ungleiches — en |
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re ie: Densten und letzten Cafum betreffend, wenn em 48. —*
mehr auff einander folgenden 16theilen # virtualiter fangen a Y
| aͤndig
| | BE (2300)
ſtaͤndig per radus gehen, die virtualiter kurtzen Noten aber in andern
Spruͤagen ſich auffhalten, ſo gehen zwar auch 4. 10theile quff einen Ac-
cord, doch pfleget man hier ſonderlich gern die virtualiter langen Noten
mit einhergehenden zen zu begleiten. () z. y.. |
Pa
—— — - =} — —
—F Er ee 25- Es — =
| =Fr SL EL *
en — —————
al)“
SRSFRESRASFSES;
FE ZER u
. 20. Wenn ſtatt des erſten iötheils eine Paufe vorhanden, fo Fan
der Accord der darauff folgenden Note vorhero, die Note aber felbft, nach
geſchlagen werden, wobey mutatis mutandis die bißherigen Regeln der
ı6theile kuͤrtzlich alfo zu appliciven feynd: Wenn
6) Eben wie oben $. 10. bon denen per tranfitum gehenden steln geſaget worden
Die alhier die fundamgental-Noten abgeben, gehenden 8teln geſaget worden,
ı) Wem alle 3. ı6theil per gradus gehen, und folget fein Sprung
darauff, fowirdeineingiger Accord (einfach oder Doppelt) dazu an⸗
geſchlagen: folget aber ein Sprung darauff, fo wird ben der an⸗
- dern Noteder zurdritten gehörige Accord anticıpirer, wie folgen
r
des Exempel den Linterfcheid zeiget.
2) Iſt aber zwiſchen der andern und dritten Note ein Sprung vor⸗
handen. oder es ſpringen alle 3. Noten, Die beyden letzten aber ſeynd
nicht im aecorde der erſten Note begriffen. fo wird hey dem andern
16theil ein neuer Accord angeſchlagen. Seynd hingegen alle 3.
ſpringende Noten in den Accorde der erſten begriffen fo haben fie
nu einen Accord (einfach oder Doppelt angeſchlagen) folgendes
Exempel erläutert alle Causıt Be a
| | | Nu 6. 2i. Die
>“ = —
— — Si 7
— — F — —
- = —
ats; 4 E
3) — — — — —
$. 2r. . Die gtel und — werden auf —— Arth mit
nalen: verknuͤpffet. wovon wir folgende Anmerdungen machen
wollen:
| 2) Zwey
.»
Zwey gerade auffzoder unterwerts gehende 16kheil pashiren or:
LE
dentlicher Weife nad) einem tel, Stel oder gte-pundte frey auß,
wenn Fein Sprung dDaranff erfolgen: : Iſt aber Diefer vorhanden,
fo iſt 8 ein Zeichen des Tranfitus irregularis, und wird zum ers
ſten sötheile der Accord des letzten ı6theiled angefchlagen , wie
ausfolgenden erfien Erempel alle Cafüs erhellen. Das andere
. 20 Epempel aber zeiget, daß bei) einer geſchwinden Menſur (3. E. im
Semi Allabreve) 2; dergleichen iotheile alcendendo freyy aus pas-
firen koͤnnen, wenn auch gleich ein Sprung darauf erfolget. -(K)
Wiewohl diefed auch aſt der einzige Cafüs if. Denn. findet
man ja deſcendendo dergleichen caſum, ſo entſtehet doch (went
das Stel einen ordinairen Accord hat) bey dem legten 16Lheike
von ohngefehr eine 7me, welche in der nechfffolgenden Nore aller;
dings will refolviret feyn, wie das Accompagnement des aten
und sten Tactes in beſagten andern Exempel ausweiſet.
dieſen Exempel alſo ausſehen:
— Weil es ſolchenfalß bloſſe variationes eines atels feyn, welches nur einen eins
gigen Accord von noͤthen hat.
Dahero wuͤrden die fundamental-Noten von
ae
FISEE
SRH
.,
En (ng
seele o
2) Wenn nach einem stel das erſte 16theil pergradum gehet. dag an⸗
dere aber wieder ruͤckwerts ſchlaͤget in den vorigen Ton, fo wird ben
moderater Menfur zum erſten — ein neuer Aecord angeſchla⸗
—— a: Ede gen,
06(2860 8
gen. ey gefähisinder Menfar aberiwie im ((emi-allabreve) haben
‚alle 3. Noten nur einen Accord, (1) wieder ——— aus ſol⸗
u, >44 — zu efet en
ln
— ee: = 2 IE =; —
Di
IEBE LE
=>
6 6
ER:
Larghetto.
E36 2%
u ; 5 —
en 1 er
— LPE J4 — — — — | —— — — — rn
HZ — * — * ——
9 Wenn zwiſchen 3. ſolchen Noten (nehmtich einen stef md 2: darauf
folgenden 10theile) ein Sprung vorhanden, ‚erfölgenimnac dem
gteloder nach dem erſten zöfherle „fo wird in beyden Faͤllen zu ges
dachten erſten ı6theile ein neuer Accord angefchlagen : es ware
denn, Daßalfedrey Noten in dem Accordeder erften begriffen, wel⸗
| ei ine Ba ha a a are
| ILRIBED iu
DB (28) |
9 Wenn nach dem Stel ein punet und ein i6theil folge, ſo (wird
diefed 1ötheil in faltu & tranficu, nach dem Linterfcheide der Men-
fur, eben fo tractiret ald wenn es ein wuͤrckliches Stelwäire, Das
hero follen ung folgende 2. Exempel zu Furger Wiederhohlung
der oben, von Denen langſamen und geſchwinden Steln gegebenen
Regeln genug ſeyn. Wer mehr Exempel verlanget, der fege bey
allen, fo wohl oben vorgefommenen ; ald unten bey andern Ta-
cten noch vorfommenden Erempeln der tel, zu denen virtuali-
ter r fangen Noten pundta, und mache aus denen virtualiter *
er
gen Noten lauter 16theil (z. E. ſtatt —2 alſo: —* Fri 7»
jo bat er was er ſuchet
3 22, —J —
ö © amp ann en —⏑ Ei
f ange —
MC) WE
: — J — — u u nn
: — — * —
=: AN 3 : - -
—— m — —⸗ *
| $. 22. Diefeöwären ohngefehr die Regeln, welche man nach rc
| arindlinen pr —— er Com — von ei geſchwinden *
| Br; e
Er „@ RT: BE
— tr Bu = e=rr em
— —— +2 — = Boz= —
2. 29»; *
des ordinaiven mit Bond bezeichneten Tactes (m) ge eben kan.
Wer dieſe wohl ins Exercitium ebracht, Dir hat in — uͤbrigen vie⸗
fen Arthen dev Tacte Feine neue ar zu erlernen, fordern er fuchet
nur die bißherigen uͤberall mit leichter Manier zu appliciren, welches
ol denn allhier ſo kurtz als ſi ch es will thun laſſe N; bewerckſtelligen
wo en. |
A 923. DIE TOpEFT ER (0) rund iemißhtigfen, even gef,
e
Wie nundie gtel und rötheili in diefen — Tacte tradiret werden, eben fü
‚werden fie auch in. allen diminuirten oder zertheilten egalen Tade €. in
— F ni 3 und dergleichen meift uͤberfluͤßigen Bejeichnungen tractiret. Dar |
bero unnoͤthig, hiervon Exempel zugeben, weil eg eben die fpecies der vorinen
geſchwinden Noten, und alſe auch ihrer euſerlichen Geſtalt nach, ipſiſmæ No
tx verbleiben.
* Gleichwie der bißher tr: Airte — aire Tact ſonſt tempus oder der
egale Tact genennet wird, a’ ‘fo wird hingegen der Teipel-"Tad Een terna-
. zium, oder der inegale. st genennet, und hat kinen Nahmen eigentlich von
Triplo, oder der gedritten Zahl, welche jedesmahldem Tade vorgezeichnet, und
eigentlich der Zehler (numerator,) die darunter ſtehende Zifter aber der Penner
. (denominator)) betittelt wird, weil diefer Die Noten bey jedweden Tripel-Tadte
nennet, jener aber fie zchlet, wie. vielderfelben N Tadt gehen folen. Die
gebraͤuchlichſten Tripel dieſer Arth ſeynd — er und werden Tr iplar fü ‚npli-
es genennet, Duplirct, tripliret, und gradrupliret man a die — der 3 a
entſtehen daraus die gewoͤhnlichen Triplæ compofitz, — un: g = &c. welche
alle wahrhaffte Tripel ſeyn und bleiben, weil ſich ihre Harmonie, ihre Cæſur,
ihr numerus ſectionalis (oder wie man es tauffen will) iederjeit mit der zten Zahl
endet, da hingegen in allen Temporibus binariis, ais E & 2
E caot) %
de Noren wir annoch zu unterſuchen haben. Es ſeynd aber ſolgende die
ſten ) er
Se SEE .;
ee i
BO N $. 24.
3
N ee, *
ſich die Cæſur iederzeit mit der gezweyten Zahl endet, ſo daß bey dieſen egalen
acten der numerusradicalis jederzeit die 2, bey denen ſaͤmtlichen Triplis hinge⸗
©, gendernumerusradicalisdie 3. verbleibet. So lange nun die Triple fimplices
in compofitas, und Diefe wieder in fimplices Eünnen reduciret, und vermandelt
werden, ohne daß beyde in ihren Weſen und Tradtament die geringfte effenticlle
Veraͤnderung und Abbruch leiden: fo lange. muß man fie wohl insgefamt uns
ter eine Heerde ſtellen, und.vor Tripel pasſiten laſſen. Denn es mag z. E. ein
— — — oder langſam oder gefehtvind, luſtig oder traurig gehen, ſo kan man
ihn in und 3 reduciren, und dabey die Menfur mit einem darunter 98,
4 ſetzten Adagio, Affettuofo, Allegro &c. gehörig angeben, (wie denn auch der ſonſt
| geſchwinde 5 Tad mit einem ‚Adagio verbrehmet, bey heutigen beruͤhmten
racicis nichts rares iſt) fo hat man allemahl die vorige Mufic mit Leib und
Seele. Dahero ich meines Drtbs die Triplas compofitas vor nicht viel mehr,
als vor ein bloſſes commodes Weſen des Tact·ſchlagens anſehen wolte. Denn
3 es wuͤrde z. €. bey einem geſchwinden Ay einem ziemlich) ſauer ankommen,
wenn ⸗r ebenbiefes gekhwinde Mouvement in einem — Tacte her tadtiren ſolte.
Nechſt dieſen wolte ich in gewiſſen Fällen eine traurige Aria oder dergleichen
Invention lieber in einer langſamen Menfur eines Triple compofitz!dirigiren
ſehen, als in Tripla fimplici, da das hurtige auf und niederfchlagen des Tades
Wwenigſt ens euferlich Cich fage euferlidy) mehr auffgewecktes, als trauriges und.
gelaſſenes zu zeigen ſcheinet. Aa eben in dergleichen Betrachtung mögen ’einis
ge vielleicht aufdie Gedancken gerathen feyn, daß weil man bey einem langſa⸗
mie... — men
[- MErsE 8
46.24. Bon diefen Tripeln nun laͤſſet fich gar leicht eine doppelte
General Regel abraten, ie alle ihre geſchwinde Noten tractiret wers
den muͤſſen, welches dieſe iſt. ra
Alle diejenigen Noten, von welchen iedweder Tripel feinen
Nahmen führet, werden tractiret, wie die Iangfamen
| — | in —
men =: Oder = nichts luſtiges (Tripel-hafftes nennen fte es) wahrnehme,
ſo koͤmen fie eine Tripel genennet werden: undich befinne mich, daß ich in meis
ner Jugend mehr als einmahl die Ledtion befommen: Diefe Worte waren Ius
fig, als muͤſte man fieim Tripel compeniren. Allein wer hatdem Tripel die
Eigenfihafft oder das Vor⸗Recht gegeben, daß er allein luftige, und niemah
traurige Dinge leiden folle, ohnedie Natur und den Nahmen eines Tripels zu
verliehren? Ich meyne, Der egale und inegale Tact haben beyde gleiches Recht,
und koͤnnen fich nach Gefallen luftig und traurig aufffuhren. Denn wenn der
Tripel eine Inftige Menuet auffweiſet, fo feet ihm der egale Tadt eine Iuftige
Bouree, Gavotte &c. entgegen. Führet fich hingegen der egale Tat traurig
auff, ſokan eben dieſes in Triplis compofitis ſo wohl, als in Triplis fimplieibus
gefchehen, wenn man gehörigen Orths dag natürliche geſchwinde Mouvement
Durch beyaefügte Worte eines Adagio, Largo &c. zurück halt, tie bey dem or-
dinairenegalın Tadte ein gleiches geſchiehet, und Die heutige Praxis durchgehende
bezeiget. | Ä
9 12
Ko) Unterdie ungewoͤhnlichen oder felten vorkommende Tripel zehlet man 7er
n y &c. wer an folchen füperfluis einen Gefallen hat, oder etwas darinnen
zu finden vermeinet, dem kan man das plaiſir goͤnnen. Chacun a fon gout.
Solten nun einem Anfaͤnger dergleichen Dinge auffſtoſſen, ſo examiniret er nur
ihre Menſur, ob fie geſchwinde oder langſam gehe, und tractiret fie als denn auff
eben die Arth, wie in folgenden 8. 8. von langſamen und geſchwinden Tripelu
gelehret wird, ſo iſt der Sache geholffen, und wenn man auch mit eben fo viel
Recht einen ” und a Tripel erdencken wolle, -
a (23) |
gtel (p) im ordinairen mit C; begechneten Tacte:
=: Hingegen die. halben Noten oder die Helffte derfelben
=... Noten, wovon jedipeder Tripel den Nahmen führe,
wæerden trackiret, wie die iotheil in gechten ordinai-
ren Tacte. |
$ > Dieſen zu scannen im 2 die halten Tacte: im =
und die atel: und i im = r 5 r nn Die gtel ordentlicher Weiſe vr
vet, 2% Die langfamen stel im ordinairen A Singegen werden
im 2 2 - Die atel,i im. und — = die rel zund im 5 - = z die ı6theil tra-
amei wie die * in gedachten ordinairen Zur
6.26. Wir fangen von denjenigen Notenan, von welchen iedweder
— ſeinen Nahmen fuͤhret, und ſagen, daß wenn von dergleichen
oten.
0 Ihrer 3. per —— auff oder nicdergehen ; fe pasfiret ordentli⸗
der — die — virtualiter Fugen Norei in tranfıru (g) frey
a}, Aus,
Di Noten, von welchen jedweder Tripel ſich nennet, haben ratione quantitatis
intrinſecæ dieſes befonderg, daß jederzeit die erſte virtualiter lang, die andere und
dritte aber beyde virtualiter kurtz feynd, weswegen bald die andere, bald die zte
Note, bald beyde zugleich in tranfıta frey Durch pasfiren, wie die Eyempel diefeg
‚obigen und des folgenden S. den Unterfiheid zeigen. Hingegen bat es mit dem
Tranfituben der Helffte derjenigen Noten, wovon ſich jedweder Tripel nennet, -
wiederumeden die Bewandniß wie bey dem ordinairen mit ( begeichneten
| leg wie das oben $. 15 hc, vom Tranftu seorken Eympel aus⸗
weiſet.
Ko Dasın iſt —— worden zu Eingang dieſes Sapitels 8.7. biß F. 14.
()
WB: C2) BD |
aus, die zte aber hat bey einer moderaten Menſur einen neuen
Accord, ipie in allen folgenden Exempeln () No, i biß No.2.
zu.erfehen © — *
(2) Folget aber nach der erſten Note dieſer Arth ein Sprung, fo
fihlaget Die andere Nore einen neuen Accord an, und pasfiret ſo
dann Die 3te per gradus gehende Note in tranfitu frei) aus, 100:
fern Fein Sprung darauff erfolget, wie in folgenden Ercmaeln
uͤberall No. 2. zuerfehen. Holger aber ER iR |
() Nach der andern, oder dritten Note ein Sprung, oder fie flehen
alle 3. zugleich in Spruͤngen, fo hat auff alle diefe Falle jedwede
— ven beſondern Accord, wie folgende Exempel No. 3. aus⸗
weiſen. | | |
(4) Wenn vor der ten Note diefer Arth eine Note von doppelter
Geltung vorher gehet, fo Fan befagte zte Note in tranfitu frey
durch pasfiren, wofern fein Sprung hernach folget. Iſt aber
diefer vorhanden, oder fie ſtehet mitten im Sprüngen, fo ſchlaͤget
fie ihren eigenen Accord an, wie No, 3. in folgenden Exempeln
durchgehends bezeiget. e a Er ee
——
Besen
SEHR
(*) Wir werden hinfuͤhro mit Fleiß einerley Exempel durch alle Tripel behalten,
Damit ein Anfaͤnger bey fo vielerley Tacten, und vielen Arthen der geſchwinden
Noten nicht confus gemacht, ſondern deſto deutlicher uͤberzeiget werde, daß die
Regeln uͤberall einer ley bleiben, und folgbar die. Sache Feine fo groſſe Schwuͤ⸗
rigkeiten habe, A
u “ . 3 z er
nn
7 4
— — Ai ecke wm
— — IHR i if
Moderato.
£ ei
* *
= *
ea Mer fur haben. (r y ſo werden ihre Stel,
s wie di * Fe sind = 5 ee fangfamen Ta&e, oder deut:
te als wie Pie sörheil tractiret (**) Folgbar wenn
— gtel, 4 —*
hrer ‚pergradusge en, ſo vab/n ſie al ordinaire nur einen Ac-
R: wie in folgenden Exempel No. 1. biß No. 2, ausweiſet.
2) Gehet nur die erſte und zte beſtaͤndig per gradus, die mittlere aber
Halte ſich in andern — fo haben zwar auch alle 3. nur H ——
‚einen Accord; man gehet aber ſo dann gerne bey der erſten und sten Kae
ioꝛie in Tertien mit u wie No. 2. biß N 0, * bezeiget. "ig
® v RS Sprlins
| (n Deren gefhrindeMenfrder 2 und 6 7,a nicht wohl zu haben pfle⸗
oem, ‚oder wenn eg extraordinairer Weiſe geſchehe, fo wuͤrden ihre 4teleben das
. Tradtament haben muffen, wiehier die gtel,
—— Nehmlich was oben von 4. zuſammen gezogenen ı stheileni in dergle ichen Cañi
Abus geſaget worden, wird hier — i auf 3. zuſammen hejogene Stel
ua |
BB (ii) |
3) Sprünget auffer diefen Cafu die ander e — und die zte iſt nich
‚im Accorde der erſten begriffen fo hat beſagte ʒte Now einen neuen
Accord, wie No. 3. bezeiget.
4) Springen aber aile drey Noten dergeſtalt, daß fe alle in dein Äc-
corde der erften begriffen, fo haben fienureinen Accord (s) eins
* oder — —— wie be —— wer
—
*
EB: 6-17 ses =g2 = 3
e Dr - wi
=: Rs net — —
| Na |
25 Bei et fü dann eine bloſſe Variation eineseingeln sres * einen —* rr ‚
PR
— © a Sn
$.28. Wir kommen zu denen halben Noten oder zu der Helffte
derjenigen Noten, von welchen jediveder Tripel feinen Nahmen führer,
welche durchgehends, wie Die 16rheil im langſamen ordinairen Tacte
tractiret werden; —— wenn dergleichen Note,
2 Ihrer 4. (Die erflen oder letzten 4.) gerade auff oder nieder.gehen
unnd folget fein Sprung darauf, fo haben fie alle 4. nur einen Ac-
cord. Gehen fie nicht gerade auff oder abwerts/ fondern Die ate
Ncote ſchlaͤget wieder zuruͤck fo haben nur 2. und 2. einen Accord (t)
ee ee 7 ee
) Ausgenommen wenn die,in sten Tacte des cben folgenden Srempels, befindliche
SGte nicht ſolte in praxi bezeichnet werden, da dennoch ſolche 4. Noten alle zum or-
dinai’;n
| Be (0) =
Gehen aber 4. deraleichen —* gerade auf oder nn and
folget ein Sprung hernach, oder es ſtehet uͤber der
rtzen Note eine Ziffer, ſo iſt es in beyden Fall — —
Tranfitus irregularis, und wird bey der penuleima (legten Note
ohne eine) der zur letzten gehörige Accord anticipiret, wie alle. Ca-
ſus in folgenden Erempeln No, 1, biß. No. 2. angegeben werden.
2) Wenn 6. dergleichen Noten per gradus auff oder abſteigen, U
felget £ein Sprung darauf, ſo wird uͤber der zten ein neuer Accord
angefehlagen: folget aber ein Sprung darauff, oder es hat die 6te
virtualiter kurtze Note eine Ziffer uͤber ſich, fo it es wiederum in
beyden Fällen der Tranfitus irregularis, und wird bey Der sten
Noteder zur oten gehörige Accord anticipando angeſchlagen wie
No, 2, biß No. 3.dezeiget. ——
3) Solange 2. und 2. ſolche Noten beſtaͤndig durch Sprünge ge hen
und die neshfelgenbenz zwer ſchicken ſich nicht — zuglech (
Se,
dinairen Accord der erften Note — — wie —
eben dieſe Exception bey denen 16 theilen gemacht worden. Ferner koͤnte main
allhier benerten, Daß es bey einer langſamen Menſur harmomoͤſer aus faͤller,
wenn man dergleichen ud gradus fonderlid, defcendendo —— Noten, nur 2.
na 3" e. |
und 2. aufeinen Accor:
b
— — —
— —
—— Haar
“ 9202
x “ { 4 ;
— =
| RC) W
in den vorher gegangenen Accord, ſo lange wird ie zu * ein
= 3 Accord amgefeblae gen/ wie N BL Eh die Sache nn erlau⸗
ee. —— N
A) Schicken fi ch aber 4 der 6 Kolbe — — alfe ind ber |
- Accord der. erſten Nee, — * Ben zergliedert i in einen
„ Arpeggio darlegen, fo haben fie alle zuſammen nur einen Accord,
— * ‚wen oder dreyfach any eſchlagen) wie Ro. 4. zuerſehen.
—* Wenn aber bey 4.6.12. und mehr dergleichen Noten die virtualiter
fangen Noten beſtaͤndig per gradusgeben, und die dazwiſchen vor»
fallende virtualiter furgen Noten inandern Sprüngenfich aufhal⸗
ten, fo gehen ihrer 4. (die erſten oder fegten 4.) aufeinen Accord,
doch fo, daß man die virtwalieer langen ungen in fersgehenden
dr zen —— ausweiſet⸗ Ber
I r — 2 14 Yin 4 a * —
EEE — Im — er mn —
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Caſcum bey denen ı 6theilen angemercket worden, engl mntatis u |
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72: ————
$. 29. Wenn aber zwiſchen 4. (denen erften cder letzten 4.) oder 6,
oben benannten Noten nur et: ‚eingiger Sprung verdanden, ſo kommt
es darauff an, od ſolche Clauſuln aus ciner oder 2. Fundamental-Noten
entſprungen. Letztern Falles haben die 4. oder 6. Noten 2. Accorde,
erſtern Falles aber nur einen Accord. Weil aber ein Anfänger diefen
Unterſcheid nicht zu judiciren vermag, ſo wollen wir auf eben die Arth
wie obe n9. 98. bey denen 16theifen geſchehen, die gewöhnlichften clauſuln
ſolcher Variationen hier behfuͤgen und das unterſchiedene Accompag-
nement darüber angeben:
—
— — * a
En
6 300) ww
& woͤ ‚nliche Variationes mif einem cin&igen Accorde m
mas zu 4 oben 6. ikea Doten,. En
-. Bee —> * — RER 37 Oo Bra, a Bier,
— —— un nm — — — — Bu ee
— reg ae u use Be ia — ge zn 4 Ann un Gain. San
— an an an en — 5:08 4 mm ann — a nr Bam gun
— —— rd, - — — ————— ———
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—* A de F oral, nach dem Unterſheide der nterfeheideder Menfar u unddes yr
‚Infirumentes
” 4 en A A Baal
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— u —ü— m.
ha ⸗ a en —— ee En —— r — — —
— nn rn u un RER. RB A — —
— — es —— —
” Semöhrlide Variationesmif 2. Accorden zu 4. oder,
dergleichen Noten. (x)
| n der Nota (**) über. die Variationen der ı6theil gemachten
Anmer⸗
— — —— — — |
— — * II ee a —
(x) Dis oben 5.1
Anmerckungen Fan man auch allhier a |
eben —— cl auſulm. ) apr p iciren, denn es ſeynd mutatis mutandis
—
*
}
a Tor
ss;
|
3 —
EEE Die
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—— — CEO
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u ar ade u A nn we
a —
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NB. Hier
ee 5:,:. ——
VB. Hier folten num alle diefe Variationes in denen uͤbrigen Tripeln
58 folgen. Den Blagaber zu erſpahren, ſo mag fie ein Anfänger fich
- SR |
BR } I ’älı),
* 4 P
ſelbſt auf folgende Arth von Note zu Note in ſolche Tacte verſe⸗
an ee — i A x u ee & —
6.30. Wenn ſtatt der erſten geſchwinden Note eine Paufe von glei⸗
cher Geltung vorhanden, fo Fan der Accord der darauff folgenden Note
vorhero, dieſe aber felbft nachgefchlagen werden, und bleiben uͤbrigens
alle, won denen ——— per gradus & per ſaltus gehenden Noten,
bißher gegebene Regeln oder Anmerckungen auch hier, wie ſie oben h. 20.
von denen iotheile gegeben worden. Weswegen wir fieallhier im einen
General-Exempel kuͤrtzlich wieder hohlen wollen, welches fich ein Anfaͤn⸗
ger von ſelbſt auch in die uͤbrigen Tacte verfegen kan;
Rer
=»
u
| . (316) ) |
8.31. Diejenigen Noten, von welchen fich iediweder ee Tripe) nennet,
werden mit denen Noten von halber Geltung auf unter biedene Arch
verknuͤpffet, daher wir die oben von dem ordinaiven langſamen Tacte
indergleicl enällen gemachte Uinmerdungen, allpier nachdem L Inter;
jde der Menfurmutarismutandis, alſo appliciren wollen. Nemlich
wenn NB. be moderater Menfur nad einer No von welcher
ſich der Tripel nennet,2.Notenvonhatber Geltunugg.
2) Gerade auff oder nieder gehen, und folget fein Ser r ei | g darauf >
ſo pasfiren gedachte 2. Noren frey durch. Anz aber = Sprung
darauf, oder Die legte hat eine eigene Ziffer tiber fi, ſo iſt es in
beyden Faͤllen ein Zeichen des Tranſitus irregularis, und wird bey
er andern Note, der zur dritten gehörige Accurd anticipando ans
en, wie in folgenden Erempeln No. biß No.2. alle Caſus i
9) Wenn — nur die erſten 2. Noten gerade auf oder nieder gef hen,
und die deitte wieder ruͤckwerts in vorigen Ton fehläget, fo wird
bey gedachter moderaten Menfür zu der andern Note ein neuer
Accord angefchlagen, wie No.2. bezeiget. a —— iz
3) Wenn zwilchen 3.folchen Noten ein Sprung vorbanden, (erfolge
gleichnach der erſten oder andern Note) und Die andere und dritte
Note ſchicken fich nicht beyde zugleich inden Accord der erſten,
fo wird zuder andern Note ein neuer Accord angefihlagen. Seynd
aber alle 3. voten in dem Accord der erften begriffen, fo —
mr einen Mg wie No. 3. den IRBIERDAR geiget m e
\ $ y
(y) Erempel von Noten mit daben ftchenden, pundten allhier zu geben, wie u
6.21. von denen Stein gegeben worden, ware uͤberflüßig. Denn es ift allda
ſchon geſaget und gewieſen worden, daß ein pundt dag Accompagnement der
darauff folgenden Note von gleicher Geltung, gar nicht verändert, ſondern
dieſe Note nach dem Unterſcheide einer langſamen oder geſchwinden .
eben
— bit ri — ioid, als wenn fe mit “ ——— Note, ohne —
waͤre egal geblieben. Wer aber auch hier uͤberfluͤßige Exempel verlanget, der
punctire bey allen aa dieſes gantzen Capitels die egalen Noten ſtatt
— de rurdedn ddddan.dd” 4— de
er ed 54 “ DB x. und gebe. denen nad) dem punde folgenden Nein em N
das vorige DREHEN ſo hat er was er fucher.
as
A)
\ j
} N Y in
1 ' } l £ f
h E ww
a R En ” L L
; La
i
N * —
\
— Die Menſur ſehr geſchwind, fo wird all ordinaire
zu dergleichen 3 Noten, ſo lange fie per gradus gehen, nur ein Accord
angefihlagen (*), 68 mögen die leisten 2. Noten von halber Geltung
‚gleich gerade auff- und miedergehen, oder riickwerts fihlagen, es mag
auch ein Sprung darauff erfolgen oder nicht, wie folgende Exempel
ausweiſen:; — F DZ me 7 |
— —— u
* re , .
aa an 0 me TEE Far: ı aa rn ER
: — —
—*
Weil alsdenn alle 3. Noten eine bloſſe Variation oder Zerbrechung einer ein
xjgen Tundamental-Note ſeynd.
. Pe * — — WRREr
* vr —— 3— * — J ri | 1 | 2 |
YA
es 323) 8
' 3 ‚Eben diefe Bewandniß hat ed se dem Acdompagnement,
E ser enn im > ein atel mit 2 zteln / und im; 2 zein gtel mit 2, ı6theilen
ve en: wird, und dergleichen Noten (be nat geſchnine⸗
Kam. ur! 3 —*
Be (3:4)
6.34. Endlich finden fich bey ſehr geſchwinder Menſur der Tri
Auch wohl Variationes da nach einen atel eder Stel 4. Noten von
Geltung frey aus * J =
Bu pasfivenfönnen. Man fei
| — ae Sefandern Claufuln, A folgende 2. Erempel an,
—* AN Pr 1 — — 4 4
. ee ur 2 — ——
— ⏑— „u F 4
> 3
B — ẽ J * —
Kr
- — — * * | * | a
BCE)
t 2). NH, möchten folgende it, deren fundamental - — wir zugleich
darunter Weren mellen
man — uſ m»
ee 2 | M
$. 35: Wir hätten noch uͤbrig die gtel im ZT: &e; Dieſe nun
haben awar dag gewöhnliche Tra&ament der 16the te im nf angfamen
atte, folgbar koͤnten wir ſie allhier gar übergeben: ı weil fe aber dee
BB (29) ee
euferlichen Figur nach von ſelbigen unterfchieden fennd, ſo wollen wir
denen Anfängern zu Gefallen, ein General-Exempel hierde fügen,
vorinnen alle von denen 1ötheilen oben gegebene Bun kuͤrtzich wie⸗
derhoßlat werden.
—
Anm mm - na g "fr um sun an men nn: = — nn d___ Tune ei]
— — — u rn nn a I nn un nn Bu EN SE ——
x —_— — ÖJ- — —— — Sr rn nd. un
— Sm nn m nn De m mn — —— ——- een —
— — ůòů I ID SIEH FEER Dr m DEENRTO
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* 7 F
— u — mn
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——
BE N
9.36. Mitdenenzatheilen, cder dreyfach geftrichnen Noten brau⸗
chen wir uns nicht auffzuhalten. Denn wenu einem Incipientenjafofche
oren zum Exercitio Vorgefihricben werde, weil man fe ſonſt in einem
zur Grund: Stimme geſetzten 6eneral-Gaſſe ſelten zu finden pfleget),
ſo darff man ſich nur einbilden, als wenn dergieichen entweder beyſam⸗
me ſtehende oder mit 6cheifen vermiſchte Noten, insgeſamt einen Strich
weniger haͤtten, und tractiret ſie alsdenn nach Denen gewöhnlichen Re⸗
geln fe iſt die Sache gehoben. Alſo wuͤrden z. E die in folgenden 5.
findliche clauſuln nicht anders tractiret, als wie die hernach
7Tacten befin | }
„folgende, einen Strich weniger habende Claufuln;
It 2 | 8.37:
2
md
Nr
{
> (392) 6
SHE
037 Wir gehen weiter, und beſehen ws Fe nne Dt
nehmlich dag befandte Allabreve, und den ouvertewr-Tadt, Jenes
wird mit dem E der & bezeichnet, und hat vor allen andern Ta-
en dieſes beſonders, daß ſeine Menſur iebergeit unveraͤnderlich hleibet,
und weder ein darunter geſetztes Adagio, nach Allegro ſtatt findet.
6.38. Im
BB ( 33) Mb
4.38. Im Allabreve (a) werden eingig und alleine die atel, als
in dieſen Tacte gebräuchliche gehkmwind: xoten angefesen, weil kleinere
Noten, nehmlich die gtel, entweder garnicht, oder doch ſehr ſparſam, und
kaum 2. auff einmahl in gewiſſen Ruͤckungen und Claufuln zugelaffen
werden. Es mogen nun gedachte Atel per gradus, oder ſgleichfalß ſpar⸗
ſam und ohne viele Variariones) per falrus gehen, fo werden nach denen
Fundamentisdiefeg Anriquen ſtyli iederzeit 2. und 2; 4tel (weniger aber
nicht) auff einen Be Ya lagen, wie das folge de Erempel aus⸗
weiſet. In einigen Faͤllen aber pflegen auch 4°. 4telauf einen Accord zu
Be ee a y
) Wenn das erſte von befagten 4 Ateln den ordinairen Accord über
ſich hat, und die übrigen entweder indie ste gerade auffwerts gehen,
oder das ate atel in den vorigen Ton zuruͤck faͤllet, wie in folgenden
Exempel die claululn des gten roten undzoten Tactes beʒeigen.
2) Wenn der Tranſitus irregularis auf dem zten atel alſo angebracht
wird, wie die Clauſuln des aten undieten Tactes angeben. (b)
(2) Diefer antique pathetiſche ſtylus iſt wohl der ſchoͤnſte und bequ hmſte, worinnen
ein Componift feine fandamentale Wiſſenſchafft und Accuratefle in componi-
gen am beiten zeigen Fan. Denn die Süße dieſes 8tyli müffen Jederzeit reine,
derſelben progresfiones und refolutiones legal und von allen Libertäten entfernet,
das Cantabi'e ohne viele Spruͤnge in allen Stimmen continuirrt, diefe mir Ruͤ⸗
ckungen und ſchoͤnen [yneopationibus der Con-und Diffonanti.n hberhäuffet,
und Durch und durch, chne fantaſirendes IBefen, mit pathetiſchen Gedancken
Thematibus und Imitationibus aller Stimmen, angefüllet feyn. Hier fuche
. man einen legalen Componiften. - J
- &) Es faͤllt ſolchergeſtalt über dem zten atel die bekandte 7ma in tranſitu ein, da
man auch zugleich in zen mit fortgehen koͤnte, wie bißher vielfältige Exempel
vorkommen. Einige pflegen auc) dieſt 7me in tranfitu ausdrücklich. uͤber die
Roꝛe zu bejeichnen. °
Tt3
—
—
= 2 m = em
E —
J
rem 3 s —5 —
—22 —— — wen. ne
6 6
4
Eee
— bau
eg: lö--Ö- v |
39. Bey alten Autoribus findet man öffterg folgende Arthen
einer Bewegung wieder den Tal, da das virtualiter kurtze atel ſtatt ei⸗
nes vorhabenden Tranfitusin Tertiam wieder in vorigen Fon zuruͤck
ſchlaͤget Ein Aecompagniſt laͤſſet ſich dieſes nicht irren, ob es wohl
Richt alle moderne Autores gern imitiren:
9 46. Wenn nad; per gradus gehenden ateln ein Sprung er⸗
felget, oder uͤber dem letzten 4tel eine Ziffer befindlich, fo iſt es in beyden
Faͤllen eine Anzeige des Tranficus irregularis, (<) und wir d bey der zten
Note der zur aten gehorige Accord anticipando angeſchlagen. 3. €.
BI Ne ae. aa
Ce) Diefer Tranſitus wird in denen oben folgenden Exempeln, nur exercitü gratia
haufig angebracht ;, fonft ift deſſen allzuvieler Gebrauch, ſonderlich in dirfem
— —
| Bye
ee: 3
—
$. 41. Wenn nach einen gantzen oder halben Tacte 2. (unbeziffer⸗
te) (d) tel per eranfitum gerade aufoder unterwerts gehen, und fol-
ger fein Sprung darauf, fo pflegen fie ordentlicher Weiſe frey aus zu
pasfiven. Folget aber ein Sprung darauf, fo iſt es in dieſen ſtylo ein
unbetruͤgliches Zeichen des Tranfitus irregularis, und wird bey der an⸗
dern Note der zur zten gehörige Accord antıcipando angefchlagen:
ſtylo, eben nicht zu loben, weil er einmahl nichts anders, als überhäuffte Unrei⸗
nigfeiten inder Compolition verurſachet. VEREIN“
(d) Der ste, ı2te und ıgle Tadt des oben folgenden Exempels, haben in Diefen
Cafu ihre eigene Ziffern, alſo gehoͤren fie nicht unter Diefe Negel-
_ Weise 2
—
F 4
NB. Die ote über der andern Note des ten Tacies zeiget eine
wie die Alten gern mit der relolution der ())procediret.
6. 42. Folgende Exempel koͤnnen als ſelten vorkemmende Excepti
nes ——— vorhergehenden $. $: ange t wer
den, und muſſen die darauff olgenden DiTonantien, (welche in-Diefen ac-
curaten ftylo leder zeit wollen prepariret ſeyn) die Sache verrathen daß
der Componiſt den Tranfitumirregularem gebrauchet, und folgbar daß
letzte atel feinen eigenen Accörd verlangett
— —— ö
Be OEL ER Se — *
* y \# h F
*
— —— 1 PR y
BR) Li re Eh R
— —
ee A ——— * 24 ne ne
“ * * -
Li ’ !
- “
643. Die Chauful der erfien beyden Tacte des folgenden Exempels
ift im Allabreve privilegiret, und wird angeſehen als ein Tranfirus in
aram, ob ihm gleich einedurchgehende Note mangelt. (e) Dahero gehen
auch in dieſen Cafu, vor wie nach, 2, Atel auff einen Accord, wie beyge⸗
fuͤgtes Exempel ausweifet:
Er ac — —* — man nl Be sk in andere
Tone transponiren und weiter exerciren mag, weil wir unten zu einem
mehrern Exereitio dieſer ohne deß leichten, und wenigen Regeln keinen
Platz mehr finden möchten. Wir wollen zugleich unter dieſcs Exempel
den einzeln Baſſ beyfuͤgen damit man den Unterſcheid, wie die linde
Hand imvolfftimm gen Accom pagnementdamit verfahren, eto Deuts
licher erkennen moge: Uu2
nn — —*
)@ ie Alten wolten in diefen Falle die öfltere BE in hlansbercingeniäien
er en enn ont muͤſte — E xempel a ausfehen:
— —— * * —
m m un, FA PRREERPIREEEERARIE. 00.2
— a a er
un zz
RESET SET ra pro
N Mt) ie
* dieſen Erernpelverfä hret dielinde Hand nachd denen Regeln
des vorhergehenden Capitels mit einigen Diſſonantien der rechten
4 Hand alſo⸗ m andern und sten Tacte lieget und refolviret die
Was te mit it de rec ten Hand in gren. Im dritten Tacte obferviret
— man, daß die rechte Hand bey der (3 )den Baſſ mit machet. Im
iret hp lincke Hand die garbergelegene me dem
+ ber ſich Im zoten Trade wird eine Anticipatio
en Feld angeb ra ht, md: im folgenden Tacte bricht die
3 — EN r refolution perfaltumab,
daß — Nun —— — auch andere Arthen Allabreve. Denn an ſtatt
as bißherige Allabreve die Harmonie iedweden 7actes nur in 2.
Theile geth heifet, und FR ar wenigernicht als 27 Atel auff einen Accord
geben Funden: fotpeilen hingegen einige die Harmonie jediveden Tadteg
in 4. Theile, und geben. iedweden 4tel einen eigenen Accord , brauchen
u Pie Srenbeit, mit vielen Variationibus und bizarren Sprüngen ger
Dachter.atel zu vet abren, wieder Die Natur des Antiquen Allabreve,
ie gfeich dieſes Dabeyyin gewohnlichen Ruͤckungen und Syncopationi-
ia md-Diflonantien zu imitivenfuchen. Andere gehen noch
neu auſſer dem daß ihr Allabreve gar Feine Profesfion von Ruͤ⸗
Aungen, 2 ai DunrBen) und Tyncopationibus machet, fo procediren fie uͤ⸗
mit vielen fa tafivenden Asa ie 4) PEN u ber gtel (f}
eben
Yu sehßten einige —— Boiler — ſo Cantaten und
2.00 er-Arien, melche auch bruve. Conipolitores auff folche Arth zu feßen pflegen,
Allein fie thun, es nicht, mit der Intention, ein reguhrtes Allabreve zu feßen, fons
Beil zu u er ——— und m. rer Direction deg eben wie
—
| — ar barb- aus or ehe - des hm ob: er su f iner In
vention nur hat wollen den Allabreve· Tacterborgen, oder ob er iſt wilens, und
zu ohnmaͤchtig geweſen, ein aͤchtes⸗ Allabrere zu ſetzen,
—— (344) =
eben wie der ordinaire langſame Tadt mit denen 16theilen thut, dahero
man dieſes Allabreve mit Recht ein Allabreve ſp urium iennen pfle⸗
get, weil es von dem wahren Allabreve nichtsals die euſ Klei
ich meine die Noten, und den erborgten Allabreve Tact at t, an ſich
ſelbſt aber nichts anders iſt, algein überfenter ordinairer egaler Tatt.
9. 46. Diefe2. Arthen Allabreve num, Haben einerlſey Accompa-
gnement mit dem bißherigen Semiallabreve , nehmlich man tractiret
ihre atel, wie die stelim ordinairen (angfamen: Tadte, i.e. man giebet jed⸗
weden ei wo es nicht per tranſitum gehet) feinen eigenem Accord, und
die gteltractiret man, wie insgemein die i6theil, ſo iſt die Sache gehoben.
Beyde Arthen wollen wir durch folgendes vermiſchte — * erlau⸗
tern, dergleichen Inventiones vor eine nicht unangenehme Bizarreri
im FREE Allabreve Hape, pasfiven DEREN:
Be
— ——
Senn
AR A
rn gun en > ie
er
3 Be — DON — ⸗
$. 47. Die nechſte Anvermwandichafft mit denn Antiquen Allabre-
ve hat dag Achte Semiallabreve, Bißhero haben wir zu Abkuͤr tzung
der Regeln eine jedwede Arth der Compofition, welche ein ſehr geſchwin⸗
des Tempo hat, und folgbar feine Stel aldı6theil tractiret, vor ein Se-
mi-Allabreve pasfiven laffen, weil in beyden Arthen das Accompagne-
ment einerley bleiber: Hier aber wollen wir ein eintziges Cxempel von
dem pathetifchen Antiquen Semi-Allabreve beyfügen, und nur fo viel
fagen, daß felbigeg von dem wahren Allabreve nicht viel weiter unter⸗
fchieden, al8 in der Menfur, und euſerlicher Geldung Der Noten. Das
hero wer auffer folgenden, noch mehr Exemhel von einem wahren Se-
mi-Allabreve haben will, der uͤberſetze ſich die obigen, % 38. biß 44.
befindlichen Exempel dergeſtalt, daß er aus Denen gantzen Tadten hab
be, und aus denen halben Taten atel mache, ꝛc. fo hat er was er vers
langet. Im folgenden Erempel aber notire man fich Die in dem zten,
zten, und sten Tacte vorfommende Clauful des Tranfitus in 4tam,
welcher diefer ftylus mit dem Antiquen Allabreve gemein hat, und
erhellet auch hieraus die genane Verwandſchafft beyderley ſtyñ.
\
— —⏑ ES IE I AU d—
\ BCE)
$. 48. Der Ouverteur- Ta& wird inggemein r nit einer 2 6
zeichnet, und nennet fich von der befandten Ouverteur, weil er al
am meilten, nicht allein bey dem Eingange, fo andern auch in ve rſchie⸗
denen piecen derſelben gebrauchet wird. —*
6,49. Seine Menſur iſt ordentlicher Seife langſam, und pathe-
tiſch, dahere nicht allein die Atel, fondern auch Die nad) einem punctir
ter atel eintzeln ſtehende gtel CH), (wenn fie nicht per gradus g
ihren eigenen Accord haben. Die übrigen zuſammen gezogene
aber werden tractiret, wie die — im ordinairen Tanglamen, ober
(welches einerley) wie die gtef im > Tackt. Beil nun bey \ ie er.
thetiſchen Menfur weiter nichts: u vorfönmet ‚fo. mag allhier fol:
gendeg Erempel genug ſeyn , in welchen vor einen Anfänger noch Die,
es anzumerken, dag ben dergleichen gefchwinden Paflagien, wie im
zten und oten, Takt befindlich, nur jederzeit Die * N ote Bu: Ac-
cord 1m die üeruenvne 3 frey durch. | u
’ + 4 * —
x A
*8 * ⸗ N BR
2* ey 7 er ” *
* * 2— —
. i
2 un —
—6
— 2 :
u‘ — —— zo — — — I a zo a }
—
6 Befiche die raifons in udaglihen —* sar, ar h. c. Jogleichen in in der
remarque (y)
a Se, sem GEHEN ER ——
* = ae, ZINUTE BrERETEn nn pr ta pr
. 30. Wenn
$. 50. Wenn aber der Ouverteur: Tad in geroiffen piece eine
geſchwinde Menfur haben fell, fo wird finet ber obigen 2 ei
frichene Bor © vorgezeichnet oder ſolte zum —— zum
Be
Linterfiheide der langſamen Menfur alſo vorgezeichnet werden Weil
aber dieſe Accur ateſſe nicht jederzeit beobachtet wird, und man indenen
Ouverteuren die Bereichnungen 2 2E 8. ohne. Unterſcheid
bald bey denen von Natur geſchwinden bald langſamen piecen fin⸗
der, (g) ſo haͤlt ſich ein Anfänger überhaupt nur ar diefe Regel, dag
fo offt die Menfur im Ouverteur- Tadte geſchwinde gegeben wir ‚fo offt
tractiret er die atel, als wie Die langſamen stel.im ordinairen langſa⸗
men Tacte. Rehmlich wenn
HZweyoder 4.folche atel pergradus gehen, und folget Fein Sprung
darauff, ſo Bern Virtualiter — Notefrey durch (n), welche
— | | man
Ce) Wie denn auch Re. ers ſtatt der mit N
. vorbereichnet gefunden wird, | Rt M «2: Ri
Ch) Nehmlich wenn nicht das Gegentheil ausdruͤcklich darüber bezeichnet fteher,
—
Ei DE w
— ern in fortgehenden zen begleitet, wie in folgenden Exem⸗
pel die erſten 3. Takte atisweiſen.
=) Folget aber nach 2. oder 47. 4telnein Sprung, fo hat die Virtualiter
Pa * ARE
| * Note ihren eigenen Accord, wie der ate und ste Takt bezei⸗
— ur
» —— aber die atel in lauter Soruͤngen fo hat ordentlicher Weiſe
jedwedes atel feinen — Be: wie die utrigen Tacte us
—— re ——— h
— ML. ee
4 Bu —
| — Eee H Huth! Er
Auer — — — — ——
—— * * — ir —
— * — F zus 3= — — m nm
— — = —* = um IE — — —
— — > —
* = # ie Fe —— — v !
—— x
| Eh — PM =, #
—— Fri 7 N Tr —
Eee
| — —— in dieſen muntern Aylo offt geſchiehet, und die virtualiter kurtzen atel in
allen F aͤlen, ihrer Geſchwindigkeit ungeachtet, immer gern eine neue Harmonie
haben. Dahero and) die imdiefen ftylo, in tranfituvon ohngefehr entftchenden
men und 6ten (tie, oben S. 10.h. c. bey denen gtefn gegeiget worden) viel fleißi⸗
ger als ſonſt über dergleichen virtualiter kurtzen Noten bezeichnet twerden, Damit
der Accompagmift felbige nicht unter dem vorhergehenden Accorde ohne neuen
Anſchlag leer durch un
[
&x 2 — * ——— Se: Be % ER AR — i
zu annociren. Wenn aber ein atel mit2. darauff folgenden sr ve ver⸗
knuͤpffet wird, und gehen ſolche 3. Noten
ı) Gerade auf: oder adiwerts, und folget fein Sprung darauff/ fo 8
ben fie nur einemeinsigenaccord (gern doppelt an m) (Di
Folget aber. ein Sprung hernach, fo wird bey der andern Note der
zur Dritten gehörige Accord anticipiret, wie ſolgendes Ereimpel pin
md wieder den Unterſcheid zeiget. -
2) Gehenaber nur die erften beyden Noten gerade auff oder abwerts,
und die ztefchläget wieder zuruͤcke, ſo gehen zwar ordentlicher Wei
ſe alle 3.Noten auff einen Accord: es zeiget aber die erffe rep riſe
dieſes — Erempels, daß der nach der 6te auffwerts folgen⸗
de ordinaire Accord in dieſen acte gerne beſonders angeſchlagen
wird wie ſolches die, hier mit Fleiß darüber geſetzte nie a
anzeigt: — 5
G) Wiedenn überhaupt nalen —— 55 die a — gern m
zu halben, viel weniger zu gangen Tadten ruhet, zumahl da die Ouverteuren
al’ordinaire auf} denen Clavicins, und nicht auff nadyPlingenden Pfeiffivercke
accompagniret werden,
(k) Meil bey diefer Gelegenheit bier wiederum, wie oben — die virtualiter
kurtzen atel ihre eigene Harmonie ſuchen.
men, oder wie die ztel —
we =. .. Ein, mehrers —
wohl nicht vonnörhen. Alſo wollen
den Notenaller bißherigen Tacte noch
chen. Die erſte mag
oder gebundenen Confan [: le —
Arth auffgehalten werden, als: / ä
» Wenn eine, iiber dee Nord — Dis. Fer A
fonanz bey fortgehenden Balle,fo lange in andere Con- und D
nantien v Y andelt wird, big uni di € e lerletzte vor le ii
hergehenden refolviver, ) 2, : *
Dergleichen Cafus ſeynd in vorhergehenden zten * auch * denen lang⸗
ſamen Noten gezeiget worden.
ar TER rn;
h
Cena an nern:
* * Ge -
x
w
“RB " *
Br ru sc
———— Bean
wear
ETF
Wün * ie
Soon
UFER
—
*
L
a BB 097)
2) Wenn eine eintzige fundamental-Notg des Bafleg, welche eine Dis-
= Sgder gebundene a nanz über fich hat, info viel fleinere Noren
dergeſtalt zevtbeilet, oder variret wird, daß die einmahl angeſchla⸗
=. gene Con oder Diffonanz nicht ehe als nach geendigter Variation.
refolviren, i.e.einen Ton unter fich gehen Fan, wie folgende Exem⸗
pel — re. Keragpnes zeigen. |
ra = a
j > * RER ; =
2 — u wer —— — u
⸗ Alu $ R » IR A en
= Ei: N Be he — J
s h u er
er. + BT. en x *
ai De ENTE — — pP —
ZI —— *
— — CE) En Bu — — u
en a oe * — *
—
7
53. Er —— Capitel ſynd bey — Noten
lgeg eben sordei;, da. die Diffonanti@ wieder in Diffonantias
Fa Dieſes ge chichet: nun gleichfals bey allen Arthen derge⸗
winden Noten ‚jedoch auff zweyerley Weile, und zwar
2 Wenn auff eben die Arth, wie bey denen langſamen Noten gefchie;
het, die refolurion der Diffonanz wieder auf eine Note fället, die
ene.c — — u RR, u über ſich her
EN Ben ben ſehr —— Noten die — auf eine Nore
des Tranficus irregularis fället, die Feine eigene Harmonie hat;
und im Accompagnement nicht. attendiret , fondern über dieſer
RR Br m ee Doeamicpieiniet 3 E.
Re a — — Ah
” 9 7J
2
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Kg um ns Pa Jar an NEE Gum yore
— — 44 42
| —
— — —— —— aan — —
— a:
—-u as Bm: En ]ν
554. *
4. 54. In diefen Erempeln (welche man in alle uͤbrige Tacte verſe⸗
tzen mag) findet man durchgehends die reſolutiones uͤber der gehoͤrigen
fundamental Note 39 wie wir bißhero auch in Bezeichnungen
der Confonantien, bey den vorgekom̃enen Tranſitu irregulari gewohnet
geweſen. Es pflegen aber einige Compolitores dergleichen refolutiones
diffonantiarum (fo wie überhaupt den Tranſitũ irregularem) auf eine
andere Arch, und zwar precife uͤher Der, in gedachten Tranfitu vorfal⸗
lenden Note, bald mit, bald ohne ihre nbrigen zugehörigen Stimmenzu -
bezeichnen. Dahero wirrdendie vorhergehenden 2. Erempel in folcher
ang alfo ausfehen, und Doch daS vorige Accompagnemene
verbleiben: \ —— KW |
ERTL SD RE REN NG
— — no
BEN. sem
(35)
6
Eh
$. 55. Nun fraget ſichs, welches unter beyden Arthender Bezeich⸗
nungen die beſte iſt Antwort: Die erſte iſt die fundamentalefte, und er⸗
fodert ſchon einen geuͤbten Accompagniften. Die andere Arth aber iſt
die leichtefte, inſonderheit vor Aufaͤnger, allein fie hat dieſe impropietaͤt
bey ſich, Daß die uͤber denen Noten befindlichen Ziffern der 9. 7. 4.
3 &e. öffters denen Augen als religiöſe, zur refolution geneigte diffe-
2 nantien einem fundamentalen Accompagniften mehr Verd ruß und
Contuſon, als Leichtigkeit verurſachen. Indeß ſcheinet es, als wenn
man dieſe Arth der Bezeichnung in einigen wenigen Caſibus (m) nicht
gantzlich verwerffen konne, und alſo muß man einem jedweden Compofi-
en UL Gh | | Sn ER
(m) z. €. folgende zwey Saͤtze (wer fie anders pafiren laſſen will) möchte ich nicht
gern nach dererften Arch alfo begeichnen? a
— 4— —
8 RR IB ai Wu ——
— We BEER. FREE Eee ET ae a
— N— th nats nn 1 en Em an
Kr ae — ik ———
—— 4 an an ame —— komm
er Zu ie m en rn Ammamı) I
Weil fich hierinnen der Verdacht vitiöfer Odtaven allzuſehr euſert/ zumahl wenn
ein ungeuͤbter Accompagnifte mit der reſolution der 9, und 7. fein biß zudem Eins
tritt der legten Note wartete. Hingegen werden dieſe verdachtige progrefliones
a Bu)
tori die Srenheit laſſen, wenn er fich nach dem Linterfcheideder Fälle,
bald dieſer, bald jener Arth der Bezeichnung bedienet. Beſſer aber iſt
es, man führet einen Anfänger gleich zu der erſten tundamentalen Arth
an, weil die andere Arth ohne Dißnicht Die geringſte Schwitrigfeit bey
ich führer, und es gar feiner Kuͤnſte braucher, die Ziffern platterdings
ſo anzufchlagen, wie man fie über dergleichen bezeichneten Tranfitu ir-
regulari findet, 7 | '
9 56. Zum Beſchluß dieſes Capitels fragen wir endlich noch, wieed
um das vollſtimmige Accompagnement fo vieler Arthen der geſchwin⸗
den Noten ausficher, weil wir bißhieher, aufferdem eingigen Allabreve,
überall nur ein 4. flimmiges Accompagnement tradtiret? Es ift aber
bie Sache von feiner Schwührigkeit,und braucht Feiner befondern Aus⸗
führung. Denn die rechte Dand bleiber vor wienach, (n) bey ihren
vollſtimmigen Accompagnement, ſo viel als ſie auf einmahl fatfen fan,
wie im vorhergehenden Capitel he ausgeführet worden — A
ERS RER IN ERDE 5:85... | incke
mehr verſtecket, wenn man die Saͤtze nach der andern Arth bezeichnet, wie hier
olget. Ubrigens bleibet es dabey, was oben ſchon gedacht worden, daß der
allzuhaͤuffig gebrauchte Tranſitus irregularis, zumahl in der Fundamental⸗Stim⸗
me der gantzen Harmonie, nicht allerdings zu approbiren ſey.
5 — =. m - m
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2 (n) So lange fie nicht befondere Zierlichkeiten gebrauchen will, wovon im letzten
Capitel dieſer erſten Abtheiliug. | |
BB (366 ) |
lincke Hand aber muß erwarten, ob und wieweit die Geſchwindigkeit der
Beſſ Noten es leden, hier und da mehr oder weniger vollſtimmig zuver⸗
fahren, ſo lange fie ſich nicht obligiret befindet, nur alleine bey dei
cution ihrer geſchwinden Noten zu verbleiben. Dahero brauch
hier Feine beſon dere Exempel zu geben, man wird ſie in folgenden Kapitel
uͤberfluͤßig finden. ee UNE
Sue
u ſa ß, £ n > a =
S SQ EIlder meifte Theildiefes Capitels, itzo da ich dieſes ſchreibe, allbe⸗
veit gedruckt ift, Hingegen ich bey abermahliger Durchlefung def
felden vor guf befunden, in dieſer reichen Materie (welche ihre Negeln
aus der ganzen Mafladrr weitlaufftigen Compofition zuſammen fürs
ehenituß, und meines Wiffeng noch von niemanden genatı unterfuchet
worden) noch unterfchiedene nügliche Anmerkungen beyzufuͤgen: ale |
wollen wir in folgenden $. $. das bißherige theilg erlaͤutern/ theilg vers
ER - — * De a
Wenn eine geſchwinde virtualiter kurtze Note unter oder uͤber ſich
indie7me, One, Decime, undecime &c. ſpringet, (es geſchehe in lang⸗
famen, oder Tripel- Tacten) fo machet fie nichts neues aus, ſondern
wird eben fo tractiret, als wenn fie in dem nechſten gleichgüftigen Inter⸗
vallo einer 2de, 36) Are &c, gebiteben ware. Alſo wuͤrden 3.&. folgende
ENEITNEESER
nicht anders accompagniret, als wenn fie ſo ſͤnden:
EEE
— In dieſen Capitel * 274 wi rd — daß bey dem ——7
‚dag andere 16theil wieder vor eine Anticipation des nachfolgenden Sa⸗
tzes pasfire, und dag 18 erſte und letzte i6theil jederzeit die 2. fundamental-
Norenabgeben, es mögeein Sprung hernach folgen oder. nicht. Eben
dieſer Natur nun ſeynd auch — er! in allen Fällen ohne Aus⸗
et
Blu)
p. 275. Soll der gehe 2
Tad alſo ſtehen:
Die Clauſul dieſes Sreimpels Seen, wenn die erſte Note nicht
dem ordinairen Accord, ſondern die 6te uͤber ſich hat, und die ande
Note nur eine ze uͤber ſi ch ſpringet, ſo hat es zwar ſeine Richtigfeit, daß
ie bei) moderater Menfur, tundamentaliter mit 2. Accorden tractiret
wird, wie gedachted gantze Exempel von p. 274. an, ausweiſet.
efehrwinder Menfür aber pfleget befagte. Clauful auch als eine Varias
tion eines atels gebrauchet, und nur mit einem — je oder
doppelt) angefihlagen zu werden, 13 E. 34
@ — »
_ Ibidemp P:275. fol in —— ee op heiten:
do ſo offt nach ſolchen 4-16theilen, zwiſchen welchen ein ein⸗
tziger Sprung, und war NB. gleich nach der erſten Note vor⸗
handen, wiederum ein Sprung erfolget, fo offt hat das ate
ı6theil als eine — Note feinen eigenen Accord.
— —— — zu — Erlaͤuterung dienen;
Fi ; dab e be allen undjeden Claufoln, weiche in dieſ Regel lauf⸗
fen, ‚ erften 16theil ofters einerley Variation in einem Tone
| —S—— ſchiagei man nur a Accord zur erſten Note 7 I
aͤſſet
= cm) *
laͤſet die ͤbrigen z. frey aus pasſiren, weilin ſolchen 2 die ——
ſition darauff eingerichtet ih [2 Fr Rei Bra oo
Born) B
¶ NB. Es lanffen zwar in dieſen Capitel hier und
ein, die mehr zu Claviersoder Hand» Sachen ‚als zum. G
Baffe gehören. Allein fie mögen zum Exercitio der Anfänger mit
kauften, weit man es wohl nor toller findet, und alſo hier nichts
umbſonft gefaget. wird.)
_P. 276. Könner nachfolgende Exempel beygefuͤget werden, da die
Virtualiter furgen Noten tederzeit anticipando: in. dem Accord der
folgenden Note fallen, und gleichfalß2. und 2. auff einen Accord ange⸗
ſchlagen werden, wie in den Exempel deg angeführten Blattes.
‘a ß f I a —
Behy langſamen Noten oder langſamer Menfur pfleget man auch
gleich mit Eintretung der antieipirenden Virtualiter futgen Note den
neuen Accord auzuſchlagen, zumahl an folhen Orthen, wo gedachte
anticipmende Note ſonſt eine ſtarcke Diffonanz verurſachen würde,
wie folgendes Exermpeb den Unterſcheid zeiget:
VI.
B (373) 8
—
| 0.38. Mag unten folgendes Exernpel bengefiget werden, von
welchen anzumerefen, daß Keen 3 Tade (ner Anfängern zu gefal-
fen die darinnen vorkemmenden gtel nicht a part beziffern will) bloße
Variationes der, per Gradus gehenden halben Schlage ſcyn, und folg⸗
Bar mit einem eingigen Accord tractiret werden. So bald aber, als
dieſe præcile Variation uͤberſchritten wird, i,e. ſo bald als die nach dem
erſten Stel folgende Note nicht ar uber firh in die ze ſpringet, —*
9 3 | |
WB (a) WB
ſſonſt die übrigen Noten fich verändern, ſo bald wird das aridere Stel
iedweden Tadtes (oder Die eufke Delfte’des tele) alB eine Antieipation
des zum zten Stel gehörigen Accordes angefehen, 1 d feet.
compagniften fee) , ob er felbiges (zumahl bey geſchwinder Menfur)
will durchgehends in allen Faͤllen ſrey aus pastıren laſſen, und den
rechten Accord erſt bey dem dritten gtel anſchlagen, wie der ıofe, ute,
12te, und azte Tact des folgenden Exempels aus weiſen: oder ob erhier
ib Dax Blei nik einteSranen-agiDe tn REEL DER DAT SEE A son
‚anfchlagen will, wie der ofe, iate, und ıöte Tadt bezeugen. Dicke
*
letztere thut man deſto fleißiger bey moderater Menfür‘
em
onde
die fundament;
darauff eingeri
—6
Bu EN ;
J t Dal
5 +
Yo
- 3
De:
| Wenn man dieſen Exempel eine ſehr geſchwi
da
*
* i
de Menfur geben,
s andere gtel iedweden Tactes durchgehends als eine Anticipa-
la
Dun
7
Fi 578
au
tigen Accordes frey aus pasfiren laffen wolte;- fo wuͤrden
ental- Noten alſo ausfehen „ und das Accompagnement
—IA
chtet werden:
@ (37) =
Im > Ta&e konnen die atel, und im die Stel in zweh Faͤlen
auch als langſame Noten (i.e. da iedwede ihren beſondern Accord Hat,
wo fie nicht per tranfitum gehet) tractiret werden, nemlich 1) Bey einer
ſehr Tangfamen Menſur. 2) Bey einem Allegro, wo noch geſchwinde⸗
re Noten dominiren. 3. €. ee
BL)
Kireei.sti
3 m Fa nn ER TATEN
Pas Era TR Tr
m we nn urn u TERES
Ä 2 He
get A vn. IR OUNR ER
Endlich muß man fich die vielen, in einem Tone nach einander fies
henden gefchwinden Noten nicht irren laſſen, fondern fo lange uber ſol⸗
hen Noten Feine andere Ziffer erfolget, fo lange wiederhohlet man den
vorigen Accord inlangfamern Noten ein oder mehr mahl (nach Ge:
legenheit der Menſur,) und laffet die Execution % —— Bafl-
Noten denen übrigen accompagnirenden Bäflen. Diele 3. Tacte:
EEE
—— ——— a a a nn tg nn a En
Bbb
Könten ohngefehr auff folgende Arth accompagniretwerden. Meh⸗
rere Arthen dergleichen Noten zu accompagniren, wollen wir biß auff
„weitere Gelegenheit verſpahren.
u ie u — | | u; | |
14 u n
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6 7 6 A;
u a a 7 I Dt U Li a
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Frame EEE Ip man zer mn van Hm nern 8 - Br Sr aan mn m u men
Kein Zweiffel iſt, daß man aus der gangen weitläufftigen Com-
‚pofition: noch mehrere, theils in General - Ballen aebrauchliche, theilg
ungebrauchliche, und nur zu Hand⸗Sachen gehörige Claufuln der ge
fehwinden Noten heraus Flauben möchte, wer man mehrere Weit
laͤufftigkeit ſuchen wolte. Allein wer alle, in dieſen Capitel von der
veraͤnderlichen Natur der geſchwinden Noten, gemachte Anmerckun⸗
gen wohl ins Exercitium gebracht, dem wird ed an eigenen Judicio
nicht fehlen, wie er bey dergleichen frentöden, und felten auffftoffenden
Fallen eines NB, gehörig bezifferten General Bafleg verfahren folle. Die
übrigen KHuͤnſte nur halb bezifferter Zafle, gehoͤren zur andern Ab⸗
theilemng dieſes Verckes, allwo von unbezifferten dene⸗ẽ
xal Baſſen gehandelt wird. Das
= (39) u
2. Das Vie Capitel.
be En
Application der Accorde, Signaturen,
0 undgefchmwinden Noten |
allen übrigen Tonen,
ee
& $7 Ißher haben wir nur mit wenigen leichten Tonen zu thun ges
Rbabt / in welchen wir mit Fleiß alle nothige Principia des General.
aſſes angebracht. Nunmehro iſt es Zeit weiter zugehen, und
die erlernten Principia auch in allen uͤbrigen Tonen oder mo-
dis Muſicis zu exerciren, wobey einem Anfaͤn ger zum voraus dieſes zum
Trofte dienet, daß er hinfuͤhro in allen dieſen Modis, ſo ſchwehr ſie auch
ſeyn moͤgen, weiter nichts neues zu lernen, ſondern nun zu obſerviren hat,
Daß er die vorgezeichneten X und b eines iedweden Modi vorhero genau
ing Gedaͤchtniß faſſe, und nicht z. E. ſtatt des vorgezeichneten x fis, ein
f, ſtatt des vorgezeichneten b mollis, ein h, &c. anſchlage, fo brauchet es
weiter keiner neuen Kuͤnſte. u
$ 2. Damit mannımeinen Anfänger indiefen vorhabenden wich⸗
tigen Exereitio einen ungemein nabern Weg führen möge, fo verfertis
german hierzu ein General-Erempelaus Dem leichteſten Tone C.dur,
weiches 2.Reqvifitahabenmuß. ALS 1) muͤſſen in felbigen die beften
und nothwendigſten Regeln der bißherigen Capitel nach aller Mögs
lichkeit dergeſtalt concenrriret werden, Damit ein Anfänger eine Furge
Repetition fovieler Sachen, die ihm vorhero weitfäufftig erklaͤhret wor⸗
den, von neuen gleichfam in einem Compendio wieder beyſammen fin⸗
de. 2) Muß dieſes RESTE den volligen Ambitum des C.
Ä ; > 2
—
dur
BB (390) |
dur haben, i.e. es muß in alle angrängende verwandte Tone diefed
Modi ausweichen, damit bey fernerer Transpofitionded Exempels kein
Ton übrig bleibe, welcher nicht durch Die vielfaktig verwandten und ein⸗
ander felbit indie Granger gehenden Tone 5,6, und mehr mahl mit Nutz
wiederhohlet werde. J
93. Dieſes General Exempel nun transponiret man hernach durch
die aten und sten in. alle Tone dur, (i.e, in alle modos Muficos, die die
zam majorem jıber dem Fundamental-Clave haben, ) fo fiehet ein Inci-
piente ı) daßdievorher erlernten Kegeln in allen Tonen immer er
nerley bleiben 2) Brauche mannur die Delffte der Tone oder Mo-
dorum Muficorum zu exerciren, und hat nicht notbig, aus einem eins
tzigen Tone moll etwas vorzufchreiben, weil dieſe ſchon in denen aus⸗
weichenden Zonen dur mit ſtecken, z. E. A moll hat eben den Ambirum
oder Die Grangen, welche C. dur hat. Dmoll eben die Grängen, web |
he F.dur hat, Emoll,eben diefe, welche o dur hat, und fo fort durch
ale Zone. x re er Me
$. 4. Wie nun diefe Arth im General. Bafle zu procediren, nicht
anders, als fehr nüslich ſeyn Fan, alfo fegen wir nechſtfolgendes Gene-
ral Erempelzum Grunde. Lind zwar weil eg bier viel zumeitliufftig
fallen würde, ſelbiges durch alle 3. Daupf-Accorde zu exereiren, da es
wegen Menge der Materie richt wohl Bat moͤgen kuͤrtzer gefaſſet wer;
den: So wollen wir einen Anfänger zu feiner dachricht nur iederzeit
dasjenige Accompagnementdgrüber fegen, welches nach Gelegenheit
eines iedweden Modi, ohngefehr das beavehmfie und natuͤrlichſte feun
koͤnte, wenn man ed ex tempore aecompagniren folte. Ein mehrers
Exercitium aber durch die uͤbrigen Hanpt⸗ Accorde muͤſſen wir eines
iedweden eigenen Sleiffe anheim ſtellen, weiches iedoch demjenigen, der
es beliebet, deſto leichter fallen muß, ie mehr er die in dem obigen an⸗
dern und zten Capitel gruͤndlich tractirten 3. Haupt⸗ Accorde, und folg⸗
bar die Verkehrung aller Muficalifcher Saͤtze, wohl exerciret haben
wird. Wir ſchreiten alſo zu unſern General Exempel, welches ein Ans
faͤnger iederzeit vorhero, ohne das daruͤberſtehende Accom in A
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betrachten, und feine eigene Kraͤffte verfuchen Fan, che er fich aus dieſen
Raths erholet. Ubrigens wollen wir um mehrer 2 Deutlichkeit halber,
m Fleiß üserallen gefchwinden Toten dieſes ganden Capitels nur
einfache Accorde angeben, welche man denn nach Gelegenheit der Men
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ſelbſt verdoppeln mag. (*)
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Exempel vollſtimmig, mit Beybehaltung der euſerſten Stimme in der
rechten Hand, (nach der, in vorigen rn Bapayo Anleitung) ohne
gefehr alſo ausfallen:
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vorher liegenden und nachmahlsrefolvirenden Con-& Diffonantiis auf} folgende Arth:
In dem erſten Tacte wird die 4ta ſyncopata in fortgehenden —— refolvieet. In dem
3ten Tacte bricht die borhergelegene Staminorperfaltumab. In der letzten Note des
aten Tactes lieget die sta minor. vorhero und refolviret nachgchends in fortgehenden
Sven, In dem 7ten Tadte anticipiret Die lincke Hand die refzlution der 6tæ ligatz.
„SR sten Tacte iſt Anticipatio refolutionis & zu erſehen. In dem zoten Tacte Jieget
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undrefolvirct die taminor wieder in fortgehenden Sven. Im rgten Tadte gehet die
vorher gelisenegte über fich. Uber denen 2. 1:gten Noten des ı Sten Tectes lieget und
reſolviret die ate wieder in fortgehenden Sven. Liber der erſten Note des 18ten Tactes
wird die refolutio mx richtig anticipiret, weil alda Feine ste ſtatt haben Funte, In
dent 3 sten und z6ten Tadte gehet Die 4fe wieder über ſich, und Taffet der rechten Hand
die gehörige refolution. In dem 44ten Tacte lieget Die gta fyncopata, fiebricht aber
nochgehends ohne refolution per ſaltum ab. Im 46ten Tadte liegst vorhero und re-
fo'viret nahgehends die gta mıinor in fortgehenden Sven. Im 4gten Tadte füllet eben _
dieſer Calusvor. Im Esten Tade gehst die vorhergelegene 4'e wieder tiber fih, um
Die Verdoppelung der harten 3 maj. zu vermeiden. Im 73ten Tadte fieget und re-
folviret die 4te in fortgehenden Sven, die gta minor hingegen bricht per faltumab, Bey
dem erſten atel des 87ten Tadtes wird Die vorhergelegene 4te in fortgehenden Sven re-
folviret, bey Dem andern 4tel aber wird die refolution der: tæ fyncopatz anticipiref.
Bey dem zten 4tel eben dieſes Tactes wird die refolution der 6tæ fyncopatz antigipiref,
und in dem 79ten Tadte gefchiehet bey Dem andern 4fel ein gleiches, Alle Diefe Anti-
cipationes refolutionum aber haben ihr richtig fundament, wie oben p. 206. ſeqq. weit⸗
läufftig ausgeführet worden. Übrigens verftehet fi), Daß man in obigen Exempel
an unterfehiedenen Orthen mitder rechten Hand hätte koͤnnen und follen höher geben,
um mehr Platz zu volftimmiger Harmonie zugewinnen, twofern man nicht mit Fleiß
Die obere Stimme des vorher ausgeführten 4 flimmigen Accompagnementes behalten
wollen. Esmag aber Diefesdieleste Probe feyn, daß Das vollſtimmige Accompagne-
ment jederzeit das 4. ffimmige Accompagnement zum runde habe, und wer Diefes
wohl verftchet, in jenen ohne groſſe Muͤhe avanciren Fonne) Me...
56. Wir gehen weiter, und transponiren unſer General-Exem;
pel nunmehro eine ate hoher in das F dur. dabey aber verwandeln wir
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den > Ta& defielben, in einen z * Tact, damitein Anfaͤnger ſich wie⸗
derum erinnere, wie in allen dieſen Tacten die Regeln einerley bleiben.
Di 4 ſtimmige Accompagnement aber möchte ohngefehr alfo geras
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4. 7. Das vollſtimmige Accompagnement dieſes Exempels
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uns weiter nicht, wie bißhero geſchehen, an die obere Stimme beſagten
Exempels binden wollen:
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der lincken Hand fälter ohne diß gar leichte don ſich ſelbſti in die Augen. Es
findet ſich demnach in dem 7ten Tacte eine Anticipatio reſolutionis 6tæ 2 ligatz,
In dem Sten Tadte ift Antisipatio refolutionis Quartz zu erfehen. Syn dem
ı8ten Tadte wird refolutio 7m anticipiret, weil allda Feine ste ffatt haben
kunte. In dem z9ten Tacte findet ſich wiederum Anticipatio refolutionis
Quartz. er asien Tacte — Be im 49ten Tacte eben des⸗
gleichen.
gleichen. Uber dem andern atel dee 63ten Tactes antieipirst die obere Stim⸗
me der rechten Hand refolutionem Quintz Guncopme Men Avardelten,
und mit Behntfamkeit geſchehen fol. Liber dem zten 4tel Diefes Tactes tritt
die lincke Hand wiederum ihr ordentliches Amt an, und anticipir:f refolu-
tionem 6tæ fyncopatz; in dem folgenden atel aber anticipiret ſie refolutionem
Quintz Syncopatz, Uber Dem andern atel des 64ten Tactes zriget fid) An-
ticipatio refolutionis zæ ſyncopatæ, und über dem zten rel dee 65ten Tactes
wird wiederum Anticipatio refolutionis 6tæ ſyncopatæ angebracht.)
88% Wir transponiren nunmehro unfer General-Erempel aus
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Anfänger fich erinnere, dag NB. bey einem moderafen Tempo,
hier wiederum die vorigen Regeln bleiben. Weil es aber bey einem
gefchtwinden Tempo diefer legt benannten Tacte (allwo wenig 16theis
fe und gar feine 32theile vorzukommen pflegen) gang anders hergehet,
gleichwie im vorhergehenden Capilel gezeiget worden: ald haben wir
die letzten Zeilen des folgenden Erempels ausdrücklich darauff eingerich?
ter, wie zu erſehen. Das 4 ſtimmige Accompagnement fünte alſo
ausfallen : = en —
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multipliciren. Das vollſtimmige Accompagnement aber dieſes DIN
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Stimme der rechten Hand Refolutionem Nonz anticipiret, welches ſonſt bes
Fandter Weiſe in einem 4 ftimmigen Accompagnement die lincke Hand zu
thun pfleget. In dem ten Tacte ſuche man Anticipationem Refolutionis
. Qyartz. Sn dem 26ten Tacte wird ſich dergleichen finden. In dem 32ten
Tadte antieipiret-Die obere Stimme der ‚rechten Hand wiederum Refolutio-
nem Non. Der 34te Tact weifet wiederum Änticipationem Refolutionis
Wartæ auff. Desgleichen gefchieher bey dem zten gtel des 37ten Tactes,
bey dem zten Stel aber des 7z3ten Tactes wird Refolutio ste ſyncopatæ anti-
eipiret. Bey dem nechft darauff folgenden 4ten gel dieſes Tactes wird Re-
folutio 6tz fyncopatz anticipiret, ie even Diefes geſchiehet bey dem zten
steh des ssten Tactes.)
$. 10. Die Transpofition une General Erempels trifft nun⸗
mehro das Bdur, und zwar verwandeln wir darinne den bißherigen
ordinairen langfarnen Tadtin dag Semi-allabreve, damit ein Incipien:
te-fich wiederum erinnere, wie beyde Tate einerley Kegeln haben.
Das aſtimmige Accompagnement konte Bee: folgendes ron:
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Andım raten Tadtediefeg Exempels iff Anticipatiorefolutionis6 tz ligatz, und
indem daraufffolgenden Tadte Anticipatiorefolutionis Qvartx zu erfehen. Dies
ſe letztere finder fich twiederum in dem ırten Takte desnachfolgen S "Tania der
allerletzte in 7. Taten beftehende ordinaire langſame Tact diefes Exempels
hatfolgende 4. Änticipationes Refolutionum bey ſich. Nehmlic in demerften
Tadte deffelben wird Refolutio Ovintefyncopatzanticipiref 5 welches auffeben
Diefe Arth in dern andern Tadte geſchiehet. In dem zten Tacke iff Anticipatio
Kefolutionis Tertix ſyncopatæ; und in dem sten Tacte Anticipatio Refolutionis
St ſyncopatæ jwerfehen. Endlich obfervire man in dem erſten = diefes E-
xempels, die unter dem letzten atel des Baſſes mit Fleiß bezeichnete Denn
weil daſſelbige as durch Verdoppelung des Baſſes nicht mehr im Sprunge ſte⸗
ben bleibet, wie nach dem eintzeln geſchriebenen Baſſe die Intention des Compo-
“ aiften geweſen, fo muß man fofche Noten nothwendig ausdrücklich beziffern, wo⸗
fern fieder Accompegnift nicht nach der ordinairen Kegel intranfitu frey durch
paſſiren laſſen ſoll. — |
go. Es waͤchſet ung dieſes Capitel im Druck allzuſehr an, wes⸗
wegen wir auff eine ſolche Verkuͤrtzung deſſelben dencken muͤſſen, wel⸗
che Doch denen Incipienten in unſern vorgenommenen Exercitio wenig
sder keinen Schaden thun moͤge. Dieſen nach verlaffen wir erſtlich
das
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das biß hieher gnugſam exercirte aftimmige Accompagnement, und
transponiven tinfer General-Erempel fo gleich vollſtiimmig in das DX
und zwar mag 28 hier in Der Kleidung des Semi-allabreve und des
7 Tactes auftreten. Wer aber in Denen folgenden Tonen vorhe:
vo gen das 4ſtimmige Accompagnement exerciven will, der nehme
aus denen vollffimmigen Erempeln nur jederzeit die unterfie Baſſ-No⸗
te vor die lincke Hand, und Die euferften 3. (mo es nöthig * 4) Stim⸗
men vor die rechte Sand, fo brauchet es weiter keines —
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Exempels ſeynd folgende Anticipatione⸗ Reſolutionum zu erſehen. Nehmlich
indem erſten Tacte wirdrefolutio.gvintz ſyncopatæ, und in dem andern Tade
Reſolutio 6tæ ſyncopatæ anticipiret. Der z3te Tact zeiget Anticipationem Re-
—— ſolutioni⸗ Tertiæ Ra und Der: Be Tadt, je RRSEIPaligeieen Relolutionis 6x
OR, Syncopate.) |
$.13. Die Transpofition —— General- Freie fallet nun⸗
mehrs in das mit 3. B. bezeichnete Dis dur, (oder Es dur, wie es einige
nennen wollen, wenn der tundamental-Clavis auff den ipatio E. feinen
Sitz bat, wiein folgenden Exempel) wobey wir Biber | ke der Klei⸗
dung des ordinairen langſamen Tactes, nebſt dem = = = Tadte
aufftreten wollen, und moͤchte das voll ſtimmige Accompagnement
ohngefehr alſo gerathen:
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der Ambitus bey diefer ne Feine. stefeiden kunte. Der zıte und 23te Tat
zeigen, wie man bey mäßiger Menfur mit ſolchen virtualiter Euren Noten, Die
ſonſt als Antieipationes Harmoniæ frey aus aflıren, gern in zen und sten fort,
. angehen, oder be bey Barheubeii! en gantzen Fünfftigen Accord zu anticipiten ar
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et worden. In dem erſten Tade des, nach dem 5
folgenden Adagio, ift Anticipalie Refolutionis Quartz zu erfehen. Die aller»
leiten 4. Tadte dieſes Erempels haben folgende Anticipationes Refolutionum :
als ben dem zten Stel des erſten Tadteswird refolntio 52 ſyncopatæ anticipiret,
dergleichen auch bey Dem ten Stel gefchichet. Bey dem sten gtel eben diefes
Tades wird refolutio 6t= fyncopatx anticipiref, Bey dem zten Stel des ans
IT: ern Tadtes ift Anticipatio Refolutionis 3x fyncopatz, und bey dem zten Stel bee
Ä — — Reſolutionis 61x — zu erſehen. **
6 14. Endlich transponiren wir unſer General-Exempel in das
ax, ‚und zwar mag es in chen der Kleidung aufftreten ‚wie in nechſt
vorhergehenden: $. geſchehen. Das vntueme a a ei
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(NB. %n dem aten Tacte die ſes Erempels if anzumercken, daß die vorher gelegene
Nona, aldain der Mitte Stimme; die fonft bey Diefen Accord gewöhnliche
gva aber, über Diefer Nona, in der obern Stimmeder rechten Hand angebracht
wird, dergleichen Verfahren bey vollftimmiger Harmonie feinen Grund har,
In dem zten Tacte findet ſich Anticipatio Refolutionis 6tæ ligatx, und in dem
folgenden Tacte, AnticipatioRefolutionis 4tx ſyncopatæ. Wie denn aud) diefe
letztere in dem zten, und oten Tade des darauff folgenden ziel, fo wie fi e ans
gebracht worden, paſliren kan. Dielesten 7. Tadte diefes Exempels betreffend,
fü wird bey Dem zten gtel des erften Tactes, refolutio stz ſyncopatæ; und bep
dem sten gtel, relolutio 6tæ Iyncopatz antieipiret. Dieſes letztere geſchiehet
au bey Dem zten tel des zten Tradtes.) ° . |
$. 15. Ehewir weiter gehen, fo wollen wir allhier noch eine Frage
mit nehmen. Es erhellet nehmlich aus dem nechſt vorhergehenden,
und andern obigen eremprig, DB der geſchwinde, miteinem allegro, pre-
fo, unterzeichnete < = = = Tad uf eine gang andere Arth accompagni-
vet wird, als * — oder in mäßiger Menfur einhergehende
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n a Tal. Be nun der Unterſcheid dieſes Accompagnementes
Sss eh bloß
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bloß von dem Linterfcheide einer langſamen, geſchwinden, oder noch ges
Ichwindern Menfur dependiret, und folgbar ein Anfänger in feinem Judi-
cio dann und wann irren, und Das unrechte Accompagnement ergreifs
fen Fan: fo frage fich, ob man nicht Tieber in einem beziferten Gene-
ral-Baffe die varirten, oder in Sprüngen frei) aus paſſirenden Stel des
: 6 12 Es i ;
gefehwinden 2 — = Tactes, miteigenen Ziffern bezeichnen, und folg-
bar eine Confufion des Anfängerg verhüten Fonne und ſolle, oder nicht?
Ich antworte: ja, man foll in bezifferten General-Baffen, Anfangernzus
gefallen, Tieber zu viel, als zu wenig Ziffern über Die Noren ſetzen. Da;
e | nen or 6912
hero wuͤrde dag bißhertransponirte Eyempel unfers geſchwinden > = .
Tactes viel deutlicher alfo bezeichnet flehen, wie unten folge. Der
gleichen accurate Bezeichnung aber wird felten in praxi über dergleichen
Baffen gefunden, und eben dieſes iff Die Lirfache, warum wir einen An⸗
fänzer mit obigen Regeln, und Erempeln CH Lieber aufden Grund
haben führen, und die Sache nach Denen principiis der Compoſition ers
laͤutern wollen. | | | Br
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(*) Beſiehe oben p. 297: ſeqq. p. 360. 371.
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$. F Run foften wir unſer General - Exempel indage x, als eis
nen roch ſehr gebräuchlichen Modum, transponiren. Allein der Raum
will es nicht leiden, allhier mehrere Tr anspofitiones zu machen; weswe⸗
gen wir folgendes Mittel ergreifen wollen, einem Anfänger, f0 viel
‚möglich, auch hierinnen zu helffen: Man nehme das, in obigen $. *
befindliche Exeinpel aus dem mit b gezeichneten Dis dur zur Hand;
fchreibe fich ftatt der, Dort vorgezeichneten 3 b. folgende AK, vor dns
et. ug:
204)
— 005)
Auf
BB Csı0) Me
Auf diefe Art befommeter ein Exempel aus dem ex, indem die No:en
und Ziffern durchgehends bleiben, wie fie in beſagten erempel zu finden,
‚auffer, daß man das 4, nach denen oben p. 114. feqv. gegebenen Kegeln,
siberall an feine rechte Stelle fegen mag, wer nicht nach Arth einiger
Alten, das x. und 5. conlundiren, und beyde, als bloſſe Erhoͤhungs⸗Zei⸗
chen von gleicher Geltung, anſehen will. Dahero wenn z. E. in dem
mic b. sn: Dis dur, die Signaturen ohngefehr alſo ausſehen Ir
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ſo mag man u im e X auf folgende Arch verändern; die Noten blei⸗
ben dennoch hurchae hendo an ihrer vorigen Stelle ſtehen
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& Csır ) PR
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Tess = -em—————
— —— aus * 5 Bar rer...
— — ——— TORE m 25-29 a eg pr EEE
2; Ya Be DB haben nunmehro noch 4. von denen in der Natur
befindlichen 12. modis majoribus (**) uͤbrig, nehmlich Das Hdür, Asoder
gis dur, Fis dur und cis dur. Ob nun wohl in denen erften beyden mo⸗
dis Heut zu Tage felten in denen legten beyden aber gar nicht gebraͤuch⸗
lich, ein Stück zu ſetzen, fo kommen doch ihre Cadenzert accidentaliter jes
zumeilen in Denen bißher tractirten leichtern Modis vor; folgbar iſt es ei⸗
nem Anfänger gar nuͤtzlich, wenn er felbige gleichfald ing Exercitium
bringet. Hierzu nun ige Anleitung zu or fo viel als möglich,
fo nehme man,
- Cr) ie Welche die zam maj. {ber dem nen. DENE haben. Die 12,
_ modos minores haben wir der Kuͤrtze halber mit Fleiß übergangen, weil des
ren völliger Ambitus, Wie oben gedacht, in Denen 12.'modis major. ftecfet, und
beyde einerley Bezeichnung haben, alle 24. modos majores und minores aber
in ihrer Ordnung, ſuche man in der andern Abtheilung dieſes Werckes, im
Moubcaliſe hen Circul.
=
Es) ie
1) Das in obigen $. 10. und $. ı. befindliche B dur ‚verändere das
fyftema Modi auf folgende Arch:
»
Sr mar
- =». Sn nn [m anna ne
— FE
fo hat man fo wohl ein 4 ſtimmiges, als vollſtimmiges Exem⸗
pel des H dur, nur daß man wiederum dabey init Verwechſe⸗
fung des 3, umgehen muß, wie in vorhergehenden $. gemeldet
worden.
2) Nehme man dag, im obigen $. 14. befindliche Exempel aus
bei= X verändern € ap Be modi auf folgende
® 3 * TUE: mipnettt wie vIbe HelDe ha
ih SHeume ‚ NE —— je Ü
L
Und
38 Fa? *
* 45 5 8 |
| 2 Sie en en.
Und verfahre — oben gemeldet, ſo hat
man ein Exempel aus dem as dur.
ws
N
Nehme man die oden $. 6. und $. 7. befindfi
dem F dur, verändere ihr fyftema SE Be —
verfahre übrigens mit dem 3. wie mehrmahl gemeldet,
man ein — und ee Erempel ai dem
Fis dur.
—
— — u mem —
— Se
=: Fe. — un un ——
NE
BB sa)
4) Endlich ein Exempel au haben aus dem mit b gezeichneten
cis dur, oder Des dur (wie es andere nennen wollen, wenn der
ne: Clavis auf der Linie D. feinen Sitz hat, wie in fol
genden Exempel) fo nehme man dag oben $.12. befindfiche nx
verändere das ſyſtema modi auf folgende Arth, und gebe me
dem 3. umb, wie Er ST I r man, was man ſuchet:
En, Be Jσσσ ze
— — Er
— | gut
== =
5 18. um koͤnte man zwar einige von Deuen bißherigen 12. mo-
dis nn auch unter andern aa des ek steh (®) exerci-
ven:
(*) 3. E. folgende, und andere überflüßige ee die man gar leicht
ausfinden, und in roramuNg bringen koͤnte, woſern fie einigen Nutzen häte
fen;
**
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Er Bene: tz — —
ze ie RER SH ZERI I
Eisdur, Hdur, oder Fisdur — Gis dur; 5
Ces dur. Ges dur.
NB. Wegen des, in denen 2. letztern Bezeichnungen befindlichen X. iſt hier
obiter zu gedenckn, daß es ſo viel bedeutet, als ein doppeltes KA. Pas heiſſet
Der naluͤrliche diatoniſche Clavis felbiger Linie oder Spatü, wird um 2. Chro-
mati-
2 — ) 6
ren: Ich halte aber davor, wenn man nicht aus eigner Luſt etwas uͤ⸗
berfluͤßiges thun will, ſo kan man es hier ſchon dabey bewenden laſſen;
weil wir mit dem bißherigen Exercitio der Modorum ſchon weiter kom⸗
men, als ſich etwan unſere heutige praxis compoſitoria zu erſtrecken
vfleget. Wir ſchlieſſen alſo unſer bißheriges Exereittum, und fuͤgen
zum Beſchluß dieſes Capitels annoch unten folgendes Exempel einer
kleinen kuga (welche gleich itzo vor mir habe, und zu dieſen Gebrauch
mit Fleiß abkuͤrtzen will) nur deswegen ben, Damit wie Gelegenheit
bekommen, einem Anfänger noch einige zuruͤck gebliedene Erinnerun⸗
gen zu geben, welches folgende ſeyn moͤggen
) Finder man in befagten Exempel zweymahl die Unterſchrifft
Der Worte: Tafto folo. In welfcher Sprache werden die hoͤl⸗
tzern Claves auf dern Clavicembal, Orgel, x. Taſti genemet;
von taftare, anruͤhren, anfühlen, alfo deuten die Worte: Tafto
ſolo, fo viel an, daß man fülle Diefelden Noten mit einzeln Cla-
vibus, oder einzeln Fingern, ohne ferneres Accompagnement, ſo
Lange fortfsielen, BIB eine andere Stimme, oder ein anderer
uealiſcher Schlüßel eintritt. |
2) Siehet man allda zu unterſchiedenen mahlen nur zwey Stim⸗
men uber einander geſetzet, welches bedeutet, Daß man in fol:
chen Faͤllen niemahls mehr dazu ſpielen foll, als was da ſtehet.
3) I uͤberhaupt bey allen im General-Bafle, eintretenden Diſcant-
Aſlt und Tenor-Schlüffeln zu merden, daß man niemahls der⸗
gleichen Baflerte (mie ber) Dem ordinairen Basſ⸗Schluͤſſel zu thun
| tt 2 Na cerlau⸗
matiſche Claves, oder um einen gantzen Ton erhoͤhet. Alſo machet ein ſolches
X. E. aus dem C. ein D. aus dem F. ein G. x. Es haben einige von Denen
neueſten Componiſten allbereit in Gebrauch, dieſes X, vor diejenigen Noten
zu ſetzen, die im Hſtemate modi ein X. vorgezeichnet haben, vor der Note
ſelbſt aber noch eines zu ſich nehmen, welcher Gebrauch ſeiner Deutlichkeit
halber billig ſolte durchgehends eingefuͤhret werden. Wer feine Sckolar:n
hieran gewoͤhnen will, dem wird es leichte ſeyn, bey allen dergleichen Noten
dief.g gangen Capitels Das davor ftehende 3 in X, zu verwandeln Befiche
meitlauffiiger, Des Deren Capellm. Matthefons Hrganiften Probe p. 242, ſeq.
BE (Cs) WB
erlaubet) in fortgehenden Sven unter fich verdoppeln ſolle.
Wohl aber kan man,
A) Die Harmonie uͤber dem baſſet mit beyden Händen (jedoch
mach Diferetion der vielen oder wenigen dazu fpfelenden und
fingenden Stimmen) fo vollffinmig wadtiren, als es die Ger
legenheit, und der noch übrige Raum der oberfken gven im
Claviere zu laͤſſet.
5) Das in denen letzten 4. Tacten, in der obern Stimme ange:
brachte Contrathema hat man zu Abkuͤrtzung der Fuge mit ein⸗
flieſſen laſſen. Es iſt aber ein Accompagnift fonft nicht verbun:
den, den Sis von bergleichen durchgeführten Tihematibus, In-
ventionibus, oder Variationibus eines Componiften, zu errathen,
und mit Nachahmung derfelben , denen dazu gewidmeten
Stimmen in dag Handwerk zu fallen. Biel beffer Fan fich
ein Liebhaber, bey feinem preludiren mit a rn Kuͤnſten
legitimiren: dahin gehören fie eigentlich.
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Tafto folo.
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Das VI. Kapitel,
Manierlichen GENER AL-BASS -
fernern Exercitio eines Incipienten,
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EI) (ange ein Anfänger nicht Die prima principia des General-
SO Bafleg wohl ing Exercitium gebracht, fo lange fol man ihn
9 mit vieler ManierensEquippage, und allzubund colorirten
) General-Baffen ungehudelt laffen. Einen manierlichen Ge-
| neral-Basf zu fistelen, erfodert viel Erfahrung , Diferetion,
und Judicium. Wie will man aber einem Anfänger von dergleichen
Dingen predigen, der noch nicht in Fundamentis richtig iſt? Der Gene-
ral⸗Basl iſt ohne diß nicht Degwegenerdacht worden, daß man damit, wie
in denen preludiis concertiren, fondern nur denen concertirenden Stim⸗
men accompagniren ſolle. Folgbar iſt es alles, was manvon einem Arts
faͤnger fodern kan, wenn er harmonios, dag heiſſet (nicht nach der alten
Arch zſtimmig, fondern) 46-8 und mehr ſtimmig zu accompagniven
weiß. Esgieberauch das vollflimmige Accompagnementdenen Fingern
fo viel zu hun, daß dabey wenig Manteren ſtatt haben koͤnnen. Iſt man
aber zuvor in fundamentis richtig, alsdenn erſt iſt es Zeit an die Neben⸗
Dinge, oſculos und Zierrathen des General-Bafeg zu gedencken, umb
ſelbige bey ſchwacher Mußie, und wo ein vollſtimmig Accompagnement (zus
mahl auf Orgeln) nicht allzeit noͤthig iſt, mit Diſcretion anzubringen.
2 Es beſtehet aber Die Kunſt eines manierlichen General-Bafleg
uͤberhaupt darinnen, daß man ſeine Accorde nicht uͤberall platt nieder⸗
ſchlage, ſondern in allen Stimmen (beſonders in der aͤuſerſten Stimme
der rechten Hand, die am meiſten vorſticht) hier und dar eine Manier mit
anbringe, und Dadurch dem En mehr Grace gebe, welches
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3 6522)
ſich bey einem 4⸗ und nach Gelegenheit 5⸗ biß 6⸗ ſtimmigen Accompagne-
ment mit aller Beqvehmlichfeit werckſtellig machen laͤſſt.
$. 3. Die Manieren, oder Muſicaliſche Zierrathen des General-
Baſſes ſeynd unzehlig, und verändern ich nach eines jedweden Gufto md
eigener Erfahrung. Weil eg nun hierinnen nicht Yo wohl auf Regeln,
als auf praxin und vieles Judicium ankommt, jo konnen wir in dieſen ens
gen Raum weiter nichts thun, ald einige prima principia, und Furge An⸗
feitunggeben. Das uͤbrige muͤſſen wir der ocularen Demonftration eines
— oder dem eigenen Fleiße und Erfahrung eines Lernenden
uͤberlaſſen. —
4. Zum Grunde unſers Vorhabens wollen wir aus unzehli—
gen Manieren nur folgende erwehlen, und ſelbige zu beſſern Unterſcheid
in2. Claſſen eintheilen. Die erſte Claſſe mag in ſich enthalten diejenigen
kleinen Manieren, welche allzeit unveraͤnderlich bleiben, wie man ſie ein⸗
mahl von ſeinem Lehrmeiſter erlernet, und dieſe feund () das Trillo, (2)
der Tranfitus in die ze, (3) der Vorſchlag, (4) die Schleiffung, (5) die Mor-
dente, und (6) die fo genandte Acciaccatura. Die andere Clafie haft in ſich
diejenigen Arthender Manieren, welche von ang ſelbſt muͤſſen erfunden
werden, und von eines jedweden Einfallen dependiren, welches ſeynd GO)
die Melodie, (2) die Paflagzien, und (3) die Harpeggiaturen oder gebrochene
Sachen. Woben wir noch (4) Die Imitation, als eine befondere Manier
mit anbangen wollen. —
$. 5. Diefe beyde Claſſen nun nach der Ordnung durchzugehen,
ſo ban erſtlich das allen Scholaren bekandte Trillo mit beyden Haͤnden in
allen Stimmen angebracht werden. In einem 3ſtimmigen Accord der
rechten Hand laͤſſet eg ſich nicht wohl anders, als in der Mittels Stimme
anbringen, folchergeftaft dag der Daumen und Eleine Singer (denn wie
erfodern uͤberall die Application aller 5. Finger) Die übrigen 2. Stimmen
führe, wiein folgenden Erempel das zte tel des andern Tactes auswei⸗
fet. Will man aber das Trillo in dev oberſten oder umterflen Stimme
derrechten Hand anzubringen fuchen, fo führer der Daumen oder kleine
Finger die zweyte Stimme, und die übrigen. Stimmen laͤſſet man der
ſincken Hand, weit ſolchenfalls Die rechte Hand nicht wohl mehr A 2
tim⸗
8 ( 523 ) 4
Stimmen führen kan, wie in folgenden Exempel das RAS ‚und ate
atel des erſten Tactes zeigen. Findet die lincke Hand Gele enheiti indem
Baffe ſelbſt ein Trillo anzubringen, fo Fan fie zu ihrer Beqvehmlichkeit alle
die nbrigen Stimmen fahren laffen, und Die rechte Hand greiffet deſto
volffimmiger. Es kan aber auch der Fleine Finger der linden Hand den
Basf führen, und von denen uͤbrigen Fingern ein Trillo in der Mittel⸗
Stimme angebracht werden, wie in folgenden Exempel dag zte atel des
andern, und eben das zte AO zten Tactes den Unterſcheid —
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(NB. Es ift mit diefen Exempel nicht die Meynung, Daß man in fo wenig Tadten
Feine andere Manier als lauter Trilli anbringen folle : fondern es wird nur
kuͤrtzlich gewiefen, auf wie vielerley Arch ohngefihr das Trillo anzubringen fep.
— auch alſo von denen Exempeln aller folgenden Manieren zu verſte⸗
eni
(6. Der Tranſitus in die ze iſt an ſich ſelbſt auf dem Clavier von
fchlechtenEffet. Wirder aber bey etwas langfamen Noten von einem
Trillo begleitet, fo lautet er viel zierlicher, und ban ſo wohl indenen Stim⸗
men der rechten Hand, als auch im baſſe ſelbſt angebracht werden. Denn
ſtatt dieſes ſchlechten — —
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$. 7. Der Vorſchlag iſt gleichfals einedenen Incipienten befandte
Manier, und kan er zwar von exercirten Leuthen in allen Intervallis ange⸗
bracht werden; am meiſten und beqvehmſten aber wird er bey auff⸗ und
abiteigender zde und ze fo wohl in der rechten als linden Hand gebrauchte
Die Arch wie ihn beyde Dinde, und fonderlich Die rechte Hand auch dop⸗
pelt, bey fortgehenden zen, anbringen fan, mag man Fürglich aus folgen?
den Exempel erſehen, allwo gedachter Vorſchlag uͤberall mit dem —5—
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die unterſte Stimme wieder mit dem Daumen genommen, damit koͤnnen die
uͤbrigen GR Vorſchlag — ſauberer heraus ſengen
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— Er re — EI
8 (536) &
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—— == |
— —
*
6. 8. Soll aber der — Vorſchlag in dergleichen dillen recht
ſauber heraus kommen, fo muß man bey der andern ze nicht wieder die
vorigen Finger nebmen, z. E. in dem andern Tadte dieſes Exempels ſeynd
Die beyden Accorde Der rechten Hand, zwifchen welchen der doppelte Vor⸗
hr
—
chiaguntetwartsvorfila— BEL fl ir diefe wechſele man mie
Wer
denen Fingern alſo ab, wie ſi ei m; —— bezeichnet ſeynd, d den Dau⸗
|
men als den erſten Finger gerechnet; % 1392 fi — Hingegen im zten
Udud
Tacte — Exempels wechſele man die beyden Accorde der rechten
Hand, BAnIDrmEIheuDE" — Vorſchlag aufwaͤrts vorfaͤllet, mit
ER
denen Fingern alſo — kn, Auf folche Arth ab fish die fortge:
—| MER
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+ em
on 3 (57) &
henden zen fo wohl mit, als ohne Borfchlag hey allerhand Gelegenheit,
und Kan einem Trio auf Orgeln und Clavieren viel fauberer
tractir Ils bey der ordinairen Arth. Will ſich ein Anfänger in dieſer
Application der Finger, welche auch offtmahls groſſen Claviriſten unbe⸗
qoehm faͤllet, beſonders exerciren, ſo darff er nur dreh nacheinander fort⸗
gehende zen, z. €. an 938 mit dieſen vorgeſchriebenen Fingern
exerciren, und auf — Arth in der Geſchwindigkeit verwechſeln
lernen, ſo braucht es weiter keiner Kuͤnſte. . ee
9 Die bekandte Schleiffung mit 3. Fingern fälfet ſonderlich
in cantablen Sachen wohl aus, und kan ben allen auffwärts fpringenden
Intervallis fo wohl, als bey der aufwärts fieigenden ade angebracht wer?
den. Nur muß man ſich huͤten, daß derjenige Ton, wo die Schleiffung
ihren Anfang nimmer, und welcher in folgenden Erempeln jederzeit mit
einem X angedeutet wird, nicht mit dem Bafle vitidfe progreflen verurſa⸗
che. Alfo wide die Schleiffung bey folgenden 3 erſten Exempeln uns
recht angebracht, weil fie mit dem Bafle gven und sten machen. Singer
gen fallet fie bey dem folgenden weitläufftigen Exempel durchgehend
wohl aus. Wobey noch anzumercken, dag diefe Manier am beſten in der
obern Stimme der rechten Hand angebracht wird, und man dabey eben⸗
fals nicht wohl anders als 2 ſtimmig gehen konne, dag übrige Accompa-
gnement aber die lincke Hand uͤber ſich nehmen muß: D
c(a) Di ſ Schleiffung nebſt dem Do: ſchlag werden anitzo in auswaͤrtigen Lan⸗
den ſo grand mode, aß mon von denen affern ueſten Sachen felten eine Thes-
traliſche Arie fich.t, da nicht beſagte 2. Manieren haͤufig mit denen bekandten
HurflssNöta n (welche fich hier im D: uch nicht exprimiren laſſen) bezeichnet
ſtehe Jedech muß man dabıy wohl einen Frinen Unterſcheid bemercken,
wiherim Singenund Spirlen dieſer beyden Maxniern vorfülkts Denn an
ſtatt das foigend: Noten: 3 vs
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$. 10. Die Mordente (oder Mordante, nach uͤblicher Yusf rache)
iſt zwar gleichfals eine bekandte Manier, wir werden aber aus —
$.$.erfehen, daß ſie was mehrers hinter ſich habe, und folgbar etwas ger
nauer muͤſſe unter ſuchet werden. Uberhaupt wird eigentlich eine Mor-
dene genennet, wenn man einen Ton mit ſeinen nechſt darunter gelegenen
halben oder gantzen Tone, bende faſt zu gleicher Zeit anfchläget, jedoch den
fegterigfeich wieder fallen laͤſſet und auf dem Haupt⸗ Tone liegen bieiber,
a an Bu: aber Kan 4; unterſchiedenr eilengenen
KLr | | $, u,
33 6530) 8
4. u. Wir wollen zum Exempel ſetzen, daß eine Mordente ſoll auf
dem c. angefchlagen werden, u das ef darunter gelegene
Semitonium. h. entweder =
D Vorhero und das ** fi in einem ein nachfhlagen, dus
h. aber fogleich wiederum fallen laſſen (6) oder
2 man ſchlaͤget das vorhero an, das h. gleich ad . und u
eben dem Tempo fällt man wieder zuruͤck auf dag v vorige =
- mit folcher Geſchwindigkeit, daß alle * Anſchlagungen em.
aim einen eingigen Accent geben... Diefen Accent aber
pflegen
3) Einigebenylangfamen Noten ein oder mehr mahf zu wiederhoh⸗
len, und gleichſam ein halbes Trillo unter ſich zu ſchlagen.
- 62 Nm mag es wohl gleich viel gelten aufwas YrtheinScholar |
die Mordente von ſeinen Lehrmeiſter erferner,oder ob er felbige,nach Gele
genheitder Noren,baldaufdiefe,dald auff jene Arth anfchlagenwillinur
feaget fich, wenn maneigentlichden halben, oderden gantzen Tondrum
ter brauchen mäffe? Hierinnen nun kom̃t es eingig undallein auf den Am-
bitum modi an, oh er das Semitonium drunter leider oder nicht? (c) Wir
wollen folgende Exempel zum Grunde unſerer Erlduterung ſetzen all:
wo uͤberall die Mordente, bald im halben bald i im gantzen Tone drunter,
mit fchwargen Noten angegeben worden, fo wie fie der — —
cher Weiſe bey jedweden Accorde erfodert:. |
(6) Aufdiefe Arch. bifchrriber fie Gafparini p. 91. und faget, fie wuͤrde desmegen
Mordente oder beiffend (von maordere, beiffen) genennet, meil fie fey, wie der
biß eines kleinen Thier gens, welches Faum anbeiffer, und fo gleich wieder Dia
Berroundüng fahren kaffet.
ce) Hieher gehoͤret die gantze L ons bon Ambitu AUSSER weiche 5 F 2. er
section 2. weitlaufftig ausarfihret wird. Hieraus aber erheflet, daß ein Ans
fänger in zroeiffelhafften Fällen die mordente garkicht übel anbringen Fönne,
A *
he
alfo wäre es falfch gewefen, werm man dag Semitonium drunter (as %)
W6er nun etwas weniged nur vom Ambitu modorum weiß, der
wird leicht erkennen, daß in dern Ambitu des erffen und 7ten Accordes
Fein cis (gder c. Dizlis) fatt haben Funte, folgbar muffe dag cs als der
gange Ton drunfer zum Mordente angeſchlagen werden. Hingegen will
der Ambitus des andern und des sten Accordes natuͤrlicher Weife dag Se-
mitonium drunter-haben, alfo funte,Fein:t. zur Mordente angeſchlagen
werden. Der Ambitus deszten und'Sten *
Accordes hat natiirlich dag a.
te zur Mordente angeſchlagen. Der Ambitus des 4ten und 16ten
Accordes will ordentlicher Weiſe das Semitonium drunter haben, folg⸗
bar waͤre das d. als der gantze Ton Drunfer, — worden.
Her Ambitus deg sten und ı7ten Accordes will natürlich dag fis (oder £.
Diefis) zur Mordente haben, da hingegen in dem 2oten Accorde tiber eben
* Bas£-Note dag f. die Mordente hilfft ausmachen, weil die daruͤber
fiehende Steden Ambitum modi verändert. Der ıste Accord hat natuͤr⸗
ich Dagas b. zur Mordente nöthig, folange- man in deim-Ambitu des modi
Disb. bleißer.. Und ſo mit denen übrigen leichtern Erempeli.-
4. 13. Wir haben noch zu gedenden, daß die Mordente zwar bey
einem 3.0der 4 ſtimmigen Accord der rechten Hand nicht wohl anders,
als in der mittlern Stimmefan angebracht werden, wie folcheg die vor⸗
hergehenden-Erempel Durchgehends ausweiten Willman aber diefe
Manier auch in der aͤuſſerſten Stimme der rechten Hand bequehm an⸗
bringen, fofan diefe Hand wiederum, wie bey vorigen Manieren, ir
| wohl
RB (3)
wohl mehr ald 2. Stimmen führen. Man fan auch im Bafle ſelbſt⸗ die
Mordente gar wohl brauchen, welchen Falles die rechte Hand das volle
—— behaͤlt wie folgende E xempel den Unterſcheid zeigen,
allwo die Mordente uͤberall in dem halben oder ganzen Tone drunter, *
2 Srictgen⸗ —————
er —— ————— ——
ae Tann run Benin Bunte u EEE DE
e— — —— — —— Sa)
— 7 ner Dieſes alles waͤre die Arth, wie man insgemein mit den —
Mordense iger umbangehe Beau auf Saiten⸗als — F
86534) &
fer Autor aber, der Galparini tractiret Die Mordente, in vnderheit ih Reeita⸗
tiv und pathetiſchen Sachen, gang anders. Lind weil feine Arth beſon⸗
dersauff DemClavicimbalt von groſſen Elfect tft, ee auch meines Wiſſens
der erſte Autor, welcher von dergleichen Materie gefchrieben, fo wollen wir.
ihm ſein gebuͤhrendes Lob nicht nehmen, viel weniger ung mit frembden
Federn ſchmuͤcken, fondern wollen Hier nach der Reihe, fo kurtz es möglich
erzehfen, wie er die Sache nicht. 77
815 Überhaupt machet er einen Unterfiheid unter einer Mor-
dente, und fo genandfen Acciaccatura. ine Mordente nennet er, woman
nur ein Semitonium drunter anfchläget, wieallbereit oben Exemyel gege⸗
ben worden. Er will aber haben, daß man den gangen Accord nebſt der
Mordente mit einem gelinden Arpeggio (wovon bald unten ein mehrers)
gleichſam nach der Reihe niederlegen, das diffonirende Semitonium aber
allein wieder fahren laſſen ſoll, nach der oben 6. u. beſchriebenen erſten
Arth einer Mordente, Dabey ſaget er, daß dieſe Mordente fonderlich in
3 Sallen vonguten Effect ſey, nehmlich bey der gve, Gte, und zemin. 38
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66. Eine Acciaccatura (d) hingegen nennet er, wenn man we⸗
gen des Ambitusmodi ffattdeg Semitonii einen gantzen Ton drunter, oder
auch wohlnach Gelegenheit 3: 4.neben einander liegende Claves in einen
gelinden Arpeggio fast zugleich nicderſchlaͤget, jedoch die falfchen, oder
nicht zum Accord gehoͤrigen Claves alleine wieder fahren läflet, wie in vor⸗
hergehenden $. von der Mordente gefaget worden. Damit wir nun des
Autoris Meynung hiervon in etwas veränderter Ordiuung, deſto deutlt⸗
cher erklaͤhren mögen, fo bemercken wir, daß er uͤberhaupt 4. Arthen der
Sage angiebet, wo dergleichen Acciaccarure yon gurer Wuͤrckung ſeyn,
nehmlich⸗ — — |
D Ber dem Accord der 6te,
2) Bey dem Accord der Ste min.
3) Bey der, mitder 3. maj. vereinigten 7ma mit.
4) Den dent Accord der 4. ma]. | [# .
. 172 Bey dem Accord der 6te zeiget er 3. unterſchiedene Acci-
acearuren. Die erſte fl, daß man bey der, mit Der 3. min. vereinigten
6. maj. auch die ate mit anfchlagen koͤnne, und zwar entweder in einer
Hand alleine, oder in beyden Danden zugleich, wie folgende Exempel
atisweiſen, allwo die Acciaccaturen fo wohl, als die Wechſels⸗Weiſe vors
Eommenden Mordenten mit ſchwartzen Noren angegeben werden : (e)
or:
" (d) Acciaccare heiffet eigentlich in melfcher Sprache: Zermalnten , gergvetfchen,
=. Dderetwas mit Gewalt gegen einander ftoffen. Alſo Daß Aceiaccanıra (von
2... welchen der Autor Feine eigentliche Definition giebet, fondern das Wort einen,
unter denen Accompagniften gewöhnlichen Terminum nennet) bier.ifo viel
heiſſet, alseine gewaltfame Zufammenfteffung unterfchiedener meben einander
liegenden Clavium, die eigentlich nicht zufammen gehören, |
- (e) Ben der erften Acciaccatur in folgenden Exempeln Ift anzumercken, daß dee
Daumen der rechten Hand die 2, unter ſten Claves c, und d, viel brabehmer- zu⸗
ey ar ig
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— — En ——
—— — REIT.
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mord. acciacc. m. m. Acc.
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— (Uns) EEE tanz -- EEE ung a — — ——
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In.#3; ACC.
‘ 18. Die andere Acciaccarura bey der 6te if, wer man Die
awifchen der 6te und Sve liegende me zugleich mit anſchlaͤget, un id zwar
entweder alleine, der auch mit Zuthuung der vorigen ate, wie reigen?
de —3 — (dem Unterſcheid zeigen:
Sr nis
Er 120 une an
Be E —
m. acc. m.
er ———
—— — ee RE
Sg me en Jan —— ._ B— m
€3 (37)
acc, acc. ee
rn u: a rer en ae | ER nn a En nn nn nee
6.19. Die zte Acciaccatur bey der 6re foll feyn, wenn man die,
zwifchender 3. mai. und 6. maj. liegenden 2. Claves zugleich mit anſchlaͤget.
Welches zwar auf eben diefe Arth mit denen, zwifchen einerz. min. und
6te min. gelegenen 2. Clavibus angehet, ob gleich der Autor Fein Erempel
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2.29.20. Ben Dem Accord der zte min, machet unfer Autor die Ac-
ciaccatur entweder mitder, zwifchen der Svaund decima gelegeneng. alleis
ne, oder auch mitder, zwiſchen der 3e und ste gelegenen 4te zugleich, fo,
daß beyde Acciäccaturen eine 6te zufammen hören laſſen: |
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$. 21. Ben dem Accord der, mit der 3. mai. verfnüpfften 7. min,
wird Die Acciaccatur mif der, zwiſchen der ze und Ste gelegenen Ate ges -
macht, und zwar bald in der rechten Hand alleine, bald in beyden Haͤn⸗
den zugleich:
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5, 22. Beyden Accord {4} wird die Aceiaccatur mit der, zwi⸗
ſchen der 4 und 6te gelegenen Ste gemacht, und —T bald i in der rech⸗
ten Hand alleine, bald in beyden Haͤnden zugleich:
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$. 23. Endlich ſaget der Autor, man muͤſſe ſich bemuͤhen, ſelbſt
mehr Acciaccaturen zuerfinden, und giebet noch.eine an, die ihm (wie er
faget) gleich bey fernern Nachſuchen in die Hande fiele, worimmen man
13, Claves auf einmahl anfchlagen koͤnne, wobey der Daume und Eleine
Singer, jedweder 2. Claves zugleich beruͤhren muͤſſen. Und diefe Ac-
ciaccatur ff} folgende, welche bey dem, im Recitativ bekandten Accorde
{EB folkangesent werden: 0000
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$. 24. Nun geftehet zwar der Autor, daß er dieſe Acciaccarurmeher.
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ur Bizzarie, als zum Erempeloder zur Regel erdacht. DieKunftaber
etreffend, wie man neue, brauchbahre Acciaccaturen erfinden, umd zus _ j
gleich die oben erfundene fich Leichte machen möge: fo Fan man meines
Erachtenseinen Anfänger auff gar Furge Handgriffe weiten. Nehm⸗
lich man darff nur Achtung geben, wo in der rechten oder lincken Dand
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zwiſchen denen Accorden eine 3e leer, und dabey ein Finger müßig ſey
Mitdiefen Schlage mandenmittlernleeren Ton zugleich mit nieder, es
mag nun ohngefehr eine Mordente oder Acciaccatur Daraus werden, das
heiſſet es mig der dazwiſchen liegende Clavis gegen den obern einen hal⸗
ben oder-gangen Ton ausmachem foliegetnicstg dran. Nur dag man
dergleichen diffonirende Accorde ı) nicht allzuofft, fondern mit einer Ab⸗
wechſelung (E), 2) nicht keicht über 3. oder 4. neben einander Hegente
‚Claves zugleich, und 3) mit einem gelinden Arpeggio niederfihlage , die
Dre Claves aber alleine wieder fahren lafle, wie oben gelehret wars
6. 25 Die Sachedeutlicherzumachen, fo ſtelle man fich vor, daß
3. E.die rechte Hand folgenden aſtimm gen Accord mir denen hier durch
8. Hier ſiehet
Ziffern angedeuteten Fingern anzuſchlagen habe $4 &
man, daß eineingiger Finger zwifchen der er muͤßig bleibet, mit
welchen man alſo den dazwiſchen liegenden gantzen Ton a. als eine Acciac-
catur gar bequehm anfchlagen kau dahingegen zwiſchen der obern 3e d.
und h. feine Acciaccatur, noch mordente vorfallen Fan, weil fein Finger
Dazu uͤbrig. Wolte man aber diefen Accord nur 3 ſtimmig greitten
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/ſo ſtuͤnde es frey, ob man zwiſchen der 3e d und h.
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ſch beides mit der Application aller 5. Singer garwohfthumläget. Noch
ein Exempel zu geben, fo ſetze man den Sail, man habe mit der vechten
(f) Sonſt entf: het ein gar zu unreines Weſen im Accompagnemem. Sch habe
dergleichen Accompagniften gekennet, die ſich alzuſtarck dran gewoͤhnet, aber
ne hie ihre Fehler ſelbſt erfenner, und von andern geruͤhmet, Daß fie reine
ſpieleten. —
oder zwiſchen h. und g. eine Acciaccatur machen wolte,weil
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Hand den aftimmigen Accord I ; alfo ergreifen, fo erhelfet klahr,
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daß es ſchwer oder unmöglich fallen wird, eine Acciaccatur zwiſchen der
obern und untern ze anzubringen, weildie Singer nicht zulangen. Denn
wenn manauch mit dem euferfien Singern 2. Claves auff einmahl beruͤh⸗
ren und alſo dennoch eine Acciaccatur anſchlagen wolte, fo konte man doch
dieſe Acciaccatur nicht beqvehm wieder fallen laſſen, wie es ſeyn ſoll. Hin⸗
gegen laͤſſet ſich auff dem © gar beqvehm eine mordente Durch Beruͤh⸗
rung des darunter liegenden Scmitonii h anbringen, 'weilder Mittel:
Singer alda muͤßig lieget. Und fo machet man es gleichfalß mit. der
finden Hand. Dahero ed auch einerley iſt, ob Die Acciaccaruren und
Mordentemin gven, 6ten, oder zen zufammenfloffen. Auf diefe Arthnun
wird es hoffentlich nicht fo ſchwer fallen, fich in dieſer nuͤtzlichen Lehre fes
fie zu fegen, und allerhand neue Verwechſelungen der Acciaccaturen und
Mordenten zu erfinden, gleichwie folgende, bey unſern Autore night befind⸗
fiche Exempel hier zu neuer Erkiuterung dienen mogen: —
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nieren, allwo die Mieledie Die erſte Stelle hatte. Was Melodie ſey,
darff man einem Mufico wohl nicht fügen. Einem Anfänger des Gene-
ral Baſſes aber faget man fo viel, Daß ein ſchwaches a: se ſtimmiges Accom-
pagnement viel zierlicher heraus komme, wenn die obere Stimme der.
rechten Hand eine Melodie, dag heiſſet, ein ſingendes Weſen habe, und
nicht immer ineinem Tone fiegen bleibe. Alſo wuͤrde — Exem⸗
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| $ 27. Dieſen nun abzuhelffen, er der obern Stimme nm
heit einebefiere Tour zugeben, fo Fan manauf zweyerley Arth verfahren,
NRehmlich man vertheilet entweder ) dag. ‚Accompagnensent in. beyde
Hände, ſo daß die rechte Hand meiſt nur zwey Stimmen fuͤhre, und der
lncken Hand dag uͤbrige 2⸗ 36. ſtimmmige Accompagnement laͤſſe: oder es
uͤbernimmet 2) die lincke Hand das vollſtimmige Aecompagnement
gantz alleine, und giebet hierdurch der rechten Hand mehr Beqpehmlich⸗
Feit, einen befondern Gefang oder Melodie eg Bafle zu erfinden, fo gut
es unfer Einfall, Gufto, und Talenegebenwill. Wolte man nundasnerhft
vorhergehende, Exrempei nach der erſten Arth mit getheilten Accompagne-
ment beyder Haͤnde ſuchen din. zu wei: RA wuͤrde es Ms —*
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— Bey die n ar fan man in der — Stimme die 3te Note des —
Tact:8, und die Ste Note des andern Tactes annoch als eine kleine Manier ans
mercken, welche fonft ſuperiectio oder der Uberſchlag genennet wird, und infons
‚ derhzitben abfteigender ade, A mehr grase gieber,
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§. 28. Wolte man aber eben ne Basf nad der andern Arth
accompagniren/ und fo weit €8 Denen Dazu componirten Stimmen nicht
Tort thut, in einigen Tadten, oder J—— zur Probe durchgehends
mit der rechten Hand eine beſondere Melodie hören laſſen (wozu infons
der heit Die cantabſen Solo, und leeren Rittorneſlo der Arien ohne Inftrumen-
.28,die befle Gelegenheit geben): fo mag folgendes Accompagnement all⸗
bier zur N dienen. Pens noch anzumercken daß bey die⸗
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fer Arch die lincke Hand die vorkommenden tieffen Basf-Noten lieber eine
gve höher deſto vollſtimmiger nimmer, damit. dag Gemurre fo vieler
tieffen Tone dem Gehöre (ſonderlich auf Pfeiffwerck) nicht‘ verdrießlich
fället, und som Hande deſto naͤher an einander geſchoſſen werden Di
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(B) Wenn die Alten die Regel gaben, daß man mit der rechten Hand nicht leicht
hoͤher, als biß in das zwey geſtrichene Foder ja den Leibe nicht über das? kom⸗
men ſolte, fo ſuchten fie hierdurch bey ihren damahls ſehr ſchwachen und meiſt
nur 3 flimmigen Accompagnement das allzugroffe Vacuum, oder dei Teeren
Kaum zwiſchen beyden Händen zu vermeiden, und hierzu hatten fie uͤberl y
Necht. Wie denneben dieſe Regelaus g! feicher Raifon noch heut zu Tage in
einem 4 oder 5⸗ſtimmigen a daman die Stimmen‘ n beyde
Hände gleich vertheilst, ihre Geltung hat, und uͤbel lauten wuͤrde, wenn man
mL: z. E 2. Stimmen mit der rechten Hand in der duſcuſteu· Daſſef fuͤhren wolte.
6, a gen fälst freylich Die alte Negelin zwey Fällen von ſich — weg, nehm⸗
— v Mlich Ci) bey einem ſehr vollſtimmigen Accompagnement, Da ehne siß bryde
Hinde nicht fo leicht ein groffes Vacuum inder Mitte uͤhrig laffen Fünnen, folg«
FREE bar die rehte Hand der Lincken deſto eher in Die hohen Tone ausweichen mag.
(2) Bender oben ge dachten melodieufin Arth, da man mit der rechten Hand
‚gang alliineeine Melodie, Paflaggirn, en und allerhand Variatio⸗
7 nes zu machen ſuchet, welchenfalls ein Liebhaber gleich in das 3 9-fkrichene X,
hinauff ſteigen mag, wofern er etwas fauberss allda zu hohlen vermeinet.
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$.2% Wie nun die Melodie hauptſaͤchlich in cantablen/ affectuolen
und langſamen Sachen ihren Plas hat; alſo kaſſen ſich hingegen Die
Paffaggien, als unſere angegebene andere Arth der Manieren, befler in
febendigen, und geſchwinden Sachenanbringen. Das man unter dem
Nahmen der Paflaggien gllerhand laufende, und ſpringende geſchwinde
Noren verftche, folches iſt bekandt: ihre Anzahl aber iſt unendlich, und
dependirgt deren Erfindung uͤber dem General-Bafle ebenfalls von unſern
Einfällen, und Exereitio, wie die Melodie. Hat nun ein fortgehender,
oder geſchwinder Basffelbft patlaggien, (6 Fan man mit Weglaſſung der
meiften, oder auch aller übrigen Stimmen, bloß in zen und 6ten einher
geben, zumahl wo Die Paffaggien einen weiten ambitum in ich haben, da
insgermein dergleichen Accompagnement von groͤſſerer Wuͤrckung zu ſeyn
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Hand an folchen Drthen, wo es denen concertirenden Stimmen feinen
Eintrag thut, dergleichen Paffaggien felbft anzubringen fuchen, und die
lincke Hand führer hier wiederum, fo viel möglich dag vollſtimmige Ac-
compagnement alleine fort. Man fehe folgenden Basß, und die darüber
etliche mahl varirtenPaflagsien an, dergleichen noch ungeblige Arthen von
unterfchiedener Geltung der Noten über eben diefen Basf konten erfunden
werden. Ubrigens befleißige man fich, alle Pafaggien rein, diſtinct, und
ohne ſchleiffigtes Weſen anzufchlagen, weil hierinnen ein groſſes Brillane
des Spielens ſtecket, welches ſich beſſer hoͤren, als — ee a
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G. 31. Die zte Arth derjenigen Manieren; fo von unſern eigenen
Einfaͤllen dependiren, waren die Harpeggiaturen, welche man auch hHnco⸗
pirende, oder gebrochene Sachen nennen mag. Gin Harpeggio (oder
Arpeggio) heiflet eigentlich dasjenige, werrn man 27 44 6 und mehr
Stimmen, welche zufammen einen mulicalifehen Accord ausmachen,
nicht auf einmahl, ſondern nach einander zergliedert anſchlaͤget. Und
diefesgeichiehet auf dem Clavier entweder mit beyden Haͤnden zuglsich,
oder nur mit einer Hand alleine. en
$. 32. Da$Harpeggio mit beyden Händen iſt je beſſer, je vollſtim⸗
miger es iſt, und gefchiehet auf fo eine Arth, und mit ſolcher Geſchwin⸗
digkeit, daß ſich es mehr oculariter, als durch Noten zeigen laͤſſet. ug
es
a 3 (57) 8
es aber auf dem Clavicembalvon fonderlicher Wuͤrckung, und gleichſam
Diefen Inftrumente eigen iſt, fo wollen wir einem Anfänger hiervon, ſo
vielmöglich eine General-Idee geben, und ſelbiges in ein einfaches, dop⸗
peltes, und vielfaches Harpeggio eintheilen. |
$. 33. Ein einfaches Harpeggio beyder Haͤnde moͤchte ſeyn, wenn
man einen vollſtimmigen Accord nicht mit allen Fingern zugleich, ſon⸗
dern von der Baf-Nore an, biß oben hinaus, einen Clavem nach dem an⸗
dern, jedoch mit ſolcher Geſchwindigkeit anſchlaͤget, daß gleichſam ein
eintziger Griff auf eine eintzige Note heraus Fommet. Und dieſer Arth
des Harpeggio bedieneten ſich Die oben beſchriebenen Acciaccaturen. Ein
doppeltes Harpeggio mochte ſeyn wenn die von unten hinauff geſchehene
Zerbrechung eines Accordes wieder von oben herein biß an die Baſſ. Note
in eben dem Tempo wieder hohlet wird, wofer ung die Langſamkeit der
Note Zeit dazu laͤſſet. Ein vielfaches Harpeggiowäre endlich, wen man
bey einer gar langſamen Note das doppelte Harpezgio wiederhohlet, auch
wohl mit der rechten Hand einen platten Griff nachthut, wie dag Clavi-
- cimmbal im kecitativ und bey andern ſtillſtehenden Bafl-Noten gar oͤffters
in Gebrauch hat. Sonſt iſt auch nicht ungewoͤhnlich, daß bey etwas
ſortgehenden odermittelmäßiggefihwinden Noren Die lincke Hand offters
vollſtimmige Accorde mit einem einfachen Harpeggioanſchlaget, die rech⸗
te Hand aber ſelbige in eben dem Tempo mit einem platten Griff beſchlieſ⸗
ſet. Dergleichen vielerley Arthen von Brechungen man guten Practicis
muß abzulernen ſuchen. — |
534 Wir gehen weiter zur andern Arch der Arpeggiaturen, wels
che bald mit der rechten, bald mit der finden: Hand, als befondere Varia-
tiones der beyden euſerſten Stimmen an folchen Orthen angebracht wer⸗
den, wo es denen concertirenden Stimmen keinen Eintrag thut. Erſt⸗
lich die rechte Hand betreffend, fo iſt ihr Harpeggio entweder 2 ſtimmig,
zſtimmig, oder aſtimmig.
835 Ein 2ſtimmig Harpeggio nennet man, wenn nur z Stim⸗
men eines Accordes ſtatt des platten Anſchlages im kleinere Noten zer⸗
Mans thei⸗
3 (58) 6*
theilet, und Wechſels⸗ weiſe — werden, z. E. ſtatt folgender
2 EIGEN, ir are der rechten Hand,
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— = — —
Mer =E Fr ei
alſo:
Sindet nun die rechte Hand Gelegenheit —— — anzu⸗
bringen, ſo erwehlet man ſo viel möglich hierzu gern folche 2 Stimmen,
welche mit Dem Baſſe Triadem harmenicam oder 3. Grund⸗Stimmen
des Accordes ausmachen. G) Weiter braucht es bey Diefer Arth kei⸗
ner groffen Künfte, denn man fehläger nach Gutbeſinden eine von des
nen beyden Stimmen, fo man harpeggiren wi, zuerſt an, die andere
aber nach, und die lincke Hand führet das uͤbrige Accompagnement,
Folgende Exempel werden Die Sache zur Gnuͤge erläutern:
Gi) Grund Stimmen oder Radical-Stimmen eines Accordes werden dire |
genennet, welche unter ſich felbſt Feine Sve, noch unifonum ausmachen. Alfa
hat z. &. Dir Accord einer ne 4 Grund, Stimmen, nehmlich Bafın, zam,
stam und 7mam : hingegen haben der ordinaire Accord und der Sten-Accord
betandter maßen nur 3 Grund: Stimmen, die 416 Stimme — allzeit en eis
ng DBerdoppelung einer Grund, Stimme |
REDE:
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ERS u me Fauna — — u wer
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— bo meer! — © — nn are TI m
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— = 2 is
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— arte r no
— mn: F= — STE re
F |
4 5
$. 36. Ein 3 ſtimmiges Harpeggio nennet man, wenn 3. Stim⸗
men eines Accordes (fieımogenradical-oder verdoppelte Stimmen feyn)
ſtatt des platten Niederfchlages in Fleinere Noten zertheilet, und nach
Anleitung unferer Fantafie, auf mancherley Arth Werhielgaveife ange:
fchlagenwarden. 3.€. rn ſtimmige Accordc der rechten Hand
zittert gg SEE ©
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2a 3 (561), 88
- Möchtenalfo zerglicdert werden: _
— — F
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Bey dergleichen Gelegenheit nun fuͤhret die lincke Hand wiederum das
uͤbrige Accompagnement alleine, welches uͤberall ſo vollſtimmig nicht
eben nöthig, da ein 3 ſtimmiges Harpeggio der rechten Hand, ſchon Ler⸗
| Er machen kan. Folgende Erempel mogen Die Sache erlaͤu⸗
ern: ige en Ä
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2 (553) &
$. 37. Das aflimmigeHarpeggio iſt anguten Er
foreich, und fo applicabel, als dag 3 ſtimmige. a. —— 14
miges Harpeggio, wenn 4 Stimmen eines Accordes auf oben gedachte
Arch in kleinere Noten zertheilet, und nach Anleitung unſerer Fantaſie
ri Ai angehlagen werden. 3. E. ſtatt folgender platten
Accor wi
| X
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Die lincke Hand fuͤhret hier wieder das uͤbri a ich
ge Accompagne
Gelegenheit mit vielen oder wenigen Stimmen, wie folgende —
zu mehrer Erlaͤuterung Birnen konnen:
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de Deraleichen 273: a ſtimmige Harpesgiaturen Fan man nun
ebenfals mit der finden Hand ſtatt der fehlechten Baſſ-Noten anbrins
gen, fo offt folches Denen concertirenden Stimmen und der Invention
des Componiften Feine Gewalt anthut. (Hd) Die Sache Furs zu faſſen,
fo wollen wir allhier folgende Exempel von allerhand Arth zur Erlaͤu⸗
terung beyfuͤgen, und den fimplen Basf zu mehrer Deutlichkeit uͤberall
darunter ſetzen, mit der Erinnerung, daß Die rechte Hand dergleichen
BaflVariationes nach Gefallen entweder vollſtimmig, oder auch ber) gu⸗
ter Gelegenheit nur 2 ſtimmig mit einem, in zen und 6ten einher ge
henden Harpeggio tractiren fan, wie unter folgenden, Die letzten 6. Exem⸗
pel ausweifen, welche Arth bey pompoͤs, und lebendig geſetzten Sachen
dem Clavicimbal nicht geringen Luftre giebef. Auf Pfeiffwerck aber
muß man freyli mit ſolchen Dingen viel behutfamer geben:
ck) Dihero niht alle Componiften mit dergleichen Baſſ⸗ Variationibus zufrieden
feynd. Allein wenn ſoſche Dinge z. E. in einem Solo, in einer Cantataa vo-
ee fola, und leeren Rittornello der Arien ohne Infirumente, a propos und mif
einem Judicio angebracht wirden, fo zieren fit Das Accomp.gnement, und
feynd gar wohl zug laſſin. Nur muß man den Sänger nicht mit dergleis
chen Dingen irritiren, und. aus dem Accompagnement Fein praludium ma⸗
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CNB. Aus dieſen Variationibus erſiehet man, daß überall die Fundamental-Note
des Baſſes zuerſt, und die Variation ſelbſt nachgeſchlagen worden. Dahero
diejenigen Variationes in General-Bäffen nicht von dem beſten Schrot und Korn
feynd, da eine an Die Bafl- Stelle ſich nicht ſchickende Mittel- Stimme des
Accordes voraus, Die rechte Bafl-Note felbft-aber erft nachgeſchlagen wird.
639. Sieber gehören endlich die General-Bäflg, wo viele ge
ſchwinde Noten im einem Clave wiederhohlet werden. Denn wie es
ſehr fimpel und verdrießlich ausfallen würde, dergleichen einerley Cla-
ves immer mit einerley Accompagnement zu wiederhohlen, und, zumahl
bey geſchwinden Noten (D, ein beſtaͤndiges Gehacke zu machen: alſo
muß man ſuchen, bald mit der rechten, bald lincken Hand dem Accom-
pagnement durch Melodie Paſſaggien, und Arpeggiaturen einige Veraͤn⸗
derung zu geben, jedoch mit der uͤberall nöthigen VBorficht , daß man
Deraleichen embelliffemens nicht zur Unzeit anbringe. Man febe fol⸗
gende Erempel an, Davon Die erſten 4. einige Variationes fiber dergleis
eben Baflen, die legten 3. aber Die Variationes der darunter fehenden
des
Balſe feldft zeigen: J |
Hiervon ift fehon oben zu Ende desgten Capitele etwas gedacht worden wel⸗
ches anhero zu wiederhohſen. | N an
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$. 40. Endlich wurde oben die andere Clafle unferer Manieren
mit der Imitation beſchloſſen, welche von befagten Manieren darinnen
unterfchieden, daß fie nicht wie jene, von unfeen eigenen Einfällen des
pendiret, fondern aus der vorgefchriebenen Compoktion ſelbſt muß ger
nommen werden. Alſo heiſſet bier eine Imitation, wenn dee Accom-
pagnift eine angefangene Clauful oder Invention des Componiften an fol
chen Orthen fuchet nachzumachen, wo fie der Componift nicht felbft
angebracht. Weil man num folchergeftalt dem Sänger oder Inkru-
mentiften niemahls mit diefer Claufül darff in Weg Fonmmen, fo offt er
fie ſelbſt hören Taffet, auch andern theils zu vermufhen, daß der Com-
ponift Diejenigen Dertber, wo fich feine angefangene Imitation hingeſchi⸗
cket, felbft werde damit ausgefüllet, und folgbar dem Accompagniften
wenig Platz zum imiciren übrig gelaffen haben : fo erhellet hieraus,
dag dieſe Manier, auf dem Clavier die allerarınfeeligfte im Gebrauch
fey. (m) Weil aber doch feltene Cafüs vorkommen koͤnnen, daß hier
und dar in der Confpofition, (fonderlich in Cantaten und Arien ohne In-
ftrumente) ein Plaͤtzgen uͤbrig blieben, da ein gefchicfter Accompagnift
Die im General-Bafl, oder in der concertirenden Stimme angegebene
Clauful mehrmahl wiederhohlen Eönte, als der Componifte ſelbſt gethan :
fo mag folgendes Erempel allfier zu einiger Erlauterung dienen, wor;
innen noch dieſes befonders anzumercken Daß die rechte Hand die con-
certirende Stimme gern ſuchet in zen und Sten zubegleiten, und gleichs
ſam ein concertirendeg Duerto mit ihr zu machen. Welche Arth der
Imitation ſonderlich in cantablen Sachen wohl ausfallet, und deſto Teich:
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(m) Eih anders iſt es, wenn man Anfängern zu ihren Exercitio und Schärfe
fung des Judieii mit Fleiß nur den General-Basf zu ‘einer, vorhero in verfchies
denen Stimmen wohl ausgearbeiteten Piege vorleget, und ihn felbft fuchen
läffet, wo die im General-Bafl hier und dar vorſcheinende befondere Clauful
wieder In denen oberen Stimmen möge angebracht werden. Welches gute
Exercitium durch die gantze Matihefonifche Organiſten-⸗Probe mit Fleiß ausge⸗
fuͤhret worden,
—
3 (570) &
fer zu bewerckſtelligen iſt, weil man in Cammer⸗ und Theatral hfchen
Sachen den Saͤnger aus der gewöhnlich daruͤber gefchriebenen Stim⸗
me genau obferviren, Ihm ausweichen, und wiederum nachgeben
fan.
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$. au So viel hat man hier vor gut befunden, vom manierli⸗
chen General-Basf zufihreiben. Nun ware es allerdings nuͤtlich, und
nörhig, Die Application aller bißherigen Manieren in gantzen General-
Baſſen zu zeigen, auch wohl Die concertirende Stimme Dazu zu fegen,
Damit man einen Anfanger gleichf um mir dem Zinger darauff weifen
Fonne, wo diefe oder jene Manier gefchickt, oder ungefchickt ausfalle:
allein jediweder Mulic - Berfländiger fiehet leicht, DaB zu dergleichen
weitläufftigen Erempeln (m) nicht ein eingeln Capitel wie hier, ſon⸗
dern ein gantzes Buch gehoͤret. Nun folten wir freylich zu Erfegung
dieſes Mangels wenigſtens andere Autores recommendiren, welche der;
gleichen Materie ex profeflo ausgefuͤhret: ich weiß aber zur Zeit keinen
eingigen Autorem, der fich hierinne viel Mühe gegeben, und zu dem
Exercitio eines manterlichen General-Bafleg geſchickter ſey, als die nur
—— Organiſten⸗Probe des Herrn Capellmeiſter Mattheſon. Es hat
iß Buch ſeine groſſen Meriten einen Anfaͤnger, der vorhero die Funda-
menta des General-Bafleg wohl inne hat, auf allerhand Arch Sattel⸗fe⸗
fie zu machen, und ihm 1) die Schwührigfeiten aller Modorum Mufi-
corum, 2) eine fertige Fauft, und 3) allerhand Galanterie des
(0) Es ift mir ohne diß Leid, daß die Exempel des vorigen Eapitels im Druck
fo viel Pag eingenommen, cb wohl befagtes ganse Eapitel zum nöthigen
Exercitio eine? Anfängers ein gar nüglihes Werckgen ift, welches wegen
der einmahl angefangenen Methode nicht wohl hat mögen kuͤrtzer g:faffet
3 werden. Indeß müffen wir ung vor weitläufftigen Exempeln hinfuͤhro
deſto mehr hüten, da diefes Buch wieder Verhoffen allbereit unform'
zuwachſen fcheiner,
a 3 (53) ©
Baffesbeyzubringen. (0) Und bin ich (meiner Seit? ohneeitlen Ruhm)
Der Meynung, Daß wer gedachte Organiſten⸗Probe diefem Tradtar andie
Seite ſetzet, er weder in Theoria, noch Praxi des General-Bafleg, den drit⸗
fen Autorem nöthig habe. Weswegen ich mehr befagte Organiſten⸗Probe
allhier ſtatt einer Erweiterung dieſes Capitels recommendirg,
und hiermit die * un Diefeg Werckes
efchließe.
(0) Ich argumentir? hier & potiori. Einige harmonifche Säße und Bänge aber
wird der Here Autor felbft verantworten, darüber ich mich hier nicht in
Streit einfaffen Fan. Vielleicht bey anderer Gelegenheit ein mehrere, wenn
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N * Dein
3 (05)
Abtheilungt
Von
Der vollymmenen Wiſenſchaft
GENERAL-BASSES
| * ö ‚Da S1.Capi f el. |
Theatraliſchen Refolutionbs
der Diſſonantien. J
Iß hieher iſt vor Anfänger geſchrieben worden :Nunmehro aber
ia haben wir mit denenjenigen zu thun, welche allbereitdiegehorig
A bezifferte General - Bafle ohne groſſes Befinnen accompagniren,
7 md ich hierinnen mit Wahrheit einiger Perfedtion rihmen
koͤnnen. Denn ohne dieſes Præſuppolitum werden folgende Capitel einen
en fehwer zu verſtehen, noch ſchwehrer aber zu pradici-
. 2. Gleichwie nun die General-Bäfle in Kirchen⸗Sachen, Sonaten,
und ſonſt ben allen Gelegenheiten, wo gar Feine Vocal- und Inftrumental-
Stimme zugleich ber dem baſſe ſtehet, jederzeit mit gehörigen Signaturen
follen (a) und pflegen bezeichnet zu aa iſt es Dingegen nie
| SEnoR.: 2%; dem
(a) Man müfte ſich denn auf die Kunfl und das Gehör einss erfahenen Accompagni-
Nen rechtſchaffen zu verlaffen wiſſen. Wiewohl es — ſchwer, und
ontravagant geſetzten Sachen nicht allzeit ſo gar richtig — DL
BB (5) NT
den Cammer⸗ und Theatralifchen Stylo gang anders befchaffen. Den
Dawerden ung Arien, Cantaten, Opern, Initrumental-Solo, Duett &c. Vorges
feget,daall’ordinaire über dem Bafle Feine Ziffern zu finden ſeyn, fondern
man ſelbige aus der partitur, ja meift aus einer eingeln dariiber geſchrie⸗
benen Stimme extempore heraus fuchen, und dag übrige nach der Kunſt
und dem Gehoͤre gleichſam errathen muß. Don dergleichen unbeziffers
ten. General-Bäffen iſt Hier die Rede. Weswegen wir nunmehro der Thea-
eralifchen Compofition näher treten, und einen Lehrbegierigen deroſelben
befondere Sage und Gange vorhero erflähren muͤſſen ehe wir mit Nug
zur wuͤrcklichen Praxi des Theatralifchen Accompagnementeg ſchreiten.
§. 3. Es iſt nichts gemeinerg, als daß man denStylum Theatralern
blamiret, er obſervire Feine Regeln, und verfahre man mit denen Diſſonan-
tien und derſelben ſchoͤnen refolutionibus nicht fundamental. Wir wollen
aber allhier foicher Leute Unwiſſenheit deutlich zeigen, und beweifen, daß
diefer Stylus gar fundamentale, und zugleich weit Fünftlichere und ſchoͤnere
Refolutiones Con-& Diffonantiarum habe, als der regulirteffe antique ſtylus
ſelbſt. Und weil dieſes eine Materie tft, welche heut zu Tage bey denen
meiften,ja auch fo gar (welches zu verwundern) ben ſonſt beruͤhmten Com-
poniſten und groſſen Contrapunctiſten (*) annoch inter terras incognitas,
oder unter die unbekandten Laͤnder gehoͤret, da doch gleichwohl die Funda-
menta des gantzen Theatraliſchen Seyli, darauff beruhen: ſo hoffe, es werde
manchenein Gefalle geſchehen, wenn wir dieſe fo nuͤtzliche Materie (dar⸗
innen man keinen Vorgaͤnger weiß) allhier gruͤndlich zu unterſuchen,
ums bemuͤhen. N | |
6.4. Die Alten haben und mitdem Stylo gravi, oder fo genandten
Alla breve Die erften Regeln einer legalen Refolution der Diffonantiei erfun⸗
Der, welches aller dings was ſchoͤnes, und fundamentales ift. Allein gleich:
wie in allen Kuͤnſten die Inventa der Alten nach und nach raffiniret, veraͤn⸗
dert und vermehret worden: alſo iſt es auch mit gedachten Reſolutionibus
des Styligravisergangen. Man wurde gleichſam uͤberdruͤßig, Die Diſſo-
nantien immer nach einer Leyer vorher zu binden, und nachgehends "ar
| der
*) Solten ſie auch noch ſo viel maͤchtigen Potentaten gedienet haben.
8 (87)
der meiften Arch) per gradum unter fich zu refolviren, welches bey unſern
Zeiten eine Sache iſt, die man noch wohl einen Fleinen mulicaliſchen a.b.c.
Schuͤtzen ohne groſſes Kopffbrechen beybringen Fan. Dahero fienge
man endlich an, den Stylum zu verändern, die muficalifchen Saͤtze mit
mehrer Freyheit zu ver£ehren, und infonderheit die ligaruras & refolutio-
nes diffonantiarum nach Anleitung der Natur welche inallen Kuͤnſten die
befte Lehrmeiſterin iſt) aufallerhand Arch theild zu variren, theilg vor
und nach der refolution die Stimmen zu werwechfeln, wie wir unten weit
laͤufftige Exempel feben werden. Dergleichen Verwechſelung der
Stimmen, oder Verwechſelung der Harmonie (nach der bekandten Arth
zu reden) iſt num ſonderlich nach Erfindung des Theatraliſchen Styli auf
das höchfle und gleichfam adexceflum getrieben worden, weil immer eis
ner Dem andern es in folchen Neuigkeiten, und vermeinten Libertzten
zuvor thun wollen, ohne zu wife, warum? oder aus was Fundament
ſolches gefihehen konne? |
$.5. Wollen wir nun den Stylum Theatralem ing reine Bringen,
das Solide Behalten, und dag ungegründete verwerffen, fo muͤſſen wir
auf das wahre Fundament gehen, und dor allen andern principiis zu einer
Haupt⸗Regel fegen: Daß ordentlicher Weise Fein, in Diflonan-
tien beftehender Theatralifcher Satz oder Gang vor richtig
Be fönne, wo nicht zugleicheine legale Refolution der
iffonanz dar auff erfolget, es gefchehenun ſolches vor. oder. nach der
Verwechſelung der Harmonie, in der obern⸗mittlern⸗-oder unterſten
Stimme Haͤlt der Satz diefe Brobe, fo iſt er fundamental: wo nicht,
foifter allerdings verdächtig, und ohne groſſe raifon nicht zu approbiren,
Damit wir nun fehen mögen, wie unzehlige ſchoͤne und Finftliche Vers
wechfelung der Harmonie unfer Theatraliſcher Stylus habe, die alle theilg
befagte Brobe halten, theils auf andere dergleichen fichere principia ges
gruͤndet ſeyn, fo wollen wir allhier folgende Puncte nach Der Reibe durchs
geben, und zeigenz | Gi, |
) WiejedwedeDiffonanz vor ihrer Refolution Fünne, und möge va-
riret WERDEN. |
| 1 ——— Ereg 2 2) Wie
86588) 8
2) Wie man mit guten Grunde in eine Diſſonan⸗ ſpringen, Be
dieſe, wieder die Regel der Alten, gar wohl mitten im Sprunge
ſtehen koͤnne.
3) Wie man die Harmonie vor der Refölution der Die ficher
verwechfeln möge.
4) Wiedergleichen Berwechfelungbey der Reſolution ſelbſt geſchehe.
5) Von der Antieipation des Tranſitus im Bafle.
6) Von der retardation und Anticipation der obern Stimmen.
Von der reſolution der Diſſonantien bey Verwechſelung der muf-
califchen Generum,
8) — einigen dunckeln, und zweiffelhafften Cafibus in heutiger
raxı
. 6. Wir fangen von dem erſten Puncte an, und fehen, auf was
Arth jedivede Diffonanz vor ihrer refolution mit guten Grunde möge va-
riree werden. Und zwar erfilich von przparirten, oder gebundenen Diflo-
nantien zu reden, fo muß dergleichen Variation ordentlicher Wei (b) als
fo eingerichtet werden, daß die fundamental-Noten der vorhergehenden
Bindung und daraufferfolgenden refolution niemahls weg bleiben, fons
dern nur zwiſchen dieſen beyden, etliche Noten zur Variation eingefchoben
werden. Wir wollen folches mit wenigen Exempeln der vornehmſten
Diffonantien a und von der 2de den — g a
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() 3 fage ordentlicher Weiſe, Denn unten werden wir auch —
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Wer wolte — daß in — Exempeln die 2de nicht Kegel mäßig
relolvire, weil die refolueion nicht unmittelbahr auf die gebundene No-
re folget? Es ſeynd die dazwiſchen vorfallenden Noten nur eine Varia-
tion, Die auch ſo gar (wie zu erſehen) im Accompagnement nicht atten-
diref wird. Alſo har die refoluion der ade uͤberaͤll ihre Nichtigkeit,
welches man am beiten aug denen fundamental Noten dieſer Exempel
erkennen welche alſo ausfehen: —
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6.7. Mit * gta ligata oder vorher gelegenen ate hat es BR
Bewandniß. Man ſehe folgende Exempel an:
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— Se —
— ur You N ———
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— rn ö— — — — — Dat mente ag un eng
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33 la)
Die Variation dieſer ate beſtehet wiederum in einigen, zwiſchen die
Bindung und refolution eingeſchobnen Noten, jedoch mit dieſen Unter⸗
ſcheid, dag indem legten Erempeldie Variation ſchon bey dem Auffheben
des Tactes, und alfo mit der zubindenden Diffonanz ihren Anfang genom⸗
men, welches zu thun frey ſtehet. Das Regelmaͤßige Tractament der ate
aber erhellet nicht allein aus denen uͤber dem baſſe ſtehenden — — ſon⸗
dern auch aus denen fundamental-Noten der Variation, wie aus folgen⸗
ne zu Erfpahrung dest Plages, übereinander gefegten Stimmen ers
ee
s 3. Dies. min, hat gleiches di, ihre Bindung md —
zu variren. Das letzte unter folgenden Exempeln aber zeiget wiederum,
daß die Variation allbereit en der zubindenden Diflonanz * Anfang
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—— — — ——
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(ce) Wird man auf diefe Arth gewiſſe gedruckte 5. minores examiniren, fo wird
fidy die refolution ſchon finden, ſo weit Die Saͤtze richtig ſeynd. Denn dog
die 55. nicht alyeit prapariret werden dürffe, «fo wenig ale Die 7ima, 4ta li-
gata &c,) ſolches laffer ſich wohl fagen : allein die refolution deſagter p&.
muß chen R wenig auſſen bleiben, als Die reſolutiones anderer Diffonantign,
— 3
8 (503) a
—
9. Die zme iſt ſehr 2 an — Variationibus. Man
ſehe folende Exempel an, wovon dag letzte wiederum die Variation bet)
der zubindenden Note anfüngef :
zen ran, ED BEE, en
— — — —
—————
PO PIE
5! = Si See
u eg ® = nn BE Eure TR WARE
Ze S:
= = See
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bs a aa a ne A es a En rn ee un =
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= —
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3 (3594) &
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— IE FEN |
— — Eee)
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Die legalitaͤt dieſer Exempel erhellet ang ihren fundamental-Noten:
3 (595.) 6
2 GIER en * Spe
— — JE: * —
7 6 7 6
ER — — — *
— nn na me) nn nd GEBEN, muy CE un un mau
er
— . er
an —ãæ— ſ
—
— — —
— — —— ———
Bere]; ee — Sa nn
Folgendes Exempel weiſet verfchiedene, öfters vorkommende Varia-
tiones der 7. auff. Man muß fich aber nicht irren laffen, daß diefe 7men
durchgehends, ſtatt der gehoͤrigen abwerts ſteigenden refolution, aus⸗
drucklich per gradum fiber ſich zu refolviren ſcheinen. Denn folcheg iff
nur als eine bloſſe Bewegung der Stimme anzufehen, weil ſie uͤber⸗
all wieder in die vorige Ditfonanz zuruͤck treten, und nachmahls Die ges
horigen refolutiones dennoch erfolgen:
shi 3
CHIAIO FETTE VERRTTE RENT I
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* Letzlich wollen wir die Variation der 9. mit ſolgenden Exem⸗
peln A laͤut ern;
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De TE u ar RE
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Die fundamental - Noten zeigen abermahls die richtigen refolutiones
Der 9.
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—* ver ._.
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;= — =
$. 1. Mit denen Eu Diffonantien gehet es eben fo zur.
Man variret die eintreffende Diffonanz biß zu erfolgter refolution, fü hat
‚man legaliter verfahren, Und Beiden folgende 4. Exempel zur Er⸗
— genug ſeyn⸗
| ER ei bean, : — ů
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— —2— — —
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$. 12. Weil dag Recitativ einen wichtigen Theil de Theatralifihen
Styli ausmachet, und die Kuͤnſteleyen uͤber die Variation, und Verwech⸗
ſelung der Har monie nirgends BIER vorkommen, als eben im Re-
citativ: ſo wollen wir ſelbiges jederzeit, fo viel nötkig, beyher führen.
Und mögen bier folgende 2. Exempel den Anfang machen zu zeigen,
daß man hierinnen auf gleiche Arth, wie bey denen bißherigen Exem⸗
peln mit der Vari: ation Der Diſſonantien zu verfahren Pflege. Nur daß
ierzu ordentlicher Weiſe Feine Paffaggien, ſondern Die abgetheilten ge;
wohnlichen recitirenden Noten gebrauchet werden. z. E.
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83. ( 600) &
q. 13. Weil wir nun genug legale Exempel geſehen, fo möchte man
vielleicht Verlangen tragen, auch einige illegale oder falſche Exempel zu
ſehen, um dag ſchwartze gegen das weiſſe zu halten? Dabey denn die Fra⸗
ge entſtuͤnde, ob wohl ein Componiſt hier innen leichte fehlen, und muſicali-
ſche Saͤtze ohne reſolution gleichſam wieder die Noatur machen koͤnne, wer
nichts von denen wahren Fundamentis weiß? Ich antworte, daß diejeni⸗
en, welche fonft in ftylo Theatrali geuͤbet ſeynd und vielgute Sage durch
ange Praxin (ohne die Theorie einzuſehen) erlernet, nicht leichte hierinnen
groſſe Haupt⸗Fehler begehen werden, weil es der erlangte muficalifehe Ha-
bieus gleichſam nicht zuläffet, öfters Dinge wider die Natur zu ſetzen,
ob man gleich ſelbſt die wahre raifon nicht penerriret, warum einem diefer
oder jenerillegale Sag zuwieder fiheinet? daß man aber dennoch ohne Die
gruͤndliche Theorie ſich nicht allzeit vor folchen Fehlern Hirten koͤnne, auch
junge Componiften hierinnen deſto mehr fehlen, weil fie roch wenige Praxin
haben, ſolches Eonte man aus überhaufften muficalifchen Sachenerweifen,
wofern es hier zu unſern propos dienete. Wirbegnügenung alfo Damit,
dergleichen zu vermeidende Fehler durch folgende illegale Exempel zu er⸗
laͤutern:
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In denen erſten beyden — haben die ste minores gar feine
- refolution, ob gleich die Stimmen allenthalben fehr natürlich einher ges
hen. In dem zten und sten Erempeln fehler denen 7men wieder die gehös
tige reſolution. In dem zten Ereinpelrefolvir et Died. nicht, und in dem
letzten Exempel fehlet der zde ein gleiches, weil dag in tranfıcu geſchwind
pafirende H. vor Feinerefolution des vorher gebundenen C, Fan angenoms
men werden, such fogar im Accompagnement nicht artendiref wird. Alle
diefe Erempel nun koͤnnen weder durch Derfehrung der Stimmen,
file ſonſt auff einige Weiſe delendiret werden, alſo ſeynd und bleiben ſie
§. 14. Wir kommen nunmehro auff den andern punct, und ſehen,
wie man mit Such Grunde —— ſpringen, auch dieſe Mn:
399 ie
3 (602) &
die Regelder Alten gar wohlmitten im Sprungeftehen koͤnne? Erſtlich
fraget fich hier, auff was vor Arth man in Diffonantien fpringen moͤge?
Antwort: Daß man in Diejenigen Diffonantien ohne Bedenden foringen
koͤnne, welche ohnediß nicht jederzeit muͤſſen prepariret ſeyn, oder vorhero
liegen, (wie wir oben in dem zten Capitel der erſten Abtheilung geſehen)
ſolches iſt auſſer Zweiffel, und brauchet Feiner weiter Linterfuchung,
weil es bekandte Gaͤnge, die ſo wohl im Theatraliſchen, als modernen Kir⸗
chen⸗Stylo durchgehends recipiret ſeynd (d. 3.
——
EL RE DR ER
(4) Indeß iſt nicht zu laͤugnen, Daß der 8tylus gravis nach ſeiner wahren Accurateffe
dergleichen Freyheiten haſſet, und allzeit feine Diffonantien przparirct haben
will. Alſo möchte man menigftens aus Curiofitat nach der Urſache frageır,
warum alle andere ſtyli von dDiefen fundament abgegangen ? Meiner Meynung
nach muß doch inder Natur einige railon vorhanden feyn, ohne welche Die praxis
ſchwerlich davon abgangen, und ohne Grund akeichfam etwas unnatürlicyes in
der Muficeingeführet haben wuͤrde. Ich habe deswegen mit Fleiß in einigen
Autoribusnachgefuchet, finde aber vondiefkr Materie weiter nichts, als überall
dergleichen Freyheits⸗Exempel nebſt der ftummenraifon: fic volo,fic jubeo, daß
di.fe Diffonantien nicht allezeit prepariret'werden müffen, Weil mir aber fol
&es bey Ausarbeitung diefes Kapitels Feine Satisfadtion giebt, fo will ich hiervon
meine eigene Gedancken tanquam luſum ingenii eröffnen, und jedmeden die
Freyheit laffen, ober fie por mahr annehmen, oder beſſere raifon davon an Tag
zu geben weiß, welches mir fonderlich Heb ſeyn fol, So lange nun dieſes nicht
geſchiehet, ſo lange will ich glauben, daß alle dergleichen ung?bundene oder uns
preparirtg Diflonantien nichts anders ſeynd, als lauter Anticipationes —
as
—
—
=
—
2 (63) &
Ess — — Ei:
—— — =
Das berftchet fi ch alſo: Es iſt f wohl im — gravi, als i in andern fAylis — zuge⸗
laſſen, daß die 2. 456. 7. &c. in einem abwerts ſteigenden Tranſitu frey durchge⸗
hen koͤnne, ohne vorhero gelegen zu haben, weiches nicht allein bekandter maßen
in geſchwinden, fondern auch in lang famen Noten ftatt hat, » E.
= — — — EEE
SiFö ze — —
F Fer — * ——
es: SE
dam = Lea 1
=F-
u ar
ran σ = 4 2
Ggsg 2
23 (604) &
6. 15. Aufjerdiefen Saͤtzen aber pfleget man auch auf andere, zum
Theil unbekandtere Arthen in Diſſonantien au einge, m Fundament
= ei⸗
— ——
Bee ET,
er e en DB ne ag AOL
= FEB EEE Trug Sen STE Amen m En ——
ein rn ann mm Ammann meinen Immun roman !! ! BBLECTQ
—
russ Ten ! t
— — — — —— —— —
Gleichwie man nun den antiqven’ftylum, und das Tradtament feiner Diffonan-
tien in vielen andern Stücken raffiniret, alfo hat man auch Diefes nicht unna!uͤr⸗
lid) befunden, wenn man die mittlere per tranfitum durchpaflirende Note mit
Hin: :glaffııng der erſten fundamental-Note fü gleich anſchlage, und alſo den
tranſitum per ell lipfin anticipire. Auff diefe Arth nun wuͤrden obige Exempel
alſo ausfehen, tie | lg: in praxi igebrauchet toerden:
RISSE
— BER F —
3 ( — % J
eigentlich darauff beruhet, Daß man einer andern Stimme gleichfasn in
das Handwerck falle, und entweder in ihre ſchon præparirte Diffonanz, oder
in ihren abwerts gehenden Tranſitum einen Sprung thue. (e) Die Sa⸗
ehe iſt von Feiner Schwührigfeit, und moͤgen folgende Exempel erftiich
zeigen, auff was Arth man in die pr æparirte Diſſonan⸗ einer andern Sr
me fpringen konne: —
= Spa Szsereee —
R — —— — =
| eg Es: Er PS
Bey denen 2. teten — findet man zwar den Basf etwas verändert, um
den ohng fehr entitandenen Urſprung der nicht vorherliegenden 7. min. deficien-
tis zueigen. Manmag aber dieſen Urfprung difputiren oder nicht, fo machet
es in unferet hypothefi Peine Contradiction von Wichtigkeit.
— Wolche beyde Oalus man war a Arth auch vor eine egermmechfelung
der Flarmonie ai möchte, wolte es aber Jieber vor eine — der
89993 _ ar⸗
of (66 ) &
dd rd 2;
B= — =
——— ——
Fersen
ae —
= SERIE
Aarmonie auſchen, weil die einr Stimme der andern ihre Diffonanz oder Har-
monie mit Gewalt megnimmet, und raubet, welches nicht taufchen oder vers
wechſeln heiffet. Gleich unten aber werden wir Die BEE der Har-
monie beffer Eennen lernen.
8 (607) &
FEB
— spe —
SEE => = TR Sr — — SS > Wlan An Alb mm Im
So wohl die Signaturen tiber dem Baüe, als die hier folgende funda-
mental-Noten der obernS Stimmen zeigen den Orth deutlich, wo man je⸗
desmahl aus einer Stimme indie Diffonanz der andern ——
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$..16. In den abwerts gehenden Trankitume einer —— Stimme
en es moͤgen die fundamental-Norendiefes Trankitus ein langſa⸗
mes, oder geſchwindes Tempo haben. Es iſt aber natürlich dag man
ben diefer Arth niemahls afeich mit der erfien Note in die Diffonanz ſprin—
gen konne, (wie oben bey denen un⸗præparirten Diffonancien gefcheben,) weit
man nothwendig vorhero den tranſitum der andern Stimme erwarten
muß. Folgende Exempel erlaͤutern die Sache bey einem a ge:
henden Tranktu:
| $. 17. Die
Fig — 8
Lo ae ===,
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Seen TEENS Sale ren rn An mn nen pn V
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—
—
—— A ee mm» ee ' — — rn se — —
. 17. Die —— Noten dieſer Exempel erſiehet man aus
denen neben einander ſtehenden Ziffern 87. und 6.95. Alſo gehen wir
weiter, umd betrachten i in- folgenden Ereimpel, wie eine. Stimme der an⸗
dern auch in ihren aus gefchiwinden Noten beftehenden zranfitum zu prime
gen — Dabey bemercket a AN, daß a
3 (60) &
im Sprunge ſtehende geſchwind paflirende Diffonantien i im Accompagne-
ment nicht artendiref werden, weil t ders
gleichen, gefchwinder eranficus ſelbſt im Accompagnement nicht attendiret
wird, wie wir oben im sten Capitel der erſten —— gefeben.
—
urn ® re BE ir — a0: zen — = et hie ar
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Sen re en, (N) mann Femme
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vn Er rn mu u ne
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——— — — — mn mia α
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Fol⸗
8 ( 6 ) &
Solgende fundamental-Noten zeigen, wo man jedesmahl in den Tran-
ſitum der andern Stimme gefallen, (t) und erſiehet man hierans den
Urſprung und die raiſon, warum bey dergleichen Paflaggien bie wraligr
2 Noten in ſaltu diffoniren Fonnen. a
BZ A En
CF) Ein gewiffer Autor, welcher fonft alle Fundamenta Mufices aus dem tieffſten
Ziehe Brunnen zu erfchöpffen vermeynet, und vor lauter Accuratefle von ſedwe⸗
„den Muficalifhen Bombus ein halb Schock Divifiones, und.fub-& fub- fub-Divis
fiones machet, hat gleichwohl die Fundamenta des Theatraliſchen Styli nicht eine
gefchen, wenn er les Berlin falſch Arne
als)
Be
— Er —— u
a Hätteder gute M ann gewuſt, was Variatio tranfitus, und die Verwechſelung
der Harmonie vor Dinge feynd, ſo würde er anders raifonniret-haben, Denn
ſo wenig. als die fandamental-Nosen von befagten Saͤtzen zutadelnfeynd:
— — —.
eff ⏑ — — — —
—-f- — — r E —
eben ſo wenig ſeynd obige Saͤtze ſelbſt zu tadeln. Es iſt aber dieſes ein aber⸗
—— rag daß die — des Theatraliſchen Styli nach wenig ber
andt ſeynd.
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8 ( 613 ) & |
4. 13. Es giebet noch eine Arth Sprüngeder geſchwinden Noten,
nehmlich in ſolche Diffonantien, die bloß von der Bewegung einer andern
Stimme herruͤhren, und folgbar a eben fo. wenig als
die = attendiret werden. 3. E.
ag
= 42 an
BE
⸗ Sn 2 ⸗5 Es
a nn m — na ee
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als * —— | RER = k
Eis
Hbbh3 rl Hier⸗
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—— —
3 — *
Be
N = — —
= se nee > 7 ——
— — ze ——
er ee
Hierinnen findet ſich Fein natürlicher Tranſitus, worein die eine
Stimmehättefpringen koͤnnen, wohl aber fiehet man uͤberall die bloſſe
Bewegung der einen Grad ausweichenden, und in vorigen Ton wieder
zuruͤck tretenden Stimme.
$. 19. Nachdem wir nun allerhand Arthen der Spruͤnge in Die
fonantien gefehen, fo muͤſſen wir auch unterfuchen, mit wag vor Grunde
eine Diffonanz mittenim Sprunge flehen koͤnne? Diefes ſchlechte Wun,
der aber. beſtehet kuͤrtzlich darinne, daß wenn man auff oben beſchriebene
Arthen in eine zur Reſolution geneigte Diffonanz gefprungen, fo ſpringet
man unmittelbahr wieder zuruͤck, und läffet derfelbigen Stimme, wel;
eher man in die Graͤntzen gefallen, ihre refolution felbft zu Ende bringen,
Das heiffet: Dierefolution der Diffonanz gehet nichts deſtoweniger in der
Harmonie des Accordes vor ſich, und der Accompagnift muß ſie nicht auſſen
laſſen, ob ſie gleich von der concertirenden Stimme nicht kb anagdeden
wird. Die Erempelerläutern die Sache: .
— = je —
— Ber: = Es =:
= — jez aa
tere
Pe
| | Wer
——
re
er =
un rn as ER m un A a Rn zn me:
een] nl ei Fr -B TEE
BEER — ———
Size =
= — — DE SE |
— Ser —— —
Wer wolte nun ſagen, — alle dieſe Diſſonantien Feine reſolution hat:
ten/ weil fie mitten im Sprunge ſtehen? Die hier folgenden fundamenral-
Noren, welche man zur Abkuͤrtzung nur uͤber den Bals geſetzet, zeigen, daß
Die reſolutiones nirgends vergeſſen worden, man haite nur Edi obige con-
certirende Stimme Rn
dr = En ha
Stehen
—— — — Arsen a
== | en * S A E I ve Et i
6 5
. 20. Un⸗
Bm)
ae RN Y 4
—
En
3
—
$. 20. Unten bey dem zten puncte werden wir Cafııs fehen, da der
diffonirende Basſ bey Dem Accorde I} sleichfals gar offt mitten im
Springe ſtehet. Auſſer diefen kan man noch andere Caſus infonderheit
Aber auch dieſen Caſum formiren, daß die Stimme ihre Diffonanz ſelbſt
rcfolvire, und dennoch befagte Diffonanz mitten im Sprunge zu fliehen
komme. Solches gefchieher nehmlich durch eine bloffe Variation der
Stimme, wenn man auff bißherige Arth in eine Diffonanz einen Sprung.
- £hut, von dar man wieder weg meine andere Stimme, und von hier wie:
der zuviichin die gehörige Refolution der vorigen Stimme ſpringet, wie
aus folgenden Erempelngar leicht zu erſehen, ohne daß wir noͤthig baten,
Die fundamental-Noten zueigen: 66 |
6
5
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σ Ku > rn ru een, rn, —— "EEE | mn EN
EEE nn en nen = au mas Tann A nt nn J—
—— — — Ko
—
Sa Daß man im Recitativ eben alſo mit denen ſpringenden DIE .
ſonantien verfahre, wie bißher überhaupt. vom Theatralifchen Stylo gelels
vet worden, ſolches wollen wie kuͤrtzlich mit folgenden Erempel erläutern,
worinnen die vornehinſten — zu finden: (8)
Bent ein —
Ds men —— mem Wr SB un BETIReR Sa RER
— — — — — — = RE Sa
* — — —û — — —— — ⸗ u nn rn Le — hf
— ——— en EEE an mn en m TEN aan mm — 5
— ———— — — —— X0 O——— RETTET —— —
() In dieſen und kuͤnfftigen Een muͤſſen wir nothwendig BA, auff unfee
Vor haben, als auff in guſtoſes Auskuͤnſteln Des Resitativig ſehen.
u &
— — J
Ze
ei a 5
= se Re —
er ne
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wu m ges erg Tue
—— — —
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—
Jiii 2 =?
wc * 8
at EEE dieſes Erempels,n woraus man n das —
dei der alt ai, ae ergeninen mag — al⸗
vo au — Ei
N Er
im; —
—
u Aue an +3 ! erdhs ER — 4
E * Br x | O1. 55 * SE
— m
——D- I
6,22, Nun
3 (0a)
$. 22. Nun moͤchte man wohlauch einige vitioſe Exempel der biß⸗
herigen ſpringenden Diſſonantien — und dieſes moͤgen folgende we
BES
= a1: — on * Se
BIS EEFEFEIESEESPER
2 + 1 sr je —
en = nn RT == Bin Gr, Fran u en mu MO
— F 1 a F
BB. EN
7 — u m un Ah 2 Wannen ann.
2 EZ PP m
—— —
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wech 2 us) PN run ar gg E [0 1 >
pur RE ce IR En i FREE, * — en en el
Semi war = > » nn 7 oe EEE con = —. — ——
= mer 7 nme Prrazme u c ———— — —
63 ( 622
on.
ren I
hu
—
Beyallen dieſen Exempeln laͤſſet ſich keine reſolution der Diſſonan-
tien blicken, weder in der obern/ mittlern noch unterſten Stimme. Man
findet auch ſonſt keine raiſon zu ihrer defenfion, alſo ſeynd fie abſolut falfch,
und zu verwerffen. | | nt
$. 23, Wir kommen nunmehro zur Abhandlung des ztenpundeg,
und hier finden wir etwag mehrzuthun. Ehe wir aber fragen, wie man
die Harmonie vor der refolution der Diffonanz verwechfeln konne, fo muͤſſen
wir erſt wiſſen, was denn eigentlich eine Dermwechfelung der Harmonie
heifje? Antwort: daß durch das Wort, Harmonie, inſgemein diejenigen
Tone oder Claves verſtanden werden, woraus — Accord zu⸗
ſammen geſetzet wird, ſolches iſt bekandt, z. E. = Dieſem nach heiß
9
ſet nun liher haupt, oder in ſenlu generali eine Berwechſelung der Harmonie
nichts anders, als eine Verbehrung/ oder Verwechſelung eben dieſer Cla-
vium (h), ſo, daß einige herunter und andere hinauff geruͤcket Ba
| | e
ch) In denen befandten Contrapundten alPottava, alla Decima , und Duodecinng
werden gange Themata, hier aber nur eingelng Claves und Accorde verwechſelt,
welches Den Unterſcheid ausmachet. —
| 3 (63) 8 u
fie mögen uͤbrigens in der Ordnung gerathen, wie fie wollen z. €.
14k] fe») rd | ‘
j Eis Lader‘ wi fo fort. Weil aber die Muficalifche Harmonie dar
rl A |
durch wenig geaͤndert wird, wenn man nur die obeen Stimmen unter
fich feldft verwechfelt, der Basl hingegen, oder die Bafıs des Accordeg vor
wie nach bleibet (i): ſo nennet man in fenfu fpeciali, oder in feinen eigent⸗
lichen Berftande nur dagienige eine reelle Berwechfelung der Harmonie,
wenn der Bafl-Clavis oder Die Bafisfeldft mit einer von ihren radical-Stim>
‚men (k) verwechfelt und vertauſchet wird, als wodurch ein gant neuer
Accord, und eine nette Harmonie entſtehet, welche deswegen mit Recht eine
Verwechſelung der vorigen Harmonie heiſſen Fan, weil ſie eben die vori⸗
gen Claves in verwechſelter Ordnung wiederhohlet. Setzet man
nun dem Haupt⸗Accorde, ohne EIN zu REN fo gleich feinen vers
30 AH ar fha)ı
werhfelten Accord an die Seite z. E. 3° I 9 und refolviret alsdenn dies
% | kB gi]
fen letztern exrft, nach der Natur feiner Diffonanz, fo heiffet egeine geſche⸗
hene Verwechſelung dev Harmonie vor erfolgter refolution,
$. 24. Nun fraget fich, wie vielerley iſt die Verwechſelung der
Harmonie , und wie erfindet man dergleichen Dermwechfelungen? Hier⸗
auff mit Unterſcheid zu antworten, fo müffen wir die Berwechfelung dee
Harmonie entweder als vollffinmig, oder als 2 ſtimmig betrachten. Wols
fen wir nun ordentlich gehen, und den. Grund und Urfprung aller in *
G) Denn ſo lange die Bafıs oder das fundament der Harmonie einerley bleibet, ſo fat
ge fennd es eigentlich zu reden, Die vorigen Accorde und die vorige Harmonie, die
| . obern Stimmen mögen unter fich wechſeln, wie fie wollen, Dee
7 &) Diefefeynd oben p- 558. beſchrieben worden,
68 6624) 8
Natur moͤglichen Verwechſelungen der Harmonie zeigen, ſo muͤſſen wir
vonder vollſtimmigen Verwechſelung den Anfang machen, aus welcher
wir nachgehends die taͤglich vorkommende 2 ſtimmige Verwechſelungen
gruͤndlich demonſtriren formen, —
$. 25. Wir ſetzen hier zum Fundament einer vollſtimmigen Ver:
wechfelung der. Harmonie dieſen Lehr⸗Satz voraus: daß fü viel radical-
Stimmender Basf, oder Die Bafıs eines jedweden vollffimmigen Accordeg
tiber fich dat, fo viel reelle Verwechſelungen der Harmonie laͤſſet felbiger
Accordzu. 3.&.dieBafesdegordinairen Aceordeg, und des Hten Accor- .
des haben befandter maffen nur 2. radical-Stimmen über fich, nehmlich
ienerdiezeundste, diefer die ze und Gte, alfo Fünnen fie auch nur 2. reelle
Berwechfelungen der Harmonie zulaffen. Hier aber ben unſern Diffo-
nantien zu bleiben, fo hat die Baſs einer 2de ordentlich 3. radical-Stimmen
tiber ſich, nehmlich die 2.4.1nd 6. Die Bafıs einer ste min. har gleichfals
3. radical-Stimmen,dies.sg.und6. Die Bafıs einer gr. deficient. hat wie:
derumz.radical-Stinmen, die 3.55. und sr.def. alfo hat jediveder von die:
fen Accorden drey, und nicht mehr reelle Berwechfelungen der Harmonie,
nehmlich aufffolche Arch, dag man jedesmahl eine andere radical-Stim:
memit dem Bafl-Clave verwerhfele, i. — hinauff, und jene herunter
ſetze. Alſo hat nun der 2den Accord SE etgende 3. reelle Berwechſe⸗
| et DS En
ni: RL as
kungen der Harmonie; J 4.3 — (der Accord der ste RUM, . .
*
DC
L
E
. J fb1 fg} fe)
\ hat felgende 3 BerweihfefungendsrHormonicn. 32 g2 v
| Mia [9
Der
— (635) 8
Dee Accord der 7. defAhat folgende 3. Verwechſelungen:
BEN Tray |
I. } est 2.3 3 ) Eu Auff diefe Arth gehet es mit der Verwechſe⸗
Bl haled ii
lung aller. andern Con- und diffonirenden Accorde (1), welche fo fange
‚gut, und fundamental ſeynd, al fie nach der Verwechſelung die vorigen
Claves (m) behalten, und ihre Diffonantien richtig refolviren ‚wie eben
ietzt angeführte Accorde allhier zur Erlaͤuterung dienen mögen:
urn men, — — u a ”- en Te n : —.
— — ee
———— ET Ye
I Dir Haupt Diez. Verwechſelungen deſſelben. De
wa * ae — ——
Aco——
| 6 .
44 6 7 4
2 ug 4 5 | 3
————— * > man Bun -
— —— — ⏑ — — en —
= I — ⸗ ana 2 ee
— — | — * *— she * Zu) — gu
(I) Aus deraleihen Verwechfelungen nun lefen gufe Pradtici die tuͤchtigſten zum
Gebrarch aus. Die nbrigen, welche fih nach dee Bermechfelung auff Feine
Arth handthieren, und refolviren laffen, werden verworffen. Hieraus fichet
man, daß zu dergleichen Kuͤnſten viel praxis und Judicium gehoͤret. Denn ein
geubter Componift Fan vielleicht den Gebrauch, und refolution folcher verwech⸗
felten Saͤtze finden, Die ein anderer bor unmoͤglich gehalten. Daher kommen
bey unſerer heutigen praxi ſo viel frembde Süße, davon die Alten nichts gewuſt
(m) Entweder alle zuſammen, tie von rechtswegen ſeyn fol, Oder doch die meiften
und principalefiendayon, wie wir hin, und wieder ausordentliche Erempel ana
merchen werden. | | Ä
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F Die 3. Verwechſelungen. Der Haupt⸗ Diez. Ber
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— ⏑ —
G. 26. So leichte nun, als man nach dieſen principis mit der volls
ſtimmigen Verwechſelung der Harmonie (n) Fan umſpringen lernen:
fo viel mehr attention braucher hingegen eine 2 fiimmige Berwechfelung
(0), Denn weil bey dieſer, aus dem gangen vollffimmigen ug nur
EN 2 Stim:
(mM) Dergleichen Künfte auch der heutige Kirchen » Stylus in feiner gebuͤhrenden
Maße nicht entrathen Fan. | a |
(0) Diefesift zwar eine etwas meitläufftige aber auch fehr wichtige Materie, die
ein groſſes Stuck des Cameral-und Theatralifchen Styli ausmachet, allwo man
continuirlich zweyſtimmige Zeilen vor fich fichet. Des befondern Recitativ-
Seyli nicht zu vergeffen, ala die 2 ftimmigen Verwechſelungen der Harmonie
am meiſten regieren, —
m (67) &%
2 — und in der Verwechſelung angegeben werden, die uͤbri⸗
gen Stimmen aber gleichſam unſichtbar bleiben, und — — als in
denen Haͤnden des Accompagnitten zum Vorſchein kommen ſo entſtehen
dahero aller hand zweiffelhaffte Cafus, welche 2 Stimmen Der Componift
. eigentlich bey der Verwechſelung des Accordeg angeben, oder welche er
auſſen laſſen koͤnne, ohne denen fundamentis, und der refolution einer vers
wechfelten Harmonie tort zu thun? Hierinnen nun ficher zu gehen, und
zugleich die notabelſten * einer 2 ſtimmigten fundamentalen Verwech⸗
ſelung der Harmonie zu entdecken fothun wir am beſten wir ſetzen allhier
einen vollſtimmigen Accordmitfeinen2. oder 3. fachen Verwechſelungen
des Baſles zum Grunde, und ſehen wie viel beſondere Gaͤnge oder Soruͤn⸗
— der Kunſt CH moͤchten erfunden werden.
27. Es ſoll uns hier der obige vollſtimmige Accord der ky.mia;
dehic, zur Probe dienen über deſſen 3. fachen Verwechſelungen des daſſes
Die radical· Stimme ẽ(welche wir hier zur Coneert-Stimme annehmen
wollen) ohngefehr — Säge aus der vollen Harmonie al ſuchen
moͤchte:
— Sam
Summe 2
una
Erſte —ã— des kaes
VRR ak ee Be 7 En
* Be. Mk *
auf a ne € ————— mn ar un RER „„, ERBE ———————
* —— —— — —— —— —⸗— — an En nn ED cr mp a nt E
4 Ri
Be a — u,
"= zum: u s ar A Du zn ABER
, m}
Kae
REER: 2 R — Y In
— 9
I Ih nenne diefesartem combinatoriam, ein ander nenne «8, wie es ihm gefalt.
#3 (628) *
—
— — ” X —— — — X ee -wu——s
. B- -O '@) I. | 9- SEEN UN
Andiefen Beherefliiheh (die man moturedto und contrario itiche
unnuͤtzer Weife vermehren wilD finden fich fo wohl Teere, als harmonife
Saͤtze. Es ſtecken aber auch zugleich die fundamental-Noten von allen Ca-
ſibus darinnen, welche bey der 2 ſtimmigen Verwechſelung der Harmonie
indem Satze * vorkommen konnen. Und zwar finden wir allda:
D Den Cafum, da dieſe 2. diffonirende Claves vor ea —* |
tig gegeneinander verwechfeltwerden, mehrmlich? xXet
2) Zwey Calus, da nur Die Balıs, Gi, in der Berk behal⸗
ten,
8069) 8 i
Mi ten, daß f. aber gegen eine eu der Bafeos ausge⸗
N RR RZ EIST N sy
0 aueh RR
3) Zwey Caſus da nur die Concert-Stimme f. inder Verwechſelung
behalten, die baſis aber * en aus⸗
— d
gemußhritzni K hu
4) Zwey Calus,da wederdie Concert-Stimmef. noch die Balıs, Gis,
inder Bermwechfelung behalten, fondern beyde gegen die 2.radi-
cal-Stimmen der Bafeos ausgetaufihet werden, nebmlich
fyvdaasfxhı.
i | lei und iR as Ä
5) Zwey Calis da nur der Bash, oder dieBafis ihren Clavem gegen eine
ihrerradical-Stimmenverwechfelt, die Ener Seile AigE
ihren ” ir behält, und eichtigrefolviret, nehmlich — = $
Et, | R
— Drey — da beyde Stimmen in 8ven zuſammen fallen: nem⸗
ee ee
Bu Gis Hꝰ Gis d? Gi
28. Gfleichwie nun diefe 6. Arrhen, oder ſechſerley Cafüs einer
aftimmigen Berwerhfelungder Harmonie, natürlicher Weife bey denen
2 kimmigen Derwechfelungen aller übrigen Diffonantien vorkommen
muͤſſen davon jedweder nach Gefallen die Probe machen fan): alſo wol;
len wir ſelbige nach Dev Reihe auff verfchiedene andere Diffonantien appli-
airen, und jediwede Arth der Derwechfelung mit befonders varirten
Erempeln erläutern. Ich fage, mit varirten Erempeln, weil im praxi
die zſtimmigen Verwechſelungen der Harmonie entweder felten in ibren
. -fimpeln fundamental-Noren vorgetragen werden, oder doch folchenfalg fü
klahr umd deutlich ſeyn, daß eg Feiner Erempel zu ihrer Erläuterung
brauchet; Dahingegen eben Dirgleichen ſtets differente Variationes Die
—
a 6630)
Verwechſelung der Harmonie öffters verſtecken, und dunckel machen.
Denn ſo viel es ſo zureden, Componiſten giebet/ ſo vielerley Varlationes und
Einfaͤlle giebet es hieruͤber.
9. 29. Wir fangen alſo an von oben gemeldter erſten Arth einer
2ſtimmigen Verwechſelung der Harmonie, allwo die 2 diffonirende Claves
vor derrefolution richtig gegen einander verwechfelt wurden. Verfah—⸗
ven wir nun alfo mit denen 2. Clavibus eitter ade fü, daß wir inder Ver;
wechfelung den Baf-Clavem hinauff, und hingegen die Concere- Stimme
herunter ſetzen, ſo entſtehet der Accord der zme,z.€.7 2 X im X
Diefe 2, Exempel möchten in ihrer Variation alfo verfecet: werden:
en — gs
——
— a verwechfele man bey dem 2den — die
4 maj. mit der Bali, daraus denn der Accord der zte min. entſtehet. 3.E.
(EX — ie Di Variation diefer Erempel möchte alſo
ausfallen:
— J — * 30. —
—
Pi, Cr) 2
— ———
zur a — ne Teen Braza Tere van Te
Aus denen Be Noten — 4. Exempel dieſes $. erhellet
die richtige geſhehene Vernechſelung der Harmonie vor erfolgter reſo⸗
lation:
I —— — ——— —“ —E —— — — —M — —— Dr 2 ER
| Z —
EEE,
— F — mm mn) ma. URL TE HERE ar Bags, FE m en mamma
=g- yo Fe —— —— — — —
— RT Er LTR
er — —————
| — Wenn man die >, Claves ‚einer ste ı min. richtig gegen
——— verwechfele, fo entſtehet der. Accord einer 4, ma). 3 E.
— Re Rus mol) — me dur& 2.3 — —
po
Der
83 >
= Fee ne = — —
— —R Ps PRBF Er
==F- — er |
nn FREE an em un
TURRzD mn rm ET
6 j
aa > een om 2 Üben deze mn mmmmanen ne mann
ww -B — — nn me
— ſM — a — — ———
Verwechſelt man die2. einer 7 ein felche Arth, ſo ent⸗
18 —
ſtehet der Aceord einer 2de3.E. r x: — * a #
ws — —
nie
— ee a
Pr —* u en
Be
rem ara BEER TREHTEHET Sen» In] Braten mern)
———— ag Run u)
Ram ven ung Ua na
en u re I ren, CET FREE re, PET > A ————
ee)
ST ET TE
Van ern en nn un zn a BER TT)
ER ARTE FE BERE ECHTE EL TE N ET
Die fundamental-Noren der 4. Exempel diefes $. zeigen Die eihtige
Be vor ——
—
— —— +
== n z = F ER —
en Fe RE DT RT SEHR einen)
—— En m ER Es Ey
———— pe —* Kaserne Ko el) Yan IE een, 1 Pen RE)
Ad en — —— | A — PEN BEE ES De a
IE —2 = = m —n — —
$. 3ı. Die andere 5 einer 2 ſlimmigen verwechſelten Harmo-
nie war oben dieſe, da nur die Baſis in der r Verwechſelung behalten, Die
‚Concert-Stimme aber gegen eine radieal-Stimme der Baleos ausgetau⸗
fihet wurde. Verfahren wir nun alſo mit denen 2 Clavibus einer 2de, ſo
entſtehet nach dem Linterfiheide der — Stimmen entweder eine Ste
min. oder 3.min. z. E. EX MNder (R 29) Viel gebraͤuchlicher aber
verſahret man alſo mit der 4. maj. des 2den Accordes, Worauf nach dem
eitt Unter⸗
—— bA-
3 6634) 8
Unterſcheid der radical-Stirmen entweder eine 7me. oder ze. entſtehet. z. €.
ER JRVElKN. Man ſehe folgende Variationesan,
en BES — ED — — — ——
Tg ren —
ge ; eisen
er, EEE UT Te ——
7 pn —
!σ!! _ Winsen, Baunmmunı
Gran Sn Ve mn a nn ren TE az
2777 -8- = on
En doppelten Noten beyder Erempel im Bafe zeigen an, daß man
entweder die obern oder untern Noten pro Baſi annehmen kan, weil eg die
beyden radical-Stimmen des vorhergegangenen Accordeg feynd: jedoch
fälletin beſagten beyden Erempeln der diffonirende Basf (nehmlich in dem
erſten die zte min. und in dem andern die 7me) viel harmoniofer aus. Und
muß man uͤberhaupt als eine Regel annehmen, daß es allzeit viel rn
Mher
30535) 4
licher und harmoniöfer laute, wen die 2 ſtimmige Harmonie einer Diſſo-
nanz wieder in eine diffonirende Harmonie verkehret oder verwechſelt wird:
weil ed eigentlich Feine wahre Verwechſelung der vorigen Harmonie zu
ſeyn fiheinet, wenn Die Diffonantien in Confonantien verfehret, und aus
einer 2 ſtimmigen difonirenden Harmonie eine 2 ſtimmige confonirende
Harmonie gemacht wird. Dielundamental-Noren aber der De SAP
pel — die Richtigkeit der Ge ;
— is
F Mit der zte min. nach der Ads Arth einer veripechfete
J monie zu verfahren, fd entſtehet nach dem Unterſcheide der radical-
Stimmen entweder eine ze. oder 6te. Weil nun beydes Conſonantien
ſeynd, die, nur oben gedachter maſſen, bey der 2 ſtimmigen Verwechſe⸗
lung diffonirender Saͤtze nicht recommendabel , fo ſuchet man die in
dergleichen Accorden ſteckende Diffonantien in der Variation, mit
anzugeben, Br wie folgende varirte Exempel die Sache erläutern;
XL. > —
— J— Ver⸗
Sefdjicpr folhes nicht aljeit in praxi, und man finder ja in 2 ſtimmigen Sa
chen dergleichen rare Exempel, fü muß weniaftens. der Accompagnift nicht vergefa
fen, Die in dergleich n verw: <chfelten Accord :n ftecfende Diffonantien jederzeit mit
| hören zu laffen, wenn fie auch nicht über denen Noten bezeichnet ſuͤnden, wie wir
unten im 3 en Capitel weitlaͤufftiger anmercfen werden,
8 —J — &
fr,
*
Er
— —
an — um ud. * ——
— —— Saal J-- Eat mei |
—— —
— a — _ —7— — — —
Verkehren wir aber * nach der andern Arth einer verwechſelten
Harmonie, fd entſtehet nach dem Unterſcheid der radical-Stimmen ent⸗
weder eine ate oder 6te. z X MAXI Hier fehen wiraber,
Daß die erffe Berwechfelung nicht ride ‚weil Die entflandene Ate
hier nicht alg Bafıs ftehen, und nicht refolviret werden Fan. Die andere
Verwechſelung iſt zwar pradticabel, weil fie aber confonirend, fo ſuchet man
auch hier die im Accord ſteckende Diſſonanz der Ste min. in der Variation
mit anzugeben:
Aus
— ——
— —— — — — — —
— ment anne aan
Aus denen der 4. — dieſes erhellet die
— —
| — — — * ——— — —
Be * —— — * — -4
| |
ET N RR RT ee
VO je BE SU RER DT ER az gm a er on
6,33. End»
5 Kia)
. 33. Endlich mit der N. dehc. nach derandern Arth einer verwech⸗
felten Harmonie zu verfahren, ſo entſtehet nach demlinterfipeid der radical-
Stimmen entweder 4..maj.’oder'6. maj. 3. E. —
Dieſe letztere Verwechſelung der 6te iſt conſonirend, alſo giebet man wie⸗
derum gern die in dieſen Accord ſteckende Diffonanz der ze min. in der.Va-
riation mit an, wie folgendes erſte Exempel gusweiſet. Die obige erſte
Verwechſelung aber in dieg.maj. hat in praxi die Freyheit/ daß fie Die, bey
der Derfehrung des Accordeg zugleich entflandene 3. min. entweder zur
gleich mit angeben mag, wiedasfolgende andere Exempel anzeiget: oder
fiefan farrbeffenden San (3 anſchlagen wie aus dem legten Exempel
zu erſehen, weil ſolchenfals die bey dem erſten Satze geweſene 81, defic. in
der Berwechfelung gleichſam ihre relolution befsinmer, und ausdemb. in
DAS a.refolviref: (q) 0. Hug
ac” Diefes iſt ein aufferordentlieh:r Cafus, wovon Wir in der vorhergehenden re:
margve (m) gedacht haben, Denn bier heiſſet der Haupt⸗ ——
a a | : —*
alſo folte die reine Verwechſelung in die 4. maj.aljolauten: 4 es wird
"aber ſtatt des obern Clavis b. mit «nl
| |
e
es\
5
Fit ——
raiſon der neue Clavis a. genommen
(69) &
ana = Saas.”
— *
8 ⸗ |
Ta — ⸗ ® 2 27} ER
N 5} E —— z& Sa . — = >
— * nd ei s en Hd —-
— * Di — 11
— —
Aus denen —— Noten diefer Ex empel ſ ehet man das Ver⸗
fahren der vor der ——— Harmonie:
ae | —
= "6 — ———
en — — — ae“ J
— — ee
6. 34. Die zte F einer 2 —— Vearwechſlung der Har-
monie war. diefe, Da nur die Concert-Stiume in der Verwechſelung bes
halten, die Bafıs aber gegen eine ihrer radical- Stimmen ausgetaufchet
wurde. Verfahren wir nun alſo mit denen Clavibusder 2de; fo entftehet
daraus nach dem Linterfcheid der radical- Stimmen entweder eine 38,
oder xte, 3. ES X Feder] X Dieſe Verwechſelungen ſeynd
beyde —“ alſo ſuchet: * offt gedachter maßen die Variation dar⸗
nach einzurichten;
- Viel
SE
IEFE — ann =f2 |
—
a
_ 3: rn urn
(ERITREA men Bann am Ann
— = U am m une umEn == Erz BT nn an u
SE-- RS u mul zul en — —— ————
— — Sana mu | nen DL —— — — —— —
DE Een En Dr ma (BER - — ———— Amen urn nn —
On
——— — — us 2 wu lm ww En une mar TEE as ee
Viel sfteefo kommet bey — 2den — dergleichen Verwechſe⸗
lung der 4. ma]. vor, daraus denn entweder eine ze, oder 6te entfiehet z. E.
de e L oder — . Es ſeynd wiederum 2. conſonirende
cis
Verwechſelungen ’ atfo konte die Variation ohngefehr alſo eingerichtet
werden: | Die
—— ——— —
= age = — Ef —— —
(ITT®
CR DE
== —
Kon
“ X * —
— a m a mn FREE A rer)
— — — — —
* 35. Wenn die 3. — 4 ma m einem Accord beyſammen
fichen, fo. Fan nach der 3ten Arth einer verwechfelten Harmonie guch 87.
defic. entſtehen. 3E RR — wollen folgende 2. Varia-
ones dieſes u | * ae
Rum nun Si
re ea — —— — tern
N
2 RL
= we der —— — di * — ee ——
und des nachfolgenden verwechſelte: TA cordes richtig überein, nehnlich
— —— In abe ling Die osungbiklung umb
M
d. dis —
einen Clovem: g:: a % Bier f cher m man, daß die obern Stinmen
mi E’xFis
entiveder beyde D. oder beyde dis ſolten De welches gleich viel waͤre,
dieſer Verwechſelung ihre Accuratefle zu geben. Allein rei in denen
Ober⸗Stimmen ded Haupt⸗Accordes dig beyden Claves IE Fuͤber eins
ander
uw
ED: u |
anderifichen, gleich orauff aber ĩ in den verperhfeltäWedorde ſan dis —
uͤber einander zu finden: ſo kan man diefe, (ob wohl in ———
welche nichts zur Sache thut) unmittelbahr auff einander folgende Sige
in es Er eben alſo auſchen wie die betandten ugelaſſnen— 2 Sie:
do = =
” 3 f wenig ad Gänge zu Abeln wenig
es auch) Die obige andere Variation zu fas
Ä dein, went umindi— Sache getau überles
— — — man inbefagter Variation nicht ohne gängfiche railon
von der accuraten Verwechſelung des Haupt⸗ Accordes abgangen, (
N Die ga. * obigen beyden Variationum a fon fol⸗
gen ce:
m
[+ es EB, Verfahren wir mit * ste min. 8 der sten Arth —
J——— Harmonie, ſo entſtehet nach dem ——— si: radical-
Stimmen entweder eine 2de sder 6te 3. €... X Etoderff x
Die letzte Beriwechfelung, iſt confonirend, alſo ſuchet man die im Accord
ſteckende Diffonanz in der Variation mit anzubringen. Die fundamental-
Noten von Bien Exempeln ſeynd leicht zu fuden
= * RE — Mm m m Be. 62 Ders
> & 5 Caus — 2 * di obige remarque
® (644 ) —
>
=
Zarn © EN
Br 5 — *
— 46
4
* EL
——
—
6. 37. Verfahren wir auff gleiche Arth mit = 7. min. ne die -
3. ma). bi fich führer, fo entfiebernach dem Unterſcheid der radical-Stim-
men entweder eine 4. maj. oder 6te 3. €. Je Be
Bey der letzten confönirenden Bereifung —— man in der Va-
riation wie oſte erinnert worden·
= — — — =: —
—
u ; 0 yo WERTTT 75 ——
3 (65) 8
— defic. lautet die Prmehlanyeik: Pia hJeder gichs
2 ER se > =
un =
ent! vu nn
— — UM ER
A
— — es
— —— —
een =. 2 EEE eu > am a denn *
Die fundamental-Noten von allen Exempeln dieſes $ zeigen von der
eg Verwechſelun gen, und darauff erfolgten reſolution:
= —
— F a 4. — Re
—— — die See
$. 38. Wir kommen zu der obigen aten Ar th einer verkehrten —
monie, da weder Die Concert-Stimme, noch die baſis in der Verwechſelung
behalten, fondern beyde gegen 2. radical-Stimmen der Bafeos ausgetaus
ſchet wurden. Bey diefer Arth der Derwechfelung werden wir ſehen,
da uͤberal die2 ſtimmig difonirende Säge, in lauter 2 ſtimmig Pen.
m 3 ren
3 (16) &
wende Säge verwandelt werden. Folgbar erinnern wie uͤberbaupt vor
aus, daß gen dergleichen confonirenden Verwechſelungen die im Accord
ſteckende gern in der Variation mit angegeben wer⸗
den. Verfahren wir nun mit der zdenach der aten Arth einer verwech⸗
ſelten Harmonie, ſo entſtehet nach dem Unterfiheid ns radical-Stinmen
entiveder eine ze. oder 6te.3.E. ——
—5 — | ' !
ut PER EN Va —
— >- 4, —— —
a er — u ec — — —— —
F— — — L ; —
ER: = — u ———
a n
EIE AIR bite — P-
==
4
2
== lan han Ban Aal BEER nen = u CE un nn
!! Saransene Musi. Venen, ασ Fremen. una Tandem Sram — anna. San nee
— — —— —
ER En ser mr: FOREN RIESE armen mn
S ur age zen; Peg m rien re
. EN rn CHE sea ten pam Te mm; ven
— — — — —— —— — — 1
— — u ==. ET, ren [AR Te ARTE unsre nn: ——————— —————
— —
——— — Tr BET HET RER. mn Tage hg 7 Tan
⸗
Die 4. maj. aber auff dieſe Arth zu verwechſeln, ſo entſtehet nach dem
Umterſcheid der radical- Stimmen entweder eine gta perfecta, oder eine
ste} € GRIMG ae Der erfie Satz iſt nicht brauchbahr,
weit
3 (647) & | |
weil die gte Bier keine Bafın abgeben, und nichtrefolviret werdenfam Die
— aber des le Satzes Me er gerathen:
er „—— Ay nn ar aa u mens vg — EEE TER,
— —
EZ,
u —— — — — — — Fran rn RE —
TER) BEP IB TE wu & mn U - Bas a ame u nn Br En
— TEE En :
— Ten re mn nenn a =
—
— —
— ug x nn —J— |
— 2 rn
— = 5 Te
r Js 7
23 (683) &
$. 39. Verfahren wir mit der ste min.nach der aten Arth einer
vermwechfelten Harmonie, fo entſtehet nach dem Unterſcheid der radical-
Stimmen wieder eine ata perlecta oder eine ste 3. €. Ken Boll f Nder
—— molx ) Jene iſt aus oben angefuͤhrter raifon nicht practicabel,
dieſe aber möchte guff Arth variret werden, wie das folgende erſte
Exempel zeiget. Verwechſeln wir aber nach der aten Arch eine mit
der 3. ma]. verknuͤpffte min. fo entſtehet entweder eine ze oder 6te z. E.
( RC Man ſehe folgendes ve - zte Exem⸗
pel am:
am men == =
—
RS
E37 — — — |
— —
— Er =
Die
(0) a
nenne
Be. u»
— ννσ πσ gu anna Imman Yan mu FED Benannt ER Fahne
— —— LEE DEN ENTE LIEBE SE nur een Teen une)
a a nn m De RE REEN EEEET ALERT)
EEE EEEEEETN EINERTERETE N EEE ID RE NEE N ee
me. 4 007 RE) EEE I ET ER DET EIER en an]
Die RN en —— ſeynd ee :
= =. —— zu ne
$. 40. Dieb1.defic, auff dieſe Arch vermechfelt, hat vonder ordi-
aairen 7me weiter feinen Unterſcheid, als daß die Variationes wegen der
| m Accord zugleich mit begriffenen Sb. merdwürdiger. ausfallen.
—J ruf, xXat. Man fehe folgende Variationes nebſt ihren
bey gefuͤgten ae an:
Po]
E LS Wp —) 20 ee
som di. vamammer: - —
1 ? 4
un TER
5 — — At
= * 6.ai. Die
I
8 sh ei FE
ur * if. u! Mr Di en —3
— er — J
N > . “ Qi es h *
ee ee
SE- FE HF = ,
ri
—
!( a mem Be
Ann ua rm REN
ERBE See GEEDT ED FERN RT a m ee ie m
RESTE use mn Bm nn BR, an, mn mm —
6. 41. Dieste Archeiner verwechfelten Harmonie war oben diefe,
da nur die Baſis ihren Clavem gegen eine ihrer -radical- Stimmen austau⸗
ſchete, die ConcertStimme aber ihren Clavem wiederhohlete, und richtig
‚refolvirete. Weil nun dergleichen Caſus in der täglichen praxi meiſten⸗
theils befandt ſeynd, und nicht die geringſte Schwuͤhrigkeit haben, ſo
brauchet es hier Feiner befondern Ausführung, und Fan a Erem⸗
pelzur — genug Han (5); Ze
| do | N “a
& EHER E BB ==: — =
2. jr BER = — — *
— Indeß erſi het man aus dieſen Exempeln den ——— und die raifon folder
Saͤtze, warum eine Diffonanz in die andere Fan verwandelt foerd.n, ehe die er⸗
ftere refolvir:t, nehmlich weil es nichts. anders, als folche vor der refolution her⸗
gehende Verwechſelungen des Basſ Clavis mit einer sadieal-Stimme font.
—
$ 22. Die Ste Arth einer verwechfelten Harmonie war oben Dies
jemige,da beyde Stimmen in Sven zuſammen fiehblen, Weil aber dieſe
Hrthinz ſtimmigen Sachen von gar Feiner Confideration iſt, und allzu:
leer ausräller: ſo laſſen wirfte auch hier fahren, und begnuͤgen ung, nün⸗
mehro die wahren Fundamenta (t) aller in der Nattır möglichen Vers
wechfelungen der Harmoniegeleget zu haben. Denen angehenden Com-
poniften aber die Erfindung der bißher tradtirten Verwechſelungen der
Harmonie leichte zu machen, und Die Quelle zu entdecken, woraus geſchick⸗
te pradtici täglich neufcheinende DVerwerhfelungen, oder vielmehr neue
Variationes derfelben berhohlen: fo fan man Aueh nicht beſſer, als zu fol⸗
— eigenen Exercitio rathen. 2
0 $. 43. Man nehme ſich nach Gefallen einen diffonirenden Accord
vor, deſſen Verwechſelung Der Harmonie in praxi brauchbar und geſchickt
(u) ausfaͤllet. z. E. mag es hier der Accord der 4. maj. tiber dem Basf-Cla-
ve C. ſeyn. er weiß man aus oben gegebener Regel, daß dieſer Accord
N mail 2 3. vor
© Noch I, man alle in und nö juerfindende mußealifije we.
wenchiren, und auff die Probelegen kan.
a) Gleich wie wir hierzu bißhero Die Accorde der 4. ma]. der Stemin. der 7, min, und
‚deficient, allerdings am beqpehmſten, und in praxi am gebrauchlichften ges
” fünden hab n. Ein mehrers nachzuſuchen, muͤſſen wir biß auff andere Geles
„ „genheit ver pahren, oenn uns niemand — zuvor kommen Br ——
— a
addere fasile efl,
3 (5) 8
3. vor der refolution hergehendereelle Verwechſelungen der Harmonie ha⸗
ben kan, nehmlich:
— 4 —
2 5 2 2 3 |
— — — — ——
en N EI ee
Hat nun ein Componiftnurfovielgeleenet, daß er gut 2 ſtimmig zu
fegen weiß, fo nehme er eine nach der andern von dieſen 3. Berwechfeluns
genvor, und fuche bald eine darüber gehörige Concere-Stimme alleine,
bald den Baß alleine, bald beyde zugleich, nach feinen eigenen Einfaͤllen
auff allerhand Arch zu variren. So lange er nun jederzeit bey Denen
fundamental-Noten des Baſſes bleiber, und nur beyden Stimmen einen gu⸗
ten Bang giebet, fo an er ficher ſeyn, daß alle Variationes, nebft denen dar⸗
inne von ohngefehr vorfallenden Berwechfelungen der Harmonie, funda-
mental ſeyn muͤſſen, er ſchlage gleich den verwechſelten Sag mit einer Con-
fonanz oder Diflonanz deg Accordes an. Schläger er felbigen jamiteiner
Confonanz art, fo erinnert er fich Der. oben gemachten Anmerkung, daß die
in dergleichen verwechfelten Accorden ſteckende Diffonantien gern (i. e. meis
ſtentheils, nicht allezeit) in der Variation mit angegeben werden, weiter
braucht esfeiner Kuͤnſte. Hiervon nun eine Brobezumachen, fo wollen
wir allhier die obige erſte Verwechſelung der Harmonie nur in furgen
Noten des Baſſes (x) zum Grunde fegen, und daruͤber erfilich die Con-
cert-Stirmme alleine variren, da fich denn unter unzehligen Variationibus
auch folgende mit angeben möchten: | Ä
Wol⸗
e
0) Es verſtehet ſich, daß man fo wohl mit langern, als Fürgern Noten ſolcher vers
wechfelten Sage eben alfo verfahren kan. |
a; (65 ) *
— — — U} an wa
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Wollen wir. endlich den Bast, und die Soncert⸗ Stimme, beyde zur
‚gleich variren, fo konte es auf folgende. Arthen geſchehen, * wir zu
‚mehrer Erlaͤuterung die Baff-Noten verlängert haben: *
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Wie wir 9— aim hier mit der Ber reellen ing des
Aceordeg SL gemachet, fo machet man es auch mitdenenandern bey⸗
den Bermwechfelungen diefeg Accordes; ja eben alſo verfährer man auch
mit andern diſſonirenden Accorden, wer ſich in dieſer Materie, exerciren
will.
Wir gehen nunmehro weiter, und zeigen unſerer vorge⸗
— —— nach, daß im Recitativ eben dergleichen Verwechſe⸗
fungen der Harmonie, wie bißhero weitläufftig gezeiget worden, flatt ha⸗
ben. Ja ſie werden in diefen Stylo viel haufiger, und fo zu reden, wohls
feilern Kauffes angebracht, weil man allhier Fein fo groſſes Cantabile, und
ſtetig . Connexion zweyer harmonidfen Stimmen nöthig hat.
folgenden Exempel ſeynd die bißher tractirten vornehmſten, und im
Reeitativ gebräuchlichften Calüsbeyfamme zufinden: |
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“$ 45. Wir haben allhler annoch Dem im Recitativ ſehr offt ge⸗
braͤuchlichen Satz mit zunehmen, deſſen beſondere Verwechſe⸗
lung der Harmonie (wie wir es hier in ſenſu latiori alffo nennen wollen) dar⸗
inne beſtehet, daß wenn die Ober⸗Stimmen ſchon wuͤrcklich aus dem or⸗
dinairen Accord in den diſſonirenden Sag eingetreten, fo hohlet alsdenn
der Bas‘ noch ver der refolution dieſes Satzes einen Clavem aug denen
Ober⸗Stimmen herunter, und gehet entweder indie ade auffiverts, und
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Oder er geheti in dag Semitonium drunter (welches die me des diffo-
sirenden Accordes ausmachet,) und refolvirst won dar wieder zurück in
denvorigenClavemg. €. -
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$. 46. Nun folten wir der Ordnung nach, auch einige falfche
Exempel der vermechfelten Harmonie angeben. Allein weil dergleichen
falſche Sage ſich meiſtentheils ſchon aus der zugleich auffenbleidenden
- refolution der Diſſonantien verrathen, (dergleichen falſche Exempel wir
ſchon oben gefehen) fo hat man infolchen Fällen nicht Lirfache, erſt weiter
nachzufuchen, wieegum die richtige Derwechfelung der Harmonie ſtehet.
Nichts defioweniger Diefen Unterfcheid genauer zu zeigen, ſo fehe man
folgende Exempel an, allıvo die über denen Bas£-Noten fiehende Signatu-
ren die rechten Verwechſelungen der Harmonie (fo wie ſie bißhero gelehret
worden); Die Unter denen Basf-Noten fiehende Signaturen aber die fal⸗
/ ſchen Verwechſelungen der Harmonie andeuten:
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Examiniret man die obern Signaturen gegeneinander, fü wird uͤber⸗
allder Haupt⸗Accord mit dem darauff folgenden verwechſelten Accorde
einerley Claveshaßen. . Hingegen wird es ſich mit denen unterſten Signa-
turen gantz anders befinden, wie man Hiervon gar leicht die Probe ſelbſt
machen fan. N
$. 47. Bißher haben wir gefehen, wie die Harmonie DOT det FC-
folution der Diſſonanz verwechfelt wird: nunmehro kommen wir zum
atenpundte dieſes Capitels, md fragen, wie dergleichen Verwechſelung
auch bey oder mit der refolution ſelbſt geſchehen konne? dag heiffer :
Wir wollen nunmehro wiflen, mie die refolution einer Diffonanz verwech⸗
ſelt werde, oder wag eigentlich eine Derwechfelung der refolution heiſſe?
Uberhaupt undin ſenſu generali heiffet eine Verwechſelung Der refolution
diefeg, wenn eine Stimme des Accordes (es ſey Die obere, mittelsoder un
terfie Stimme) ihre Diffonanz nicht ſelbſt relölviret, fondern denjenigen
Clavem, worein fie refolviren folte, einer andern Stimme tiberläffet, und
dagegen einen andern Clavem eben dieſes Accordes ergreiffet. Durch
welches Derfahren alfo die reſolution eine andere Stimme geworfen,
und ſolchergeſtalt indener Stimmen vertauſchet oder verwechſelt wird.
3. E. die 770 zu e. heiffet_d. dieſes d. folte nun nachgehends in eben der
Stimmeeinengraduntesfich in dagc. refolviren: wenn man aber diefeg
c. einer andern Stimme uberlaffet, und davor einen andern Clavem aug
eben dieſen Accorde anſchlaͤget, welches hier g. feyn konte, fü heiffet eg eine -
gefchehene Verwechſelung der refolution. Dergleihen Verwechſelung
gehet nun vor, entweder 1) zwilchen denen Ober-Stimmen alleine, wie
hier dag Erempel gegebenworden, oder 2) zwifchen einer obern Stim:
ine, und der Balı deg Accordes. 6.48. Die
3 6663) 8
de. SDR zwifchen denen Ober Stimmen alleine vorgehende
Verwechſelung der refolution iſt zwar von keiner Schwirhrigkeit, und iſt
auch nach unſern obigenFundamentis eigentlich unter die reellen Ver⸗
wechſelungen dev Harmonie zu zehlen, weil die baſis (y) des Accordes mit
der Verwechſelung nichts zů thun hat, ſondern ihren natuͤrlichen Gang
behaͤlt: k verdienet aber hier deswegen weitldufftiger erklaͤhret zu wer
den, weil ſie nicht allein in vielſtimmigen, fondern auch in zwenflimmigen
Sachen gar notable Cafus verurſachet. Erſtlich die vielſtimmigen Sa
chen betreffend, fo ſeynd bey beruͤhmten pradtieis folgende Exempel, und
andere von He we nicht rar * * In
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5 (664) 8
In allen dieſen Exempeln finder fich Die gefehehene Derwechfelung
der refolution nach obiger Beſchreibung, indem Die vorbergelegene Diflo-
nanz nirgends in ihrer eigenen Stimme refolviref, fondern den Clavem,
worein fie natuͤrlich refolviren folte, einer andern Stimme hberläffer,
unddagegen einennenenClavem eben deſſelben Accordes ergreiffet. Die
2 ſtimmigen Sachen aber betreffend, fo Fommen in Cameral- und Thearra-
lifchen Stylo folgende notable Erempel, nebſt unzehlichen Variationibus ih⸗
ser Arth, täglich zum Vorſchein:
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nallendiefen Exempein refolviret die Concert-Stirrme Feine ein:
tige Diflonanz feloft, fondernfie nn überall denlocum eV.
ppp AWwie
(2) Dabero ein Accompagaift die refolutiones folcher Diffonantien niemahe vers
u. muß, ab gleich die Ziffern nicht, ausdruůͤcklich uber dem Baſſe bezeichnet
— —
e3 (666) &
wie aus denen dignatuͤren deg Bafles erhellet, und verwechfelt alfo jederzeit
Den Clavem worinnen flerefolviren folte, mit einen andern Clave eben Die
ſes Accordes. (*)
549. Die zwiſchen einer Ober⸗Stimme, und der Bali vorfallen⸗
de Verwechſelung der Refolution iſt von mehrer Wichtigkeit, und giebet
es in praxi zwey gebraͤuchliche Arthen derſelben. (aa)
1) Die erſte und beſte Arthiſt, wenn beyde Stimmen diejenigen Cla-
ves, worein ſie natuͤrlich reſolviren ſolten, richtig gegen einander
vertauſchen, ſo, daß die Baſis der Obern Stimme ihre reſolution,
und die Ober⸗ Stimme hinwiederum der Bafı ihre Refolution weg⸗
nimmer. 3. e. die 4ta major pfleget natürlicher Weiſe indie 6te zu re-
folviren: ge Statt daß nun hier die Ober Stimmeiindagceund
Die Bafıs in dage refolviret, fo kehret man es umb, und giebet der Bafi
das c. and der Ober Stimme dag e, auff welche Arch der vorige
Accord der 4tamajor mitfeiner verwechſelten refolution alfo erſchei⸗
net: — xt Noch ein Exempel, die ste min. reſolviret natuͤrlich
in bie ge: . Statt daß nun hier die Ober⸗Stimme indas h.
und die Baſis in das greſolviret, fo giebet man wieder umgekehrt der
Baſi das h undder Ober Stimmedagg. mithin die verwechſelte Re-
Tolution der ste min. alfo aus fieher : — 2.60 Die
* Daher fennd alle diefe Exempel lauter Ver wechſelungen derrefolution, und Eeine
retardationes; wovor Fürglich zu meiner Ber munderung ein fonft braver Virtuo-
Se das obige 3te Exempelanfehen wollen, Air werden aber unten fehen, was
eigentlich eine retardation ſey. Ubrigens fichet manaus obigen Exempeln den
mahren Grund der fo genanndten neuen refolutionum, oder Syncopationum ca-
techreſticarum. 301
(aa) per arteın combinatoriam entderfet man zwar mehrere Arthen derfelben, weil
— aber theils gang und gar unbrauchbahr, theils ſonſt unnoͤthige Weitlaͤufftig⸗
keiten berurſachen; ſo koͤnnen wir mit obigen 2. Arthen, und denen dabey hin
und wieder eingeſtreuten Anmerckungen, die Sache viel kuͤrtzer faßen.
| | 8 (667) & " |
2) Die andere Arth iſt, wenn die Bafıs zwar der Ober⸗Stimme ihre
Refolution wegnimmet, diefe aber ſtatt gleicher Revenge einen drit⸗
ten Clavem des vorigen Accordes, in welchen beyde Stimmen nas
tuͤrlich refolviren folten, anfchläget, 3. €. Damit wie zu befferer Er:
läuterung ben Denen obigen Cafıbus bleiben, forefolvirte die 4ta major
natürlich alſo: wo Wenn nun hier die Bafıs£, der oberen Stim⸗
me ihre refolution c. weggnimmet, und Die obere Stimme ſchlaͤget
Dingegen, ſtatt daß ſie wieder der Bafı ihre refolution e. wegnehmen
ſolte, hiervor einenzten Clavem eder radical-Stimme diefeg Accor-
des e. an welche radical-Stimme bier g. ſeyn Fönte, fo ſiehet Die vers
5 wechſelte refolution alſo aus: N : is t Den obigen andern Caſum
betreffend, ſo refolvirte die ste min. natürlich alſo: —5 Nim⸗
met nun bier die Baſis fis der Ober⸗Stimme ihre reſolution h. weg,
und die Ober⸗Stimme ergreiffet hingegen, ſtatt daß ſie der Baſi wie⸗
derum ihre reſolution g. wegnehmen ſolte, hiervor den dritten Cla-
vem oder radical-Stirmme dieſes Accordeg g. welche radical-Stim-
me bier d. feyn konte, fo erfcheinet die verwechſelte refolution alſo.
19
|
6. 50. Bey dieſem 2 Arthen der verwechielten refolution finder man
nun nach unfeen obigen fundamentis das proprium einer eelen Verwechſe⸗
{ung der Harmonie, indem gedachte Berwechfelungen nicht allein zwi⸗
fcheneiner Ober-Stimme u. der Baß vorgehen, fondern auch Die Säge
. Der verwechfelten Refolutionum ſelbſt mit demjenigen Sagen, worein bey⸗
de Stimmen natuͤrlich hätten refolviren follen , jederzeit einerlen Claves
haben und haben muͤſſen. Das heiſſet, es muß ein Sag in dem andern
ſtecken, ſie mogen nun in confonantien oder diſſonantien beſtehen. Gleich⸗
wie aber alle Diffonantien natuͤrlich und nach der Regel der Alten, in Con-
Tonantien xeſolviren: alfo wird man bey dergleichen Verwechſelung der
wi, Pppp 2 Refolu-
® 3 (668) &
Refolusion all’ ordinaire wahrnehmen, daß wo die Bafıs natürlich in einen
Gten⸗Accord, 2.8. in ( ) hätte refolviren follen, fo wird fie hingegen nach
gefhehener legalen Verkehrurg der refolution dem ‚sterogrligen oder
in einerley Clavibus beſtehenden ordinairen Accord auffweiſen & vice
RL 4)
verfa, wo gedachte Baſis natuͤrlich in einem ordinairen Accord 3. e. In 1
hätte refolviren follen , fo wird fie nach geſchehener legalen Berfehrun g
der reſolution, den gleichguͤltigen oten⸗Nccord auffweiſen; wie man
ſo wohl aus obigen, als allen folgenden Exempeluerfehenmag. Und gie⸗
bet es wenige Exempel in contrarium, die wir unten ammercken werden.
$. 55. Mit dieſer vorhergegangenen Theorie einer verwechſelten
Reſolution, wenden wir uns nunmehro adpraxin und zeigen erſtlich wie ber
ſagte Keſolution bey unterſchiedenen Diſſonantien nach obiger erſten Arth
(bb) koͤnne verwechſelt werden. Man ſehe folgende Variationes uͤber den
aceord (N an;
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— — =
(db) Damannehmlic die Che, worinnen beyde Stimmen natuͤrlich zefolvigen
ſolten, richtig gegen einander vertanfchen,
— —
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— * : St ® Fer — — —
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E= te — I Bd = een
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re, > gn
Die fundamental-Noren Diefer verwechſelten Reſolutionum D Diffonan-
darum m ſeynd — |
— — | ———
Der FE a ——
Ohne diefe Verwechſelungen der refolution würden die Diffonantien
natuͤrlich alforefolvirer haben: —
rn —
Dieſe natuͤrlichen relolutiones halte man gegen Die verwechſelten,
ſo wird ſich ſo wohl die Richtigkeit der geſchehenen Verwechſelung beyder
reſolvirenden Clavium, als auch die geſchehene Verwandelung der, bey de⸗
nen natürlichen refölutionibüs entſtehenden — in ihre gleich⸗
guͤltige ordinairen Accorde finden.
Ppppsz ; 9.52.00)
a
“s (670) &
$. 52. Ben Dermwechfelung der refolution def Ste min. und 7. min.
nach der erften Arth gehet es eben alfoher, und mögen folgende Exem⸗
pel zur Erläuterung dienen:
= e — — *
Bu
Be
aa mn Area — 2
— — ner =: > a» we —
a in ten I on samen EEE EN ET ET ER IT
Br re u)
—— BE EEE RE ee ——
LEE ! es
— — — EEE Dann Fin uam
es (on) 8
Er fundamental-Noten 7— rap a alfo aus:
—— —
— = Sie: —— En F
A ur |
— 2er
=: Fuer Pa Fern me mar
Ohne die aefihehene Verwechſelungen der refolution wuͤrden die
Diſſonantien natuͤr * alſo relolviret haben:
+
45)
5
— — — nn un cn 9 # nz Bam u 0. a m BE nn sun BE ER
a —* 4—
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a GA BT ne, G Te En RT ER mn nn nn nn nn a
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—— — ⸗⸗2 „ei By 2075 a
—“ ne ne — - P ——
— wu Pe) »- -Ü > = > — ⸗
r ı -4-
Man halte bier wiederum beyderley fundamental-Noren gegen ei ein
ander, ſo wird fo wohl die Richti gkeit der verwechſelten refolution, als auch
die sichehene Verwandelung der, bey denen natürlichen refolutionibus
entſtehenden ordinairen Accorde, in ihre gleichsuͤltige Gten· Accorde. ſich
zeigen.
$. 3. Fol⸗
u
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u mn rn Cote tag aan ann rm 1 DER am or nn (ER a
Vz Re En be DE — Een ass Barmen ! α U me
a (62) &
$. 53. Solgendezwererke Erempel No.1.mdNo.2, feheinen dem
erſten Anfehen nach, eine irregulaire Berwechfelung der refolucion zu ha—
ben: ſiehet man aber ihre: fündamental-Noten No.3.11d No. Tam inte Die
zme natürlicher Weiſe Hatte follen refolviren, fo finder man Die Richtig⸗
keit der verwechſelten relolution nach allen biß herigen requißtis. Denn die
beyden Stimmen werden in der reſolution miteinander verwechſelt, und
ſtatt derjent gen 6ten-Accorde,worein man natuͤrlich haͤtte refolviren ſol⸗
len, preſentiren ſich nach der Verwechſelung, ihre gleichguͤltigen ordinai-
ren Accorde:
— — ar age ==
— — — — I un Bang E w ann Dune iu ED — Lan Bun
No.3,
— ⸗ e ⸗ ra So Fr un an m nz
— — — * —— un nr ne N ; mm
BIETE U er — ——
|
—— — ii — Are
.n e⸗i “Rn ⸗
$. 54. Wirbetrachten nunmehro in einigen Exempeln, wie ver⸗
ſchiedene Diſſonantien nach der obigen andern Arth (cc) ihre refolution
verwechfefn konnen. Erſtlich den Aceord (F) betreffend, fo fehe man
folgende, dem Reeitativ-Stylo ſonderlich eigene Saͤtze an:
Die
(cc) Da nehmlich Dir Baſis mar der obern Stimme ihre rofolution wegnimmet, ‚die
Dber » Stimme aber ſtatt ‚gleicher revenge inen Dritten Clavem Des vorigen
Accordes, in welchen beyde Stimmen natürlich refolvicen ſolten, anſchlaͤget.
8 (63) &
rer
6
⸗ N 4 RS VASE EEE NET A
— — —
PER EET ER — Fr
Be 5 — met u — — —
nun
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Sms [002 3 —
4
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—— an oo m an — en—— 48—ſ ri no A en un ahnen
— TE nn ER N an Var ng SS ——— — un: ——— ee Zu a En mn A ren m
— EIER Dun — u m Baar ER Pam ran Tas arme ma un u u Dem m un eneu urn —
en nen Re) un EDER ann ww m DEREN — — —— — — | mn nn PRBENDER
(!« 2 = m m ve On rs EEE I ter nme md mn GERT Sram - un ur mu Biken vum mem — unhen ml 77 le 0}
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— wann) — nn 5 nn — — — + Gamma) "mm Tun fg GERE J
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SE --- Er ==) EL u — — ee 23 vom Bari Auf) mc» Bm. (ai Dan par ae Damen Kar UN!
SE -- om In ne da w SAamten ann mn ran men GEBR mann — Jana voor Jana vo Shan — aa
12122] — BE ne vn GEL mm ru va ne un) EBEN) cur mas] usa ED une Dong e ALTES LEER en. Bm ee VORSER pae renl)
rn nz mm ang mn Sf — — mn zer BE u —— Ur cn Gum =Trnd aaa ron Nager DaEEg Parc) men rn nf Nee Ser) anna)
Nr — 56 um Ülllg er — Mamma Ip nos Dam Dans ran nz tn BEE Der 7 Ze
GER TR BEER ET Ben ag WEIT nn TE FED MEET ea
Die erſten beyden Erempel ſolten natuͤrlich alſo refolviren —
da aber ihre reſolutiones in dieſer Figur erſcheinen EXE June XS)
ſo ſiehet man, daß die Baſis zwar der obern Stimme ihre reſolution weg⸗
| aa genom⸗
3 (6) &
genommen, die Ober⸗Stimme aber, ſtatt ein gleiches zuthun, davor ei
nendritten Clavem aus denjenigen Accord (3 angefihlagen, worein die
Bafıs natuͤrlich haͤtte refolviren füllen, woben dieſer 6Gten Accord in feinen
gleichgüftigen ordinairen Accord G) verwandelt worden. Das ste,
Ate, und ste Exempel geben die, im Recitativ alle Augenblick vorkommen⸗
de Cadenz an, welcher ed gang und gar ander gebuͤhrenden reſolution ihres
Satzes (#) zu ermangelnfcheiner. Denn od fie wohl in der Figur des
zten Exempels (fo lange nehmlich der Accompagniſt die uͤber Das e.ge⸗
zeichnete (4%) difinttanfchlagenwill) den Nahmen einer verwechſelten
zefolution deswegen erhalten konte, weilauff dieſe Arth das c. worein der
Basf natuͤrlicher Weife (dd) relolviren ſolte, in die 6te der Ober⸗Stim⸗
me verſetzet wird: fo fan man doch denn Accompagniften bey dergleichen
gefchwind vorbey gehenden Cadenzen nicht allzeit zu der Accuratefle des
befagten sten Exempels obligiren, und folgbar muß man das 4fe, und ste
Erempelvor Exceptiones wieder Die allgerneine Regel, und vor ſolche Li-
annehmen, die durch fangen Gebrauch dag Buͤrger⸗Recht er⸗
0
ten.
| RT
Add) Natuͤrlich folre dieſe Recitativ-Cadenz allzeit, ich fag allzeit auff folgende Arth
reſolviren, wie man dann und wann im Gebrauch hat:
| rg 5
— —* S Oi en Ri —
— eä ZZ
AT — ne ee es — — —— — ——
man m an pn nn un mn urn 0 mr zuende nn | EEE mer ann
Weil aber dergleichen langmeilige, und Doch in Theatralifdyen Sachen alle
Augenblick vorfommiende Cadenz endlich würde verdrießlih anzuhören, ja nicht
felten den agirenden Sänger gleichſam unnuͤtzer Weiſe auffzuhalten feheinen:
fo kan esfiyn, daß mandaher Gelegenheit genommen, die Sache abzufürgen,
und nad) dem obigen gten und sten Exempel gerade zur Cadenz zu gehen. Je⸗
doch niemanden eine beflere Mennung benommen,
3 (65) &
$. 55. Die reſolution der zteẽ min. md. min. nach der andern Arth
zu ver wechfeln, fo mögen folgende Exempel zur Erlaͤuterung dienen:
—
—— se E
male ug TE en u ER
— Fer 2 bzzersif Rt
en Sammeerun: u — 1
Qagq 2 | Die
3 (676) &
je nn diefer Erempel * alſo aus:
Re er)
— — gr dt HER *
a | einen zuemen Pam SULUT. UNE ME 2 Arm Meran, FREE, BR
m 7 — — age FREIE: MEINE ru U Fun Ben rem IE,
— MA— — En a nn „2 FLET
— P- u -B = a Ye Dee Vrrarn Bene) BEE Eee Un n an Bere se ee,
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Haͤlt man nun — — gegen eittänder, fü wird
man ſo wohl die Wichtigteit der, nach der andern Arth verwechſelten Re-
Tolution, als auch die geſchehene Verwandelung der, bey denen natuͤrli⸗
"then Refolutionibus entſte henden ordinairen Accorde, in ihre gleichguͤltige
Gten⸗Accorde finden.
§. 56.Gleich⸗
3 (67) &
$.56. Gleichwie nun bey denen Bißherigen, nach der andern Arth
geſchehenen Verwechſelungen der Refolution, die Bafıs der obern Stim⸗
me ihre Refolution weggenommen, und Diefe davor einen neuen Clavem
geſuchet: alfo wird Hingegen bey denen felaeitben beyden Exempeln No.1.
und No.2.umgekchret verfahren; nehmlich die Ober-Stimme. nimmt
der Bafidenj jenigen Clavem weg, worein ſie natuͤrlich refolviren folte, und
Die Batıs ergreiffeth hin gegen ſtatt gleicher Revenge, einen zten Clavem oder
radical-Stimme aus dem natuͤrlich refolvirenden Accorde. Denn na⸗
tuͤrlich folten beyde Stimmen alforefolviren, wie No-3. und No. 4. aus⸗
weiſen: ſtatt deſſen aber vermechfeln fie Die Refolution, wie No.5. und No. 6.
ei zeiget, woraus fo wohl die Richtigkeit der Derwechfelung, als auch die
Verwandelung des naturlich refolvirenden ordinairen a in Id
nen guͤltigen oten⸗ccord erhellet:
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3 (68) &
$. 57. Wirwollennunmehro zeigen, Daß die bißherigen Verwech⸗
ſelungen der Reſolution, ſo wohl nach der oben beſchriebenen erſten als
andern Arth, gar häufig im Kecitativ vorkommen. Ja es iſt dieſer
Stylus eigentlich ihr gewoͤhnlicher Sitz, und gehoͤret auch hieher, was oben
$. 44. von denen Verwechſelungen dev Harmonie geſaget worden. Es
mag. alfo folgendes Exempel, in weichen wirdie bißherigen vornehmſten
und im Recitativ gebraͤuchlichſten Caſus, fo viel moͤglich zuſamme einge
ſhoen (ee) allhier zur Erlaͤuterung dienen!
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die Embeliſſemens des Recitatives ſehen muͤſſen. | |
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$. 58. Sollen wir auch einige Exempel der falfch verwechfeften re-
folution beyfugen, fo muͤſſen wir hier den Cafum formiren, Daß Die Bafıs
zwar, nach Denen bißherigen fundamentis, denjenigen Clavem ergreiffe,
worein dieConcere-Stimmereidiviren folte: (ED) Hingegen aber die Har-
monie tiber diefen verwechfelten Accorde falfch angegeben, und folgbar
der ordinaire Accord mit feinen gleichguͤltigen oten⸗ Accorde vor und nach
der Verwechſelung nicht gehörig verranfchermerde. Diefen Cafum ehe
wiele Umbſtaͤnde zu erlaͤutern, fo fche man folgende Exempelar, alwadie
uͤber denen Bafl-Noten ſtehende Signaturen die rechten bißher erklaͤhrten
Verwechſelungen der Keſolution, die unter denen baſſcNoten ſtehenden
Signaturen aber, die falſchen Verwechſelungen der Reſolutionandeuten:
Exami-
nl 2 7200 ——— neun —- SEHE Ran)
(ff) Denn wenn auch Dief 8 nichtgefchiehe‘, und keiner von beyden Clavium, mors
ein die zwey Stimmen na’ürlich reſolviren folten, in dem refolvirten Satze zu
finden iſt, ſoiſt der Satz wegen ermang.lader Refolution ohne dig falfch und
brauchet keiner weitern Unterfuchung, ob die Verwechſelung richtig ?
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Examiniret mandie refolutiones der obern Signaturen, fo wird (1) der:
Accord der verwechfelten Refolution in allen Exempeln mit denjenigen Ac-
corde einerlen Claves haben, worein natuͤrlicher Weife hätte ſollen reſol⸗
viret werden, und folgbahrwird man auch (2.) uͤberall Die gefchebene're-.
ciproque Berwandelung des oten⸗Accodes mir feinen gleichgüftigen or⸗
dinairen Accord nach obigen Regeln finden. Eh |
$. 59. Wirhaden mit Fleiß biß hieher verſpahret, zufragen, wie
fich einangehender Componift indenenlegalen Berwechfelungen der Refo-
lution, auff gleiche Arth ben koͤnne, wie wir oben bey der Verwechſelung
Der Harmonie vor der Reſolution geſehen? dieſes brauchet nun hier gang
und gar Feiner weitern Künfte, als daß man die in vorhergehenden. az
gegebenen Baſes der verwechfelten Refolutionum zum: Fundament ſeines
Exereitii fege,unddartiser nachAnweifung der obern Signaturen geſchickte
Variationes ſuche, ohne fich weiter zu bekuͤmmern, ob Dieobere Stimme
einen verwechfelten Clavemdagegen anfchlage oder. nicht ?. Genug, wenn
man beyden Stimmen (nach denen Regeln einer zweyſtimmigen Com-.
polition) einen guten Gang, und gufe Harmonie (gg) giebet, ſo iſt an den
uͤbrigen nichts gelegen, wie es a Calü gerathen wil, Die Sache if fo
leicht, und mit obigen Exrempeln ſchon dergeſtalt erläutert, dag wir nicht
nothig haben, allhier den Blagmit mehrern Exempeln anzufuller. Wir
gehen alfo weiter, und erörtern alhier noch eine viel wichtigere Frage,
welche dieſe iſt: ob die bißherigen Sase einer verwechſelten Refolution ”
iederzeit, nach obigen Exempeln, aus lauter Conſonantien beſtehen muß
un en ET ſen,
EB) Z. €, nicht leere Winten anſchlage, wo die Tertien harmonioöſer ausfalen.
3 (62) 8
fen, oder ob fie auch mit Diffonantien konnen vermiſchet, und gleichſam
abbelliret, oder fehöner gemacht werden?
6. 60. Antwort: es iſt das letztere mehr in vollſtimmigen, als in
2 — Sachen pradticabel; und fallen mir im nachſuchen zweyer⸗
ley mögliche Cafüs ein. Der erſte Calus wäre — daß gleichwie ſtatt
ge map sben Refolutionum ;
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Indem erſten Erempeldie Ste durch eine — 7me, und in de⸗
nen uͤbrigen 3. Exempeln Die * durch eine vorhergeſetzte 9. kan auffge⸗
halten —
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6 9%
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alſo gehet eben dieſes bey legaler Verwechſelung dieſer Saͤtz an "Denn
aus mo 7men — * gnen, und aus gr Br den wiederum men:
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Diefe Erempelfolten bey ihren confonirenden Berwechfelungen der refo-
Iutionglfo — wie er e en. Mas worden;
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#3 (683) &
Haͤlt man nun beyderley confonirende. und diffonirende Verwechfelungen
derrefolution gegeneinander, fo ſiehet man daß die Bales einerley, und die
eingeſchobenen Diffonantien nicht anders, als pure Auffhaltungen der
ordinairen⸗ und 6ten·Accorde ſeynd.
$. 61. Der andere Calus, da die Saͤtze einer verwechfelten Refolu-
tion konnen mit Diffonantien vermifchet werden, wäre dieſer: Wenn
man bey manchen ofensAccordendiest.min. und bey Denen mit der 3. maj.
verknuͤpfften ordinairen Accorden die 7. min. mit einſchlieſſen kan, ſo daß
dabey alle Claves der vorigen ordinairen, und ihrer gleichguͤltigen 6ten⸗
Accorde, ver wie nach, bleiben 3.e. ſtatt folgender conſonirenden natuͤrli⸗
chen reſolutionum: |
—
a hi: fie arte Wäonirend gemacht werden: :
— R
Se es
Bey legaler Berfehrung dieſer refolutionum wird jederzeit aus der
ste min. Her um aus — eine 2 min,
— iss fee ie Pet
=, -
Dieſe Exempel — in — confonirenden Fepparenngen der
relenconalſoſtehen witſt e oben angegeben worden:
Rrrrr2 — Haͤlt
3 aan &
se jEajErtIEreiele
Hält mar nun beyderley confonirende und diſſonirende Verwech⸗
ſelungen der Refolution gegen einander, fo findet ſich, daß die Bales auch
hier einerley, und beyde Arthen die geſchehene reciproque Verwande⸗
lung der vorigen 6ten⸗Accorde, in ihrer gleichguͤltige ordinairen Accorde,
her — zum Grunde haben.
Auff dieſen Grunde, und auff dieſer Regel ſeynd nun alle
ie — beſtanden. Will man aber einige Exempel in contra-
rium ſehen, fo darff man nur entweder vor die Baſin einer natuͤrlich ver⸗
wechſelten Reſolution, oder vor einen andern Clavem ihres Accordes, ein
— % vorfegenChh) z. E. wenn man Iiaende Verwechſelungen dir Re-
Tolut *
= * J Sie kg —
&h) Dergleichen tan man auch bey Berwechfelung der Harmonie vor der refolu-
tion thun, welches mir allhier, weil es oben überfehen wurden, nach hohlen wol⸗
len. Alfo Fan man folgende, albereit oben angeführte natürliche Verwechſe⸗
lungen * ——
46
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.8(685) &
fo entſtehet bey dein erſten Exempel ſtatt deg vorigen ordinairen Accor-
des, oder ſtatt der vorigen ztæ perfedtz, eine staimperfedta, welche die 6te
ben fich fuͤhret, mithin treffen die Clavesdiefed Accordes nicht mehr mit
denen Clavibus ( . ) überein, worein natürlich ſolte refolviret werden.
Die beyden legten Exempel behalten zwar die Harmonie einer 6te, wie
vorher; allein weil diefe öten, majores worden, ſtatt dag fie voehin mi-
nores waren, fo treffen Die Claves ihrer Accorde wiederum nicht accurat
3 5 — —— ei J——— —
mit denen Clavibus J3t und 32 überein, worein natuͤrlich ſolte refol-
viret werden. Muß man alfo dergleichen Exempel von der allgeme
nen Regel ausnehmen, und felbige vor gut paffiven laſſen, weil fie nicht
allein richtig refolviren, fondern auch die wichtigfie Differenz der vers
wechielten Clavium nur in einen accidentalen & beſtehet. |
$. 63. Wirfommennunmehro zum 4ten pundte diefes Capitels,
welcher vonder Anticipation des Tranfitusim Bafle handelf. Dben in der
Nora (d) haben wir allbereit geſehen, was Anticipatio Tranfıtus in Denen
Ober⸗Stimmen war. Esift auchallda ein eingig Erempel Gi) einer
Anticipation Des Tranfıtus im Bafle mit eingefloffen, und eben dieſe Antici-
pation muͤſſen wir allhier gruͤndlich ausfuͤhren, weil ſie nicht allein bey
| » EEE RELTS U denen
⸗
Durch ein, vor die Baſin, oder vor eine Ober⸗Stimme derſelben, hinzu geſchtes
x. alſo wie ſolget, veraͤndern; weil dergleichen Veraͤnderung weder die Ver⸗
wechſelung des Accordes, noch die reſolution der Diſſonantien hindert?
— Al. : £
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ur a er - Bf 0,10 re ie
-
3 (66) &
denen harmonifchen Sägen viele notable Cafus verurſachet, fondern auch
mit der Berwechfelung der Harmonie vielfältig vermifcher wird. Abs
fonderlich gehet im Recitativ faft Feine Zeile vorbey, da man gedachte Anti-
cipation nicht haufig findet. m.
$. 64. Nachdem wir nun ſchon willen, was Anticipatio Tranfitus
ſey, fofragen wir bier Fürglich, auff wie vielerley Arch diefe Figur in dev
Bafıdeg Accordeg gebrauchet werde? Antwort? Sie wird bey allen der
nenjenigen Sallengebrauchet, wo der Baſſ ordentlicher Weiſe aus der 3e
majori, oder auch minori, einen gangen Ton unter fich per tranſitum in die
Atemaj. (kk) gehenfunte, z. E. In allen folgenden, mit Fleiß aufge
fuchten Sägen gehet überall der Basſ aus der ze einen gangen Ton unter
ſich indie ate mal,
Br: 6
at
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6
— „+
5 5 5 2 6 i 6
Berater
gäffet man num in diefen Exempeln uͤberall die vor der (4) ſtehende
e; 2 EEE Nie
(xk) Dahero dieſe Anticipatio tranſitus niemahſs mit Der gta perfecta angebracht
wird,
8 (697) &
Note weg, und antieipiret folchergeftalt den Tranſitum, fo kommen uns vers
ſchiedene frembde Saͤtze (h) zu Geſichte, die mancher vor uͤbel fündirte |
Libertäten möchte NORD ſo lange ihm die railons Davon verborgen
ſeynd: may. —
= — = EB _
2 1 4
==> 43
— esse ar —
6 4
— Bi ————
— = »- je
$. 65. Folgende 2. Erempel eines anticipireen Tranſitus No, 1. und
No, 2. werden zuweilen ben Expreflion harter Worte im Recitativ gebrau⸗
chet. Ihr Fundament beruhet auff Der Verwechſelung der Harmonie.
Dennan ſtatt dag in befagten Erempelnder Clavis f. natuelich unter fich
indem Clavem e.refolviren folte, auff die Arth, wie No.3. und No. 4. aus⸗
mweifen ; fo vertaufchet er hingegen diefen Clavem e. gegen eine Ober⸗
UNE re r g. umd —9— —9 Bag die
Claves :
(ID Dasınt wir einige fi on in der Srften Ablbeilung diefes Buy C. 3; anges
fuͤhret, und man alſo hier das Fundament derfeiben finder.
3 (68) &
Claves dieſes verwechfelten Accordes oder a mit dem Haupt:
5 5 |
r 6 | "
Accorde (& Ivegi h vollkommen einerlen bleiben, wie aus denen
e
dariiber ſtehenden Signaturen Teiche zu erkennen:
| a en Ne)
224 au Sun =
Per tar. =3 Mm nen se) INA. meet oe Drama Sauer - 2
No. I. er en —
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No. 2.
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4-3 — — — wa aD pa
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— — —— vn PR m ag >
a on TEE TETEUTEN W.CN SF ATERR
2 2
6.66. Folgende 2. Exempel eines anticipirten Tranſitus No . und
No.2,fommengleichfalß offters vor, da es denn ſcheinet, als wenn die 57.
defic. nicht gebuͤhrend refolvirete.. Denn in dem erſten Exempel berüh⸗
getfiedie Ste, worein ſie natuͤrlich refolviren folte, nur mit einem kurßen
Rotgen, im andern Erempel aber uͤberſpringet fie Diefe vefolution gar.
Allein es iſt dieſes nichts anders, als eine allzulange Auffhaltung der 57.
defie. mortiber die folgende 6te per Ellipfin gar weggelaffen wird, welcher
Frevheit ſich der Componift zuweilen bey Expreflion harter Worte bedie⸗
net. Daheroift dieſe Ellipfis nicht allein excufabel, ſondern fie machet
vieimehr den Satz ſchoner, indem der locus reſolutionis gleichwohl nicht
| / 1 erman⸗
- Bose
ermangelt, (mm) in welchen ſie nathrlicher Weife haͤtte refolvireh er
nen und ſollen, nach dem Exempel No.3. |
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No. 3- 2 ee en
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$, es Das unten ehe Erempel No. 1. iſt oben. 33. k. c. als
eine Verwechſelung der Harmonie angeſehen worden. Hier aber konnen
wir es als eine Anticipationem Tranfıtus bey der verwechſelten reſolution
einer 57. defic. anſehen. Denn daß die refolutiondiefer 57..defic. auff fol⸗
gende Arch konne verwechſelt werden, wie No. 2. ausweiſet, ſolches haben
wir —— 58-geleben. Geben wir nun vondiefen Sage weiter per tran-
589% ‚tum,
PET TE TIERE SD — — Ah
am) Dahero man dergleichen pt mit der y min, er gut af en koͤnte:
FE 3 ker
2 ,t-t0-x 2 — DE £5 Ei:
en m, nn un — de ne — — = En Denen an ET
— nn — — — — er De CH
" weilder locus elehoni. allerdings bier ermangelt, indem Die sh. richt in die
en din, a. reſolviren 9 * a Diefe er Fein richtig F andament
* u
3 (690) &
tum, wie No. 3. ausweiſet, und laſſen hernach die mittlere Note weg, dar
mit der Tranfitus antieipiret werde: ſo bekommen wir wiederum dag erſte
Exempel No.1.. Wir dürften und diefe uͤberfluͤßig fcheinende Doppelte
Defenſion dieſes Satzes nicht dauren laffen. Denn wir fehen nicht allein
hieraus, daß mancher mußcaliſcher Satz zuweilen and mehr, als einer
raifon feinen Grund haben Fan, fondern wir haben auch Bier das erffe
Erempel gehabt, da die Anticipatio Tranlitus mit denen verwerhfelten
Saͤtzen vermiſchet wird. Dergleichen Cafus wir bald mehrere feben
werden. :
ei
ERREERD um Strg —— 5
No. I
+86. Wirwollenhierein wenigausmweichen, und etwas von des
nen befand£enrefolutionibus Diffonantiarum in Diffonantias gedenden, weil
fiemitder Anticipatione Tranſitus des Baſſes einige Verwandſchafft haben.
Wir haben allbereit oben gedacht, daß die Alten ihre Diſſonantien ordent⸗
licher Weiſe in Conſonantien, oder nach ihrer Arth zu reden, den Übel:
lauth ineinen Wohllauth zurefolviren pflegten, und auff diefer Accu-
rateffe beruhet allerdings ein Theil der Reinigkeit des StyliGravis, oder fo
genannten Allabreve (nn), Weil wir aber fehen, daß in allen andern Sty-
sale
0:2.
——
No. I.
6
—
rn N UNTER mm Dan rn er nn m rn um
FRERSBN [EST Bergen Bere ÜBER Ten me een, GETS !eα
IE) Frame EEETOR Fee NIE
EN
—
lis
(nn) Ob ſich gleich einige Autores nicht fü kiricte daran zu binden pflegen.
3 (691) &
lis von dieſer Accurateſſe abgegangen, und ohne Bedenden die Diſſonan-
tien wie der in Diſſonantien reſolviret werden: ſo fragen wir allhier (1) aus
* vor Fundament, und (2) auff wie vielerley Arth dieſes geſchehen
oͤnne? ——
969. Das erſtere betreffend, fo haben dergleichen reſolutiones
Diſſonantiarum in Diſſonantias mit der bißherigen Anticipatione Tranfitus
einerley fFundament. Denn gleichwie bey dieſen anticipirten Tranſitu eine
Note des Baſſes, Die von rechtswegen da ſtehen ſolte, auſſen gelaſſen, und
davor die nachfolgende diſſonirende Note anticipando angeſchlagen wird:
eben ſo wird auch bey gedachter Refolutione Diſſonantiarum jederzeit eine
Note des Baſſes, welche ordentlicher Weiſe da ſeyn ſolte, uͤberſprungen,
und davor Die nachfolgende diſſonirende Note anticipiret. Und zwar ges
ſchiehet ſolches auff zwey notable Arthen.
$. 70. Die erſte Arch iſt dieſe, wenn der Basf, ſtatt daß er biß zur
refolution feiner Diflonanz liegen bleiben, und alsdenn erft in die folgende
Diffonanz geben ſolte, er anticipando in dieſe letztere Diffonanz faͤllet, und
— ——— eine Note, oder einen Theil der vorhergehenden Note auſſen
laͤſſet. Alſo ſolten z. E folgende bekandte refolutiones Diſſonantiarum ia
Diffonantias :
—
IN. ae
2.2 A A_d- M-M__J
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——— 2—⸗ DM 222 N —— Sn —“ * —— 7
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— —
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= Be 20:2 2
—— dem antigven Fundament alſo ‚ag
42,3 2 = ng.
= Pe ee: ERFEESBLERS
RHaͤlt man nun m beyderley Exempel gegen einander, ſo finden ſi ch
uͤberall die weggelaſſenen puncke oder Noten, und die geſchehene Anticipa-
tiones der aan Diffonanz.
Die anderenotable Arth einer refelution der Diſſonantien in
De iſt diefe, wenn Der diffonirendeBasf denjenigen Clavem, worein
errefolvirenfolte, zwar gleichfalßweg- ‚aber der obern Stimme uͤberlaͤffet
(00), und dagegen eine ei und gleichſam unnatuͤrliche oder nicht
zum
— —
(53 Auff ſolche Weiſe befommen —— eine beſondere Arth der verwechſelten Refo-
lution, da nehmlich son demjenigen Accorde, woeein natürlich fülte refolviret
werden, nur die 2. Haupt/Claves in der Verwechſelung behalten, ftatt der
uͤbrigen aber frembde Claves ausdem, nach der natürlichen Refolution folgens
ce
den zten Accorde angeſchlagen werden. 3. €, der obige erſte Accord gi j
fis
ſolte
3 (693) &
zum Ambitu gehörige Diffonanz antieipando anfchlänet, ehe es Zeit war.
Alſo folten z. E. folgende, im Recitatıv oder ſonſt bey Expreflion harter
Worte vorkommende Saͤtze:
—— * * ag — | ' > —
— ————
2 ud Aare: nr ©. 3.) FI Rad © aan. Ze SA
BE _ ng Sr —— 3 - vom ae a yet re ee
5 Eng
;
ee me nn m
ae ea se nn
4 51
©5993 | Nach
ſolte natürlich alfo po merden 23% intelcher Refolution die 2Yaupts.
| — Jbond, weil die st. min. —* in dieſe 2 — natuͤrlich reſolviret
c b
® ] Da nun aber unſer obiges erſte Exempel alſo refolviret; I 4
| fis cis
ſo findet man zwar in Diefen refolvirten Satze die gedachten 2. Haupt⸗Claves
der natürlichen Refelution nehmlich 3 hingegen. aber finden fi) dabey 2.
frembde Claves, (5) und diefe kommen eben aus dem zten Accorde her, wel⸗
c b
cher erſt nach dem natuͤrlich reſolvirten Satze alſo folgen ſolte: “ ee 4 Denn
fis geis
wenn
6 06694) &
Nach ch —— Sera alſo en
u b vi 2 44 ge 2 — 75 —————
— — er nur — — * |
u ——
6
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ie er Ben
RR Wer
— —— ———— — — — — —— — —— REIHE — uzgung
Haͤlt man nun beyderley Exempel gegen einander, fo finden ſich wie⸗
derum die uͤberall weggelaſſenen Noten, und die geſchehene Anticipationes
der folgenden Diſſonantien.
4. 72. Das letzte unter dieſen Erempein) IE Ze
———
fuͤhret in praxi nicht ſelten ſtatt der Ndie () bey Re. Sc, ——
Sa ge un J— BES mr te mn nd
2
Weil
wenn man von dieſen 3. Sägen den mittelſten weg laͤſſet, und antieipiret den
c
dritten Satz: 2 4 fü bekommet man eine Refolation der Diflonantien
his gis in
8 (65) &
weil nun in dieſen Fall derjenige Bafl-Clavis, nehmtich das H. oder B. wor⸗
ein natuͤrlich folte refolviret werden, in demm Accorde 5. gar nicht zu fin⸗
den, und folgbar mit dem oben angegebenen Fundament einer verwechſel⸗
ten Harmonie nicht entſchuldiget werden kan, fo ſcheinet es zwar, als
wer man dieſen in praxi eingefiihrten Caſum vorjeine per abufum einge⸗
ſchlichene liberext, eder negligenz der weggelaffenen #7 defic. rechnen muͤſte:
unterſuchet man aber etwas genauer, wie der Sag von rechtswegen
refolviven folte, nehmlich JHSSRF und wie er Hingegen In der That
⸗ 6
reſolviret, nehmlich — *5 x fo kan man mit guten Brunde fagen, DaB
ccısd
darinnen der Bafl-Clavis H. worein natuͤrlich folte refolviret werden, auff
eben Die Arth und mit eben der raifon auffengelaffen, und ſtatt defjen Die
im tranftu auffwerts gehende Diffonanz anticipiret worden, gleichwie
überhaupt bey allen Anticipationibus Tranfitus , die im Tranfıtu nieder
wertsgehende Diffonanz jederzeit anticipiret wird. Es iſt parratioda,
und alſo ſolte gedachtes Exempel in feinem antiquen Fundament alſo fie
hen:
—— — —— * — - — — 9 — ——— Sr rn Buranıe DiTiE UREE ae Ree REEEN,
— — — RE — — an EEE)
a nn en et ya — mu rg Tr TE EEE TEE RT
a ——— I:
6. 73. Biß hieher haben wir in einzeln Exempeln gewiefen, was
1.) Die Verwechſelung der Harmonie vor der Refolution. 2.) Die Ver:
wechſelung der Refölution ſelbſt, und 3.) Die Anticipatio Tranfitus nebſt ih⸗
ren anverwandten Sagen vor Dinge ſeynd. Weil aber dieſe 3. Stuͤ⸗
cke in praxi und ſonderlich in Recitativ offt dergeſtalt an einander DAN kr |
| | | un
| in Diflonantien, nach der oben befehriebenen andern Arth die uͤbrigen oben an»
gegebenen Exempel Haben einen gleichen Urfprung, rch die übrigen oben an—
3 (696) &
und gleichſam in einander geſchloſſen ſeynd, daß ein Anfaͤnger neue
Schwuͤhrigkeit finder, die Raiſon und das Furdament fofcher Saͤtze zu
unterſcheiden: fo wollen wir allhier einige zuſammenhangende Exem-
pel dieſer Arth beyfuͤgen, und ſelbige nach Anweiſung der uͤber denen
Baff-Noren geſetzten Ziffern auff folgende Arth analyſiren:
* —
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6 6
| 4 4
' 2 2
Die Note (1.) iſt ein Tranſitus anticipatus, indem der Accord — hätte fallen vor⸗
hergehen. Bey der Note (2.) verkehret der tranfitusanticipatus feine Harmonie,
und zwar dergeſtalt, daß die Claves beyder Accorde (1.) (2:) in der Verkeh⸗
rungeinerley bleiben. Statt daß nun Die Note (2.) nachgehends in das A. re-
folviren fülte, ſo anticipiret fie wiederum den Tranſitum. (3.) diefer Tranfitus
ſolte
5 6697) 8*
d 9
ſolte nun natuͤrlich in den 6ten⸗ Accord (=) refolviren, ſtatt deſſen aber, verwech⸗
ſelt er feine Refolution mit dem gleichguͤltigen oder in einerley Olavibus beſtehen⸗
—
den ordinairen Accord. ( In dem folgenden Exempel zeiget Die Note (5.)
wieder einen Tranfıtum antieipatum, indem der Accord C. hätte borhergehen ſolen
Start daß nun gedachte Note ( 5.) nachgehends natürlich in den Sten»Accord
(: ) reſolviren ſolte, ſo verwechſelt ſie bey der Note (6) Ihre Refolution gleich⸗
fals i in den gleichguͤltigen ordinairen Accord (@) jedoch dergeſtalt, daß zugleich
der Tranſitus anticipiret Wird; 7 & dahero ein Tranfitus anticipatus, und
dismoll
eine verwechſ elte Reſolution, behde zugleich uͤber dieſer einbigen Note (6) zuſam⸗
men treffen. St att aller dieſer kuͤnſtlichen und karmoniöfen Verwechſelungen
wuͤrden nun obige beyde Exempel in ihrer ſumpeln Harmonie ae gelautet ha⸗
ben:
—* nz m
— Bee — A 3
u re u, FD a 5 SE en a an —
na nn Zt mn SR dh mn 9 nd a
roman An nen u -
— za — oa = — —
ſimpeln Accorde wird man richtig mit allen ihren Clavibus
in obigen verwechſelten — — woraus das Fundament ſolcher
3
(608) 8
proceduren defto mehr erhellet. Es verlohnet fich aber der Mühe, alle
hier noch ein Exempel zu trenchiren, worinnen die rigen vornehmſten
Caſus diefer Arch haͤuffig, und gleichſam in einander geofropffet vor⸗
kommen: (pp)
BE — Bert PER
a. Beet GEEREN) ER
u Alle) SEEN aan = . —
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6 7
43 u 5 eu
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(17) ie a (43) „er (14) as) 19
— — == meer — =|
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Nee: Die
DR), Mit fölchen Exempeln ift nicht die Myynung, daß alles Recitetiv —
dig ſolle und muͤſſe mit dergleichen beſtaͤndig diſſonirenden Sägen uͤberhauf⸗
fet werden ſondern wir zeigen nur hier, daß ſolches gleichwohl geſchiehet und ge⸗
ſchehen Fan, ſo offt es der Componiſt a propos befindet,
— —
8 (699) &
gr ERBETEN PER]
— — (19) (20) (21)
SE: — — —————— me ne ———— un Ban 0 P} zen cn ars ame EEE Bel car
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7 +6 6 / |
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(22) (23) (24) (25)
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HIER — En ur
Er — ==Ef Sam
2 2%
| Die Note (7.) ifteintranfitus anticipatus, indem der Accord t ) vorher — ſolte.
Statt daß nun dieſer Tranſitus anticipatus unter ſich in das (®) folte refolviven,
fo wird der Tranfitus bey der Note (8) noch einmahl: — Dieſer letz⸗
tere Tranſitus ſolte nun natuͤrlich unter ſich in dem Accord * 9 reſolviren, ſtatt
deſſen aber wirfft er biefes.c. in die obere Stimme, und anticipiret Davor die fal-
Jam (9) nach Der in vorhergehenden $. 71. erflährten andern Art einer in die
Diffonanz refolvirenden Diflonanz. -Diefe Note (9) verkehret bey (10) ihre
Harmonie richtig nach allen Clavibvs des Accordes. Satt daß nun Die Note
e Go) — * in den ne. ) refelviren fülte, fo ver wechſelt fir ihre
zen 2 Relolu-
3 (700)
N ae —
Reſolution bey (11.) in den gleichguͤltigen ordinairen Accord, J Die Note
(12.) anticipiret wieder den Tranfitum, und diefer verkehret feine Harmonie
bey der Note (13.) nach der oben $. 35. h. c. gegebenen Raifon. Dieſe Note
(13.) verwechfelt wieder ihre Harmonie bey der Note (14-) nach den doppelten
Fundament welches oben F. 33. und 67. angegeben worden. Gtatt daß
nun gedachte Note (14.) unter fidy in den 6ten⸗Accord (%) refolviren
folte, ſo verwechſelt fie bey der Note (15.) ihre refolution niit Dem
gleichgültigen ordinairen Accord, 3 Dir Note (16.) ſolte nachge⸗
hends über ſich in den Accord a refolviren, fie wirfft aber dieſes a. in die Ober⸗
Stimme und ergeeiffetdanor die fallam (47, a1.) nach der ſchon gedachten, $. 68.
erklaͤhrten Arth einer refolvirenden Diffonanz, Statt daß nun diefe Note (17)
natürlich indas “ es refolviren folte, foanticipiret fie fo gleich den Tranfıtum
C18) diefer verrocchfeltfiine Harmonie richtig bey (19) und fintt Daß dieſe Note
natuͤrlich in den ordinairen Accord 3 h refolviren folte, fo verwechſelt fie ihre
Refelution bey der Note (20) mit dem gleichguͤltigen Gten-Accorde, ) Tach
* dieſem folget wieder ein Tranſitus anticipatus bei) (21) und ſtatt daß dieſe Note
nachgehends unter ſich inden 6ten-Accord an refolviren folte, fo verwechſelt
ſie ihre Reſolution mit dem gleichguͤltigen ordinairen Accorde. — Die Note
(23) anticipiret wieder den Tranſitum, ſtatt daß nun dieſer Tranfitus natürlich
in den Accord — reſolviren ſolte, fü verwechſelt er bey der Note (24) ſeine
Harmonie nad) der oben $.65. gegebenen Raifon, und ſtatt daß dieſe Note (24)
wieder unter fich in den Accord ( 9— reſolviren ſolte, ſo beſchlieſſet ſie mit der
freyen Recitativ-Cadenz, von welcher oben 8. 54. ausführlich gedacht werden.
Dieſes ganze weitläufftige Exempel wuͤrde nun in feiner fimpeln Har-
monie alſo gelautethaben, wie folge. Welche fimple Accorde wiederum
mit allen ihren Clavibus, fundamentaliter in gedachten obigen Exempel zu
«
finden, wer beyde gegen einander halten will. (qq)
(ag) Bald mochte es Zeit ſeyn, hier manche unmiffende Contrapundtiften zu Kr
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ob wohl [der fiylus Thetralis feine richtigen Findanieille bi sfiße e iße oder nicht, und
weißer Stylus-unter allen roch! mebrere, fehönere, und. ‚zugleich künftlichere
refolutiones feiner Diffonantien a Mich duͤncket, es ; machet dieſes Copitel
ein gantz neues Studium vor ſolche Leuthe aus, die wenig oder gar nichts dar⸗
von wiſſen. Ich wurde vor einiger Zeit von einem viel prætendirenden Com-
niſten auff eine hof: che Arth angeftocyen, als wenn gewiſſes Recitativvon meis
ner Arbeit nicht fundamental gefeßet ſeyn ſolte. Als ich aber dem guten Manne
Die Raifons ſo lange aufj dem Pappiere vormahlete,biß er fie begreiffen, und nicht
weiter negiren Eunte, fo wurde er fchamroth, und wuſte feine Grandefle mit nichts
» zuentfhuldigen, als mit diefen Worten: Ich müfte doch gleichwohl geſtehen,
daß diefesnoch wenige Componiften wiſten. Was Fan ich aber Davor: fo muß
man denn das tadeln bleiben nicht glauben, daß vorfichtige Componi-
ften ſo leicht erroas ohne Raifon ſetzen. Machlaͤßigkeiten und Menfchliche Fehler
ausgenommen , Die man bey allen Componiftengar leicht unterfiheiden kan.
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3 (702) &
6, 74. Wir kommen nunmehro zum öfenpundediefes Capitels,
welcher vonder rerardation und Anticipation der Ober-Stimmen handele,
und hier brauchet es kurtzer Arbeit. ine retardation heiſſet eigentlich
eine, aus der alzulangen Auffhaltung CF) der vorhergehenden Note
entftandene Diffonanz, welche zu dein folgenden Accorde gar nicht gehoͤret,
undnichtrefolviret CH) werden mag. Eswerdeiaber dergleichen re-
tardationes in praxi mehr bey geſchwinden, als langſamen (er) Noten ger
brauchet, und werden folchenfalß von dem Accompagnitten felten oder gar
sticht attendiret, 3. E.
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α- 520
In
— ————
* Von retardare aufſhalten, verzoͤgern.
++ Daher wenn 3e. eine st.min. 7m0e &c. legaliter vorhero bindet, nachgehends
aber von ihrer Refolution abbricht, und ſelbige einer andern Stimme überläß
fet wie wir oben Exempel gefehen, fo ift ſolches Feine retardation,, fondern eine
WVerwechſelung der Refolution, Die allerdings zu dem Gase gehoͤret, in der
That wuͤrcklich refolviret, und im Accompagnement niemahls weggelaſſen
Cr) Ausgenommen bey exorbitanter Expreflion harter Worte, Da einige retarda-
5 tiones (nicht ale) mit Behutſamkeit gebrauchet, und wegen ihrer Jangfamen
‘ Noten: im Accompagnement Allerdings nicht mögen hbergangen werden, wie
wir oben in der erften Abtheilung c. 3.9.89. 90. Exempelgefihen. Ubrigens
haben wir eben: allda die retardation der st. fuperfl. eine Auffhaltung der kuͤnff⸗
vr gigen Ste und die hetardation der 7, maj. eins Aufihaltung der Pinffigen 8 ve ges
— at jehing: | ii nennet,
3 (073) 8
In dieſen Exempel kommen 5. verfchiedene retardätionesvor. Die
erſte iſt die retardatio 2dæ ſuperfl. uͤber Der Basf-Clave f. die andere iſt De
retardatio 4tz perfetz ber dem Basl-Clave e. die dritte iffretardatio 7. mal.
tiber dem Basf-Clave D, die vierdte iſt retardatio gux min. Irber dem Basl-
Clave cis, und die fuͤnffte iſt retardatio ste ſupert. uͤber dem Basf-Clave f. in
folgenden Tadte. Alle diefe difonirende retardationes foınmen aus dem
zu langen Kuffenthaltder vorhergehenden Noten ber, welche zu denen fol⸗
genden Saͤtzen nicht quadriren, und dahero natuͤrlich alſo ſtehen, und ac-
compagniret werden ſollen:
| N [45 %
—un iR tz —— —
Er Bien =
— — et — =
8. 75. Die Antieipation der Ober⸗Stimmen wird in heutiger praxi
gleichfalß ſehr offt gebrauchet. Siefehreraber die Saheumb, und fatt
daß die retardation Die Noten des vorhergehenden Accordeg zu lange aufs
hielte, fo eilet fie defto mehr und fehläger die Claves des folgenden Accordes
voraus an, ehe ed Zeit iſt. Weil nun dergleichen gemeiniglich ben ge
fchwinden Noten gefchichet, fo werden folche Anticipationes gleichfalß im
Accompagnement ordentlicher Weiſe nicht attendiref, (ss) 3. E.
Diefes
nennet, welche beyderley Benennungen in der Thateinerlen fiynd. Denn wenn
Die 2da fuperfl, oder die 7.maj. active fich auffhält, fo entſtehet Dadurch paflive
die Auffhaltung der Funfftigen Steund gve. |
(ss) Daß dergleichen Anticipationes auch im Baſſe vorkommen, und wie man ſie
im Accompagnement ju tractiren habe, ſolches iſt in der erſten Abtheilung von
pP. 372 biß 375. allbereit gezeiget worden, x
= — — —
27 See R
eur zum
Diefes Exempel ſolte eigentlich alſo ſtehen wie folget, dahero es auch
der a Ir ler fan:
#0
— — — — u 2 —
a nn x = —
— —— — ===
—
pr
$. 76. Diefe beydeFiguren, nehmlich Die retardatien und Anticipa-
tionder obern Stimmen, werden nun in 3. und mehr ſtimmigen Sachen
oͤffters mit denen Berwechfelungen der reſolution vermiſchet ſo, daß der
Componiſt nur auff die angefangene lavention der Ligaturen ſiehet, und es
ihm gleich viel gilt, ob bey Continuation derſelben, retardationes, Anticipa-
tiones, Verwechſelungen der Sr oder gar ordentliche efolutiones
der Diffonantien entfpringen. 3. E
| —
— — * Be 77 — En
See — — —— 2=]-
el E= F- = sP--1z
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nn En m Dumme — ——— 175 Ben
3 (95)
—“⸗ «uU m α Dem: Guten.
Sg ». unse DER,
— —ſ —
Bey der Nöte (1) iſt zwar der Gang der obern Stimme aus dem a. ins h. vor eine
v: ervechfelte Refolution der. obern Stimmen zu rechnen, sweilbefagtesa. gar wohl
geduͤhrend ins g. refolviren kunte, welcher Glavis hingegen der Mittel-Stimme
uͤberlaſſ. awird Allein die unterſte ſtimme lis bey beſagter Note (1) iſt eine zu
dieſem Accord nicht ge hoͤrige Retardation, Die keine Refolutien hat, und ſolgbar
- bey geſchwinder Menfur im Accompagnement nicht attendiret wird. Bey der
Note (2) geht sine richtige Verwechſelung der-Refolution in denen Ober-Stims
menvor. Bey der Note (3) wird ordentlich refolviret und be u Denen Noten ( 4.)
(5) (6.) finden ſich lauter Anticipationes der folgenden Saͤtze. Das andere
Exempel beſtehet durchgehends ausdenen fo offt gebräuchlichen Anticipationibus
der Dber- Stimmen. Weil nun beyde Exempel eine. gefdywinde Menfurhaben, fü
iſt nichts daranarlegen, wenn der Accompagniſt alle Diefe retardationes, Anticipa=
‚tiones, Verwechſelungen der Refolution und ordentliche refolutiones übergehen,
und nur ihre fundamental-Noten mit dem fortgeh nden Balle anſchlagen will, eben
als wenn fie alfo ſtuͤnden:
— su u Jh BEE
Zr u ——
Innere:
Uuun 9.77.
allilea
a (706) &
$. 77. Wir kommen nunmehro zum 7ten puncke dieſes Eapiteld,
allwo wir von derrefolution der Diffonancien bey Verwechfelung der muk-
califchen Generum zu handeln haben. Es iſt bekandt, und haben wir all
bereitinder erften Abtheilung dieſes Werckes gedacht, daß Die Alten3.
Genera Mufices gehabt, nehmlich dag Genus Diatonicum, Ehromaticum und
Enharmonicum, welches letztere uͤber zo. Clavesgezehlet. Ungeachtet ung
nun dieſe alten Genera heut zu Tage gar nichts mehr angeben (tt): ſo
Haben wir Doch den alten era behalten, Daß wenn wir einen von un⸗
fern z Chromatifchen Clavibus zwiſchen denen Lineenauff 2. differente Ar⸗
then nach einander bezeichnet ſehen fo fagen wir, es ſey ſolches eine Ver⸗
wechſelung Der muficalifchen Generum (uw). z. E— —
(tt) Weil wir ja bey unſern heutigen Temperatur
ſtehendes Genus Chromaticum haben, | |
(au) Die Alten Eunten dieſes mit recht fagen, weiles bey ihnen differente Claves in
| differenten Generibus waren, Ben uns aber fennd es eiserley Claves in einem
einigen GenereMufico. Dahero wir allerdings den eigentlichen Unterſcheid
folcher Säge in dem unterfchiedeneni Ambitumodorum, und nicht inder Ver⸗
wechfefung der Generumfuchen folten. Nur ſcheinet es uns ſolchenfalß (welch
Wunder!) an einem Muficalifd:en Termino technico zu ermongeln, wie wir
sigentlich Die gleichfam e Diametro einander entgegen geſetzte a *
dcorde
en mur en eintziges igrz.Clavibus be⸗
en
.. 3 2 Math on — —.
— — — a m
ei —— —c— Far Amen on meer ze
— — —— mn >
So diefer ————— und ſchon Befandren Ge folcher
exorbitanten Säge wollen wir nun allhier bleiben, damit wir ohne Weit⸗
laͤufftigkeit zu unſern propos gelangen, welches in Diefer eingigen Frage
beſtehet: Ob wohl eine anfihlagende Dilonanz bey dergleichen darauff er⸗
folgten Berwechfelung der muſicaliſchen Generum nothwendig nad) der
bißherigen allgemeinen Regel refolviren müfle, oder nicht?
9. 78. Dierauff mit Unterſcheide zu. antworten, fo entſtehet bey
diefer, nach der Diffonanz erfolgten Verwechſelung bee. muficalifcehen Gene-
zum, entweder wiederum eine Diffonanz; oder eine Confonanz, Geſchiehet
das erftere, ſo Brauchereg Feines Beſinnens, und refolviret man nothwen⸗
dig die letztere Diffonanz nachihrer Natur. Man ſehe folgende Exempel
an, an. nt ſonderlichi im Recitativ — pflegen N: er
Hua y: In
— — — — — —— — ———
Accorde ſolcher different bezeichneten einerley Clavium nennen, und hierdurch
Die cigentliche Diſtanz zwey ſolcher Modorum von andern, mehr oder weniger
berwandten Modis Muficis unterfeheiden ſolten. Bir werden unten im sten
Eapitel dieſer — Gelegenheit bekommen, ein mihrers von dieſer Ma-
| terie zu ſagen gedencken/ biß dahin wires verfpahten wollen. "
CH) Die Pradiei-bidienin ſich iezuweilen ſolcher harten Säge bey Expreflion hats
ter Worte, als des Schmerges, der Verzweiffelung, der Graufamfeit ıc.
wobey fie fü viel moͤglich auff das Cantabile der Singeſtimme fehen, und dem
Accompagnement den Anfchlag der unerwarteten, und gleichfam unnatürlis
chen Harmonie uberlaffen. In vollſtimmigen Sachen pradhicieet man dann
und wann dergleichen auch, allein e8 muß, mit befonderer Behutfamkeit ges
ſchehen, dgmit wenloſtens keine Singeſtimme unnaluͤrliche Intervalla bekom⸗
me.
2 ( 70%)
—
—
— — —
— wie ame ee wazre an ar re WE RER ra oz,
En no u Eu m nn n nn een © mung —
msn — GEBE. Umaal> nn un
— Zt EEE 5
me Dahero unter andern Arthen folcher verwechſelten Generum, dirienige
Arth nichtunrecht fheinet, da man die Singeflimme, in welcher die 2. different
bezeichneten Semitonia nach einander vorkommen ſollen, in der erſten Bezeich⸗
‚mung fo lange halten laͤſſet, biß die übrigen Stimmen das Genus —
we
N (79) &
In dem erfken Ex mpel ſehen wir, daß die gta maj.. Cr.) über den folgenden Satze
(2) nad) Denen Grädibus der Lineen, eine gt. min. wird, und alfo ein gnng ander
Accompagnement, und’ eine andere Refolution:befommer, ob gleich in beyden Saͤ⸗
Ben eben der Clavis £. Die Bafım ausmadyet. In dem andern Exempel fchen wir,
daß das in der Singeftimme uber (3) angegebene B.inoll;beyder folgenden Note
(4) zwar mit dem Bafle verwechſelt, aberin ein B. dur verwandelt wird, und folg»
bar das Äccompagnement und-die Refolution wiederum andert, ob gleich in bey⸗
den Saͤtzen eben ber Clavis B. Die Bafın ausmachet. In dem dritten Exempel
koͤmmt wiederum dieſer Caſus vor, nur daß Das letztere B..dur ein etwas veraͤn⸗
dertes Accompagnement hat, wie die Signaturen den Unterſcheid zeigen. In als
len 3. Exempein aber koͤnnen die Claves des Haupt⸗Accordes mit Denen Clavibus
des nachfolgenden verwechſelten ei gar wohl vollig uͤbereinſtimmen, nr
bu uu 3 ie
wechſelt, und der Saͤnger gleichſam die geſchehene Metamorphofin allberei 94
wohnet iſt, wie nachfolgende Cxempel zeigen. Ubrigens muß man von ſolchen
faſt wieder di: Natur lauffenden Changement der Tone freylich Feine alltaͤgli⸗
che Proſeſſion machen, ſondern ſelbige ſelten, und mit einem Judicio anbringen:
#3
ba
ni er 7 ;
— 7
J
a
—— Be ln dl - — M-⸗- u nr Er
nn 1 m rn A Een uam en, u u a nf —— I. > B--——
a nn Te IHRE ERDE AIR cn [4 . men ME - am zum Ei auzmettren au Cr ER EEE
O ES I re — — 4 son uno an en. σ
RN RETTET FERIEN EURER rn En nn a ea wre — eur © run Tr BE, TE
—* — —— —
EB
— —— — — — —
— —— öII Teer (ern ARTEN) α Deren a EEE
EEE engen PPETEETEE) rar IE Dan WERTET, „ (««œ.
Zu TEN run, Den EU (TE BER FE
8 (ro)
Er Accurateffe fuchen, und beyden Accorden einerley ‚Accompagnement geben
will, ( I 62
— ae 302 DE
nn 6 u u ng ER ur AB- Tara TR gen BEE DEN Due ag mn
— — — GE HERREN ot on 2 — a a nn nn a TREE Bag ml
ne en ai —————— STE —— —
— E— a = —— nun Lang an KOTERE - NaRRTREE. coat nor erzrne
— —— han WERBEN ELSE ED
== — Bet edlen m BE en di ——— ⏑⏑⏑
— — ne nn —— — Emm Misere ν! σ EEE
er — — ib orem !σ nn Fe
F * — einer nach — Diffonanz erfolgten Ders
wechfelung der muficalif(hen Generum, eine Confonanz, fo bin ich allerdings
mit andern der Meynung, daß Die Confonanz nicht not bivendig refolviren
muͤſſe ww), wofern fich nicht Die Gelegenheit Dazu freywillig, und
gleichfan a Cafü prafentiret. Alſo findet rolgendes erſte Erempel von |
** ſeine reſolution, welche Er allen — rn maus
x —
—— — —ï BR m — mn
Den völligen Unter ſcheid fofcheri in denen Qlavibus übereinteeftenden, und doch
in der Da einander fo wiedrigen Säße fuche man in der erften Abtheilung
Cf.$,20. 21.1e
— Denn tor die vorige Diffonanz bey ſolcher Bere * Gegeris nicht
miehr
3 iu > er
————
*
sh e
"ır wen en ‚um. — — ie ELEND DL
J * gen SE m ent egganan 4 == u um Ferne SEES — — ⏑⏑—
— — zen Bern m sen ==: J=l% I ————
. . —— resume anne —
— — DEN > mn: 9 (cm I! ν yanzoeuna zu DRERDERNR rn i
m — a a ee ee mai
a — ——— ———
—— SATTE Einen TREE ———
— — ——— ——— —
— — ——— Vene Een) ORT, ⏑—
a ——
— ů veramrinn route BEEEEESE, Smarscmsem FRittnn:, SEmncE)
1 m mn Inn Sem ir Fiese aan Ds äigen nennen —————— ———— —— — VOReBec
— ar > - arm EEE: mein EDER ] Bonner | ⸗⸗
— —— — ee
In dem erſten Exempel machet der Clavis gis oder ne erſtemahl eine zıne, und
das andere mahl eine ste aus, welche Differenz nad) denen Gradibus der Lineen
richtig eintrifft. Bey dem andern Erempel machet der. Clavis dis einmahl die
DIE, * andere mahlsine confonirende ze aus, melche fo darin Feiner Refolutien
von noͤthen hat. Bey dem zten Exempel machet das gis oder as einmahl die st.
min, Das andere mahl Die conſonirende 6t. maj. aug, und ſaͤllet alfo wiederum die
„Refolution weg, Bey den gten Exempel verwegſ It die N defic. ihre Harıno-
nie zugleich mit dem Genere, ne hmlich. — 9 Hieraus entſte⸗
dis dur c
het wiederum eine confonirende Ste, melche Feine Refolution von noͤthen haf.
Nun Fommen in obigen 3. erfien Exempeln Die Clavesdeg Haupt-Accord:8 mit
* Clavibusdes folgenden verwechſelten Generis wiederum völlig übereinftims
mMen,
mehr di Natur einer ——— behält, fondern ineine — Confonanz
metameorphofiret wird, fo Ban man von ihr fo wenig als von andern ungebuns
„Denen Eonfonantien eine Refolution prztendiren. Folgbar machetbiefer Cafus
wohl eine Exception wieder Die allgemeine Regel aus,
8 (72) 68
nen, wenn man ihnen einerley Accompagnament geben will, wie in folgenden 3.
Srempeln znerfihen. Das ebige ste Ex mpel aber behält bey feiner er
felung der Harınonie, und des Generis, nur Die beyden Haupt-Claves c. un? dis.
Die übrigen Stimmen ader verändern fich, wir ausdem folgenden an Ex m⸗
pel zu erſehen. Dergleihen Arthen siner verwechſelten Harmonie oil auch oben’
bin der Refolutione Diffonantiarum in Diffenantias gehabt.
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er u ie er
30. Stier: ee annoch zu erinnern, daß das erſte Erempel
des — 78. ingleichen das erſte Exempel des nur vorhergegangenen
§. 72 voreinigen berühmten Pradticis auch in folgender Figur vorgeftelfer
werden;
Allein
ee —
—— F
= —— —
— ———
— — fi —— *
——— S F
m 0.0 SB ame I en BERTE Pan Ben, Po Kat}
7% Era Seen — Im rn DE, Sem
nn ur nme m ar re BEER ann nu on
LTE REN Fe mn
kam ne ——
zuge vun EN —
Alleines lieget meines Erachtens auff folche Arth dag Fundament
Der verwechſelten Generum tn einem leeren Recitativ allzuvergraben, die
Säge befommeneinillegales Anfehen, und der Accompagnift bfeibet bey
ſeinem ordinairen Accompagnement, welches fich doch nicht allzeit mit dem
darauff folgenden Accorde raumct. Alſo wenn z. E. der Accompagnift
uͤber dem Baf-Clave f. des vorhergehenden erſten Exempels den Accord
€ „ Janfehtäget, wie er natuͤrlich nicht anders fan,) ſo raͤumet fich Diefer
Accord mit dem Darauff folgenden Sage gantz und gar nicht, und findet
fich nicht Die geringſte refolution. Ubrigens koͤmmt es darauf an, 06
man dergleichen Surprifen wenigſtens im Recitativ vor etwas fehöneg pas-
firen laſſen will, wofern Die Expreffion der Worte hierzu Gelegenheit
giebet.
| $. 81. Wirfommen endlich zum sten und letzten pund dieſes Ca⸗
| ON SUSE von einigen dunckeln zo Smeiteibaften‘ Calibus in heuti⸗
| ger
3 (7a) &
ger praxihandele. Solange bey unfern, in Dielen Capitel angegebenen
Theatralifchen Verkehrungen der Saͤtze, Die refolution der Diffonantien
Flahr, unddie Berwechfelung der Harmonie nach alleıt Fundamencis rich;
tig ausfället, fo lange ſeynd es Peine zweiffelhafften Sage, und Fan man
ſich deren firher bedienen (xx). Je mehr aber bey dergleichen Verkeh⸗
rungen die refolution verſtecket, und die gefchebene Bermechfelumg der
Harmonie mit denen wenigſten Clavibus des Haupt⸗Accordes zutrifft:
je mehr Batman Lirfache, an der Richtigkeit der Sase zu zweiffeln. Und
eben dieſes iſt es, was wir hier in ein tugend auserleſenen Erempeln der
heutigen Pra&icorum unterfuchen, und felbige zu beſſerer Abkuͤrtzung in
4. Triades eintheilen, i.e.dreyund drey Erempel auff einmahl analyhırem,
und unfere Meynung davon fagen wellen, das uͤbrige denen Muſic-Ver⸗
ftandigenfelbft, anheim ſtellende, was jediweder nach feinem eigenen Ge-
nie als gut und paſſabel behalten, oder als böfe verwerften will.
682. Die erfle Trias unferer zweiffelhafften Exempel mag fol:
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Cr) Dabero auch aBzudelicaten Componilten und Contrapundiften unverwehret
ift, ſich nur an dergleichen undiſputirliche Saͤtze zu halten, und als. die uͤbri⸗
gen fahren zu laſſen, wo sänige ſcheiabahre libertat hervorleuchtet. *
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Sm erften Erempel folte der Ball. Clavie b, natürlich unter fi} in das a. reſolviren,
tie unten No, 1. ausweiſet. Er wirfft aber dieſen eintzigen reſolvirenden Cla-
vem in die obern Stimmen, und erwehlet dabey einen gantzen frembden Accord
€
Ä (: ) welcher mit dem natuͤrlich reſolvirenden Aecorde ( ) gar keine Ver⸗
wandſchaſſt, und folgends keine Verwechſelung der Reſolution zum Grunde hat.
Bey demobigen andern Exempel finden die dr defic. und st. min. ihre, Refolu-
tion sarn nicht, und gleichwohl ift diefesein Satz, der in heutiger praxi auch von
guten Autoribus gebrauchet wird. (yy) Sollen mir ihn aber durch einiges wahr⸗
feheintiches Fundament unter fügen, fo wolte ich fagen, dag über Dem Bafl-Clave
eis, die 3. oben Stimmen (@ g)in den folgenden Accorde nur mit einem hinzu
geiesten | und X verändert [=] und alsdenn erſt in Dem aten Accorde auf
folgende: Arth ; [: x| einiger maſſen reſolviret würden, wie unten No, %
deutlicher zeiget, Bey dem obigen zten Exempel ſcheinet es, als wenn die'gtef
nicht reſolviret wuͤrde: man kan aber ſagen, daß ſie in dem folgenden Satze d.
jur 3e. gemacht, und alfo nur aufgehalten, in dem nechftfolgenden Accorde e.
aber Demnad) refolvipet wird, wie No. 3. zeigen, ob wohl Diefe Refolution nicht
eine der beſten iſt.
Xxrxx 2 6.33. Die
6 Oben 8. 66. it die Belalsion diefer I7 defic. aufjeine andere Arth entſchul⸗
diget worden, ſo lange die yt. nun, nichts, dabey zu thun hat.
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3 (77) &
Das er ſte Er mp fh inet irregul air zu einen Wenn man aber dagegen
anſi bet, wie es ugten No. r. naturlich refolviren ſolte, fo findet ſich keine andere
Differenz, als daß dem Bafl-Clavi dest Bten halben Tadıs ein 5 vorgefeßer, und
nr der obern Stimme aebräuhliher maffen die byanticipiret worden. In dem
ndern Ey.mp' (fheinet der Satz Der 4t. maj. gar keine Reſolution zn finden,
| Te weil jediw. der Accompagnift uber dieſen Accorde natürlich die Harnionie, _
60 anſchlagon wird, fo machen dieſe Claves mit dem folgenden Kecörde auch |
kiue Verwechſ. lung der Harmonie art, Schlaͤg t man aber uͤber dem erſten
Accordee. ftatt der 2de die ge an (9) und verwechſelt dieſe Claves. t richtig |
in folgend n Accorde eis, fü Fan dieſer Iegtere Satz hernachmahle regelmäßig I
refolviren, wie unten No. 2. jeiget. Oder man Fan auch Dicoz tiber dieſem Bafl-
Clave cis in die oh verwandein, fü fall: t der Ambitus vor die finginde Stimme
natuͤrlich aus, wie No.3. zeigt In dem obigen 3'en Exempel fol die Refo-
n
lution des befanden Satzes 33 t natͤrlich wieder zurück i in 5 treten.
Di 2. Haupt, Claves diefs Accord:s f{ynd ie ) weil die in Sm Satze
Ip I verftechte st. min. (&) natuͤrlich in Diefe 2. Claves zu reſolviren pfleget:
GG ) un werten zwar beſagte Haupt. ‚Claves & .) bey dem folgendenre-
felvirenden Accord mit Hinuf: kung eines X er behalten, allein es wird
dabey ein neuer Clavis e. angeſchlagen, welches Verfahren eben nicht zu tadeln,
und läufft wiederum auff diejenige Arth einer verwechfelten Harmonie hinaus,
wie wir oben bey der Refolutione Diflonantiarum inDiffonantias oeſchen.
45—
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—9—
3
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— —*— an, umnntte- F- = ——
— L, E 2, No. 3.
E17 Di⸗
3 (78) &
$. 84. Die dritte Trias mag in folgenden 3. Erempeln beſtehen,
davon die erſten beydena allerdings verwirret, und dunckel ſcheinen, ob fie
gleich von BR groſſen Meifter herſtammen:
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Re L Exempel. sr,
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| Exempel 3,
ed ersten Exempel erſcheinet Feine Reſolution der #7 defic. und der Accom-
agnift wird ohne Zweiffel ber der Bafl-Note gis oder as Lie natürliche Ste f. ano
ſchlagen wollen, Allein es beruhet der Sag auff einer verkleideten Verwechſe⸗
Iung der Harınonie. Denn ftatt daß er natürkich alſo refolviren-folte, wie une
ten No. 1. jeiget, ſo verwechſelt er vorhero feinen Bafl-Clavem fis mit der 3e. die⸗
fes Accordeg, wie No. 2. zeiget. Vor dem vermwechfelten Clavem a, wird aber
ein b. gegeichnet C*) wie No. 3. angiebet, und dieſes ift die rechte Verwechſelung,
und daB legale Accompagnement Des Satzes, nach) welchen die 2, = der
def
(*) Daß man bey dergleichen Verwechſelungen ein.neues X oder b hinjufegen
koͤnne, folches. haben wir allbereit oben angemercket, |
3 679) &
Sr def. erft bey dem folgenden Tadte eintritt. Daß aberauff ſolche Weiſe im
ordentlichen Stimmen 2. Quinten entſtehen würden zroifchen der obern Stimme
nnd dem Bafle, wie unten No.4. je:get, folches ſuchet man entweder in vollftims
migen Accompagnement zu verbergen, oder man Ban auch bey dem gis oder as die
st alleine ohne die ste anfdylagen, wie No. 5,3eiget, dergleichen Weglaſſung fols
cher vermwechfelten überflüßigen Stimmen bey Dem Accompagnement nichts
importifef.
12 —
——— *
No.3.
Es ——
ESEEFIERFERSR
No. 4. No. 5,
Dos obige andere Erempel hat über dem Baff-Clave f. den Accord, fa} Dies
fer nun findet demerften Anſehen nad) wiederum Feine Refolution. Es beru⸗
het aber die Sache abermahls auff einer verkleideten Verwechſelung der Har-
zmonie, Dennidie Refolution deg Satzes £ fülte alfo heiſſen, wie nechit unten
No. 1. zeiget. Statt deffen aber verwechſelt der Baſſ feinen Claveın fis mit Der
ze feines Accord:s, fo Fame der richtig verwechfelte Sa No. 2. heraus. Por
diefen neuen Clavem wird ein b. hinzugeſetzet, und die über eben dieſen Clave ſich
defindende uberflußige 4t. maj, Fan man wiederum nach Gefallen behaften, oder
weglaffen, da denn letzternfalls Das natürliche Accompagnement No. 3, entſtehet.
ET Et
— —
No. L No. 2 | No, 3 Das
3 (720) &
Das ebige te Exempel dieſes s. ſolte natuͤrlich alſo refolviren, wieunten No. r. eis
ger run bat allda der refolvirende Bafl-Clavis d. folgende Stimmen uͤber fi
“ wie No, 2. zeiget. Diefer Satz aber wird dergeſtalt verkehret, daß die obere
Stimme B. zum Bafl-Clave erwehlet, jedoch vor dieſen Ball. Eben eine. geſetzet
wird; auff dieſe Arth kommet der verwechſelte Satz No. 3, heraus, wie er in obigen
zten Srempelbefindich. Bifagter Sag aber verwechſelt hernach bey dem ol⸗
genden Bafl-Clave £. feine Harınonie zum andern mahle, auff Arth, wie uns fehon
aus andern Exempeln dieſes Capitels befantt iſt:
7
— Be \ ' j
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—* 3 — * ee ETRSHRHNREEHENERASTE EEE
steil | == SS
TER ⸗⸗— VG nn Bw Br JJo e — Samen — — —öçö Et EEE ER m mn mn — en
No, I. No. 2, No. 2.
Die ste und letzte Trias giebet noch 3. Variationes des bekand⸗
ten, und — im Cantaten-Recitativ fü offt vorkommenden Satzes
—
= Er — e
zone wo — ® — —
— — ⸗ En tum 8
u Bean aus ya Hz Zi un ss α WER mr par rn
| = an —
® (a)
Ju dem ch Exempel —— natuͤrlich in das D refolviren, wie
unten No r.zeiget. Setzet man abervor Die Ste dieſes Clavis ein 3. wie No. 2. zei⸗
get, und ve rwechſelt alsdenn die Baſin mit der 3° Diefeg Accordeg, gehmlich mit l.
hoeutſichet das dbige erſte Srempelmit dem Accompagnement ab, wieNo.3.
zeigen. Solte aber der Be Die 8. dieſes Satzes nicht errathen, und
ſtatt deſſen die de, nehmlich Ja} anfchlagen, ſo muß man fee allerdings
vor eine Libercät.annehmen, die hier nichts importiret.
Das obige andere — ſolte alſo reſolviren, wie unten No. 1. zeiget, weil die in
dismoll
dem Accord 3: h verborgene Ste min, . 5; 5 t natuͤrlich in die 3e zu re-
folviren pfleget, wit No. 2. zeiget. Allein weil eben beſagte stemin. auſſerordent⸗
licher Weiſt auch in die Sterefolviret, wie No. 3. zeiget, fo ſiehet man, Daß Der Baſſ
des obigen andern Epempelsi in eben Dieferefolution fülkt,
Yyyy | Das
88 Ber y
— u———n
— = m it zz — — ⸗
—
1, DI 2 . No. 2. NE
Das obige zte Exempel iſt eben der Caſus des andern Exempels, nur mit dieſen Uns
terfcheid, daß die Stimmen bey der refolution verk:hret werden. Dennanftatt
dag die im Accord m verſteckte ste min, — rn. nach dem obigen andern
Exempel alſo reſolviren ſolte, wie unten No. 1. zeiget, ſo verkehret ſie ihre reſolution
alſo, wie No. 2. ausweiſet, in welche — denn der Baſſ des — zen
— * (**) —* 7 |
en
de —ñ
— age a
ad
ze an x ——— — je a ———
No. I. 2 No, 2
$. 36. Dieſes wären nun die dunckeln und zweiffelhafften Cafüs
Der heutigen praxeos, Die wir allbier befonders, und zwar Deswegen in
lauter Recitativ-Exempeln beleuchten wollen, weil eben in diefen Steylo die
geöften Mißbräuche der Theatraliſchen Fundamente vorgehen. Gfeich-
wie nun unſere — nicht iſt, daß ſich jemand an dergleichen ee
ESuaͤtze
c Wem das nbige andere und dritte Excmpel er den gebundenen Buff alſo
gebrauchet wuͤrden, wie folget, fo wuͤrde ihr Fundament klaͤhrer in die Augen
Jeuchten, wiewohl mir Die letztere Reſolution m wenig Satisfadtion giebet;
| 8 (073) & i
Säge gewöhnen, und felbige ohne Linterfcheid imiciren (zz) ſolle; alſo
erwächietdenen Mulic-Studirenden wenigſtens diefer Nug hieraus, daß
fiedarinne ihr Judicium pradticum uͤben, und dag ſchwartze von dem weifs
fein, ich meyne, Die Gradus eines gufen, pafabein, böfen, beffern und ſchlim⸗
mern Theatralifchen Satzes unterfiheiden lernen Fonnen. Uberhaupt
aber erhellet aus diefen gangen Eapitel, wie weitläufftig und zugleich
delicat dieſes Thearralifche ſtudium ſey. Anden nicht emmahlgenug iſt,
jedweden Muſicaliſchen Sag ohne Unterſcheid nach Denen ordentlichen
Regeln vor und mit der Refolution der Diſſonantien zu verkehren, und
nach denen gewöhnlichen principiis zu handthieren: ndern es gehöret
auch praxis und Erfahrung dazu, wenn dergleichen Bemuͤhung nicht uns
geraͤumt heraus kommen ſoll. Denn mit einem Sasse läffer fich dieſes
pradtieiren, mit dem andern aber nicht, und laufft entweder wieder Dem
Gufto, oder wieder andere Harmonifche Regeln, die ung im Wege fliehen.
Dahero man hierinnen eben fo wohl auff Exempel und gute Autores pra-
dicos zu ſehen nothig hat, wie man fonft bey Erfernung der Compofition
überhaupt zu thun/ und Lchrbegierigen anzurathen pflegek, ehe fie ſelbſt
einen Muſicæliſchen Habitum erlangen. —
$. 87. Indeß nutzet dieſes Capitel zweyerley Muſicis. 1) Denen
angehenden Componiſten, welche hier die wahren Fundamenta des gantzen
Theatraliſchen Styüi erklaͤhret finden, die ihnen vielleicht noch frembde
Dingefeynd, 2) Denen Accompagniften, welche Camera-und Theatra-
liſche Sachen (allwo ordentlicher Weiſe Feine Siguarusen über denen Baſſen
zu finden) ex fundamento wellen accompagniren fernen. Denn wie will
einangehender Accompagnift jeberzeitdie rechten vollſtimmigen Signatu-
ren folcher aufierordentlicher Theatraliſchen Sage aus einer 2 ſtimmigen
Cantate, Arie, Recitativ &c. heraus ſuchen und errathen, wenn er Die Ders
Fehrungendiefer Säge, ihre aufferordentlichen refolutiones, und andere
anſcheinende Neuigkeiten feldft nicht verftebet? Ich babe Accompagni-
YyvYy 2 | ſten
(22) Ob ich gleich nicht laͤugne, daß ich fonft hierinnen freye Ausländer ſelbſt imi-
tiret habe, worinnen ich aber nach gruͤndlicher Unterſuchung dieſer Materie al⸗
lerdings einen maͤßigen Tritt zuruͤcke chun werde,
8 (724) 8
ſten gekennet, welche weil fie etiwart dag a. b. c. der Compofition, ich meyne
die gebräuchlichften, aus Con-ımd Diſſonantien beffehende harmoniſchen
Saͤßtze nebſt ihr en ordinairen reſolutionibus erfernet, fo haben fie alles nach
dieſer Elle meſſen, und Diejenigen Theatraliſchen Saͤtze vor unzulaͤßige
Libertaͤten ausgeben wollen, die fie nicht fundamentaliter accompagniren
konnen, fondern daruͤber bin gewiſchet, wie die Rage uͤber den heiſſen
Brey. Unſern Accompagnifteaber allbier, werden wir nunmehro zur
befierer Einſicht przpariret Haben, weswegen wir ımfere Thearralifihe
Theorie hier mit beſchlieſſen, und zur würdlichen praxi des
Theatraliffpen Accompagnementes
‚breiten.
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Das II. Capitel.
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Dem General-Bafs vhne Signaturen, und wie die⸗
(€ in Cameral- und Th eatralifchen Sachen
zu erſinden.
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CE (oh Trhaben allbereit zu Anfange des vorhergehenden Capi⸗
tels gedacht, daß wenn wir von unbezifferten General Ba
. : NS fen reden, wir nur Diefenigen Cammer⸗ uud Theatrali-
Bi BE) Then Sachen verfichen, allwo nach überall eingef fuͤhrten
Gebrauch wenigſtens die Vocal- oder Concert Stimme.
zugleich über dem Baſſe geſchrieben ſtehet. Gleichwie nun dieſe Concert⸗
Stimme ordentlicher Weiſe das meiſte und gleichſam die gantze Forge eis.
nes Muſicaliſchen Stuͤckes ausmachet; Alſo faͤllet es einem Accompagni-
ſten deſto leichter, daraus den hier und dar abwechſelnden Ambitum moch
zuerfennen, (a) und die nöthigften vignaturen mit Beyhuͤlffe wohlge⸗
gruͤndeter Kunſtgriffe zu errathen, wie wir in dieſen Capitel erflähren
werden. Wenn man alſo den ſtatum caufz in Materie nach allem:
Umſtaͤnden wohl betrachte::
N) Was vorein Subjetum dazu erfodert wird/ das ——
Bäffe ohne Ziffern accompagniren lernen ſoll? Nehmlich ſo ein Sub-
jectum, welches einen bezifferten General-Bafs allbereit en perfection
tractiret, und folgbar ihm die Harmoniſchen Saͤtze, u Gaͤnge nicht
unbekandt eund.
VYyy y3 ÄL- 2) ie
© Eben diefes if aud) der Endweck ale Kegeln, korhhr. sog unseren Gi Guas-
al· Baſſen gegeben werden.
8 (76) & | |
>) Wie dergleichen unbezifferte Bäfle befchaffen feyn follen? -
Rehmlich die Concert-Stimme, und folgbar die Forge des muficali-
ſchen Stuͤckes fol zugleich uͤber dem Bafle geſchrieben ſtehen.
3) Durch was vor Kunſt⸗Griffe man zu ſolcher Wiſſenſchafft
gelangen ſoll? Nehmlich durch wenige aus der Compofition ſelbſt
genommene Regeln, welche eingig und allein zur Erflährung und. -
Erkentniß des muſicaliſchen Ambitus ſuͤhren. ie A
So darff man wahrhafftig kein ſo groſſes Hahnen⸗Geſchrey machen von
der Schwuͤhrigkeit ſolcher unbezifferten Baſſe, und von der Unmoͤglich⸗
keit Regeln davon zu geben. Gewiß iſt doch einmahl, daß ein rechtſchaf⸗
fener Accompagnift den Ambitum modorum verſtehen, und dergleichen
unbezifferte Cammer⸗ und Theatraliſche Sachen accompagniren lernen
muß / er mag nun dieſe Kunſt von ſeinen Meiſter, eder aus ſelbſt eigener
langen Erfahrung lernen. (b) Soll er es von feinen Meiſter lernen? ſo
werden ihm hier dergleithen wohlgegruͤndete Regeln eben dasjenige ſa⸗
gen, was ihm ein Meiſter (auf deſſen Treue und Geſchicklichkeit er ſich an⸗
ders verlaſſen kan) muͤndlich ſagen, mit ihm uͤber dieſen oder jenen unbe⸗
zifferten General· Baſs raiſonniren, diſcuriren, oder nach Denen principis der
Compofirion Anleitung geben fan, Soll er es aber aus ſelbſt eigener Er⸗
fahrung lernen, ſo iſt ja unwiederſprechlich, daß dieſer Weg gantz ungleich
laͤnger/ ſchwehrer, u. weniger fundamental iſt, als wenn man lehrbegierige
durch kurtze, und gründliche precepra ſuchet geraden Weges anzufüihren,
Dieſes letztere nun iſt unſer Borhaben, und alfo wollen wir ung weiter-
nicht irren laſſen, ſondern denen Lehrbegierigen zu beſondern Nutz zei⸗
gen, wie man die Signaturen ſolcher unbezifferten Baſſe erfinden muͤſſe
I. Aus der uͤber dem Baſſe geſchriebenen Vocal- oder Inftru-
mental-Stimme, | | |
I], Aus etlichen leichten General-Negeln, oder merckwuͤrdi⸗
gen IntervallisderModsrum,
IT. Hug
(b) Tertium non datur, wofern man keine Regeln zu laſſen will, man mufle denn in
dieſer Materie auf Infpirationem divinam warten.
a A “a ee
‚DH. Aus etlichen Special-Regeln,oder aus dern Ambitu.der
| Modorum felbft. er ee
$. 2. Das feichtefte geber voran, wenn wir Tagen, daß Die Signatureit
zuerſt aus der daruͤber ſtehenden Stimme zu erfinden fennd. Lind Dies
feg gehet vornehmlich die Difonantien und derofelben refolutiones an, wel⸗
che man nirgends anders, als aus der Partitur des Componitten herhoh⸗
len kan. (c) Dieſes aber iſt gar kurtze Arbeit. Denn wenn z. E im Bafle
der ClavisD. und in der darüber ſtehenden Stimme der Clavis C. angege⸗
ben wird, ſo weiß man ſchon, Daß dieſes eine 7me iſt, zu welcher bekandter
maſſen die ze und zte gehoͤret, alſo ſchlaͤget man den Accord zuſammen an,
und brauchet es weiter keiner Kuͤnſte Findet man ferner im Baſſe dem
Clavem E. und in der. daruͤber ſtehenden Stimme das b moll, fo weiß
man, daß dieſes die se. min. fen, zu welcher. die zeund Ste gehoͤret, weiche -
man wiederum zuſammen anſchlaͤget. Und fo mit allen ttörigenSigna-
euren. Wir wollen zu volliger Erlaͤuterung folgendes Exempel beyfuͤ⸗
gen, allwo die daruͤber geſetzte Stimme gar offt aus dem ordinairen Ac-
cord fo wohl in andere Confonantien, als in die meiſten Diſſonantien aus⸗
weichet: nein h N |
diefen Baßs num ohne darüber geſchriebene Signaturen zu accompagniren , ſo
giebet uns die Vocal- Stimme folgende nach denen no.no. margvine
Sage an: | — ah Bon
No. (1) Wirddie 3 maj. bey denen ordinairtn Accorde angedeutet,
(2) Bieberdie 6 an, dazu gehoͤret befandtermaffendie 3. und 8.
(c) Denn ſo lange der Componiſt die Frer heit hat, nad) gefallen Con- oder Diffonan-
uien, ingleichen Diefe,oder eine andere Diffopanz an eben die Stelle zu ſetzen, ſo lan⸗
S — a TER ge
ar!
— —⸗ Tr
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— E
(sea nt ar 1 (10% ır) (12)
BE
u; m.
Sal) Ga. ae ee
or . E
. — ar Ri J =) tus [7 u - 2* ER, # m mr mn
= — me en - am -*K * — ms. — 5 r — — Ha => un
— u zen = - — i — —— 2 — a mn
ng un —— n ums FR u 4 me | wo - TR a Da > Senn in
No, (3) Zeiger die 3. min. bey dem ordinair.n Accorde, a,
44) Zeiget 7 aa, dazu gehoͤret befandter maffen die 3. 5. und 8.
(6 Deuter st. min.an, dazu die 3. und 6. gehoͤret. Ä |
16) Wird die 7. ang geden, Dazu gehör:t allbier, nach Anleitung Der vorherge⸗
henden Nete, di 3waj nebſt ders und. —— *
(7) Giebet bdefic. an, wozu bsfandter maſſen Die 3 und <t. min. g hoͤret.
(8) Weil in dieſen Satze keine ordinaire Refolution der vor hergegangenen I de-
fic, erſcheinet, ſo erinnert man ſich aus dem vorigen Capitel 9.633. ſegq. daß
dieſes eine Verwechſelung der Harmonie ſey, zu welcher man entweber den
Accord Sat oder {4} anſchlagen Fan. Hierbey dienet eben dieſer
3
Satz sum Exempel, wie noͤthig es fey, Daß ein habiler Accompagniftalleoben
gelehrte Theatraliſche Verwechſelungen der Harmonie wohl verſtehe, wo⸗
fern er nicht in ſinſtern tappen, und in feiner Kunſt vollkommen werden will.
(9) Giebet die 6te, und (10) Die 5t. min. an. Die dazu gehörigen Stimmen
fennd bekondt. |
(11) Zeiget die 7 wozu hier 3. maj. nd 8. gehoͤren.
(12) Weiſet die 76. auf, wozu befandter maſſen Die 8, auch wohl die st.min,
| big
re — — — —
ge iſt auch vor Anfaͤnger Fein anderer Weg zu Erfindung ſolcher Diſſonautien
uͤbrig. Denn von dem Gehoͤr wollen wis bier nicht ſagen.
*
2a an ME) mag nn N nn
— — * — —
I X er 2 Sr
= - a‘ anal, Armed
* ee —
a
5)26) |
beyden 10theil in der Vocal- Stimme vor eine bloffe Variation annchmen,und
old mit Dem Accprdder 7. die gantze Note durch halten, die verwechſelte re-
ſolution dieſer 7. ober erſt in der folgenden Bafs-Note ſuchen, wie oben p.664
- fegg. die Fundamenta nebſt deutlichen Exempeln gezeiget worden
No,(13) Zeigetdiegmaj. (14) Dieste, und (15) Die gewöhnliche Cadenz 4 X am,
zu welcher befandter mafſen die 5. und 8. gehoͤret. —— 3
(16) Gitbet die Ste, (17) Diezmaj. und (18) Die 4t. maj. An, zu welcher letzten
befandtermealfin Die2.und 6. gehoͤren. |
(19) und (20) geben bende die 6 an,
41) Biebitdie 57 def.an. Weil aber die Vocal-Stimme in folgenden Noten
beſtaͤndig einerley Clavem wiederhohlet, der Baſs hingegen biß zu (a2) eine
bloſſe Variation des erſten Accordes — a h dorftellet, ſo erfennet man Hieraus
die oben p. 56o.feqg. gezeigte Arth einer vermechfelten Harmonie, und bleis
bet mit der rechten Hand in gedachten erſten vollfiimmigen Accorde fo fange
liegen, biß endlich bey | a:
(23) Diebißherige Diflonantiengurg. werden, welche hier 3 maj.und Ste, zum
Uberfluß auch Die 7. zu ihren Neben⸗Stimmen haben mag, und endlich bey
(24) indie Gterefolviret, bey weicher 6, Dir vorher beftändig gelegene st.min. c,
‚gleichfalls kan beybehalten, und en lich über der folgenden Baßs-Note refolvi«
ret werden. | “
(25) und (26) geben die 3maj. (27) aber die Ste an, bey |
(18) Werden in der Vocal- Stimme s5 und ee gleich nach einander
angegeben, welche din befandten Satz gb auemaden r |
78 ey: 3 N |
(29) Wird sb angegeben, welche ihre natürliche 3.min, bey ſich hat. Das
| TE. SIE | gleich
2 (70) 8
b | |
—
Eu Re ge ei
3 F abge
(28) = — (37) |
Sram iz Be — —
gleich darauf folgende fis aber ſchicket ſich bier nicht zu dieſen Accorde:
alſo iſt es nur als eine Anticipation des kuͤnfftigen Accordes anzuſehen, und
wird ordentlicher Weiſei im Accompagnement gar weggelaſſen. CNB: Man
wolte denn, den völligen Accord der ʒukunfftigen Note — der rech⸗
ten Hand ʒugleich anticipiren, welche Arth des Accompagnementes, weit fie
bey Hielen Dergleicyen Antieipationibus fan angebracht werden „und bey Dem
sten Pundte-desvorhergehenden Capitels uͤbergaugen worden/ man ſich all⸗
hier beſonders mercken kan.)
No( 30) Giebet die 3 maj an, Die] nachfolgende ate iſt wiederum eine Autieipation des
folgenden Satzes, irn entiwederim Accompagnement: gar weggelaflen, o⸗
der der ganke Accord.der folgenden Note auf nur gedachte Arth mit der rech⸗
ten Hand anticipiret werden.
131) Giebet die 3; und gleich darauff die & fopschl ‚an, welche beyde ——
ſtehen, und alſo zugleich Sigg werden Eünnen..
(32) Iſt endlich die bekandte Gadenz. an 4X Ida die Stimme, durch die ste und
yte zum Final gefuͤhret wird.
3. Hier moͤchte mannun den Einwurff mochen und fragen, woher
ri are die Diffonantien errathen: folle, wenn die Vocal- oder Con-
eert-Stimmme hier undda flille ſchweiget, oderbefagte Diſſonantien in der
nenübrigen Stümmenverborgen ſtecken, welche nicht über dem Bafle ges
ſchrieben ſtehen? Dierauffiffmit Unterſcheid zu antworten.
Erſtlich bey denen Cantaten, Arien und Solo ohne Inſtrumente, welche
ſonderlich im Cammer⸗ſtylo, ſo zu reden, das taͤgliche liebe Brod
| Bude
hat man dieſer Vor ſorge nicht noͤthig. Denn wo die daruͤber geſchriebe⸗
ne Stimme ſtille ſchweiget, oder was ſie nicht ſelbſt von Con. und Diſſonan-
tien angiebet, da hat der Accompagniſt die Freyheit nach feinen eigenen
Gutduͤncken mit Con- und Diſſonantien zu verfahren wie es ohngefehr der
Mußcaliſche Ambitus modorum leiden fan, welchen wir eben in dieſen Ca⸗
pitel beſchreiben werden. |
$ 5. Was gange Spartituren.anlanget, woraus man insgemein die
‚Opern, Duett, Trio.&e. 31 accompagniren pfleget, ſo brauchet ed wieder
keines beſinnens, woher Die Diffonansien zu errathen. DennwodieVo-
cal-Stimme aufhöret, da fangen Die Inftrumente an, und alfo mangeltes
niemahls an Gelegenheit der Intention des Componiften einzufehen,, und
die nothwendigen Signamren zu obferviren, Jedoch wird auch bier ein
ungeuͤbter Accompaguit Schwuͤrigkeiten finden, woferu.er nicht durch
Solide Erfäntniß des Muficalifihen Amibitus ſich einen Habitum erlanget;
Die Spartieuren gleichſam in einem Augenblick zu uͤberſehen/ und das ſtete
Changement der Tone nebſt feinen veraänderlichen Cor- und Diſſonantien
ex tempore zu finden. N at BE 2 SHUS?
9. 6. Was nun endlich Arien und Cantaten mit Inftramenten anlan⸗
get, da zuweiln uͤber dem Baſſe nichts als die eintzige Vocal- Stimme ges
ſchrieben ſtehet, fo ſcheinet dieſer eintzige Calus den wichtigſten Zweiffel zu
machen, woher man alsdenn die in denen ͤbrigen Stimmen verſteckten
FE zumahl bey paufirender Voeal-Stimme errathen ſolle? Al⸗
ſein es iſt | LE !
1) Anhero zu wiederhohlen, was wir allbereit oben gedacht, nehmlich
Daß die Voeal-Stimme gleichwohl das meiſte und die Lorge eines ſolchen
muficalifcben Stuͤckes aus machet, alſo muͤſte derjenige Accompagnift gan
und gar nichts worn muſicaliſchen Ambitu Modorum wiſſen, viel weniger
ein Oventlein Judicium und Gehoͤre haben, welcher ſich bey denen dazwi⸗
fiben vorfallenden wenigen Paufen oder Euren Rittornello nicht aus dem
Hanffe finden, und die nothigſten Con- und Diffonantien biß zu Eintritt
der Vocal-Stinmneerrathenwolte. Sefegtaberdagidn
2) Hier und dar eine Diffonanz echappirfe, fo wollen wir denen Inci-
pienten zu Liebe, allbier mit guten Grunde behaupten; Daßder Accom-
n 335 3 2 pagui-
8 (32) &
pagniſte nicht allzeit nothig habe, alle etwan in denen übrigen Stimmen
vorkommende Diffonantien auf feinen Clavier vollkommen zu expri-
miren.
4. 7. Will iemanden dieſes frembde vorkommen, fs frage ich einen
iedweden Maufic· verſtaͤndigen, ober mir nicht zugeben muͤſſe, Daß auch der
allerperfeeteffe Componifte, und General-Baffifte nicht alle, etwan in vers
deckten Mittel-0der ſonſt bey öffentlicher Mufic weit. von ihm flehenden
Stimmen, vorkommende Diffonantienr und minutiffima mit feinem Ge
höre penerriren, folgbar auch nicht auf feinen Clavier exprimiren Fan?
Allein hieran iſt wenig gelegen, folange er nur nicht ſolche contraire Grif⸗
fe thut/ welche bey denen Sagen der vorgelegten Compofition garnicht ſte⸗
ben konnen. Alſo muͤſte derjenige Accompagnift ein Syberianiffhee Ge⸗
hoͤre haben, welcher den volligen Concentum der in dem Accord 45 —
einfallenden Inftrumente nicht vernehmen wolte, ob ihm gleich fein unbe⸗
zifferter Baßs feine Gelegenheit Dazu giebet. Gleichfals laͤſſet ſich eine
5. und 6. ſuperflua, eine A defic. und dergleichen harte Diſſonantien gar
bald hoͤren, ſie ſtecken wo ſie wollen. Hingegen laſſe man es ſeyn, da
dann und wann eine 7. oder 9- nicht oblerviret werde, weil fie Die Con-
eert-Stimmenichtangegeber Es iffnichts daran gelegen, wenn man
ſtatt deſſen dem ſimpeln ordinairen Accord ergriffen, weil Diefer eben fo
wohl, wie gedachte 7 und 9, die 3. und 5. zum Neben⸗Stimmen hat,
folgbar hat man mit denen übrigen Muheis nicht diſſoniret. Alſo ift e
benfalls an der Exprefüion der st.min nichts gelegen, wenn die über der;
gleichen Noten fiehende 6. nicht weggelaſſen wird. Denn zu der st. min.
gehören eben fo wohl die3. 6. 1unds. wie zur der 6. alleine. Noch weiter
zu gehen, fo ſehen wir aus einigen, Cap: 3: der erfien Abtheilung diefeg
Buches , p- 206. ſeq. angegebenen cahbus, daß z. €. ſtatt der 43. gar
wohl der ordinaire Accord, ffatt der 76. Die 6. alleine &c. &c. paſſiren
kan, weil es folchenfall$ Anticipationes refolutioni sDiffonantiarum werden,
— — des Gehoͤre, nach denen Saͤtzen des Componiſten zu wies
er ſeynd. |
. 8. Indeß iſt es wahr, daß man aus ſolchen libertaͤten auch Fein *
um
8 673) 8
kım lgnorantix machen muß. Denn ie mehr und accurater ein
Accompagnift allein: dem vwolligen Concentu, Harmoniz vorkommende
Con- und Diſſonantien biß aufdag kleineſte exprimiren Ban, ie mehrift ſei⸗
ne / wo nicht allzeit nothige, doch ruͤhmliche Geſchicklichkeit zu loben,
Und dieſes ſey genug geſaget von Erfindung der Diſſonantien in Cameral-
‘und Theatraliſchen Sachen. Hinſuͤhro werden wir mehr mit Confonan-
tien zuthun haben, wenn wie nach Eingangs gemachten Entwurff die
Signaturen ferner erfinden wollen: PR, ann
I. Zus etlichenleichten General-Regeln, oder merckwuͤrdi⸗
gen Intervallisder Modorum, | op
$ 9. Daß manordentlicher Weifedie Signaturen eines undezifferten
General-Bafles mehr ausdem Ambitu modi felbft, als aus dem euferlichen
Intervallo judieiren muͤſſe, ſolches iſt auſſer allen Zweifel. Sucher man
aber per artem combinatoriam alle mögliche Gänge durch, welche der
Baßs in ten natürlichen ambitu modi majoris und minoris machen kan:
fo finden fich allerdings einige Intervalla, woraus man leicht die natuͤrlich
Darüber gehörigen Signaturen errathen fan, wofern wir nur ein richtiges
principium zum Grunde fegen, und nicht aus dem nachfolgenden erſt auf
Das vorhergehende ſchlieſſen. (d) vielweniger aus allen Intervallis ohne
Unterſcheid eine Menge Regeln erdencken wollen, die uns die Sachenur
ſchwerer machen.) und das Gedaͤchtniß nicht behalten fan. Dergleichen
‚ | Miß⸗
— —
(d) Z. E. in unterſchiedenen in⸗ und aus laͤndiſchen Tradätgen finden mir folgende
faſt allgemeine Regeln: wenn 2 Noten um ein Semitonium ſteigen oder fallen,
fo hat die unterſte Die 6, uͤber ſich. Item: wenn 2 Noten um eine 3 maj ſtei⸗
gen oder fallen, fo hat die hoͤheſte Dies uͤber ſich. Auf ſolche Arth ſoll man nun
bey 2 ſteigenden Semitoniis, und einer fallenden 3 maj. die nachfolgende Note
voraus anfehen, che man wiffenfan, was die vorhergehende vor eine Signatur
haben mag, weldes zin verfehrter Schluß iſt, zugeſchweigen, Daß ohne diß ge⸗
Dachte Regeln in denen wenigiten cahbus mit dem natuͤrlichen ambitu modi in⸗
treffen, welchen wir doh zum Grunde ſolcher Jirgefn fegen muͤſſen.
Ce) Unſer Autor, der Gafparini iſt — ſehr weit gangen, wer ihn en
58.3 ih,
EB Ca) 8
Miß braͤuche ſeynd nun in folgenden Genervi-Regefn vermieden worden,
Ä in en
und ſetzen wir ſonderlich in Denen 6. erſten Regeln theils den rg
— NR, den Ba Ge 2 eine Gte uͤber ſich fuͤhret) ſtatt
er erſten Note zum Grunde, von dieſen aber machen wir erſt den Sch
auf die folgenden Noten. Ah | ” et
ech e General, an Der ordinaire Accord (*) ein Semitonium
unter ſich oder eine zmaj. und min. CE) überfich gehe, fo hat die fi
Note natuͤrlich die 6. z. E. een m —
6
* BG En
J En 4-0 —— ——— 3— DEE en
un FH =: 4 a a —
en en — — -—x > a 2 - ne
‚Reg. 2. Gen. Wennder ordinaire Accord dur (*%) ein Semitonium ik
ber ſich oder 3.maj. unter fich gehet, fo bat die letztere Note natuͤrlich die
6te. Gehet aber befagter Accordeinen gangen Ton unter ſich, fo. hat die
⸗ 6
letztere Nore natuͤrlich den Accord {HF 3. E.
6
Mr #
4 |
R 6 2 X Ä
Me — ur rn Be a un — man jung di Kan mn ua— — m en - ur — — — nn
—e ⸗ zu men 7 —— — SE Sana —— m may: = — . Dar ame — — dd a nr neun
Wr Ber = - ug u — a —⸗ I— — — —— ——
Reg. 3.
Ä will. Er geſtehet aber endlich ſelbſt, Daß man Die Signaturen viel. beffer, und
on. ohnefogroffe Confufion aus dem ambitu modi judieiren koͤnne, wie er Denn zu
dem Ende gewiſſe Schemata angiebet, die wir unten fihen werden,
(*) Es verſtehet fich jederzeit die Baſis, welche den ordinairen Accord über fich hat,
(£)Einmab! vor allemahl wird hirr erinnert, daft wag wir hinfuͤhto vondem&pruns
geder 3 maj. fagen werden, ſolches auch von ihren umbgekehrten Intervallo dee
6. min. zu verftehen fey, und was wir von dem Sprunge der 3, min, fagen
werden, ſolches auch von dem umgefehrten Intervallo der 6, maj. zuverſtehen.
Wes wegan wirincbigen Exempela zumehrer Deutlich Eeit icderzeitdie doppels
ten Bals-Claves angeben werden.
(*5) i.c. der 3,maj. uber fich führer,
x 6
3 6735) 8
Reg. 2 Gen, Wenn der ordinaire Accord moll (FR) einen ganzer
Ton oder 3 24 maj. unter ſich — ” hat die leiste Nore natürlich Die
Ste 2 e
ä
> —
„Reg. 4. Gen. Wenn ber: En: einer nicht: dir 3. min.
werfulipfften) 6. min. ein Semironium ber fich, oder 3. maj. unter Sich ger
het, ſo bar dte legte Nore natuͤrlich Deitordinairen Accord. Gehet aber bes
fagter 6tensAccord einengangen Ton fiber fish, fü Bar die feste Note na⸗
tuͤrlich Die 6te. |
ae — —
Reg. 5. Gen. Wenn der Accord einer (ordentlich mit der 3. maj. ver⸗
knuͤpfften) 6t.maj. einen gantzen Ton uͤber ſich, oder unter ſich gehet, fo
hat die letztere Note natürlich Die 6te. Gehet aber befagter Accord eine
3. mitt. * fh, 2 bat die — Note natuͤrlich den ordinairen Accord.
SE — — ze = ze —
Grm; pen: _ RT en er tie, BEL Ser
— bar. — wem -g-
u —
Reg. 6. Gen. Wenn der Accord einer mit der 3. min. verknuͤpfften 6.
ma). einen gangen Ton inter fich gehet, fo hat die legte Note natürlich den
ordinairen Accord. Gehetaber befagter 6ten⸗Accord (Meine 3. min. uns
ser A oder (2) einen halben Ton, Er einen ganzen Ton; a (4)
„sine
= CF) ie > 3. übe TR
ELBE)
ar: min, uͤber fich, fo bat in allen 4. Faͤllen die letzte Note natuͤrlich
je Gte. |
——— —— Ei
=: Bares en =
ER sure GREN nn Dar Ba] nn u Fe BD Dr a Teer, BIS IT
Bm rn un u mm, nm EEE Tee: rung ea ns ! e
—A
(4) |
(NB. —— tt Intervallis der Sve laͤſſet ſich nichts gewiſſes (g) von
dem naturt chen ambitu modorum ſchlieſſen. Alſo gehen m weis
7.
(g * Z. E. wenn der me Accord ‚per Tonum fteiger, ſo — man nicht eigent⸗
lich ſagen, eb die letztere Note natürlich Die 6, maaf. oder wiederum den ordinai.
ren Accord mit 3.maj, haben mag?, Denn beyde Gange fommen mit dem natuͤr⸗
lichen ambitu Re Modi überein, 3. E.
a
a moll. ce dur,
Ferner, wenn der Accord, der, mit der 3.maj. perfnüpflten 6, maj. in dag Se-
miton,nntermwerts oder indie 3. maj. aufiwerts ſpringet, ſo kan man wiederum
nichteigentlich fagen, ob bey Dem erften caſu Die letzte Note die 67, oder den Ac-
cord — 9 bey dem andern eaſu aber die letzte Note den ordinairen Accord
mit 3. min. oder waj. haben folle, weil beyderley natuͤrliche Gänge wiederum
Papa in T or und fen sa a Be mehr,
a —
8 (737) %
ter, und fegen noch folgende 2 General-Negeln hinzu, welche ihre eis
gene raifons bey fich führen.)
Reg. 7. Gen. Wenn 2. Noten um eine 3e fleigenoder fallen, deren die
eine ein b, oder X. vor fich bezeichnet. hat, fo wird dieſes b. und x. ordents
licher im auch i — dem Accorde andern Note pet (b b- €.
— — — == — —
re LEE — se Ge er =
Z F nz ——
az > ie8e Lexa — Ä ETF,
FR, co nn a 2: — — —
u us a ‚umge Viren Kup SEE ERSTE EI RR ZU SEE Geammmusunu
en .—
Res,g. Gen. Bor welcher Note se einfremdeB C) x sderenhößendesh fer
Er Ki bat este Die ai fi e je mag per — — — faltu ‚ger
en 34
Bin Aaaa a FAT, Be
(h) Bil hutaar — —— —— aiftepen Bann. E.
Ci) Es wird hier auff deutſch von einem, = orde 5 fehenden feembden oder. acci-
dentalen, (nicht ader vor dem ſyſtemate gehörig beeichneten) X und 5 gereder,
Dennüber dergleichen Noten kan niemahls eine Staperfedta fichen, ohne daß |
man ganglich aus dem richtigen Ambitu modi falle, wieman es leicht mit denen”,
KR und A. obiger Spempelprobiven mag. Und dieſes iſt eigen lich die wohl⸗
ggluͤndete raifon, warum die Alten obige Regel geben. Hingegen werden
hiervon die effentialen EX eines jedweden Modi nothwendig eusgefehloff 1,779
fie mögen vor das ſyſtema modi richtig begeichnet fenn, oder nicht. Alſo Fin
nen). E. im modo g. dur das fis, immodo d. dur das cis und fis, im modo a dur,
| Be, URB
2 6738) 8
—F s at Fu * — babh —
SEHE SR ENTE |
. 10. Wer fich diefe General-Regeln wohl bekandt machet, der
wird in praxi eines unbezifferten General-Bafeg offters groffe Erlcichtes
zung finden; indem es nathrlich, Daß ein ungeuͤbter aus dem euferliz
chen Intervallo einer Note vielleichter, und geſchwinder judicirenimag, ald
aus dem offt verſteckten, oder ale Augenblick abwechfilnden Anbitu mo-
dorum. Indeß iſt gleichwohl eben diefer Ambitus modorum die Haupt:
Dvelle, woraus befagte General-Regeln gefloffen, wie wir unten zeigen
werden. Alſo fernen wir endlich der Sache vollkommen einfehen,
wenn wir Die Signaturen fundamentaliter zu erfinden firchen :
II, Aus einigen Special-Negeln, oder aus dem natürlichen
Ambitu modorum felbft.
6. Wir haben in heutiger praxi 2, Haupt⸗Modos Muficos, nach
welchen ſich alle die übrigen richten, nehmlich: Modum majorem, deſſen
funidamental-Clavisdie3. maj. uͤber fich führer; ‚und Modum minorem, deſ⸗
fer fundamental -Clavis die 3. min. über fich führer. Der Modus major
ſtellet uns die Clavesfeiner gve infolgender Ordnung vor:
—
Der
das cis,fis, und gis &c. gar wohl die gtam perfectam uber fi feinen, wenn man
in Die 3e und 6te dieſer Modorum ausſchweiſſet, weil olhe X dem Modo
eſſential feynd, und allerdings vorgezeichnet ſeyn folten, wie wir allbereit von
dergleichen richtigen Bezeichnungeninder Erſten Abtheiſung diefes Werckes
p. 153, gedacht⸗ |
3
Bl») 8%
-d- Bus
ce dur. #
Der Modus minor fiehet alfo aus:
ee ee
7 ae —
1 En TEE Er rn eng RE
ED m ST) ARE zn rn er re,
— > — Er as IRRE] man Berg TREE Bu u je Ma Dee zn ME KIT un N Er Tu HERE TE DR HT ar
Amel.
Wollen wir nun die signaturen unſeres General-Bafieg aus dem ambitu
modorum erfinden, ſo muͤſſen wir wiſſen, was jedweder Clavis von dieſen
beyden Haupt⸗Modis vor Signaturen natuͤrlich uͤber ſich leiden kͤnne. Lind
hierzu ſollen ung folgende, theils aufnatuͤrliche raifons, theils auff ſichere
principia Compoſitionis gegruͤndete Special-Regeln anweiſen, deren Funda-
ment wir jederzeit dabeh angeben werden.
Reg. i. Special. Die 5ta modi maj. und min. hat natuͤrlich 3. maj. uͤber
ſich, ſie mag in hſtematẽ modi vorgezeichnet ſtehen oder nicht.
Ratio: Es iſt ein Hauptrincipium der Compoſition, dag man allzeit
das Semitonium unter demjenigen modo maj. und min. hoͤren laͤſſet, wor⸗
innen man moduliret 9) z. E. Solange man im D moll moduliret, fg
lange laͤſſet ſich das Semitonium eis, und nicht c. Hören. Im a moll hat
man mit gis und nicht mit g. zu chun. Bey g dur laͤſſet ſich natürlich
Das fis, und bey Ddur das eis hören, und fodurch alle modos. Weil nun
gedachteg Semironium modi zu der 5tamodi die ze ausmachet, fo entfiehet
Daherodie obige Regel, *
Aaaaa 2 Reg. 2,
neuer)
CH Diefes Principium ift Das oben in der Einleitung p. 92. gedachte erſte Inven-
tun, welches der Gafparini mit mir zum Grunde feet, wenn er p. 75. feines Tra-
dates anfanget vom General-Baff ohne Signaturen Regeln zugeben. Bald uns
genein mehrere, Se ur
e (96) E
—
cdur. g Ei a moll. Dmoll. | . moll.
Reg. 2. Special. Die ata modi min. hat natsielich die 3.min. uͤber ſich,
ſie mig im Sftemare modi vorgezeichnet ſtehen oder nicht. |
- Ratio. Es iſt wiederum ein Haupt⸗ Principium der Compofition daß
man in modis minor. allzeit die öt$ min. des jenigen modi hoͤren laͤſſet, wor⸗
innen man moduliret, z. E. ſo lange man im Dmoll ſich auffhaͤlt, fo fange
laͤſſet ſich Die sb. b moll, und nicht h. Hören. Im gmoll Hat man mit Dis
moll und nicht mit e. zu thun. Im c moll fAffet fich natürlich Die Sb.as,
und nicht a. hören, und fo durch alle modos. Weil nun gedachte 6: min.
des modi min. zu der. a modi die ze —— ion — die
obige Regel.
DE - a — TE ers es a }
— — * Ei — pn: — —
D moll. G GENE a u Ol,
Die uͤbrige Harmonie aber der 4temodi maj. und min — — aan |
fieamalfernatürtichften den tordinairen Accord, (Die 6. oder ($) ſeynd
aufferordentliche Galle) In dem eintzigen Caſu aber hat beſagte 4tamo-
ch natuͤrlich den Accord It uͤber ſich, wenn ſie aus der ze pertranfitum
in die ze herab er wie aus denen beyden * ran zu erſehen.
ee — er ER Keil
NB. Noch
* a 8
—
er Rang -——n. un me.
REIN TE ce Amnumeı an arena WCÜ-AOÆI
ar: NE To) aa Tr SEN I Te ie oe ne a ee Te
Sc een same ———— — —
N. Noch — — zu Fe daß weil nach dem principio ver
obigen andern fpecial-Regel der modus min. in feinen ambitu die 6. min.
und nach dem Principio der obigen erſten fpecial- Regel das Semitonium
drunter tractiren ſoll, ſo entſtehet auf folchen Fall ein unnatuͤrlicher Bang
der 2dæ ſuperflax, wenn man aus der za modi min. afcendendo in dir 8ve,
oder aus der gvedefcendendo in diestam ri will. z. E.
— zer eeiie- 352 — #8 22]
ade 5 ms 22 uch Mlpiree Menke . Ben ni Ben m IB CR
— — — es zum Bann na Cruz er
— un —— — — —
nd) us nn re nn en iz —— — Ve
“amoll: - Gmoll.
Dieſen Ubel nun rigen ſo nimmet der Componitt in folchen Faͤl⸗
ig afcendendo ſtatt der 6b, Die õ6te maj, Uund defcendendo ſtatt des Semitonũ
drunter den gantzen Ton. Welche beſondere Gaͤnge ſich ein Accompagniſt
in denen ordinairen Regeln des ambitus modi nicht irren laſſen muß, zu⸗
mahlſie (wie wir unten ſehen werden) eben Diejenigen Ziffern uͤber ſich bez
Ar r welche der natürlicheambitusmodi mit fich bringet.
— en — 55 —
—“ Em — —
——— —— —— I
ea HERE — Ö-. ů San Ber BE
j ——— — — — — ER Vin EEE EEE ei ———— > sun My U
; a moll.
Reg. 3 fpecial. Das Semitonium unter dem — maj. und min. wor⸗
innen man modauliret, hat natuͤrlich Die 6. uͤber fich,
Ratio: Es iſt vor dieſes Semitonium feine sta perfecta in ambitu modi
vorhanden. Denn wenn man in folgenden e ſten Exempel von dem H.
5, gradus aufwärts rechnet, fo — ſich Die zte impertectaf. rechnet man
Aaaaa 3 in
b
8 (72) &%
indem andern Exempel 5. gradus guffwerts, fo findet fich die sta imperf.
D. und fodurch alle modos. ? | Di 5 * ?
6 & =
2, 8 Fer Be
en OT a re 544 FERSE En
c dur. amo! J emol
Reg. 4. fpecial. m. Bien maj. und min. haben natürlich die 6te uͤber
fich, wie unten folgende Erempel ausweifen. Hiervon aber muß man
differente raifons geben. ae
Die za modi maj. hat deswegen die 6. ber fich, weil ihre gtamodi.melche
nur einen halben Ton von ihr entfernet, natürlich den ordinairen Accord
bat, NB. zwey nebeneinanderliegende halbe Tone aber nach de:
nen principiis Compolitionis nicht gern beyde einen ordinai-
ren Accord zu haben pflegen (K). Diezamodimin.aber muß noth⸗
wendig die 6re über fich nehmen, weil fie in ambitu modi feine ste perfedt.
bat. Denn wenn z. E. im modo a moll tiber dem c. wolte die Steperf. g.
gebrauchet werden, fo lieffe e8 wieder dag principium der obigen erſten
Da vermoge deſſen a mollmit gis, und nicht mit g. zuthun har
en Fan. i
Reg.'s5.
(k) Snantigven Sachen findet man folgende unnatuͤrliche Süß? zweyer neben eins
ander liegenden halben Tone alle Augenblick 3333). Der moderne Gu«
ſto aber richtet fie beſſer nach feinen modis ein, und vermifchet fie auffunterfchies
dene Arth mit der 6te, wie folgende 3. erſten Exempel zeigen. Das 4te Exem⸗
pel aber koͤmmet ſchon fItener vor, ob gleich der antiqve Gufto durch sine über
die erſte Note gefeßte 3. maj. corrigiret wird.
x
FEB
se seireleeifeiefife
jeelPEIBeIeFiteiet!
2
8 (78) Es
se beb x,
BES BHETRE BE
c dur. a moll. D moll G moll.
Reg. 5. ſpec. Die 2da modi min. hat ordinair Die 6te ma], tiber fich.
Ratio: Weil fie eben fo wenig, als das Semiton. modi min. eine 5ta per-
fectain ihren ambitu hat. Denn wenn z. E. im modo D moll ber der 2da
e.wolte die staperfedta h.angeſchlagen werden, ſo lieffe es wieder das prin⸗
cipium dir obigen andern ſpecial⸗Regel, vermoͤge deſſen D moll mit der
Ste min. bmoll, und — zu thun — —
—
a moll. D moll. Gmoll E moll
Wegen des modimaj. aber if befonders zu merken, daß mweilfeine 2da
modi allerdings eine steperfect. inambitu hat, fo ffeher auch frey, ob man
uͤber befagter 2da modi die ste oder Die Sre gebrauchenwill. Natuͤrlicher
fautetdieö6. wenn mangradatim indie ze auff oder ruͤckwerts gehet, wie
folgende 2. erflen Erempelausweifen. Kdimt aber Die adamodi mitten
im Sprunge zu ſtehen, fo fället die zte natuͤrlicher aus, IB: 2, ee
gen ran zeigen.
— — — IE
BEE a m u. BITGEEE u er - vg am 7 0)
ET Ex. 2. Ex. 3.
SE-.-—-P-- ——
— aan Mau HERE ! ] un na am) U Ten, Az Tann Sn ine ERETEET)
— — — ————
once Were ——
m BE — —
EX. 4
Reg. 6.
3 (74) &
Res. 6. fpec. Die 6te min. eines modi min. hat am allernatuͤrlichſten
wiederum Die 6te uͤber ſich. Undfinden fich wenig exera-endinaire-cafus
in contrarium.
Ratio: Weildieneben ihr liegende sta modi natürlich Den ordinairen
Accord hat, gedachte 6ta modi min. aber nur ein Semitonium von ihr entz -
fernet, fo Ean fienach dem principio der Aten Ipecial-Regel nicht gern wies
derum den ordinairen Accord haben. | | |
BEA NEE NE ER Tiere, Ver am
a IE — — ẽ
= ie teg — —
smol; » —
Wegen des modimai. aber iſt hier wiederum befonders zu mercken,
daß weil feine 6ta modi von der sta modi feinen halben fondern einen ganz
gen Ton entfernet, fo Fan befagte 6ta modi natürlich fo wohl die 5. als 6.
uber fich leiden, wie eg Die Modulation mit fi bringet. Am natürlich
ften fäller die öte aus, wenn mit der gta modi per Kılkum verführen wird,
ie unter folgenden dag legte Exempel zeiget. Auſſer Diefen iſt Die ste
fehr natuͤrlich, fo lange eine darüber fiebende Stimme nicht ausdruͤcklich
das Gegentheil anzeiget. 3. E.
a Ha RER
. 12. Mitdiefenerflährten6. Mpecial-Negelnhabeniwir nunmeh⸗
ro die Clavesunferer 2. Daupt-Modorum,c durunda moll völlig beziffert,
weiche folgende 2.Schemata vorſtellen: | |
$. 13.3 %
CI: 5
un yaunf muitosim‘ N
as wg | Be A Kr —A
e HE Sum Se ae np Tu wann Di Das
Bi si Ei ea re — feel = —
ee? mans — a an Ba a
Reg.3. _Reg.5, Reg.4.Reg.2. Reg,i.Reg.6.Reg. 2.
6 6 Br Di | a
nn a en — u — —— 2 EBENEN EUIMIN (DIT ar ren re REIT)
Reg. 3. Reg.5. Reg.4. Reg. 6.Reg.2.
6 |
“ 4 Ä
J 6 5% 5 0 6 >. ‚6 6
a DE
£ 3. a Ba can Ba ⏑——
— EA, — V- Ûσ- ——— 2 .Q.
— wer nn > — 7— * — — — — — — men a nn wc - — 4— —* u.
. 13. In dem Schemate a moll hat man die 2. auſſerordentliche
Gaͤnge des modi min. wie ſie oben zu Ende der andern ſpecial-Regel bez
Schrieben worden, um beflerer Erinnerung halber mit beyfiigen, jedoch
von dein Schemate abgerheilef laſſen wollen, weil ſie Die Clavesdeg gewoͤhn⸗
tichenambitusmodi verändern, und alfo nicht eigentlich zu dem Schemate
gehoͤren. Indeß behalten die Noren folcher srregularen Gänge eben die
Signaturen, welche der modus min. natuͤrlich infeinen öten und 7ten Inter-
valloder Sve zu haben pfleget, wie aus befagten Schemate zu erſehen. *
$. 14. Wie es nun mit dem Ambitu der beyden Haupt⸗Modorum
cdur, und a moll hergehet: eben ſo gehet es mit allen uͤbrigen Modis her,
weiche wir zu nutzbahren Gebrauch der Incipienten In eben ſolchen Schema-
tibus anhero transponiren wollen, wenn wir vorhero, oben verſprochener
maſſen gezeiget baben, daß befagte 2, Schemata eben dag Fundament und
die Haupt⸗Ovelle ſeynd, woraus die obigen 6, erſten General-Regeln gez
floſſen. Nehmlich | |
Bbbbb Wenn
2 (746) |
1) Wenn der Modusmaj. und min. aus der $ve in das Semitonium drunter, und
in die ze druͤber, ingfertien aus der gta modı in Die 6tam modig hen, fü entſtehet
Die obige erfte General· Regel. | |
2) Wenn der Modus maj. auß Der sta modi in die 4tam, der modus min. aber aus
Der 5ta modi in die Jam, gtam, und 6tam modi gehe, fü entſtehet big: andere
General-RKegel, | |
3) Wenn der Modus min. aug feiner gta modi in die zam, oder Aug feiner $ve
in Ste min, und zınam min, modi Gchet, fo entſtehet obige zte General - Res
a —— | |
4) Wenn dee Modus min. aus feinen Semitonio drunter, in die gve, der Modus
maj. aber aus feinem Semitonio, aus feiner ze und aus feiner mit der 6te
bezifferten 6ta mod: in die Sve, ferner aus eben diefer mitder Ste bezifſerten
Sta modi in die 7. maj. gehet, fü entftchet in allen dieſen Faͤllen die obige gte
General· R⸗ gel. 2 | ir
| 8) Wenn der Modus min. aus feiner 3amodi in die 4te und gve, oder aus ſeiner 7.
di min. in die Ste modi gehet, ſo entjtchet die obige Ste General- Regel. *
6) Wenn endlich der Modus min. aus der 2da modi in die zam 4tam oder Lvam
der Modus maj. aber aus ſeiner mit der Ste bezifferten 2da modi in das Sc-
mitonium modi, ferner in die zam 4tam und gyamı modi gehet, fü entſtehet
in allen foldyen ordinairen und extraordinairen Fällen die obige 6te General-
Regel. ——
Schemata Modorum.
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Fis dur, Bi
6. 15. Dieſes wären alfo die in der Natur befindlichen 24. Modi
Mofici mitihrennatürlichen Ambitu. : Will man füch nun diefe Schemata
nach allen Modis wohl ind Gedächtniß-faflen, und felbige bey kuͤnfftiger
praxi glücklich appliciren, fo hat man auff dreyerley achrung zugeben:
i) Muß manfich ausdenen obigen Ipecial-Regefn wohl erinnern, daß
die uͤber der 2da, und 6Gta modorum majorum befindliche 5 6. nur den
willkuͤhrlichen ambitum andeuten, und man alfo nicht beyde Ziffern
nach einander (mie ſonſt im Generai-Baff gebräuchlich) fondern nur
eine von beyden anichlagendarff, nach dem Unterfchesd, wie er bey
Der obigen sten und 6ten ſpecial⸗Regel befihrieden worden,
Iſt bekandt daß die ModiMuheinicht von allen Autoribus auff einers
ſeh Arth bezeichnetwerden. Alſo zeichnen einigebey Den Modis mi-
noribus die Eh. gleich mit vor dag Syftema, andere laffen fie hinweg,
und ſetzen das b. jederzeitvor dieNoten. Ein⸗ge bezeichnen in allen
© Modis majoribus jederzeit die 4tf und dag Semitonium modi vor dag
Syftema : andere laffen Beydegin einigenModis may. weg, und bezeich⸗
nen es vor die Noren. DiefenUnterfcheid laͤſſet fich nunein Anfaͤn⸗
- ger in praxi nicht irren, ſondern er obferviret feinen ambitum modi
wie vorhero, und bedencket/ dag folchenfalß nicht Die Harmonie dei
| ! ne Sches
8 (7):
‚ Schematis, ſondern nur die euferliche Bezeichnung verändert werde,
Dieſen nach wuͤrde z. Eder, mitder sb. vorbezeichneteModus Gmell
gegen dem obigen Schemate alfo ausſehen:
6
I HI EHER Si RR AR BERLHERERR |
—— — — Str —— z 2)
—220 X oo —— mern a mn m. — —
Das e dur wuͤrde z E ohne fein vorgezeichnetes Semitonium gegen
dein obigen Schemate alſo bezeichnet ſeyn:
ea a a 2
ea —
ae u m 2 da Sm a u m u on m cn en nn zen wem; (une Ze En)
sun a nt u 0 Ann D ara . — — — ———— — USED GERHENETE
Das His dur wuͤrde ohne ſeine vorgezeichnete eſſentiale 4te gegen dem
obigen Schemare alſo ausſehen, wie folget. Und fo mit andern
Modis. |
et Ä Tr 6
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5 zn u = _— u m u me en _ > m m en J FAR.) res I
2 — —— — —
Dir —— a ae
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> * =
3) Was ferner einige noch ungebrauchliche Modos anlanget, welche
manzum Exereitioder Anfänger auff zweyerley Arch bald mir XX,
bald mit bb. bezeichnen kan; folaffetfich Dee Ambitus derſelben nach
Anleitung unferer vorgen2. Daupt-Modorum gar leicht in dag ges
hörige Schema Bringen, wer Luft zu dergleichen Exercitio hat. Alſo
wuͤrde z. E. dag obige mit XX bezeichnete Schema fis dur, fich gar
leicht auff folgende Arth indie bb, verkleiden laſſen. Und fo weiter
| | Ä | mit
| 3 (72) &
mit allen übrigen Bezeichnungen, die hier fo weitläufftig als unnd⸗
thig ausfallen würden. RN Beh ifftig als unnd
——
— 2 Br; Want: = Nu. im 5—
α
NEE
6 ;5.6 6 266
bh 520005, —
$. 16. Hat man ſich nun den natuͤrlichen ambitum und die Signaturen
aller, oder doch der nöchtgiten Modorum, fowohl auff dem Pappiere als
nach dem Gehoͤre wohl imprimiret, fo iſt die ſchwehrſte Arbeit vorbey, und
mangelt ung nichts mehr, als daß wir numehro oblerviren lernen, wo⸗
hin ein angefangener Modus in andere Neben⸗ Tone ausweichet? Denn
eben daf aͤnget man die Signaturen eines neuen Sehematis wieder vor vorn
an. 3.€. Wenn das Muſicaliſche Stüdim D-mollanfanget, fo gelten die
Signaturen} ach dem Schemate D moll, fo bald der Modus ausweichet in
a moll, fo gehen Die Signaturen nach dein Schemate a moll, meichet der Ton
ferner augindag g dur, ſo gehen auch die Signaturen nach dem Schemate
g, dur, und fo fort durch alle Modos. Hier füller alfo Die Frage vor, wie
man wiffen Fönne, wenn und wohin der ‚angefangene Modus in andere
StebensTone ausweiche? a2 i |
. 17. Wir Hasen in vorhergehenden $.n. bey der erſten fpecial-
Regel dag principium Compofitionis angefuͤhret: dag man jederzeit mit
dern nechftenSenitonio tinter denjenigen Modo zuthun habe, in welchen
man modulirgt &c. Dieſes prineipium giebet ung nun allhier folgende
doppelte: | Ni En.
Reg. 7: fpecial. Se offteinneuesxg oder erböhendes 3. welches vordes
ro nicht da geweſen, ineiner Stimmẽ ergriffen wird, fo offt changirer der
Modus in den nechſt dariiber gelegenen halben Ton. |
3. E. wenn im c dur das fis ergriffen wird, fü changiret der Modus in g dur.
Hat aber ein ſolches in Baſſe ſelbſt vorkommendes frembdegx oder wie⸗
derum eine frembde i. e. accidentale 6, maj. oder 3. maj. uͤber fish, ſo changi-
| ek ret
(5)
vet der Modus inden, uͤber der 6. ma]. ober über der 3.maj. nechſt gelegenen
halben * a0 Pa Wi
3.8, wenn ime dur das oben baſagt⸗ fi dies, maj. über fid) hätte, fo changirte der
Modus inE moll, hätte aber eben gedachtes fis Die. maj. uber fich, fo wuͤrde Der
Modus in H moll changiren, wofern er andere fo weit auszumeichenpflegte. (1)
13% Weil nun an diefer doppelten Regel fehr viel, ja alles gele⸗
gen, fo wollen wir allhier ein ausfuͤhrliches Erempel geben, und überall
Da daben vorfallende Changement der Tone nach denen No. No, anmer⸗
* —
et
F — — 23
Diefes Erempel aehet aus dem Modo = ‚welcher befandter maffen
in feiner gve folgende Claves hat: c.d.e.f.g.a.h.c. So offt nun einer oder
mehr von dieſen Clavibus verändert wird, fo offt iſt es ein Zeichen, daß der
Modus ausweichet. Wie und wohin er aber aus weichet, das wollenwir
auff folgende Arth examiniren,
No.(ı) Hier zeiget fi fi) ein neues Semitonium fis, welches ordentlich nicht in den
Modum gehoͤret, alfo weicher der Modus aus in den dartiber gelegenen nchften
halben Ton, gdur, (NB. Dergleichen gefchroinde Digreflion i im erft:n Tadte
eines Muficalifchen Stückes, iſt ſonſt nicht ſtyli: Hier geſchiehet es aber zu Abs
kuͤrtzung des Exempels. )
(2) Zeiget wieder cin neues x meldyesbißher nicht da geweſen, alfo changiret der
Modıs i in den nechſt daruͤber gelegenen halben Ton, welches e moll iſt.
ah | Cccce 6) Zei⸗
a en a
{) Es ik dahero dieſe doppelte Regel fü univerfal,daß fie nicht allein bey denen irre-
Ba und weit entfernten Digreflionibus der Tone, ſondern auch bey Er |
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(3) Zeiger der Baſſwieder das fis,und alfo folte man meinen, der Modus trete zurück
in gdur. Allein weil dieſes ſis eine 6. maj uber ſich firhret nehmlich dis,fo ſeynd
wir > im e moll, worzu dag fis nur Die rechte ade ausmachet. Hingegen
wird ben |
(4) Das AXdis ausdruͤcklich wieder verlaffen,und erſcheinet bey
) Das fis wie der ohme di: Stemaj. alfo fiynd wir wiederimgdur, Bey
(6) Wird auchdirfes fisverlaff n,undgiederfidyDarauffby
(7) ein neues Semitoniuns gis an, dahero der Ton in a moll changiret.
(8)Zei⸗
unvollkommen bezeichne ten Modis Muſicis ſtatt hat. Z. E. geſetzt, das gdur waͤ⸗
re nicht gebuͤhrend vor dem ſyſtemate mit feinen fis bezeichnet? fo lange ſich aber
in denen Stimmen ein 3% vor dem £-bliefen laͤſſet, fo lange iſt man im g dur;
Hat aber Diefer im Baſſe vorkommen de Clavisf. X (oder fis) Die 6, maj tiber ſich,
ſdod iſt man im e moll: Hat eben beſagles his die 3, maj. über fi), fo ift man im
h.moll. Und ſo mit allen Medis | "u
88 8) .
—n
8) 3: iget das —— unter Dmoll an, welcher Modus aud) durch feine bey
(9) erfeheinende ae min. beflärcket wird, nad) der oben gegebenen
andern ſpecial⸗Regel.
(0) Bird BasbifherigeSemitorium «is war wieder verlaſſen, Das b moll aber
bey (14) behalten. Beil wir. nun in tiefen Tadie fein neues Semitonium,
fondern glei Hinter einander Die Claves: c. b. a. g. Le, finden, fd judieiren wir
Hieraus, daß die Note
(12) das rechte Semitonium zu fdurfey, and ſolghar das bey (ı 1) borgefommene
b. nur die rechte 4te zu £ dur angegeben.
(13) Ergreiffet wiederum dasH. ftatt des vorigen B. und zelget hierdurch, daß der
Modus einen daiden Ton drüber, nehmtich in das cdur zurtick gehe,
$.19. Weiß man nun ſolchergeſtalt dag Changement der Tone ges
nau zu obferviren, fo iſt es alsdenn deicht, bey jedweden changirten Tone
den natürlichen ambitum und die rechten Signaturen nach Anweiſung obi⸗
ger Schematum zufiniden. Dieſes wollen wir nun in folgenden General-
Exempel verfuchen, allwo wir wicht alleine dag Changement der Tone, -
fondern auch die nach denen Schematibus — zu⸗
gleich. durch No.No. margviren wollen;
——— — ee
— lan: — ar. A
—— — — =
ET TEE AR EEE er). Zi
—— 2 — Dieſes
Be meh en =
8 * x
KERPEN TEE
(6) (7) & (9) (10) * (12) e" — —
Eure —
m On nn rg Te u u no — a: (5 mn. Se aus
Dieſes Exempel gehet aus dem Bdur. So lange num der Ambitus
Modiindiefen Tone bleibet, fo lange ſeynd die Signaturen des obigen Sches
matis Bdurzuappliciren. Alſo hat nun die Note
CH) Natuͤrlich die 6. über ſich, weil ſie 3a modi iſt. Reg 4. fpecial.
(2) Dat nartırlich den ordinairen Accord uͤber fi), weil es ada modi major. die
mitten im Sprunge ſtehet. Reg. 5. ſpec.
(3) Hat die 6. weil es Semitonium modi iſt. Reg. 3. ſpec.
Die Note (Qin der obern Stimme bringet ein frembdes x welches
anzeiget, daß der Modus in den nechſt gelegenen halben Ton druͤber, nehm⸗
lich hier in das G moll changiret, alſo appliciret man nunmehro die Signatus
sendesohigenSchematisg moll, welchen zu folge die zu der
(4) gehörige B -Notea.alg tie 2da modi angefehen wird, welche natürlich die im
der obren Stimme angegeben. siyabenmuß. Reg. fpec.
() ie (6) haben 3. maj. ber ſich, weil fie dis gtam modimin. ausmachen, Reg.
t
(7) Hat 5 uber ſich, weiles die adamodi min. Reg, 5. fpec.
(8) Hat die 6. weil es 3a modi. Reg. 4. fpec. |
(9) Hat 3. maj. weil es wie derum Die stamodiiff. Reg. 1. ſpee
— Hat die 6. weil es das Semitonium modi. Reg. 3. ſpec.
Das hier erniedrigende 3. bey der Note (11) zeiget, daß dag bißherige
Semitonium modi verlaſſen wird, und da giebet ſich bey (12) ein neues Ses
mitoniun nehmlich ein er höhendes 9. an, welches zeiget, daß der Modus in
den daruͤber gelegenen halben Ton — welcher bier £-dur if Alſo
| fänget |
wi — -.
Bl)
fanaet man nunmehro an, dag obige Schema f dur zu appliciren, welchen
zu folge Die Noten
| (13) — (15) dies,über ſich haben, weilſt Ele Fark modi augmadhen. Reg,
4. fpec.
u und (16) haben 3. maj. über ſich, weil fie die — AAN Reg. I.
—
— —
ma = u — farm HU Er ur au
a) a) Car) (a)lıa) CH)
— — — ze =E
gt Sa EP:
—— —— —— EEE) VDE EEREEE ea UBS
(17) Wuͤrde natuͤrlich dies. mai. über fich haben, wenn fie auch gleich nicht in der
Stimme ang:geben worden ware, weil fie die 2da medi major. iſt, welche per
gradus procedirzf. Reg. 5.Ipec,
Die Note (18) in der obern Stimme zeiget ein neues Semitonium,
welches den Modumallhier indag Dmoll verändert... Folgbar appliciren
wir die Signaturen des Schematis D moll, welchen zu folge die Noten
(19) und (20) die 6, haben, meilfie die zam modi ausmachen. Reg. 4. fpec.
(21) Hat überfich, weil fie Die 2damodi min. ift. Reg. $.fpec.
(22) und (24) haden3.maj. weil fiedie gtam modi N Reg. ı he
(23) Hat di: 6te, weiles das Semiton.modi Reg. 3.fpec. Bey d.m Signo
(X) Wollen wir ung obiter errinnern, daß ſelbig⸗ — natürlich die 3. min. über ſich
haben müfte, wenn ſie auch nicht in Den ſy ſſemate modi bezeichnet Ründe, weil fie
allyier in unfern D moll gta modi min. iff, Reg. 2. fpec,
Die Note (25) in der obern Stimme zeiget ung wiederum ein neues
Semitonium, welches den Modum in den nechft dariiber gelegenen halben
Ton changiref, welcher alihier wiederum dad gmolliff, Appliciren wir
nun dies; Signaturen des Schematisg moll, ſo wird die zu
= = Eon 3 (a5)
- e N
—
J
h
u ; P f
;
(24) (26) (27) (28) (29) (30) (31)
1-11 02-2920 -89-]# 9370
2 — — — —
©
2,0
— — —2 — a ;
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R * 4
P = i - F
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N he . : - ;
a. N - . L N \ |
—— —— — Er. x BE | gu
B f , A
u — r —
a 4)
1 nl NER
(if) gehoͤrig Baſſ. Note als die gta modi angefihen, und hat elfo nebft (27) und
731) aus gleicher raiſon, die 3. maj. tiber fi, Reg, 1.fpec. rc 7)
(a6) und (29) haben dies. uber fich, weil fir Die zam modi ausmachen. Reg. 4.
fpec. FAR | 8 f
(28). Hat die s als das Sernitoniummodi. (30) aberhat als die 2da modi min.
nad) denen offt.citirten Regeln. —
Die Note (32) in der obern Stimme zeiget ung einneues Semitonium
nehmlich ein er hohe ndes 5, welches den Modum allbier in c moll veraͤn⸗
dert, Alfoapplieiren wir die natuͤrlichen Sıgnaruren des Schematis cmoll,
nach welchen Die zu Ä 4*
(32) gehörige Bafl-Note, ale die sta modi angeſehen wird, und hat alſo 437) und
(40) ausgleicherraifondir 3.maj.ütberfich. Reg. 1. Der | 67 an
(33) und (36) haden die 6. uber fih, weilfte zammodi auemachen. Reg, 4 fpec,
(34 at, als dagSemitenium modi, die 6te uͤber ſich. | Ä
(+) Hatnarurlich zammin. uber ſich, weil es 4a modi min. iſt. Reg.2.Ipec
gs) Hat
(35) Ha’ 6. maj.uber ſich, weil es sdamodimin. Reg. g. fpee.
(38) Hat hier auffrordentlichdie Diffonanz einer 7.min.über ſich, roelche man (wie
oben ausfühelidy gedacht worden) nirgends anders als aus der darüber ſtehen⸗
den Stimme errathen Funte. Das vordiefer Note befindliche X num ſcheinet
| den Modum in gmollzu verändern, allein das über (39) inder Singe⸗Stim⸗
ur ae fd) annoch jeigende Semitonium deg bißherigen c moll contradiciret gleidy
wieder, und beweiſet, daß Das vorherg hende 3 Zi t nur alsein bizzarer Satz
=
ı 547
Ei
anzuſehen, deſſen neuss X fo gleich wieder verlaſſen wird.
Die Note (40) zeiget mit ihren erhoͤhhenden h daß die, in dem bißheri⸗
gen Modo c mol! gebrauchte öte min. as, nicht mehr gelten und folgbar der
Modus durch befagteg erhöhendes 3. in das dur verwandelt werden fol.
Alſo applisiren wir bier wiederum das Schema B dur, vermoͤge deſſen ber
füate Nor 0 | er
(46) und
+ NUR HERE NETTE 39
) Hat die s. w il ſie die gamodiiff, nach offt eitirten Regeln.
Die Note (43) ʒiget ader mahl ein fremmbdes erhohendes h. nach wel⸗
chen der Modus natuͤrlich in den nechſt daruͤber halben Ton
ehangiren ſolte, welches allhier ce woll waͤre. Allein
Befagte tor *
zugleich (42) die c uͤber ſich haben, weil ſie das Semitonium modi aus⸗
bangiren folte, welches alhier c moll ware, Allein dag gleich hernach
iiber der Note (44) in der. ohern Stimme erfcheinende neue b contradicis
ret hier nen / und weiſet daß der Modus inf: durchangiret, Folgbar wird
‘
———
— 2
| ES a
* a z
{ in > 8 *
En; | en rn az: en an 0
as ER — — — ——
gen wo I rn nn meer Ce
sen a
EEE. OD => See DI LIT | E00 * —OOO nie
(43) miederum nur als ein Bizzarrer eh —* deſſe Eu nicht continuiret; gr
- wird aber die inder Singe-Stimme angeg.bin? Diflonanz der gte min. (welche
man nirgends anders alsaus befaater Stimme errathen kunte) nebſt ihrer ber
Fandten Harmonie dazu ang: ſchlagen.
(44) und (+) haben 3. maj. uber ſich, weil fie Die gtam — ausmachen,
Die Note (45) hebet num dag bißherige Semitonium modi mieder auf,
und weil fich in denen folgenden Noten Fein neues Semitonium hervor thut,
fo ſeynd wir wiederum in unfern vorgegeichneten Sykemate modi, nehm⸗
lich im B dur; Diefen nach hat nun
(46) die. über fih, wei! es 3a modiift.
(47) Dat wieder um tie 6. weil esdas Semitonium ad if. |
(48). Datnatürlic) den ordinairen Accord über lid), weilte die 6ta modi major. if,
welche hier nicht mit der 4ta modi per faltum verfähret, Reg. 6. Ipec.
(49) Hat gl:ichrals den ordinairen Accord, Weil fie bie 2da modi maj iſt, welche mits
ten im Sprunge ſtehet. Reg. 5. ſpec.
$. 20. Wir haben nunmehro hoffentlich den natuͤrlichen Ambi-
tum modorum ſo deutlich beſchrieben, daß es ein ftupidum i ingenium ſeyn
muͤſte, welches ſich nicht darein finden, und von dem bißherigen nicht mit
beſondern Nutz profitiren wolte, wofern man den gehörigen Fleiß nicht
ſpahret. Will man aber die gegebenen Regeln gluͤcklich ad praxin brin⸗
gen, und geſchickt werden dem Changement der Tone (an welchen oben ges
dachter maffen alles gelegen) Burtig und ohne Schwührigeeit einzufehen,
fo hat man noch ein Kunſt⸗Stuͤck vonnothen. Nehmlich man muß die
gewöhnlichen :Digrefliönes aller Modorum wohl verfteben, und wiffen, in
was vor Meden-Tone jedweder Modus nach dein regulirten Ambicu der als
ten auszumeichen pleget. Denn bat man z. E. ein mulicaliſches SE
au
12 Mod Marores
ed a ass
IE Aiferordemt,
I HE 2 | 2 HE 0 _
—— — — ZU
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7 endend ODE KERZE
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SID moll|in [Far Ve mell|C dur)
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Gina in |9eder DirmelPder ——
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9 1Fmoll |in|Gödur| —
ad pag.761.
8 r 761 } 2
aus dem Modogduryerfich, und weiß ſchon vorher, daß diefer Modus. ge⸗
wohnlich i indieste D dur; in die 3eh moll, indie 6te e moll &c. und ordinair
nichtmeiter answeichet, fofan mancher aufder Huth ſtehen, und viel. ge
ſchwinder iudiciren, in welchen von diefen Neben-Tonen und ein neues x
goder b. ſuͤhren mochte.
% 21. Die ſe Kunſt nun auff eine leichte Arth zu begveiffen,fo mer⸗
cket man ſich endlich die letzte doppelte:
Reg. 8. fpecial. Alle modi majores weichen Aus, ordentlich: indie zeäte
andere, aufferondentlichiindie 2de und Are... Hingegen alle Modi mino-
res weichen aus, ordentlich: in die ze und ste, auſſerordentlich: in Die Ate,
Gte min. und 7me.
— Nacydiefer Regelpfleget alſo der Modus inaj. e dur auszu⸗
weichen in die ʒte gdur in die ze E moll, in die 6te a moll, im die 2de DmoH
(m) und in die Ate Fdur. Der Modus minor a moll weicher aus in die Ste
emoll, indie 7meg dur, [00% in Die Ze cdur, in die 4teDmoll (*) und in
Die rem Don dieſen 2. Haupt⸗Modis fan man nun gar leicht
Die Applieation auf alle euͤbrige Modos majores und minores machen, deren
reguirte Ausweichungen nach dem Ambitu der Alten, man ohne Muͤhe
aus beygefuͤgten zwey Tabellen erfehen far. Das Fundament dieſer Ta-
bellen, oder die Anverwandſchafft ſolcher ausweichenden Tone werden
wir beſſer aus dem unten cap. 5. vorkommenden muſiealiſchen Circul de-
ni — u — wir es verſpahren. Hier aber kan ſich ein
Ddddd | Anfaͤn⸗
ai) EN ef Din, teil fd: eTerte (sicher. aus weich ende RT TUE
Ambitu oder nach denen Clavibus des Hauptsmodi richter. Nun hat.C durin
feinen ambitu mehrgedachter maffen Die Claves: c.d.e.f.g.a,h. worunter fein
fis, wohl aber das £. zufinden, alſo kan man auch nach dem regulirten. ambitu
nicht in das D.dur, wohl aber in das D. mol!’ gehen.“ Gleicher weiſe wäre eg
wieder Den regulirten ambitum des gedachten modiC, dur, wenn manftatt g
autr in das g moll gehen molte, weildie 3.min. zu g. nicht unter denen Olavibus
des C.dur begeiffen.. Und dieſe raifon gilt bey allen übrigen Auswejungen
der Modorum, tie fieinbengefügten Tabellen —— worden.
(D Niht moll, aus obiger railon.
Nicht D. dur, qus u railon.
3 (762) &
Anfänger befagte Tabellen auf diefe Arth gar ſehr zu Nutze machen, went
er einen Modum nach dem andern vornimmet / deſſen atiswei hende Tone
N dag Gedaͤchtniß faſſet, und andere muficalifche Stuͤcke aus chen
ieſen Modo dagegen examiniret ‚wie fie aus einem Tone in den andern
gaıgen, und wie bald neue oder b, angenommen, bald wieder vers
taffen worden:
4. 23. Nur das — ſich ein Anfänger nichEieeen fonbern
es dem Componiften verantworten laſſen, wenn Dierer in Kaas RE
der Tone weiter gangen, als es die Regularität erfordert. Wir werden
unten bey gedachten multcalifcehen Circul (n) auch dergleichen rrezulaire
Ausſchweiffungen verfiehen lernen... Hier aber bleidet man ben denen
ordinairen Regeln, und kan verſichert feyn / daß einem General-Bafiften
auch bey einem mäßigen Gehör und Judicio dag wenigfte in Erfindung
Der Signaturen eben fan, wofern er ſi ch bey gehörigen | Fach ee
BEINE, RER x
“35. Auff die über dem Bale ſtehende ——
2. Auff die gegebenen General Regel.
+3. Auff die gegebenen vpeeia Regeln.
6. 22 Damit wir nun zum Beſchluß dieſes Eavitels die Mher
— Fundamenca eines ımbezifferten Seneral-Baffesfo wohl cum Auto⸗
ritate gelehrter Maͤnner „als auch eum rationibus ſolidis, oder mit gefunden
Vernunffts⸗Schluͤſſen noch mehr befeſtigen mögen, fo wollen wir annoch
kuͤrtzlich anfuͤhren (0) was vor Autores mehr mit uns in dieſer Materie
uff gleiche Gedancken gerathen? (2) Wie einigen noch übrigen Eins
wuͤrffen dieſer Materie zu begegꝛ fen?" —7—
625. Den erſten Lung anlangend, fo iſt unſer Autor dit Gafparins
Kzeerneinee Verwunderung beyerfter Anft au eben dergleichen Sche-
mata modor.maj.& mim gerarhen, wie wir oben zum ——— geſetzet, wel⸗
ches dae zu a —— 2 ‚92. ii: andere Inventum if,
| worin⸗
a"
J
©) Dahn atenfats ein ——— —— voran — au, und ana Rathes
xrhohlen Fan,
a LIE)
werinnen wir ziemlich uͤbereinſtimmen / ob gleich feine Schemata ſich im
etwas anderer Figurprefeneiren, wie hier au ſehen:
—— — — — — — —— ——— — —— —— EEE Wann RE) ung erg. win me nat ang sans u re
R ‘ oh & 2 Ir 8 a a girl,
A Ey y \
— 9 * m ru us uni —— — —— &- Gaming Der DREH nz Bananen —— — Si Hess
7 \ m * *
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„ > Burn a er ne ® 5 Rs "VRR R F * *
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nk 6 = > Mer - u REnOn hi - L = - ⸗ € re
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Besaner. Q- - we —— a ;
« » ide \
an se un o- = ® RR. + OR N — nn. nn en D—
Re ; — —— —— —*— — ——
4 u ; 5 . 0 or EEE . *
Die ** unter der 6ta modi may. ſollen andeuten, daß fo wohl 6. mal.
als min hier ſtehen kͤnne. Beſagte Schemata aber transponinet er nach
einander durch 19. andere Modos Muficos; mangeln alſo an der vollen
Anzahl noch 3. Modi, Die er vielleicht vor allzu ungewoͤhnlich gehalten.
Merckwuͤrdig iſt, daß als er p. 73. ſeines Tractates die Schemata modorum
nach ſeiner th zu formiren anfaͤnget, fo ſaget er: Mi nafce nell’ Idea un
ripiego, &e. Mir faͤllet ein beſonderes Mittel ein; Dem Eehrbegie-
rigen Accompagniften den Ambitum und dasrechte Accoms.
pagnement aller Modorumbeyzubringen. Aus dieſer Redens⸗
Arth erhellet nun daß er der exſte, oder der eintzige zu ſeyn glaubet, wele
eher auff dergleichen nyenta gefallen. Daichnun allbereit Ao. 1710. hey
Ausarbeitung meiner Damahligen alten Edition dieſes Tradtateg gleich⸗
falß geglaubet Devierfte, oder der eintzige zu ſeyn welcher. auff folcheInven- .
sa gerathen: ſo koͤmmet und beyden endlich Der drifte Autorin Weg,
nehmlich ein Frantzmann, Mr. Rameau, welcher in feinen gelehrten und
Apeculaciven Tradat, genannt s Traitc de. Harmonie reduite,a [es princi-
pes natürels, (ʒu Paris Ao 1722. gedruckt) durch eben dergleichen Schemata
nicht allein einen Accompagnifien, ſondern auch einen anfangenden Com-
N SDODER2 PREV ER ONL-
3 (764) &
poniſten den natuͤrlichen Ambitummodorum beyzubringen ſuchet. Dem
nachdem er von p 200. biß zu, gedachten Trackates dem Componiften all⸗
bereit dergleichen principia mie beſon dern raıfons beygebracht, auch dem
p. 393. feqv. einige General-Regeln geben; (5 erſſheinen
Accompagrriſten D
endlich p-384- fofgende2. ee maj. und En nn ihren Fra spo
a te a BESTER TIEREN se
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| * Sende — Bert —— * —— in nbiefer Mat
fäufftigniachfchlagen, und gegenumfere bißherigen Prxcepta haften will,
der magfelbft judieiren, wer unter ung die Sache am leichteren; und deut⸗
fichften vorgeſtellet. Wobey wir haffentlichunfere: Schemaca in 3. Stuͤ⸗
Een beſſer nd nuhbahrer eingerichtet nehmlich:
7 2) Habenwir dag Semitonium modi, al$ das ungeefrenufiche Kennzei⸗
chen aller Mödorum; gleich Anfangs neben ſeine —— modi loeiref,
wodurch zugleich. die in denen Modismin. zwifchen der Sb. und 7. maj.
orkommende inregulareı Gange vermieden, und dag Schema an
u: ſelbſt vor — —— und RE abgefafler wor⸗
0 —
a 2) Ha⸗
© & — * Altor p· T 57 ——— heutiger praxi 2. Haupt-Mo-
dos; nehmlich majorem und minorem, welche er nach denen 12. Chromatifchen
‚Clavibus;und dem Unter ſcheid ihrer 3.maj. & min. in 24. Tone: oder fübalterne
modos vertheilet. Sehen wir alſo, daß aud in Franckreich ein eintzig Genus
muſicum, und 24. modi muſie nichts nenes ſeynd⸗
Be EDER: ; |
2) Sabenwir unſere Schemata theild durch gaͤntzliche Hinweglaſſung
ein ger Ziffern, theils durch die in Modis maj. neben einander ſtehen⸗
den 5 6. viehuniverfaler umd applicabler gemacht, fo daß man die ua⸗
tuͤrliche Harmonie in allen Caſthus richtig finden kan, Die Bafl-Claves
mogen in der Ordnung wechſeln, wie ſie wollen. CH Da hingegen
die Schemata beyder Autorum viel ſpeciale Signaturen angeben, die
nicht laͤnger gelten, als Die Noten fein in der Ordnung marchiren,
wie ſie hingeſchrieben worden. Bam a
3) Haben wir die 6. maj, tiber der 6ta modi maj. deswegen gar wegge⸗
laſſen, weil ſie ein neues X angiebet, welches (nach dem oben Reg. 1:
fpec. gegebenen: umwiederfprechlichen: Principio) garnicht zu dem
Modo gehoͤret, und einen Anfänger nur confus machet. Denn
wenn z. E. unfere Autores fm g er Die aus der gve in die ste herab
ffeigende Claves alſo beziffern, — 864 fo iſt dieſes ſchon eine
halhbe Caden⸗ und Ausſchweiffung in das D. dur, womit das gdur
nichts zu thun hat. Zugeſchweigen, daß wenn man es auch unter
dem ¶dur paskren lieſſe, ſo waͤre es doch ein ecial Calus, der nicht laͤn⸗
ger gilt/ als dieſe Noten juft ſo in der Ordnung bleiben...
28. Ind ß machen doch dieſe Differenzen der Schematum keinen we⸗
ſentlichen Unterſcheid der Sache aus. Genug daß wir alle drey einerley
Entzweck fuͤhren/ und in der Haupt⸗Sache ſehr nahe überein kommen,
da doch ſchwerlich ein Autor dem andern etwas abgelernet haben wird
Fragenwir alſo, woher es komme, daß 3.Subjedta von unterſchiedenen
Nationen, (wer weiß, finden ſich derer noch mehr) in dieſer Materie auff ſo
gar gleiche principia fallen? fo folget die wohlgegrimdere Antwort, dag
es chendaher komme, weil die Sache ſo Naturzmäfig, fo gegruͤndet/ und
von ſich ſelbſt ſo gangbar iſt, daß nimmer mehr fein Autor auf andere prin*
cipia fallen fan, wer einen Accompagmiften oder. anfangenden Comporiſten
den natuͤrlichen ambitum modorum beybringen, oder Kegeln vom Genet
CO Wie man gedanhteunfere Schemata in praludiren nusbar gebranchem, und mit
| eee eren wir unten. im fünfften Ca⸗
pitel zeigen,
nt
ee BR:
ee _
eal-Baf ohne Signaturen geben will, Wenn Hbrigend gedachter Rameau
p.427. ſeines Tradtates fich heraus läffer, daß nebſt denen Compofittion- und
General-Baf-Regendag Ohr und der Gufto bey Accompagnirung unbezif⸗
ferter baſſe ein groſſes beytragen muͤſſe: fo hat dieſes zwar an ſich ſelbſt
ſeine gewiffen Wege, es hat aber der Autor deſto mehr Urſache alſo zu ſpre⸗
chen, weiter uͤberall nur von ſolchen General-Bäflen redet, da weder Stim⸗
me, noch Ziffern daruͤber befindlich, welche veir aber von unſern Cameral-
und Theatralifchen Accompagnement gang und aar ausgeſchloſſen haben,
wie ſo wohl zu Eingang des erſten, als des andern Capitels dieſer Abthei⸗
fang voraus geſetzet worden: Folgbar finden wir auch Bey dergleichen
unbe zifferten baſſen gang ungleich weniger Schwürigkeitem
6,26. Den obengemeldten andern Pundt Befreffend, wie nehmlich ei⸗
nigen noch uͤhrigen Einwuͤrffen dieſer Materie zu begegnen fen, ſo wollen
wir allhier nachfolgende 3. Objectiones Beantworten. N
1) Saget man: Regeln von General-Bafl ohne Signaturen zirgeben,
waͤre unmöglich, weildie Harmonie ſtets changirte, umd ſchon ein Maitre
dazu erfodert würde, welcher ſolche Regeln oblerviren ſolte. Antwort:
Es komt abgeſchmackt heraus. Denn iſt es nicht die Compofirion ſelbſt,
welche ihre Harmonie ſtets changiret? ſoll man aber deßwegen Feine Res
gen davon geben, weil fie einen Maitre erfodern der ſie oblerviren will?
So laſſet uns denmach alle Compofition-Bricherja alle nuͤtzlichen Regeln⸗
Blicher anderer Wiſſenſchafften und Kuͤnſte ins Feuer ſchmeiſſen, dein
wir warten auf Leuthe, die uns die Kuͤnſte in einer purganz werden einge⸗
den, und Regeln vorzufchreiben wiſſen, Dazu Fein Maitre erfodert wird,
felbige zu oblerviren. Da werden wir gerade zu einfahren In die Kuͤn⸗
fie, wie der Bauer in die Stieffelm 2. serndmändm
2) Billmanerweifen, daß die Exceptionesfolcher Negeln, die Regeln
feloft überwiegen. Antwort: Diefe Muͤhe konnen wir guten Freunden
gar wohl erſpahren. Denn wenn fie alles erwieſen, ſo haben ſie doch noch
garnichtsbewichen, ratio : Wir wiſſen ſchon alles vorhero, was ſie bes
weifen wollen, glauben es auch gar gern, Daß Die Exceptiones dergleichen
Regeln (indem lenſu, wie ſie es verſtehen) uberwiegen: Wir m er
’ 3 (77) &
ber das Wort: Regeln, nichtinfotchen Berſtande, (p) und laſſen
ung alfonicht hinderm, denen Muße begierigen die Sache ſo zuerklaͤhren,
wie es die Natur der Compoficion ſelbſt mit ſich bringet, und kein anderer
Weg (a) vorhanden. Welß man aber einen beſſern Weg, ſo ruͤcke man
heraͤus damit, ehe werden wir niemanden Gehor gebn.
5) Saget man: daß alle ſolche Regeln⸗ und Rathgeber nichts helffen,
welin man nicht felbfe brav Hand anfeger. Antwort: Ach ja ihr lieben
Chriſten, Hand muͤſſet ihr anlegen, wenn ihr was rechtes im General-Bafl,
in der Compofition, und in iedweder Wiſſenſchafft profiiren wollet, denn
die Regeln alleine konnen Euch in Feiner Kunſt zu Dockors machen. Ich
‚möchte aber wiſſen, wer iemahls etwas rechtſchaffenes gelernet, ohne
ſelbſt Hand artzulegen, und wenn er auch verguldete Regeln und den EX-
eract von guten Kuͤnſtlern zu Lehrmeiftern gehabt? Ich ſage fleißig ſeyn,
und brav Hand anlegen, üfzwar nothig und unentbehrlich : Allein gute
præcepta dabey, ſeynd ung in Mulica pradtica deſto nothiger, je weniger
man allemahlgute Lehrmeiſter findet, die die Sache wohl verſtehem oder
ſich die Muͤhe geben wollen. Alles aber auff eigenen Fleiß und Erfah—⸗
ra — rung
(p) Hieher gehoͤret, was oben in der Einleitung dieſes Tractates p. 19. ingleichen
p. 92. geſaget worden. Ubrigensfinde im Nachſchlagen bey unſern Gaſpari-
ni p. 39.deqv, daß nach dem er gewieſ. n, wie der Accord der ste in langſamen
Noten auf ſolgende Arth Durch Die ¶ M koͤnne refolviret werden:
DE U EU FETE , „ b
PN * — er —* * —
——
fü ſetzet er hinzu, daß dieſe Begel gute Dfinfre thaͤte in einigen gebräuchlichen
excerpirte paflus compofitionis eine Pegel gefholten? Ferner wenner p.42
feqv. angiebet, wie bey z. per Semitonium abfteigenden Noten die feßte natürs
lich Die Steuber ſich habe: inalsichen wie bey Denen per gradus gehenden gteln
die eine, frey Durch paſſiren Eönne &c, fotauffet er diefe Nachrichten wieder
2 + vordiegeln. Das Trinck⸗Geld will ich nicht mit ihm heilen, ER
Cd) Beſiehe oben Si 1, Diefes Capitels.
—_
3 (78) u
ring allein (ich fage, allein, ohne gute manuduction) ankommen zu laſſen,
ſolches machet ung nicht allezeit zu fundamentalen Leuthen. Bas ſchen
wir gar deutlich an manchen, dem Anſehen nach, ſelbſt gewachſenen, oder
Bluth uͤbel informirten Componiſten, welche dann und wann in Muſica Ma-
themarica & Hiftorica unter die groſten Leuthe zu zehlen, hingegen aber in
Fundamentis Muſicæ Pradticz ſo ſchlecht beſchlagen ſeynd/ dag man ſie
auf die allerempfindlichſte Arth proſtituiren fünte, wofern man alle ihre
Sachen (opera Juvenilia & virilia) durchgehen, und ihnen ihre uͤberhaͤuff⸗
ten groben Balcken im Auge zeigen wolte, ſtatt daß man biß hieher eben
die wichtigſten Dinge mit groſter Moderation uͤbergangen. Nur muß
man nicht endlich die Leuthe bey denen Haaren zum Linfrieden ziehen.
Denn baldreifer Die Liebe Gedult, und dag Echo wird unfehlbar defto
groͤber erfihallen, fo ungern als manauch die edle Zeit und fein Talent
Y (da man mehr zuthun, und zu denen hat) aufum
nuͤtze Katzbalgereyen verwender. I TE
IF ©) Bonihren elenden Guflo nichts jngedencfen, werinnen dis Welt überjeiget iſt,
| SG DE u
Das III. Kapiteh
N Dom ER
Accompagnement deö Recitative$
AAinſonderheit. *
AR) Benindenerfien Capiteldieſer andern Abtheilung haben wir
as Recitativ nur Theoretice in denjenigen Diffonaneien, und
WVerwechſelung der Harmonie betrachtet, welche es mit dem
REES) ordeitlichen Theatralifchen Stylo gemein hat. Hier aber
muüͤſſen wir pradtice das vollige Accompagnement nicht nur
—e————— anderer beſondern Saͤtze und particularitaͤten
$
es Styli unte rſuchen, welches etwas mehrers ſagen will. —
$. 2. Es iſt bekandt, daß das Recitativ feinen regalirten ambitum mo-
di hat, wie alle andere ſtyli, ſondern es verwirfft ſeine Tone gantz ungleich,
und gehet ohne Ordnung gleichſam in einen Augenblick, vors und ruͤck⸗
weris in die allerentferneſten Modos muſicos. Eben wegen dieſer ges
fchwinden Abwechfelung wird auch vor. dem Recitativ dag ſyſtema modi
felten mit KXund bb. bezeichnet, fondern man feget feldige meiftentheilg
vor die Noten, wie in praxi täglich zu erſehen. Weil nun ſolchergeſtalt
dieſer ftylus fich an Eeinen ordinairen ambitum modi binder, fo koͤnnen
ung auch die aufdergleichen ambitum gegründete General- und Special-
Regeln, bey Erfindung der Signaturen deg Recitatives, die allerwenigſte
Huͤlffe leiften, folgbar müffen wir auf nähere Mittel bedacht ſeyn.
$. 3, Das Recitariv ſtehet von Reechtswegen allezeit User feinen Baffe
gefchrieben. Nun gieber ſelbiges entweder durch getheilte Noten die vol⸗
lige Harmonie degjenigen Accorded an, welchen man accompagniren fol:
oder es giebet nur eineoder 2Stimmien davon an, und die übrigen Stim⸗
men oder Signaturen muß man feldft Dazu erfinden. Im erſten Cafı
brauchet ed gar Feiner Kuͤnſte, en man accompagniret den Accord,
i ce ce wie
#8 (770)
wieerzergliedert in der Stimme lieget, er mag auch fo extravagant ſeyn,
oder aus dem Modo weichen, wieer will, fe laͤſſet man eg dm Componi-
Ren verantworten. 3.E.
— Ti BEL σ. — nn ⸗ ati -
* — Gr
In dieſen Exempeln iſt keine ein tzige Bafl- Note ee zu welcher
nicht die Stimme den volligen Acvord angiebet. nes mw
ſeynd folgende Saͤtze merckwuͤrdig nehmlich zu der Nöte. j
(1) Bird der völlige Accord *- und iu
6 | Bi
(2) Wuderum dar döͤlige Accord 34 5 angegeben. |
(3) Hat bey der erffen Selffted: ar} en ordinairen Accord, bey der andern Sf
te aber wird der voͤlli ge Satz 4 a angegeben, ‚welcher aber dep.
um Wieder i in Den vor igen erden Aesbnd zuruͤck tritt: Zu ci
| sAWirb:
6) Wird der volig⸗ — 7. min. def — worauff bey
(6) Eine 3: rwe wſelung der Harmonie erfolget, welche wiederum alle Stimmen
des Sapıd SHE zeiger. Bey der Note
| (D Wird wieder der Accord der7. min. def. mit ſeiner st. min. und zMgehoͤrigen 3.
.. angegeben. Bey
(8) Zeigetfich Die ze und Ste eines — frembden Accordes, und bey
(9) Zeiget ſi ch wieder der ordinaire Accord mit feiner gehörigen ste. nt
9. 4. Imandern Cafa aber, wenn nehmlich die Singe-Stimme nur
eine Re Stimmen des Accordeg angichet, fo muß man die uͤbrigen
Stimmen oder Signaturen erſinden; theils
L Ausdenen Regeln der verwechſelten Harmonie; Theils
IL Aus der diflerenten Reſolution ud differenten Gebrauch einiger
Verwandten Saͤtze; Theils aber |
III. Aus der Specie Octavæ eines iedweden Modi.
$. 5. Denerfien Punct betreffend, fo haben wir oben vor — 3,
merdinüedige Arthen einer verwechſelten Harmonie gehabt, aus welchen
man Diejenigen Signaturen erfinden muß, welche von der Stimme nicht
——— angegeben werden, nehmicch ch
1) Haben wir Exempel geſehen, da die Stimme ihre‘ vorher gelegene
Diffonanz nicht ſelbſt zu refolviren pfleget fondern davon abart: ht,
undineineandere Stimme des Accordeg faͤllet. Dersteichen Dif.
fonantien muß under Accompagnift ieder zeit gebfihtend refolvir en
$ Eeece 2 che
| 8 (772) &
eheeinneuer Satz des Recitarivederfolget, dazu fich die refolution
nicht mehr hie. IE IE, — 86
ß
A
h MIR: Dunn nur a un on A DE ar, REN an BRD FE aan > = —
® = m re un ———— urn — a rn Feen ae, —— — j
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— — mu 0m ba vun ine Armen Vrterne nn nn
— u nie in x un “ sg rn nenn (RE ee Damen” uirieen —
nn nn u am > X* m . men nee Firgemnen Sb RETTEN Drmieiunie Tuer 7 EEE m an ee
Ir = ==
In demerften Exempel muß uͤber dem Bafl-Clave F. nothwendig 76. nat einander
angeſchlagen werden, ſonſt findet die reſolution der 7 in dem f lgender Bafl-Clave
nicht mehr ſtatt. In dem andern Ep mp I wird über der letzten H Iffte des
Bafl-Clavis Dis, wiederum die 6, als Die relolution der vorbei gehenden 7, anges
1Slag n, weil di-fe ſonſt in fola-nd:n Befl-Clave nieht mehr refolviren Fan, Sn
d.m zten Exempel hat der Baf-ClavisC. di 6te, weil die vorher uͤder Dem ch be⸗
ſtaͤndig gelegene 7. allhier nothwendig refolviren muß. |
3) Haben wir obeigejehen, daß Die diffonirende Saͤtze xß 4 by und Br.
defic. bey ihrer richtigen Verkehrung, neue Diffonantien hervor
bringen, welcheder Accompagnift von rechtswegen jederzeit mit an?
ſchlagen foll, tod fie gleich dann und wann von der Stimme nicht
ausdrisckhich angegeben werden. z. E
m Emma = SD tn Den RED I
Dad
| 5*
Zw u. c 2 ran em.
= nn a N ;
+ ‚u =
ne amd — u > ge —
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Dr nu men RED Ten at an Le nn E29 EEE ÜETLRDES Sun [2]
ae ze ug Sn — — — Ai PERLE Kante TERREEES- ERREENEEN ira
nern = > — — — — Be — — Te =
E Pe —
= eich spe 2)
msn nen Son nn en ee Srure nn Bin a sn u ES nn Ten Ben nn BEIDE
De Men RE = 22 ern w ang Ten ze) ae an a ERLTn an
Das erſte Exempt liſt das merckwuͤrdigſte. Denn da wird zu dem Bafl-Clave
Dis moll die bloſſe Ste ang:geben: Wenn nun der Accompagnift hirtzu.D die ordinaire ze
8. anſchlag n wolte, fo wäre es ein gang falfches Accompagnement. Denn die richtig
verk. hete Harmonie des vorhergehenden diflonirenden GSaß:g (5) bringet einen
gart andern Accord, aehwlich —9 hervor, worinnen kein g.b findlich, folgbat muß
lager agten Bafl-Clave Dis moll nicht © fontern fi T accompagnice werden,
indem andern Exempel gieber die Singe-Stimme DIE Ste zu dem Bafl-Clave
gis: indem zten Exempil die Ste zudem Baff-Clave e. und in dem gten Exempel die Ste
zu demBafl-Clavefisan, B y allen dieſen 3. Sexten-Accorden aber foll von rechtswe⸗
gen der Accompagnift die Ste min. mit anſchlagen, weil es die richtige — 5 ih⸗
rer vorhetgehenden diſſonir nden Saͤtze alſo erfordert. Jedoch ift nicht zu laͤugnen,
daß in dieſen 3. Erempeln die ABrglaffung der stdimin. Eeinen ſolchen Haupt⸗Fehler des
Accompagnementeg verurfachet, wie in obigen erſten Erempel, weil allhier die 6ten-Ac-
eorde feinen frembden Clavem zu ſich nehmen, welcher Derrichtig ver wechſelten Harma-
nie ihre vorhergehenden difonirenden Säge zuwieder mare. Dan fuche in obigen er⸗
Ah — dieſer andern Ybiheilung mehrere Exempel dieſer Arth.
Eeeee 3 9, Ha⸗
8 (a) 68
9 Haben ir oben geſehen, daß bey der verwechſelten refolution det
- diffonirenden Säße sb. fr. und br defic.derBalljedenzeitiiatt deg or-
dinairen Accordes den gleichguͤltigen Sten-Accord bekommen. Die:
fe Ste nun muß dei Accompagnift wiederum richtig anzufchlagen
en * gleich nicht ausdruͤcklich von der Stimme angegeben
—— — IE
r e —* >
I n - a Re EL dee 2 ——
8 * — 4
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wenn Û»—‘( nr en = &
In allen 3. Exempeln wuͤre die ste über Der Ießten Bafl-Note falſch, weil fie jeder⸗
seit einen neuen Clavem auffiweilen wurde, welcher in denen Accorden der unverwech⸗
felten natuͤrlichen refolution diefer Sage nicht zu finden. Man ſuche in gedachten er⸗
ften Capitel diefee Abtheilung m.hrere Eyemp-Inebftihren raiſones.
$. 6. Denandern Pund betreffend, wie man nehmlich Die Signaturen
des Recitatives aus der differenten Relolution und differenten Gebrauch ei-
niger verwandienSäge erfinden muͤſſe, ſo verſtehen wir hierdurch folgen⸗
de 3 Accorde: i |
ns
24 4
2 2 Ken SR
Haͤlt man dieſe Säge gegen einander, fo findet ſich darinnen die 4. drey⸗
mahl, die 6. und G) iede zweymahl, die 2. und (2) iede wiederum 2;
mahl. Wobey gedachte 3. Saͤtze dieſe Eigenſchafft mireinandergemein
haben, daß ihre Bales iederzeit auf gleiche Arth vorhero liegen oder binden
koͤnnen. So offt ſich nun der Cafus ereignet, daß die Singe⸗Stimme
bey einem vorher liegenden balle nur eine 6. oder () angiebet, ſo entſte⸗
het der Zweiffel, ob man den Accord {4 oder 45 anſchlag en ftfe?
| Em giebet
we Ka) 8
giebet die Stimme nur eine eintzige 2de, oder (anf fo.entfichehwicder
der Zweiffel, obes der Satz 4 oder 14 t ſeyn folle? Giebet endlich
die Stimme nur eine einzige As an,fo iſt ein dreyfacher Zweiffel vorhan⸗
den, ob man. den Satz 9 5 4 oder 4 + anfchlagen ſolle? Alſo fras
get ſich nun, wie manin dieſen zweiffelhafften Faͤllen das rechte Accom-
pagnement der Signaturen finden konne?
$. 7. Wir haben obengefagt, das man ſelbige i in der differenten ——
tion und differenten Gebrauch — 3. Säge fuchen muͤſſe. Nun
diftingviren ſich
1) Die beyden ei}! y und ar Aug ihrer diferencen refolu-
tion. Denn in dem exften Sase refolviren befandter maffen Die
Dberns Stimmen; und der Bafl bleibet liegen, biß feldige in dem
‚ordinairen Accord zuruͤck getreten. In dem letzten Satze aber re-
. „folviretder Baß, und gehet natuͤrlich einen Grad unter IR 2 wie —*
——— Exempel den Unterſcheid zeigen; N
Br u 2
= *
2 Diebchden —— er hi, Yo) Habermas bey einem
: ER ic Baffe einerley relolution
— ⸗
ey. Ä Allein
Ä ® (76) &
Mlein der Gebrauch diefer beyden Säge iſt Bey einem eintzigen
vorkommenden zweit elbafften Calu, nach den Unterſcheide des ſty⸗
in different. Nehmlich im Recitativ brauchet man den Accord
JE} und Hingegen in Arioſen Aylo den Accord, (4) ſo offt die
Stimme eine ate alleine (ohne Die 7. 2:6. oder g, als offenbahre
Keunzeichen beyder Saͤtze) angiebet, wie wir gleich unten Ereinpef
fehen werden. | —
6.8. Unterſuchen wir nun in unſern 3. Satzen alle natuͤrliche oder
raͤuchliche Gänge Der Singe⸗ Stimme, ſo konnen wir den Unter⸗
eid ihres Accompagnementes ohngefehr in folgende wenige Regeln eins
olieſſen: N ae auch
Nehmlich man ſchlaͤget uͤberhaupt den Accord r an, wenn die
ʒtimme bey einem ſtille liegenden Bälle aus dem ordinairen Accorde,
D Indie 7. maj.alleine,oder mitder 2. oder mit der 4 vergeſellſchaff⸗
tet, ausweichet, und von dar in vorigen Accord zuruͤcke Fe wie fol⸗
gende Exempel alle Cafus zeigen;
wi
——
He
54 | 5
2 5 | | '
es ö— —— - eh Sn sin EEE et ae TREE pur —
— en RI —. GERT nn re ur stammen. Ä =
etz ——— or ust — —
—— ⏑ ——— — — — — —
— —
2) Wenn
2) Wenn befagte Singe-Stimme aus dem ordinairen Accorde in die
4te alleine, (& indie 2de alleine, oder in die () zugleich aus⸗
weichet, und von Dar wieder in vorigen Accord zuetiche teitt, wie
folgende — ae alle Cafus zeigen : (9)
2 = F —
3 H
ee NE
— ERETEER Vetter ERDE -
uud 302 „nr
Seen A u. —— — |
5 Dieſes iſt —— mache ran > bey welchen —
lieberden Satz + ) brauchet. Hingegen werden wir unten bey Der Mar-
gve (c) einExempel finden, da im — ſtylo bey dergleichen alleine vor⸗
kommenden gte natuͤrlicher der Satz ) gebrauchet wird.
Wie man in heutiger Praxi die Harmonie des Satzes € ) auff einide Arth
zu verwechſeln pflege, ſolches haben wir allbereit oben p. 660. in einigen Exem-
pelu gefchen, welche anhero zu wiederhohlen frynd,
Fffff 5.9.28
8 (78) &
9. Der Accord (8) mit ſeiner zugehoͤrigen Zzve wird angeſchla⸗
gen, em die Stimme bey einem ſtilleliegenden Baſſe aus dem ordinairen
Accorde
i) Indie Ste alleine, 2 (D zugleich ausweichet, und von dar erſt
indie 7.maj.gehet. (b) Z.E.
Prien
2) Wenn
(b) Sechenſen⸗ wird die ate bey % ) nachgehends in die 4te des hecordrg
9 £ verwandelt, und in nachfolgenden Aecord erſt hrerx Natır —— unter
fi reſolviret, |
| mei
2) Wenn beſagte Stimme aus dem ordinairen Accorde Indie (4) auge
weichet, und vondar unmittelbahr in den vorigen Accord zuͤruͤcke
erit, (c) 3. E.
CD Dieſe Arth wird war im Recitativ felten gbrauchet. Hingegen pfleger die
S:immein Ariofen Sachen bey einem beflandia wiederyahlten Bafl-Clave gag
oͤffters ausdem erdinaieen, oder auch ausdem Nmen Äccorde, bald in die ste
alleine, bald in Die gte alleine oder auch in Die | 2 zugleich auszuweichen,
und in den vorigen Accord alsdenn wieder zuruͤck zu treten, da denn in allen drey
6 N
Faͤllen natuͤrlich die 3 und nicht die u — oder angeſchlagen
& Lg Ä (2
werden muß welches alhier wohl zu mercken, weil manche Accompaguiten yiel
faͤltig dawieder fehlen, z. E. EN
ae eines:
—— gut. nicht zut.
6
| 6 € 45
* — — —
an ah — ri rer
Reset
Sffff 2 $10.Der
3 06780) 53
$. 10. Der Accord E — wird angeſchlagen, wenn die Stimme bey
einem liegenden Bafle aus dem ordinairen, oder auch aus einem extraor-
dinairen Accorde
un — — ——
—
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FE
uhaae rn u na a ea — ne — ç —— —— —
8 (I) 8
3) Zudiea. alleine, indie 4.alleine, oder in die (SH) zugleich ausweichet
4 und der Bals nach dieſen einen Grad unter ſich we wie folgende
xempel alle Caſus angeben: | |
EL Er 2 — u a
F: [3
—* —
— = ung e u
de Ran) TEE — un m (Em,
Tr — an Gamma nz ey wen bene — — —
— — ——————— nn ur
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5
|
|
t
u
en) Wenn beſagte S Stimme auf — Arth in : ——— * der
Baſs einen Grad unter * —— S 30...
$.1L. Letz⸗
ca) Die Raifon, warum man füldyenfalls auch wohl den hier gl gieichviel ſcheinenden
6
— 3 anſchlagen kan, iſt dieſe, weil alödenn die aAte dieſe 8 Sasıs bey
dem unter ji refolvirenden Bafle i in der Dbern-Stimmeibreschörige Refolu-
Sffffa don
*
7)
®
4
8
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— —— — — — En BE An m
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— — SE FE ee RI Ten re | A 1 en ER > = BE DS pe.
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6. 1. ik iſt Hier zu gedenfent, daß die von der Stimme angegebe⸗
we 4 9 und (3) iederzeit den Accord 14 haben, (e) es moͤ⸗
| gr die übrigen Stimmen dabey angegeben werden, oder we
ZERIIE ee Bau
— — — — =
| | &
tion nicht fiadet, da hingagen Die At des Accordes ; 4 e eben dergleichen Ro-
2
Solution des Bafles verlange.
(ey Die 24 aber hat iederzeit natürlich Die ae. maj. ſtatt der 42 erfeao beh ſi ch fie
4 —2 Stimme ausdruͤcklich zu finden ſeyn oder nicht, 5, &
3 (73)
Er — =
| ea (784) &
Mit der at. majsader hat es dieſe Ausnahme, daß wenn fie bey einem per
Semitonium unter fich reſolvirenden Bafle entweder in der ste [je gen bei:
bet, oder in die gve guſwerts ſteiget, fo hat fie viel natuͤrlicher CH) die
zdam Ne bey ſich/ und die folgende BaT-Note bekomimnet iederzeit
sam mal. 9, |
3.6,
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—
§. 12. Wir kommen zum zten Pund, allwo wir die richtigen Signatu⸗
ren des Recitatives aus der Specie Octavæ eines iedweden Modi erfinden
ſollen. Und dieſes iſt der wichtigſte Punct, welcher ungeuͤbten Accompag-
niſten die meiſte Schwuͤhrigkeit machet, ſo bald das Kecitativ in ſchwehre
Tone ausweichet, weswegen wir die Sache aus dem Grunde beſchrei⸗
ben muͤſſen. | A
$. 13. Bey denen Schematibus des vorhergehenden Capitelö haben wir
die gewohnlichen Bezeichnungen aller Modorum gefehen, in welchen gar
feichte wär, Die richtigen Intervalla modi, oder Signaturen nad) denen Gra-
dibusder Lineen Abzuzehlen, wie p. 116. feqv. in der erſten Abthejlung die⸗
ſes Tractates gelehret worden. Bey dem Recitativ aber gehet dieſes nicht
mehr an. Dennweildiefer ſtylus odengedachter maſſen fein ſtema mo-
di ordentlicher Weiſe nicht mit x X und bb. bezeichnet, fo laſſen fich auch
bey fchwehren Tonen die richtigen Signaturen (3. E. die richtige ade, ze, Are
(£) Ich füge viel natärliher, Denn zur Noth Fan man zwar Die rechte 2de bey
dieſer 4t. maj. anfchlagen, bey der folgenden Baf-Note aber iſt Die, 3. maj. une
vermeidlich. |
3 (7885) 8
u dieſen oder jenen Clave eines iedweden modi) nicht mehr nach oben ge⸗
- Bachsen Gradibus der Lineen finden, fondern es truͤget, und muß may
ftatt deffendie Speciem Odtavz eines jeden Modi vorhero auswendig wiſ⸗
fen, ohne daß man ſie in der Bezeichnung des Sylkematis zu ſuchen nothig
abe.
14. Durch die Speeiem Octavz aber verſtehen wir diejenigen 7. oder
8.Claves, wie fie bey iedweden modo, afcendendo in ihrer natuͤrlichen Ord⸗
nung, und gehöriger diftanz (eines gantzen oder halben Tones) auff ein⸗
ander folgen. Nun iſt bekandt, daß wir in heutiger praxinur 2. Haupt⸗
Modos haben, nehmlich Modum majorem, und minorem. Wir wiſſen auch
aus obigen, dag alle modi majores nur Transpofitiones von dem e dur, und
alle modi minores nur. Transpolitiones von dem amoll ſeynd: Folgbar
koͤnnen wir Dierichtigen Specieso@tavarum eineg iedweden Modi gar feicht
- finden, wenn wir die Speciem &vx des ce dur durch alle Modos major. und
Die Speciem Svx des modi a moll durch alle modos minor. transponirem,
und die dazu gehörigen X x und bb. nicht vor Die Syfiemaramodorum, fort
- Dernüberallvordie Noten felbfidegeichnen..
5 Weil uns nun an gruͤndlicher Einficht dieferMaterie gar ein vie⸗
les gelegen, fo wollen wir alle Species Odavarum nach ihren 24 modis, und
zwar einige modos auf doppelte Arth bezeichnet (ſo wie ſie in praxi nicht
ſelten vorkommen) allhier beyfuͤgen, nach welchen man auch bey denen
ſchwehren Faͤllen eines unbezeichneten Syftematis modi, gar leicht die rich⸗
tige n Intervalla oder Signaturen nach Denen Gradibus der Lineen ab zehlen,
und finden kan. Bey denen modis minoribus aber wollen wir zu mehrer
Deutlichkeit das unentbehrliche Semitonium modi jederzeit mit einer
ſchwartzen Note beſonders anzeigen. | =
Modi. majores,
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Gis moll tnif. bb. —
. 16. Wer ſich dieſe Species Octavarum (x) ſo wohl nach denen Lineen,
als auf dem Clavier ſelbſt, dergeſtalt in das Gedaͤchtnuß faſſet, daß er die
richtigen Intervalla z. E. die richtige 2de,ze, gte&e. zu einem iedweden
"Tone des vor ſich habenden Modi; mit einer Fertigkeit zu finden, und her:
zufagen weiß, ohne daß er nötbig habe, an das richtig bezeichnete Syftema
modi zu gedenken: Dev wirdiich überhaupt im Accompagnement auff
verfehiedene Arth eine unglaubliche Leichtigkeit zu wegebringen. Den
1) wird es ihm wenig mehr embaraffıren, einen Gemeral-Baßs auch m de
nen allerſchwerſten Modis muſcis zu accompagniren. 2) wird er dem am⸗
bitum vieler, in heutiger praxi noch Unvollkommen bezeichneten modo-
rum (b) beſſer verſtehen, und die gehörigen Signaturen, welche von der
u Nu VEREINE ÄEnD) Wenn ame. —
(2) Welche man beliebten Fall: s mit doppelter Bepichnung aller übrigen Modo-
a rum gar leicht wird verm hren koͤnnen, werein auſſerordentliches, und faft uͤ⸗
berfinßiges Exerciuum anfteflen will, |
Ch) 3.8. Da mat dag a dur ohne das Semitonium modi gis: das edur ohne
dis: das disdur ohne Die rechte 4te gist auch wohl nach der altın Arth dag g
durch fs, und das f dur ohne die 4te b moll &c, zu bezeichnen pflegen,
| 8 (79) ”
Stiummenichtangegehenierden, ohne Fehler finden koͤnnen. 3) Wird
er, auch in dem allerſchwerſten Recitativ, die richtige Harmonie zu finden
vermoͤgend ſeyn, ob gleich Die gehörigen x X und bb. in Dem Syſtemate
modi ich t vorgezeichnet. Dieſes letztere iſt hier unſer propos: Alfo wol;
len wir an folgenden, mit Fleiß hierzu aus rleſenen 4. ExempelndieProbe
machen, und zeigen, wie die Signacuren des ſchwehren Recitanıveg aus der
Specie Odtavz eine iediweden Modi zu finden ſeynd? |
& ı7. Wir wollen 2. und 2. Exempe Inach einander anaromiren, da denn
bie erſten beyden en 6) alſo ausſehen:
——
— use sauna use an DENE Bar Ar ES RER EREFUR, TR De ann ERTARE ua)
= mi mu az 66 A er Gi SENSE nn BRETT ET TEE, A Be,
! an rest N RER Tees TREUE BEREEEE EZIE TONER WERE Ten
nr nn Ani nn — — w ! SFR EHRE Te
3) | 5
In — giebet 3 Stimme uͤber der Note |
nen Die seminam Ho tzu gehoͤren befandter maffen die ge und ste, fill man
“ober ſbige noch dem gradihus der —— en, fo betruͤget man ſich. Denn
A dem A gradu von der Bafl-Note quffiwerts: findet ſiche c. wilches nicht die
899993 Ä natuͤrli⸗
(i) Deren Fundament wir oben ©. diefer andern Abtheilung gewieſen.
SB CI)
natuͤrliche ze CK) fondern eine hier unbrauchbare 3a min, defieiens iſt. Und
indemsten gradu findet ſich £. welches nieder nicht Die natürliche Ste (1) fons
dern eineunbrauchbare Sta min.deficiens ift. Alſo fraget fich, woher mir die
rechte ze, und Stezubefagt:n Accord befommen? Artinort : ausderrictigen
Specie Octavæ desjenigen Modi, worinnen moduliret wird. Nun deutet bag
vorstehende X des beſagten Beff-Clavis as den modum H mollar, (m) al
zehle man in Der obigen Specie Octavæ dieſes modi von gebachten Bafl-Clave auf
werts, fo wir maninden zten gradu die rechte ze cis, und in dem 6ten Gradu
Die rechte Ste fis finden, | |
Eben dieſe Species Octavæ zeiget auch zu der Bafl-Note.
2) Die rechte ste fis, ſtalt daß in dem sten Gradu des unbezeichneten Recitativ-Sy-
ftematis Die faljche ste £ erſcheinet. rt
In dem andern Exewpel gieberdie Stimme zu der Bal-Note.
3) Die7.min,def,an. Hierzu gehören bekandter maffen die st.min. und 38,
Suchet man dieerftere inden sten Gradu von der Bafl-Note quffwerts, fü fins
det fich allda das h. welches hier die richtige gt. min, iſt: (n) Allein mit der Ze
will es wieder nicht eintreffen. Denn in zten Gradu von befagten Bafl-Clave
auffwerts finder ſich das z. welches wiederum eine unbraushbare ze. min. def.
it. Nun dürfften wir mar dieſer ung ſchickten ze nur einen Chromatifchen
Clavem zu fegen, fo bekaͤmen wir ohne weitere Umſtaͤnde Dir natürliche am
min. gis, nad) der p. 52. indererften Abtheilung dieſes Tractates gemachten
Anmerckung. Damit wir aber alhier by unferee Specie Octavæ bleiben, fü
wolln wir ung einbilden, Daß das vor gedachten Bafl-Clave ftehende X den mo-
dum fis mollangebe: Alſo finden wir oben in der Specie Octavæ dieſes modi %
ben das gis, als Die rechte 3e in dem zten Gradu von gedachten Baſſ-Clave
auffjw.r!e, | 0,
(k) Denndiefe muß, wenn fie aud) nur minar iſt, wenigſtens 2. Chromatifche Cla-
ves uberfpringen, eder (welches einerley) aus sinen gangen, und einen halben
Tone beſtehen; nach) der obin p. 97. feqv. g'gebenen Beſchreibung aler Mu-
ficalifcyen Intervallen, mılche man in folgenden 9.9. appliciren mag. ;
(1) D nudiefe muß, wenn fie auch nur minor iſt, wenigſtens 7. chromatifche Cla-
ves überfpringen, oder aus 3. gantzen und 2. halben Tonen beftehen. vid ibid,
(m) Nach dem Fundament der 7ten Special-Regel des borhergehenden Capitels.
( Die Kaiſon findet man wiederum in nur gedachter Beſchreibung Des Mufieag
liſchen Iutervalln. |
Ba)
Zu der nachfolgenden Baff-Note.
4) Birbet dir Stimme die 4te an, woranffeine Cadenz in das hmollerfolg:t. Yun
gehoͤret zu der gtebefandter maffendie sie. Zehlen wir aber von Dieler Bafl-
Note $. Gradus auffwerts, fo finder fich alda das ©. welches nur eine st. min.
it: Alſo muß uns hier wiederum die Species Octavæ des modi h woll die sechs
te ste zu fis zeigen, welche cis iſt.
$. 18. Die andern Benden zur Probe auserfefenen extravaganten Exem-
pel mögen I, ur :
* Es? eh
SE — —7
es (792) &
In dem erſten Exempel giebetdie Stimme zuder Bal- Note
(1) Die sh an, und ber Bafsrefolvirct darauff in dos gis odet as. Yun ahöret
bekandter maſſen zu der sb. Nie ze und Ste allein went wir van der Ball- Note.
auffwerts in den zten und sten Gradum zehlen, fo befindet ſich alda di: 3.
maj. h. und 6. min, e. wel Hes nicht die natuͤrlichen Stimmen jur gt. min ſeynd
Folgbar muffen wir Dierechte ze und Ste zu befagten Baff- Clave wieder in der
Specie gvx des modi. gis oder as dur fuchen, allwo wir in dem 3’en gradu bes
fagter Bafi-Note g, auffwerts, dierechie 3e b mol, un? in dem Sten Sradu die
rechte Ste dis moll finden. (o) | *
Eben dieſe Species Octavx muß uns auch zu der folgenden Baff-Note
(2) die rechte ste geben; welche wiederum dis moll iſt, ſtatt daß in dem un bezeichne⸗
ten Recitativ-Syftemate im sten ‚Grad Der Bafl- Note aufwerts, die Sta fnper-
fiua e. zu finden. — — — |
In dem andern Erempelgiebet die Stimme zu der Bafl-Note
(3) Die 6.min. an. Hier wird nun wohl niemand ſo verlegen ſeyn, daß er nicht
zu Diefen Accord Die naturlihe3 min. nehmlich-dis moll finden ſelte, ohne felbis
geinder Specie oltavz Des modi as dur jufuchen: Alp gehen wir weiter, und
finden, daß die Singe⸗Stimme b.y Der Bafl-Note ann |
»
(Die
(0) Manmuf fie aber Hier aufdiefe Arth fuchen, daß wo gedachte Species Octavæ
aufdenen Jineen im zehlen ſich endet, da faͤnget man vonder Sve drunter wies
der an, weiter auffwerts jugehlen, biß man die rechte ze und Ste entdecket. 3.8,
Die Species Octavæ des as oder gis dur ſtehet oben in felgender Ordnung;
9-7 It —
- —— m m
nn —
a e o- = un — — — — — — —— —— — —
x
eg Q ut, © se — — — — — ——— — — ——
bier ſollen wir nun die rechte ze und 6te zu Dem Bafl-Clave g. entdecken, alſo
zehlen wir von dem g an, den erſten grad: Die letzte Note as machet den andern
grad: Weil nun die Noten hier nicht weiter in Die Höhe gehen, fo nennen wir
bey dem, eine gve Hi fferliegenden as den andern Grad noch einmahl, und zeh⸗
len alsdenn toeiter fortin Den zten und ten Grad, da man denn dieoben ges
dachterichtige 3e b moll und die richtige Ste dis moll findet, Diefe Arch der
Abʒehlung gilt nun bey allen andern dergleichen Fallen, wo die legten Noten in
denen Speciebus octavarum, beym abjehlen nicht mehr zulangen,
nen nn, ——
2 (093) 8
6 Die yt. win. angiebet, worauff der Bafs bey der folgenden Note in das ſlis dur
ut refolviret. Rollen wir nun diezur St. min. gehoͤrige natuͤrliche Ze und ste fur
chen, ſo finden wir in den zten und 6ten Grad von beſagter Note auffwerts Die
3. maj. a. und die 6. maj.d. welches nicht die natuͤrlichen Stimmen jurgt.min.
ſeynd. Folgbar muͤſſen wir wiederum die ſpeciem guxæ des modi fis dur zu
Ratheniehen, allwo wir in dem zten gradu der Baſſ. Note —— Iron:
ze gis, und in Dem Sten gradu die rechte Ste cis finden,
ten dieſe Species Odavz giebet uns zuder folgenden Note .
(543 Dierechte ste cis, ſtatt daß das unbezeichnete Recitativ-Syflema i in dem cien
gradu die gtam ſuperfl. d. angiebet. Bey
a Als der andern Helffte der Bafl-Note giebet die Stimme 4t,maj. an. . Hier;
gehoͤtet bekaudter maſſen die 2de und 6te. Suchen wir nnn dieſe in der Specie
gvx unf.res bißherigen fis dur, ſo findet ſich in Dem andern Grad von der Bafl-
-Note aufmerts die richtige zde gis, und in dem 6ten Grad die richtige Ste dis:
ſtatt daß uns das unbegeichnete Recitativ-Syftema i in dem andern grad von bee
‚Bafl-Note aufjwerts die 2dam fuperfl. a. undin dem sten grad die 6t. fuperfl.e,
4 angiebet, weiche ſich allhier zur 4t. maj, nicht raͤumen. Bey der Bafl-Note
82 Giebet die Stimme 6t.maj. an, zu welcher man nach dem bißherigen ambite
nothwendig 3. min. und nicht die, in dem Recitativ-Syftemate befindliche 3«
maj.anfhläget, Dad) diefen giebet die Singe⸗Stimme bey
+ (8) Als der andern Helffteder Bafl-Note’die At. maj. ar, und machet nachgehend⸗
eine jaͤhlinge metamorphoſin der bißherigen ſchwehren Tone in das unbezeich⸗
nete naturſiche Syflemamodi, wobeh mir weiter nichts auſſerordentliches anzus
mercken finden,
6. 19. Nun moͤchte man allhier fragen, ob denn ſolcher geſtalt die o⸗
ben, auff den natuͤrlichen ambitum modi gegruͤndeten General· und Speci-
al-Negelndesvorhergehenden Capitels gar keinen Nutz in dem Accom-
pagnementdeg Recitativeg Haben? Antwort: fiehabenihren Nutz
i) Inkurtzen Recitativen, da manche Autores eben deswegen die geh⸗
rigen X X nd bb. vor dag Syltema des Recitatives zeichnen, weii ſte
fchon vorberoden Vorſatz haben, Feine entfernten Digresfiones mo-
di oder Ausfchweiffungen zumachen.
2): Habenfleihren ee m modis — DUB oder
997
*
Pe .
x #3 (794 ) e)
gar Feine X und b.vorzeichnen. (p) Dieſe letztere Arth wollen wir
mit folgenden Exempel erläutern; Dabingegen die erſte Arch der
ſto weniger Erläuterung brauche, weilfie ben ihren richtig bezeich⸗
neten Syitemate modi mit dem Arioſen ſtylo Rem: Beh glei
che Signaturen hat |
*
* BE Sr an (12)
2.
(2) 3%, 6 dur, a mol), d.moll, £ dur, g.dur &e
... BC)
Dieſes Recitativ Fänge im: G dur an; nach dem Amin Diefed Modi hat
nun die Note
- (U Die 3. maj uͤber ſich, weil es gtamodi ft, Reg.r. ſpecial ße 2
(2) Hat die 6. über fi ch, weil es 32 modi iſt. TEEN
v2 3) or d über fi 91 weil es die pr — gehende 2da modi nei i. Reg, R
fpec.
"@ Siebt durch das, border Note fichende greinenneuen —E nehmlich —
an. Reg, 7. fpec. Alto hatgedachte Bafl’Nate die ote über 107 weil ſie das Ser
mitonium modi iſt. Reg. 4, fpec.
ne 5) Seiner, ale wenn das vorgefeßte X der Ball Note wieder Anch neuen — |
und zwar das gdur angeben ſolte: Allein weil ebendiefe Bafl-Note ein Kin der
3amaj. über ſich hat, ſo ehangiret der modusinden, uͤber der 3. maj. gelegenen
a halben Ton, (q) welches hier hmoll iſt. Folgbar wird man nun über
(65) Gar leicht die rechte g te zu dem h. zu finden wiſſen, ſonſt koͤnte man ſich aus der
ſpecie gvx= des h.ntoll, Rathes erhohlen. Bey
(7) Bicher die Bafl:Note ein neues X an, welches ordentlicher Weiſe den modum
in das g dur, (als den über beſagten X nechſtgelegenen halben Ton) fuͤhren
folte: Allein weildiefe Note wiederum ein ge inihrer 6. maj. führet, ſo changi-
ret der mödusin dem, über befagter st. maj. nechſt gelegenen halben kon, (r)
melcher hier e moll iſt. ‚Hieraus folgetnun ‚daß Die Note
(8) Die steüber fich habe, weil es 3a modi iſt. Reg. 3. fpec. ;
(9) Biebet das Semitonium zu a moll: (10) Aber das Scmitonium' N moll an,
und Haben beyde Noten nad) denen.offt eitirten Regeln, die Ste über fich, wenn
fie. auch gleich nicht in der Singe⸗ Stimme ausdrüclich angegeben worden
wäre. Es Fan aber auc) bey dergläichen kurtz auf einander folgenden X dee
Bafl-Noten, die Ste General - Regel des vorhergehenden Capitels appliciret
werden.
(11) Weiſet 3, maj. auf, da denn niemand umb die dazu gehoͤrige richtige stewird
verlegen ſeyn, ſonſt koͤnte man fie inder fpecie-8vx des e moll ſuchen, welchen
modum das in der Stimme vorkommende neue X angiebet,
Hhhhh 2 (121 Wei⸗
ee nn
| ac) Nach dem Fundament desandern Theiies der ten Speeial-Negelin vorherge⸗
henden Capitel.
| cc Nach eben dem Fundament der benandten zien Special- Pegel,
; “8 (706) &
Cı2) Weifet die zdam fuperfi. auff, welche iederzeit die Gte nebft des 4t. maj. in
Compaguie hat, wie allbereit oben gedacht worden. 4
$. 20. Dieſes waͤre es alles, was mar ohngefehr von einem accu-
raten Accompagnement des extravaganten Recitativ -Styli fagen möchte.
Zum Befchluß aber haben wir annoch zuerinnern, daß die oben, im letz⸗
ten Capitel der erſten Abthetlung erklaͤhrten Acciaccature nebſt andern
Arthen eines ruhenden Harpeggio, eben in dem Recitasiv -Stylo gleichſam
ihren Sitz haben. Denn weil das Recitativ lauter langſame ruhende
Bafl- Noten fuͤhret, fo laſſen ſich hier dergleichen Zierrathen am beſten,
unnd am leichteſten anbringen, auff Arth, wie in gedachten
EEE Capitel weitläufftig erklaͤhret worden.
er
Das
82 (99)8
—J—— DBIV.Eapitl,. , . ...;
Bonder Applicationder gegebenen Regeln, welche
nebſt einigen Obfervationibus praeticis, ineiner sanken
_ Cantata deutlich und nutzbar gezeiget wird.
DS iftnicht genug, daß wir inden bißherigen Capiteln deutliche
aus RegelivomGeneral-Bafs ohne Signaturen, gegeben, und ſelbi⸗
BI Be mit eingelndarauffeingerichteten Exempeln erläutert:
Wir muͤſſen und nunmehro auch an groſſe Arbeit machen,
undfehen, wiedie bißherigen Regeln in einer gantzen Cantata
meinanderhangen. Wobey wir zugleich Gelegenheit bekommen wer⸗
den, annoch verſchiedene nuͤtzliche obfervationes pradticas, oder auff die
Erfahrung gegruͤndete Anmerckungen beyzufuͤgen, welche ſich ſonſt in
ordentliche Regeln nicht wohl einſchlieſſen laſſen. Zu dieſen unſern Vor⸗
haben wollen wir nun mit Fleiß ſrembde Arbeit, und zwar eine Cantata
des berühmten Sigr. Aleſſandro Scarlatti (&) erwehlen, welcher vor als
fen andern heutigen Practieis mit Der mufitalifchen Harmonie extravagant,
und irregulair Umbgehet: (KX) Wobey wir dieſen Vortheil gewinnen,
Wr, iin Hhhobh 3 | BE);
(9 D uqͤltern zu Neapolis: Denn der jüngere Scarlatti iſt in Rom Capellmeiſter.
(**) Wie die Menge feiner Cantatenausmweifen, Denn es bindet ſich Tiefer Au-
‚tor felten oder niemahls aneinen regulirten ambitum modi, fondern er verwirfft
die Tone gantz ungleich) aufeben die Arch, und öffterg mit m.hrer. Härtigkeit,
als man iemahls im flüchtigen Rccitativ thun, fan, Meines wiſſens hat ihn
biß dato unter unzehligen Practicis noch Fein eingiger imitiren wollen, 86 muͤſte
denn der berühmte Aftorga nunmehro auch anfangen auf dergleichen Spuhren
zu gerathen. Uberhaupt aber koͤmmt es bey einem ſolchen unnatuͤrlichen und
gewaltſamen Stylo wohl auff den Liebhaber an. Denn meines Orths bin ich
der unvorgreifflichen Meynung, daß man zwar bey noͤthiger Expreſſion harter
Worte, auch dann und wann harte und irregulaire Gage mit guter Arth ans
> „bringen koͤnne, welches denenmeiften Pradtieis gemein iſt: Allein einen heſtaͤn⸗
digen Nylum Daraus zumachen, ſcheinet den Ent weck der angenehmen Mufic
TATEN ing de
- at > 2; > am“ ar
} IE FIRE ! * —8 15 # » 5 — Tan
; u —
| BB (708) &
daß wenn ein Accompagnift fich.indergleichen ſchwehren und irregulairen
Stylo nach Haufe finden lernet, ſo darff er ſich gewiß vor andern, täglich
vorkommenden rezulireen Sachen gan undgar nicht fuͤrchten. Wir
fchreiten alfo zum Wercke, und wollen uͤber die Signaturen dieſer Cantata
eben auff die Arth ſchrifftlich unfer Judicium fallen, wie etwan ein geſchick⸗
ter Meiſter mit einem Lehrbegierigen muͤndlich thun konte.
a OIOEFIOE
= | En = _ ———
un ge —. —— u Sara
Bender erften Bafl-Note diefer Cantate mochte es fheinen, als hätten wir. den Mo- -
dum Hmollvoruns: allein die folg nde erfte Cadenz weiſet, Daß wir es allhier mit dem
unrichtig, ohne fisbejeichneten Modo smollzuthunhaben, Und hieraus flieſſet gleich
Anfangs: ee Er RT.
Obfervatio pradtica . Daß manden Modum einer Arie ohne Inftrumen-
te niemahls aus der erſten Bafl-Note, fondern aus der erfien Cadenz des
Rittornello erfennen muͤſſe. Ratio: | et),
Das Rittornello des Baſſes giebet gemeinig'id) die anfangende Modulation der
Singe⸗Stimme vorheroan: Danun dieſe nicht allezeit in der gvamodi, fondern auch
inder staund 3amodi anzufangen pfleget, ſo entſtehet nothwendig In gleiches bey dem
erſten Rittornello. Diefen nad) haben nun bey unferer anfang nden Cantata di: Noten
(1) und (4) Die 3.maj. uber fich, weil fie Ftam modi angeben, nach unf:rer bes
Eandten Reg. 2. ſpec. c.2.h.fedt, Zugedachten beyden Noten ab:r findet man
die. richtige gtenichtim fyftemate modi, fondern man muß fie in der ſpecie gyæ
anna a a > 11 21 ERIre ————
ju wieder zu ſehn, und kan ſchwerlich iemanden anders gefallen, als nur bizar-
ren Liebhabern. Deiguftibus;non eft diſputandum. Abir wollen indeß uns
fern Accompagniſten von dergleichen irregularitaͤten profitiren laſſen. |
* 109) a,
des Malt em — 1 ſuhen alda ſich in dem gten grad aufwert Dep; — *
das fis zeiget.
(2) Hat die 6. uͤber ſich, weil es sta di min iſt. Reg.6. fpecial. - '
(3) Hat gleichfalls dies. weil es das Semitonium a Reg.4. fee. Er
(5) Hatwieterum dies. weil es 3a modiift, Reg. 3. *
66) Koͤnte zwar als 2damodi(nad) der seen den die st, „über ſich haben:
allein wir machen hier folgende
Obſervat. prad. 2. Das, fo. offt, die ur — min; unmittelbahr vor
einer Caden⸗ hergehet, ſo oft beält fie viel zierlicher die e—
7 uͤber ſich ratio:
Weil hierdurch die folgende Cadenz beffer przparirit wird, man mag fr ‘ sun nach⸗
—* über denen 2. Noten
(7) mit (ig) oder mit (75) oder auch mit der bloffen 3. maj. u Ende
pp bringen, welches in Sachen ohne Inftrumente gleich viel gilt, Man Ean ſich
uber haupt dieſe Clauſul der legten 4. Baſſ·Noten a. fis. h. Re Burongro mer⸗
cken, weil ſie täglich in allen modis vorkoͤmmet.
(8) Hat die 6. über ſich, weiles Sta mod. min, ifh | *
(NB. Dergleichen leichte Signaturen der 2. gb 4. ch 6. *. &e ae
von der Vocal- Stimme ausdrücklich angegeben werden, FAR ihre Neben⸗
Stimmeni indem vorgezeichneten Syflemate modi richtig zu finden feynd, wol⸗
fen wir binführo, dr Kuͤrtz⸗ halber, gar überg:hen, meil fie aus denen varherge⸗
henden Capiteln mehr als zubefandrf£yn müffen. Wir wollen fie aber ieders
zeit mit einem (f) margqviren, zum Zeichen, Daß fich der Accompagnift bey füls
chen Noten aintis und alleine an die Vocal- en zuhaltenhar.)
bie |
Mi
8
N
3 (80) 5
man wieder inder fpecie gvx des e moll ſuchen, allwo man das fis finder,ftatt
daß das unrichtig bezeichnete ſyſtema modi im 6ten Grad auffwerts von beſog⸗
-. ‚ter.Bafl.- Note, das f. zeige. Bey der Note PR
(10) Bieberdie Stimmedi’ gte an. Die rechte ste dazu findet man wieder in
nurgedachter ſpecie 8x. Die Note — HIT NY
13), Gindetbey ihren von der Stimme angegebenen Accord I: nur die 3 win.
def.im ſyſtemate modi. Dieſer unvollkommenen ze ſetzen wir nun entweder
einen ehromatiſchen Clavem zu, ſo bekommen wir (wie ſchon im vorhergehen⸗
den Capiteln überhaupt gezeiget worden) ohne weitere Umbſtaͤnde Die rechte
ze gis; oder mir nehmen bier das X bey der Baſſ-Note (117) vor das Semi-
ſconium deg modi fis moll an, und fuchen die rechte 38 in feiner fpecie gvx, fü
finden wir alda wiederum das gis. welche Loppelte Arth Die rechte 32 zu füs
chen, wir bey dieſen, inunferer Canrata öffterg vorfommenden Caſu, allhier
zum erſten und legten mahle wiederhohlet haben wol n. | |
<13) Zudiefen inder Stimme angegebenen Accord wird man die richtige 2de in
der Ipecie gv& des hmoll zu füchen wiſſen, alsmwohin das in der Stimme er
feheinende Semitonium as nder a x feinen Gang nimmer.
(13) Hat die 6 über fi), weil eg Die natürliche refolution Der 44 cder des Ac-
. 16 |
cordts 9 ift, (ſo lange nehmlich die Stimme nicht ausdruͤcklich das Ge⸗
—— | '
gentheil angiebet, wie ung allbereik aus dem dritten Capitel der erften Abthei⸗
‚tung diefes Buchs befandt.) | Ei
14
— oa —
rn — *
— —
I(.
u I)
#
Su ee pe nt r25 =| en, ge,
w TEEN EEE, = r
2 - — — mug nn
tar - mi pi Tiran - no Ti- ranno Amo »
D- CEIC17ICLE) ch)
tr ER ren 00, mn —
— — Dr ae — ——— a
se Tum - -, m dAmore. |
LH — an En 8
F an une —— — Pre — RO
. RES As EP IEFU I EN >
(14) und (16) haben die richfige ze nichtim Iyftematemodi, alſo ſuche man fie auff
nur gedachte Arch, BT, | | |
{15) Hatdie6. weil es wiederum die natürliche reſolution der # if.
_ £17) Hat 3. maj. über ſich, wweil.8 sta modi iſt, indem die Singe-Stimmeimamoll
| ‚modyliref, welches nicht allein Das beſtaͤndig vorhergehende, und nachfolgende
gis, ſondern auch Dieim Bafle glei) Darauff folgende Stamnodi, nehmlich £ anzei⸗
get. Dasdazwifhen, bey (14) und (16) vorkommende dis aber ift alfbier nur
als ein bizarrer Satz zu betrachten, deſſen X, nicht continuiref wird, wie wir is
vorhergehenden Capiteln dergleichen Exempel mehr geſehen.
{18) en — über ſich, weil es gedachter maſſen die stamodi min iſt. Reg, 6, ſpec.
5) Giebet die Stimme st. min an, hierzu gehoͤret bekandter maſſen die 3. nd 6.
Breyde aber findet man nicht richtig im yſemate modi, wohl aber in der fpecie
IR el Eye man Die richtige ze eis, und im Gten
52 Bit. | er
3 (2)
er leisgur in —
u ar a rn a nn m a—_
mem) 1. EIER Ip (Ey a) Er > m a En m
u oe nur ip aa gr un
122)
E PEBEEBEIEEE
..Satioan-co ra. non ſei, d’a-vermi =5 5. Cor, — — cru⸗
(23) | (24)
— — REES — "= ru En > i inte — orten VMEREETEER air: Anti. Ge ze —— jo 22 0yn oe
nn nn ARTE σ BEREITET SB)” ARE een. Heterm. Fun =
u AR ET Bee. —— u
namen => Bus > Zune une - . ws
grad die richtige Stefis, Will man übrigens ſtatt Die 6 e die 7 ange
8 fället es hier harmonidfer aus,
ER Hat die gewöhnliche Recitativ- Cadenz, wozuman ice die bechte pr aus der
fpecie vx des e, moll finden wird.
(2) Hat 3.maj. und (22) die 6, über fich, weil das erſtere die <ta modi, und dag
"fegtere die 3a modi if. Die folgenden 2. Tadte aber dieſes Ariofo, feynd eine
bloſſe Wieder hohlung des erfien Rittornello, alſo werden auch dieſelbigen Signa-
turen anhero wiederhohlet.
Das Recitativ faͤnget einen neuen Satz im Modo c.dur an, alſo hat Die folgen-
de Note | |
(3,3) natürlich die 6. über fich, weil fie dag Semitonium modi iſt.
> (24) Kan zwar, als 6ta modi maj. gar wohl die yte uͤber ſich leiden, (Reg. 6 ſpecial.)
ein erfahrner Accompagniſt aber wird dieſer Note lieber die 67, geben, weil die 2.
Bafl-Notenc,H, — gegangen nach der folgenden;
Öbfer-
— —
de-le, conmille e mil-le nn 12 7 di cu-re mo-
(M
TEE — . 0 — BRIAN, ERBE Ger) EEE \ oe
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z
= ®: ůÿÿ! pezemiuäzer <y- Oikkuuiemn | REED me Den ER
— — I ER mn EBEN) PETE me Fr FC
mn ann mn — [1
msn > ER EEE FIT Fragen ee ren m CH)
—— Sum
(En os N LE EEE
— —
— 10 ö U
==
lefte infra Hile — di ge lo fo timore in mar di
N en) (N
— — — =f
Obfervat. pract. 3. — ec mrjor per gradusindie geunter ch
gehet, ſo hat die andere Note natuͤrlich Die 6. und die zeedie c. 17 A cr
ratio:
Es machet dieſer Gang einehalbe Cadenz in die 5 tam —— wozu nothwendig das
Semitonium Der 67. Uber der zten Note erfodert wird. Ob nun wohl in unfern obi,
gen Exempel nach dem AR + ‚don diefer halben Cadenz abgebrochen, und flatt deg
legten G. ein frembder Satz * ergriffen wird, ſo iſt doch dieſer nur eine verkehrte
Harmonie des vorhergehenden a, deren refolution dennoch in Das G. nachfok
gef. Ubrigens wäre auch Der Gang der erſten 3. Noten genug, Der Die eh, zu ge⸗
ben, ſo lange die Stimme nicht contradiciret.
Siiiia | (24)
#3 (804) &
> bar D: en ac ea
e £ =: E FE F — =
fiele d’un Idol troppo in - grato trà glin ganni mor⸗
— (25) Be
— — —— — — — =
a „VO ’
(25) Hat den Clavem dis, und nicht das im ſyſtemate befindliche e. zu feiner ze
weil die 6. min. jederzeit die 3. min. zu ihrer natürlichen Harmonie har. Wir
muͤſſen aber hier ein Dubium moviren, deffen Beantwortung in vielen andern
Bergleichen Fallen feinen Ruß hat. Nehmlich es frager ſich, in welcher fpecie
gv@einungeübter zu befügter Note (25) die natuͤrliche ze dis fuchen folle,wo-
fern er fie nicht auff oben gedachte Arth aus der 6. min. zu beurtheilen wife?
In der That fcheinet der Modus allhier fo verſtecket, daß man ihn nicht eigentlich
benennen, und unterfeheider fan. Denn zu dem vorhergehenden g. moll kan
Diefe Bafl-Note mitihrer Cb. nicht gehören, weildas g. mol! in feiner Ipecie gve
kein as, fondern a. hat. Zune. mol! Fan man fie auch) nicht rechnen, wert
fonft das Semitonium modi, nehmlich H. ffatt des nachfolgenden B. moll ers
ſcheinen wurde. Zum as dur laͤſſet fie fich auch nicht zehlen, weil diefer Modus
in feiner fpecie Svx Fein D. tradticet, hingegen Diefes D. tiber dem nachfolgenz
Den B. moll des Bafleg erfcheinet ? Hieraus erheltet nun, daß fich diefer Accord
\ cc althier zu gar keinen Modo redueiren laͤſſet: alfo fragerman mit Recht,
in. welcher ſpecꝛe gvaman feine richtige Ze zu fuchen Babe? Zur Antwort diener;
Obfervar.pradt. 4. Daß in ſolchen Anverwandten, und einander gleich:
ſcheinenden Modis es auch gleich vicliſt, in welcher fpecie gvx dieſer Modo-
rum man die richtigen Signaturen fuchen will, fie werden uͤberall einerfey
‚zutreffen: ratio: Weil ſonſt der Unterſcheid ſolcher zweiffelhafften Modorum aug
Denen beyden Stimmen nothwendig klaͤhrer hervor leuchten müfte, |
Diefen nad) mag man nun die natürliche ze zu befagter Note (25) gleich in der
fpecie gva Desgedachten c. moll, des asdur, oder des vorhergegangenen g- moll füchen,
man wird überallden Clayem dis zur verlangten natuͤrlichen ze finden, ni
| | 26) Kan
= an &
— —— — *
tali; fefeopoalfire d’un auuerfo — ſol mO-
—
nme no — —————— un |, nn —
—— ——
rir, mi condan-naſti: deh laſcia deh lafeia amor crude-Ile, non
"kan — — Tee GP AR (29) : (30) (31)
⸗ Bee = — =
(2 N bey dem ordinairen Accord biel — — gelegene 7me zugleich
behalten.
(27) Wird man die natuͤrliche stefis amufblosen wiſſen, welche bey
(28) Die natürliche Ste zudem Sage (FF) abgiebet.
(29) Kan zwar bey feiner gte min. die vorhergenangene Ste min. e. Schalten: allein
die Steinaj. wird hier viel harmonioſer ausfal len, weil beyde Stimmen eine halbe
Cadenz in dag fis dur zu machen ſcheinen, befagte Stemaj. aber das Semitonium
dieſes Modi iſt.
(30) Wird man die natürliche ste zufinden wiſſen, ohne fie in der fpecie gvx
des nur gedachten Modi zu ſuchen.
(41) Werlaͤſt das Semitonium diefes Modi wieder. Nun konten man zu der von der
Stimme angegebenen 7. gar wohl die 3. maj. uehmlich Ban vorigen Modo
gehörige gis ug; ; Allein wir machen hier
Siliis | Obfer-
ul
3 (806) ©
Avia..
— Pr 5 — ort BP mn —— — —⸗
— sm. rn 5 m .. — ——— wi x » -; -; nn Ah — — —
x" — —⏑ ——— =. A— £ —————
— 5 then mr ID Du — =: .
ee — — pen — — ———— —— ———
|
mi tra figger piü,tanto tanto ti baflg.
632 a3) B) ......0 0)
—— — ae en ann mn Banana zn — — ——
hl rin nd — ande Omen — — N I... 4 +
se mir 7F+H . X
— —
= - =
3 — mı ——— Puch
a z — —— =
— ——* —— —— —n — —
——— ——— DO RP" no RL matten
u en Re = us -
Jan ne RE PRO DENE ELEND" | — —
* A dagio. ;
Obferyat. pr. 5. Daß, swenndieBafis Des Accordeg (%) > gangeTo-
ne unter fich gehet (wie hier fis. e. d.) ſo hat Die mittlere Note viel har-
moniöfgr den Accord I |
wollen yoir nun diefen Accord zu der befagten Note (31) anſchlagen, fo mo⸗
gen wir die richfigen Signaturen (nad) dem Exempel der obigen ten obfervar.
pract.) gleich in der ſpecie gyæ des vorhergehenden modi fig dur, pder Des nunz
‚mehr anfcheinenden hmoll fuchen, wir werden in beyden das fis als Die richti-
ge 2de, das as als die richtige gt. maj. und DaB eis als die richtige Ste finden,
(32) Hat die 6, weil es nicht allein die natuͤrliche reſolution der 4t. maj. iſt, ſondern
auch hier Die zam Des modi h mollabgiebet, deſſen Seinitoniumm Der vorherge⸗
hende Accord angegeben, |
(33) Wird man dierichtige ze fs zu finden wiſſen, und bey
(34) folges Die bekandte Recitativ· Cadenn. | |
Wir fommen numnehro zu der exſten Aria dieſer Cantate, welche wiederum in der
sta modi anfaͤnget, wie ausder erfien Cadenz des Rittornello zu erfehen; deswe⸗
gen haben nun Die Noten |
(n)und(2) Die 3. maj. über ſich, weil fie eben gedachte gtam modi anſchlagen, nach
der befanden Reg. 1. Ipec. ——_ er %
(3) (3) und (7) haben die 6. uͤber ſich, weil fie 3. modi angeben. Die einerley⸗
oten
(4) Ha—⸗
“ (87) 83
— a ——— Fe en RT TEE TER
= — — ——— — —— —— —
Gy (2 O3 a
— op — ha
ER. WEBER — —
— Haben alle die d * — * ſie die 4 a — min, — — 5 Fi
Mit di eien natürlichen Accompagnement der erſten 2 Tade koͤnte man nun zufrie⸗
den ſeyn; N es aber zierticher und harın oniöfer haben, ſo dienet zur:
"Cbervarı pr. 6. Daß weun bey einer langſamen Menfiz eine vircua-
liter fange Note dei vorhergegangenen Clavem wiederhohlet, und nach
dieſen einen Gr ad unter ſich gebet, fü hyncopiret man viel zierlicher die
6 77
wiederhohlte Note mit dem — 67 ne oder 3a &
2 u,
Dahero wuͤrden nun kuͤrtzlich — 2. erſte Tacte viel nobler Aal accompagniret?
*
2
— —
den letten ER Nr S ‘ aber nimmet man a $ }. nur in 1.diefen
2 2
===
TEN PREISE
ER ITT TE FE
—
caſu, wenn eine 4— borherõchangen, und wegen des ambitus modi der Accord
'F
3 4 nachfolgen muͤſte, worinnen eine harte diffonanz mwiſchen der 6t. maj.
und 2d. min. entſtehen wuͤrde Diefeguvermeiden! nimmet man nun in beſag⸗
ten
Tibafi ti baftliamorcrude- le cru-
BEOXOMGO) a) dh)
; = “ ia — rm —⸗ — m =
LE u ao m ng
a
7 —
ten caſu den Accord * deſſen fundament allbereit in der erſten Abthei⸗
lung dieſes Tractates cap. 3. gezeiget worden. ah —
Wir fahren in unſerer Aria weiter fort, und remargviren, daß die beyden Noten
(5) und (6) zwar mit dem ordinairen Sexten-Accorde nebſt der 3. min. zufrieden
ſeyn muͤſten: Allein ein geuͤbter Accompagniſt wird hier wiederum geſchickter
verfahren, wenn er der Note (5) die vorher gelegene Ge) und der Note (6)
6 ; |
den Accord I +4 { in form eines» (oben c.I.fedt. 2. befchriebenen) anticipir-
2
ten Tranfitüs giebet, wodurch der allhier zur Cadenz eilende ambitus modi viel
deutlicher exprimirgf wird. |
(8) Hat diegewöhnliche Cadenz ( 4 X) oder A “bh
(9) Hat 3. maj. über fich, weil e8 sta modi iſt. |
(10) Kan nach Öefallen dies. oder 5. haben, roeilesdie, mitten im Sprunge ſtehen⸗
de 6ta modi min. iff, Reg. 6. fpec. | Hader, |
Cr) Hat keine stam perfedtam in ambitu modi: es ſcheinet aber zweiffelhafft, ob
man hier die 6. min. g. nach dem kurtz vorher beruͤhrten modo c dur; oder die
6. maj. gis, nach dem gleich Darauff folgenden modo a moll anſchlagen fol?
Betrachtet man aber fo wohl die vorhergehende, dem modo a moll gantz eigene
a
En 9
de - le piünon mi —— yuo mori re riod
(—V |
modulation des Bafles A — H — als auch das unmittelbahr nach dem
H. angegebene gis der Singe⸗Stimme: fo bleibet kein Zweiffel übrig, * wie
es hier mit dem a moll zu thun haben, folgbar bat die Note (11) of, weil fie
als ada modi min. betrachtet wird. Reg. 5. pe. Mod) harmonidfer aber
werden wir verfahren, wenn wir uͤber gedachter Note (11) und ihrer nechftfols
‚genden Note Die vorhergelogene | A anſchlagen, und dieſe über der zten No-⸗
te erflindie of reſolviren. *
(2) Behaͤlt nebſt der 7.die 3. maj. weil es hier sta modi if, indem das bey der
vorhergehenden Note angegebene Semitonium cis den modum D. moll andeus
tet, weshalber aud)
R 3) Als 2da modi min. die gt über-fic) haben fan, wofern man diefe Note nicht
mit der bekandten in trauſttu will durch paſſiren laſſen.
(14) Hat dies. weil es 3a modi iſt.
(15) Giebt ein neues Semitonium des modi g moll an, und hat alſo die 6. uͤber er
(16) Schlieffet durch Die 6te in das g moll N er
(17) Hat noch die 3. min. des modi g moll, und
(18) Hat 3. maj. ald die gta modi.
(19) Verläft das Semitorium des bißherigen g moll, und paſſget in tranlice
ſtey durch.
REEFE | (20)
wo_ :mO.-TMii- -.-...re
HA). @r)(a2)
4 —
— 3 EN
IR IS 4 ne ; ER — —
: (30): Schlieffet durch die 6te in das f dur. 7 A 3} war
MNach dieſer Cadenz läffet fich dag thema Des erfien Rittornello wieder hören, alfo
tracliret man es auch auff gleichen Fuß / und giebet der Note ?
(21) Dan Accord 9 wobey mar die rechte 4te des modi £ dur, nehmlich b.
moll wird anzuſchlagen wiſſen. Bey folgender Note E
(22) Müfle man es einen ungeubten zu gute halten, wenn er in dem modo f dır,
bliebe, und deswegen zu befagter 3 mahl wiederhohlten Note (22) Die natürli-
de 6 anfchliege: weil fidy aber dieſes Accompagnement nicht wohl mit dem
gleich Darauffeintretendert D, moll raͤumet, fo mashen wir allhier diefe Souve-
rainessundunentbebrlihbe | ee
Obferyat. pract. 7. Daß man in dergleichen Arien, Recitaciv, und 2.
ſtimmigen Sachen den ambirum modi garöffters aus der nachfolgenden
modulation. beyder Stimmen vorher fehen, undalfo die folgenden Noten
in einem Augenblick tberfehen lernen muß. Welches pravedere freylich ei⸗
nie auf die bloſſe Erfahrung, und praxin gegründete Regel it, dazu man ungelbs
te durch viele Exempel anführen muß. Dergleichen Exempel werden wir nun
verſchiedene in Diefer Cantata antreten. Wenn wir alfo bey gedachter Note
(22) aufdienechit folgenden Noten beyder Stimmen einen Blick voraus thun,
fo fehen wir, daß nicht allein der Bafs fo gleich ſich in das D. moll wendet, fondern
auch die Stimme in eben Diefen modo zu moduliren anfänger, Aus er
Railon
—
ee
man
Raifon wird nun das.bald eintretende D.moll viel be
kuͤrtzüch Das gantze En alſo beziffert:
| en
ET ee
———— — — EEE EEE FIR Fr re BEE IE)
e = x nen u nem un mann ee EEE)
8 — q R £ e £
ſſer pr&pariref, wenn
e | De nn er
Hierbey iftinfonderheit zumercen, daß man zwar beydem Accord M. die
2
natürliche 4te b. moll behalten Eönnen, weil diefer Clavis ſo wohl dem vorherge⸗
henden f. dur, als dem nachfolgenden D moll gemein if. Allein es ift dieſes
ein beforiders gebräuchlicher paflus compofitionis, welcher den, oben c. 2. h.
Sedt. bey allen modis minor. angehengten aufferordentlichen Gang (da mar
nehmlich aus der sta modi durch die Stam maj. und 7. maj. in die gvammodi
auffwerts zu fteigen pflegef) zum Grunde hat. Dahero prefupponiref man,
daß inobigen Exeinpel eine obere Stimme aus dem a. Cals der nechftkünffti=
gen sta modi) durch das h.und cis indie gvam modi des D. moll gehet, wie
wuͤrcklich geſchiehet; da denn das h. in tranfıtu nothwendig gedachte, verur⸗
ſachen muſte, od fie gleich wieder den vorhergehenden, und nachfolgenden mo-
dum laͤuffet. Wem dieſe gründlichen raifons allzuſchwehr, und dunckel ſchei⸗
nen, dem Fan man die gantze Sache kuͤrtzer geben, und ſagen, daß gedachte 4 nur
deswegen contra ambitum modi mit eingefloſſen, weiteineobere Stimme aus
dem a per tranſitum auffwerts in das cis gehet, da denn in tranſitu ſelbſt noth—
wendig die rechte 2de h. muſte gebrauchet werden, weil ſonſt der unnatürliche
Gang einer 2d. Super. nehmlich a. b. cis entſtanden rodre,
ie : REISE 2 (23)
* (812) 59
de - le cru⸗ de- ke pià nonmi tor men - tar piü
(D * ab... az [v (28)
Eee
a. — — au nn RUE > en en —
6 | BR:
[23] Bekoͤmmt nun den Sas | A flatt > wegen — obfervat. pr. 6.
a... 8 | A
u am Ende, angegebene Raifon.
f24] —— feinen von der Stimme angegebenen Secunden - — nothwendig
die ch. welche man in der ſpecie gox des modi D. moll findet. Nach der Reg
2. Special. beygefuͤgten raiſon.
"TB Hat die 6. als 33 modi, weil kurtz vorher der modus a moll durch fein Semi-
tonium gis angedeutet worden,
126] Wirdmandierechte ze anfchlagen.
- [27] Sieber die Stimme zu Denen beyden Bafl-Noten, fuccesfiv& Die gve die 3.min.
und die 4t. maj. an. Diefe Stimmen ſchlaͤget man nun auf a bey
u Bu cm- — —— a wm
der erffen Bafl’- Note, nebſt ihrer zugehörigen ste, an |
[28] Hier muͤſte man zwar mit der natürlichen 6te g. zufrieden ſeyn: ein ie
Accon:pagnift aber wird ſtatt derſelben viel lieber die 7. anſchlagen, weil ſolcher⸗
geftalt die zwey auff einander folgenden oten, nehmlid) ie und 67, mit dem Baf-
fe zugleich um ein Seinitonium fleigen , und dem legten Satz harmoniöfer_ mas
chen.
[29] Schlägt nebſt feiner zme das bey vorhergehender Baſſ· Note vorgelommene
x nothwendig wieder an,
(3)
—
Me ( * ) &
non = tor men - tar r io vud mori- re "piü
—— MAN) (130) (1) (3132).
Pr: * —
3 I ou DEE son
8 mn nn ba Ben u a rn \
u Eee ET
1 a Atmzn Ang m see Fr Be ea
Dr he nennen ee
non mi tof-men-tar - - - -
— —
[30] Kan ben feiner. st. min. entweder die nafürliche 6te c. oder beffer die 6t. maj
cis anfehlagen, weil diefes Semitonium unmirtelbahr nachfolget.
[31] Nimmet man die rechte ze dazu.
132)] Gehet bekandter maſſen durch die 6te zur Cadenz ge 4 — 9
[133)] Wird die ate angegeben. Weil nun Bra vorher gelegen, und nachgehends
unter ſich refolviret, ſo iſt es der Accord] 9 aus eben der raiſon, welche in vor⸗
|
hergehenden Capitel 8. 10, no. 1. von diefem Sage im Reeitativ gegeben
worden.
[34] Schläget su feiner st. min. ſtatt der natürlichen Ste g. Die 67 gis An, weil wir
= allhier im a moll feyn, auch dieſes gis, als das Semitonig m moch, unmittelbahr
—** K— nachfol⸗
2 un s
* -. ee ehe eh Se—n—
Y * —
—
En il
Be‘
H ” |
“ 22 * —— a al sn ME ' un su
nn nn un r ü — we Be . in en an in - 2
2 e N in ; n 4 Er
—— nn nn —
[02 ——— —
a ch.ovuo mori - Tre.
Qvell’ Ido-lo in - fe-de- le ch’ogn?
(40), I ns ie — —
liegen, * man uͤber der Note
7 et
[35] wegender vorhergegangenen 67 Bi Accord — * ſtatt anfehläge,
2 =
ka |. Vermeidung der mehrmahls gedachten Härtigkeit,
[36] Nehmeman dierechte ze. _
(37) Hat die 6. weil es 3a modi iſt.
(38) Gehet durch die 6. zur Cadenz. * 1 4
(39) Hat 3. maj. als die s medium,
(a0) Hat die 6. als 3a modi
[a1] Wiederhohlet die vorige Cadenz m a moll.
(42)
818%) ii
or mifa ‚penar, ine dere, ogn’or def-a fa-
a an en, 40 0)
J 2] Sana die er oder ote baden, wide ia Bot wa 1 dm Es
e6 —
a. erjolget,
[43] Sieset ausdrücklich diefe öte. an, welche weil fiemajor Me und ir ber —
den Note 2d. min erſcheinet, ſo muß eben dieſe Notee
Il, den Accord ) sn ſtatt & J uͤber haben, nach d der mhrmaii ange
| ; 3 |
\ führten raiſon. |
Ka] Zeigef st. min. in der Stimme, dabey man zwar mit der ——— zufrie⸗
den ſeyn muͤſte: Allein viel harnmoniöfer wird man Die vorher gelegen? ii —
behalten, welche bey
[45] gebührend refolvir et, wobey man entweder die vorher gelegene st. min, c, ber
halten,oder befier den Ascord ) “ anfehlagen Fan; umb dieſen paſſur Im com-
tionis auff gleiche Art zu ſmen, wie wir —J ob en in dem zten Tide des
erften Ritornello tractiret haben. |
[47] Sieber inder Stimme {5 1. an, wozu die ge — Nun ft man
zufrieden ſeyn, wenn Die 4ta perfeda, as, hierzu angefchlagen würde, weil ſo
wohl das vorhergehende moll, als etwann das in folgender Note durch die Stam
smodi angegebene f moll dieſen Clavem in ihror Specie gyæ haben: Allein ein
erfahrner Accompagnift wird hier licher die ge-maj. nehmen, weil ſolcher galt
RL. DIS...
r — —
Sn —“⸗
a “mm |. un fr a nn 2 user
— u —m——
Bm — En RER
— — on u Bu = Gen tm nn Ar [9] un HeoBene Br =
“ n . b-.L-
un em.
cerba morte mia, fol
472 ID ED ACT Fi,
die Harmonie diefer und der folgenden Note eine richtige Imitation und trans-
pofition der £urg vorhergegangenen zwey mit } T bezeichneten Noten abgeben ;
Dahero wir hier formiren: | | Fe
Obſervat. pract. 8. Daß wo der Bals fein Thema in vieloder wenig
Noten transponiref, DA transponiret MAN auch gern dag vorige Accompag-
nement zugleich mit. “
Dergleichen Exempel finden fich in diefer Arie verfchiedene, p offt der andere und
zte Tact des erften Rittornello in denen nachfolgenden Zeilen wiederhohlet, und
transponiret werden. | | | —
Hr * \
(48) Wird alsdie sta modi des allbereit gedachten £ moll betrachtet, und fülteda-
Xhero die 3.maj. überfich haben. Weil aber diefe, mit der in der Singe⸗Stim⸗
meangegebenen eb einen unnatürlihen Saß verurfacher, fo müfjen wir das o⸗
ben recommendirte pr&vedere zu Hülffe nehmen, und fehen, wiedenn dieſe sh in
nechftfolgenden Noten reſolviret wird, da ſich denn über: |
[49. und so] eufert, daß fie bey einem liegenden, oder einerley Clavem wiederhohlen⸗
den Bafle indie sterefolviret. Aus dieſer raifon hat ſie nun die ate und nicht
die zeinihrer Compagnie, nad) der in vorhergehenden Eapitel S. 9. no.2. in
dem Additamento - c gemachten Anmercfung. Geben wir nun denen beyden
Bafl- Noten [48 und 49] Die gte zu der in der Stimme angegebenen ob fo koͤmmet
fiatt der |
Obferv. pract. 9. Folgender befondere paflus compofitionis Heraus,
welchen man wohl zu mercken hat, weil er u —
rth,
a (tr) & R
— se —— EEE ee
— — — — u; 8 *
| per gsw- Bi : re - fol
(54) (5 5)
—
ms ms — En —— —— —
Arth/wie er in der Cantata befinndlich er vorkommt / und doch an
ſ ch re obfcur aa |
Bremen, ne Pe ne)
EIN EEE
EEE > EEE
— m Run
rn m u mn ran
—
— [En ng m
5
En u.
(51) Behält als ne die bißherige 3.mal.
(52) Giebt die 2d.ınin. AN, die dazu gehoͤrige rechte 4te und 6te ſuchet man in der
fpecie 8vx des L.moll, da man im aten Grad von befagfer Bafl-Note auffwerts
den Clavem f. undim sten Grad den Clavem as findet,
6
(3) Hat natuͤrlich die 6. weilder vorhergegangene Satz 34 4. nat in die 6.
2
refolviret. Die 3. min. aber muß dazu genommen werden, weil dieſe Note die
gtammodi angiebet. Reg. 2. lpec. Die folgenden 2. Bafl-Claves koͤnnen nun
entweder gedachten Sten-Accord behalten, oder es kan bey der letzten die Ste ans
geſchlagen werden, we lches gleich viel iſt, weil die Stimme nicht sontradiciref,
Bey Der Note
(5 ) wird wiederum eine As angegeben. Weil wir nun annoch im f moll feyn,
ß muß die ats a, als DNS Semitonium modi, ſtatt der en gebrau⸗
ge werden, Ins,
nen Zr
2 | "0
Adi
2 (08) &
en a en >
= — — SEE —
— fm San mg FREE As mr me
er gio- Pi - re, qyell
GH (57) IT
R)
ö I rn En mn rer 1 7 75 £ u P ea = a ii u
— — om Do ne ——
(c5) Hat die 6. weil es die natürliche relolution desvorhergehenden 2den· Accordee
= if. Die folgenden 2 Bafl-Claves koͤnnen nun wiederum entweder gedachten
6ten-Accord behalten,nder bey der letzten Note Lie stedis ergreiffen, welche mit
einen Furgen Nötgen angegeben, und hierdurch zugleich Das Semitonium deg biß⸗
herigen modi verlaffen wird.
(56) Hier haben wir das prevedere wiederumnöfhig. Denn ob es wohl ſcheinet
als waͤren wir wegen des nachfolgenden fis im modo g moll, fd contradiciret .
doch die gleich darauf its e mol! gehende Cadenz. Diefen nad) folten wir
zwar überder Note (56) die 3. maj. als das Semitonium des modi c moll ans
fhlagen: Allein die in der Stimme angegebene sb. nebftder folgenden Harmo-
nie zeigen, Daß wir eben den Cafum vor uns haben, welcher in denen obigen no,
(48. 49.und so) vorgeftelletworden. Folgbar haf die Bafl-Note (56) die
Harmonie { über ſich, und die nach dem fis folgenden einerlen Baff-Noten
(57) haben die Harmonie 3 * h über ſich. *
Nach dieſen behält der folgende mit (*) bezeichnete halbe Tad natuͤrlich die bißhe⸗
9 3. min. Bey der nachfolgenden gleichſam bindenden oder —
ote
(58) Entſtehet aber ein Zweiffel wegen des Secunden Accordes. Ein un— euͤbter wird
— gar leicht bey dem modo e moll bleiben, und deßwegen 9— Acad
2 e anſchlagen, welches zwar nicht ſo gar unrecht wäre: Allein wer dag
pravedere verſtehet, und nur einen Blick auf das hechſtſolgende fis der Singe⸗
| | Sum
8 (89) &
75 ———
Idolo infe- - dele h’ogn’or mi fä pe-
OH or ) RD m. un
Stimme voraus = der wird — Note (58) lieber Den Accdrd na Sa a2
geben, weil hierdurch der gleich darauff eintrefende modus g moll viel beſſer
bpræpariret wird.
(59) Bea denen 2. folgenden Bafl-Noten dies, weil es die natuͤrliche reſolution
(60) Hat neben feiner Ste die 3. min. aͤberſt ch, weil es gta modi iſt. Biel —
niöfer aber kan man dieſer Note den Satz geben.
(61) Hat 3.maj. weil e8 stamodi iſt.
c(62)Muͤſſen wir nebſt der Stedie 3. min, anfehlagen, weil das x der vorhergehenden
Bafl-Note den modum in Dmoll verwandelt hat. Reg. 7. ſpec.
(63) Kan man die ei anhlagen, weil fie 2da modi min.ift; wofern man die Note
nicht will mit der bekandten 7ına in tranfitu 4 22 Aa en en —
(64) Hat die 6. als za modi, und
(65) Hatgleihfalisdie ste, weil ſie /6ta modi min, if. Reg 6. ſpec.
C66) Hat wiederum die 6: als 2da modi.
(67) Hat 3.min. uͤber ſich, als gramodi.
etllia en
3 (820 ) a
senden
ame — —— —— ==
*
nar, ve - de te,ogn’or de - De TR, cer - ba mor-te
en. IE (67) „un 9 92 on
ng pr: =: —— — ak
Bus 2 x — - an >» ar — um ame . rn m rn en GEEHTTERE
—— — — ÿIC«, —1— nr en ie FT
mis, „.. lot Be di - O-Teidl
FH 7) — (3) ne
nn m — — — rn — — * nn RB, rege
=—-——x en u AL ——
Ihe sun —— ö X 2 —_ (Eng > u
ern) Zum mn en «MP * nn. > ke co u
— — —
=
= an WEN ar EN (m m mine AT
an mon > en Eu)
ES
— ——*
NER — —— E=- —
(68) Hat die 6. als das Semitonium des — 2. moll, welcher modus,
zivar bey
(69) wieder changiret, aber nichts deſtoweniger die 6. behaͤlt, weil
Obſervat. pr, 10. Bey dergleichen abſteigenden Semitonio minori die
sta periecta iiber Der legten Note iederzeit abfurd, und wieder die natuͤrli⸗
che Harmonie ausfaͤllet.
(70) Giebet die 4te an, wozu man die rechte gte in der ſpecie gvz des Hmoll fin⸗
den kan, wohin uns das in der Singe⸗Stimme ſo wohl vorhergehende als nach⸗
folgende as führer,
(71) Hat 3. maj weil es gta modi iſi. Die "richtige ste eis aber findet man wiederz
um in ber Ipecie Sr dieſes nodi: welche auch der folgenden Notc
(72) ihre richtige stetis giebet.
(73) Kan zwar mit dem —— Accord zu frieden ſeyn: ein erfahrner Accom-
u aber wird ihr viellieber den Accord — geben, weil ſie gleichſam eine
"Cadenz in das folgende a moll zu machen feiner,
(74)
8 =) &
— jean un mn — an 8*
— am m. en u- — * = E Er = sa e%
—— * ni Sr
; ex BB --— E —
Sn as wi mein DET u ——— un vr
* siogi — fol per gio- bi - €. Da Capo.
a 1 _;, —
—— 4* — — —“⸗ — — ie —— ⏑⏑ —
ii, — — Ben — — — —
— — — ———
ee a ne = au — kun» Hi
(79) Hardie 6 über fih, man mag ſie als die zu des vorhergehenden modi a moll,
oder als die sta des gleich nachfolgenden e moll betrachten.
(75) 2 Lird man die rechte Ste zu geben wiſſen.
(75) Koͤnte zwar den ordinairen Record haben: Allein wir machen! hier folgende
Obferyat. pract. 11. Daß wenn vor dieſer Note (welche Die gen modi (ff)
Die 5temodi vorher gehet, und die ordentfiche Cadenz unmittelbahr nach⸗
folget, ſo hat beſagte gen modibefferden Accord (2)
Ratio? Es wird dieſe Note ſolchenfals nur als eine bloſſe Bewegung und —
| folgender beftändigliegenden Cadenz betrachtet:
win UK Beh ae. er ———
— — a ER
Es -=f- a — —
| | Variatio, | Variatio,
Diefen nad) haben nun die Noten
(77) Die gewöhnliche Cadenz 4 x oder ($ ) toelihes einerley iſt.
(78 Hat die 6. weil es Sta modimin. iſt. er aber wird dag Accompag-
nement Ausfallen, wenn man über Diefer Note die vorhergelegene zme h. fiegen
laͤſſet, und diefe erſt über der nachfolgen den Bafl-Note indie Ste refolvir et,
(79) Wird man die rechte 3e anzufchlagen wiſſen, und bey
(80) Gehet die — bekandter maſſen durch die Ste zur Cadenz * |
APRIL I 24 777 SE Nach
3 (CB)! &
— ⸗
wer ma say ug Sc
fpieta - to? vibrail
— -.
tardı
— —
Dardopiu fiero che haare -ra mortte € folou - u
ya Da een
onen es
See ee —
a che — che penii? ah che + tın-
(t) I: ER)
a — ee
— — e⸗j — =» a > wo un
— — — — WERTE, Up > EURE vun w ———
Nach dieſer extravaganten Arie kommen wir zum Recitativ, allwo über der Note
(1) Dieziffern. 9— von der Stimme angegeben werden, wozu die ate gehoͤret.
(2) Kan entweder ne grdinairen Accord, oder beffer den Accord der zugleich an⸗
/ gegebenen K7. hab
(3) Kan zwar die — * — 3. min. behalten: Jedoch ſchicket ſich die 3. maj. beſſer
zu der metamorphoſi des folgenden weit entfernten modi.
[41
35 —n nn Bm -
= am. —
F om——n = —
— my = - u. — EEE
tendo Empio, empio tu vuoi, per ti-Tan-no piacer di
gi: | [4)
urn mag Weisen en — tut —
— — au α m me ul yn [ nn
—— ar z En zus
Filli in» grata,, che nel fo-co fa - tal ‚che mi di-vo-ra,
a En an — — en —— —E ED EN
urn. Barmen Sm on un nun
F na) Ai Tr Fran
zn
BEE TRETEN. | FE en en en ne ——
—
(4) Hat &. über ſich, weil die Stimme. diefes x fon vorhero in einem kurtzen
Nöfgen mit einflieffen laſſen, woraus die Intention des Componiften erhellet,
daß erinden modum h. moll gehen, und folgbat gedachte Note (4) als 2dam
modi tractiret haben will,
(6) Zeiget das Semitonium zum nachfolgenden eis moll. In der fpecie gyæ dies
me
fes modi aber wird man die rechte u hedachter Bafl-Note (6) wie auch die
rechte ste zuder nechfifsigenden Ball-Note, (7) und ferner die rechte Ye zu Der
folgenden Bafl-Note (8) finden,
(9) Köntezwar dienatürliche ze bey ihrer 6. min. habe fr Ein erfahrner Accom-
pagmift aber wird dieſer Note licher Accord ($ ) geben, welcher bes Es
® (82 )) &
vi - va fenza pita mo - ven = == =. do’ ogn’ora.
{sl 191 Lrollanllea] [13] [ra
yo — — — an sr 4
— — si Bet,
>= Ser * Fr - \
m — ir FERNEN: ;
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— — un sn gu — a = =
EEE FI Dee mn un Er fe un —— Er = “- -
- Al See REED EEE Cm EINER Dan © — J— — —— X. —*
= = ven wg we un:
=.
=n
* 2
URS TE TEE 5 CEREEN aa ge u
uf ER ar
nachfolgenden (10) zur (7) wird, und alsdenn bey der Note (17) foͤrmlich
“ refolvirgt,. Und ſtellen hier die 4. Baſſ-Noten fis. e. dise. eben den paſſum com-
Bofitionis vor, welcher oben in dem no. (45. und 50.) befindlichen Exempelder
vorhergehenden Aria unterſuchet worden. es N —
(12) Muͤſte zwar bey ihrer gt. min. mit der natürlichen Ste, und die Note 13) mit
dem ordinairen Accord zufrieden feyn: Allein Das prævedere weiß es hier wie
' der befler zu machen: Denn es darff ein geuͤhter Accompa guiſt nur einen B |
Auf die gleich darauff erfoigende-Cadenz voraus thun, ſo wird er Diefe-viel beſſer
præpariren, wenn er der Note (12) die 6. der Note (1 3) aber. Die natürliche
Ete.giebef, mithin Die erftere als 2dam Des modi hmoll,- und die letzte als zam
diefes modi tractiret. Hierdurch wird zugleich bey Der Note |
(14). die Cadenz 4 X praparirct, welche nach Endigung der Stimme pflege kurt
nachgeſchlagen zu soerden, Die Dazu gehörige rechte ste findet man in der
fpecie gyx Deg h moli, ale |
Endlich Eominsen wir zur legten Arie dieſer Cantate, worinnen es noch ziemlichen theils
taturzgemäß zu gehet, alſo werden wir Dergleichen diffeultäten im Accompag-
nement nicht finden, wie in der obigenerjien Arie. Betrachten wir nun in ums
fever vorhabenden Aria Die erſte Cadenz des Rittornello, nach Der obigen obferv.
pradt. 1. fofinden wir daß Die Note | =
le (1) wies
3 (23) 8
Fe EN - 2m Eee u Duiz Ft u Fa: —
pr 42 -—— Ba: Er —— Terme: Dem I er)
ur m em (T am u EURE Tun IF URS TIRT- I Bag Fr ER)
— 2* un — um ee De ng vn FR ar SE DE un
— Lento, © —
() (2) (3) (J) (Y 6)
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—— up "= @ me Wi. 0m ve me sd aD un Der
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’ — — ma BETTEN. rn Fe en DEE RIEEDERS mn er Dr 5 — fi.
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|
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——
I
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u gen Az BEE TE) Du en Iο fe men on ef oo RIED En m:
Si
MI Kal Mes RS. ı
Een
ci) wiederum in der Sta modi anfaͤnget, und alſo die 3. maj uͤber ſich hat, Reg!
1. fpec.
2) Hat die 6, über ſich, weil es Sta modi min.iſt. Reg. 6. fpec..
(3. 9. und 12) Habendie sT, weilfie adam modi min, angeben. Reg. g.fpec!
(5. und. 6) Habendie 6.über ſich, weil ſie 3am modi angeben. Reg. 3. fpec.
(10. und 11) Haben 3.maj. überfich, Re gtam,; modi angeben,
(13) Macher die gewoͤhnliche Cadenz mit 4x oder (4%)
(14) Er 3 maj. als si modi.
Minmm m | | (19
3 (326) 8
go anf P-2 9: Pr
BERN HEERFEREREN
e——⸗ -
mora nel tor-men - tofi vi-va neldo-lor cheäFil -
(Da) MM (18) (16) (17)
en nn un gegen Ge men
rer
Viper on Dr Eu a ——-—- : un GRID = US Mae -
ee erie:
—- RE a
Sy rap ee, fi mora neltor-
18) C19) ie (20) 1) Hd
3
EEE) Dun (u) an EOS
(ı 5) Hat die 6. als 3a modi. |
¶ 6) Hier giebt die Stimme das Semitonium zu k moll an, alfo wird man die rechte
ste zu dieſer Note allenfalls in der fpecie gyx des gedachten modi ſuchen.
(17. und 20) Haben die 6. weilfie das Semitonium modi angeben, Dazu aber
wird man Die rechte 3e in eben befagter ſpecie gvx finden.
Cı8. und 21) Machen die befandte Cadenz 4 X oder (5) ins h. moll, dazu
abermahl die rechte ste eisanzufchlagen.
(19) Hat die 6. weil es 6ta modi min. iſt. | yn
(22) Giebt die Stimme die 6. erſt bey der andern Note a, Dieſe 6. kan nun var
gleich bey der erſten Note anſchlagen⸗ Tedoc) wird man viel zierlicher ben gedach⸗
ter erſten Note Die vorhergelegene 7. anſchlagen, und dieſe erſi bey der andern No-
as jn die angegebene Ste reſolviren⸗
Re - to fivi va neldo - lorche & Fil I: li pia -
Va) @B)d MW ch) (24)
B
za
PERL. Y 7 ra ’ Ä — E Swen, -By-t—
—————
* va
—
vaio zB 1 E02 122
fi mo - ra fi H.vi. =
c
(2) (262728) (D (29% 30(31(32(33 (1)
ne:
(23) Diefer Note wird ein ungeübter ohne Zweiffel die natürliche 6. D. geben wol⸗
len: Allein ein erfahrner Accompagnift judiciref Aus dem prævedere oder Vor⸗
herfehen des in der Singe⸗Stimme gleich hernach erfcheinenden X ,daf gedad)-
te Note (23) die st haben will, weil folchergeftalt das bald eintretende e moll
beſſer prepariret, und eben gedachte Note alsdie 2da modi tradtiref wird.
(24) Hatdie geroöhnliche Cadenz 4X oder (4 x)
(25) Hatdies. man mag fie ald 6tam modi des bifherigen e moll, oder als zam
modi deg gleich nachfolgenden a moll betrachten.
(26. 31.35 und 38) haben Die 6. weil ſie das Semitonium Des modi.a moll Aits
geben, worinnen biß dahin befländig moduliref wird indem dag ein paarmahl
im Bafle dazwiſchen vorfallende dis nur ale ein bizarrer Sag zubefrachten, def
fen X nicht continuiret wird,
“ #
Mmmmm a (27)
z (38) &
FFEetgiEgBilegE:
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(34) (35(36) (37) (39) 33 N (46)
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man - —— sinn Wan 2
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(27. 29. 32. 34. 36. 39) Haben alledie 3.maj. weil fie die stammodi angeben.
(28. und 33) Haben die 6. weil fie Stam modi min. angeben.
37. und 40) Könten zwar nicht unrecht die ste haben: Allein weil die Singe⸗
Stimmevorher ausdrücklich die 6, min. angiebet, fo behält man fievon Rechts⸗
wegen auch bey befagten Baſſ Noten. Hingegen muß man bey der Note
(47) fo gleich wieder Das fis ergreifen, Damit befagfe Note die rechte ze bekomme.
eil wir nun bier wiederum im e ınoll find, ſo hat
(4?) Die 3.maj. teil es gta modi ff.
(43) Hat die 6. teil es 3a modi ift, \
(44) Hatdie gewoͤhnliche Cadenz 4x oder ( )
(45)
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(49) (50) eh | *
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(as) Hat die vorher angegebene 3. 3. min welche auch über
(46) annoch bleiben Fan, weil hierdurch die transponirte Clauful diefeg Tades eine
vollkonimene gleiche Harmonie und Accompagnement mit dem vorhergehenden
Tacte bekoͤmmet, nach dem Fundament der obigen obfervat. pradt. 8.
4m) Paffirefin tronfitu des vorigen Accordes frey durch , weit die Stimme die gte
ausdrücklich halten laͤſſet.
(48) Wird man leicht die rechte ze zu finden wiſſen. Bey der Note
(49) Wird ein neues Semitonium an gegeben, welches das hmoll andeufet. Sn
der fpecie gvx dieſes modi aber wird man die rechte ote zu dem in der nme
angegebenen Accord ( = zu finden wiſſen.
(so) Hat die 6. weil es die natuͤrliche Refolution 1 N ENCESCORTACHR gt. ma). if
Ö t und5 2) Gehen durch die Gte zur Cadenz (43 Kr:
Dumm g run (53)
8 (830) 8
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[ri] [52] al bsalss] [scher]
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(53) Hiermuß das pravedere wiederum feine Dienfte thun. Denn da zeiget fo
wohl die nechfifolgende Bafl-Note, als Das kurtz darauff folgende gis, Daß der
vorige modus jähling in das a moll changiref, dahero hat befagfe Note (53)
die 3. maj. weil fie sta modi iſt. |
[sa] Hatdie 6. weilfie Sta modi min. iſt.
[ss] Hat 3.min. weil fie 4ta modi min, iſt.
[56] Hat die 6. weil ſie das Semitonium modi iſt.
[57] Hat die oz. weil ſie 2da modi min. iſt.
[58] Hat die 6. weil fie za modi iſt. Alles dieſes nach denen offt citirten Special-
Regeln. |
[59) Hiermöhte nun ein ungeuͤbter leicht die 67. anſchlagen, weiles die 2da des biß⸗
herigen modi min. a mollift: Allein das prevedere jeiget hier wiederum, daß
die Stimmeden modum in das C,dur changiret, weil jiein der nechftfolgenden
Note ftatt des bißherigen gis dagg.angiebet. Dahero muß auch aud) der vor⸗
hergehende Accord (59) Dazu preparirek; und die natuͤrliche 6te g. ur
geſchla⸗
ee &
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u a ren an en — rn rn * —
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(61) (62) (63) (64) (65)
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X 8 - =2 ——
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geſchlagen werden, weil dieſe Baſſ — Eu das Semitoniumdeg modiC.
dur ausmachet.
[60] Hatdies. ſo wohl aus nurangegebener Raifon, als auch meilfie die natuͤrliche
Refolution des vorhergegangenen Seounden-Accordes iſt.
[61] Sat wiederum die 6. als das Semitonium deg bißherigen ınodi.
[62] Giebet das Semitonium des modi D. an, ob es aber Dimoll, oder Daar ſeyn
fol}, dieſes Fan uns alihier das przvedere am Fürgeften zeigen. Denn da erbli⸗
cken wir gleich dDarauffdasnatürliche £. in der Singe-Stimme, alfo. find wir
im D.moll. Diefen nad) haben nun die Noten [62. 65. und 67] Die 6te,
weil ſie das Semitonium modi angeben.
(63) Hat 3. min.ſtatt der im ſyſtemate modi befindf ichen 3. ma), weilwir gebachter
maſſen im Dimoll feyn.
(64) Mußmanzudem angegebenen Accord ( #) Dierakik'ete,tnlettinrnicht
h. anſchlagen, weil nach dem principio Reg. 2. fpec. iedweder modus minor mit
der St. min. umbgehet, womit auch die ſpecies 8vx des D moll uͤbereintrifft
(66)
3 (12) —
were
lei ch’il cor mi [fa :- ce cofi morrò con-
EDEN) £ | mon &-
— FREE se —
—E 322 — BER am am —— — Yu ame
er — zE: _ #1 2
= =2E — F — — Doueenr PR — — Auer (men nie
——— = ne a Ta Are en zum — — — αα
ten-to ſe n’ha piacer co * wiege
CH DD (71) —
— — * — “> — —
— vum > — Imun Dr
(68) De nebſt der angegebenen ln wiederum Die 3. min. weil wir nicht
alleinnod) imDmoll ſeyn, ſondern auch Die. ch iederzeit die 3. min, zuihrer natuͤr⸗
ne Harmonie hat, wie oben gedacht.
(sg) Hatdie 6, weil es hier das Semitonium des modi a moll iſt.
(69) Hat die bekandte Cadenz 4 X oder (4 }
(79) Hat dies6. weil ſie Sta modi min. iſt, denn wir jind hier immodo emoll.
(71) Hier find wir im h moll, alſo wird man dierechte ste in. der Specie gvx Dips
modizu suchen wiflen.
(72) Zu dieſen Satz — man die — ze anſchlagen.
A W [7 77
men — —7 ⸗⸗
wm. — on.
oo uud
—— — u f —
(73)
B (3) &
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* ei Fe — — —
nis er be. | ;” wo pe 20 ae = u a IE ren en “mens ——
co mu Na | ce ch’il cor en,
ed
— SIEH ==!
ae ee ee — ——— u — ug ı vr ten > aan
(73) Hat die gebraͤuchliche Cadenz, wozu man wieder die rechte ste cis anfchlagen
wird, |
(74). Könteman zwar die in der Stimme bey Der andern Note'angegebene GE gleich
bey der erften Note anſchlagen: Harmoniöfer aber iſt es, wenn mandie vorher:
gelegene 7. behält, und nochmahls erſt mit der Stimme indie GE xefolviret, Bey
der folgenden Note
(71) Verfaͤhret man wiederum alſo, und brauchet ſtatt der Ampeln 6.die ke,
6) Hier wird nun ein ungeuͤbter gar leicht die natürliche tea. anſchlagen, in Mey
nung, daß wir im D dur find. In der That laͤſſet es ſich auch Dazu an, und
eontradieiren in dieſen gantzen Tacte nur alleindiebeyden legten Bafl-Noten,
Nun muͤſte man zwar zufrieden ſeyn, wenn dag Accompagnement von ne, (76, hit
80). auff Das D. dur eingerichtet wuͤrde: Allein ein erfahrner Accompagniſt
wird fich Die, über Der Note (74) vorgekommene 6t. min. nichthaben irren laß
fen, ſondern bey Dem vorher angefangenen modo h. moll bleiben, und folgbar bez
ſagter Note (76) als der 2dæ modimin. lieher die.gi.geben, da denn die Note
ia - -..ce ch’il cor - = mi
(78)(77) (78) (79) (80)
——— ER BER IE ————
(77) zwar nach denen gewoͤhnlichen Regeln der — Noten frey durch paf-
ſiren ſolte; Allein wir koͤnnen hier uͤberhaupt ſtatt der
Obſervat. prad. 12. Diefen befondern paflum compofitionis mercken daß
wenn die, mit der 3. min. vereinigte 6. maj. per Semitonium in ‚die 3. min.
über fich ſteiget, oder von dar zurück gehet, fo giebet man der mittleren No-
ten viel harmonipfer einen beſondern Accord der Ste, und die zte uͤber fich
fleigende Note Fan nach Gelegenheit die ste oder beffer die sr. uͤber ſich
leiden, wie Se Exempel alle cafüs u
= — = =
=
Lg
m
Ir
(a „I Tem u — u leg =
stsher —
— am — zn an (ER on
b j j ee aa A u
— — MT. me ea ——
ara rn $ Ay 22 den ee rn
a u an - — —— we: en en
Nach diefen principio befümmernun = Note (77) den Accord der 6te,
als 3zamodi, und-thut die zugleich haltende Stimmenichts darwieder. Die
Note
(79) aber bekoͤmmet viel natürlicher die st. ſtatt der ſonſt gebraͤuchl. Ste,
(79) Hat nebſt der in de vr Stimme angegebenen St. min. wiederum die 67, ale 2da
modi, und
(80)
#(35)%
* * =
EM ER
———— PEN ger
i #4 — u. = ung
= — A en ——
e N as - 9 us SE ars 9}
ER m * we En DEN
(80) Hat die natuͤrliche ste als 3a modi. Auff dieſe Arth connedirefdie Harmo-
nie mit denen folgenden BoſſcNoten viel beſſer, wenn uͤber der Note
(81) Alsder stadesbißherigen modi, die 3. maj. und über
(82) Als dem Semitonio Desbifherigenmodi, die Ste angefehlagen wird. Die rech⸗
fe stezuder Note (81) und die rechte ze zu (82) findet man inder fpecie gva
des h. moll. | Ä
(83) Changiretden modum, Dem Anfehen nad) in das a dur, dahero hat diefe Note
als das Semitonium medi natürlich dieiste, will man aber Die gleich darauff in
der Singe-Stimmeerfheinende st. min. d. anticipiren, umd fie zugleich bey.
diefen 6ten-Accorde niederſchlagen, fo fälletes harmonipfer aus. —
184] Hat nebſt der Er. die 3. maj. als gta modi. |
r85] Hat natuͤrlich dies. man mag fie alsdie zam des modi D. dur, oder als das Se-
mitonium desgleichfolgenden modi g. dur annehmen. Dahero manauf glei⸗
che Arch dabey die, in der Singe⸗Stimme erſcheinende gt. min. c. anticipiven,
und mit der Ste anſchlagen Fan. |
[86] Kan zwar als das bißherige Semitonium deginodi g.dur, die natuͤrl. 6. über fich
haben: Allein wenn ein erfahrner Accompagnift Die Augen aufden bald twieder
eintretenden ambitum des modi h.moll voraus wendet, fo prapariref er dieſen
-modum viel gefchickter, werner befügter Note (86) die ST. der Note (87) den
erdinairen Accord, und der Note (88) Die natürliche Ste giebet, da denn Die Note
Nunan 2 (89)
3 (BEE)
——— au oılon AUSERREHEEER ann Bing nn (in
SIT te ge > de mar nn nn
— |
".. ee chir cormı (a - ch. 7 Daeıpo.
Ä er. r EA ee — ——
rear —
(89) mit der 67. wieder in eben denjenigen paflım compofitionis eintritt, welcher o⸗
ben in dem Tacte, von no. (76) an, erklaͤhret worden. Alſo wiederhohlet man
hier die dignaturen des beſagten Tactes biß zu der Note
(96) allwo mit der bekandten Cadenz 4.8 oder (4 &) gefhloffen wird.
Dieſes waͤre die nutzbahre Analyfıs einer extravaganten Canrate, woraus
ein ungeuͤbter Accompagniſt ſein Judicium practicum trefflich ſchaͤrffen
kan, wofern er von dieſen Capitel ein beſonderes ſtudium machet. Wer
aber mit ſeinen Untergebenen nach denen bißherigen fundamentis ein Du⸗
gend, oder nur ein halb Dutzend der ſchwehrſten Cantaten von aller hand
Autoribus durchgehen, und von allen SignaturerRaifon geben will, wie hier
efcheben,der wird Dadurch Wochen⸗ und Monath⸗weiſe mehr Nugen
schaffen, als man fonft bey Dem gemeinen Schlendrian gantze Jahraveife
sicht zu preftiren vermag. Hier aber verbieter und der Raum,
ein mehrerg Exercitium anzuflellen, deßwegen eilen
wir zum folgenden Capitel.
23008
* ad —
NE
En
2 (37) 8
Das V. Kapitel,
Boneinem Muficalifchen Cireul, aus welchen man
die natürliche Ordnung, Verwandſchafft, und Ausſchweiffung
aller Modorum Muficorum gründlich erkennen, und fich deſſen
fd wohl im Clavier al$ Compofition mit vortrefilr
er chen Nutz bedienen kan. |
Te | ——
eIr haben e hier nicht mit denen Modis der alten, (a) ſon⸗
NEN dernmit unſern bekandten 24. modis Muſicis zu thum nach
Ye vwelchen die heutigen practici ordentlicher Weiſe ihre Mu-
ee) caliſchen Compoſitiones einzurichten pflegen. Daß nun
die gruͤndliche Erkenntniß dieſer modorum ſo wohl einen
ſundamentalen General-Baflılten, als auch vornehmlich einen Componiſten
ſehr noͤthig, ja unentbehrlich ſey, hieran wird wohl kein vernuͤnfftiger Mu-
ſicus zweiffeln. Wie man aber zu folider, und vollkommener Erkennt;
niß gedachter modorum gelangen, ihre reciproce Verwandſchafft genau
unterſcheiden, und in ſelbigen nach Gefallen vor⸗ und ruͤckwerts in nahe,
und weit abgelegene Modos gehen koͤnne, ohne ſich in geringſten zu verir⸗
ren: Hierinnen hat meines Erachtens noch niemand den rechten Weg
erfunden, ob ſich gleich verſchiedene Autores mit unvollkommener Cir--
cul-Irheitder Modorum practicorum (b) abgegeben haben. 9
$. 2. Die bekandte Arth des Kircheri, alle Modos per Quartas &
Ovintas zu eirculiren, iſt eine der, imvollfommenfen. Denn wenn man
3. E. von einem Modomajori anfänget, und gehet ſo lange per Atas oder
per Stas fort, big man wieder inden erſten Modum gelanget, fo find alle
12. modi minores aufjenblieben, dle man nicht zu fuchen weiß, wo fie hinge⸗
m) | Nun un | hören.
(2) Hiervon beftehedie leuten SS.diefes Capitelß.
&) Denn von theoretifcher Circul⸗Arbeit des Monochordi if hier nicht die Mede,
3 (833) &
hören. Faͤnget man von einem Modo minori an, und procediret auf
‚gleiche Arth per gras Oder per stas fo verlichret man wieder alle 12. mo-
dos majores. Dahero weiß man weder diefe, noch jene zu finden, fo offt
man aus einem Modo malori in einen abgelegenen Modum minorem, Os
Bin aus einen modo minori in einen abgelegenen Modum majorem gehen
will. |
$. 3. Etwas näher feheinen andere Autores zum Zweck getroffen
zu haben, welche die Modos Durch lauter Tertien auff folgende Arch zu
circuliren ſuchen.
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Dieſes obſcure Schema circuliret zwar vor⸗ und ruͤckwerts (defcen-
dendo und aſcendendo per 3as) alle Modos majores und minores: allein eg:
hat dieſen gantz verderblichen Haupt⸗Fehler, daß es bey jedweden 2. Modis
(wie zu erſehen) wechſelsweiſe in die 3. maj. ſpringet, welches In 24. Modis
sa. mahlgefchiehet. Wie nun allen verfländigen Practicis befandt, daß
man aug jedweden Modo nicht fo geraden Weges in den, umb eine
3. mãj. druͤber oder drunter gelegenen Modum (ec) fallen konne, obs
Ne
Ce) Z.E. Wenn das Ohr allbereit durch Die vorhergehende Harmonie an dag f.
dur gewoͤhnet iſt, ſo kan man nicht fo plump, und aufeinmahl in das a moll fal⸗
len; Iſt das Ohr durch Die vorhergehende Harmonie an das a moll gewoͤhnet,
| | | | AA
En a (0)
ne dem Öhre einige Empfindlichkeit zu verurfachen, und gleichfem aus
dem Haupt⸗ Tone zu weichen: ſo folget hieraus, daß diefe Arth der Circu-
kation in praxi ſehr unbeqgvyehm, und viel unbrauchbahrer fen, als die vor
hergehende Circulation des Kircheri, weil in dieſer dag Gehoͤre viel eher et
nen geſchwinden Bang in ztam & 4tammodi, (d) als in 3. majorem unter
oder uͤber ſich, vertragen kan. Jaeben aus dieſen principio des Gehores
beweiſet ſich die Sache vor ſelbſt, daß in Der Circulation per zas Die Modi
nicht inihrer Natur gemäßen Ordnung liegen, wie fe einander am ned’?
fen verwandt find. _ Denn Da das Gehore gedachter maſſen einen ge⸗
ſchwinden Gang in die ztam modi viel eher vertragen Ean, als in die 3. mar.
modi, ſo lieget Doch dieſe 3. maj. bey allen Modis maſoribus des obigen Sche-
matis, aſcendendo per zus, dem fundamental-Clavi naͤher als die ze. z. E. im
c dur lieget Die 3. maj. ce. naͤher als die ste g. (c. e.g.) Und da wiedernm
das Gehör einen geſchwinden Gang indie 4tam modi eher vertraͤget, als
in die Gtam min (e) modi minoris, ſo lieget dennoch dieſe 6ta min. in allen
Modis min. des obigen Schematis, defcendendo per zas, dem fundamental-Cla-
vinäher als die ate. z. E. im a moll lieget die 6. min. £. näher, als die ate d.
(a.f.d.) Dahero wenn wir uns auch bemühen wolten beſagtes an ſich
ſelbſt dunckele Schema in eine deutliche runde Figur des Circuls zu bringen,
wie wir mit nnſern beygefuͤgten Circul gethan, fo wuͤrden ſich doch in dern
ambitu eines jedweden Modi 2, Haupt⸗Defecte vonobiger Arth, undalfo in
24:
fo Fan man wiederum nicht fp platt, und auf einmahl in Das £ dur fallen, ohne
Daß das Ohr in beyden cafıbus, dieſe gleichfam aus der Sphara fallende Veraͤn⸗
derungen des ambitus Nichfattendären, oder mercklich empfinden folte. Die
wahre raifon folcher EmpfindlichEeit aber werden wir unten in unfern Circul
finden, nehmlich weil dergleichen umb eine 3 maj. von einander entlegene Modi
jederzeit 2. naͤher verwandte Modos zwiſchen fich haben, welche man nicht leicht
einmahlüberfpringen Fan, ohne dem Ohr eine mersfliche Veraͤnderung zu
geben. |
(d) Diewahre raifon werden wir wiederum in unfern Circul finden, nehmlich weil
bey dem Bangein Die gtam & $tam modi nur ein einbiger modus intermedi
us, oder näher verwandter modus überfprungen wird.
Ce) Welche eine umbgefehrte ‚oder unter fich fpringende 3. maj. iſt,
3 (840) & |
24. Modis, 48. dergleichen Defedte ereignen, weiche fich alle gar deutlich
demonſtrixen laſſen. Mithin lieget die übel rangirte Ordnung, und Line
brauchbarkeit der Circulation per zas genugſam an Tage.
$. 4. Weil wir aber wiſſen, daß eines theils nicht mehr und nicht
weniger, als 24. Modi in der Natur vorhanden, andern theils aber ein
jedweder Modus a part feine fo naluͤrlichen, und ungezwungenen Auss
fhweiffungen oder, Neben - Tone har, wodurch das Ohr in geringften
nichts zu leiden befömmet, wenn man Damit ordentlichverfährer: fo fan
man hieraus den ihern Vernunffts⸗Schluß machen, daß nochivendig
unter denen fämbtlichen Modis Muficis fo eine natürliche, und
ungeziwungene Drdnung, und Anverwandſchafft ſeyn müffe,
durch welche man alle Modos Muficos gradatim, und gleichſam Stuffen⸗
weife ohne Zwang des Gehoͤres durchwandern, und aus einer Cammer
indie andere, vor und ruͤckwerts gehen konne, ohne dem Gehoͤre durch die
per 3as majores fpringende Modos, oder andere uͤble Gange die geringfte
Haͤrtigkeit zu verurſachen. Alſo fraget ſich mumehro, woher wir der:
gleichen Natur⸗gemaͤße Ordnung erfinden? |
. 5. Ich will es ohne eiteln Ruhm erzchlen, mit wag vor Geles
genheit ich allbereit in meinen noch jungen Jahren auff dergleichen tuͤch⸗
tige Ordnung der Modorumgerathjen, die ich noch biß dato vor Die einzige
und beffe Connexion aller Modorum halte, welche auch von unfern Nach
kommen niemahls befler wird koͤnnen erfunden werden, fo lange als Mu-
fic, Mulie bleibet. Ich genoſſe nehmlich dazumahl in der Compoſition die
Lehre des ſonſt beruͤhmten Herrn Kuhnau, ehemahligen Directoris Chori
Muſici zu Leipzig (O), als ich zu gleicher Zeit dag Clavier zu excoliren,
und meinen Meifter bierinnen zu imitiren ſuchte. Weil mir nun einmahl
in Sinn kam, alle Tone auff dem gantzen Clavier nach der Compoſition
durchzugehen, ſo dachte ich nach, auff was vor Arth dieſes zu practieiren
ſeyn mochte. Mein Lehrmeiſter hatte mir zwar etwas von dem oben ge⸗
meldten
DE onen on an io CT TEE TATEN TESTEN
(£) Nachdem ic) ſchon vorhero in meinen ı3ten Jahre allbereit an Eleinen Orthen
ſtarcke Kirchen-Muhqven componiret, und ſelbſt dirigirer hatte.
| 3 (841) & |
meldten Cireuldeg Kircherigefaget, alleindiefer gab mir Feine Satisfaction,
fo offt ich mir vorfeste, aus einem Modo maj. in einen weit abgelegenen
modum min, &viceverfagttigeben. Von der Circulation per 3as wuſte ich
damahls noch gar nichts, und von! meinen Lehrmeiſter Funte ich auch
weiter nichts erfahren, alſo probirte ich es eine Zeitlang gang vergehens.
Endlich Fehl mir ein, dag gleichwohl jedweder Modus feinen natuͤrlichen
ambitum (Davon ich zur Gnüge informiret war) habe, und man ohne
Zwang in die Neben; Tone auszuweichen pflege; woben ich ferner uͤber⸗
legte, daß die verfchiedenen ambitus der Modorum c dur, g dur, a moll,
e moil &e. einander indie Grangen giengen, und alſo einander am nech⸗
ſten verwandt ſeyn muſten; welche ambitusmodorum sch wiederum gegen
andere mehr entfernte. Modos hielte, undfo vielerlen Abriſſe dgr rangirten
Modorum auff dem Pappiere machte, big ich endlich auff diejenige Ord⸗
nung aller Modorum geriethe, wie fie in beygefuͤgten Circul zu erfehen. Ich
probirte dieſen Circul auff allerhand Arch auff dem Clavier, und freuete
mich ſonderlich daruͤber, als ich den natuͤrlichen ambitum eines jediveden
Modi infonderbeit, fo wie es die c. 2. h. fedt. befindlichen Tabellen angeges
ben in der fchönften Ordnung darinnen fand. Daherowufleich mich zwar
wiil,d mit, daß ich alle Tone auf dern Claviere vors und ruͤckwerts nach
Gefallen durch wandern kunte, allein ich that mich doch mit diefen Kuͤn⸗
ſten nicht hexrvor, aus eigenen Mißtrauen, weil ich nicht glauben kunte,
daß ich der erſte Erfinder dieſes Circuls ſeyn konte, ſondern es vielleicht
ſchon eine bekandte Sache waͤre, die man mir aus Neid hatte verbergen
wollen. Als ich aber nachgehends weder in praxi Leuthe gefunden, die
mir es auf dem Clavier in Circulirung der Tone ſo richtig haͤtten nach⸗
thun koͤnnen, noch in fo vielen Muſicaliſchen Tractaͤtgen (die ich mir Fleiß
auffſuchte) etwas davon zu ſehen bekam: fo fieng ich endlich an zu glau⸗
ben, daß ich der erſte Aucor dieſer nuͤtzlichen Erfindung ſeyn muͤſſe, dahe⸗
ro ich mehrgedachten Circul in meinen ehemahligen Tractat der Muſicali-
ſchen Welt mitzutheilen kein Bedencken getragen, wiewohl ich dazumahl
och nicht Die courage gehabt, die darinnen ſpecificirten 24. Tone Hffent-
lich mit dem Nahmen der 24.-Modorum Muficorum zu tauffen,ob ich. gleich
in mir ſelbſt perfuadirer war, daß man bey Erfenntniß dieſes Circuls die
D0008 alten
ie
alter modos (8) ganz und garentrathen Funte, Indeß iſt mar heut
zu Tage volliguderzeuget, daß esdiewahrhafften, Inder Natur ſelbſt ge⸗
gründeten 24. Modi Mulici find, weswegen wir nunmehro unſers Cir-
culs Natur, Verwandſchafft und vielfachen Nutz deutlich beſchreiben, und
mit gnugſamen Exempeln erlaͤutern wollen,
6. 6. Erſtlich find in befagten Circul alle Modi dergeftalt ordent⸗
lich rangiret, wie fie von Natur einander am nechſten verwandt feynd, fo
daß man z. E. przcifefagen Fan: das g moll und c moll find dem B dur
näher verwand, als alle andere modi, weil beſagtes g moll dem Bdurzur
rechten Hand, und dag e moll zur linden Hand am allernechſten lieger.
Hingegen iſt daß dis dur gemeldten B dur umb einen grad weniger ver:
wand, weißein Modus Dazwifchen lieget. Das Dmoll ifi mehr. befagten
B dur umb 2. grad weniger verwand, als das g moll, weil 2. modi dazwi⸗
fcheliegen&c. Eben alſo kan man ſerner ſagen, daß z. E. daß D dur
zwar demC dur wenig oder garnicht verwand ſey, weil 3. Modi dazwiſchen
liegen: Jedoch iſt es hm, comparative zu reden, naͤher verwand, als dag
a dur, oder Cdur, welche um fo viel Grad weiter vondem c dur entfernet.
Auf diefe Arth Fan man Die reciproce Verwandfchafft aller Modorum
nach denen gradibus rechter und lincker Hand im Circul eben fo accurar
finden, wie man etwan in Jure Die gradus der Verwandſchafft nach der
Linea afcendente& defcendente abzuzeblen pfleget. '
J. 7. Wolte num im diefer wichtigen Materie mancher nachden:
ende Componift auch den ſichern Grund Diefer fo accuraxeın Berwand⸗
fchafft unſerer Modorumwiſſen: fowollen wir den Beweiß auff folgende
Arthanftellen. Nehmlich wenn wie in nnfern Circul vom c dur an, die
Syftemata gller zur rechten Hand liegenden Modorum nach der Reihe
— das fis dur Fichfig bezeichnen, fo werden wir dieſe Umbſtaͤnde
finden, m | | Mr |
) Daß jedes mahl 2. neben einander fiegende Modi unter einerfen
Bezeichnung fallen. N, 2) Da
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(s) Welche allerdings Geſchwiſter⸗Kinder find mit dem Darapti, Datafi, Bocardo,
und übrigen Herrn Spieß-Gefellen in der alten Logica, wie Ich in meinen alten.
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Tractat angemercket.
2 (3) 8
2 Daß jederzeit die Bezeichnung von 2. zu 2, Modis umbeinix ver⸗
mehret wird, wie folgendes erſte Exempel ausweiſet.
Bezeichnen wir aber von a moll an, die Syſtemata aller zur lincken Hand
liegenden Modorum richtig, biß auff dag fs dur, fo finden wir eben die
RO 2, — mit dem b. wig ſotzendis andere Exempel
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3 (344) & |
Mit diefen 2. Exempeln wollen wie nun gleichfam Stuffenweiſe zur
unfern Beweiß gelangen, undargumensiren wir auff dreyfache Arth alſo:
(D) Daß diejenigen 2.Modi (einer major, der andere minor) welche durch
:
(h)
—
die gantzen 2. Exempel jedesmahl unter einerley Bezeichnung des
Syſtematis fallen, nothwendig einander am allernechſten verwandt
ſeyn muͤſſen, ſo daß Fein dritter Modus dazwiſchen liegen konne ratio:
fie haben in ihrer ſpecie gvx uͤberall einerley Claves, nur dieſe in ver⸗
aͤnderter Ordnung. z. E. Das g dur hat in feiner ſpecie gvæ die
Claves: gahcde fis „und das unter eben dieſer Bezeichnung
liegende e moll hat eben beſagte Claves in anderer Ordnung: e fis
g ahcdee. Danununter allen uͤbrigen 22. Mocls kein eintziger
Modus zu finder, welcher mit den gdur und e moll vollkommen
einerley Claves oder einerfey fpeciem gvx auffweiſen kan, fo folger
unbetruͤglich, daß gedachte 2. Modi einander am nechften vermande
ſeyn muͤſſen, und fein Modus Dazwifchen eingeruͤcket werden konne.
Eden fo verhaͤlt es ſich mitallen andern Bezeichnungen dev Syftema-
tum.
) Müffendie, inunfernobigen 2. Exempeln, auff einander folgende
differente Bezeichnungen der Syftematum, nebſt Ihren Ipeciebus gva-
rum (h) wiederum einander am nechſten verwandt ſeyn, weil dar⸗
innen die x und b vonz. zu 2. Modis gradatim (*) anwachſen, nnd
fofgbar auch die 7.natürlichen Clavesdeg, im erſten Exemhpel anfan⸗
genden c dur, und im andern Exempelanfangenden a moll, gradatim
tn Semitonia verwandeltwerden. Alſo Bat im erffen Exempel die
andere Bezeichnung deg Syftematis, worunter das g dur und e moll
fallen, nur ein x vor ſich: folgbar wird auch bier, von denen. na⸗
tuͤrlichen Clavibus nur ein Clavis, nehmlich £ in ein Semitonium (fis)
verwandelt: Diezte Bezeichnung, worunter da$D dur ae
| allen,
Dierichtige Bezeichnung eines ðyſtematis modi giebt auch die richfige ſpeciem
gvx an, und iftesdahero einerley, ob man ſaget: Diefez. differente fpeciss gva-
rum, oder diefe 2 .richtig bezeichnete differente Syflematafind einander am nech⸗
ften verwandt,
i, e. nach der ordentlichen progreflione Arithmetica 8.2.3.4. &e.
N, | 3 (85) & |
fallen, hat 2. x vor fich, und verwandelt alfs auch 2, natuͤrliche Cla-
ves, nehmlich k. und e. in 2. Semitonia(eisumdfis), Die ate Bezeich
nung hat 3. x vor ſich, und verwandelt alſo 3. natuͤrliche Claves in 3.
Semitonia. Und ſo mit allen uͤbrigen Bezeichnungen durch obige
beyde Exempel. Gleichwie man nun fo wohl nach dem Gehoͤre, als
nach der Vernunfft folgendes principium zum Grunde ſetzen kan:
Daß je weniger Claves von denen 7. natürlichen Clavibus des c dur
und a moll, durch x und b. in Semitonia verwandelt werden, je nd
her muͤſſen Diefe verwandelte pecies Svarum dem befagten cdur und
a mol! verwandt ſeyn, und je mehr Claves Hingegen von denen. na;
tuͤrlichen Clavibus durch x und b. in Semitonia verwandelt werden,
je weiter müffen dergleichen verwandelte fpecies $varum von gedach⸗
ten cdur und amoll entfernet ſeyn; alſo folget aus diefen prineipio-
der unbetruͤgliche Schluß, daß alle richtig bezeichnete Syftemara um;
ferer beiden Exempel eben deswegen in accurater Ordnung, rote fie
einander ammechiten verwandt, rangiret find, weil Darinnen die x
und b. von 2. zu 2. Modis nur gradatim vermehret werden. Dahero
kan nun keine eintzige Bezeichnung der Syftematum, in diefen 2. Ex-
empeln verwechfelt oder verfeget werden, weil fonft fo gleich Die x und
b. nicht mehr gradacim anmwachfen, fondern eine unordentliche pro-
grefion und Vermiſchung derſelben erfolgen wuͤrde. z. E. Wenn
wir in dem obigen andern Exempel zwiſchen Die 2. Bezeichnungen
der Syftematum f. dur unds molleinedeitte Bezeichnung oder fpecies
gvx, nehmlich dag c moll einruͤcken wolten, fo hatte ſolcher geſtalt
das £ durinfeiner Bezeichnung ein b.dag c moll hatte 3. b. und dag
gmollmur2.b. Es iſt aber 1.3.2. nicht dieordentliche progreflion
der anwachſenden b. alfo wäre diefe Ordnung falfch. Wolten wir
ſtatt des cmollg. E. das f moll hinein ruͤcken, fo hat dieſe Mecies gvæ
4.b. in ihrer Bezeichnung alſo kaͤme eine viel ungeſchicktere pro-
greſſion, nehmlich 1.4.2. heraus. Auff dieſe Arth mag man es mit
allen andern Bezeichnungen der Snematum probiren, fo wird ſich
jederzeit die falfche Ordnung von ſelbſt entdecken. |
0090 53 9a
2 (3465) &
Haben wir nun durch die bißherigen 2. pundeeriiefen, daß in unſern
obigen Exempeln fein anderer Modus weder zwifchen Die difterente Bezeich⸗
ungen der Syftemarum, noch zwiſchen die, unter einerley Bezeichnung ſte⸗
hende 2. Modos Fan eingeruͤcket werden, fo bleibet und nur noch zu bewei⸗
ſen uͤbrig: |
3) Daß auch die 2. unter einerley Bezeichnung ſtehende Moch unſerer
Exempel niemahls unter ſich ſelbſt verwechſelt werden formen. ratio:
Es entſtuͤnde hieraus die oben gedachte Circulatio per as, deren Un⸗
geſchicklichkeit, und unnatuͤrliche Ordnung mir oben allbereit gings
far erwieſen. Denn wenn wire. g. Die in unſern erſten Exem;el
neben einander liegende 6. erſten Modos alſo verwechſeln: à moll,
c dur, e moll, g dur, h moll, d dur &c. fo entſtehet die Circulatio per
3as afcendendo, A.c.e.g.h.d. verwechſeln wir die in unſern andern
Exempel neben einander liege den 6. erffen Modosanff gleiche Arth:
e dur, a moll, f dur, d moll, B dur, g moll &e. (9 entſtehet Die Circu-
latio per 3as defeendendo, c. a.1. d. B. G. Dieſe unnatuͤrliche Circu-
lationes fallen aber bey unſerer Ordnung der obigen 2.Exempel gaͤntz⸗
lich weg, allwo man Schritt vor Schritrang einen Modo in den an⸗
dern geben oder nach Gefallen den nechſten Modum üßerferingen
kan, (wie wir gleich itzo ſehen werden) ohne dem Ohre den geringſten
Anſtoß zu geben. |
8. Auff dieſe Arth haben wir nun Die rangirte Ordnung aller 24.
Modorum unfereg Circuls mit theoretiſchen Gruͤnden dergeſtalt befeſtiget,
daß kein eintziger Modus von allen, mit railon Fan verwechſelt, oder verſe⸗
tzet werden, wofern man nicht gleichſam der Natur ſelbſt Gewalt anthun,
uͤnd die Gradus der Verwandſchafft brechen will. Daß aber dieſe in der
Natur gegruͤndete Ordnung aller Modorum, mit der heutigen praxi volls
kommen wohl uͤbereinſtimmet, folches beweiſet fich von felöft, wenn wir
die oben C.2. h. Sedt. befindlichen Tabellen gegen unfern Circulhalten.
Denn da finder man, daß alle daſelbſt angegebene 24 differente ambitus
modorum (davon iedweder ambitus aus 6. eigenen Tonen oder modis bes
eher) in unſern Circul fo Natursgemaß in einander gefihleffen find,
daß man daraus nach Befallen einen Modum maj. oder min. zum Haupt;
| e nut | Modo
a MED: | |
Modoermwehlen mag, welchen man will, fo findet man fo aleich eine Ne—
ber’ Tone oder feinen regulireen ambitum an beyden Seiten in fo accurater
Ordnung, wie ſie einander am nechſten verwand find. Lind zwar mit
dieſen Unterſcheid, Daß jedweder Modus waj. Die nechſten 3. Modos zur
rechten Hand, und die nechſten 2. zur lincken Hand zu feinen regulircen
ambitu bat, da hingegen iediveder Modus minor Die nechſten 3. modos zur
lincken Hand, und die nechften 2. zur rechten Hand vor feinen regulixten
ambium erfätigeti Tr ' nd
9. 9 Nun gehen wir weiter und fragen, wie man ſich dieſes mu-
ſicaliſch en Circuls ſicher bedienen, und die darinnen befindliche 24, Modos
ohne Verletzung des Gehoͤrs circuliren koͤnne? Antwort: Hierzu ge⸗
hören 2. Daupt-Principia, die man wohl in acht nehmen muß, wenn man
nicht anſtoſſen will, nehmlich
ı) Muß man niemahls gern 2.modos zugleich, (i) fondern nur einen
auf einmahl uͤberſpringen, wofern man nicht uͤberall gradatim von modo
zu modo gehen will. N Ä
2) Muß
(3) Ein Muho-verfländiger kan davon dieſe Probe machen, um zu fehen, was daraus
vor Cafusentfichen, wern man 2 Modosauf einmahl überfpringer. _
1) Nimmet erin unfern Circul einen Modum maj. vor ſich, z. E. e dur, und über;
ſpringet 2.modos zur rechten Dand, fofindet er das e moll, welches um eine
3.maj von dem e dur entfernet, und alſo obengedachter maffen fehr behutſam
tradtiref werdenmnd.
2) Uberſpringet er aus eben diefen Modo maj. c.dur, 2, modos zur lincken Haud,
fo finder er das g moll, welches gang und gar mit dem ec dur nichts zu thun hat,
untd auſſer denen Graͤntzen feines regulirten ambitus iſt.
3) Nimmet er aus unſern Circul einen modum min. heraus, z. E. 2 moll, und uͤ⸗
berfpringet 2. modos zur lincken Hand, fo finderer dag f dur, welches um eine
6, min oder umgekehrte 3.maj. von dem a moll entfernet, und alſo oben ger
dachter maſſen gleichfals fehr behutſam will tractiret ſeyn.
4) Uberſpringet er aus eben dieſen modo min a moll. 2 modos zur rechten Hand,
ſo findet er das d dur, welches wiederuin mit dem a moll nichts zu thun hat, und
auſſer Denen Graͤntzen feines ordinairen ambitus iſt. Auf dieſen 4. Caibns be⸗
ruhet das fundament der obigen Regel, denn wir wollen die modos nicht ge
= a Bas) walt⸗
(IE) -
2) Muß manfonderlich aus demjenigen Modo, woran fich das Ohr
durch vorbergegangene fange Harmonie allbereit gewoͤhnet, febr
langfam und mit befonderer Behutfamkeitin entfernte Tone auf:
weichen. (k) Welches principium ſich hingegen von ſelbſt limitiret
wenn man gleich anfaͤnget, viele modos nad) dem vorbergebenten
prineipio zu circuliren, ohne fich bey einem eingigen allzu lange, ich
ſage, allzu lange auffzuhalten. | |
6.10. Nach diefen principiis wollen wir nun unfere 24. modos auff
verfchiedene Arth, und zwar in 6. befondern Exempeln circuliven, In
dem erſten Exempelmollen wir | |
1. Bon dem C dur an, alle Modos zur rechten Hand herum
gradatim eireuliren, biß wir wieder zum C dur gelangen, wo wir
angefangen. | B |
2, In dem andern Exempel wollenwir von gedachten C duran, alle
Ei zur lincfen Hand herum auff gleiche Arth gradatim cir-
culiren.
3. Indem zten Exempel wollen wir von einem Modo mai. nehmlich
vo nunfern C dur anfangen, und rechter Hand herum
iedesinabf einen Modum uͤberſpringen, biß wir wieder zu dem an⸗
gefangenen modo gelangen.
4. In
waltfam, fondern Natar-gemäß cireuliren, daß das Ohr nichts daben zu leiden
hat. Guten Pradticis ihre auſſerordentliche Kuͤnſte unbenommen.
(x) Geſetzt das Ohr hätte ſich durch vorhergegangene lange Harmonie an dagB dur,
gewoͤhnet, fo würde es harte ausfallen, wenn man unverhofft und aufeinmahl
in seit abgelegene Modos dieſes Cireuls entweichen wolte. Flattiret mar aber
vorhero das Ohr fo lange durch undeflänpdige Abwechſelung der, den Bdur an⸗
verwandten Modorum, gmoll,e moll. fdur &c. bißes die Harmonie des befag-
ten B dur gleichfam nach und nach vergefien hat, fo wird es alsdenn die Auswei⸗
hung in weit entfernte Modos vielcher vertragen Fönnen. Es iſt dieſes eine
Remargve von nicht geringer Wichtigkeit, fie koͤmmet aber mehr auf Praxin und
Judicium an, als daß man hiervon weitläufftige Exempel geben koͤnne.
3 6849) 8
4. Indem aten Exempel wollen wir von eben dieſen Modo maj. an⸗
fangen, und lincker Hand herum auff gleiche Art einen Modum
uͤberſpringen. IT III IN
5. In dem sten Exempel wollen wir von einem Modo min. nehmlich
onmamoll anfangen, und rechter Hand herum iedesmahl ei⸗
nien Modum uͤberſpringen. a a a a a N We
6. In dem Sten Exempel wollen wir endlich von eben dieſen Modo
"min, anfangen, und lincker Hand herum iedesmahl einen Mo-
dum uͤberſpringen.
Alle dieſe Exempel aber. wollen wir im ſtylo gravi oder Alla breve vor⸗
ftellen,nicht der Meinung, dag man diefen regulirten Aylum wieder feine
Naturzu dergleichen Exorbitantierr obligiren wolte: fondern weil man
daraus den Schluß machen fan, daß wenn dergleichen Circulationes ſich
in Diefen harmonipfenund legalenStylo ohne Verlegung des Gehöregpra-
icirentaffen, fo muß es notbwendig in allen andern viel freyernStylisdez
ſio eher angehen, allwo man mit eintzeln Stimmen fih aufhalten, Hin
und wieder. badiniren, und das Ohr mit mehren Fineflen betruͤgen Ran
$. u. Wir ſchreiten alſo zum erſten Exempel, und zwar geben wir
iedesmahl nur die euſerſte Stimme der rechten Hand zu dem bezifferten
haſſe an, mit dem Bedeuten, daß wer dieſe Rxempel durchſpielen und nach
feinem Gehöre probiren will, der mag Die Mittel⸗Stimmen ſelbſt, fo
wohl mit derrechten als linden Hand fo vollſtimmig dazu greifen, als es
inm gefällig, welches vollſtimmige Weſen allhier in Norenzufegen, eben.
ſo uͤberfluͤßig wäre, als es die Exempel nur obfeur machen wiirde,
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einander durchſpielet, wie es der Allabreve-Tact erfodert, derwirdfich
ben deſſen Endigung finwerlich über Die geſchehene Derlegung des Gehoͤ⸗
res zu befchwehrenhaben. (D Sole ſich aber in dieſen und allen folgen:
Bert Exempeln hier und dar ein paſſus finden, welcher manchen delicaren
Gehoͤre noch etwas zu harte ſchiene, wenn es auch mar in der bloſſen Ein⸗
bildung Befunde: Se fan man dergleichen vermeinte Dartigfeiten
gantz ſicher elidiren, wenn manfich in dem nechſt vor hergehenden Modo
langer aufhaͤlt, und hierdurch den Eintritt des uns etwan zu ni
6 Es verurſachen dergleichen Cireulationes modorum den Gehoͤre lange nicht ſol⸗
che Haͤrtigkeiten/ wie man in der Cantate des vorhergehenden Capiteſ finder,
3 (86) &
fcheinenden Modi, nacheinesiedweden Gehoͤre, beſſer prxpariret. Diefes
1. rechte Runf- Stud einem iedweden Sacisfachion zu geben. In un⸗
en vorgenommenen Exempeln aber muͤſſen wir ung nothwendig aller
möglichen Kürge befleißigen. Wir gehen alfo weiter zum andern Exem-
pel, und durchwandernalleModosumnfereg a von dem C dur gu, zur
linden Dand herum:
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33.Au dieſer cireulation wird ein Muficalifheg Gehöre eben ſo
wenig auszuſetzen finden, als an der vorhergehenden. Alſo fahren wir
fort, und circuliren in dem dritten Exempel unſere Modos von dem C dur
an dergeſtalt, daß wir rechter Hand herum jedegmahleinen Modum übers
foringen, woraus Circulacio modorum majorum per 5tas entſtehet, und
ſolchergeſtalt die 12. Modi minores auſſen bleiben.
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32 (868) &
$. 14. Wem in diefen Exempel einige Gänge in-die zte, noch zu
frembde ſcheinen, der halte ſich in dem vorhergehenden Modo etwas laͤn⸗
ger auff, biß fein Gehoͤre beſſer daran gewoͤhnet, alsdenn wird ihm die
Baranfr folgende Harmonie nicht mehr frembde ſcheinen. Wir geben
weiter, undeirculiren in dem ten Exempel unfere Modos von dem c dur
an alſo, daß wir linder Hand herum jedesmahl einen Modum uͤherſprin⸗
gen, woraus Circulatio Modorum majorum per 4tas (m) gun ia , und
folgbardie 12. Modi minores wiederum auffen bleiben
J—
Segen — SE
€ dur.
- (m) Yber des Kircheri bekandte Circulation per qtas haben infonderheit viefe Aard:
res von langer Zeit her gearbeitet: esift mie aber noch Fein Autor vorkommen;
welcher anders, als auff eine leichte Arth, mit eintzeln Accorden (woruͤber gemei⸗
nig lich) Die Harmonie der Signature 8 variref wird) per 4tas pi ocedirsf hätte,
obneei nem eintzigen Modo feine eigene Modulation ;u geben, wie wir in dieſen
Eapitelmitallen unfern Circulationibus hun; welches gleichwohl etwas meh⸗
rers ſagen will, und zu vollkommener praxi unentbehrlich iſt. u einem Con⸗
cert des beruͤhmten Vivaldi findet fich ſolgende Circulatio Modorum major. per
Atas, davon ich ohngefehr nur Die erſten kandawental-Noten des, plano en
Baflettes herſetzen will, weil ich das Concert nieht bey der Hand habe:
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$. 15. In dieſen Exempel hat man beſonders anzumercken, daß die
Circulatio modorum major. per atas ſich, bey einem neu eintretenden Modo
Kivieder-die Natur aller andern Circulationum) jederzeit umb die rechte
Atam modi, niemahls aber umb dag Semitonium modi zu bekuͤmmern
Habe, weil dieſes ſchon in Dein vorhergehenden Modo mit ſtecket. Ubri⸗
gend kan man ſich bey jedweden Modo dieſes Exempels länger oder kuͤrtzer
auffbalten, nachdem die ſtets coutinuirenden aten⸗Gaͤnge einem jedweden
Gehoͤre mehr oder weniger gefaͤllig ſcheinen. Wir kommen nunmehro
zum sten Exempel, allwo wir von einem Modo min. nehmlich von A moll
anfangen, und rechter Hand des Circuls herum, jedesmahl einen Modum
uͤberſpringen woraus Circulatio modorum minorum per stas- entſtehet,
und folgbar alleı2. Modi majores wegbleiben. Wir wollen zus Veraͤn⸗
derung mit Diefer Circulation per transpolttionem elaufularum furg verfah⸗
zen, und dem Gehöre dabey Feine Gewalt anthun. |
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8. 16. Endlich kommen wir zum 6tenumd letzten Exempel unſers
Alla breve, und circaliren die Modos von a moll lincker Hand herum, ſo daß
wir jedesmahl einen Modum uͤberſpringen, woraus Circulatio modorum
minor. per atas (n) entſtehet, und folgbar wiederum alle Modi majores
wenbleiben. Wir wollen ung gleichfals in dieſen Exempel der Kuͤrtze bes
eißigen. Denn aus dem bißherigen wird ein Mulic-verflandiger ſchon
foweirhabeneinfehen lernen, daß er ſich bey jedineden Modo ſolcher Exem-
pelvonfeldft mehr oder weniger auffbalten, und jolchergeftalt Die Circula-
tiones nach unfern obigen prineipio und feinem eigenen Gehoͤre, willkuͤh⸗
vigverlängern, oder verfürgen wird Formen. wage .
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findet fich p- 38, feqw, eine Circulation dieſer Arth, wobey die, Über Der a
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Ä $, 17. In dieſen Exempel wird man obferviren, daß die Circulatio
modorum min. per Atas, Bald Durch das Semitonium, Bald durch Die 6tam
min. bald auch Durch die rechte ate (welcher aber dag Semitonium und 6ta
min, modi iederzeit nachfolgen) in neue Modos einzutreten pfleget. Nachs
dem wir nun folchergeflalt unfere vorgeſetzten 6. Circulationes modorum
nach unſern obenzum Grunde gefesten 2. Haupt-Prineipiis zu Ende gez
bracht, fo fraget fich nunmehro, ob eg nicht möglich fey, alle 24. Modos
unſers Circuls dergeſtalt zu durchwandern, daß man jedes mahl 2, Modos
zugleich uͤberſpringe? Antwort: Wir haben ſchon oben in der Nota (i)
Die a. aufferordentlichen Cafüsvorgeftellet, welche aug dergleichen Libers
fpeingung zweyer Modorum entffehen, und hieraus folger der Schluß,
daß es ſehr ſchwehr, ja gar impradticabel falle, dergleichen Circulation aller
Modorumanzuffellen. Denn ob man gleich den erſten Sprung ber 2.
Modos mit guter Arch wagen Fan (weiches guten Pradieis nichts neues
iſt); fo Fan man doch nicht wohleinen ſolchen Sprung über Die 2. folgen⸗
de Modos wiederhohlen, ohne dem Ohre einenempfindlichen Stoß zu. ges
ben. Spruͤnget man gar das dritte mahl uͤber andere 2. Modos, fü faͤllet
es dem Gehoͤre ganz unertraͤglich, ratio: DieSpecies Octayarum werden
zu jaͤhling verändert, und je mehr man frembde b x oder dem Gehoͤre
auff einmahl (o) auffdringet, welche es doch vorhero nicht gehoͤret hat,
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(Co) Wir haben oben gezeiget, daß je weiter man in unfern Circul rechter und lincker
Hand fortgehet, je mehr vermehren fich Die vorgegeichnefen x und b, Der Modo-
. rum nach derordentlichen Zahl,
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je unleidlicher faͤllet ihm dergleichen gewaltſame Veraͤnderung. “Ta
eben daher haben alle conſonirende (bißweilen auch difonivende)harte -
Saͤtze der Compofitorum ihren Uhrſprung, weil fie zu jahling aus dem
Modo gewichen, i. e. nach unfern Circul zu viel Modos auff einmahl uͤber⸗
ſprungen haben (p). Es bfeibet affo ben unfern Daupt-Principio, daß
man bei) ordentlicher Circulirung Der Modorum nieht leichte mehr, als
einen Modum auff einmahl uͤberſpringen folle, wofern man Natur gemäß
verfahren will. — | ;
§. 18. Wirigehen weiter, und da wir bißhero verfchiedene Bro:
ben der Cireulation aller Modorum, in dem vollſtimmigen pathetiſchen Al-
labreve gefehen; von welchen Aylo man zwar oben gedachter maflen, ſi⸗
eher auff alle Die uͤbrigen ſtylos fehlteffen fan : fo möchten doch manche
Liebhaber vielleicht auch eine wirkliche Probe vor denen Augen zu bas
ben verlangen, Daß fich eben dergleichen Cireulationes im ftylo figurato,
und in wenig Stimmen pradticiren Jaffen. Diefen zu gefallen wollen
wir annoch folgendes Exempel beyfiigen, darinnen wir unfern Circul von
Dem a moll an, rechter Sand herum nur mit 2, Stimmen, ohne einiges
andere Accompagnement durchwandern, und dabey der Fantafie Die Frey⸗
beit laffen wollen, daß fie Bald gradatim, bald mit Uberſpringung eineg
Modi verfahren möge, nachdem es der Einfall, und Die Modulation mit
fihbringenwird. () JR | |
(pP) Die c. 1. huj. Sedt, erklaͤhrte Berwechfelungder muficalifchen Generum gehör
Ä fet. auch hiehe 8. 2° 0 Hy
. (D Diefes iſt in praxi die beſte Herb, in abgelegene modos auszuweichen, oder alle:
24.Modos lincks und rechter Hand zu eircnliren, ratio: Es behaͤlt ſolcherge⸗
ftalt Die Invention, der Guflo und die Ausarbeitung des Componiften Die voͤl⸗
lige Sreybeit, nach Gefallen und ohne gezwungenes Weſen zu operiren, Zur
mahl wenn man fich auch nech Diefer nüglichen Freyheit dabey bedienen will, daß
mannichtiederzeit (wie in allen obigen Exempeln zur Probe gefchehen müflen)
in dem Cireul gerade fort durch die Modos gehe, fondern nach Anleitung unferer
Fantafie, 4.&, 27 47 sz und mehr Modos, theilg per gradus, theils per Saltus,
vorwerts, hernach einige von diefen wieder ruͤckwerts, alsdenn wiederum fü
viel Modos vorwerts ıc, durchwandere, aufmelche Arth man unzehlige Ders
aͤnderungen in abgelegene Modos Fan hören laflen, |
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10. Iupdiefen Exempel mangelt es meütes erachtens weder an
Invention Gußo, nach Contr apundtiffifchen Transpofitionibus, und dennoch
haben wir wenige von denen 24. Modis hberfprungen. Eben auff folche
Arch kan man mit allen übrigen oben erflährten Circulationibus, (*). in
dieſen ſtylo verfahren, wer fich nur ein wenig Mühe geben will. Wir
aber koͤnnen uns mit uͤberfluͤßigen Exempeln nicht ferner auffbalten, de⸗
rowegen gehen wir weiter, und nachdem wir bißhero uͤberhaupt die Ord⸗
nung, Verwandſchafft, und Kunſtgriffe unſers Circuls zur Gnuͤge be⸗
ſchrieben, ſo muͤſſen wir nun auch inſonderheit den vielfa Nutz — — lien
deſſelden angeben und zeigen, guff wie vielerley Arch felbigerfin Mulieis@,7- u
mit befondern Vortheil zu gebrauchen ſey? Wir fagen ———— daß
unſer Muſicaliſche Circul vorteefl che Dienſte thut:
1. In
— aller oben gegebenen —— diefer Cireulationum iſt annoch hier gu
MW erinnern, daß man ich nicht daran kehren müffe, wenn in felbigen ex in curia
einige
3 (806) &
Ar der Compoftion ſelbſt.
2. Im General-Bafl gäne Signature. -
3. Im preludiren vollſtimmiger Inftrumente,
4. In gänglicher Abſchaffung der alten Modorum.
20. Denerfienpund beireffend, fo iſt leicht zn erachten, wag fo
wohl einen anfangenden, als ſchon geuͤbten Componiften vor Vortheil
daraus entiiche, wenn er durch Huͤlffe dieſes Circuls in allen. feinen Mufi-
califchen Werden (es ſey im Kirche» Gammersoder Theatralifihen ftylo,
befonderg im Recitativ) mit denen Modis dergeſtalt frey umbgehen Fan,
daß er ſelbige vor und ruͤckwerts nach Gefallen durchwandern, und fich
niemahls verliehren moͤge, er ſeyauch, wo er wolle. Denn hat er ſich ja
| | — in
einige Modi bald gerade unter ihren neu eintretenden Semitonio, bald unfer ih⸗
ren Darauf folgenden Fundamental-Clave des neubezeichneten Sylleimatis, Ars
geben worden, 3. €, auff folgende beyde Arten: a
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dieſe differente Angebung der Modorum ift zwar in der That einerley, wenn.
man aber die Sache genau nehmen will, jo Fan man fagen, daß dergleichen Mo-
dipracife mitihren vorhero nicht Da geweſenen Semitonio eintreten, e8 mag nun
diefeg im Bafle, oder in einerobern Stimme flecken. Alſo tritt in folgehden 3.
Exempeln das Bdur, przcife mitdem einfallenden H. in das C moll, ob gleich
der fundamental-Clavis C. felbft, erſt nachfolget. Denn dieſes C. diſtingviret
den Modum nicht, weildefien gantzer Accord 3. E. auch im 6 moll, B durund
— 44
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= (807) %
in einen fehwehren, mit vielen x x oder bb (r) verbraͤhmten Modum
verwidelt, und weiß nicht wieder beraus zu kemmen; fo fucher er nur
‚denfelbigen Modum im Circul, da findeter zur rechten Hand die eine, und
zur linden Hand die andere Thür, durch welche er Schritt vor Schritt
wieder heraus, und in leichtere Modos gehen Fan, wohin er ſelbſt will,
Denner merdetfich nur in beſagten Cireul den Terminumägvo, nehmlich
"Den Modum, wo er iſt; und fuchet alödenn den Terminum ad qvem, nehm-
lich den Modum wo er din will, foliegen ihm die Modi intermedii ſo gleich
vor Augen, Durch welche er ordentlicher Weiſe paſſiren muß, P
| .21. Hier⸗
dis — ſtehen kan; Das Semitonium H. oder diflingviref befagtes C moll
bon andern Modis, Denn jo bald man wieder aus dem C moll heraus gehet, fo
bald wird auch fein Semitonium H. wiederum verlaffen, |
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Bdur C moll,
B dur. C moll.
| B dur. C moll. |
Cr) Obiter wollen wir allhier gedenchen, daß einige fo genandfe Neulinge dasjenige.
Chromatifch nennen, was mit X bezeichnet, und alles dasjenige Enharmonifche
was mit b. bezeichnet iſt. Daß aber dieſe Enharmoniſche Benennung wieder
die wahre Hiftorie der alten Generum lauffe, ſolches kan denen fo genandten
Aleltlingen nicht gelaugnet werden, und haben ſie vollkommen recht. Allein fie
begehen hin wiederum einen eben ſo groſſen Fehler, wenn ſie einige mit einfachen
und doppelten XX oder bb bezeichnete Claves Enharmoniſch, Die 7. natuͤrli⸗
chen Claves aber (cdef gah) in ihren unbezeichneten Syllemate Diatoniſch
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3 (0898) 5
$. 21. Hiernechſt kan fich ein ungetibter Componift auch diefeg Cir-
euls bey ſolchen Compohsionibus mit groſſen Vortheil bedienen, wo er den
regulirten Ambitum modi nicht zu uͤberſchreiten gedencket. Den in des
nenc.2 huj.Sedt. offt gedachten Tabellen finder man zwar bey jeden Haupt⸗
Mododte Neben⸗Tone, wohin der regulirie Ambitus modi quszuweichen
pfleget: Wie aber diefe Neben⸗ Tone an einander bangen, und man bes
qwehm aus einem in den andern gehen konne, ſolches muß man in unfern
Circul ſuchen. z. E. Ein Anfaͤnger haͤtte ſich vorgeſetzet, ein Stuͤck, eine
Arie, oder einen muſicaliſchen Sag aus dem g dur zu componiren, fo findet
er
nennen. Denn es kan ja nicht wiederſprochen werden, daß die wahrhafften 3.
Genera der alten bey uns in ein eintziges, aus 12. Clavibus beſtehendes Genus
Chromsticum zuſammen geſchmoltzen worden. Nun heiſſet es: & toto ad par-
tes volet feqvela ; ift Das ganke Genus Chromstifch), fo muͤſſen nothwendig als
le 12. Claves Chromatifc), und Feiner Davon weder Enharmoniſch, noch Diato-
nifch ſeyn, man mag ſie mit g..b. oder & einfach und Doppelt bezeichnen, wie
man will. Eben aus diefen prineipio koͤnnen wir aud) Feine ſogenandte Vers
wechfelung der muficalifgen Generum (wovon oden c. 1. h. Sect.) mehr flatui-
ren. Denn wiekan man die Genera verwechfeln, wenn nicht m br, alsein einz
tziges Genus vorhanden? Ka, fagen, Die Antiqvarii, man koͤnne wohldie Ter-
minos der alten 3. Generum behalten, umb die Same beffer zu unterſcheiden,
denn (fahren fie fort) es wären je diffecente Dinge , und differente Har-
monie, wenn z. €. die heutigen $. Semitonia in vollffimmigen Sägen mit er
nen vorgezeichneten b oder mit einem: X aedrauchet würden: item „ wenn man:
die 7. natürlichen Claves auf diatenifche Arfunbezeichnet, oder auf Enharmoni-
ſche Art mit einfach und doppelten x x oder bb gebrauchete ꝛc. Allein die
Moderni antworten hierauff, Daß man den reellen Ünterfcheid aller dieſer Dinz
ge, nicht in denen abgeſchafſten Generibus der Alten, fondern in dem Afferenten:
Ambitu der Modorum ſuchen muͤſſe, Diefe verurfächen die differente Harıno-
nie auf zweyerley Arth ſolcher mit R. oder b. begeichneten einerley Clavium..
Dahero wir bey unſerer heutigen Mufie beſſer thaͤten, wenn wir ohne alle Con-
fufion, iedweden von dieſen 3. Sigais h. X, b. einen & parten Nahmen gaͤben,
wir möchten nun nach Arth der Neulinge Das 4, diatoniſch, das X. hrome-
tiſch, und das b. enharmonifih nennen, vöerfonft 3. geſchicktere Terminos an
Deren. Stelle ſetzen, So dam. Einte man auch ſtatt Der a
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*
83 (899) &
er zwar in gedachten Tabellen, daß das G dur ordentlich auszuweichen pfle⸗
ge in das dur, HmollundEmoll, aufferordentlich aber, indag A mollumd
Cdur: Allein wie follee nun Diefe Modos verwechfeln , , und geſchickt
aus den einen in den anderngeben, ohne dem Gehore einigen Tore zu
thun? Antwort: Erfiichet das G dur in unſern Circul, da finder er nd
obengedachte Ddur, H moll und E moll zu rechten Hand, und Dingegen
dag Amoll und Cdur zur linden Hand Sotcherrgeftalt ſiehet er nun,
wie allediefe Modinach ihrer nechſten Anverwandfchafft. in der Reihe lie⸗
gen, (5) folgbar procedirereruuenach dev oben gegebenen Haupt: Res
gel, ne mlich, daß er niemahls leichte mehr als einen Modum uͤberſprin⸗
| Kr 2 ge,
Vexwechſelung der Generum, eine gewiſſe umbſchraͤnckte Verwechſelung der
Modorum ſtatuiren, und ihr einen eigenen Nahmen geben, die alten pappierne
—* Muſicaliſchen Genera aber (Deren exiſtentiam ung Die Antiqvarii in heutiger
praxi weiter nicht, als auf dem Pappiere zeigen koͤnnen) hätten ſo dann ihren
völligen Abſchied. Dieſes waͤre ohngefehr der, über die 3. alten Genera ent⸗
ſtandene Streit und diferente Meyrung der Aeltlinge und Neulinge, welche
in concluſione wiederum auf dag vortrefflihe Woͤrtgen: Nennen binaus
- Jauffet, ob man nehmlich dieſe und jene Claves nad) denen alten Generibus weis
ter Benennen, oder fie insgefammt chromatifch tauffen fol? Indeß gewinner
undverliehretdie Muhc nicht das geringſte dabey, man nenne fiewie man will,
wenn man ſich nur verſtehen machet, und bin ich von dergleichen faubern Wort⸗
Difputat ein Diener, |
() Ich habe ſonſt meinen Scholaren den regulirten Ambitum eines iedweden modi
maj. und min. aufunten folgende Arthen, gleichfam in einen halben Circul auff
denen Lineen vorgemablet, woraus fie leicht den Unterſcheid der amnechfienan
verwandten, und am weiteſten abgelegenen Neben-Tone haben erfennen, und
mit ihnen nach unferer gewoͤhnlichen Regel bald gradatim bald per faitum oh⸗
ne alle Schwührigkeit verfahren lernen. Man transponiret aber folgende 2.
Schemata durch Alle modos majores und minores.
Be N a N — Ban cn mn — ne ERS, waren αιανI
>: Eos — —
Ambitus des C dur. Ambitus des A moll. |
3 (go) &
ge, wo er nicht gradatim gehenwill : fo kan er unmöglich fich verirren, viel⸗
weniger das Gehoͤr beleidigen. Denn da folget nun von fich ſelbſt, daß
er z. E aus dem Gdur nicht fo ploöͤtzlich in das H moll, als die 3. maj. fallen
muß, weil 2 modi dazwiſchen liegen, Vielweniger wird er aus dem C
dur zugeſchwind indag D dur, oder aus dem A moll zugeſchwind in das
H moll fallen, weil iedesmahl 3 modi dazwifchen fiegen. Am allerwe⸗
nigſten wird er fich unterſtehen, aus dem C dur gerade in dag H moll zus
fallen, weilgar 4modi dazwiſchen liegen, und gedachtes C durundH moll
eben die 2 Extrema oder euſerſten Grängen des regulirten Ambitus G dur
ausmachen. J
$. 22, Geſetzt aber ein Componiſt haͤtte auch Luſt, uͤber dieſe 2 eu⸗
ſerſten Graͤntzen des G dur zu paſſiren, wie ſonderlich auswärtige Natio-
nes (t) zu thun pflegen: fo findet er zur rechten Hand nach dem Hmoll,
und zur linden Hand nach dem C dur, die nechſt anliegenden Modos, in
ie er gradatim oder per ſaltum ausweichen, und eben auff diefe Arth wie⸗
der zuruͤck paſſiren Fan ‚ohne Gefahr ſich zuverlichren, oder dem Gehoͤre
etwas unleidlicheg auffzudringen. Folgbar bleibet unfer muficalifche
Cireul jederzeit ein ficherer pharus in allen Arthen der Compofition, fo wohl
vor geuͤbte, als ungeuͤbte Componiften. | Kin
9. 23. Derandere Nug und Vortheil unſeres Circuls war im Ge-
neral-Bafs ohne Signaturen, oder deutlicher zu reden, ein Äccompagnement
der Cameral-und Thearralifihen Sachen. _ Wir haben oben c.2. h. Sedt.
bey der gten Special-Regel, und dem nachfolgenden $. mitmehrern ge
dacht, wienöthig einem Accompagniften die Erfenntnißder mukicalifchen
Modorum fen, wofern er bey einem unbezifferten Baffe das Changement
der Tone gleichſam vorher fehen, und die öfftergirregulairen Sie |
| ge
Co Denn bey ihnen iſt es nichts neues, daß fie 3, €. aus dem Cdur bißindasD dur,
aus dem F durbiß in das G dur, aus dem a moll biß in das d dur und h moll
öc. ausweichen. Gleich wienun folche aufferordentliche Digreshiones nicht zu
ſchelten, wofern fie ungezwungen, und mit guter Raifon gefchehen: Alſo Fan
man dergleichen Kuͤnſte beruͤhmter Meifter, mir Hulffe unfers Cireuls gar leicht
imitiren lernen, wer Luſt dazu hat. —
Done
23 (090) &
- fungen derer Compofitorum verftehen lernen will. Es iſt auch indem
‚nachfolgenden zten Eapitel h.Sedt. weitläufftig gezeiget worden, wie un?
gleich infonderheit das Recitativ die Tone zu verwerffen, und ineinen Au⸗
genblick in die allerabgelegenften Modos auszuweichen pflege. Will
man nun dergleichen Changemens geſchwind und gründlich einfehen ler⸗
en, und im Accompagnement einen; Habitum erlangen: fo muß manvor
allen Dingen die Connexion und gewöhnlichen Digrefliones aller Modo-
rum aus dem Fundamente verfiehen. Damir nun folches alles nicht dep
fer, vollkommener und gründlicher koͤnnen verſtehen lernen, ald aus
eben unfern Circul: fo lieget deſſen Nutzbarkeit auch im Articul vom Ge-
neral-Baffe am Tage, |
| 6. 24. Der zte Nutz und Vortheil unſers Circuls war im preludi-
renvollffimmigerInftrumente. Alles was nun indenen vorhergehenden
$.20.21. 22. vorm componirengefagt worden, das gilt auch hier vom prz-
ludiren, weil ex tempore prxludiren, und componiren allbier einerley iſt.
Man mag dabero auffeinemvollfiiimmigen Inftrumente (al Clavier, Or⸗
gel, Claviein, Lauthe rc.) entweder aug einen gewiſſen Modo nach dem re-
gulirten Ambitu zu preludiren, oder auch bey Fantahien, Capprieien, und al
lerhand Arthen Der preludien in entfernte Tone auszuweichen fich vors
nehmen: ſo darff man nur unfern Circul im Gedächtniß, oder vor Augen
- Haben, wenn manficher geben, und ich niemahls in denen Tonen verwi⸗
(Fein oder verliehren will; Gleichwie auch wohl manchen Organiften ein
geiftlich Ungluͤck wiederfaͤhret, wenn er bey Endigung eines Gefangeg,
- oder Muſicaliſchen Stuͤckes aleich auff den folgenden Gefang praludiren,
und nach der Kunſt in Deffelben abgelegenen Modum gehen will. Wir
wollen aber propter Juniores allhier beym praludiren etwas ſtille eben.
$. 25. er auff einen vollſtimmigen Inftrumente ex tempore ZU
preludiren fich unterſtehet, der muß ſchon viel Mulic im Kopffe haben, i. e.
er muß mit einem Worteeinerfahrner, und geuͤbter Muficus ſeyn. Weil
fich aber dieſer Gradus parnaſſi nicht in einem Jahre erfieigen laffet, zus
mahl wenn alles auf eigene Erfahrung allein ankommen fol: fo fraget
ſich, od man ungeuͤbten Feine fichern przcepra oder Anleitung geben koͤnne,
wie fie nach und nach ſelbſt eine eigene Harmonie auff ihren Inftrumente zu
= RIES | wege
ET REN |
wege bringen, oder mit einem Worte preludiren fernen follen? Antwort:
Ungeuͤbten Mufieis allbier die vielerley Arthen der pralsdien rach allen
Fundamentisbeygabringen, iſt fo unmöglich, als dazu nothwendi eingans
ger Tradtar, und nicht wenige Zeiten eines Capitels grfodert wuͤrden Die
prima fundamenta aber zum preludiren hier zu entwerfen, folches gehet
wohlan, und das wollen wir fo Furg als moglich auff folgende Auch bes
werckſtelligen.
$. 26. Wer extempore ein præludium herſpielen will, der erwehlet
ſich vor allen Dingen einen Modum, aus welchen er præludiren will. Wir
wollen uns hier einen leichten Modum, nehmlich das F dur, zu unſern
range erwehlen, wobey wir hauptſaͤchlich 2. Dinge zu unterfuchen
haben: | Re
In was vor Neben-Tone diefer Modus, nach ſeinem regulirten Ambi-
tu gusweicher? und da prefentiren ſich in unfern Circul (nach denen offt
angeführten Tabellen desandern Capitels diefer Abtheilung) zur rechten
Hand dag Dmoll,C dur, und A moll; zur finden Hand aber dag g moll,
amd B dur.
2) Wie fich ein Anfänger in jedweden von diefen Neben’Tonen, mit
guten Mufiealifhen Sägen eine Zeitlang auffhalten, und aus einem in
Den andern gehen knne? Hierzunun konnen und die, in nur gedachten
e. 2. h. ſect. befindlichen Schemata aller Modorum die beſte und ſchleinigſte
Huͤlffe geben. Denn weil in ſelbigen der natuͤrliche Arnbitus eines jed⸗
weden Modi Durch die fundamentalen Baſſ-Noten und daruͤber ſtehende Zif⸗
ern richtig angegeben worden, fo folget hieraus der Vernunffts⸗Schluß,
aß wenn wir bey unſern vorhabenden præludio Die Schemata f dur, c dur,
a moll, d moll, g moll und B dur, in guter Ordnung an einander bergen,
und nur ein Schema nach dem andern funplement durch accompagniren
wollen, fo haben wir fihon die prima rudimenta zu einem praludio geles
get. z. E.
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SchemaF dur. a
$. 27. Wenn wir nun mit dieſen Schematibus etliche mahl in der
Ordnung wechfeln, i. e.nach unfern Circulmit diefen Modis bald gradatim
bald per fültum verfahren, und dabey die Baſſ-Noten bald verlängern bald
verkuͤrtzen wolten, (wobey noch jediwedir mittelmäßiger General-Baflifle
das Accompagnement jedesmahl verandern, und mit der rechten Hand
höher oder tiefer angeben koͤnte): fo brachten wie ohne alle Mühe ein
vollftimmiges praludium Heraus, welches niemahls wieder den Ambitum
modorum pecciren, und. Feine unrechte Harmonie anfchlagen koͤnte. Al⸗
fein es wuͤrden dennoch 2. Haupt⸗Fehler darinnen zu finden feyn, welche
wir nunmehro zu corrigiren ſuchen muͤſſen. Denn |
) Wirrdeder ſtets per gradus gehende Baſſ allzu fimpel, und endlich eis
nen Mufic-verffändigen Zuhörer gar verdrießlich fallen.
2) Beitehen diefe zufammen geſtoſſene Schemata in lauter, Confonan-
tien, dahero fraget fich, auff was Arch man fie mit Diffonantien ges
ſchickt ver miſchen Eonne,damitman nicht immer einerley conloni-
rende Saͤtze hoͤre? | |
6. 28. Dem erften Fehler iſt gar leichte adzubelffen. Denn wir
haben ſchon oben p-765- gedacht, wie wir alleunfere Schemata modorum fü
eingerichtet, daß man die Baf-Claves mut ihren Darüber ftehenden Signa-
euren nach Gefallen verwechſeln, und alſo per gradus oder per faltus gehen
koͤnne,
#8 (905) &
koͤnne, wie man will/ (u) ohne daß die natürliche Hirmonie gderder Am-
bitus moci in geringſten dadurch beleidiget werde. Hieraus flieſſet num
ein reichlicher Vorrath dee Beraͤnderung; Denn wie koͤnnen ung bey
jedweden Schemate mit Verwechſelung der Bafl-Noten ſo lange auffhalten
biß es uns gefaͤllet, in ein ander Schema dieſes præludii zu gehen, und eben
dergleichen Verwechſelung von neuen anzurangen. Wir wollen hier
der Kürge halber. die PBrobenue mit 2. Modis machen, und die Bafl-Noren
der obigen SchematumF dur und Dmoll auff folgende Arthverwechfein:
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(u) Den eintzigen Accord} +} ausgenommen, welcher nur bey Dem unter fich ge;
indie zam modi zu brauchen ifl, wie wir gehörigen Orthes au⸗
gemercket. —
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829. In dieſen weitläufftigen Exempelift gleichwohl feine eintzi⸗
ge Note md fein Accord, welcher nicht in obigen Furgen Schematibus F dur
und D moll zubefinden ware, umd Dennoch Fünte man Die Bafl-Noten dies
fer beyden Schematum, gleichſam noch unendlich mehr verwechfeln, wenn
anan nicht auch die rigen Neben: Tone des F dur init nehmen wolte.
Will man num in diefen Neben⸗ Tonen, nach) Denen $. 26. angegebenen‘
Schemaribus, eine gleiche Berwechfelung Der Bafl-Nocen anflellen, fo wird
ſchon ein ziemlich) langes praludium heraus kommen; allein es wiirde
Dennoch aus lauter Confonantien befteben, und alfo muͤſſen wir fehen, wie
auch diefer Fehler zu verbeſſern fen. | —
N To Benn wir nun unſere angegebenen Schemata modorum mif
Diffonantien geſchickt vermiſchen wollen, fo muͤſſen wir dieſes, als ein
SHaupt-Principium zu voraus fegen: os |
Daß ben natürlich fortgehender Harmonie, niemahls weder
ein ordinairer, nod) extraordinairer Accord fönne ange:
ſchlagen werden, Davon nicht menigfiens eine —
| tim⸗
®@ (0907) a
Stimme (wo nicht mehr) in dem folgenden Sage Lönte
liegen bleiben i.e. legaliter binden, und nachmahls refol-
viren, ohne den Ambitum modi in geringften zu beleidi⸗
gen.
Hiervon eine deutliche Probe zu zeigen, ſo wollen wir zuerſt die kurtzen
Schemata des dur und D moll (zum Modell aller Modorum major, und ı mi
nor.) ohngefehr auff fo zende Arth beziffern:
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56 6 28 56 Ä
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Schema F dur,
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98 98
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— — rn F 3 —— * -3- Doro:
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— — ns da VE af TE a mm
en D moll.
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— Brauchen mn DO mamma nie ri Aa == ©
Hält man diefe diffonirende Berifferung gegen die vorige ER
——— der beydenSchematum, fo wird man folgende Cafus finden:
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ED:
») Daß wofonfteinige Norendie 6.0der & über fich gehabt, dabatman
diefe durch eine vorhergehende 7. nur auffgebalten, fie folgen aber
dennoch mit der refolution der 7. nach. |
2) Woeinige Noten nur denordinairen Accord gehabt, da hat man dies
fen Durch eine vorhergehende 4. oder 9. nur auffgebalten, er folget
aber dennoch mir der refolution nach.
3) Beneinigenper gradum unter fich, in den Sexten-Accord gehenden
Baff-Noteh, hat man dieerfiere Note vorhero mit fa} fyneopiret, der
Sexten-Accord aber folget dennoch nach. |
M Bender 6te des demitonii cishat man dieste min. hinzugethan, weit
fie bey der folgenden pergradum aufffteigenden Note geſchickt refolvi-
renkan: welchesauff gleiche Arch bey der gta modi des D moll mit
der (5) gefchehen. | |
5) Findet manüber der 3a modi deg D moll zugleich die 9. bey der all⸗
da gewöhnlichen 6. angebrachf:
dorum in geringften nicht beleidiget, fondern vielmehr harmonipfer gez
machtworden, welchesdaß eg fich nach unfern obigen prineipio nicht nur
auffeine, fondern auff mancherley Arthen pradtieiren läffet, fo wollen wir
zu mehrer Erkiuterung unfere 2. Schemata, F dur und D moll noch ein⸗
mahl, und zwar auff folgende veränderte Arth mit Diffonantien vermis
Then: i “ —
REN RR RN 4 RD De
5 43 — 6. 6 98 56
I i ri na we — — ment ann) I— ie Fazer Barmen Mar all rm —ö mn — — —
De wur um — — — — — — — une 6 wre — — 0 — ug
— A mn. Ko 32 —
— —— — * Ben "DI -d- ll. a m En un BE un
= A
6
4
2
Schema F dur. ca
6.32.50
6.31. Mitallendiefen Diffonancien iſt nun der Ambitusdiefer 2. Mo-
2 (909) &
s € 6 *
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43 hl 6 2:5,6 4 43 6 20 SR
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Schema D moll.
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3, g 98 > 6 $ 43 76 76
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7 ;
nf, 22. In dieſen Exempel ſtecken eben obige 5. Caſus, und ſind
alle eingeffreniete Diffonantien. wiederum nichts anderg , al pure
Auffbaltungen der darauff folgenden ordinairen Confonantien unferer
2.Schematum Fdur 1mdDmoll. Auff Diefe Arch laſſen ſich nun alle Sche-
‚mata modorum gar leicht mit vieloder wenig Diffonanien befegen, ohne
daß der natuͤrliche Ambitus modi dabey zu leiden habe. Weil wir aber
oben gedachter maffen in unfern vorhabenden prxludio nicht immer eis
nerley per gradus gehende Bafl-Noten hören, auch dag preludium verläns
gern wollen: ſo muͤſſen wir nun eine Probe zeigen, Daß man bey Ders
wechielung der Bafl-Noten eines Schematis eben Diefe Kuͤnſte pradticiren
koͤnne, und wollen wir alfo dag im vorhergehenden $. 28. befindliche
Exempel auff folgende Arth mit Diffonantien vermiſchen. Man halte
beyde — gegen einander, fo wird man fehen, Daß überall Die ges
»yYYY3 woͤhn⸗
35 (910) &
woͤhnlichen Confonantiender Schematum Fdur uud D moll, durch vorher;
gehende Diffonantien nur aufgehalten, — aber det ordinaire
Accord an folchen Orthen mit einer einseln 7. oder () vermelret wor⸗
den, wo die refolution hat fonnen in benen folgenden Noten ſtatt haben:
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$. 33. Mankan in dieſen Exempel die Diſſonantien nach Gefallen
feicht vermehren oder vermindern; wir aber haben hier. dee Deutlich⸗
keit halber, mit Fleiß der Sache weder zu viel noch zu wenig thun wollen.
Indeß haben wir biß hieher Die oben $. 27. angemerckten 2. Haupt⸗Fehler
des angefangenen præludii dergeftalt verbefjert, daß wir nunmehro mit
feichtee Mühe zu einem weitläufftigen harmonid/en preludio gug dem
F dur gelangen Fönten, wofern wir mit allen uͤbrigen Neben-Tonen, oder
u dem F dur gehörigen Schematibus des oben $. 26. befindlichen Exempels
auff gleiche Arth verfahren wolten, wie wir bißher mit Denen 2. Modis-
F dur md D moll verfahren. Wolte man nun dabey gedachte Schemata
etliche mahlinverwechfelter Ordnung wiederhohlen, und nach dem Alla-
breve-Tadte durchfpielen (w) : fo Fan man gewiß das preludium aus
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I EEE EEE EEE TE N ee
(w) Solchenfalß koͤnte man nur Diejenigen Noten, welche eine doppelfe Harınonie
haben (76. 56.) als gange Tadte: “Diejenigen Noten aber, fo eine einfache Har-
monie haben, als halbe Tacte anfehlagen, und Dabey die per 3as fpringende No-
ten mit dem Tranfitu der 4tel auszieren. Gewiß es würden mit dergleichen
ſtets bindenden und Syncopirenden Kirchen -Preludiis diejenigen Organiften,
welche alterhand ſchoͤne Themata und Fugen auff der Orgel zu tractiren nicht ge;
wohnet, vielmehr Ehre einlegen, als wenn fie ſtatt deffen, rechte üppige Claufel-
gen, fehlechte Sviten, oder wohl gar 2. ſtimmige Violinen-Sachen in der —
er⸗
mu
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BL |
dern F dur fo fange extendiren, als man nur ſelbſt will. Hier leider es der
Raum nicht, mehrere Weitläufftigfeit zu ſuchen: genug, daß wir Deuts
lich gezeiget, wie jedweder gar leicht ſelbſt damit umbſpringen kan. Und
eben ſo wie wir die Sache mit unſern præludio aus dem fdur angegeben,
% verfähret man auch mit denen przludiis aus allen übrigen Modis Mu⸗
3IC1S - - EN TERN
. 34. Denenjenigen aber, die in der Muſic etwas mehr geuͤbet,
und ſich im preludiren auch auffer dem Alla brevewolfen hören laſſen, kan
anan noch diefen Rath ertbeilen, daß ftedie verwechſelten Baf-Noren der
zuſammen geſtoſſenen Schematum eines Haupt-Modi, nur als dag bloſſe
Fundament ihres præludii anſehen, und daruͤber mit Verlängerung und
Verkuͤrtzung gebachter Bal-Noren, allerhand Variationes und Fantaherz
nach eigenen Einfälfen erdenden fonnen (©), ohne die geringfie Gefahr,
ſich weder indenen Tonen zu verliehbren, noch wieder den Ambitum Modi
zu peceiren. Ber nun unſern gangenprzludien-Difcursvon$. 24. bit hie⸗
her vernuͤnfftig überleget, der wird finden, daß dieſes eine überaus vors
theilbafftige Methode fey, einen Anfanger nicht allein zum praludiren,
fondern auch zum componiren ſelbſt glücklich anzuführen. Wir aber
fehren von der weitläufftigen, wiewohl nüslichen Digreffion wiederum
zu unfern Circul | :
$. 35. Deſſen ater Nus und Vortheil war nun in gänslicher Abs
fehaffung der alten Modorum Muficorum. Daß diefe eingeſchrenckte An-
tiqvicaten in heutiger praxi nichts mehr taugen (auſſer wennesdenen Ors
— | 33333 gani⸗
herleyren; auch wohl zu Bemaͤntelung ihrer Ignoranz die armen Scholaren
faͤlſchlich zu bereden ſuchen: Diefes wären rechte Clavier-Sachen, und wären
vollftimmigepraludia und Fugen nicht mehr Mode, (fie find der fauren) der Ge-
neral· Baſſ bedeute auch nichts, es wären da wenig Negeln zu obferviren, und gebe
ſich alles von Sich feibfize. Sehr wohl gegeben! Aus dergleichen Siefange lernet
man den Vogel den Augenblick erfennen, ohne daß man weitere Teflimonia
-Ignorantiz craſſæ von noͤthen habe, |
&) Ben dergleichen Variationibus Fan man nun nad) Gefallen die allzu hauffig bin-
denden Diflonantien wweglaffen, und ſich mehr an die confonirenden Schemata
k >
halten, z. &,andnsoben$. 28, befindliche Schema &c.
Bou |
ganiſten gefälfet, ihre praludia nach Denen Modis der aften Lieder einzu⸗
richten): Hieran zweiffeln such ſelbſt manche Antigvarünicht mehr. Al⸗
lein es giebt gleichwohl noch einige unter denen heutigen pradticis ſelbſt,
welche verneinen, man koͤnne deswegen Die alten Modos nicht entrathen,
weilman daraus auch fo gar die Connexionder heutigen Modorum erler⸗
nen muͤſſe. Denn, fagen ſie, wer z. E. nicht wifle, wie der Modus Dorius
dem Lydio, dieſer dem Æolio &c. am nechſten verwandt ſey, der wife auch
sticht bequehm aus dem einen inden andern zu gehen, und mit denen Mo-
dis nach Gefallen zu handthieren. Diefen Leurhen redet nun Werck-
meiſter in feiner Harmonologie vortrefich das Wort, wenn er p. 73 ſich
alſo vernehmen läfletz | | 0
° Diejenigen aber fo dennoch porwenden, daß die Modi (nehmlich die alten) nicht
mehr im Brauch. wären, werden Dadurch verführet, indem fie fehen, wenn etwan
‚einige vornehme Componilten ihre ſchoͤne Digrefiones, oder kunſtliche Abwei—
dungen haben, meinen fie, die Modi wurden überfchritten ‚ und Dannendero
nicht mehr im Gebrauch), indem fie aber in folcher Opinion Flecken, wiffen fie
nicht; Daß auch der Modus eine Richtſchnur fey wie man ſolche Digrefliones ein⸗
richten, und anbringen möge, damit man wieder zu felben Clave, und gleichſam
zuder Thür, da man iſt ausgangen, wieder gelangen Eönte, denn wenn folches
nicht. wäre,.gienge man aleichfam in einen Srrgarten und Labyrinth, da mar
nicht wuͤſte, wo man ſich ſolte zuletzt hiwenden.
Da habt ihr es, ihr heutigen Pradiiei! Ihr werdet Feine kuͤnſtlichen
Digrefiones mehr machen fönnen, und werdet euch in dem Labyrinth eu⸗
rer 24.Modorum gantz und gar verliehren, wofern ihr euch nicht von des
nen alten Modis, gleich als vom Faden Ariadnes, werdet wieber heraus
fuͤhrenlaſſen: da moͤget ihr euch nun fee anhalten, Fraget man aber
manche Deſenſores dieſer antigven Modorum (y) umb den wahren Saul
woher
() Die Schrancken der alten Modorum ſchlieſſen ſich ohngefehr in folgenden 2,
Terminis? F) Daß. man nichealle Tone oder ©laves in diefen oder jene ode
gebrauchen folle ‚die wir Doch heut zu Tage wuͤrcklich Haben und Brauchen koͤn⸗
nen.. ) Daß manauch fo gar die Limites gewiſſer Modorum bey Leibe niche
umb eine de ge&e, uberfihreiten,i. c-in der Ordnung unferer heutigen Chro-
my Gavin nice höhe und ieer gehen nie, les De alt Barbarifche
woher ſie den geruͤhmten vortreflichen Nutz ihrer Modorum eeweifen Fürs
‚nen: ſo laͤuffet der allerbeſte Beweiß, mit einem Worte, auff die oben be⸗
ſchriebene Circulation per zas hinaus, welche ſie aus jedweder Triade Har-
monicä ihrer Modorum auf folgende Arth zuſamme ſchmieden. Denn,
fagen fie, weil z. €. der Modus Jonius Die "Triaden Harmonicam,
m. I \_
3 e $ der phrygiushingegendDie Triadem ; st hat/ dieſe letztere Triasaber
von der erſten 2,Claves erborget, fo muß der Modus phrygius nothwendig
Dem Jonio am nechſten verwand ſeyn. Nach dieſen muß alsdenn der
Modus Mixolydius folgen, deſſen Trias harmonica wiederum —
ves von demphrygio erborget. Und fo fahren fle mit der Transpoſition
ihrer Modorum, und der Superftrudtion der Triadum harmanicarum, per
Tertiasfofange fort, biß ſie wie der inden erffen Modum gelangen. Allein
wir wollen dies weitgefuchfepatrocinium der alten Modorum quff zwey⸗
fache Arch beantworten: — nennen
2) Gefert den Fall, 6 wäre Befagfe Circulatio.per zas richtig, ſo
Moͤchte ich gern Die railon wiſſen, warum wir eben dazu die Nahmen der.
alten Modorum erborgen muͤſten? Unfere heutigen Modi Mufici haben ja
£ben Diefe Triades harmonicas, welche wir benöfhigten Falles auff gleiche
| | 33353 2 | Arth
Modus zugelaſſen. Sind das nicht Thorheiten! Wir haben in jedweder gve
12. Claves, warum füllen wir ſie nicht in allen Modis nad) Gefallen, in der Höhe
and Tieffe brauchen, wie e8 unfer Einfall, Talent und Gufto zuläfiee? Sind
es nicht eben fo abfurde Gefäße, als wenn man Negelmerdenefen wolte, wie man
hinfuͤhro alle Sachen gar kuͤnſtlich nur mit 2, oder 3. Fingern jedweder Hand
angreifen Eönte, da uns doch GOtt ro. Finger zum Angreiffen verlichen hat:
oder ie man im Pieden, (nad) Dem Erempel curidfer Orstorum) bald das r bald
dass. aufjen laſſen folte,da roie Doch zum Reden 24. Buchſtaben im Alphabeh
haben: Könnten wohl dergleichen curiöfe pedanterien zu einer vernünftigen Regel
dienen? Jedwedes Animal ratzonale wird es mit Nein beantworten, undgleich⸗
wohl wollen wir nicht begreiffen, daß mit denen alten Modis eben derg eichen
Thorheiten pafüren, Die bey unſern Zeiten nicht mehr applicabel find, .
En
2 (06)
Arth perftruiren, oder viel kuͤrtzer, nur per 3as in der progrefüion fortges
hen duͤrffen c. e. g. h. d. &c. fo haben wir eben Diefe Connexion der Modo-
rum, ohne daß wir nöthig haben, ung dabey weder des alten Modi Hypo-
mixolydii, Jaſtii, nach Hypojaflü &e. zurerinnern, was acben uns diefe bars-
barifche Nabmenan? 00, ;
2) Haben wir oben ſchon (2) erwieſen, daß die Circulatio per 3as
nichteinmahlrichtig ſey, und ware es dieſen nach gang falfch, daß z. E.
der obengedachte Modus Jonius dem phrygio am nechfien verwandt fen,
weilfte unb eine 3. maj. von einander entlegen, Dabero die beyden Modi
Æolius und Mixo-Lydiuswegennäherer Anverwandſchafft gar wohl eine
rechtliche Interventiou anffellen koͤnten. Da wir nun in unfeen oben ers
klaͤhrten Circul eine vietrichtigere Dvdrumg, Connexion und Anver wand⸗
ſchafft aller Modorum finden, nach welchen wir alle unſere nahe, und weit⸗
abgelegene Digreſſiones gang ſicher einrichten, jederzeit die Thuͤr, wo wir
hinein gangen, wieder rucdwertg finden, und ung niemahls, ja abfolur
niemahis in dem vermeinten Labyrinch verirren können: ſo folget ja un⸗
wiederſprechlich, daß wir auch hierinnen (eben fo wenig, als bey ander
AMuſicaliſchen Materien) der alten Modorum gantz und gar nicht noͤthig ha⸗
ben, ſondern fie getroſt, nicht allein in partem, fondern in totum verwerffen
koͤnnen. Wir thun alſo am beſten, wenn wir ſie ohne weiteres Cere- .
. moniell, in ihr von dem Herru Matheſon wohl auffgerichtetes
Grabmahl zur ewigen Ruhe verweiſen, und uns
weiter nicht umb ſie bekuͤmmern.
) Befiches. 2. kacapa
Das
a DE
Das VL Kapitel,
Von einem nuͤtzlichen Exercitio Practico und eini-
gen Confilüs, wie man ſich ſelbſt weiter helffen, und die
Perfe&tionim General-Baffe ſuchen muͤſſe.
| el |
RE Enn wir ein Exercitiam Pradticum aller, in diefer andern
NON AT Abtheilung vom General-Bafl ohne Species gegebenen Re⸗
Nr N gefnanitellen follen, fo fraget fich vor allen nr
noͤthig haben, auchdie Cap. I.huj.Sedt. abgekandelten Fun-
. ‚damenta ftyli Theatralis allhier weiter zu exereiren? Jch
fagenein! Denn einem Accompagniſten iſt es genug, wenn er die allda
erklaͤhrten Saͤtze nebſt ihren Verfehrungen theoretice verſtehet, und ih⸗
nen im Accompagnement ihr Recht zu thun weiß, wozu Fein beſonderes
Exereitium von nöthen,fondern allda ſatſam ausgeführet worden: Die
„Praxis aber, dergleichen Theatralifche Sage ſelbſt zu machen, gehoͤret vor
"den Tomponiften, welchen wir oben allbereit einige Anleitung zu feinem
Exercitio gegeben. Alfo fragetfih nun, was wir. denn allhier vor ein
nuͤtzliches Eercitium Pradticumdeg General -Bafkg ehne Species mit uns
fern Acconspagnitten anzuftellen haben? on Allah
9 2 Man darffnur uͤberlegen, daß die groͤſten Kuͤnſte eines
ſolchen unbezifferten General-Bafleg darauffanfommen, Daß man dienas
tuͤrliche Harmonie oder den natürlichen Ambitum aller Modorum wohl
verſtehe, und aus ſelbigen die nothigen Signaturen zu judiciren wiſſe. Da
num dieſer natürliche Ambitus modorum oben Cap. 2. huj. Sedt. durch die
7.biß 8. Special-Regelit, und bengefügten Schemata Modorurm aus dern
Grunde befihrieben worden: fofolger hieraus, daß wirallhier Fein beſ⸗
fereg Exereitium Practzcum anffellen konnen, als wenn wir vorg erſte ein
General-Exempel zuſamme ſchmieden, in welchen 15 alle oben erklaͤhrte
| 333 85 3 _ Special-
2 (08) 8
Speciat-Megeln zuſamme lauffen, welche die natuͤrliche Harmonie aller
Modorum ausmachen. 2) Die Concert-oder Vocal-Stimme daruͤber
gaͤntzlich weggelaffen werde, Damit man fich alleine an den Baſſ und feine
dariiber gehörige Harmonie halten muͤſſe. 3) Nichtallein der regulirte
Ambitus der alten, fondern auch irvegulaire und extravaganee Auswei⸗
chungen des Hanpt⸗Modi enthalten, damit alle nörhige Cafüs, nebft des
nen, nichtzum Haupt⸗Modo gehörigen Speciebus Octavarum, darinnen
exereiret werden mögen, wie wir bald ſehen werden. 4) Muß man herr
nach ein ſolches General-Exempel durch alle 12. modos majores (weil die 12.
modi minor, ſchon in dem vollfommmenen Ambitu der Majorum ſtecken)
transponiren und exerciren laſſen, um zu beweiſen, Daß Die Regeln inallen
Modis immer einerley bleiben, und nichts als der Ton changrt.
$ 3. Gleich wie nun ein ſolches Exereitium einen Lehrbegierigen
die natuͤrliche Harmonie aller Modorum nothwendig dergeſtalt beybrin⸗
gen muß, daß es unmoͤglich it, felbige nicht zu begreiffen: Alſo ſtellen wir
folgendes Exempel () zu unſern Exercitio dar, und zeigen gewoͤhnli⸗
cher maffen Die, Signaturen durch Die beygefuͤgten no.no. an: |
a SE POT ERBE CHE” ee
— aan ME — nn —— —* a — un. Bd
— ma (air) es LE — WERT WE | en m ru er Pe m ————— +) mn na
—— cd ee — mar m — — — „i
—— on } Te ——— 77 nn — ⸗— 4.
— — —û— — Feen BRD Te Sa m — 5” Tun. — ne an —
dag Exempei faͤnget im C dur an, alſo verfaͤhret man im Accompagne-
ment nach dem Schemate diefeg Modi, wer möge Defjendie Note
No. (1) Die 6. uber fich hat, weil eg dag Semitonium modi iſt. Reg, 3. fpec. RN
(2) Hatden ordinziren Accord, meiles die gta modi majoris iſt, welche hier nicht
mit der 4tamodi per faltum verfähret, Reg. 6. fpec, —
(3) Hat Dies, weil es 3a modi iſt. Reg. 4. fpec.
©) Faſt ein ſolches Exempel habe allbereit in meinem alten Tradtat gegeben, und faſt
eben ein ſolch Exempel, (iedoch exceptis excipi endis) giebet auch Gaf parini in ſei⸗
nem Tractate, ſo daß ich mich bald wundere, wie wir beyde in der Materie vom
General-Bals ohne Species, fo. verſchiedene mahl auff einerley Inventiones gefal⸗
| | len.
8 (99) &- |
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| | | 18) |
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— —— N = SSL FR WW.
se a ven ee — — reg eg — zu — un, r WERE FTORED
(4) Dat die 6, weil es die zda modi maj. weiche gradatim aufwerts gehet. Reg-
5. fpec. |
es) Hat die s, weil es za modi, Ra. | | |
(6) Hat die 6, we Sta modimaj.ift, welche mit der ata modi per faltum verfaͤh⸗
ret. Reg. 6: Ip. |
(7) * en Accord, weil es 2da modi maj. welche mitten im Sprunge
ſtehet. Reg. 5. Ip.
cs) Hat die — weil, e8 3a modi, Reg. 4, fp. a
(9) Hat die 6, weil es 2da modi maj. welche gradatiım unterwerts gehet. Reg: $- ſp.
° Co) Hat den ordinairen Accord weil es Sta modi maj. iſt, welche nicht mit Der gta _
modi in faltu fiehef. Reg. 6. fp, Ä
Cır und 12) haben die 6, weil fie das Semitonium modi angeben. Reg. 3, fp-
die Note (13) giebet num ein neues Semitonium an, dahero der Modus
nach der Reg.7.fpec. inden daruͤber nechffgelegenen halben Ton ckangi-
set (welches hier g dur iſt) dahero Bat nun eben diefe Note
(13) Die 6.überfich, alsdas Seinitomum modi. Res, 3, fpec.
(14) Hat 3. ma uͤber ſich, weil es die gta modiift, Reg. 1. ſpec.
(15) Hat die 6. als 3amodl. Reg. 4. ſpec.
66) Hat Stammaj. uͤber ſich, weil es 2damodi iſt, welche gradatim urmterwertsger _
het. Reg. 5. Ipec. (Man muß ſich hier wegender St.maj. errinnern, daß fie nicht
kan minor ſeyn, weil alle modi maj. und minores dag Semitonium unter ſich
tractiren, es mag vor Dem Syflemate modi bezeichnet ſtehen oder nicht, Ex ra-
tione, Reg. 1. ſpec. |
len. Jedoch die Sache iſt fehr natuͤrlich, und niemand kan bierinnen auf beſ⸗
fee Bortheile densfen , wenn auch noch hyndest Autores über dieft Materie
Khreiben wolten, ei ren, über dieſe Materie
U
8 (920) 8
- ep EP 3 Kar)20lı7) ° 28)
— — — BE:
x- — — — > men x
[
Er * ar
eu — 3 ze nn we:
(17) — maj. ſo wohl als die folgende — weil es sta modi iſt. Reg. 1. ſpee.
(18) Hat die 6. als 3a modi. Reg. 4. fpe
(19) Hatden ordinairen Accord, weil ed die Stamodiift, weiche hier nicht mit der
Ata modi in ſaltu ſtehet. Reg 6. ſpec.
(20) Hat die 6, ale das Semitonium . — 3. ſpec.
(21) Hat die 3. maj. als sta modi Reg. T.
(22) Hat 6tam ınaj, weil es 2da modi maj, ‚ melde Eh ber fich gehet.
Reg, 5. ſpec. (Hier iſt ——— — bey (16) geſaget worden.
(23) Hat nebſt der nechſtfolgenden Note Die 6, weil es 3a modi iſt. Reg. 4. ſpec.
(24) Hat Die 6, iweiles Sta modi maj. iff, welche mit der 4ta modi in ſaltu ſtehet,
Dahingegen eben dieſe Note bey
(25) Den ordinairen Accord hat, weil fie hier nicht mit der 4ta modi in ſaltu ſtehet.
Reg. 6. ſpec.
(26) Hat den ordinairen Accord, weil es 2da modi ma]. iſt, we Iche mitten im
Sprunge ftehet. Reg. 5. fpec,
(27) Hat die 6, als das Semitonium modi, Reg. 3. fpee,
Nun zeiget die Note (F) ein neues bißher nicht Da gewefeneg Semitonium _
an, daher der Modus ach der Reg. 7. fpec. inden nechſt darüber gelegenen
halben Ton changiret welches hier Emoll iſt). Folgbar hat eben dieſe
Note
6 Dies uͤber ſich, als das Semitonium modi. Reg. 3: fp ec. oben wir bier
erinnern müfjen, Daß wir in Diefen modo mit Feinen E fordern mit laufer Fis
zu thun haben, weildie fpeeies$vxdegE moll das ſis als die rechte ade, und Fein
Ei in fich hat, wie oben c. 3. fedt. 2. p. 787. nachzuſehen.)
(28) Hat die. maj, weil es stamodiift. Reg. 1. fpce. (Die rechte ste zu dieſer Note
aber ſuchet man abermahls in nur gemeldfer fpecie $vz dieſes modi.)
(29) Hat die Stanfimaj. als ada modi min. R.5,fp.
EN
(30) Hat
BE (6921) 8
(29) (30)3) GD 6G) GN (85) 36)
38)(39) (a0) Cara) (43) (40 459 (46)
u — — x nn — —4 BF] — —
62227 — — er —
(30) Hat die 6, als 32a modi. Reg.4. ſp.
(31) Hat die 6, als 6ta modi min. R. 6. ſp.
(32) Hat 3 maj.alggtamodi. R, 1.fpec.
(33) Hat die 6, als zamodi, R, 4. ſp.
(34) Hat 6tam maj. als 2d. modi min. R. 5. ſp.
(35) Hat 3. maj. als ſta modi. R. ı.fp.
(36) Hat die 6, als za modĩ. Reg. 4.ſp.
(37) Hat die 6, als stamodimin. R.6.ſp.
(38) Hat 3. maj als gta modi. R. r. ſp.
(39) Hat die 6, als das Semitonium modi. R. 3. ſp.
(40) Hat die 6, als 31 modi. R.4. ſp.
‚Nun ſetzen wir den Fall, es habe eine uͤber dem Baſſe ſtehende Stim⸗
me die 3. maj. zu der Note (41) ausdruͤcklich angegeben: fo lehret uns diß⸗
falß Die andere Helffte unſerer obigen Reg. 7. ſpec. daß der Modus allhier in
den, uͤber der beſagten 3. maj. gelegenen halben Ton changiret (welches hier
Hmolliff). Folgbar nimbt man in dieſen auſſerordentlichen Tone nebſt
Denen ſpecial⸗Regeln auch Die ſpeciem gæ des Hmoll wohl iu acht, welcher
zu folge ͤber gemeldter Note | |
(41) Die rechte ste eis (und nicht «.) nebſt der 3. maj. angefthlagen werden muß,
(vid. Speciem gSvæ des H ınoll p.737.)
(42) Hatdies,alszamodi, R.4.fp. Esmußaberdierechte ze fis aus der Specie
8vx dieſes Modi, und nicht F. feyn. a
(43) Hat die 6, als das Semitoniummodi. R. 3. ſp. Es muß aber hier wiederum
die Species gyæ unſeres Modi Die rechte ste (is) und die rechte ze (cis) anweiſen.
(44) Hierzu giebet wiederum Die Species gvæ Die rechte ste ber, (his)
| aaaan |
3 ( — 5 ie
448) AD N) 5 2 0 le te) 6(07)
s 2 u 0,
— — _ m
ur av
——— Te a =
a) Hat die 6. als zamodi. Reg: +p. erg man ne rechte. ze
Be (As) "als der Specie gvx an.
(46) Hat 3.maj.al® gtamodi: Reg: 1.fp. Die rechte ste giebet die Spec. Sir.
(47) HNat die sals za modi —— Dasein Biere BE Rer Spt
gie unferd Modi... =
(48) Hat die s, als Sta modi min. R.& ſp
(49) Hat 3. maj. als stamodi, R. 1.fp: -: Dierehte megiebetdle Spoi Brei |
(so) Hierzufchlägeeman wieder dierechte ste an. (is) |
(1) Hat die 6, als 6ta modi min. Reg. 6 ſp.
Hier ſetzen wir exercitii gratia wiederum den zul, es habe eine tiber
Dem Bafle fehende Stimme dir 6ie mai. zu der Note (52) aus druͤcklich an⸗
— ſo lehret uns die nur angefuͤhrte andere Helffte Der Reg. 7 Ipec--
daß der Modus hier in den, uͤber Dieter Gte may. gelegenen halben Ton.chan-
giret (welches hier e moll ff). gFolgbar faͤllet nun die ode — gyæ
weg, und die Note
(53): Hat die 6. uͤber ſich, als 6ta dt min; Reg, 6. ſp
(54) Hat3:maj.aldstamodi. Rır.fp.. Wobey — di rechte ste Mr dieſer Note
(fis) aus der Specie gvæ des ietzigen Modi nimmet.
(55); Hatdies, als das Semitonium modi. Reg. 3. ſp. Die rechte ze (fis) giebet
wiederum die Species gva an.
(56) Hat 3,.maj; aid ge modi. Dep; T:. Br Die, KR gie giebet die Species;
ae an.
Von der Nore (37) geiget ſich nun ein & durch welches das bißherige
gemitoniummodi verlaſſen wird, und da kurtz darauff vor der Note (59)'
einneueß Semitonium erfcheinet, ſo ſiehet ma AT bier zu voraus Denn wie
haben obere: 4 hu; ſect. das pr&vedere vielfalti grecommendiret), daß na⸗
tuͤrlicher Weiſe der Modus in den, echſt uͤber * dachten Semitonio liegen⸗
den halben Ton changiret a ches hier a moll iſt.) Dielen nach hat nun
Die, Note:
9:3 Die
Es) (69) |
.. fpec. |
CH) Hat dies, als das Semitonium modi. R.3.fp.
(60) Hat 3 maj, als die ztamodi. R.-ı. Ip.
(61) Hat 6tam maj. als 2da modi min. R.s,fp.
(62) Hat dies, als za moßis-R.4.fp. — we —
(63) Hat die 6s, als das Semitonium modi. R. 3. Ip.
(64) Hat 3. maj. aldztamodi. R.T.p, | ' |
(ss) Hat dies, als 6ta modi min. R..&. ſp.
(66) Hat 3. maj als stamodi. R.a. ſp.
67) Hat die s, als za modi. R.4 fp.
(68) Hat stammaj. als zdamodimin. R, g. Ip,
6659) Hat die s, als za modi. R.4.{p,
er (70) Hat 3. maj als Sta modi. Reg. 1. ſp.
(71) Hatdies, als das Semitonium modi. R. 3.
Geſetzt es haͤtte eine Stimme uͤber dem Bafle zu der Note (7) aus⸗
druͤcklich die 3. maj. angegeben, ſo changiret nach unſerer grwoͤhnlichen
Reg. 7. ſpec. Der Modus in den, uͤber der 3. mai. gelegenen nechſten halben
—
Ton (welches hier Dmolliſt), dahero hat nun die Note
(73) Died, als das Semitonium modi. R. 3. fp.
(74) Dafz.maj.aldstamodi. R.r.fp _ |
75) Hat dies, als; stamodimin, R.&.fp
(75) Hat 3. min. über fich, weil es 4ta modimin.iff, R,2. fe.
(77) Dalz.maj.alestamcd. Ride
; (78) Hat die 6, als za modi. R.4. ſp.
Yaacaaaz
3 (924) 8*
a ee een &
—— — — — =
* B—— en
m) 6— ——
[79] Hat 3. min. weil es 4ta modimin. if, R. 2. fpec.
[80] Hat 6tam ınaj. über fich, weil es 2damodimin. R.$. fp.
[81] Hatdie st.maj. als 2da modi min. R. g. fp.
[82] Hat st.maj. alg 2da modi min. R. 5. fp-
183] Hatdie 5, ald das Semitoniummodi. R. 3. ſp.
[84] Hatdies, als za modi. R. 4. ſp. re
fs85] Hat 3 min. über fich, als 4ta modi min. R.2. Ip. _
186] Hat die 6, als 6ta modi min. R, 6. fp. er
[87 und 88] Haben 3. maj. ale st=modi. R. 1. fp.
[89] Hatdie 6, als stamodimin. R. 6. fp.
190] Hat 3. min. als 4ta modi min. R.z.fp.
Die Note (91) hebetnun dag bißherige Semitonium modi auff, und
‚weil fich indenennechfifolgenden Noten fein neuesSemitonium, wohl aber
das B moll vordem H. zeiget, fo fehen wir, Daß Der Modus in das F dur
changiret. Denn das gedachte Bmoll machet in der ſpecie gyæ des F dur
die richtige gtam modi qus. Dieſen nach hat nun die Note
[92] Die 6 uber fich, als dag Semitonium modi. R. 3. fp.
[93 und 94] Haben die 6,ald 3x modi. R.4.fp. | |
Los] Hatdie 6, weil ſie 2damodi maj. iſt, welche gredatim unterwerts gehet, Reg.
5. ſp. Die rechte ze aber zu dieſer Note (nehmlich 3. min.) muß man in der Spe-
cie gvæ des ietzigen Modi ſuchen.
(96) Hat den ordinairen Accord, weiles 6ta modi maj. iſt, die nicht mit der 4ta mo·
diinfaltu ſtehet. R. 6. ſp. 2 ?
68 0925) & |
(95) .(95)(97) (98) 6
— — ur on Me GE ar ———r LP u un
— — — — — —
203 vr
hi a r & f us ur een W
(102)
(101)
(97) Hat den ordinairen Accord, weil es 2da modi maj. iſt, welche mitten im Sprun⸗
ge ſtehet. Rs ſp. Dazu mus man wiederum die 3. min. Aug der Specie gvæ
des ietzigen Modi hohlen. | |
98) Hat die 6, als das Semitonium modi. R. 3. fp. ne
99) Hat nebft der folgenden Note die 6, weiles ads modimaj. iff, welche per gradtus
auffwertsgehef. R.s.fp. Dabey muß die Species 8vzunferes Modi wiederum
die rechte 3e (nehmlich min. ) anweiſen. i
100) Hat nebfider folgenden Note 3. maj. als sta modi. R. 1. fp. er
101) Hat die 6, weil es sta modi maj. iſt, welche mit der gta modiin faltu ſtehet. R.
6. ſpec. daß es aber 6t. min. und nicht maj. ſeyn muͤſſe, folches lehret Cauffer der
vorhergehenden Note) wiederum die ſpecies gyꝛ. |
102) Hat die 6, als za modi R.4. ſp.
103] Hat die 6, als das Semitonium modi Bp
Bey der Note (104) giebet nun das h. ein neues Semitonium an, da⸗
hero nach unferer gewöhnlichen Reg. 7. fpec. Der Modus inden, nechſt dar⸗
siber gelegenen halben Ton changiret (weiches bier c dur iſt). Diefen nach
Bat nun befagte Note ‚;
104) Die s über fich, als das Semitonium modi R. 3, Ip,
107) Hat die 6,alö3a modi R. 4.M, |
206) Hat die 6 über fich, weil es sta modi maj, iſt, weiche mit der 4ta modi in falın
ſtehet. R. 6, fp | | |
3 (96) &
110) Il) Aa12)Lı3) 114)
b-- = = 2 == NT = —
— — — — m. - — — — nn — m — m
\ — 2* m mu nn — — nen. —
107) Hat den ordinaiten Accord, weil es 2da modi maj. iſt, welche mitten im Sprun⸗
ge ſtehet. R. 5. Ip. |
108) Hat die 6, als 3a modi. R, 4. ſp.
109) Hat a 6, weil es 2da modi maj, iſt, weldhe gradatim unterwerts gehet.
R. 95. P. ER ’
3:0) Hat den ordinairen Accord, weil es 6ta modi maj iſt welche nicht mit der at
modi in ſaltu ſtehet. R.6. ſp. — | *
111) Hatdies, als za modi. R.4. ſp. —
112) Hat den ordinairen Accord, weil es 2da modi maj. iſt, die mitten im Sprunge
ſtehet. R. 5; ſp.
113) Hat Die 6, als das Semitonium modi, R, 2 fp.
114) Hat die 6, als za modi. R, 4, Ip.
$. 4. Wer bieſes Exempel dergeſtalt in dag Exereitium gebracht,
daß er weiter nicht die Darunter geſetzten no. no. zu Rathe ziehen darff, der
hat den erſten Grundſtein zu der perfect ion im General-Bafl ohne ſpecies ge⸗
leget, und mangelt weiter nichts als daß er eben dergleichen Fxercitium
inallendenen fibrigen Modis anſtelle. Zudem Ende wollen wir nun un⸗
fer Exempel zuerſt in das gdur transponiren, und geben dabey einem Lieb⸗
haber die Nachricht, daß er die daruͤber gehoͤrigen Signaturen, mutatis mu-
tandis aus eben denen vorhergehenden no. no.hohlen konne, ohne dag wir
nöthighaben, die Blätter von neuen damit anzufuͤllen. Denn es blei⸗
hei in allen tiansponirten Modis immer Die vorigen Regeln, nur daß man
Sie nei vorfommenden Modos bey ihren Nahmen nennet. |
(927)
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4.5. Wir
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105) (106) 107) (108) 109)
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BE Ga Sa EI ET EL , Kr:
- $. 5. Wir wollen — zu Gefallen noch eine eintzige
Transpoſition unſers General Exempels anhero ſetzen, und zwar mit dem
Bedeuten, daß man benothigten Falles die Signaturen wiederum aus des
nen no. no-deg erften Exempels hohlen, und fo lange eRreinen miß biß |
man weiter nicht an feldige zu gedencken noͤthig hat.
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CHR 7?
[155) [106] [ro7] [Tıog][ıo9]
— —— —
ze:
8 —— >»
[110] Erar) Ler2]lon3) Tara)
$. 6. Nun folten wie unſer General- Exempel durch alle uͤbrige
Modos majores transponiren 2 allein e8 iſt eine Sache, die unfer Accom-
pagniſt nunmehro ſelbſt zu verrichten capabel ſeyn wird, alſo erſpahren wir
; Bbbbbb2 den
8 (932)
den Platz, und geben auff folgende Arth nur die Modos an, wie ſie ſollen
richtig bezeichnet, und transponiret werden. Wobey wir wegen Ber
mwechfelung des . mit dem x anhero wiederhohlen, was oben p: 510, en
eben dergleichen Gelegenheit der: — geſaget worden.
br (2)(3) | 9 6
J 0%)
E dur.
(1) @ ( 2
H dur. — ——
4. 7. Ein |
3 (93) &
3% 1) GIER —
ran nn u vn
Fis dur. "+
on 7 Ein Liebhaber kan einige von dieſen Modis auch unter an-
dern Bezeichnungen des Syftematis exerciren, auff Arch wie oben p- 514-
angegeben worden. Doch find Die hier Pecificirren Bezeichnungen der
Modorum fehon genug/ einen Accompagniffen in. der natürlichen Harmo-
nie aller Modorum ziemlich fattel-fefte zumachen: Nur muß man das
Äceompägnenient aller transponirten Exempel nicht etwan auswendig, wie
der Papagey ſein Liedgen, fondern mit einem Judieio und Erfentniß der
Regeln erlernen, oder feinen Scholaren erlernen laſſen, ſo wird das bißhe⸗
rige beſondere Exereicumdeg General-Bafleg ohne ſhecies ohne Zweiffel ſei⸗
ne reichlichen Fruͤchte tragen. Indeß möchte man fragen, ob man nicht
mehr nuͤtzliche Kxercitia in dieſer Materie anſtellen koͤnne?
ran
8 Wirwollen noch unterfihiedene nügliche Vorſchlaͤge thun,
und ſelbige nach der Reihe ſpecificiren: SEHR Br
Kan man das oben c. 2. huj. fect. p. 755. befindliche Exempel mit der
send Singeſtimme zugleich auff eben die Arch durch alle Modos majores
transponiren, wie wir mit unſern General-Exempel gethan; welches
gleichſam ein neues und doppeltes Exereitium ausmachet, weil man
darinnen nicht allein auff die gewoͤhnlichen ſpecial-Regeln, ſondern
auch zugleich auff die Stimme ſehen muß.
2) Kan man auff eben dieſe Arth die p. 798. befindliche gantze Cantata,
oder wenigſtens die 2. Arien derſelben, durch alle Modos minores
transponiren, Welches wegen der vielen darinne vorfommenden ex-
travaganten Gange einfonderkich niiglicheg Exercitium wäre. |
3) Kan man nunmehro auch andere Cantaten (nit und ohne Inftru-
. mente) Duett, T riO, und gantze Opern, Serenaden &c. vor ſich neh⸗
on Be, und Das richtige Accompagnement nach unferer bißherigen .
Ki x Bbbbbb 3 Anlei⸗
8 (94) 5
Anleitung von Zeile zu Zeile heraus fuchen, oder mit feinen Schola-
ren daruͤber auff eben Die Arth raifonniren , wie wir mit befagter
Cantatadeg Scarlaci gethan, fo wird man in Furger Zeit die Früchte
davon gar mercklich ſpuͤhren. | Ä a
4) Das allerwichtigfie und vollfommnenfle Exercitium aber, fo man
einem, der perfection nahe fretenden General-Bafiffen rathen Fan,
iſt dieſes, daßler die p. 746. befindlichen Schemata aller Modorum
fuche in form eines præludii Zu exereiren, wie es cap.5. huj. fedt.in fine
(19 von dem preæludiren vollflimmigerInftrumente gehandelt wird)
angegeben worden. Es flieffet Dergleichen Exercitium unmittels
bahr aus denen Regeln des General-Bafleg ohne fpecies, und iſt vor
einem Accompagniffen, der biß hieher avanciret, nichts ſchwehres,
fo lange mandie Diffonantien aus denen Schematibus weglaͤſſet, wie
man zu Anfange thun kan. Durch dieſes Exercitium wird man
fich nicht allein eine Sertigfeit und geſchwinde Einficht im Accom-
pagnement der Cammer⸗ und Thearralifchen Sachen, fondern auch
einen ungemeinen Vorſprung im preludiren erwerben, welches
gleichwohldenen meiften Accompagniften, und insgemein allen Or⸗
ganiften unentbehrlich iſt.
Wird man nun allen, in diefen gangen Wercke treulich vorgefchrie:
benen Rath fleißig annehmen, und wohl exerciren, fo wird Die dabey
gehabte Mühe und Arbeit ohne Zweiffel mic befondern Vortheil
erlangen ein erminfchteg |
a
OR:
Sup-
0 inleitung...
v
⸗⸗
p7.3. ſeqy. ſtatt der Worte: was die Vocales denen, ſoll es
heiſſen: was die Vocales unter denenzcc;c. J
Dieſen Worten hatte ich. num in der Vorrede meines alten Tractates
noch folgende Paffage beygefuͤget: N ü | |
Zugeſchweigen, daß es gar fein laffet, wenn z. E ein Componift nach dem wah⸗
ven Kunftgriffe aller Contrapuncte einen Canonem ohne Mühe zu ſetzen weiß,
welchen 4. oder mehr Stimmen von eben der Zeile als einen Dilcant, Alt, Tenor
- und Bafl fingen Fünnen &c. ——— N a
Ich will diefe Paflage deswegen anhero wiederhohlet haben, weil fie der
Herr Capellm. Matthefon in feiner Critica Muſica ausdruͤcklich citiret.
Aufferdiefen haſſe ich e8 fo gar, wenn man ſich mit dergleichen. denen An⸗
fangern ſchwehr ſcheinenden, und doch an fich ſelbſt leichten Schulpoſſen
breitzumachen ſuchet. Ich erinnere mich, daß man von einer Mifla ei⸗
nes beruͤhmten Contrapunctiffen ein auſſerordentliches Miracul machet,
weil darinnen, wie man ſaget, der Tenor dem Soprano, und der Balſ dem
Contra Alt durch und durch in Canoue folget. Welch Wunderwerck! fg
ich noch ein Contrapundis-Schüfer war, ſpeculirte ich der Sache fo lange
sach (denn ich Funte damahls vor lauter Contrapunds-Begierde kaum
effen, trinken, noch ſchlaffen) biß Ich den Haupt⸗Schluͤſſel aller Canonum
fond, vermoͤge deſſen ich zur erfien Brobe eine ziemlich lange Sonata & 6.
Violini componirfe, welchenur aus 2. Haupt⸗Stimmen gefpielet wurde,
fo, daß in jediveder Stimme 3. Violini bey gewiſſen Signis Hinter einander
anfiengen, und alfo Die gange Sonata gleichſamſin einem beſtaͤndig fortge⸗
henden Themate und Contra 'T hemate auff 6fache Arth durch canonirten.
Mich duͤncket, dieſe Arbeit will etwas mehrers fagen, und doch babe ich
kein
77 8 (936) 8 |
Fein Wunderwerck daraus gemacht, weil ich geſehen, daß ein jediweder
fehlechter Componitt, der mr A 4.4576. componiren Eat, hundert derglei;
chen Canonifche Kuͤnſte von allerhand fagon gar leichte nachmachen fan,
wenn man ihm einmahl den Runfgriffentdeder. Es ſtecken hinter allen
Canoniſchen Arcanis (auch die von dem Roͤmiſchen Valentino Dem Kirchero
ehemahls zugefchickte Canones Tecreriores nicht ausgenommen) eben fo
fchlechte Wunderwerde, als hinter der Kunſt, ein Thema und ContraThe-
ma zu erfinden, welche ſich in allen 3. Contrapundten all’ ottava, Decinia und
Duodecıma'& 2. 3. 4. auff einmahl tradtiren, und nachmahls insgeſamt
(gleichwie alle Themata und Canonesynad dern beruͤhmten Contrapundo
. alla röverfa verkehren laſſen. Nur iſt zu beklagen, daß man aus folchen
—Aan ſich ſelbſt leichten Kuͤnſten groffe Geheimniße mager, daranfich Un⸗
wiſſende Hoffen, und dariiber zu pedantiſiren anfangen, weil fie glauben,
eö gebe nichts beſſers in der Mulic, als ſolche Gefichts-Miracula. Ein ges
wiſſer Autor und Merhodiftegiebet in feinen Tradtate von der Compofition
viel ſchoͤne Gefichtd-Exempel, daraus man ſiehet, daß er ein groſſer Con-
erapundtifte iſt, (welches man zwar auch vorher geglaubet). Alleinwenn
er nun ben) den allerfchönften Exempetn fagen foll, wie er cd gemacher, und
worinnendie eigentlichen (XB an ſich ſelbſt leichten) Kunſt⸗Griffe diefes
und jenes Contrapundtes beffehen, ſo bricht er auff einmahl ab, und behält
die Kuͤnſte in petto Warum? Wir wollen alleine die groſſen Contrapun-
Aiften ſeyn, welchen es nicht jedermann nachthun Fan, ob wir gleich ſonſt
nicht ꝛc. Eswuͤrde ſich gewiß ein capabler Mann um unſere Muſic hoch⸗
verdient machen, wenn er ſo wohl ſeine eigene, als andere in der Welt her⸗
um vagirende Arcana Mußca (worunter auch des beruͤhmten Theilen 12.
kuͤnſtliche DoppelsFugen zu rechnen waren) fo viel möglich colligirte, den
Schluͤſſel zu den ihm noch unbekanten Arcanis mit Fleiß fuchete, und alle
dergleichen Kunſtgriffe der Mußcaliſchen Welt auffrichtig entdeckere,
Solche wiirde die allgemeine VBerwunderung über dergleichen pap—
pierne Hexereyen ſehr vermindern, den abufum uͤberfluͤßiger Contrapun-
te hemmen, und unfere Mußealiſche Bernunfft auff wichtigere Dinge,
die wir hachzufuchen haben, appliciren fernen. BR
| yonrb a ie re Sulz’ . s 1 $ 2.
%
| —6 a RR
p 23. in Notal, 8. adverba: Durch ein überall dominirendes
Lantaplier mie | AI
Das Cantabile, oder die Melodie ift freylich dag vornehmſte Stück von
nem ausnehmenden gutenGufto: allein nach obiger Befibreibung gehoͤ⸗
ret gleichwohl mehr aldein paar Schuhe zum Tantze. Sonſt wurden Dies
jenigen mit unter die gröffen Componitften zuzehlen ſeyn, welche von vie
fen hören, oder auch aus angebohrnen guten Naturell, zuweilen noch ein
ziemlich Melodiegen erfinden, auch wohl ein cantables, Solo, Duett oder
Dantata fenza ftromente hinfegen konnen, das sich noch hören laffer: allein
fo bald die Kuͤnſte weiter gehen follen, ſo laͤufft esfihleht ab... 5
Ä $ 3,
pꝛ/. in Nota l. 6. ad verba: Von dem ungeſaltzenen Weſen ei⸗
nes antiqyen Kirchen⸗Styli abzugeben pflege.
Zwar will man in einigen deutſchen Sapellen noch deswegen uͤber ders
le antiqven ftylum halten, weil er andaͤchtiger und nicht fo munter
eyn Toll, ald die heutige Kirchen⸗Arth. Allein zugefchiweigen, daß der
Unterfiheid der alten und neuen Muſic überhaupt, in vielreellern Dingen,
als in der Munterkeit beſtehet: fo mochte manwohlftagen, warum man
nicht auch in der Kirche zum Lobe GOttes, etwas munteres und fpiritu-
elles konne hören laflen, wenn dabey nach Anleitung der Worte
eine vernünftige Abwechfelung geſchiehet, und man nicht auff den Abu-
fum Thearralifcher Gedanden verfäller? Dergleichen vermifchten Kits
chensStylum Hat man nunmehro in allen Mulc- forirenden Ländern, ja
ſelbſt mitten in Rom (allwo man einen fo genanten devotern Kirchen-Sty-
lum vermuthen koͤnte) mit allen Recht eingefuͤhret. Nur muß man fich.
freylich dann und wann nach der Gewohnheit des Landes, wo man iſt,
einiger maſſen zu moderiren wiſſen, und vor allen Dingen die Zeiten
unterſcheiden, in welchen man KirchensMufiqven aufffuͤhret. Denn wer
3. E. in einem Oratorio ſacro am Charfreytage, in einer Litaney, Reqviem
&c. mit eben ſolchen auffgeweckten Gedancken angeſtochen Fommt, als
Ben Bi | wenn
5 lomanfas
FI 3 (938) &
wenn mir mitten in der frölichen Oſter⸗Zeit, oder wohl gar auſſer der Kirs
che auff dem Theatromären, der ermeilkteinfchlechtes Judicium pradticum,
und dienet ihm in folchen Faͤllen die Expreſſion des Textes zu gar keiner
—— Eft modus in rebus, &c, -
$. 4
p. 42. 44. und 46. muß man entfehuldigen, daf der Muficalifche
Accent auff Die erſte kurtze umd nicht auf die andere lange Spibe des
Wortes vedrä geieget worden. Es iſt eine Freyheit, welcher fich Die
Welſchen in ihrer eigenen Sprache, bey dergleichen auflerordentlichen
Metris bedienen. Es ſoll aber freylich nicht team, und will ich a nieman⸗
den heiſſen, zu imitiren.
5.
‚P 91.118. Derändere man die folgenden 3. 4. Zeilen auff diefe
geich wirdi ineinem Aparten Capitel der Weg zum manerlichen General-Basf
gewieſen, und am. Ende ein weiteres Exercitium vorgefihlagen. ‚Der andere
Theil dieſes Werckes tradtiret Den General-Basf ohne Species (F), allwo man
nach gelegten Fundamentis deg Theatralifchen Styli, einige nuͤtzliche General- und
Specisl-Pegeln zu handthierung des unbezifferten General- baſſes — ſelbi⸗
ge mit vielen Exempeln erlaͤutert RN
Ibidem in Noral.ı.ffatt: vor ıo. bißı2. Yahren Tele: —— Fahren.
( Dem es gehet ſchon in das 6te Japr, daß dieerften Druck⸗Bogen diefeg
Tractates allbereit im Druck da gelegen. Wer den meiſten Auffenthalt
verurſachet hat, iſt bekannt.
+
.93. in Nota, wird von dem Sransdifchen Antare Mr. Boivin ges
dacht. Wenn Diefer Autor nichts mehr vom General-Bafl geſchrieben,
als das Fleine Tradtäfgen von wenig Bogen, welches ſtatt des verlangten
weitläufftigen Tractates, aus Holland anhero überfender worden: fo iſt
es etwas fehr triviales, und unvollfommened. Finde such darinnen
gantz und gar nichts remarquables, als daß er die renomirfe 4te vor einen
Zwidder, nehmlich vor eine Confonanz und Diflonanz zugleich auggieber.
Ad
Sigg
888)
AdCap.ı, Sect.J.
| P. 118. Ad finem Capitis: | |
In dem eintzigen Falle aber wiirde ein Anfänger die Signaturen nicht
mehr auff den Lineen nach den Gradibus richtig abzehlen Eünnen, wenn
manden Gebrauch einführen wolte, in fchwehren Modis Diemit2 X zu
bezeichnende Claves, durch ein 3. auff diejenige Arth aus ihren Modo, Sy-
ftemace und Gradu zu verrücken, inte in der Matthefonfihen Organiften-
Probe p. 55. 87. 88. und anandern Orthen zu erſehen, dahin ich mich der
Kurse halber beziehe. Vor Anfänger Fan daffelde Exercitium nicht ſcha⸗
den, denn manfanesfolchen Subjedis niemahls zu bunt machen, daß fie
nicht auff einige Arth Davon proktiren ſolten: das uͤbrige koͤmmt auff den
Liedhaberan. Meines Orths riethe ich (wegen gedachter, und auch an⸗
derer inconvenientien) lieber zudem, von eben Diefen Autore p.242. feqv.
vorgefchlagenen, und bey einigen neuern pradticisallbereit gebräuchlichen
X. denn ber) diefen Signo bfeibet der Modus, dag Syftema und die Gradus
unverruͤcket, welches Natur⸗gemaͤß ift, und laſſen fich dabey die Signacu-
ren ohne Schwührigfeitnach denen Gradibus der Lincen abzehlen.
Ad Cap. 2. Set, L
- . 9.126. ad $. 20. 21. + Ä — a
- Der berühmte fo. genandte Modus obliqvus (da eine Stimme liegen
bleibet, die andere aber per gradus oder per faltusfortgehet) dienet ung hier⸗
zunichte. Ein Liebhaber fan aber Diefe Helffte einer Muficalifchen Be:
wegung, zur Curioſitaͤt anmerken. | | *
Ad Cap. 3. Sect.
| 47. | | A
p. 142. in Nota, lin. ult, adverba: Die zuvor nicht da geweſen? |
Den legten Caſum mit der verdoppelten 3maj. accidental. fiber dem
Sexten-Accond} e Iwolen wir auff folgende Arth deutlicher und gruͤnd⸗
N sn licher
‚a
h
t
*
SuppL Er u
licher erklaͤhren. Geſetzt es ware ein Mußcaliſches Stuͤck aus dem Amoll
geſetzet, der Componift aber extravagirte auſſer dem regulirten Ambitu biß
in dag H moll, wie ſolches bey beruͤhmten Auslaͤndern nichts neues iſt.
Nun formt in dieſen Hmoll nothwendig die zamodi mit ihren Sexten-Ac-
corde | ofſters vor, die 3. ma). aber dieſes Sexten-Accordeg if reſpeau
Des angefangenen Haupt⸗Modi A moll (da Fein fis vorgezeichnet) unwie⸗
der ſprechlich accidentalis, und da fraget Sich nun, ob man fie dennoch in ei
nem Trio und Qvatro mit guten Gewiſſen verdoppeln koͤnne? Ich an:
worte einmahl vor ıo.mahlınit: Ja; Warum? es iſt dieſe 3 maj.nehms
lich dieſes fs, bey dieſen Sexten-Accorde nur eine ſuperſtrurte Ste, welche
dem Amoll ſo gareflentiai iſt, und wer alſo beſagte 3. maj.fis, zu verdoppeln
verbiethenwill,der muß vorbero verbierben, daß man in eben diefen Mo-
do, auch Die zte periedt. fis, zu dem ordinairen Accord H. nicht verdoppelt
fol: Nimmt er aber diefe Verdoppelung an, Gwie er nimmermebr ans
Ders fan) ſo mußerjene nothwendig auch pafiren laffen, weil der ordinai-
‚ze Accord H.1mdder Sexten-Accord it einerley Harmonie, einerley Cla-
ves, und einerley Ambitum modi Haken, darwieder die Derfehrung beys
Der Säge garnichts thut. Hingegen iſt es mit der Verdoppelung der
3, maj.accident.auuffer Dem Sexten-Accorde, fireylich ein anders, wie oben
weiter ausgeführet wordem.. Wer alſo Dubia hierinnen Bat, der muß
den Unterſcheid der Cafuum wohl betrachten, ſo wird er vielleicht nicht al
Te Verdoppelung der 3. maj. ohne Linterfcheid verwerffen, gleichwie ein ges -
wiſſer guter Freund hut, welcher mir kuͤrtzlich opponiret: ich thäte es ja
ſelbſt nicht, dag ich In meinen Sachen gern die 3.maj. verdoppelte. Ant
worts Mit Verdoppelung der 3. maj. accidental, Habe ich (auffer dem an⸗
gefuͤhrten Sexten- Accorde) allerdings biß dato nicht gern zu thun in
ſchwachſtimmigen Sachen: vor der Verdoppelung der 3. maj. natural,
aber fcheue ich mich in meinen neueſten Sachen fo wenig, ald andere heu⸗
tige Pradtici. Daß ich aber ehemahls vor aller Verdoppelung der 3.maj.
sine Apprehenfion gehabt, iſt allerdings wahr, weil mir es von Su
au
| ITe (U)
auff, alfo eingeyrediget worden. Da heift e8 denn: confvetudo altera
Natura, man verfaͤllt Durch die lange Gewohnheit auf prajudicia,
die man nicht ſo gleich wieder loß werden kan. Aus chen diefer
Urſache wolte ich denen After Componiften unferer Zeiten ihre Furcht
vor diefer Verdoppelung der 3. maj. eher verzeihen, welche von Tugend
auff, Dazu gewoͤhnet worden, und ſonſt alle anſcheinende Haͤrtigkeiten ab-
horriren x allein fo gar tolle folte man ſichs doch nicht einbilden, daß es
auch gang neu gereiſete Componiften geben konne, welchen die Verdoppe⸗
lung aller 3.naj. ohne Linterfcheid (fie mögen fo rein geſtimmet feyn, ale
fie wollen) Bart und unfeidlich vorkommt, da ihnen doch hingegen Die
3. min. defic. die gva deficiens, und fo gar Die 6. min. und maj. in gewifjen
Faͤllen zugleich. angefchlagen, gar leidlich und ſonderbahr ſcheinet. Ja
fie geben Exempel im Recitativ, da der Accompagniſt zu der Singeſtimme
Die ste min. Die 3. min. cefic. und die gvam defic. alle 3. zufamımen in einem
Accord anfchlagen fell, und dag alleg ift ihren Ohren nicht zuwider, nut
die Berdoppelung der 3. maj. feheiner ihnen fo hart. Je daß dich das
Maͤusgen beiße! |
4.2
2.17. In dem öten Tacte iſt bey dem Satze anzumercken, daß
man dieſen Gang, wegen der etwas geſchwinden Noten, nicht vor einen
Tranſitum irregularem annehmen muß, weil die auch in langſamen
Noten alſo procediren kan. Hingegen iſt ausgemacht, daß man den
wuͤrcklichen Tranſitum irregularem in der Compoſition niemahls auff einer
virtualiter langen Note wie der den Tact gebrauchen ſolle. Dahero folgen⸗
des erſte Exempel gut, die beyden folgenden aber ärger, als falſch was
sm; | -
Ececee3 3.
— ———
— 14 * —— de 12; (EHE Vor. er ——
E= elie == ge rrere Dre:
Zar HEEBESERE
p. 185. ad Exempl. ult.
Bey dergleichen Faͤllen fan man am beſten, auch in einen 4 ſtimmigen
Accompaznement, einen vollen Griff thun:
— — —— urn ET en PRETTLET
— — — !— tw TEE) ! REEL!
= m er warn Gemazm Bummel BErmmugt Sem (rue imma
nn STE m > Gmeıe Hamann rm, me
m CE
p. 216. $. 63. 1. penultima, ET, Das eintzige Fundament.
Meines wiſſens hat an dieſes Fundament noch Fein Autor gedacht, es iſt
mir auch von allen oben erklaͤhrten Anticipationibus refolutionibus Diſſo-
nantiarum, in praxi keine vor Augen kommen als die 2. Anticipationes refo-
lutionis —* nz, welche mich eben zu gruͤndlicher Unterſuchung dieſer
Materie gebracht, und ſchon zu Preneftini Zeiten gebräug lich geweſen, wie
manbin und wieder in feinen Sachen, und fonderlich in feinen gedruck⸗
ten Offertoriis ff iden fan. on denen neueſten Practicis Habe zwar nicht
sis
| 2 y 8 (083)
. weiter nachgeſuchet, aber doch ohngefehr den beruͤhmten Caldara, und
Lotti, al$1mitatores des Przneftini gefunden; und hat der letztere in einem
Salve Regina folgende beſondere (mit: fer unter dem Bafle angedeutete)
Cafüs beyſammen, die zwar nicht alfe — loci, jedoch der Anmerckung
werthſeyn:
Hautb.
— —— EEE = =
Sehe
Salve Salve.
SDR — =
meer BP-R--- FE...
—— —
— eg we ie weg — IH: jr
Pan. en en tn nu manner ⸗ al Ama.
: F
me, en er a
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I: £ *
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a 4 ! en = — — Te 2
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= ae ah ı a 1
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b 5
3
Islas u u ng er 4l-A
Supplegee fa
In dem erſten Exempel findet fich ) uͤber der 1ofen Baff-Note eitte,
vonder sta fuperfl.begleifete 3a Gincopara. Ya dem andern Exempel fin⸗
det fich 2) uͤber Der sten Bafl-Note eine vonder gta imperfedta begleitete 6ta
ſyncopata. Und uͤber der gten Note Diefeg Exempels folget fo dann 3) eine
Anticipatio refolutionis 4tx inzam minorem. In dem Zten Exempel aber
findet man 4) tiber der sten Bafl-Note eine Anticipatio refolutionis At in
zam majorem, und zwar verfehret, fo Daß Die 3. maj. anticipata in.der his
bern Stimme eintritt, und folgbar gegen die untere 4tam zudem Ball, et;
ne zmeausmachet. Dergleichen Exempel auch bey dem Preneftinizu fire
den, und iſt in der Compolition allerdingg par ratio da, ob Die refolutio Dif-
fonantiarum vonder obern oder untern Stimme antieipiret wird... Wels
ches gewiſſe Virtuofen wehl mercken mögen, die fich deſſen mit allen evi-
denten Vernunffts⸗Gruͤnden nicht wolten überzeugen laffen, biß man ihs
nen endlich mir vieler Mühe und zum groſſen Gluͤck, ein dergleichen
Exempel aus des Preneftini Sachen heraus ſuchete, da war gleichder volle
Refpetda. Woraus man ficher, daß dag prejudicium Autoritatis, und
der Muficalifche Koͤhler⸗Glaube Bey manchen mehr gilt, als alle vernuͤnff⸗
tige railons. Die obigen 4. Cafüs des angeführten Autoris koönnen auch
denenjenigenzu mehrer Erkiuterung dienen, welche gern wieder Die über
einander ſtehende (N protettiren, a
p. 227. ad finem Note: ; | | |
Bey fernern Nachdencken ſolcher Grillen fallet mir ein, daß wenn es
eine Kunſt ſeyn ſolte, man auch wohl eine brauchbare gyam fuperfluam,
und eine ziemlich plaufible Anſchlagung einer 3. min. und maj. zugleich,
ftaruiren koͤnte, woran mancher guter Freund vielleicht noch nicht gedacht.
Ja wenn man uͤberhaupt anfangen wolte, 2. Claves eines Semitonii mino-
nis, ir gewiſſen Fallen mit Syncopationibus der obern und untern Stim⸗
me, auff eben den Fuß zu tractiren, wie Claves eines Semitonii majoris: ſo
konte man noch verſchiedene Neuigkeiten entdecken, die ſich mit ſchein⸗
bahren raiſons noch ziemlich defendiren ließen, und unſern Raritaͤts⸗Kaſten
vortreflich ausſpicken wuͤrden. Alleine weg mit ſolchen „barbarifchen
u “ Inge,
we 7 >07 De: Fr
Dingen, mie deren geringfchägigen Erfindungen man ſich ben verſtaͤu⸗
digen, wahrhaftig weder groß machen, noch Ehre damit einlegen fan.
r — $, 6, | |
. P. 239. 1. 13. ad verba: Durch die gröffere Diftaız Die vorige
Haͤrtigkeit einiger maßen zu evaneſciren feheinet ee
Hier ſage ich: Es ſcheinet die vorige Haͤrtigkeit zu evaneſciren, gebe es
aber vor fein gemifiesPrincipium aus. Und da ich nach dieſen die Sache
reifflicher uͤberleget, fo will bieemit meine Meynung ganslich ändern,
und ohne Limiration bey meinen obigen Prineipio bleiben: Daß die Ders
Fehrungder Stimmen Feine Haͤrtigkeit gebaͤhren Fonne, Die zuvor nicht
da geweſen, und folgbar auch Feine Haͤrtigkeit vermindern konne, die
zuvor wuͤrcklich da geweſen. Aus diefen Principio folget nun, dag man
Die 2, Intervalla der 6. maj. fuperfl. und 3. min, def. entweder beyde vor ers
träglich und zugelaſſen, oder beyde vor unerträglich und unzugelaffen
halten muß. Mit denen letztern Halten €8 die meillen Componiften der
Altern Zeiten, mit denen erſten aber fehr wenige Neulinge. Die zte
ſtaͤrckere Faction aber, welche die 6. maj. vor leidlicher hält, als Die 3. min.
defic. muß nun entweder ihre Meynung ändern, oder fie mit andern Fun-
damentis defendiren. - Jh willder Sache weiter nachdenden, ein anderer
thuedesgleichen. Unſern Accompaznitten aber wird es nichts fehaden,
wenn er bey der obigen Vorſchrifft bleihet, und Fan er fich damit tröften,
daß dergleichen harte Sage mit der (32) in denen heutigen Compofitio-
nibus ſehr felten vorfommen. u
Ad Cap. 4. Set, La)
gie 4*
p. 268. 1. 2. ad verba: im Semiallabreyve. Rising
Es iſt zwar bey uns eine faft durchgehends eingeführte Gewohnheit,
dieſen Tact das Semiallabreve, oder das halbe Allabreve (denn Semi, heiſſet:
Halb) zu nennen, weil deſſen Noten gegen das bekante Allabreve nur die
Rt u Dodddd halbe
=
Sp
Halbe Geltung, und fozureden, Das halbe Tradtament haben. (Denn wie
im Allabreve Die atel eractiret werden, eben fo tractiret man im Semiallabre-
vediegtel: und wie im Allabreve Feine vielen Stel zugelaffen find, eben fo
werden im aͤchten Semialiabreve Feine vielen iotheil zugelaflen.) Nach
der welſchen Sprache aber muß dag Wort: Semi, vor feinen Nomineund
nicht vor dem Artieul fliehen, alfo heiſſet beſagter Tadt Billig, wenn man
accurat reden will: das AllaSemibreve. Es heiffef aber eine Semibreve
(im Rateinifchen, Semibrevis) einganger Schlag, und eine Breve (Brevis)
heiſſet eine Note von 2. Tadten, wie fie unten zufeben. Bon eben diefer
fegtern Note hat dag AllaBreve fernen Nahmen befommen, weil vor Als
terg eine folche Note nur eineneingigen Tact im Allabreve ausmachte, wie
man diefeg in alten Sachen alfo abgezeichner findet: Biß nachgebendg
dieſer Tat auff die Helffte getheilet worden, fo wie wir dag Allabreve heut
zu Tage haben. Wer ſich aber wundert, wie man vor Diefen eine Note
von. gantzen Tacten habe konnen eine Brevem oder Furge Note tauffen,
der muß wiffen, daß die Alten, Notenvon 4. und 8. Tadten hatten, gegen
welche eine Nore von 2. Tacten als Furg angefehen wurde; REN
grssmatnasn, =7"— villa ——1 RE nn, Lee, (—XO
mung HEMER, FE HERD aaa: vun Damm ⏑ ⏑
a — — nn — — u Sau dt un
Maxima. Longa. Brevis. Semibrevis.
| 62,
p. 292. ad Notam (0);
Wer mehr ſchone Tripel-Raricdten fehen will, der ſuche ein dem Fran⸗
söiichen Tradtdtgen eined Anonymi, genannt: La Mufigve Theoriqve&
rattiqve dans fon ordre naturel; nouveaux principes. a Paris. 4722. In
Diefen ſchlechten Wercke citiretder Autor p. 27. alle feine gewohnliche Tri-
pet in folgender Reihe, womit man fich fein ſatt trippeln Fan:
Be a a
248. 1648 164.93 164 3 164.8 36
NB.NE.ND, 9.3,
3,
3
II
CB
p. 332. lin, penult. ad verba : unveranderlich bleibet.
Daß man die gewöhnliche Menfur deg Allabreve mehr anhalten, oder
mehr fortjagen könne, ſolches iſt vor fich: es heiſſet aber Diefes Feine Ver⸗
änderung der Menfur, fo lange dieſe niemahl durch die gewoͤhnlichen
Wörter: Adagio, Andante, prefto &c. darff unterbrochenwerden.
I. 4. |
AR 366.1, 11. ad verba: Bon niemand genau unterſuchet wor⸗
en. |
Unfer Gafparini fuͤhret fich in dieſer Materie kurtz ab, und fatuiret p. 32.
daß dag Accompagnement der geſchwinden Noten vielen Schwuͤhrigkei⸗
gen unterworfen, und man ohne groffe Praxi, und ohne Die Compofition
ſelbſt, ſchwerlich oder gar nicht darinnereufiren werde. Gleichwohl ift
es doch wahr, daß fo vielehundert, ja tauſend Accompagniften und Orga;
niften die gefchwinden Noten wollen und muͤſſen accompagniren fernen,
ohne daß man ihnen auffdringen Fönne, vorhero die gantze Compofition
zu erlernen, welches ein allzulanger Weg.vor fie wäre. Wie ift alfo der
Sache Rath zu ſchaffen, wofern man ednicht auff die langwierige Erfah⸗
rung allein will ankommen laffen? Antwort: auff Eeine andere Arth
iſt der Sache zu helffen, als daß man aus der weitlaͤufftigen Compoſition
die meiften und gewoͤhnlichſten Cafus der geſchwinden Noten, fo viel
möglich, heraus ziehe, und ſie einem Anfänger nach der Reihe erflähre,
‚wie wir in obigen Capitel muͤhſam verfahren haben. Wer fih nun
gleichfalß ein wenig Mühe geben, und dieſes gange Eapitel mit Fleiß
durch Audiren, undexerciren will, der wird fich endlich aug fo vielen Catı-
busein eigen Judieium ſormiren fernen, nad wird am Ende finden, daß die
eingebildeten Schwuͤhrigkeiten (zumahl in einem bezifferten General-Baf-
fe, wie hier) lange nicht unuͤberwindlich ſeyn. Denn zwiſchen ſchwehr
ſeyn, und unmoͤglich ſeyn, iſt ein maͤchtiger Unterſcheid, und ſind viel
We a de * Dinge
Dinge in der Mufic etwas ſchwehr und muͤhſam, die wir deswegen do
lernen muͤſſen, und gluͤcklich damit zu Ende kommen. | 6 %
Ad Cap. 5. Sed, L
| | HL ©
p. 392. ad ultimos Exempli Tadtus., | | |
Unter dergleichen beſtaͤndig liegende Basf-Claves, woruͤber die obern
Stimmen fo mancherley Syncopationes machen, wie wir hier zum miglis
chen Exercitio mit lauter gebrauchlichen Sasen gethan, fehreiber man
fonft gern ein: Tafto folo, und laͤſſet alle Ziffern weg, zum Zeichen, daß
der Accompagnift nur den Basl-Clavem alleine folle halten, ohne einhiges
Accompagnement, biß die Harmonie weiter gehet. Die Fraͤntzoſen nen⸗
nen ſolches: point d orgue ; ohne Sweiffel, weil es auff Orgeln fehr ges
brauchlich, dergleichen Claves lange Zeit mit Dein Pedal anzuhalten, und
darüber mit beyden Handen allerhand Variationes, und frembde Synco-
pationes zu machen. Der oben citirfe Rameau giebet p. 288. ber dern
Clave D. und zwar in Ambitu deg D. moll folgenden point d’ orgue an:
—133474
ee EM,
se A;
p. 419. ad ſyſtema Notarum 4 |
Wer in dieſer Zeilermit den Gängen der euſerſten Stimme gegen den
Baff (welche zwar in diefen Cala, und bey einem vollflimmigen Accom-
pagnement zu eutſchuldigen waren) nicht zufrieden ſeyn will, der ſetze fol⸗
gendes Accompagnement an die Stelle: |
| |
= u —5* — — — 2 a ne —4 —2 —
— — — u — — J — an —— — * rn — En Fe wa en — Üben u ne
—ö unit von Hans Tr ao. may m ——— Der Werner)
, 4
I 3.
Spaß ee
Ä I. 3
9448.15. Statt der Worte: Indem 26. Takte wird ſich
dergleichen finden, ſetze man alſo:
Uber der erſten Note des 18ten Tactes anticipiret die Ober⸗Stimme der
rechten Hand, reſolutionem 7mz, weil feine ste allda ſtatt haben kunte.
Indem 26. Tacte ſindet ſich wieder eine Anticipatio gez.
Ad Cap. 6, Sch I.
p-532. Hier wollen wir uͤberall die rationes beyſuͤgen, wie folget:
— 1.3. ad verba ſtatt haben kunte. ratio: Beyde Species gva-
zum des gdur und gmoll Haben Fein cis, ſondern die rechte ate c. IM
ihrer Scala. | | Ä
.— 16.adverba: Das Semitonium drunterhaben, ratio: es
haben (nach unfern obigen Speciel-Regeln c. 2. lect. 2.) fo wohl die
Modi major. als minores jederzeit init Dem Semitonio unter Ihren
Fundamental-Clavezuthun. Nun iſt bier in beyden Accorden dag
8. Der Fundamental-Clavis, glfo muß die Mordante mit dem fis anges
Shlagenwerden.
— 1.9. ad verba: Zur Mordante angeichlagen. ratio: Beyde
Species gyarum des gdur und gmoli haben Feinas, fondern Die rech⸗
fe ade a. in ihrer Scalä. Br:
— 1,10. ad verba: Das Semitonium drunter haben. Soll
| heiſſen: Das Semitonium modi haben. ratio: E moll hat natuͤr⸗
lich mit ſeinem Semitonio dis x zu thun, folgbar fan auch der Sex-
| ten-Accord g.als 33 modi. fein D. in feinen Mordante anſchlagen.
— 1.13. ad verba‘ Zur Mordante haben, ‚ratio. Die Species gyæ
des Emoll hat das üis als Die rechte 2de in ihrer Scala, folgbar hat
auch der Sexten-Accord g. als za modi eben dieſen Ambitum.
Doddddd3 | | L. 15.
Supp 3 (90) 5
— 1.15. adverba: Den Ambitum Modi verändert. Denn
Diefer Sexten-Accord iſt die 3a modi vom c dur. Diefes aber hat
fein fis, fondern das 1. als die rechte Are in feiner Specic gvæ, alſo
kan auch diezamodi keinen andern Ambitum haben. |
— 1.17. ad verba: Des Modi in Disb. bleibet. ratio: Dieſer
Modus hat das as b. als Die rechte Ate in feiner Specie gvæ, alſo fan
die za modi g. auch Feinen andern Ambitum haben.
AdCap.ı, Sect. II.
p. 298. ad 6. 12. I |
Jedoch hat dag Theatralifche Recitativ noch dieſes befonders,daß es ſei⸗
ne Diffonantien night gern uͤber ebender Basf-Note, fondern lieber mit dem
Anfchlagder folgenden Note refolviret, weil dieſes harmonipfer, dag erftes
re aber bey dem verſchwindenden Clavicimbal-Tone ziemlich leer ausfal⸗
let. Dahero auch die p. 509. iu dem andern Exempel vorkommende 76,
ſelten: Die 43.98. (0) 6) und dergleichen refolutiones aber gar nicht
im Recitativ gebrauchet werden. (Die Final-Cadenz 4 X, nach ihrer
Arth, ausgenommen). _ Don der 76. findet man p. 679. noch zwey
Exempel, davon das erſte ſehr gebräuchlich, Das andere aber gleichfalß uns
ter die ſeltenen Caſus zu rechnen. is: |
wo:
p. 615, ad Exempl. 1.
Weil die andere und dritte Basf-Note diefeg Exempels mit der obern
Stimmeinanfcheinenden sten fortgehet, welche Die dazwiſchen vorfallens
de allzu kurtze Variation nicht wohl lalviren mag, focorrigire man diefe bey⸗
den Tade alſo: |
Im |
en d- |
Serben ——
*— ————
$. 3,
En Sup! ee
— en
p. 635.1. 5. ad verba: eine 2 ftimmige confonirende Härmo-
nie gemacht wird.
Dahero alle dergleichen conſonirende Verwechſelungen der Harmonie,
(welche auch in ihrer Variation feine Diſſonanz angeben, wie oben erklaͤhret
wordem ſich beſſer vor 3. und mehr ſtimmige Sachen ſchicken, weil allda
Die verwechſelte Diſſonanz in einer zten Stimme Platz findet. Das Re-
citativ Hingegen iſt mit dergleichen confonirenden 2 ſtimmigen Verwech⸗
felungen der Harmonie eher zufrieden, weil es bey feinen ſtets ruhenden
Baffe feinen harmonidfen Concentum nöthig hat. Alſo wirden folgende,
an verfchiedenen Orthen des obigen Capitels, gegebene Exempel einer pur -
confonirenden 2flimmigen Berwechfelung der Harmonie, entweder in 3.
und mehr ſtimmigen Sachen beffer pariren, oder im Recitativ auff dieſe
Arth beſſer ausfallen, wie wir fie hier nach der Reihe fpecificiren wollen.
Als: Die p. 634. befindlichen zwey Exempel fünten im Recicativ, beſſer
alfo erſcheinen: | | |
I J in
— ————
———
t —
3
a Ye
HH Sn BE — F — | |
N = — er —— — 2 na ii)
o. — —— run cams ÜBER ann. EI Sn mm Ver A en er nr
Ft Gage => Mugng) = rn ans zu Tr nr na EEE er, — RT) I TEE EEE
L 2 L 7
Das
.
Das p. 636. — andere Exempel fünfe im Recicativ alſo
lauten: m |
ing 4 |
un BU
— a7> SEISIZTIZE Id —— — =
mm m un —* — — — — — a— — ——
rn un er} me [Eu Rn er BE > u ET Wen m TE u nd ur men
sb 4
3 |
DER 646. befindliche andere Exempel alſo:
a
— — — See Ser RER
"73 — hand, 7270 00200200)
nz
Se EEMTTUTTIIINE
— — Sue ee m > mn UN nn BT en
ze -P “am mm - er
*
3
Das p. 648. zu Ende a Seite anfangende E xempel alfo:
——--
— — u = a” ÛV un, EEE Bi a Sn En FT en mus Tr Immun“ (SE 4 — ⸗ un BET RES ET
— —
5 3
Das p. 649. auff den2. letten Zeilen befindliche erſte Exempel ne
’ —— — — æ-
— [en I — —
— ——— N⸗Ni⸗ un
— u en nn a — —— ——
— — — ur
ir | §. 4.
\
Be et
| ‘En ver
+ pre — * m
"2
p. 643. Kan mandasandere Exempel auff folgende Arth cantablor
vorfellen:
= Recitativ konte es af lauten: :
— Aa nz a r in
— a a a nn — nn
FZII222IPZ= — —
———— TE mn an EEG mn BE Sg en EEE =
nu En el ED nn ug Tg en RE BEN BER
=
P.658. Wird der Sa des RER Tactes zwar im Recitativ en |
von groffen Meiſtern vielfältig gebraucht ,. jedoch will man ihn eben
nicht vor allzu legal ausgeben, weil die über der erften Basf-Note befind;
liche zta min nothwendig tiber der folgenden refolviren muß, und alfo
2. verbothene sten machet. Zur ntſchuldigung aber kan dienen, daß
dieſer sten» Fehler, D nicht, in denen 2. componirten Stiminen erfchetz
net, 2) im Recitaiv bey einem ſtillſtehenden Bafle und verſchwinden⸗
den Clavicimbal-Tone nicht hervor ragend iſt, und 3) durch einen voll
a —— — im Accompaguement leicht. Ean verdecket werden. |
. 1 -S. Ze
= ee "Sie erſten Exempel will man eben nicht u zii imi-
tiren, Die 2. letztern aber won der andern Arth find legaler, ud mehr in
praxi recipiret.
€ eeeee 0.27
—
$. 7.
710. 24 $.79-
Man fehe anno folgende 2. notable Exempel der verwmechfeften c Ge-
nerum an, davon das erſte aus einer Camata des oben gedachten beruͤhm⸗
gen Scarlarti, das andere aber aus des Lotd gedruckten Duetti, Terzetii
e Madrigali iſt.
| & 7 bar de € non baltı Pi
— — — — — — un
m EEE — —— -
— = — =
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" ziar = tua - 162.78 eru.del mar to - ro!
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0 A eg En en mn » Gun AED en Ds en
— — —
Ad Cap. 2, ed I.
| Se
p. 743.1. 6. Zu Ende fee man hinzu:
Sexta maj. aber, unden icht minor muß es ſeyn, weil es ſonſt wieder
dag Principium Reg. 1. fpec, lieſfe, vermoͤge deſſen man mie dem Semi-
sonio modi zu thun hat-
6,.2,
— dla:
A TE ar
cr, $. = ar i —
67 160. $ 20: 1 ad vera: Den natürlichen —— INO-
| (dorum.
Hier muͤſſen wir ——— daß man —— durch der Ambi-
tum modorum zweyerley verſtehen kan. 1) Berftehet: man dadurch die
richtige Speciem gvx Baſſi ſeu Bafeos eines jedweden Modi, nebſt feiner
daruͤber gehörigen natuͤrlichen Harmönie, wie fie öde biß auff 9 20.
erklaͤhret worden, und in Denen Schematibus p. 746. feqg. zu erſehen
if. 2) Verſtehet man auch dadurch die gewöhnlichen Digreſſiones
oder Neben Tone eineg Haupt-Modi, wohn diefer regulariter auszu⸗
‚weichen ‚pfleget, Und dieſes iff eben Der regulirte Ambitus modorum
‘der alten, wie er oben in folgenden $. $. erflähret wird, m dans denen
allda beygefuͤgten Tabellen zu erfehen iſt. Die Wor te und Umbſtaͤn⸗
de aber geben es von ſich ſelbſt, ob man Hier und dar von dem Ambitu
— — Harmonie, vder von denen iemeichungen Der, Modg-
— Fam redet =
Ad Cap. 2 SEA. I.
ae 779. in Nora (c) ad verba: ‚selten: gebrauch;
| wolte faſt ſagen: Niemahls nad meinen Gufto) — nicht
nach der Ddie kolget; wie in denen vorhergehenden Exempeln
9.778. gefihehen. Und 6 gleich das p. 779, angeführte andere Exem-
pel im Recitativ gar yͤffters gebrauchet wird, fo wolte ich doch lieber
fiatt der (45) die It dazu anfchlagen, und dag in der Singeſtim⸗
me befindliche D. weiches zu contradiciren ſcheinet, vor eine bloſſe Tour
der Melodie annehmen, — im Recitativ feine eigene — monie Fe
| JuaE TR m
De 3 en h
SWAP ae
es, AdCap 2. ser, IL... |
p. 807, 1.ule, ſtraiche man die Worte aus: Diefe zu vermeiden,
nimmet man nun in beſagten Caſu den Accord {+} deſſen
Fundament allbereit. Und ſetze ſtatt derſelben folgende Worte:
Das Fundament aber des beſagten Accordes iſt allbereit.
——— 5. Set.
* 846.5.8.1.5 ad verba: Gradus der Verwandſchafft brechen
IE
e
?
Aus diefen Prineipis fan man Gewiſſen feichten Componiften gar
Deutlich-demonftriren, daß es gar nichts unnatuͤrliches fen, wenn z. €.
eine Aria ſich it der ada modi maj. oder in der 7ma modi min endiget.
Denn eben dieſes find die, einander am nechſt verwandten Tone oder
Modi, wie man fie in unfern Circul uͤberall neben einander liegen fins
det. Hingegen: hat wohl noch Fein fundamentaler Componiff ftatuiref,
daß eine dergleichen Aria in der 2da, modi min. oder in der 7ma modi
maj. ſich endigen koͤnne. Denn aus unſern Circul erfehen wir, daß in
dem erſten Caſu 3. Modi, und in. Dem andern Calu 4. Modi dazwifchen
kiegen, welches vor dag Obr ein allzugroſſer Sprung iſt, worauf dag
Da Capo der Arie, firh nicht mehr ſchicket. i | k
§. 2.
p. 856. ad Syftema Notarum 3. & 4.
Diefe 2. Noten-Sytemata find mit einem b. moll vorgezeichnet, wel⸗
ches die 2. vorhergehenden dyſtemata nicht haben. Weil nun in diefen
und folgenden Exempela ſich offters bey Anfang der Syſtematum bald
rn ein
Sp (09) 8
ein g bald ein b. mehr oder weniger findet, welches den Modum und
dag Accompagnement gang und gar verändert, fo muß man hierauff
beſondere Acht haben, wofern man fich. in der Probe der Exerhpel nicht
eonfundiren will. Wer darinne ficher zu gehen verlanget, Der Fan in
feinem Exemplar an folgenden fpecikeircen Drtben dergleichen neue Der
zeichnungen zu Ende der vorhergehenden Syftemarum mit anhängen,
auff Arch, wie p. 839. zu Ende der 2. erfien Syftemarum, und p. 890.
u Ende der 2. legten Syftematum, im Druck oblerviret worden. Der⸗
gleichen kan nun geſchehen: gr ————
ala ee Di ER en |
863. | etz er 2
a | Di 2 ieajern SR
| 866.40, 52 mittlern
71. | 5 ** mittlern un
872- | I ir erſten ——
EB 31.1... 42 erfien. n- $
— ECHTE TR 10 Perg 12 mittlern-] ”-
00889 2 Tele
P. 884. J. 8. ad finem. Br
Es gieber zwar noch eine Arth von Krebſen, durch welche man in
einigen auserlefenen Cafıbus, ohne Verlegung des Gehoͤres viele Mo-
dos auff einmahl überforingen, oder weit entfernte Tone jaͤhling ver:
werffen kan, wie wir in der Einleitung p. 28. vom Recitativ gedacht.
Allein weil diefe, in heutiger praxi annoch dunckle und rohe Materie auff
gang andern Principus beruhet, und einer weitlaͤufftigen ey rer
ak KCSK
bedarff, fo muͤſſen wir ſolches nothwendig DIE auff andere Gelegenheit
verſpahren. J—
| — Ada
p. 913: $. 34- 1. 12. ad verba: gluͤcklich anzuführen. |
Zu dergleichen Anleitung und wichtigen Exercitio laſſen fich die oben.
p. 763. feqv. angeführten Schemata des Gafparini und Rameau nicht ge⸗
Brauchen, weil die Basf-Noten heſagter Schematum (mie allda gedacht)
ſich nicht willkuͤhrlich verwechſeln laſſen, folgbar man die Harmonie
derſelben nicht frey verſetzen, und verlaͤngern kan, wie wir mit unſern
Schematibus gethan. are, |
Ad finem Cap. ult.
Man lege mir es vor Feine tadelhaffte Ambition aus, wenn ich
zum Beſchluß diefes Werckes errinniere‘, daß bißher in mehr, als ei
nem gedruckten Tradtac der Mißbrauch vorgangen, dag man bey Bes
nennung der beyden Dreßdenfchen Capellmeiſter Schmid und Heinichen
dem erften den Titel als Ober⸗Capellmeiſter beygeleget. Weil nun
der letztere ſich niemahls hat unter einen Ober »Eapellmeifter rangiren
laſſen, auch der eritere (aller andern raifons zugefihweigen) es fo
gar nicht einmahl pr&tendiret, und ſich deshalber öffentlich
erflähret: als hat man hiermit gute Freunde in
ihrer Meinung defäbufiren,
wollen.
8 )oC Ste
ER;
- Negi-
# — X x N i | 6.
Errata zur Einleitung. 7
(NB. Weil die Errata durch das gantze Werck ſo häuffig eingefloffen , auch man bier und Dar
einige Kleinigkeiten mit Fleiß geändert: als hat man vor dienlich er achtet, befagte Erratz
anhero vor dag Regiſter Drucken zulaffen, Damit Diefes zum aufffchlagen viel bequehmerz
am Ende des Buches hleibe.)
Pag. 4 in Notal.9. ſtatt: conſiliarium liß canfiliariam.!6 11.1. ſtatt, feiner Schaͤfferin⸗-folget. liß, feine Schaͤffe⸗
6. in Notisl.8.% inverbis fümus : inverbis fimus. rinfuhel
12.infine deleatur :_ dur): ; 621.3.- Tentreffe - Tendreffe.
15 im erſten Noten-Syftemafpffdiegte Noteimc.ftehn] 1.4.-langviffantes - langviffanteg,
16in Notal.s. ffatt impardonabel, liß imperdonabel,|63 (yftem. 4. fol die andere Note der oberfien Stimme
17 1.5: = nachfolgendes - annoch folgendes. a mes.
ıginnota l.1.: Regard.- Egard. 691.3. für: fpielende, liß, Die ſpielende.
zoinnotis1.8.- in zweyen Cantaten, = in einer Cantata.|7ofyft.7. ſoll die erfie Note des andern Tactes im d.und
ibid.L 9. aufdiefen Orth = anfdiefe Arth. | die erſte Note des sten Tactes im c. ſtehen.
21 innotal.1o.: feinen Beſigern⸗ feinen Befigern. {711.venult. deleatur: wieder, a
ibid.1.12. -Sentiment - Sentimens, 72fyft. 5. foll die 4te Note des andern Tactes nur ein?
1.5. von untenauff: Die Wifenfhafft die Wiffenf.! mahl gefivichenfeyn. nn
‚22 innotal. 3. yon unfenauf, ſtatt: was Gout in der Mu-\76 ſyſt z. ſoll die 2 Note des zweyten Tactes im dis ſtehn
Sie heiße, ſetze alſo: was Gout, Gufto, oder ein 85 Lu. ſtatt: purdiatonifhen, liß: pur diatoniſchen,
guter Geſchmack in der Muficheiffe. oder diatonifihchromatifchen.
a31Lı.ftaft Di —— KB ae ftudiren Ad Cap. IL Se. L
‚z5innotal. ut. deleatur. nehmlich, Else T k£oynv.
271.1. ſtreiche man dag erſte Wort: Der, hinweg ab na —— 1b, na] ECoxn —
Fe ae ann „| ibid.innotal. 4.: das ſtreitbahre- das fireitige,
ibid. innotal, g.fireihe man die Wortes iz fine, weg,|__: era \ ee
und in der folgenden Zeile fette man flat; pe?) monisl.s.r fiewirdaberntemahls > fie wird aber
g arte je ie von bedachtſamen Componiften niemahls
ſchrieben worden, beſchrieben wird. Ei afeiet f -aleich.Clavi
«9 innotal.6. ſtatt: die geringſten, liß: die reineſten. 2 n ne: — — ae
zol.ult. :Diefe müglicheMaterie, -diefenüglicheMaterie] "7 .. A N ;
ib, innotisl, alt. - vor mic) unftuchtbaren - vor mir| 71 = Die sta min, -Die stam.min.
— 107innotal.14.: Wir Doch) = manche doch beyde.
gehabten unfruchtbaren. - Te ee die
311.6. - eftraniera - noneftraniera. veyealumım
a ee 11215. = nachdenen orten :umbeinen halben Tom,
1.9. -feoprire - feoprire. | ſetze hinzu: oder Semitontum minus. -
ee t14fylt.3. Takt. 2.folldie GEüber dem vorhergehenden
ibid. £yftemare. im sten Ta@te ſollen die erſten bey], 0 ur fehet,
den Noreneine ze höher, im d. ſtehen. |
s. untenauf, für, theoratifchen,Tiß,theoretifchen,
ib. in nota l. ffatt: bey etl. Orthen, IS, bey etl. Arthen Ad Cap.2. Sect. J. ®
43. - bifognaforfi- bifogna farfı. 119 $.1.2&3. für, alfen Mufieis Trias, liß, allen Mufi-
34 lyftem.3. fol die Nota antepenult.im fis,und Fyftem. cis befandfe Trias.
6. die andere Note im d. fichen. A121 fyft.3. fol der Difcant-Schlüffel auf der unterſten
411.2. ſtatt, genau quadirren, liß, genau qvadriren. Linie ftehen. Ingleichen foll zu Ende diefes Syftema-
J.4. ich meine denen = ich meine in denen. tisder Tenor-Schlüffel angehänget ſeyn, zur Deut:
Lę. von untenauf⸗ corcertirende⸗ concertirende, | Tigfeit,daßdas folgende Lyftema mit ebendiefen Te-
43 1.3.-Harmonien - Harmonie. nor-Schlüffel anfaͤnget.
45 yſtem. ult. ſoll vor der erſten Note ein 3 fliehen. _|124fyftem.r. foll der Difant-Schlüffel tsiederum auf
sılyft.2.folldie gteNoreimdftehen. der unterſten Linie ſtehen, welcher Sehler auch zu cor-
56ſyſtem. penult. foh die 4te Note im fischen. "ent E in $13.15,37: 18. 20: 31:33. 34.30,
125
wa. ra.
was fyftem. 2. ſoll die erſte Note des andern Tackes it 153 fyfk.ule. folldie 4te Baſſ Note imH. ftehen.
G. ſtehen. Uber derfolgendenBaft-Note C. aber follirs7 — ſoll ee 2 3ten Tactes dag:
EEE —— . „ec. fatt des e in ihren Accorde haben. In dem aten
der Accord der rechten Sant] et heiſſen. Tate aber ſoll der andere Accord der rechten Hand
| RN g. ng fe penult. neben dem erfien X eisteNote im f.haben
ibid. $. rg. ſoll nad) eorrigirten Difcane-Schlüffel der, 160 1.9.ftatt, erfehen werden, KB, erfehen werden Fan.
‚Accord uͤber der zten Bafl-Nöte des andern Tactes i6r1 l 4. loͤſche aus das Wort, gradatim:. Ä
RER | cf . 1263 fylt.2.follen aber de Nora penult: ſtatt der 6. die
I — Nund der folgende Accord} at heiflen.. Der) nn ä ee y j
a! Tea — — ſtehen
Acsordüber herertenna eee 2 Ip der aten — ſtehende ST
ie Xheiſſen. uͤber der vorhergehenden Note ſtehe.
en af heiſſen. 166 ſoll dag vor deraten Note des zten Tactes, und
* vonr der erſten und zten Note des gten Tactes ſtehen.
Nechſt dieſen in denen 4. legten ſyſtematibus uberall
einb. im h. vorge eichnet ſtehem Fyſtem.5. aber ſoll
ey \ R — J a ;
325 $. 18° follüder der'ztenBafl-Noteder Accord j R }
d. J
heiſſen J
$.25.[ol derAccord.überder erſten Baſt Note — 3 J— BJ] He
heiſſen E* |167 ſollen die Ziffern Hit. z. über der sten Baß Note im
132l.ı. Haft, claveeins,, liß clavicins.. |
236 ſoll uͤher der erſten Bafl-Note der Accord der reih:
ten Hand, ſtatt des a. das g.. und uͤber der gten Baft-
Note ſtatt des c.dash.in ihren Mittel haben.
Ad Cap..3. Seel. 1, 2
der Ordnung alſo ſtehen: 6 My iber der zten Baß⸗
67 Ra BR
Note alſo: 6 und Lyft-4.über der andern: Baß⸗
2739 fyftem. 1.follder letzte Accord Des sten Tactes alſo Note alſo 3% h die uͤber der vorhergehenden Note
heiſſen — | ſtehende 6.aber wird gar weggeloͤſchet, und Lyft.3. ſoll
as ber ste en äh der unterſten Note ein ahaben...
Br a Sen au z 168 Sylt 1-follen: die Sides: 3 und sten Tactes alle 3. im
zo {yft.2.Taltu ult. foll das Trillonicht über der 6. nl Sytt.z — Sifeen.äb * der 87
ſondern Höher oben unter dem dis bezeichnetflehen. | "7 —— Fra |
743 fyt. 2. Tact.2. ſoll das in ffichen. fl Note in der Ordnung alfofichen : SH) über der 7.
146 1.r.fattewenn in der stamaj.fegerwenninder,mif _ _ N De:
der/z.min.serfuupfften 6ta maj. Baß⸗Note alſo: 6+ md fy-4.überder 2. Baß⸗
a der andere ımd zte Tact tina * 3
em Exempel beyſammen bangen, und ſolgbar der| wintenffnr 2a. Shot aberſoll die ꝛte Mie ber o
| OA eg ote alſo 3+ Ehyft.z.aberfolldie zte Note der o⸗
Tact nur mit einen Striche abgetheilet ſeyn In dam als Bi rß —
aud ern Tacteaber dieſes Exeimpelsmir in der obern bern Stimme ein Fvor ſich haben, und — —
EStimme das b. ein verwandelt, und die unterſte ſoll das baein gſeyn. — RE |
Worte n feigenden Accordes in das g,. herunter gefe- [zo follunter der bten Baß Note eine 6. und weiter hin
tzet werden. A 6 ER N:
Wu ALN. . ih: 7 \ WEN Ir .
"zerl.g fiatt, (#) feße (#) fatt‘: 4 nur ſehen. ſyſt. 3. ſoll die erſte
Note der obern Stimme ein H: vor ſich haben. Lyft.g,
r foßfenunter der andern Baß Note die Ziffern in der
5; | | Pe
Ordnung alſo: 34, Tund nnter der zten Baß⸗Nole
alſo ſtehen: es"
Ba ER
- N Ir
” 0 1 So - a!
»52 fol der Accord über der andern Ba-Noref f
heiſſen. dis]
Bid. ſyſt 3. ſi Auer derandere.Accord. S J und der 5.
en h L heiſſen a
ss
a — 623 i
affoehen (ZH)
200: en 3 ſtreiche man das vorgeeichnete b. weg
203 ſt. . Tat.ult. ſoll dag andere atel der oberſten
174 fyft.1.follderlegte Accord heiſſen. Stimme im £.fichen.
204 ſyſt. 2. ſollen unter dem zten und aten — die Zif⸗
fern AN : GI" unterdem sten Lacke alſo ſtehen
i 7
171 50 1.foll im erſten Tacte das b. ein h ſern. |
172 Ünter dem zten ſyſtem. ſtatt: Verwechſelung der
Stimmen, ſetze: falfche Verggſun der Stimmen
177 Uber der erſten Baß⸗Note ſol hrs fiehen.
178 ſyſt.4 foldie ste Baf-Noteim e. ſtehen. Hſt ule
En ale es ote im a. und Die alerlestenehen 0; 208 foldie6.unterder erſten Baß ⸗Note des andern / des
4.und zten Tactes ſtehen. Hyſt. ult. hat die andere Baß⸗
a80hyſt. ⸗ uͤber der Nota — ſetze eat? S Hallo, } Note die and Dies Baß⸗Note die ( 2): inter fi.
181 folfnichtvie erſte Baf- Note, fordern der darauf 206 follen unter der andern und zten Baß Note eben die
1 Ziffernfieben, Sl mer een
J ende unct di e ti ber aben. A ft 2106 y1t3. "Talt.2.701 das X vorder Note ſtehen.
— esiffern j uber 199 7 1211 fallen Die 2 BaßNoten desandern Tactes eine ze
4 .ſollen uͤber der erſten Notedes legten Tactes Die hoͤher im Iſtehen.
Ziſſern (6) alſo ſtehen: 56 I Sr Käberdeinßenog Sl
da z. tact. 6. ſoll uͤber dem fis nod ein gantzer Schla
184 ſyſt.3. loͤſche man das erſte xt. “ so at fiehen. a
\2174yt.ı. follim erſten Accord noch eine ſchwartze Noe⸗
297 ſyſt . Taetız. fol beregte Accord ſe 3 heiſſenein obenn a ſtehen Lyt-; A fol das X nit
h vordeme, fondern vor dem nachfolgenden d. Neben.
Lyft.a.unterder bten Bap-Note jollesftaftder fie
Andi in denen 2 letzten Syftematibus folder Tact nur
mit einem Striche abgetheilet Fan. I natürl.6.feyn. Cyfult. tat. 2.foll bey dem testen 4tel
d 39650 ſol der erſte Accord 15 äffen, undim 3 das X vor dema,undnod ein & “a dem C. ftchen.
d
"zrofpft.ult. ſoll der lehte N: reiten —
Zacte for das andere xx vordem£. ſtehen. Syf.xit.
Tad.2 ſollen die Ziffern inder Ordnung alfo ftehen:
Dt
a9gfollen die über der sen BapMote fehende(% 3 Ä
mebendenen Ziffern der vorhergehen Note ſtehen Und] die Ziffern alfo fiehen: 3 HRS Cy
über der 12£en Baß⸗Note ſollen die Ziffern alfo in der 222 ſoll der erſte Accord im Soprano alſo heiſſen —
Ordnung ſtehen: 4: fyit.5. Tact. ʒ. fol dies, der erfie Tact im Baſe aber ſol alſo ſehen: de
über der 3. weggeloſch werden. —
195 in Nota, 1. ult. denen Worten? (i.e.stammin. Ti]
dazu: oder umgefehrt, 4tam füperfluann.) ”
1221 ſoll die ste Baß⸗Note die zifen] 3 1 Junter pe ſich ha⸗
ben. Hſt. ult. aber ſollen unter ver sten Baß⸗Note
196 fykt.5. wird dag te 4tel a. weggeftrichen. % E ER DEE rm
197 fylt.3. Ta&. ult. ſoll das I nicht vor dem erften, fon: = ze Sun
Dern vor dem andern atel £. ffehen.
198 follen über der zten Baß-Note die Ziffern alfo frehen ibid. fyit.4. ſoll der letzte —— Seifen
(79 Syſt. 3. Tact. 3. ſoll vor dem andern f. ein X fi
ſtiehen, und ſyſt. ult. folfen über der zten Baß— ‚Notel223 ſytʒ derlettte Accord ohne inen alſo heiſſen
die zifernalfe: ( und uͤber der sten Vaß Note
Ffffff 2
Hſt ult. ſoll die erſte Bap-Note im e. und nicht im e) Gft.s.ta&t. 2 foldas Kvor dem k. md einb. vor dem
ehen. Und tact. ult. ſoll der legte Accordannocpeine| e. ſtehen. ſyſt. ult. follen über der sten Baß-Note die
Note ima-haben. iiffern alfo ſtehen, 68
324ſt. i. tact. 2. ſoll das Xauf der mittelſten Linie vor) Te: An buffer
dema.ftehen, und im zten Tacte fol das erſte X vor] 243 MI — fe vot dem e. ein! ſtehen. foft.ult.
der folgenden Note fiehen. Lyft.2.ta&t.ult. ſollen die] jolfen die Ziffern uͤber der er euNote des andern Tac⸗
beyden Eu — nehmlich dase.vor, und] tes in der Ordnung ſtehen. (6 9)
das a. nach ſtehen. I 245 ſyſt. z. im erſten Accord folldie Rote £. eine ze het⸗
22 = — majus, ſetze, ein in I d. gefeget vet “ er
| um minus. · ; f 248 wird über die ste Baß⸗Note eine 6. geſetzet, und hin⸗
229 — ſoll die ET gerade uber der folgenden] gegen über der 5 Bap-Nosedie 6 ausgeftzichen. )
G Nehen, und hiſt. ult ſollen über der andern Baß 249 ſyſt. ult. ſollen über der letzten Baß⸗Note die Ziffern
(76\ | allo inder der Ordnung fieben, (7.6)
Note die Ziffern alſo in der Hrdnungfichen 7) p ER er )
5
. NB. In ſolchen Sagen muß die unterſte Ziffer allzeit! 250 füft.r. tadt.ı. ſoll vor dem h. ein b. jrehen ſyſt. 3.124.
in die Mitte geruͤcket werden, wir ausdenen Darüber) 3. ſollen Die oberfien 2 Noten des erſten Accordeg
ftehenden Accordemzwerfenem. Zu: dis Iheiſſen. ſyſt. ult-foldas X mirder = Baßno-
730 uͤber der 1Baßnote follen die effernfichen( X ) — te im G. ſtehen. |
HR. 4 rad; 3. ſollen über der legten Note dieziffern al ı sr ſyſt. 2. ſollen uͤber der legten Baß Note die Ziffern
fo: (7,ST) und über derfolgenden alſo —— Malſoſtehen, ef) re 200
in der Ordnung ſtehen. gi _ | als tr folfpor Balhe © Te
331 58.1.{ol de se Accord ‚reiten GR-3. fol)? a hin. 4 ſoll der halbe Schlagt. eine zchöher
u — Tact alſo ſtehen: uf, rFafyſt. 4. ſollen unter der rten Baſſnote die Ziffern alſo im
|
— 4.8.4. foten| derOrdaung heehen | 3} GR-ule. rackʒ ſoll der er⸗
Die Ziffern uber der fie halbe Schlag eine 3e höher im e. ſtehen.
ketzten Note alſo fie: ne :
re 235 95. l-antepenult.ffatt, vor fich führer, fee ruͤber
hen ( oe) 2 bh führer. £ ſetz
SIE. s:ra&t. 3: ſoll das er im letzten Aecord hiuanfinsf.| Ad Cap. 4. Sect. L.
geruͤcket werden. | 29715 deleatur, geweſet.
232 hf. ʒ. tact. D. ſoll das Xim a. vor der folgenden Nof2ss ſyſt. 2. im erſten Tacte des ſoll der Strich unterm
te g. ftehen.. Gft.4. tack3. ſollen die Ziffern uͤber der aten atel, zuruͤck unter oder über das zte 4tel gef werd.
letzten Note in der Ordnung alſo: (? 57 \und: über 59 hft3.tadt, 2. follen die beyden letzten 4tek verkehrt,
der folgenden alſo ſtehen: (GIF)? ⸗ nehmlich das h. nach dem c. fichen.
er folgenderralfo ſteh ae) a hienterke Norete lehten —
233 ſollen uͤber der zten Baß Rote die Ziffern uͤber ein⸗ ei ie unterſte Notedes —— —
einander ſtehen: ( a 1 uch Desi266 follüberder zten Bap-Hote des dritten Zactes eine
Soft. 4. hat folgende Iffern unter ſich $ / a
—— N ze * a % :c$ r
ae ract. 2. folder andere Accord [a heiſſen.
237610 5. tacte aſ e brvor dem arſtehen unnnnn — —
u 3 Be a Fchhab en a.fiehen, und 275 iſt dieſe Seife zu corrigiren, wie es p. 368. Ind 369.
33916. flatt: feinAutor,feze kein gewiſſenhaffter Autor Hr Da J—
242 ſyſt.æ. ſoll die uͤher der 3 Baßnotefichende 6. ͤber dee —— vis£ überalfein % vos ich Haben. of
folgenden Rote alfo in der Ordnung ſtehen ( 283 folfen durch die ganhe Seite die gtel paufen,16theif
> | außen ſeyn, und ſyſt. 5. ſoll dig anferfie Note des sten
® Accor.
*
- Accordes img. fichen. Ä De -G- 8
289 ſoll in dem legten halben Tacte des. erſten und a / 9— — 3
dern Syftematis der Clavis f. ein Xvor ſich haben.
295 fol die oberfie Note des erften Accordes e. heiſſen,
und ſyſt. 5. ſoll der gantze erſte Accord eine ze tieffer
| —
ſtehen : | & | 1343 in Nota J. 5. ftatt: ſetze: a.
2971.9.fatt: in andern Sprüngen auff, ſetze: in andern 345 ſylt. r. tacr, 3. folder andere Accord aſtimmig ſeyn, ik,
Sprüngen des angefihlagenen Accordeg anf. noch ein g. in der oberften gve haben, ſyſt. 2. tach2.
398 $yR.3. Takt, ult, ſoll das B. einezehöherimh.ftehen.| ſoll die anders Note ein b. vor ſich haben
308 Hft.2. in dem letzten halben Tacte folldie 4te Note e [346 ſoll Die erſte Baffnote eine 6, über fich haben.
* — heiſſen. Und linea antepenult. ſtatt: 9. 15. 349 a — tact.2. ſoll das B. ein . und Das c.ein X vor
Bes. ch haben. nur
310 Dei in — letzten halben Tacte ſ die ref Notel350 ſoll das b. im erſten Tacte ein h. * N haben,
‚ gheifien, sbid.in Nora, jiaßt: 9.15. ſete 9.16. P.273-I355 Gpft.4. ſoll die Ste Note ſtatt ( Jdie(S Jüber ſich haben.
to Tohz inifnie 6. über der RI | N 4
3125. 4. in dem legten er ſoll dig 6. über de 356 {oll die erſte Baſſ Note im ffehen. (fiehen.
erften Notee. fichen.
31 gi ee (old atelpaufe eine rotheil pauge) 338 DE ſoll Die oberſte Note des letzten Kecordes im ©,
feyn. | (ſtehen.360 ſyſt. 4. ſoll die ste Note die )uber ſich haben.
317hiſt.a. Tact.ʒ. ſoll das b. eine Ste tieffer vor der Notel36; ſoll die erſte Bafl-Note ine. flehen. Und 1.6. frattf
318hſt. . Tact. 4. ſoll vor demt. ein Xſtehen, und hſt. 4. den Tranfıtu, ließ: den Tranfitum.
Tact.2.folldasb. eine ze höher vor dem H. ſtehen. E364 1. 6. zu denen Worten: sur Kelolution geneigte Piſ-
ben dieſer Fehler iſt Gi ult. raet. 2. zu corrigiren. fonantien, ſetze hinzu : vorkommen, und.
319hſt. 2. tacr. ule. fol über der aten Note eine 6. ſtehen 3661. 10, ſtatt: Mafle, ließ? Mafla. |
and über der 6fen Note die 6. weggeloͤſchet werden. 1376 ſyſt. ult,tact.2. foll dag über der sten Note befindliche
ſyſt. 3. Taet. 2.follvordem£. ein X ftehen, und ſyſt. 4. b. vor der Note ſtehen. |
tact. ult. ſoll 22 ee H. fiehen. Ad Cap. $. Se. ı
21 foll die zte Bafl-Note ein steh ſeyn. 2 befhlkztact.zf ei ———
— 4 Ar tact. ult. ſoll die ste Note g. und nicht £heiffen ken ract. 2. jolhfiats der atel paufe eine 16theil pau
32 ne b. im h. vor dem Gftemate modi bir, 4fyft,2. tact. 1, ſollen die Ziffern uͤber der letzten Note in
437 inNota, ftatt:folgende 5. ſeyn, fetze: folgende z der Ordnung alſo ſtehen: (767) |
Cdlauftuln fen. } A 385 fyſt. 4, ſoll die ste Note im A. ſtehen.
328 foll wiederum überall dasb. int h. vor dem fyftema-1387 ſyſt. 5. taet. 3, ſtreiche das andere X word. M
temodi bezeichnet fichen, und ſyſt. 3. tact. 2. ſoll die er⸗ 388 ſyſt. $. folldie unterſte Note des arten Accordes ein
fie Note nicht e. ſondern k. heiffen.
en halber Schlasfei, |
33 4füft. 2.tact.s. ſoll die erfie Note die 98 über fich Haben|392 ſyſt. 2. ract.2, ſollen die über der letzten Note ſtehende
336 fpft. 4. tact.3. foll die 3teNoteimf.ftehen. e i % 2 —
337 DDfk.2.tact. 4. {oll die über der andern Note ſtehende Ziffern alſo in der Orduung ſtehen: 2
guͤhen der folgenden Nore in dieſer Ordnang fehen:], un. . ſoll im erſten Accorde vor dem fein X fichert,
| 1394 follen die erften 3, BafT- Noten folgende 3 6ten nach der
6
Reihe über ſich haben? 6 6 67. Im folgenden Tacte
1641
|
339 {yft.2. tact. 4.foll der puncr eine 6. über fich haben,und| aber ſoll es ftattder 4tekpaufe gine retheil paufe feon;
bie unterſte Note des darüber ſtehenden Accordesintg] und die unter der legten Vote dieſes Spftematisftehende
| — | ſollen unter dem vorhergehenden punete ſtehen.
Fffefffia ff.
eben. |
4 li ate, ste, 6te,umd zig Taet des Soprano alfo|
2
ſyſt. ult. ſoll die zte Bafl- Note eing 6. | KR ——
ſoll die zte Bafl- Note eine 6. unter ſich haben. hen. Und ĩm folgenden taete ſoll die( Neine Ra
395 Taet, 1 ſoll unter der legten Bafl- Note die s. wiederum
mitten unser denen 2. obern Ziffern ftehen, alſo: 65 en — dieſes tactes befindliche
397 tact.4.fol der andere Accord ine 5 sl el
— en, und (nie * * — we 4 ER 2. ſollen Die unterder legten note ſtehende
noch einen gantzen Schlagima. haben. ſyſt. 4. tact. 2.|4r- al er dem vorhergehenben pungte fiehen.
ſoll unter devertten Note eine. ſtehen. | nr 12 ——— annoch
399 In r follder leiste halbe Schlag Des andern A ni im.a. ha u Undder andere Accord des fol:
im F. ſtehen. | a ee stelim ——
400 ſyſt. 2.tact.3. ſollen die unter der letzten Nots ſtehen — oe an [4 A -note gif; 2 t 1 en,
pe, ER a
403 fyft. 1. tact. ult. folldag unterfte ateld, im €. ftehen.| are fiehendee unter um unnkernehen u
fuft. 2. act. a. follen Die unter dem andern halbe Sin ſtehende 8. unter dem vorhergehenden puncte fir
sus DI + - R v D P ; «
— eſfehende Ziffern alſo in der Ordnung ſtehen: 286 a bie 9 cite feun, ar: |
165 J die in folgenden racte befindlichen Ziffern * > Oſt. 4. tact. æ. ſoll der halbe Schlag ein atelfeyn.
|; I . ndlichen Ziſfern nr tacc.ı. füllen der ste und 6fe Accord beyde an:
172 ni noch eine Note guff der mättelften Linie g. haben. Und
| 4 folfen alſo in der Ordnung ſiehen: | a || AmlestenZacte folldie unterſte Note des legten Accor-
I; | en ns —— d.fondernim e. ſtehen. ſyſt.
iſſerneben dieſes 537 {ni ult.tact.i.ſoll die nota antepenult.eine ze hoͤh. imeft.
a ee tactes ($3) follenalfo 308.4 1act.2.folldieerf ee — ſ
ſtehen: er amd die legten Ziffern dieſes ſyſtematis 43 1 Lpit. 4. ſoll dieerſte Pote des andern halben Tartes
193] or — 18 eine ze tieffer ime. ſtehen und die Ziffern druͤber ſollen
16 3 | follenihreDrönung alſo haben 1 6 ſyſt.⸗ } — 19 8! ER
F ki a |? | hit alſo in Ordunng ſtehen. | 3 I fpitaile.folldieda:
taet, 1. ſoll Die dafelbft befindliche 7. eine 57. feyn, Sa
406 fyft.2. act. 2, ſollen die über der leisten Note fichende a 7. aber der folgenden note neben
7 We 4 : 2 8 2
auͤber den vorhergehenden puncte ſtehen. 432 98. 3. wird wiſchen die zte und ate Pote noch ein
2 berge) Be) ı 6theilindasH. gefeget. Und in dem folgenden Tacte
407 foft.2.tact.ı. follen die über der legten Note frehende) ſoll die ste Noteime ſtehen. yſt. 4. folldie 4te nore
Ziffern in folgender Drdnung ſtehen: (1 ) die über! |
ein gtel ſeyn.
433 Sfta.t.2. ſoll die erſte note gleichſalß ein stelfeyn.
der andern Note des folgenden tactes ſtehende GALLE s fit. 4.r.ule.folldie gte note wiederum ein gteljeyn.
follen über dem vorhergehenden punere ſtehen. md Und hpft.ule, x. 3, ſoll die 7te note im c. flehen.
die uͤber der sten Note Diefes tactes fichende 8. .foll * shyft.2.r.1. folldie 8.unfer dem vorhergehenden pun-
aleichfalg über dem vorhergehenden puncte fichen. ; 1° fiehen. Gpft.s.ta. ſoll der erſte Accord noch ein tel
408 ſyſt. 4. folldieüber der andern Note fiehende 8. eben: imk. haben. f
fals über dem vorhergehenden puncte ftehen. 439 un 1.t.1.folldas unterfich eine ze hoͤher vor demf.
410 ſyſt. 2. foll die über der erſten Bafl-note frehende 7.über ſtehen, Und ın folgenden Tactefollder letzte Accord
der folgenden note neben der 6. ſtehen. | annocheingtelimg. haben.
414 ſyſt. 4. tact.3. folldie zte note im A. ftehen. ſyſt. 5. ++° ſyſt. ult. t. ult. foll die note eis ein gtel ſeyn.
kact.2. folldaslestegtelime.ftehen. fyft.ult, tar, „, +41 Er. follder andere Taet alſo ſtehen.
foll die I eine N feyn._ Und die über der legten note |
Des a tactes befindliche Yg7. fol gleichfals eine —
eyn. | |
415 ſyſt. ult. tact.ı. folldie dafelbft unter der roten Bafl-no-
te befindliche 8. unter dem vorhergehenden puncte fie:
en
442 ſyſt. 4. follen die Sa der erſten note in folg — ag letzten note des taetes ſehen.
Wi | N er eraraar ſyſt. i. tact.n. foH die oberſte notedes erften Accordes
— Ordnung ſtehen, 4 DR. sfollder 6.Ac | ein b. vor fich haben, und tat. 2, foll der letzte Accord
cord annoch ein atel im unterftenfishaben.. annoch ein gtelim oberſten £ haben. ſyſt. ult. tact.2. ſoll
443. Hf.4{olfdas Seingzetieffer sordemG.fichen. a.) Mennterftenote eine 4. unter ſich haben. Und taet. z.
ule. ſoll die atel Bauſe eine 16theil Pauſe ſehn. ſoll uͤber dem stel£.annoch ein stekim b. ſtehen.
444 füft. 2. ſoll das im erſten Accord befindl, fs im d. fe Ho ſyſt. 2. tact. 2. folldas tieffe A. gleichfalß ein h. vor ſich
hen, Gjft. 3. nach dem zten gerord follen die 2 X das] hahen. Und im folgenden tacte ſoll Die erſte note im
eine vor deme das andere vor dema ſtehen. a 0—
445 hf. wird im ztengecora das unterftee, treggeftri.]491 ſyſt. tact. 1. ſoll das Iegter6theilim dis ſtehen. Und
hen. Und im folgenden taete ſolk der andere Accord) Unter der folgendeninote follein . ſtehen.
nur ein stelimmunteriten d.haßen. 498 Spft. alt. ſoll die zte Bafl-note der unterſten Stim⸗
‚45gÄjß. 4. tact. ult, ſollen dieZiffern in der Ordnung ak] Meimd, ſtehen, und unter der letzten Baſſe note des an⸗
— en dern Tactes ſoll eine gy ſtehen.
fo ſtehen, ‚65 ſyſt. ule. 2 z.ſoll die Neine Syfenn. 499 ea I,
460 (ft. ult. ſoll der 3 Accord annoch ein atel im a. hab, 2 9— id a zte 16theil — 6. unter ſich Dar
463 (yft.3. ſoll das erſte Heine stehöher vor dem bi ſtehen — weggeſtrichen De ——
unb yſt ult ta. ſoll das eine ʒe höher vor dem e ſteh a 1 oe —
465 ya. ſollen die Ziffern unter der erſten noteinfoll ro enliennotedes folgenden : aetesfollen
| en eek —— | dieziffernindiefer Ordnung ſtehen. | ax | Sylt. 5.
| gender dt ah chen. | 73 | ie ſollim 3 Accord das oberſte e. weggeſtrichen werden.
abs Hs. cz ſoll in dem z Accord das oberſte c. wegge:\5o2 Spft.2.foll die ste Baſſ. note der unterſten Stimme
fisichen werden. ee eine ʒe tieffer im E. ſtehen, Syft. 4. folldie6teBafl-no-
469 6ſt. ult taꝛ. wird das Xuͤber der 6.noteweggeloͤſcht. te eine ze hoͤher im efichen. Be
47013.ſtatt, 3. Tactes, liß, 3, Tripels. 503 Spft. 2. folldie nach der 7.fotgende [9 | ungefri
| ſeyn, arte, | n | oyſt. ulc. foll das erſte rötheil eine 6
Se RS ER NL RN
472 hfi.a.r.2,follüberdenen legten 47 steln ein halber Be haben. Ann ir folgende g pol unter den
Fact im bi fichen Sf. ule, t.2.folldaserfte gtebeinen! SI ratheil ſtehen. Die nechſtfolgende of ſoll untes
unet neben ſich haben. ber ngchfolgenden note fisfiehen. Fee,
473 66. 4.6.ult, follen Dieunter dem erſten atelſtehende 4 en ſoll die unterſte note des erften Accordesim
Ziffern folgende ſeyn | t3 05 ſyſt. z. tact. 2.foll in der unterſten Stimme bey dem
1, : ztewe,keinpunet ſtehen.
475 HE. r.t.ule. ſoll die anterfte Note des erſten Aecor· (pff.2.&aer. ⸗ ſoll vor der zten nore ſtatt des.X ein h.
des im d. is
ftehen:
431 Spk. 1, c1.foldie mterfienote des legten Accordeg 57 Mreihemandieunferften beyden Zeilen gar weg
im e. ſtehen, und Syfe.a. c1.folldie gte note eine 7 uͤber
53 ſyſt. g folder 4te Accord annoch eine note im Dis ha⸗
fich haben. Sp. s.c;ulc. ſou das unterftee. insandern. hen. Und ſyſt. ult. ſoll unter der zten Baſſ⸗note eine &
xEeor de weggeſtrichen werden. | Dunn |
29 fofl.ultcact.ı. folfunferderztenBafnoteeing6.fiehen 97 ſyſt. taetult. foIT das andere stel nicht img. fon dern
J han an at
: 5 ner Tal ine 6, 442 i % Atehen v ⸗
Jques int die gte auff folgende e. einen doppelten Strich, nehmlich unter
note eine 7. unter ſich haben. |
488 ſyſt. 2. tact. J. follen Die zte und ate note des andern hal, und uber fich haben. (haben:
ben tactes eine ze höher ftehen. ſyſt. ult tact. 1. folldie 5 9 ſyſt. ꝓtact. 2, ſoll die erſte Baſſ note die (9 unter ſich
2 2 ;
L. 10, ſtatt, die unter dem letzten atel, ſetze: die im]
sten Tacte unter dem letzten 4tel.
— 68. Ad Cap. 6. Sect
+ L,
z24 ſyſt. 3. taet. ſoll das letzte tr uͤber der folgenden note
a. fchen. Und ſyſt. 4. gehoͤret das andere tr. gerade il
berdieBafl-noted. —
s30 in nota () ſtatt: Lection⸗. ſetze Section 2,
5217. ſtatt: des zten und 6ten Accordes; ſetze: des zten
und zten Accordes. ibidem l. Io, ſtatt: das Semito-
nium drunter, ſetze: das Semitonium modi.
zzz fpft. ult. ſoll die erſte note des zten tactes im e ſtehen.
von unten auff, deleatur: oder zwiſchen Der ze d.
nd h.
— ſyſta. ſoll die letzte note ein sötheilfenn, ſyſt. 3. ſoll das
erfte tr. gerade über demB. ftehen, Das letzte tr, aber
€
gehöret zu der mittelſten note des accordes, nehmlich 43
— *
m
— ⸗
4. ſoll im andern Exem-
peljüber der atel note f.dieg
P- fichen. Cyft. ult. fol ffatt des
Alt-Schlöffels der Tenor-
Schluͤſſel ſeyn
621 ſyſt. 3. Tact. ult. ſoll das andere gtelim c. ſtehen. yſt.
ult.tact. . ſoll die ꝓate Note im d. ſtehen.
625 1. 1. nach den Worten: Der Accord der BY def,
£
ſetze Hinzu: N e
a 92
ibid, in Notis 1, 7. ſtatt: fo viel frembde Saͤtze, liß:
fo viel frembde Theatralifche Säge.
ı fpfi, 2. ſoll das zte IE img. eine 7me tieffer vor dem
us. A, fichen, — |
548 in nota l. 9. ſtatt: mit der rechten Hand in der euſer⸗
638 in Noral, ult. ſtatt: mit einiger raiſon, fee: mit obe
ſien Tieffe/ ſetze: mit der rechten Hand in der euſerſten gedachter — g ſetz oben
Höhe, und⸗ Stimmen mit der lincken Hand in der ſyſi im andern Exempel ſoll die unterſte Note des
Tieffe ee —— mit dem Tacte —— erſten Accordes nicht im
yſt. 4. ſoll die notap ama. e. ſondern im f. ſtehen. ſyſt. 4. im andern Ex
e p ime. ſtehen. | h REDEN DIE opel
foll die ate note einstel ſeyn — ſoll die ir —— im I, ſtehen.
6 init. 1, ſoll die gie ; stin Notis1, 1, ffatt: Muficalifche Sage, liß: Muficali«
5 fe. follen die Ste und 7te note verwechſelt ſtehen, ſche Verkehrungender Ac if ER Audi ar
basc. vor, mddask nad). —_ 654 {pft. ult, folfen die 2. legten stelin der Ordnung ver:
sbo fyft.1. ſoll die Ste note im b. ftehen. ſyſt. 2. tact. 2. ſoll wechfelt ſiehen.
die oberſte note Des andern accor aes im c. ſtehen. 655 ſyftſol das ote und ste stelmichtim e. ſondern im
rbiſoſt. a.ſoll die nte note imh, ſtehen. d. fiehen. -
562 ſyſt. 2. oll ein Tenor-Schluͤſſel vorſtehen. Der Baſſt og, .50. L2.ſtatt: re elen lif:reellen.
ESchluͤſſel aber vor das folgende Exempel geſetzet wer: 6zi hy. 1. imerften Exempel foll vor dem atel g. ein X
„Eos oltdiestenoremitihren X eineze tiefer | Keen ne ſoldat - tela. cine ze
tieffer fichen. |
en, — 6751. 1. der stemin, 24 der st. min. NB, dergleichen
70 ſyſt. 2. ſoll die 7te note mb. ftehen. Ä offt vorfonmenden Druckfehler wird der geneigte Le:
679 Sollen alle Syftemata mit dem b,moll im e, und h.
‘
yorgeeichnet fen. ſyſt. ult. fol Die legte note im dis J aDL 2. DEE DIEDIE andere
Bafl-Note über den X noch eine 7. haben.
ſtehen. ers, A auf, Kate: die Wichtigkeit, liß:
Ad Cap. ı. Se. 2. | die Richtigkeit. | air
. 2 = 679 ſyſt. 6. ſoll die letzte Bafl- Note über dem X noch eine
z85 in nota l. 2. für: demnach, hp: dennoch). | Haben,
98 fyft, 4. muB ſtatt des Ball. Schluͤſſels der Difcant- 55, [yft. 3. tact. z. follüber der erfien Note eine 7. ſtehen.
Schluͤßel vorgezeichnet ſtehen.
nr) Mita ſoll uͤber eben der erſten Note des zten Tactes
«99 5..6. ſoll die erſte Ball. Note ſtatt CH über eine 7.itchen. | ie
fich haben. / 683 ſyſt. 2. act. 4. follftatt (7) alfo fichen (7)
610 1. 2. reiche man dir Worte gar weg: Ihre funda- / sohift 1.tact, zfollDadSKborope Note erleben.
mental: NeTen) nebmLic). — arm 692 oſt. 1.tact. 3. fol das 3E vor dem d. ſtehen.
61: Lytt. a im erſten Taste das stil g. eine ze hoͤher im 694 ff. 1.tact.1. 0ILDAG andere X nachdem c.vor die
— er Note ſtehen, und Tact. 2, ſoll dag letzte Xx wieder⸗
16 ſyſt. 1. ſol der letzte Halbe Tact alſo heiſſen: | — Note fieben. fol das letzte 26
of
zo1fyft.4. taet.. folf die ste Note der obern Stimme 6 x
imh. ſtehen. ibid. J. penult, fiatt; Nachlaͤßigkeiten, — — —
Gig: verſehen. En / am Fe
702 in Notis J. 2. ſtatt: z.c.hfr,€&
707 ſyſt.i. Tad, ult, ſoll das X eine ze tieffer vor dena.) ; TE EBEEETRTER, i —
fichen ibid.in Notish.s.deleatur: ſagen.74 ſoll in dem gten Schemate Diegte Note ein IX über
70Hſto. ſoll das allda befindliche eine 7 me tieffer vor ſich haben. oe
pemA.fiehen. | zsol,s.von unten auf, flatt: Die 4te, liß- Die 4t. perfect,
7091. 2,ffatf:Grodibus:liß: Gradibus. 71 hyſt.3. wird uͤher der sten Rote das b. weggeloͤſchet.
- Zuoinnotis ſon die 3tegeile alſo anfangen: c. 1,9. 20,2117041-3. & 4. ſtreiche man die Worte weg: auch Dem Ae-
er . ur compagniftenp. 3 3. ſeqy einige General-Megeln ge⸗
711La. ſtatt: oder os, liß: oder as. | ben. Hingegen füge man zu Ende der eten Zeile fol⸗
71215. ffatt: wwienuc, If: wir aud. Hyſt. 2. tact. ul.) gende Worte bey: nach welchen in folgenden Capiteln
follen über der erſien Note die Ziffern folgende ſeyn; belondersp. 592. fegv. wiederum Regeln folgen, wel⸗
PATE | che ſich auf eben Dieje Schemata gründen, ibid. 1, 10,
6 | erw Haft: — Bi ‚ fese: hoffentlich A —
er ar RT waͤrtigen Zractat unſere. ege.
der Kanone ee
dings. Nach —— — al — — LER. ONE
ı Exempl. 1.2, &c, ſyſt. 3. {pH die andere Note gi ee —
hr — — 2, &c, ſyſt. z. ſol die andere Note sine y7ol.s. vonuntenauft fait, 767 1 fete, [67
719 foft.2. im andern Exempel ſoll Die Pose | 7 cin 771 gr 2, ſoll die 3te Bafl-Note nach dem Ki efiehen
b. vor fich Haben, 772 fyit,2. ſoll die legte Note eine ste tieffer im A. ſtehen,
| A dc sd und ein X vpr fih haben,
4 Cap. A. Sech. 2. 773 3,6. ſtatt, U beſagten, liß uͤberbeſagten.
229 14.ſtatt: ober exſt, iß: aber erſt. ibidemflaftzhe]) 15. von untenauf, ſtatt, stemin. ſoll heiſſen, gt. mim
kanter maffen, liß: bekanter maßen. | oder
735 Reg. 4.1.1. ſtatt; ordentlichen, liß; ordentlich— 788 Hſt. 3. ſoll die ſchwartze Note im g. ſtehen.
736 im NB,1, 1, ſtatt: ausmehrdru, liß: aus mehrern. 1789}, ult. ſtatt, guffmerts, liß, auffwerts.
737 in Nota(ı)l. 5.zu Anfange ſoll es heiſſen: EIKE und Ad Cap.4. Sed.2. _ |
in 39. vertvandeitenbb. obiger Exempel.. 800 Syf, 1. pe Das zu Anfange ſtehende X eine 3 hoͤher
7401. 4. flatt:die ste min, ſoll heiſſen; dieör.min. - por dem d. ſtehen. |
1. ult.flatt:dergtemodi ; = Derate modi. |801 ſyſt. 3. ſtatt der darunter ſtehenden Norte: Tiranno
741 Lult. paff:Diesteimperfecta = Die sta imper-| d’Amore, ſoll es heiſſen, Tiranno amore, |
feet, pa} 1804 yſt. 1, folldas sorder zten Rote befindl. b. gleich ae
74.1.3.fiaft:diezemodi = s Die zamodı. I fangsvorder erſten Note ftchen. |
1.6. ſtatt: weil ihre gtamodi = Meildie gta modi. 806 Unter dem erften ſyſt ſtatt ti bafta, liß, ti baſti.
Lu ſtatt keine steperfect, = Feinest, perkect. 807 ..3. ſtatt, weil man, liß, wil man.
MB, Dergleichen in denen Caſibus peccirende Feh⸗817 unter dem erſten ſyſt. muß das Wort, gi- oi-re alſo
ler wird der geneigte Leſer von ſelbſt weiter corrigiren,|, getheilet werden, gio-i-re, welcher Fehler durch die
743 Laſtatt: eine gta perfecta = einestamperfectam,| gantze Aria etl. mahl zu corrigiren iſt.
ibid. (pft.3. fol die letzte Note des Exempl. 2. eine 6. ibid. L.2. ſtatt, an ſich elba oblcur iſt, fese,anfich ſelbſt oh⸗
r
über ſich haben. | ne darüber ſtehende Ziſſern obſcur iſt.
7441.2.deleatur: extraordinaire, gıgtyft. ı. fol das vor der sten Note ſtehende b. vor der
2745 ſoll unter den erfien Schemate ftehen: Dmmoll, und] erſtenNote eben. | |
nuuter dem andern: Fdur, 32 1t. 3. ſoll die Nota penult; im g. ſtehen.
748 in dent sten Schemate ſollen nachfolgende 2. Noten 823 yſt. j. tact.z. ſoll daß audere AL sine ze höher vor den
zwiſchen Die zie und Ste Rote eingeruͤcket werden: a. ftehen. “ a | 0
©9999 ibid
I76.
"bid.1.s.vonunten auf, ſtatt, die rechte ste.Eb, die Rn Ic Dingen.
ge ze. 9181.12. ffatt, ehangirt, liß, changire, |
Ad Cap. (. Scct. 2. 923 fyft.1. fol die zte Noteinc, Beben fsft. 2. ſoll eben
3371.9. ftatf,reciproce, liß, reciproque. Die 7te Toteein Küber ſich haben. ibid. no. 62. ſtatt,
339 innotisl3, ftatt, attentiren, liß, artendiren. za moßi, liß, za m odi. |
842 innoral.z, sinmeinen, -ingedashtenmeinen. 1924 fyft.2. foll die andere Note eine ze hoͤher imd.und |
843 [yit. 5. folder Modus c. moll, ima. noch ein, vore die ztr Note eine; zehoͤheri inne.ſtehen. |
gezeichnet haben. |927- —* 2.tact. 2, fol! Die ste Note u d. frchen,
ssı yſt. 4. ſoll unter dem andern Tacte ſtehen, Fis moll. 930 fyft.2. zeichne man ben taet richtig ab. |
fyft.ule. ftatt, Fis mol. folfes heilen, Cis mol, 1933 5: 8,1. 5. ſtatt, wie wir mit, feßg, wie wir allhier mit. |
853 Sylt. 2.joil über der legten Note rine g fiehen. | Ad Su »lementa. |
354 — übsr der —— ote des — N. FF’ 5
Lt. BR 3. fear. Hi —
gleichfals Se © ſtehen. * 5. wird uͤber — — beim beriih —— Ki re⸗
aten Note Die Ligatur ã— weggeſtrichen. ER N
1es, worinnen Feine Diffonantien v ). |
57. Syſt. ult. ſoll tee dem erſten Tacte fichen, Dis dur, dem beruhen —— ee Be |
358 Syf.ult. ſoll unter dem andern Tacte ſtehen, Cis dur.
365 Syſt. 2. tact. 3. fol das X eine zehoͤher im e ſtehen. * ——— ſt
wi Sul, ſolen uͤber ber erſten Note die Ziffern al ge — — — er N
143 en, 7— | |
sah I „-{bromente, -ffromenti.. |
78 antepenuit: druckbogen, Bogen.
1939 1mfupp lemento'ad eap.z. ſatt, modus obliqv9, fer
be, moeros obligvus,
972 8yſt. ult tact. 3.folfüber der erſten Note die Js 9 ibid. a fatt, hierzu nichts, ieh allhier zunichte, |
‚her folgenden Nof eh ie% . 940 folien di e2 Note nvon s8. und Tacken nad) ihren
und uͤber der fo ERDE eeine ſt ing — Uurer ſcheide alſo ausgedrucket ſeyn *. derStrichd a.
8766, ei Lac. Bi vash. eing 3chH her vord El er ſten nber Die Linien! hennter gehet, der Strich der |
te y v 8
2978 Syft. 2.{olfüßer dev erſten Note ſtatt der 6, eine c andern al His it der I sten? Linie ſchlieſſet.
feyn, und unter der Nose fol eher, Amoll, Sn Eu 4
336 fu. 4, Tact. 2. ſoll die ste Note eine ze hoͤh J em ne ——
ſtehen. (eis abe, m en er —
387 A. ult.tact 2 oil die erſte Note eine; e hoͤ ‚her, im — — Brenn * nen u en
3951. antepe: aulE, ſtatt, ſe elbi ger in Muſicis etß⸗ — ſelbiger —
auſſer denen hißherigen —— > in slrkeis, | andere wollen den Linker Heih Behr antigqven Noten
396%) fer. iM erſten Pempel ſollſ tt des bet zten hal⸗ in der Breite bemercken, au in F folgende Arth.
ben ieg⸗ me. ein ganze? Schlag im a. ſehe 5951 ——
397 innotisl, r. für, oder, | Ik, aber, a
imnosa(r)l.2. »Enharmonikdhe, -Enharmenifch, ———
3398 innotal. 4..: volst,, - valet.
ibid,innotak 2. asffjt weyerley Arth fokhen; olchet Peg —
auff a, Auch: . Gnement, 49 Im: — adcap. 6.1.6. ſtatt, Speciel-Re⸗
9006.23, ir ein Ascompagnement, r im Areompag- — liß Spedal-: Regelũ
901 24.1 cappricien,-capriccien. sohn Supplementis ad cap.1. —J. a hat, (> y ſetze alfs,
909 lyiuı. 7 — ſolldie Note c: neben dem Kifichen. ? em
Ad Cap. 6. Sect. 2. 76)
97a. von vntenquf ſtatt, vors erſte, Ih, voralten 954yft:3.[olleinb.vorber.erfien Note fehen-
Begifter,
359 Syft.2. follüßert der erſten Note d se Su )fer.
ieh SERERG, ee sniernn
Erg, Khan ver |
nz — a
Tagen zn, ei mn
Begifiet 7°
Uber die vornehmſten Sacheni in dieſen Wercke.
Ccent Mufical ifeher,darinnen bedienen a Allabreve,fi in der Menfur REINE:
fich Die Ausländer einiger Frey?
2.947
heit. 237 + hat wenig mif gtel-Noten zu a —
Acciaccatura,was fie ſey, und in welchen Salz] > deſſen Accompagnement geſchwinder
len ſie guten Efectthut 522.534 Noten im General-Bafs. 333, usqve
535. usque 540 339
⸗worinnen eigentlich ihre Künfle beftehen.| + diebefondern Meriten dieſes Atyli. 333
540. usqve 543 in Notis.
2 Ihr abufus und Mißbrauch macht ein un⸗⸗ der Alten beſondere Claufuln hierinnen.
reines Accompagement, 541. inNota. 335.338.339
⸗ wo ſie am meiſten zu gebrauchen. 7965| haſſet die Libertæten. 602. in Nota.
Fiese she der Alten war ſchwach⸗ ⸗reſolviret gerne feine Dilsonantien inCon-
flimmig. ee oe, fonantien. 650
⸗4. ſtimmiges deffen meritenrgr.in Nota.|Allabreve unaͤchtes, wie einige damit verfah⸗
+ vollſtimmiges deſſen Rünfte 132.133 ren. 343
feqv. Iſt nicht überalinöthig. 132.| wo man fich deflen bedienet, den in
5 23 wie u. wo es harmoniös ausfaͤllt. Notas-
22, in N otis.)136] 7 deſſen Accompagnement im General-
⸗ ift im Pfeiff werck und Saltenwerck in Bafs, | 344. feqv.
gewiſſen Stücken unterſchieden. 56. Alla femibreve, deffen Accompagnement im
264.268. in Netis. 28 :.in Nota. General-Bals, 268.269. 344.346.
⸗ wie hoch die rechte Hand darinnen gehen equ.
koͤnne. 548.inNota.| - das aͤchte oder antiqve, tie es mit dem
2 Deg Recitatives.vid.Recitativ. Allabreve verwandt, 346.946
Accord ordinairer,defjenHarmonie und Ver⸗⸗ wird unrecht; Semi allabreve genennef,
wechfelung der oberfien Stimmen.
945.legv.
120,121) > woher es feinen Nahmen har. 945
⸗ defien Exercitium auff dem Claviernach bu modorum , Fan in zweyerley Ver⸗
denen 3. Haupt⸗Accorden. vierſtim⸗ ftande genommen werden, 957
mig. 121, usqve 130 vollflimmig- Ambitus modorum regulirter,Deffe en erſte Er⸗
133.usqve 137 findung. 6. in Notis,
Accorde extraordinaire, werden im General-] = wie nach demſelben alle 24. modi in ihre
| Bafs durch Ziffern angedeutef. 138 eben-Tone ausweichen. 761.899
⸗ ihre Berkehrung mas ſie thut. vid. Ver⸗⸗ Davon dependiren regulariter die Tertien
kehrung Muſicaliſcher Saͤtze. uͤber den Fundamental-Clave der
99 999 2 auswei⸗
I 72 Regifter,
ausweichenden Neben-Tone. ibidem fondersinacht zunehmen, 212,
in Nota. Sr | | usqve, 214
z deffen folide Erkentniß ift im Cameral-| » welches die beften Anticipationes refolu-
und Theatraliſchen Accompagne- tionum find, und welche verbothen,
ment unentbehrlich. 731.760 ars.fegv.
Ambitus der natuͤrl. Harmonie aller modo-! # ob mehrere Finnen erfunden werden 216
zum wird durch 6, Special- Regeln, + was vor Autores, und wie weit fie ſich
erflähret. 739. usqve 744 und in ger derfelben bedienef. 942. usqve 944
wiſſen Schematibus vogeftellet 745. Application der Hand auff dem Clavier, wel⸗
usqre 750, che Die beſte, 95, in Noris
= deffen Kennzeichen, werin und wohin er Arien moralifirende,twoher die Invention kan
changiref oder ausweichet. 752. us-, . genommen werden, 41
qve 754. Item 874. 896 in Nota. = ungekünftelte, koͤnnen den groͤſten Effect
Anticipatio der geſchwinden Noten bey denen thun 83
Bafs- Variationibus, 273.274.367. = wie ſie in der 2da und 7ma modi endigen
374.375 koͤnnen. 98
e der obern Stimme, was fie ſey 703. wird Ars combinatoria dienet wenig zur Invention,
mit der Verwechſelung der refolu- 29
tion vermiſchet. 704.705 = kan in andern Dingen nüslich feyn, 34.
⸗ Tranſitus, was fie überhaupt fey. 602. us- 627.in Nota.) 666. inNota.) 733
qve 605. in Nota wie fieint Balse ge Augen⸗Muſic pappierne, wird mehr excoli-
brauchet wird. 696. usqve 690 vet, ale die Ohren-Mufic, welche die
Anticipatio refolutionis Nonz was es heiſſe. Seele beweget, 25
206. Sie iſt der Uhrſprung und das Ausweichuugen ordentliche, vid. Ambitus
fundament aller übrigen anticipirten modortum.
refolutionum Diflonantiarum,. 206, aufferordentliche, find auff gewiſſe Arth
| 216 nicht zu fehelten, 27. in Nota. 900. in
* relolutionis 7mz, ihre Befchreibung und Nota. Hi ae
Tradtament. 207.208 B. Ä |
-+ refolutionis gtx ſyncopatæ, ihre Beſchrei⸗ Baflet oderhöhere Schlüffel im Ge Heral-Baft
bung und Tractament. 208) fe, wie fie zutradiren, 515.516
+ refolutionis 4tæ fyncopatz, 209.944 Bafl-Themata, tie auslaͤndiſche gern damit
⸗reſolutionis 6tæ ſyneopatæ & lĩgatæ 209. umgehen, 37.38
| usqve 21 1 Bafl-Variationes, tie weit fie als eine Manier
« refolutronis 3x [yncopate 211 im General-Bafl zugelaffen, 565. in
x gedoppelter relolutionum Diffonantia- + Niota,
rum, wie fie anzubringen 212| » tie fein der Compofition fundamental
a was hierinnen bey dem Aceompagne- eingerichtet ſeyn follen, 573
sent Hollftimmiger Infirumente be⸗Boivin vom General-Baf,; 93, in Mr
a⸗
Regifter: 2 72.
B, Qyadratum, oder Diatoniſches B. wenn eg| = per stasmodorum majorum. 863
die Claves erhöhet und erniedriget, 7 per 4tas modorum majorum 868, was
113, usque 116 hierbey befonders anzumercken. 874
— * + per stas modorum minorum. 874
VDaldara. | 943⸗ per Atas modorum minorum 878. wie
- Canones, was von ihren Künften zu halten. mandabey auff verfehiedene Arch in
| u 935.936 die folgenden modos eintreten Fan.
Cantabile vid. Melodie. . | | | 883
CirculatioModorum des Kircheri ift unvoll-| » welches die geſchickteſte Circulation zur
kommen. 837. was fie gutes hat.839 praxin. 884. in Notis.
z per Tertias, ihre Fehler und Haͤrtigkeit ⸗zweyſtimmiges Exempel auffer dem Alla-
im Gebrauch. 838. 839 breve. 5 885
+ per Quartas, Exempel von Vivaldi 86 8.in Claves, ihrer 5. neben einander in vertheilten
Nota. von Matthefon. 878. 879. in gvenanzufchlagen. 212.in Notis,
| a Nota.|Componiften, was fie vor unentbehrlichere-
Circul Mufiealifcher, deffen Erfindung. 849 quifita befißen müffen, 20.21. inNota.
841) ohneGout componiren jederzeit mehr boͤ⸗
s deſſen gegruͤndete Ordnung aller Mode- fes als gufes, und rencontriren nur
rum. > 842. usqve 846 ohngefehr mit ihren Sachen, 24. in
» hat die regulirten Ambitus aller Modo- nude a, | Nota,
rum in ſich. 846. fegv.| = einige Theatralifche fangen erſt im Alter
wie er ficher bey Circulirung aller Modo- an, mehr in Contrapundten zu arbeis
rum zugebrauchen, 847. 8:8. und tem. 2.26. in Nota,
alle Hästigkeiten darinnen zu verz| > find nichtin der Menge zufinden, die fich
‚meiden. = 855. ſeqvu. im Kirchen⸗ und Theatraliſchen Stylo
⸗warum darinnen nicht leichte 2. Modi zugleich difingviren, 28
auffeinmahlzu überfpringen.883.(q. = müffen fich vielmahls nach ihren Zuhoͤ⸗
deſſen befonderer Nutz in der Compofiti-] rernrichten. 48. inNota.
- 01.896. usqve 900. im General-Bafl) - fichere Kennzeichen, ob fie in fundamentis
ohne Svpecies 950.907. IM pr&ludi-| richtig. 333. in Notis.
—ren vollſtimmiger Inſtrumente. 991.|Compofition, ob fig viel werth, wenn fie der
usqve 913. in Abfchaffung deralten Sänger alleine ſchoͤne machen full 38
Modorum. #91 en Confonantiz, ihre Befihreibung und Anzahl
Cireul- Proben in verfchiedenen mo auliren⸗ 106. 107
| | s perfectz und imperfectæ, welche es find,
⸗durch alle 24. Modos rechter Hand uns | 108.109
ſers Circuls. | 850. feqv.| = naturales und accidentales, welche alfo ges
+ durch alle 24. Modos lincker Hand uns nennet, und wie ſie im General-Bafle
| fers Circuls. 6 ſeqy mit Unterſcheid bezeichnet werden,
I gg 999 3 109.
den Exempeln, als;
—
109. usqve 113
ge RR $
⸗ gebundene und ungebundene, welche es Diſputiren
138. 139.in Nota.
woher fie entſtan⸗
den. 3. in Nota.
s wie dieſes Wort eigentlich zu verſtehen.
6. in Notis.
⸗was vor Dienſte fie überhaupt in der
Muſic thun. 7. in Nota;
⸗ findarbeitfam, aber nicht kuͤnſtlich, wer
Die tägliche Leyer einmahl gelernet.
| 8. in Nota.
⸗was vor Schaden ihr uͤberhaͤuffter Miß⸗
brauch bey Der Muſie verurſachet. 8.|
find.
Contrapuncdte überflüßige,
inNota.!_
⸗ ihre Erfindung ift vielmahls leichter, al
die Erfindung Theatralifcher Dinge,
26
» wie weit fie infonderheit im Theatrali-
fehen Stylo nußbar 27.usqve 29 ibid.
& in Notis.}
⸗ doppelte, oder kuͤnſtliche Themata und
Contratheinata, ob ihre Erfindung fo |
gar ſchwer. 935
> aus derfelben Kunſtgriffen folte man kei⸗
ne Geheimniſſe machen. ibidem.
Contrapundiften,dienichts als Augen -Mu-
fie verftehen, ihre natürliche Strafe.
> 25. in Nota.
D. |
Deütfche, was man aͤuswaͤrtig von ihnen
hält. 12, in Nota.
: warum die Mufici reiſen. 23. in Nota.
z ineliniren zu unfruchtbaren Noten-Rünz
fteleyen. 226. in Nota.
Diæſis im Baſse, was die Alten vor eine ge⸗
gruͤndete Kegel davon gegeben. 737.
in Notis.
Digresfionss modorum. vid. Ausweichun⸗
⸗
⸗
N
a
NN
7
[4
⸗
Regiſter.
gen.
laͤſſet ſich alles in der Welt. 93
ſoll man nicht zu viel umb die bloſſe Be⸗
nennung einer Sache. 6.inNotis.
98. inNotis. 108. inNotis. 899. inNo-
tis.
Diſſonantiæ ihre Beſchreibung und Anzahl.
106. 107
muͤſſen allezeit reſolviren, bidem. auch im
Theatralifihen Stylo. 587. 592. Eine
Exception wieder Die allgemeine Re⸗
gel. 710.711
naturales und accidentales, welche alſo ge
nennet, und wie ſie im General-Baise
mit Unterſcheid bezeichnet werden.
| I109. uUSsSqye 113
ihre reſolutiones werden auffgehalten,
bey langſamen Noten. 200. bey ge⸗
fhwinden Noten auff verfehiedene
Arth. 354. usque 360
ihre reſolutiones werden im General-
Baßse über geſchwinde Noten auff
zweyerley Arch angedeutet. 363.364
refolviren wieder in Diffonantien, bey
langfamen Noten. 209. bey ge
ſchwinden Noten auf verſchiedene
Arth. 361.362
Die ausdem Tranfıtm entſtehen, brauchen
feiner refolution. 201
wie ihre refolutiones im vollftimmigen
Acvompagneinent des Clavires zu
tradtiren, 202, usqve 216
werden variref vor ihrer refolution. 587
usqve Col,
falfche variationes derfelben im Thheatrali-
(chen Stylo. 600.601
wie man ohne vorhergehende prepara-
tion oder Bindung ir diefelben zu
ſpringen pflege, auf befante Arth.
" 601,
Kegifter.
601. leay. auf unbekantere Arthen _Diffonant. Arg.usqve426
Ä 604. usque 6:4] » Ausdemn Gdur, gftimmig. 426. vollſtim⸗
2 las vor Fundament fie nicht in allen/ mig nebſt gebr. Antic, reſolut. Diflo-
Stylis præpariret werden, oder vorher "aut. 037, usqve 488
liegen. in Nota 602. usqye 605 » aus dem Bdur, 4ſtimmig 449. vollſtim⸗
⸗ wie ſie koͤnnen wieder die Regel der Alten mig nebſt gebr. Antic. reſolut. Diſſo-
mitten im Sprunge fiehen, 614. . nant, 460, usqve 471
. usqve618| =» aus dem D dur, vollſtimmig nebſt ge-
⸗ falſche Exempel der ſpringenden Diflo- brauchten Antic, Mfolut. Diffonant.
nantien. . 621.622) ingleihen einem Confilio, wie man
= wieund warum fig vor ihrer refolution -— aus jedweden vollffinimigen Accom-
et.
in andere Diffonantien verwandelt
werden koͤnnen. 60. inNota
aus was vor Fundament, und auff wie
vielerley Arth fie wieder in Diſſonan-
tien reſolviren. 691. uque 695
Dreygeſtrichene Noten, wie ſie im General-
Baſſe accompagniret werden. 331. ſeq
pagnement das 4flimmige heraus
ziehen fan. 472. usqye 483
> aus dem Dis dar, vollſtimmig nebft ge
brauchten Antic. refolut. Diflonant.
484. usqve4295
⸗aus dent A dur, vollſtimmig nebſt ge⸗
brauchten Autic. reſolut Diſſonant.
495. usqve 07
Anhang, nad) Der veränder lichen Men-
fureiniger Tripel. go7.usqve 509
z wie die bißherigen in alle übrige Modos
leicht koͤnnen ee werden,
509. nsSque 514
⸗warum derg feicheni in modis minoribuszu
AN
N
———— eines Componiftett, worinnen fie
beſtehet. 22. usqve 24. in Nota.
Egaler ordinairer Tadt, deſſen Accomp: gue-
ment geſchwinder Noten fin General
Bafl 259. usqve 289. ferner: 354.
usqve 358. ferner; 368. usqve 372
ferner: 374 | geben, uberfiifig. 'ȣTr,inNota.
- diminwirter Tect, deſſen Accompagne- Expreflion d der Worteund Alfedten iſt zwar
ment. 290. inNota. ſchoͤn, aber nicht allezeit leichte. 24.
-Exempel beſonderes wird angegeben zum in Notis.
nuͤtzlichen Kxercitio aller ae + muß in Kirchen-Stylo,in gewiſſ en Ballen
Kegeln de s bezifferten General-Bafles moderiret werden. 937.fegv.
380. Davon findet man folgende Extravagante Soße fol ſoll man in der ee
Transpofitiones.. hition- ſelten, oder nur bey Alusdrüs
z aus dein c dur, a4ſtimmig. 392. vollſtim⸗ fung harter Worte gebrauchen.
mig nebſt gebrauchten Anticipationꝛ · I, in Nota
bus relolutionum Diflona ntiarum, S P.
0. ..393.UÜ8qVe4d4. Falfe, ihre Befchreibung und Anzahl. 225.
+ ausdemF dur, Iſt mmig. 405. vollſtm⸗ 226
mig ———— Antic. reſolut.- in was vor Faͤllen ſie harte —
Ib
ſachen.
s werden in 4 Claffen abgetheiler,
Falfz entſtehen — der gr Claffe &.
s zrvifchen der 6, fuperfl, und di Trada.
227.leq.
dem Bafle, 223
zwiſchen der. sta min, und.) ment und
6ta maj. 229
s zwiſchen Derz.maj, und 6ta
min. 229. ſeq.
# Exereitium ‚der erſte Claſſe durch die 3.
HaupfrAccorde,4, ſtimmig 230, us-
qve232, vollſtimmig 233. usqve235$,
(nach der andern Clafle:)
⸗ zwiſchen Der 2d fuperfl,
und Dem Bafle. 235.236
⸗ zwiſchen Der 3, maj. und
Neben⸗
—
ibidem.
iht Trada-
ad. min. 237” ment. und
s » zroifchender 3. min. und { Neben⸗
4. maj. 238C Stimen,
s zwiſchen der gt, maj. und ibidem,
6. min, 238.239
z zwifchen der 4t. imperf.
und dem Bafle. 240 |
« Exercitinm der andern Claffe Durch die 3.
Haupf-Accorde altimmig.240.usqv.
243. ein vollſtimmig Exempel. 244,
usqve 24.6,
(nach der zten Clafle :)
⸗ zwiſchen der sta fuperfl. u.)] ihr Tradta-
dem Bafle. 246. Br ment und
(nad der aten Cl affe: J Neben⸗
⸗ zwiſchen der 3. min. und 7.2 Stimmen,
. mai. 247.248. ſequ. ibidem.
⸗Excrcitium der 3fen und aten Clafle
durch die 3. Haupt⸗Accorde, aftim-]| *
mig. 249. usqve 252. vollſtimmig,
253.usqve25$.
Fuga im General-Bafl, was dabey in acht zu) *
nehmen, g15,516
Regiſter.
228 Gafparini giebt Hegeln vom General-Bafsoh-
ii fpecies. 91, in Nota, 739. in No-
eine principia,und verſchiedene
Siegel Nahmen. 92. in Nota.767.in
Nota. Seine Meinung von der st.
min, bey Der 7me. 185, wird wieder⸗
leget. ibidem in Notis.mill die st, perf.
nicht bey der Non, min. leiden. 195.
in Nota. Nennet Die gt. min. und 4t.
maj, Falfas: ibidem. Seine Lehre von
der Mordente. $ 30, in Notis, von Dep
Acciaccatura. 534. Sit zuweitlaͤuff⸗
tig im Regel geben. 733. in Notis
Seine Schemata modorum. 762.
763.960. befonderes Exempel zum
Exercitio des General-Bafses ohne
Ipecies, 918. inNota,
Gehoͤr⸗ iſti it der Muſic ſouvrain. 34. in Nota,
- wird von deuen Alten übel rangiref Ibi-
dein,
Genera 1-Baff, deſſen Wichtigkeit und —
vor alleMuficos,
⸗ deſſen Auffenthalt bey uͤbler führung
+ beffen Reichtigfeit bey guter Methode. > :
+ vie er aus diefen Buche mit Nusen zu
erlernen, 92%
⸗wer ihn zu erlernen tuͤchtig ſey. 95.
⸗ſeine Beſchreibung.
⸗ aſtimmiger und vollſtimmiger. vid. *
compagnement.
⸗ nöthige Vortheile bey ſtarck bezifferten
Bäflen. 199
+ bdeffen Exereitium der erlernten Regeln,
wie es vortheilhafftig einzurichten.
379. 389
manierlicher. vid. Manieren. |
⸗wo er mitdiffern muß begeichnet ſeyn.85
General-
Begiſter. | 7 IR,
Eeneral· Baſſ ohne Species oder Ziffern „in/ ⸗ allerhand Exempel und Arten der Ber
‘welchen :Compoßition-Stylis ex ge] . . wechjelung Diefer Generum 705; us
broaͤuchlich. | 586 gve 713. 954. 955.
⸗ deſſen Regeln haben mit den Compolti-, z warum berfelben Verwechſelung auch in
on⸗Regeln eineriey Natur. 19. 20. in Confonantüs harte Säge gebaͤhret.
"Nota) 766. und genden fihaufden _ u. „284..in Nota(p.)
© natürlichen Ambitum modorum, » Streit der Aeltlinge und Neulinge hieru⸗
(725. in Nota) 726, 733. (734. in ber. 897. in Nota;
+. Notis,) — ob heut zu Tage annoch eine Verwechſe⸗
⸗ wer und mit was vor Umſtaͤnden man kung derſelben zu Ratniren, 898. in
> felbigenäuerlernenhabe. 725.726 Nota, u
» deffen Schwuͤhrigkeiten und Einwuͤrffe Genus Muficum haben wir heut zu Tage nur
- werden abgelehnef. 726.765.767|1 eines. 706. in Notis. 764, in Nota.
# wie deſſen Species zu erfinden aus Der par- Geſchwinde Noten, welcheesfeynd. 257
- titur oder Darüber gefihriebenen| = ihr Accompagnement dependiref von der
gen General-Regeln, 733. usqve 738] ° unuͤberwindlich ſchwer. 947
qdus einigen Special-Megeln. 738. us-|.z ihr lies, und was ſie ſeynd. 271.in
NOLS, - =’ ;
qve76r | N
⸗ verſchiedener Autorum principia und ein?
hellige Meinung davon. 762. 763
| 754 (918. in Nota)
⸗ worinnen deſſen Regeln in Diefen Tractat
verbeſſert worden. 764. ſeqv. —— 573: usqve g77
s deſſen nuͤtzliches Exercitium in einer ex- Gefichte hat nichts bey der Mufic zu thun,
travaganfen Cantata. 797, usqve 836, Ä | A.inNota,
# befondere Exercitia practica deſſelben Gefichts-Mufic, Derfelben Nrfprung. Zcin
# Variationes derfelben feynd unzehlig. ibi ·
* demiänNotis, _ —
⸗ jhrer viel in einem Tone, wie ſie im Gene-
ral-Bafs accompagnipef werden, 3975,
—— 918. 927. ſeq. —— Nota.
einige Vorſchlaͤge, denſelben weiter zur Gradus, was er ſey in Abzehlung der Mufica..
Perfedion zu bringen. .933- 934. liſchen Intervallen. 97. inNotis
Genera Muſicaliſche Der. alten, wie fie heiffen. Grund⸗Stimmen, oder Radical-Stimmen, .
BEN ‚, 78, was ſie ſeynd. 558. in Nota.
⸗davon haben wir heut zu Tage nichts uͤ⸗ Guſto Muſicaliſcher, wird bey gewiſſen Nati-
brig ale die Nahmen. ibidem. Et in onen mehrexcoliref. 10, in Nota. 22,
Nota. | an Nota. :
# was eine Verwechfelung der Muficali-) + welcher Das Ohr am meiſten frappiref,
ſcchen Generum heiffe. 706. Und ob! . 71.inNota,
Darinnendie Diflonantien allzeit re-! = fichere Proben davon. 13 inNota.
ſolviren müflen, 707.710 ⸗ deſſen Eigenſchafften, Vortheile und
u ———— - Sebeim-
GR I. BRegiſter.
—* Geheimniſſe· 23. in Notaf » zu Friegen, gute Huͤlffs⸗Mittel. vide.Loci
e iſt von der Inventon umterfehieden. 24. in Topiei, unzugelaſſene Mittel, 32. in
Nota. Nota.
e Dazugehöret mehr alsdieMelodie. 9371 Ki | —3
A Kirchen⸗dtilus, der heutige, iſt vermiſchet u.
gehet von dein autigyen Weſen ab.
| (24. 25.1nNota,) 937
- Fan gar wohl etwas munteres leiden ibid.
in Nota muß aber zu gewiſſen Zeiten
moderiret werden. 937.ſequ.
⸗kan der Verwechſelung der Harmonie in
gebuͤhrender maſſe nicht entrathen.
626. in Nota. iu
Harmonie derfelben Verwechſelung. _vid.!
Verwechſelung der Harmonie |
Harpeggio, was und wie vielerley es ſey.
Ba 16. 557
⸗gewiſſe Arthen deffelben ſeynd 223747,
ſtimmig. 776b564
⸗kan in der lincken Hand fo wohl als in der)
rechten, auf mancherley Are ange⸗ 324%
Kircher-Compoßitores gute, findet man in
bracht werden. 66. biß 572 |
Harte Säge conlonirende; wie ſie eutſtehen sröfferer Menge, als gute Theatrali
he. 30: m notis, ——
jrekeri Circulatio modorum. vid.Cireulatio
modorum.
⸗ die ihm zugeſchickten Canones Secrefiores.
koͤnnen. —8
SaupfzAccorde, wie viel derſelben 2052
⸗was vor Vortheile bey ihren Exercitiof
auf den Clavier zu gebrauchen. 199
⸗ wo ihr Exercitum am allernoͤthtgſten. im 936
Nota. 230, 231. Koͤhler⸗Glaube maſicaliſcher, regieret ſtarck.
J | } Si EHRE LINES 94
Iinitatio, was fie im Accompagnenient heiſ⸗ 7—
ſet, und wieweit ſie nutbar. 578 feq.Lambert giebet Regeln vom General-Baflobr
Sntervalla Maſicaliſche, ihre Nahmen, Ber ne Species. 93. in Nota.
fenund Unterſcheid 96. usqye 9 ⸗deſſen Meynung von ten⸗ und 8ven-
» von gleichen Clavibus und ungleichet Na - Fehlern im Accompagnement. 133,
tur, welche es ſeynd, und worinnen m Notar
ihr Unterſcheid beſtehet 203. usqvelfangfamer ordinairer Tadt. deffen Accom-
‚To. " pi grementim General-Bafl, vide. e-
a: wie fie nach Den Gradibus abzuzehlen in aler ordinairer Tact.
Denen unbezeichneten Speriebus gva- Loci Topiei leiften der Fantafie eines Comi-
rum. 792 in Notar ei poniflen vortreffliche Huͤlffe. 30 biß
z derfelden VBerkehrung. vid. Berkehrung] 88. koͤnnen aber einen uͤbel gebohr⸗
Mulicchfcher Saͤtze. nen Componitten Feine reellen-Iiven-
⸗ Nutz von ihrer Erkenntniß im Accom- tiones geben. 34 ſequ. in Nota.
pagnement. 790Lotti. | 943.954
Ipvention if} vom Guſto unterſchieden. 24. | M. EN
in Nöta «mm Matthoſons dritte Eröffnung der orcheflre iſt
von
Renifter, — — —
von nn Nutz wieder Die) = wie ſie richtig — 151 in not.
Ohren⸗Feinde in Nota⸗ ha ungebräuchliche koͤnnen willkuͤhr⸗
⸗Organiſten⸗Probe, ihre Meriten (578. in lich mit. ZX u, bb. vorgeſtellet ih
Nota) 582. befondere Cafus. 939, |. den.
+ Zweyte Eroͤffnung der Orcheftre weiſet = Kennzeichen, wenn und in was vor —
die alten modos mit recht zum Grab⸗ ben⸗Tone fie ausweichen. 752 usqv.
mahle des ut re mi fa. 916 54. ferner 896.in nota.
Manieren Des General-Bafleg, wenn e8Zeif) + ihre regulirte Ausweichungen, vid. Am-
ſich darauf zu applicireit 521 bitus modorum.
⸗worinnen ſie uͤberhaupt beſtehen. ibid. s derſelben vollkommene Erkenntniß wie
welches die nötbigften zum kxereitio 522 nutzbar ſie ſey, und wie man durch
Melodie, aufftwiedielerley Arth fie in mar unfern muhealifchenCircul gruͤndlich
nierlichen —— nutzbar © Dazugelangen koͤnne, 837 usqre 895
543 usque 50 Monochordum, ob es ein Muſicus nothwen⸗
so fie eigentlich am beften zugebrauchen dig verfichen müffe,9.innotis
7. 55 1,Mordente, was und tie vielerlen fie fen. 529
54
4 ober Cantabile,gehöret zum muficalifchen] equ.
Guſſto 23 in nota. machet es aber * ⸗ihr Gebrauch nach unferer Arth, 530 us-
leine nicht aus. 937 que 533
Metheden Die heutigen, befodern die Stuudia, ihr Unterſcheid von der Aceiaccatura,
s goinnota. nach des Gatparini Ark 534
⸗ folten! in. der Maheimititet — $.85]Motus rectus und contrarius, derſelben Be⸗
Modi Mufici der alten, ob Die ihnen zuge⸗ fchrerbung und Nut 26.usqve 128.
fehriebene Wuͤrckungen ihren rund ferner 139
haben 83 in notausq. 85 + obligvus was er fey, 939
= unnafürliche Säge derfelben. 742. in Muſic, dieſelbe hat eben fü weite Srängen,
nota. | wie die hoͤhern Facultäten, 3
⸗ werden mifdenen Figuren der alten Lo-) » Die heutige befiehetin 12 ckromatiſchen
* gica verg lichen. 842 in nota. Olavibus, 98 in notis
2 ſelbige koͤnnen wir heut zu — ae Muficalifehe Gontroverfien, woher die mei»
garentratben. - 916, ſten entſtehen, 2. 3. innots.
⸗ ihreengen Schranden und Thorbeiten. Muficalifehe Genera. vid, Generamufical liſche
314.91. in nota der alten. |
ModiMutic die heufigen, ihre Anzahl, ( 764 Muficalifche Grillenin einigen Compofltien-
iunota) 840 Buͤchern, 6.8.9. (611. in nota)
⸗wovon ihre Wahl bey Componirung eis! » folten ausgemuftert werden, 83
nes Stuͤckes dependire 85 innota | s fonderbahre,geroiffer Autorum im Reci-
2, werben unrichtig bezeichnet, Crsoinno- tativ. Ar
| tm7s0: 783.79: 542 werden von Ausländern beladen, we.
95 hi 2 in
⸗ Pe Regiſter.
in nota ibidem. Ohr bey der Mufic, vid. Gehoͤre,
⸗fkoͤnnen die Menge ausgedacht werden, Ohren-Mufic, (Muſie die die Seele beweget)
(226. in nota) 944 darinne giebt es noch viel zu ſtudiren,
24. 25.
VNaaturell oder gutes Talent eines Componi — aͤbel beſchlagene, 912 in nota.
ſten, worinnen eg beflehet, 21 in notalOusertur-Tad, deſſen Menfur und Bezeich-
Neufcheinende Wahrheiten, vid. Wahr/ nung, 348 350
A bißelletan z defjen Accompagnemient ſeiner heſchwin⸗
Non, was und wie vielerley ſie * — * den Noten im General-Baile, 348-
usqve 354
|Ordinairer Tadt, deſſen Accompaguement
02
tie fie von der 2da unterſchieden, F in
int General- Ba vid. ‚Egaler Tach,
notis.
a ‚ihr Tradament und Harmonie in ver⸗
cſcchiedenen Sägen, 194.195 Pafle Zien. wie fie als eine Manier im Accom-
| + ihr Exereitium auf dem Clavier durch die pagnement des General-Bafles zu ger
3 Hauptz Accorde, 4 ſtimmig, 196.| - brauchen, ssrusqvegge
feqv. vollſtimmig, 223. usqve 225 Dfeifiverckitoie es im Accompagniement dort
⸗ ⸗kan vor ihrer reſolution variret — Saitenwerck nrechen vid. Ac-
Be 595. 597F compagnement,.
* derſelben theatral Point dorgue,swagesfey, ‚048
reſolution, 663. 665 Pradici, warum fie 6 von denen ah
> fuperflua, was davon zu hal gen, 192.im| ein Accurateflen abgehen, 16
nota 226.in nota. ⸗rathen es Anfaͤngern nicht, Ver
Noten, was virtualiter kurtze und | ange No zuthu
| tersiheiffen. an reger — Aſſtehen oͤfters von der Ge—
Ö. tool ynheit,. 106 in nota) 941
Odtava, iſt an ſich ſelbſt unveraͤnderlich, 101 |Prl udien, vollſtimmiger Infirumente, tie
2 deficiens & fuperflua, was Davon zu hal⸗ „| man dazu die Furtdamenta auf beſon⸗
ten, 101. 226. in nota 94°. 944 dere Zlrt wgen koͤnne, 991 usqve913
s ihrer Biel hinter einander ſeynd ordentl, = In Kirchen, wird übel Damit verfahren,
Weife verbothen, 123. In gewiſſen 942 in en.
Faͤllen aber Fan fiedas Ohr gar wohl Preneflini, 942, 9
vertragen. 109 innota. 202 in nota. Praxis Die heutigs,too fi Nr eihre frembden Saͤ⸗
⸗jihre Vermehrung wo fie zugelaſſen oder hernimmet, 25 5: in nota 625 in nota
verbothen, 120..139. 140 147. 148. Pundebeis den Noten, wie ſie im General-
149. 150 & in notis ibidem. Baffe teaeineerüenürfN 288.289. 3:6
x gehet niemahls defeendendo in nonam. in nota.
207. in notis.
Octaven⸗Fehler, vid. inten⸗Fehler, Woarta, wie oieereg feiftund woraus * |
n ſtehet /
Kegifter. | BB. I ;
Ovinta, wie sielerley fie iſt und woraus fie
be fiehet ,. J3383
22 — koͤnnen nicht nach einander
folgen, 169.123
⸗hat doppelte Falfas, 225 in nota
Osinta fyucopata ihr Tractament und Re-
folution nebft 4 fliinmigen Exempeln
179 180. voll finmigesExempel.218
egt..
Qyinta minor, ob und warum fie eine Diffo-
nanz, 106. 107 in gota |
Ihr Tractament und Harmonie in ver⸗
ſchiedenen Saͤtzen, 177.178
ihr Exercitium auf den Clavier nad), den
3 Haupt-Accorden, aſtimmig, 181 us
qve 183 vollſtimmig, 219 usqve 220
Fan variref werden vor der relolution,
$91.592
muß jederzeit ihre Re haben wie
andere Diflonantien, 592 innota
ihre thea traliſche Verwechſelung der
Harmonie, in vollſtimmigen Sachen,
62 4.626.112 flimmigen Sachen.631.
| fiebet, 99.100
4 Ihre FBeeolichunsenikdEh. ınin. 107 |.
no
/wird = Con- umd Diffonanz uglech
ausgegeben, 38 |
Ai —— alaris, 1098 ſie ſey, 15 1 in nota.
Sopra Syncopata u, Sotto Syncopata, ihr)
Unterſcheid, 171 in nota
‚ihr Tradtament und Harmonie in mans
cherley Säßen, 171 usqve 174
— desfelben befonderes Accompagnement
0 Im General-Bafle ohne Species, 777.
ei 778 in nota, ;
⸗ ihr Exereitium auf den — nach den
30haupt⸗Accorden, 4 ſtimmig, 174
usqve 177. vollſtimmig 217. 218
⸗ hat doppelte Falſas, 225 in nota.
fan vor * reſolution variret werden,
Ay
N
e 590.
14 ise — — Verwechſel ung der re-
- folution ineinigen Exempeln, 663.
Ä usqve 66$.
Rear ihre gewöhnt. Neben⸗Stim⸗
- Stimmen fuhetmanbey dem 2den 632.635. 636.643.658. .
| Accord, 161, us qye — ihre th satralifihe Verwechſel ung der re-
⸗kan 4tam perfectam in der rei olution i- Jolution mit einer Ober-Stimme,664
mitiren, 173 mit der Bali quf reelle Arth, 666. 667.
ihre theatraliſche Verwechſelung Der 670. 675
3. Harmonie in ve! itianmigen Sachen, Quinta füperflun, woraus fiebeftebet, 100
‚624.525. in zweyſtimmigen Sachen = Ihr Tradtament u, Harmonie, vid. Falle,
en 3 653.624. 641. 642.646. Qvinteit- und. gven- Fehler, wenn. fie zu ent⸗
| fchuldigen oder zu tadeln. 133. & in
heeifhe Verwechſel ung der rel Notaibidem) 144.158.159.inNota,
‚ Jolution, 656 Beyes 669. fernen, 672 Rz
yıorusqgveßy4 + Radical. Stimmen, vid. Srund-Stimmen,
iſt jederzeit ſtatt der Atæ perfectæ bey: der van She 763. 764.766.948.960
0 „Aatieipatione Tranlitus des Baſſes, Real- Stimmen .allzuviele, gebähren unna⸗
2.2686 in nota. tuͤrliche Gaͤnge. 204. in Nota.
Opactningerl wie ſiegehraucht wird, 240 Recitativhatfeineeigene Künfte, 27.28.
— * Hhh Hbh 3 769
N
RE
N‘ +
I 2. Regiſter.
* 769. 259. ral-Bofl:
# wariret feine Diſſonantien gleichfalß vor Relationes non harmonicz im Accompagne-
| der refolution, wie der Stylus Thea- ment zu vermeiden. 737 .in Nota
tralis überhaupt, 598.599|Refolutioanticipata. vid. Anticipatio reſolut.
⸗ brauchet feine Diffonantien gleichfalß.im|Refolutio, derfelben Verwechſelung. vid,
Sprunge, 618.519 Verwechſelung der refolution.
⸗ verwechſelt die Harmonie feiner Diffo-[Retardatio iſt von der Verwechſelung Derre-
nantien gleichfalß. 66. ſequ. folution zu unterſcheiden. 666. inNo-
⸗ verwechſelt eben fo, Die refolution der Dif- tis, 702.in Notis,. |
fonantien. 672.673,.677.678.feqv.! = wasfiefey und wie fie gebrauchet wird.
687. usqve 690 — 702.703
s deffen gewöhnliche Final-Cadenz. 674 - wird mit der Verwechſelung der refolu-
| &ibidemin Nota, 9 tion vermiſchet. | 704.705
e wie es die Diffonantienin Diffonantienre) RAN MER RS
"..- Jolviret 693. usqve 695 Saitenwerck im Accompagnement anders
> befondere Exempel , dDarinnen die Ber] ° zutradtiren, als Pfeiffwerck, vid. A
wechfelung der Harmonie, und Der compaguement. |
refolution, mit dem Tranfitu antici-/Scarlatti ſetzet extravagant. 797.954.
pato zugleich in einander gefchrencfet Schemata, woraus man die muficalifchen In-
695. usqve701| tervalla gründlich Fan unterſcheiden
s refolviref feine Diſſonantien nicht gern uͤ⸗ lernen. 102 ſeq⸗
berebender Note. 950|Schemata modorum, unfere find viel ⸗ppli-
e Jeidet die 2ſtimmigen confonirende De cabier und nußbahrer als andere. 765
mwechfelungen Der Harmonie eher, ale! 924.960
andere Styli. 9rr.usqvegs3| = Deren befonderer Nutz im preludiren,
212. dubiöfe Cafus Der heutigen praxeos. 902 fegv. im componiren. 913
713. uͤsqre 723. noch zweh dergleichen Schleiffung, wie fie als eine Manier im Ac-
Caſus, welche einigen Zweiffel ma⸗ con pagnement zu gebrauchen. 527
chen, 953.957] = Ihr interfcheid im Singenund Spielen.
Regeln muß man wiſſen. 18. &inNota ibid. | $27.c28. in Nota.
(726.inNeta) 767 ger woraus fie beftehet und wie vielerz
3 verfchiedene Gattungen derfelben. 19 in ji
ley ſie iſt. 97.98
Nofa. 767. in Nota. s ihr unterfchiedener Gebrauch). 160
s ob und wie man wieder recipirfe funda-| z ihr’ Tradtament und Harmonie in man⸗
mental- regelt zu handeln pfleger. cherley Saͤtzen. 161. usqve 164
t$.in Nota.| » ihreabbrevirfe Signatur. 61
⸗ überfiühige und ungegründete find zu) = aufferordentiihe Säße des Secunden-
vermeiden. 733 Accordes. | 162.165.
+ vom Gencral-Ballyhne Species vid, Genc-l ⸗ ihr Exereitimm auff dem Clavier 9 den
— Haupt⸗
Regiſter. ei ID.
3. HaupfzAccorden, aftimmig. 166. der refolution mit einer bern Stim⸗
biß 168. vollſtimmig. 169. biß 171 me. 663.664. mit der Bahı.570. 672
# ihre Baſis Fan variret werden vor der reſo -· ee 675
lution 588.589. auch wenn fie un⸗ Septima maj. ihre Theatraliſche Verwechſe⸗
gebunden ift. ? 597 lung der Harmonie bey der($) 659.
> ihre Theatralifche Verwechſelung der! | Sn Ro
| Harmonie bey) der at. ınaj. und zWAr|Septima min. defic. ihre theatralifche Ver⸗
in vollſtimmigen Sachen.624.625.] wechfelungderHarmonie in vollftint-
in 2ftimmigen Sachen. 630. 633. migen Sachen. 625.626. in 2flime
. 634.639. 640.646. | migen Sachen.627. usqve 629. item.
s ihre Theatrahfche Verwechſelung dßrreerr 68.649
reſolution bey der 4t. maſ. 668⸗ihre theatraliſche Verwechſelung der re-
Secunda füperfina, worausfie beflehet. 98) > -Selation. "672.677
Ze ihr Tractament und Harınonie IN man⸗Sexta woraus jie beſtehet, und wie vielerley
0 herley Süßen, 239. 23&.feq] oc. file 0. rad
- hat jederzeit die 4t.maj. bey ſich. 782. in] - ihrezugehörigen Stiäien.139. 150. ſeq.
zotizes wenn fie kan verdoppelt werden. 140,
Semi allabreve. vid. Alla Semibreve. nA. in hoti) 144.100 ihre Verdop⸗
Semitonium majus und minus, ihr Unter pelung harte ausfaͤllet. — 46 *
ſcheid 97. wie viel Semitonia majoras z wenn ihre Bafısfan verdoppelt werden or
in gehe he ı, 98, Im notal der nicht, E40. 14 7.usqwe 250,8ribi-
Septima,tworaus fie beſtehet und wie vieler⸗ dein in notis. *
⸗wenn ihre zugehörige z. maj naturalis und
ley ſie iſt. RT 1014
⸗ihr Tractament und Harmonie in man⸗ accidentalis Fan verdoppelt werden,
142.143. in not ) 145.939, feqv.
cherley Saßen. . 184.usqve 190 Ä
⸗ wenn fie die gtam perfect. und imperf.| ; ihr Exereitium auffden Chier nad den
| 3. Haupt⸗ccorden, aſtimmig/ 139.
neben ſich leidet, 184. usqve 187. &|
| | usqve 155, bollfiimmig. 157. usqve
ibidem in notis.
s {hr Exereitiom auff dem Clavier nach den 16%
3. DaupfzAccardengilimmig, :91} + Syneopata wird von der 7me hyneopiret.
ie: DH 21222) 190. begiebet ſich freywillig in Die
# in Tranfito. 201, 333.innota) 265 | Sehlaverey einer Diffonanz ibidem in,
» Fan vor ihrer relolation auff mancherley nota) notables Exeinpel davon, 944
Arch variret werden. 593. usqve 536 Sexta fuperfiua woraus ſie beſtehet. 100
item 598.21 Exempel. ihr Tradtament und Harmonie,vid.Falfz.
⸗ derfelden Theatra iſche Verwechſelung Signaturen des General-Bafles, werden nad)
| der Harmonie. 632.636, 637. Fe der Landes Arch bezeichnet 113. in
H RN 2; 2019: uote, 2 Ä
⸗derſelben Theatraliſche Bermehfelung' = wie ſie richtig auff denen kineen abe
| | | \ 2
>97 * ⸗ — Kegiſter.
Jen, 156. usqre 118. in was vor Faͤl⸗ M.
len dieſe Abzehlung nicht ſtatt hat. Talent eines Componilten. vid, Naturell,
939| Tafto ſolo was es heifler, sı5
£ werden mit Unterfcheid tradtiret, wenn fie] Teinpusbinarium & ternarium, was eg ee,
"aber einander oder neben einander 299 in notis
ſtehen. 160Teérmini technici, überflnßige in der Mufic ”
—— dazu gehoͤrigen Stimmen ohne alle 108 in notis
Muͤhe aus einer Tabelle zu erkennen. Tertia, woraus fie beſtehet und wie bielerley
255.256, ſie iſt, 99
— ſie in Cammer⸗und theatraliſchen ſty⸗Tertia major, Ihre Vermehrung, vid. Vers
lo zu erfinden, vid, General-Bafl ohne] mehrung der Eflentialen und acciden·
s.Äpecies, |. talen KK undb 5,
N Solmifation fatuiref ein einbigesSemito- ⸗hat ſtatt der st imperf. Des fyflematis,
num majus. 98. innota, allzeit stam perf, bey fich, 174 in nota.
2. hat nichts vor unfern a.b. c. voraus, 106. Tertiaminor defic, was davon zu halten ‚99
in notis, -innotis) 239 |
Special- Regeln von Ambitu medorum, vid,| ; wo ſtatt derſelben die richtige 3 min,muß
Ambidus modorum. | gebraucherwerden,t «2 innota ;
Species octavarum muß ein Accompagnifl Tertiafyncopata ihr Tradtament und Hart
Te wie fie zuerfinden, 78 5-wie monies 163
viel und welche es feynd, 785 usqv.788-\ z läffet fich freywillig als eine Diffonanz
worinnen ihr Nutz befiehet, 788 ſequ. tradiren,ibid,
Selbige Fan man Doppelt bezeichnen, - notables Exempe! davon, 944
785.738 in notis, wie darinnen DieSig- Theatralifche Stylus, feine befondern Meri-
naturen DegGeneral-Bafleg abzuzehlen, ten, und wiederlegung Der Einwuͤrffe,
792. in nota. werden von denen richtig 26 usqve2g, & ibidem in — ferner,
bezeichneten modis von felbft angege⸗ 5936. 187.701 |
— in notis ⸗leidet nicht wohl überhäuffte ferieufg
Sprünge gleichgültige, im Accompagne- -Gedancken, 47.48 in nota
ment Der J— Noten, 366 en, Diffonantiarum, vid,
Stylus Gravis, vid, allabreve. Verwechſelung der Harmonie und Be.
+ theatralis, vid, theatralifcher Stylus. fol ution,
s Ecclehiafticus,vid 3 ala | # feine Fundamenta feynd noch wenig bes
s unnatürlicher, was davon zu halten,797 fandt, 586 (Sırinnota) 701
in nota. Theile in Contrapundtenberühmt,936
duperjectio oder Uberſchlag, was es vor eine Themata muß ein Compouiſt wiſſen auszu⸗
Manier, 545 in nota. | fuͤhren, 22 innota
Syftema modi, deffen richtige daeihnung, > Damit laffen fich leicht etl. Bogen anfuͤl⸗
vid. modi Muſici. len, 29
| und
ee RR
Regifter.
⸗umd ori u ob ihre Erfindung w | sein 292 usjve 332; ferner i in ein:
| sein Exempeln, 368, 371, 373. 376.
ſchwehr, 936
377
UV.
im Bafe, id u Tem
Theoretici, warum manche fo fefte über den |
Variationesim Baflz, wid, Bafl- "Variationes,
der Diflonantien, vid, Diffonantix.
{ Antiqren⸗Regeln halten 3%:
⸗ puriputi,machen laͤcherl. Eaptellpnes deu) ?
1 Verkehrung aulicaliſcher Saͤtze Fan Feine
Haͤrtigkeit gebaͤhren, 142 in nota 2C6
Worte, 24 in notis |
Tranfitus, was er ſey, und wie er gebraucht)
wird, 257. 258 in nota) 45 auch ſelbige — vermin⸗
⸗ wie vielerley derſe a dern, 147 inNota, 148 in Nota) 945
z inweitläufftigen Verſtande, was er ſey, Vermehrung der zum modo gehörigen EF-
| ſentialen X X und 3 3..ifl zugelaffen,
- 150 innota
260, 261 |
» in die ze wie er ale eine Manier i im —
des aceidentalen X und: h. wo es bedenckl.
iſt bey der 3. maj.1 42.143 innota) 145
| compagnement anzubringen, 524
‚2 wiemaneiner andern Stimme in den
939. bey der 6. maj. 146 ſequ. bey der
Baſi 147 usqve 150 & ibidem in notis,
Tranfıtum fpringet, 608 usqve614
+ tie er anticipiref,; wird, vid. Aicpaie
In einigen beſondern Faͤllen, 156,215.
233 innota.
tranfitus,
Tranſitus irvegularis deſſen beſonderer Ge⸗
brauch bey groͤſſern Intervallis, als Die Pernunfft, was fie bey der Mufic vor eine
38,261.262 JE Charge beiißef, 3.4.in nota
den verfchiedene el 15 Verwechſelung der Harmanie,ihr Urſprung
| und Fundament, 586.587
ſchwinden Noten Des General-Bafleg,
= was und wievielerley fie iſt, 622 623
UN VE62 264 |
kan nicht wieder den Tact gebrauchen volftimmige, ihr Fundament und Untere
ſcheid, 624 usqve 626
werden, 941
Trias harmenica, vid Accord ordinairar, ⸗zweyſtimmige, ihr Fundament und 6 Ar⸗
then derſelben, 626 wsqvessr
Trillo wieesimAccompagnement anzubrin⸗
gen, 522 usqves24 ⸗ wie man dergleichen ſelbſt erfinden u. ſich
Tripel-Tads,ihr Nahme, Eintheil ung und] in dieſer Materie exerciren koͤnne, 55 I
gebraͤuchlichſten Arthen der Tripel usque 656
290. 291 ⸗ zuderfe ben Gebrauch gehoͤret praxis Ina
⸗ ihre Natur und Unterfheid vor dem ega- Judieium, 625 in notis) 723
len Tacte, 290. usqve 292 in nota. ⸗damit wird am meiſten i im Recitativ 98
» feltene Arthen derfelben, 292. in nota) Fünftelt, 598. 626 in notis) 656.
946, | = muß der Accompagnift verftehen und in
» ihren virtualiter fangen und kurtzen Noten, * acht nehmen /635 in nota66< in nota)
welche es ſeynd, 295 in notis 723 724. 728. 771 usqve 774
* ihr REN, der heſchwinden ⸗ — si. |
| Jii iii ee.
" 4 i
9 * 6 Regiſter.
⸗wird durch ein, Bor die verwechſelten/ und 8ven Fehler in partibus extremi⸗
Clayes geſetztes X inihrer Natur nicht). entſchuldigen koͤnne, 132 in notis,
verändert, 684 in nota, Verwechſelung der muficalifchen Generum,
s confonirende, gehören auffer demRecita-/‘ vid.Genera muficalifche |
tiv mehr vor vollſtimmige als zfiimmiz Unbezifferte General-Bäffe, vid, General-Baff
ge Sachen, 951 ohne Species. | |
Verwechſelung der Refolution, was und wie Unifonus hat was ſchoͤnes und effedtives in
vielerley fie überhaupt ſey, 662 ſeinen rechten Gebrauch. 60,6 1.in not.
⸗geſchiehet entweder zwifchen denen Ober] Vocal-Sachen, ob man zu viel mit Infiru-
Stimmen, 662 usqve 6655. oder zwi/ menten darinne arbeiren folle. 38
fihen einer Ober-Stimme und Der boſi, + Fünnen ſo gefeet werden, daß fie ohne
und zwar Diefes auff zweyerley Arthen, viele Manieren des Sängers brilliren
666 | müffen. ibidem. —
s die erſte reelle und beſte Arth, ibid. die an⸗Vorſchlag, wie er als eine Manier im Ac-
Derereelle Arth, 667 Bi compagnement zugebrauchen, 525.
* Haupt⸗Keqpiſita und Kennzeichen einer usqve 527.
reellen Bermwechfelung,667.668 Vorurtheile. vide. præjudicia.
⸗ihr Gebrauch bey verſchiedenen Accorden ne | Ä
663 usqve 672. Im Recitativ, vid, Ke-Wahrheiten neufcheinendefinden allzeit ob-
citativ, se ftacula. zn | Mr 93.94
‚» falfche Exempeldavon, 680 feqr. Werckmeiſter von den Modisder Alten.g 14
+ wieman dergleichen ſelbſt erfinden, und! Wiſſenſchafft eines Componiften, vid,Com-
fich darinne üben koͤnne, 68 1 Ponilten, ihre regvifita,
» wie fie mit Diſſonantien zu vermiſchen, Wiſſen und koͤnnen, zwiſchen beyden ein
682. 683 few. maͤchtiger Unterfcheid, 24 .innotis Ä
wird durch ehr, vor die verivechfelten Cla | Ba ' |
ves geſetztes X in ihrer Natur nicht ver- Zarlinus, Db man die richtige Anzahl der Se-
ändert, 654.685 } wmitoniorum major. bey ihm ſuchen
⸗beſondere Arth derſelben, 692 in nota) muͤſſe. 98. in nota.
712 Zierlichkeit des General-Baffes, vid Manie-
Verwechſelung der Stimmen, 06 fie bey _ sen, REN
vollſtimmigen Inflrumenten die sten- Ziffern Dig General-Baffes, vid. Sigmaturem,
Die Errata fuche man vor dem Kegiftir,
TREIDBERE,
gedruckt bey Chriſte pyh Matthaͤi
—
Nota. IE
Es find die verſchiedene im Druck heraus gegebene Muſiealiſche und andere Schrifften des ſonſt beruͤhm⸗
ten Herrn Kuhnaa, ehemahligen Dire&toris Chori Mufici jr Leipzig, der Mufiealifchen Welt allbereie
ß bekandt, daß es überfläßig ſeyn wuͤrde, allkger viel Ruͤhmens von der befondern Geſchicklichkeit und Ger
ehrſamkeit dieſes Mannes zu machen. Weiler nun nad) feinem Tode unten fpeeifieirte 2. Mahuferipta in
lateiniſcher Sprache hinterlaſſen, davon das erffeüber 4. Alphabeth, und das andere ohngefehr 1. Alpha-
berh (mirtelmaßig compreſſ geſchrieben) ſtarck it, welche deſſen Erben gern an einen billigen Verleger brin-
gen möchten; als hat man ſolches Hiermit denen Liebhabern Fund then, und die Summaria befagter beyden
Traktate, fo, wie fie anhero überfendet worden, beyfuͤgen wollen. Solte fid ein Verleger dazu finden, ſoͤ kan
er ſich entweder hierin Dreßden, oder bey der Kuhnauiſchen Fran Wittbe in Leipzig melden.
f, i
iR Tisdale de }etrachordo,
| feu °
BER
SE
Mer ac hodierna, occafione Tetrachordi, non ad (yftematantum, (ed & Meines
commodati, cum prævio Præludio e penu-Mathefeos purz depromto, ac lectorem ad intelli Ei
quæ in hoc opere traftantur preparante a Joh. Kuhnau. In præludio Dominus Autor quatuor 5 —
ex Algebra & quiequid ad ca quz hoc opere oceurruntintelligenda facere pöteft,eruditeac Clare often-
dit, ubi & ea tractat quæcunque adMono chordum fpectant, Inopere autem ipfo feqventia traduntur,
Sed I.
Cap.l. Continens explicationem Terminorum Rubri Thematis.
Cap.TI. Varias Tetraehor. divifiones, Ä
Cap. IH. de Tetrachordo Generis Chromatici.
Cap. IV, de Genere Diatonieo, oc -
Cap. V. Deorigine Vetrachordi ejusqvemuktiplicatione ac fingulorum nominibus,
Cap. VI. denominibusfingulorum græci Diagrammatis cujuslibet ſonorum feu chordarum,
Cap, VII. Defignis chordarum Diagrammatis veterum feu corum Notis Mufieis. ,
| “ Sedt. II. de ufu Tetrach. Veterum. AR 3 J—
Cap. I; De gvolibet Veterum Tetrachordo per Sectionem Canonis exhibito. | —
Cap. II. De ultertori Sectionisjam fadtz explicatione.& aliis hujus generis Diatoniei Diagramm a Mit
ficum in Monechardo accommodandi modis. Ps
Cap. III. de ufu Infirumenti Veterum qvod Heliconadixerunt & pro Canone in exhibitione Dissen:
matis Muſici Confonantisrum & Toniufürparunt. | Er
Cap. IV. demutatione Tetrachordorum leu fyflematis Tetrachorda gontinentis & qvidem eorum va-
ria poſitione.
Cap. V. de Tonis [eu Modis Muſicis veterum Grzcor.
Cap. VI. de Mutatione- gn
Eap. VI. de effectu Grzcorum Mufices. a, |
Sed. II de Hodierno Tetrachordi uſu.
Cap. I. De Genere hodierni Tetrachordi ejusqve Element,
Cap. H, de vero colore kodierm Tesrache,
Cap. IH, de Concinnitate Iesrach. Syntoni.
IIFo . | |
Cap. IV. de Temperatura Tetrach.Diatonici-Synteni. \
Cap. V. de Letrachordo mediante LogiiticaMufica numerofa, in-Monochordo exhibite. 2
Cap. VI. de Tetrachorde per conftruttionem geometricam atqve algebraice demonftratam ad Me-
er ‚,nochor; dumapplieato. | a
Cap. VIL ‚de arte averlis oculis & folo tactu experiendi td numeros qgvosdam certosMonochordi,
— quam etiam in fpecie numeros rationum interyallorum Tetrachordi.
Cap. VII. ‚de arte chordam tenfam in multas partes zqvales fine eircino dividendi, ficqve Tetra⸗
* chordi chordarum longitudines Determinandi. |
"Cap. IX. de, Zetrachordo per pondera & Mordas exhibito.
Accedit Tractatus de-ufu Tettaehordi hadieine;
Cap. I, De Melopeia in fpecie refpectu modorum Muficorum duodecim.
ca Il. de ufu Tetrachordihodierno refpeetuModorumnevo hodierno modo modulantium,
ap. III. de ufu TetrachordiinMelopeia refpeetu Confoni & Diffoni,
ap. IV. deufu Tetrachordi in Melopeiarefpectuilliuselementorum variati ordinis.
- Difputatio de Triade Harmonica.
| 10 Pars L E*
Cap. 1. de Triade Harmonica Pythagor&orum. |
Cap. II. de Triade Harmonica Pythagor. inMonochordo exhibita,
Cap. III. Exhibens Triadis Harmonicz imototigs qviPythagorz gvatuor malleerum fabritium ſonitu,
teſte Nicomacho obtigiſſe dicitur ceoncentus Muſici in inſtrumento Veterum qvod Helicona
| dixerunt, qvafi Monochöordo, demonftrationem. — Es
Cap. IV. De Triadis Harmonicz Pythagor. inMonochordo exhibitione perappenfachordis pondera.
Fars 1,
Cap. I. De Triade Harmonicarecentiorum & neftrerum Practicorum, |
Cap. IL Decidens gvzftionem, cui duarum Triadum Harmonjcarum, nempe Triadi Pythagoricæ &
Triadinoftrorum Practicorum, compgtat jus pr&lationis,
"Cap. IN. de Triade recentiorum in Monochorde sxhibita. | Ba
Cap. IVde Triade Practicorum noftrorum e chordis, qvasponderatendunt, audienda,
Cap. V. de exhibitione Triad. Harmon. in Inftrum, Muſicis. | |
Cap. VI. de Triadis Harmonicz ufain Melopeia.
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This book must not
be taken from the
Library building.
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